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Full text of "12/4970 - Zweite Ergänzung zur dritten Beschlußempfehlung und zum dritten Teilbericht des 1. Untersuchungsausschusses nach Artikel 44 des Grundgesetzes - Drucksachen 12/654, 12/662 -"

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Deutscher Bundestag 
12. Wahlperiode 

17. 05. 93 


Drucksache 1 2/4970 

(zu Drucksache 12/4500) 


Zweite Ergänzung 

zur dritten Beschlußempfehlung und zum dritten Teilbericht 


des 1. Untersuchungsausschusses nach Artikel 44 des Grundgesetzes 
— Drucksachen 12/654, 12/662 — 


Beschlußempfehlung 


Der Bundestag wolle beschließen: 

Die zweite Ergänzung zum dritten Teilbericht des 1. Untersu- 
chungsausschusses nach Artikel 44 des Grundgesetzes wird zur 
Kenntnis genommen. 


Bonn, den 12. Mai 1993 


Der 1. Untersuchungsausschuß 


Friedrich Vogel (Ennepetal) 

Vorsitzender 


Joachim Hörster 
Dr. Andreas von Bülow 

Berichterstatter 

Andrea Lederer 

Berichterstatterinnen 


Arno Schmidt (Dresden) 
Ingrid Köppe 



Drucksache 12/4970 


Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Beschluß vom 12. Mai 1993 


1. Der abweichende Bericht 

der Berichterstatterin Ingrid Koppe (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) vom 
12. Mai 1993 wird als zweite Ergänzung des dritten Teilberichts (Bundes- 
tags-Drucksache 12/4500) 

festgestellt. 


2. Die zweite Ergänzung des dritten Teilberichts wird dem Deutschen 
Bundestag mit der Beschlußempfehlung vorgelegt, sie zur Kenntnis zu 
nehmen. 


2 



Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Drucksache 1 2/4970 


Abweichender Bericht der Berichterstatterin Ingrid Koppe 
(BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) vom 12. Mai 1993 


Inhaltsübersicht 

Seite 


0. Vorbemerkungen 4 

0.1 Verfahren der Erstellung des Dritten Teilberichts 4 

0.2 Regelverletzungen bei der Feststellung des Dritten Teilberichts ... 4 

0.3 Inhalt des Abweichenden Berichts der Gruppe BÜNDNIS 90/DIE 

GRÜNEN 5 

0.4 Aktenlage 5 

0. 5 Zeugenvernehmungen 5 

1. Anmerkungen zum Mehrheitsbericht 7 

1.1 Das Genehmigungsverfahren für den Import von DDR- Antiquitäten 

in der Bundesrepublik und die Rolle des Bundesministeriums für 
Wirtschaft 7 

1.2 Das Urteü des Bimdesgerichtshofs im Fall Werner Schwarz 8 

1.3 Die Rolle der westlichen Geschäftspartner der Kunst und Antiquitäten 

GmbH 8 

1.4 Sondergeschäfte der Kunst und Antiquitäten GmbH 9 

II. Zusätzliche Feststellungen der Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- 
NEN 9 

II. 1 Die Rolle des MfS und einzelner Inoffizieller Mitarbeiter der Kunst 
und Antiquitäten GmbH sowie der Steuerfahndung und ihre Arbeits- 
gebiete 9 

II. 1.1 Horst Schuster — IM Sohle 9 

11. 1.2 Joachim Farken — IM Hans Borau 12 

II. 1.3 Klaus-Dieter Richter — IM Peter Reichelt 14 

II. 1.4 Hans Kopmann — IM Kobra 17 

II. 1.5 Carla Görlich — IM Susi 17 

11. 1.6 Rolf Werner 18 

11. 1.7 Dr. Peter Fischer — IM Paul Müller 18 

II. 1.8 Peter Adler — IM Christian Ries 18 

II. 1.9 Gert Fleege 18 

II. 1.10 Axel Hilpert — IM Monika 19 

II.l.ll Gernot Haubold 19 

II. 1.12 Irene Arndt 19 

11. 2 Kenntnisse des Bundesnachrichtendienstes über den Bereich „Kunst 

und Antiquitäten in der DDR" 19 

III. Gesamtbeurteilung und Schlußfolgerungen 20 

rv. Dokumente 22 

IV. 1 Inhaltsübersicht über den Dokumenten -Anhang 22 

IV. 2 Dokumenten- Anhang 26 


3 




Drucksache 1 2/4970 


Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


0. Vorbemerkungen 

0.1 Verfahren der Erstellung des Dritten 
Teilberichts 

Im Unterschied zu den ersten beiden Teilberichten 
des 1. Untersuchungsausschusses (1. UA) der 
12. Wahlperiode (Drucksachen Nr. 12/3462 und 12/ 
3920) ist es nicht gelungen, einen gemeinsamen 
Dritten Teilbericht aller Gruppen und Fraktionen zu 
erstellen. 

Der Dritte Teilbericht (Drucksache 12/4500) wird 
inhaltlich lediglich von den Fraktionen der CDU/CSU 
und FDP getragen. 

Die Gruppen und die SPD-Fraktion im 1. UA waren 
bei der Erarbeitung des Dritten Teilberichtes beteiligt 
und davon ausgegangen, daß ein gemeinsamer 
Bericht des gesamten Ausschusses auch von den 
Fraktionen der CDU/CSU und FDP angestrebt 
würde. 

Interne Entwürfe des Sekretariats waren nicht verbes- 
serungsfähig. 

Wegen dieser Arbeitsschwierigkeiten des Sekretari- 
ats des 1 . UA lag den Gruppen und Fraktionen Anfang 
1993 noch kein überarbeitungsfähiger Entwurf vor. 

Am 4. Januar 1993 reichte die Gruppe BÜNDNIS 90/ 
DIE GRÜNEN schriftlich einige Änderungsvorschläge 
für den letzten Berichtsentwnrf des Sekretariats ein 
und kündigte weitere Ergänzungsvorschläge an. Da 
MdB Hörster (CDU) mitgeteilt hatte, daß er nicht in der 
Lage sei, seine And erungs wünsche termingerecht 
einzureichen, gingen wir davon aus, daß sich die Frist 
für die Abgabe weiterer Vorschläge verschoben 
habe. 

Ohne daß dies vom Ausschuß beschlossen worden 
war, erklärten sich wenig später offenbar informell die 
CDU/CSU- und die FDP-Fraktion bereit, durch ihre 
Mitarbeiter einen eigenen Entwurf zu erarbeiten, der 
als neue Grundlage für einen gemeinsamen Bericht 
gelten sollte. Hierüber wurde jedoch zumindest die 
Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nicht unterrich- 
tet. Wir mußten davon ausgehen, daß das Ausschuß- 
Sekretariat einen vierten Arüauf zur Erstellung eines 
diskussions- und überarbeitungsfähigen Entwurfes 
unternehmen würde. 

Unter Zuhilfenahme der technischen Möglichkeiten 
des Ausschuß-Sekretariats wurde von den Mitarbei- 
tern der CDU/CSU und FDP ein neuer Entwurf ver- 
faßt. Darüber waren wir nicht informiert worden. 
Dieser Entwurf wurde am 19. Februar 1993 erstmals 
den Abgeordneten vorgelegt. 

Nach einer ersten Durchsicht dieses Entwurfs teilte 
die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dem Aus- 
schuß-Sekretariat mit Schreiben vom 23. Februar 
1993 mit, daß der Bericht derart gravierende Mängel 
und Lücken aufweise, daß der bisherige Zeitplan nicht 


eingehalten werden könne. Wörtlich heißt es in dem 
Schreiben: 

„Der jetzt vorgelegte Entwurf enthält eine Reihe von 
unbegründeten Wertungen, Behauptungen, proble- 
matischen Darstellungen und sprachlichen Schiefla- 
gen. Es bedarf daher einer detaillierten Prüfung, die in 
so kurzer Zeit nicht machbar ist. " 

Vor allem wiesen wir darauf hin, daß der Bewertungs- 
teil des Berichtsentwurfes noch immer nicht vorlag. 

Dennoch beteiligte sich die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE 
GRÜNEN auf Mitarbeiterebene am 26. Februar 1993 
an einer ganztägigen Besprechung mit dem Ziel, 
einige der gravierendsten Ungereimtheiten und 
Falschdarstellungen des Entwurfes zu überarbeiten. 

Der vom Obmann der CDU/CSU-Fraktion in einer 
Presseerklärung vom 22. März 1993 erhobene Vor- 
wurf, die Opposition sei nicht bereit gewesen, an der 
Erstellung des Teilberichtes mitzuwirken, ist daher 
unzutreffend. 

Aber auch bei dieser Besprechung, bei der Anregun- 
gen aller Fraktionen und Gruppen einvemehmlich 
eingearbeitet werden konnten, lag der Bewertungs- 
teil noch nicht vor. 

Der jetzige Teil D „ Gesamtbeurteilung und Schlußfol- 
gerungen" des Mehrheitsberichts erreichte die 
Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erst am 2. März 
1993, einen Tag vor der geplanten Feststellung des 
Dritten Teilberichts. 

Erst nach der in der Ausschuß- Sitzung am 3. März 
1993 vorgetragenen Weigerung von CDU/CSU und 
FDP, Änderungen an diesem Bewertungsteil zuzulas- 
sen und eine Verschiebung der Feststellung des 
Dritten Teilberichtes um wenige Tage zuzulassen, 
während derer der Versuch einer Einigung unternom- 
men werden sollte, ergab sich für die Gruppen von 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und PDS sowie für die 
SPD-Fraktion die Notwendigkeit, nunmehr eigene 
abweichende Berichte zum Dritten Teilbericht vorzu- 
legen. 

Die mangelnde Kooperationsbereitschaft von CDU/ 
CSU und FDP zeigte sich auch darin, daß nicht wie 
üblich Mehrheitsbericht und abweichende Berichte in 
einer gemeinsamen Bundestagsdrucksache vorgelegt 
werden sollten. 


0.2 Regelverletzungen bei der Feststellung 
des Dritten Teilberichts 

Der am 3. März 1993 von der Koalitionsmehrheit 
verabschiedete Dritte Teilbericht des 1. UA wies 
einen gravierenden formalen Mangel auf: die Ankün- 
digung von SPD, PDS und BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- 
NEN, eigene Berichte vorzulegen, wurde von der 
Ausschuß-Mehrheit ignoriert; im Mehrheitsbericht 
fand sich zunächst kein Hinweis darauf. 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Drucksache 1 2IAQ70 


Am 12. März 1993 teilte die Berichterstatterin der 
Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN dem Vorsitzen- 
den des Ausschusses und den Obleuten mit, daß sie 
die Kenntnisnahme des Dritten Teilberichts nicht 
unterzeichnen werde. In dem Schreiben heißt es zur 
Begründung: 

„Der Teil D des 3. Teilberichts enthält lediglich die 
Bewertungen der Koalitionsfraktionen. SPD, PDS und 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden Minderheitenvo- 
ten zu diesem Teil D einreichen. 

Damit entspricht der jetzt vorliegende 3. Teilbericht 
nicht den allgemeinen Anforderungen an Ausschuß- 
berichte. 

Ich verweise auf § 66, Abs. 2 der GO des Bimdestages 
(siehe auch Kommentar Ritzel/Bücker). 

Sollte allerdings der Bericht um folgenden Satz 
ergänzt werden können: 

,SPD, PDS, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN teilen die im 
Teil D des Berichtes vorgenommene Bewertimg nicht 
imd behalten sich vor, eigene Berichte vorzulegen' 

bin ich bereit, diesen Bericht zu unterzeichnen. " 

Am 12. März 1993 wurde die Gruppe BÜNDNIS 90/ 
DIE GRÜNEN schließlich darüber unterrichtet, daß 
der auf S. 8 der Drucksache 12/4500 enthaltene Satz 
„Die SPD-Fraktion sowie die Gruppen PDS/Linke 
Liste und BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN haben ange- 
kündigt, abweichende Berichte vorzulegen" in den 
Dritten Teilbericht aufgenommen wurde. 


0.3 Inhalt des Abweichenden Berichts der Gruppe 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 

Der vorliegende Bericht enthält neben unseren vom 
Mehrheitsbericht abweichenden Feststellungen auch 
einige inhaltliche Ergänzungen, 

Wesentliche Teile des Mehrheitsberichtes können wir 
inhaltlich mittragen. Dies bezieht sich insbesondere 
auf die Verknüpfung des Bereiches Kunst imd Anti- 
quitäten (KuA) mit dem MfS und die Rolle Dr. Alexan- 
der Schalck-Golodkowskis. Wir haben hierbei aber 
inhaltliche Ergänzungen, vor allem eine Darstellimg 
der wichtigsten Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) des MfS 
im Bereich KuA vorgenommen. Dort wo die inhaltli- 
chen Abweichimgen gravierend sind, haben wir dies 
in Form von Anmerkungen zu den entsprechenden 
Seitenzahlen der Drucksache 12/4500 deutlich 
gemacht, (vgl. Abschnitt I. Anmerkungen zum Mehr- 
heitsbericht). 

Der eigentliche inhaltliche Kern unseres von dem 
Bericht der Mehrheit abweichenden Votums ist: 

— die Bewertung der Aktenlage 

— die Bewertimg der Rolle der westlichen Händler 

— die Bewertimg der Rolle des BND und der Bundes- 
regierung. 

Die im Mehrheitsbericht vorgenommene „Gesamtbe- 
urteilung und Schlußfolgerungen" tragen wir inhalt- 
lich nicht mit und legen hiermit unsere eigene Wer- 
tung vor. (vgl. Abschnitt III) 


0.4 Aktenlage 

Bundesnachrichtendienst verweigert 
Aktenherausgabe 

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat nur sehr 
unvollständig Akten über den Bereich Kunst und 
Antiquitäten dem Ausschuß zur Verfügung gestellt. 

Dadurch wurde die Aufklärungsarbeit des Untersu- 
chungsausschusses wesentlich behindert. 

Aus den Akten der MfS- Arbeitsgruppe Bereich Kom- 
merzielle Koordinierung (AG BKK) geht hervor, daß 
die Aktivitäten der KuA GmbH ein Schwerpunkt der 
Beobachtungstätigkeit des BND in der DDR waren. 

Auch über die im Sommer 1983 durchgeführten BND- 
Befragungen des langjährigen Geschäftsführers der 
KuA GmbH, Horst Schuster, wurden dem 1. UA kei- 
nerlei Unterlagen übermittelt. 

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat eine 
„Akte Schuster" zur Verfügung gestellt, die jedoch 
nicht öffentlich verwendet werden darf, da sie als 
Verschlußsache (VS-Vertraulich bzw. VS-Nur für den 
Dienstgebrauch) eingestuft ist. 

Für die Erstellung dieses Abweichenden Berichts hat 
die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN das Sekreta- 
riat des 1. UA erneut gebeten, den BND zur Heraus- 
gabe der Akten zum Bereich KuA zu veranlassen. Der 
BND antwortete, daß entweder keine Akten vorhan- 
den seien oder aus Quellenschutzgründen nicht zur 
Verfügung gestellt werden könnten. In diesem 
Zusammenhang nahm das Ausschuß-Sekretariat auf 
ein GEHEIM-Schreiben des BND-Präsidenten Porz- 
ner an den 1. UA Bezug, das hier allerdings wegen 
seiner GEHEIM-Einstufung nicht zitiert werden 
kann. 

Es bleibt eine Aufgabe des 1. UA herauszufinden, 
warum bundesrepublikanische Stellen ehemalige 
DDR- und MfS-Aktivitäten verschleiern wollen. 


0.5 Zeugenvernehmungen 

Der 1. UA hat von Dezember 1991 bis Oktober 1992 

insgesamt 52 Zeugen aus dem Bereich Kunst und 

Antiquitäten vernommen. ' 

Dabei handelte es sich um: 

— 10 Zeugen aus der Gruppe der von der KuA- 
Willkür betroffenen DDR-Bürger 

— 11 ehemalige Mitarbeiter aus dem Bereich KuA/ 
MfS (hiervon waren 9 Zeugen gleichzeitig Mitar- 
beiter des MfS) 

— 19 ehemalige Mitarbeiter der Finanz- und Steuer- 
verwaltung sowie anderer Bereiche der Verwal- 
tung der DDR 

— 3 ehemalige Mitglieder der Kulturgutschutzkom- 
mission bzw. des Staatlichen Kunsthandels der 
DDR 


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Drucksache 12/4970 


Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


— 3 Rechtsanwälte und Richter 

— 2 Personen aus der Leitungsebene von KoKo 
(Schalck-Golodkowski und Seidel) 

— 2 ehemalige Kulturminister der DDR (Dr. Hoff- 
mann und Dr. Keller) 

— 1 Zeuge von der westlichen Händler-Seite ( Saba- 
tier) 

— 1 Zeuge, der als Liquidator der KuA tätig ist 
(Plokartz). 

Bedauerlich ist, daß lediglich ein Zeuge von der 
westlichen Händler-Seite vom 1. UA vernommen 
wurde. Angesichts der Bedeutung dieser Zeugen- 
gruppe ist dies ein krasses Mißverhältnis. 

Zentrale Auskunftspersonen, wie der ehemalige stell- 
vertretende KuA-Direktor Klaus-Dieter Richter oder 
die beim BND für die KuA-Beobachtung zuständigen 
Beamten wurden vom 1. UA überhaupt nicht vernom- 
men. 

Die Zeugenvernehmungen litten teilweise darunter, 
daß sie vorgenommen wurden, bevor dem 1. UA 
überhaupt die benötigten Akten Vorlagen. 

Ein besonders krasses Beispiel hierfür ist die am 
12. März 1992 durchgeführte Vernehmung des wich- 
tigen Zeugen Hans Kopmaim. Mit Schreiben vom 
10. März 1992 forderten wir den 1. UA auf, von einer 
Zeugenvernehmung vorläufig Abstand zu nehmen. 
Zur Begründung heißt es in unserem Antrag: 

„Nachdem die Gauck-Behörde angekündigt hat, die 
vom Ausschuß kurzfristig benötigten ersten Akten erst 
während der Sitzungen in Berlin zu übergeben, sehen 
wir insbesondere im Fall des Zeugen Kopmann keine 
sinnvolle Möglichkeit, eine Befragung durchzufüh- 
ren. Allein im Falle des Zeugen Kopmann existieren 
insgesamt 96 Aktenordner, die über dessen Tätigkeit 
bei KoKo für das Ministerium für Staatssicherheit 
Aufschluß geben könnten. Nach den Angaben der 
Inhaltsübersichten der Gauck-Behörde ist Herr Kop- 
mann ein besonders wichtiger Zeuge für die Aufklä- 
rung der Verbindungen zwischen der KuA und dem 
Mirüsterium für Staatssicherheit. 

Es hat überhaupt keinen Sinn und gibt den Ausschuß 
der Lächerlichkeit preis, wenn eine Zeugenbefragung 
des Herrn Kopmann durchgeführt würde, obwohl 
bekannt ist, daß die Ausschußmitglieder die entschei- 
denden Dokumente noch gar nicht kennen können. Es 
ist ein gutes Prinzip nicht nur der strafprozessualen 
Zeugenvemehmimg, daß man erst dann zur Vemeh- 
mimg schreiten sollte, wenn man den Zeugen begrün- 
dete und abgesicherte Vorhaltungen machen 
kann. " 

Dieser Forderung entsprach der 1. UA rücht, mit dem 
Ergebnis, daß der Zeuge seine MfS- Verstrickung 
hartnäckig leugnen und der UA ihm keine diesbezüg- 
lichen Vorhalte machen konnte. 


Die vom 1 . UA vernommenen Zeugengruppen haben 
sich unterschiedlich verhalten. 

Für den 1. UA waren hierbei besonders die Aussagen 
aus der Gruppe der Betroffenen wichtig, weil sie als 
einzige bereit waren, aus unmittelbarem Erleben die 
angewendeten MfS-Methoden im Kunst und Antiqui- 
täten-Bereich zu schildern. Die Ausfühnmgen waren 
konkret und machten betroffen. Viele dieser Zeugen 
leiden noch heute spürbar unter dem ihnen angetanen 
Unrecht. 

Gänzlich anders verhielten sich die Zeugen, die als 
KuA-Mitarbeiter gleichzeitig für das MfS tätig waren. 
Es war zu erkennen, daß hier noch alte Seilschaften 
funktiorüeren. Vielfach haben die Zeugen vorher 
miteinander ihre Zeugenaussagen abgestimmt. Ein 
Zeuge, Axel Hilpert, wurde von anderen Zeugen aus 
dem MfS/KuA -Bereich eingeschüchtert und im Vor- 
feld seiner Vernehmung als „Verräter" bezeichnet. 

Die ehemaligen MfS-Mitarbeiter, wie z. B. die Zeugen 
Kopmann (GMS Hans, IM Kobra), die Zeugin Görlich 
(IM Susi), der ehemalige KuA- Geschäftsführer Schu- 
ster (IM Sohle) und sein Nachfolger Farken (IM Hans 
Borau), zeigten keinerlei Schuldbewußtsein. 

Oft wurde auch vorgebracht, Berichte an das MfS 
habe jeder im DDR-Außenhandel Tätige abgeben 
müssen und man habe hiermit rüemandem wissent- 
lich geschadet. Die genannten Zeugen beriefen sich 
darüberhinaus auf Erinnerungslücken und trugen von 
sich aus rüchts zur Aufklänmg ihrer früheren RoUe bei. 
Sie reagierten erst auf konkrete Vorhalte aus ihren 
MfS-Akten. 

Einige ehemalige KuA/MfS-Mitarbeiter leugneten 
ihre MfS-Tätigkeit vollständig oder gaben vor, nie 
wissentlich IM gewesen zu sein. Dieses Verhalten 
reichte bis zu offenkundigen Falschaussagen vrie im 
FaU der Zeugin Carla Görlich. (vgl. Abschnitt II. 1.5) 

Leider hat es der 1. UA bisher versäumt, gegen 
derartige Falschaussagen die gebotenen rechtlichen 
Maßnahmen zu ergreifen. In keinem Fall wurde 
bisher die Vernehmung von MfS-Zeugen aus dem 
Bereich KuA für abgeschlossen erklärt und eine Straf- 
anzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt. 

Dieses passive Verhalten des 1. UA steht im Wider- 
spruch zu gegenteiligen Ankündigungen von Vertre- 
tern der CDU/CSU und FDP im 1. UA. Als während 
der Vernehmung des KuA- Generaldirektors Joachim 
Farken deutlich wurde, daß Farkens Aussagen zu 
seinen Kenntnissen über MfS-Kontakte des Mode- 
schöpfers Wolfgang Joop im Widerspruch zu Angaben 
aus entsprechenden Akten standen, erklärte der 
damalige Ausschuß- Vor sitzende Horst Eylmann 
(CDU), man könne jetzt zwar über dieses Thema nicht 
weiter sprechen, da die entsprechenden Akten 
geheim eingestuft seien, man werde der Sache aber 
noch einmal nachgehen müssen. Der FDP- Abgeord- 
nete Jörg van Essen erklärte, er werde Strafanzeige 
gegen Herrn Farken stellen, wenn dieser gewisse 
Aussagen rücht nachträglich korrigiere. Er sage dem 
Zeugen ganz bewußt, daß dieser bei der Durchsicht 
des Protokolls eirüge Aussagen zu korrigieren habe. 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Drucksache 12/4970 


Die Falschaussage der Zeugin GÖrlich konnte erst 
nach ihrer Vernehmung, als ihre MfS- Akten beim UA 
eingetroffen waren, festgestellt werden. 

Auch im Fall des Zeugen Kopmann ergaben sich 
durch die erst nachträglich vorliegenden Akten 
erhebliche Verdachtsmomente für falsche und unvoll- 
ständige Aussagen. 

Wenn der 1. UA dieses strafrechtlich relevante Ver- 
halten von Zeugen ohne Widerspruch hinnimmt, darf 
es nicht verwundern, wenn es auch zukünftige Zeu- 
gen aus dem MfS/KoKo-Bereich mit der Wahrheit 
nicht allzu genau nehmen. 

Wenn der Ausschuß jedoch endlich auf die Falschaus- 
sagen der KuA/MfS-Zeugen reagieren würde, könnte 
hier die nötige abschreckende Wirkimg erzielt wer- 
den. 

In diesem Sinne hat die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE 
GRÜNEN im 1, UA einen Antrag eingebracht, die 
bisherigen Zeugenaussagen aus dem Bereich KuA für 
abgeschlossen zu erklären und bei offensichtlichen 
Falschaussagen Strafanzeige gegen die Zeugen zu 
stellen. 

Der Zeuge Werner aus dem Bereich der Steuerfahn- 
dung der DDR gab ein besonders abstoßendes Bei- 
spiel eines bis zum heutigen Tage von der Rechtmä- 
ßigkeit seines damaligen Tuns überzeugten Beamten, 
der sich jederzeit strikt an die Gesetze imd Anordnim- 
gen hält, seine Pflicht erfüllt, ohne die eigene Tätig- 
keit kritisch zu hinterfragen. 

Die KuA- Mitarbeiter versuchten vor dem 1. UA, ihre 
Arbeit als normale Handelstätigkeit darzustellen. Sie 
hätten sich zu DDR- Zeiten keine Gedanken über das 
krirrünelle Ausmaß und die MfS-Anbindung der KuA- 
Tätigkeit gemacht. Sie seien erst nach der Wende 
durch Presseveröffentlichungen auf die Abgründe 
ihres ehemaligen Tätigkeitsgebietes aufmerksam 
geworden. 

Mehr Nachdenklichkeit konnte die Gruppe BÜND- 
NIS 90/DIE GRÜNEN auch bei dem Zeugen Eduard 
Sabatier nicht feststellen. Sabatier erklärte, man habe 
sich zwar durchaus Gedanken über die Herkunft der 
Antiquitäten gemacht, sich schließlich aber gesagt, 
daß hierfür ja die DDR-Gesetze maßgeblich seien. 
Man habe ja auch nicht bei jedem einzelnen Stück 
Nachforschungen anstellen können. 

Die aus dem Leitimgsbereich von KoKo vernomme- 
nen Zeugen, Dr. Alexander Schalck-Golodkowski 
und sein Stellvertreter Manfred Seidel, gaben vor, 
keinerlei Kenntnis von den kriminellen Aktivitäten 
der KuA GmbH imd ihrem MfS-Hintergrund gehabt 
zu haben. 

Auch die vernommenen Kulturminister der DDR, Dr. 
Hoffmann und Dr. Keller, trugen zur Aufklärung 
wenig bei. 


I. Anmerkungen zum Mehrheitsbericht 

1.1 Das Genehmigungsverfahren für den Import 
von DDR-Antiquitäten in der Bundesrepublik 
und die Rolle des Bundesministeriums für 
Wirtschaft 

Anmerkungen zum Mehrheitsbericht S. 48149: 

„g) Überprüfung des Genehmigungsverfahrens zur 
Einfuhr von Kulturgut aus Anlaß des Falles 
Schwarz in der Bundesrepublik Deutschland" 

Der Mehrheitsbericht gibt keine Erklärung dafür, daß 
bis 1987 Genehmigungen für die Ausfuhr von Anti- 
quitäten aus der DDR von den bundesdeutschen 
Behörden anstandslos erteilt wurden. Schließlich 
mußte der Bundesregienmg spätestens seit der aus- 
führlichen Befragung des KuA- Geschäftsführers 
Horst Schuster durch den BND im Sommer 1983 
bekannt gewesen sein, auf welche kriminelle Weise 
die für den Export vorgesehenen Waren von den 
DDR- Verkäufern erlangt worden waren. Es muß 
davon ausgegangen werden, daß von den Befra- 
gungsergebnissen Schusters auch das für das Geneh- 
migungsverfahren im Innerdeutschen Handel zustän- 
dige Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) imter- 
richtet worden war. 

Unklar bleibt im Mehrheitsbericht auch, warum nach 
dem Abschluß des Kulturabkommens zwischen der 
Bundesrepublik Deutschland imd der DDR im Jahre 
1986 die Einzelgenehmigungspflicht für den Import 
von Antiquitäten ab 1987 völlig wegfiel und diese 
Praxis auch nach dem Bekanntwerden des Falles 
Schwarz bis zum Ende der DDR beibehalten wurde. 

Daß der rechtsstaatswidrige Erwerb vom BMWi 
erkannt worden war, zeigt ja gerade die Absicht des 
BMWi von Anfang 1988, bei den nächsten Verhand- 
lungen mit dem Ministerium für Außenhandel (MAH) 
der DDR auf dieses Problem hinzuweisen, (vgl. BMWi- 
Vermerk im Dokumentenanhang, Dokument 
Nr.la). 

Aus einem Vermerk des KuA-Generaldirektors Far- 
ken vom 2. November 1987 geht hervor, daß die DDR 
ihrerseits in Person des Hauptabteilungsleiters BRD/ 
Westberlin im MAH, Dr. Andrä, bei der Treuhand- 
stelle für den Innerdeutschen Handel (TSI), Herrn 
Rösch, „Protest" gegen die Rechtssprechung West- 
berliner Gerichte im Fall Schwarz einlegen wollte, 
(vgl. Dokument 68 des Mehrheitsberichts) 

Aus einem weiteren Farken- Vermerk für Manfred 
Seidel vom 18. Dezember 1987 ist ersichtlich, daß die 
DDR auch erwog, das Ministerium für Justiz und das 
Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten einzu- 
schalten, um „gemeinsam diesen Angriff auf die 
Rechtsstaatlichkeit der DDR abzuwenden. " (vgl. 
Dokument Ib im Anhang) 

Der 1. UA konnte nicht klären, was aus diesen gegen- 
seitig geplanten Protesten geworden ist. Es wäre 
sinnvoll, bei den ohnehin geplanten Zeugenverneh- 
mungen der Herren Dr. Andrä und Rösch diesen 
Komplex noch nachträglich anzusprechen. Auch eine 


7 




Drucksache 12/4970 Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Zeugenvernehmung des Verfassers des BMWi-Ver- 
merks vom 15. Januar 1988, Dr. VogehClaussen, 
bietet sich in diesem Zusammenhang an. 

Wir bezweifeln, daß die vom BMWi dem 1. UA zur 
Verfügung gestellten Akten zum Bereich „Kunst und 
Antiquitäten- Handel der DDR" wirklich vollständig 
sind. Es ist kaum vorstellbar, daß der Vermerk vom 
15. Januar 1988 der einzige Aktenbestand des BMWi 
zu diesem Thema sein sollte, zumal durch das Urteil 
des Bundesgerichtshofes (BGH) vom September 1988 
erneut ein Anlaß bestanden haben muß, die Rechts- 
lage und die Genehmigungspraxis einer Überprüfung 
zu unterziehen. 

Aufzuklären bleibt auch, warum die Treuhandstelle 
für den Innerdeutschen Handel noch im Juni 1988 die 
Adresse der KuA GmbH an interessierte westdeutsche 
Antiquitäten- Händler weitergegeben hat und wie 
häufig die TSI die Firma KuA weiterempfohlen hat. 
Dem 1. UA ist zumindest ein derartiger Fall bekannt, 
(vgl. Dokument Nr. 2 im Anhang) 


1.2 Das Urteil des Bundesgerichtshofs im Fall 
Werner Schwarz 


Anmerkung zu S. 49 des Mehrheitsberichts 


„h) Bewertung:" 

Der Mehrheitsbericht enthält sich jeglicher Kritik an 
dem Urteil des BGH zum Fall Schwarz vom 22. Sep- 
tember 1988. (Wortlaut des Urteüs vgl. Dokument 
Nr. 74 im Anhang des Mehrheitsberichts). 

Die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hingegen 
teilt den Rechtsstandpunkt von Professor Dr. Karl 
Kreuzer, der in einem Schreiben an den 1. UA vom 
25, Februar 1992 davon spricht, daß die Entscheidung 
des Bundesgerichtshofs „klar gegen die Verfassung 
verstößt" und auch schon zum Zeitpunkt ihres Erlas- 
ses „völlig unhaltbar" war. In einem 1990 veröffent- 
lichten Aufsatz in IPRax 1 990, Heft 6, S.365ff kam Prof. 
Dr. Karl Kreuzer zu dem Ergebnis, daß sowohl das 
Kammergericht Berlin als auch der Bundesgerichtshof 
die entscheidungsrelevanten internationalverfah- 
rensrechtlichen Fragen überhaupt nicht oder nicht 
genügend geprüft hätten. Das bei der Erlangung der 
Schwarzschen Standuhr von der DDR angewandte 
Verfahren habe gegen „fundamentale Rechtsgrund- 
sätze der Bundesrepublik Deutschland" verstossen 
und könne daher nicht mit dem inländischen ordre 
public der Bundesrepublik Deutschland vereinbar 
sein. (vgl. den vollständigen Aufsatz sowie das Schrei- 
ben Prof, Kreuzers an den 1. UA im Anhang Doku- 
ment Nr. 3) 


1.3 Die Rolle der westlichen Geschäftspartner der 
Kunst und Antiquitäten GmbH 

S. 52153156 des Mehrheitsberichts 

„2. Belieferung der Geschäftspartner" 

Die Rolle der westlichen Händlerseite und der Bun- 
desregierung wird von uns anders als von der CDU/ 
CSU- und FDP-Fraktion gewertet. Es scheint uns 
erforderlich, mit unserem abweichenden Votum auf 
die selbstverständliche Tatsache hinzuweisen, daß zu 
einem Handel immer zwei Seiten gehören und diese 
dann auch für die tatsächliche Handelspraxis verant- 
wortlich sind. 

Wenn in dem Mehrheitsbericht auf S. 56 lediglich von 
einer „gewissen Mitverantwortung" der Abnehmer- 
seite gesprochen wird, stellt das eine Verharmlosung 
der Rolle der westlichen Händler dar. 

Im Jahr 1986 umfaßte der Kundenkreis der KuA 
GmbH in der Bundesrepublik und Westberlin ca. 
vierzig Abnehmer, wobei ca. 60 % des Umsatzes mit 
nur vier Großabnehmern (Jahresumsatz über eine 
Million DM) getätigt wurde. In den übrigen Ländern 
des westlichen Auslands bestand der Kundenstamm 
aus achtunddreißig Abnehmern, wobei 79% des 
Umsatzes mit zehn Kunden (ab 500 000 DM Jahres- 
umsatz) abgewickelt wurde. 

Der Mehrheitsbericht nennt nur einige wenige west- 
liche Handelspartner und gibt so ein unzutreffendes 
Bild von der Fülle der Kontakte der KuA GmbH in den 
Westen. 

Um dieses Defizit auszugleichen, haben wir in den 
Anhang unseres abweichenden Teilberichtes einige 
KuA-Dokumente aufgenommen, die einen annähern- 
den Überblick über Umfang und Charakter der KuA- 
Verbindungen zu westlichen Händlern geben. 

Bei den im Anhang aufgenommenen KuA-Dokumen- 
ten handelt es sich um Abschlußberichte der Leipziger 
Frühjahrs- und Herbstmessen aus verschiedenen Jah- 
ren, Aus diesen Aufstellungen gehen die jeweils 
größten Kunden der KuA GmbH hervor, (vgl. Doku- 
mente Nr. 4 a — f im Anhang) 

Weiter haben wir verschiedene KuA- Verkaufsüber- 
sichten und Reisetabellen wiedergegeben, die eine 
Zusammenfassung der Westkontakte der KuA GmbH 
in bestimmten Monaten enthalten, (vgl. Dokumente 
5 a— b im Anhang) 

1984 veröffentlichte die Kunstfachzeitschrift „art" 
einen Artikel über die tatsächlichen Praktiken der 
KoKo-Firma KuA GmbH. (vgl. Dokument 48 im Mehr- 
heitsbericht) 

Jeder, der nach diesem Zeitpunkt Handel mit KuA 
betrieb, hätte sich anhand dieses Artikels informieren 
und für die eigene Geschäftstätigkeit Konsequenzen 
ziehen können. 

Wir haben im Anhang nur solche Geschäftsanfragen 
westlicher Händler aufgeführt, die nach dem Zeit- 
punkt der „art "-Veröffentlichung liegen, (vgl. Doku- 
mente 6 a — b im Anhang) 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


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Bemerkenswert ist hierbei, daß einige Händler nach 
der Berichterstattung der bundesrepublikanischen 
Medien über den Fall Schwarz und eines in diesem 
zeitlichen Zusammenhang erschienenen Interviews 
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) mit dem 
KuA- Generaldirektor Joachim Farken vom 13. Sep- 
tember 1988 gezielt Kontakt mit der KuA-GmbH 
aufgenommen haben, um nun selbst vom Handel mit 
dem gerade ins Gerede gekommen DDR-Antiquitä- 
ten-Geschäft zu profitieren. 

Dieses Interview war zwischen Farken und Seidel 
abgesprochen worden. Die Fragen hatte die FAZ 
vorab übermittelt, (vgl. Dokumente Nr. 7 a — d im 
Anhang). 

Auch der von Werner Schwarz verklagte Besitzer des 
Antik-Shops im Kaufhaus des Westens (KaDeWe), 
Konsul Böttcher, hatte keine Skrupel, trotz des öffent- 
lichen Interesses an seiner Person, den Handel mit 
KuA fortzusetzen und sogar noch auszuweiten, (vgl. 
Dokumente 8 a — d im Anhang) 


1.4 Sondergeschäfte der Kunst und Antiquitäten 
GmbH 

Anmerkung zu S. 54 des Mehrheitsberichts 

„VIII. Besondere geschäftliche Aktivitäten der 
Kunst und Antiquitäten GmbH" 

Die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN teüt die 
Auffassung des Mehrheitsberichtes nicht, daß die 
Schilderung weiterer Geschäftsfelder der KuA GmbH 
für die politische Beurteilung der Aktivitäten des 
Bereiches KoKo sowie seines Leiters Dr. Alexander 
Schalck-Golodkowski nicht erforderlich erscheine. 

Im Gegenteil: Besonders die illegalen Aktivitäten der 
KuA GmbH im Bereich des Zigaretten-, Alkohol- und 
Goldschmuggels sowie im Bereich der Börsenspeku- 
lation zeigen, daß der Antiquitäten-Handel der KuA 
GmbH nicht ihr alleiniges Standbein war. 

Vielmehr wurden die Infrastruktur der KuA GmbH, 
ihre Lagerkapazitäten in Mühlenbeck und ihre LKW 
u. a. auch für in der DDR so geheimgehaltene Projekte 
wie die Versorgung der Funktionärs-Siedlung Wand- 
litz genutzt. 

Auch die auf den Seiten 57 und 58 des Mehrheitsbe- 
richts geschüderten Börsen-Spekulationsgeschäfte 
der KuA-Angestellten Farken und Richter mit Edel- 
metallen zeigen, daß die Auswirkungen der Sonder- 
geschäfte von KuA in die Gegenwart hineinreichen, 
strafrechtlich relevant und für das Aufspüren verscho- 
bener Vermögensmassen des KoKo-Bereiches von 
Bedeutung sein können. 

Wir haben einige der wichtigsten Sondergeschäfte der 
KuA GmbH im Abschnitt II. 1.3 Klaus-Dieter Richter 
aufgeführt. 

Andere Sondergeschäfte der KuA GmbH brauchen 
hier nicht erwähnt zu werden, weil sie bereits bei 
Blutke, S. 122 ff. ausführlich dargestellt wurden, (vgl. 
Günter Blutke: „Obskure Geschäfte mit Kunst und 
Antiquitäten — Ein Kriminalreport", Berlin 1990) 


II. Zusätzliche Feststellungen der Gruppe 
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 

11.1 Die Rolle des MfS und einzelner Inoffizieller 
Mitarbeiter der Kunst und Antiquitäten GmbH 
sowie der Steuerfahndung und ihre 
Arbeitsgebiete 

Die Aktivitäten der Kunst und Antiquitäten GmbH 
wurden weitgehend vom Ministerium für Staatssi- 
cherheit angeleitet und gesteuert. 

Es kann aufgrund der Zeugenaussagen und der dem 
Ausschuß zur Verfügung stehenden schriftlichen 
Unterlagen davon ausgegangen werden, daß die 
wichtigsten Mitarbeiter der Firma Kunst und Antiqui- 
täten als Inoffizielle Mitarbeiter des MfS tätig waren 
und in dieser Eigenschaft regelmäßig an das MfS 
berichtet sowie Aufträge ihrer jeweiligen Führungsof- 
fiziere entgegengenommen haben. 

Für die Koordinierung der Tätigkeit der Kunst und 
Antiquitäten GmbH war neben den MfS-Hauptabtei- 
lungen VII/13, XVIII/7 und AG BKK Manfred Seidel 
zuständig, (vgl. auch S,32 des Mehrheitsberichts). 

Der 1. UA mußte erleben, daß eine Reihe von Zeugen 
ihre Mitarbeit für das MfS hartnäckig geleugnet 
haben, obwohl sie eindringlich und mehrfach auf ihre 
Pflichten zur wahrheitsgemäßen und vollständigen 
Zeugenaussage hingewiesen worden waren. 

Die dem Ausschuß übersandten MfS- Unterlagen 
ergeben ein relativ vollständiges Bild über die bei 
KuA tätigen IMs in wichtigen Funktionen. Die fol- 
gende Aufzählung ist dabei nur beispielhaft zu verste- 
hen. Nur dort wo Akten vorliegen, war eine ausführ- 
lichere Schilderung möglich. Wo den in den Akten 
auftauchenden Decknamen noch keine Klamamen 
zugeordnet werden konnten, wird sich auch dies 
durch weiterhin beim Ausschuß eingehende Akten 
klären lassen. 


11.1.1 Horst Schuster — IM Sohle 

Horst Schuster war von April 1973 bis Oktober 
1980 Hauptgeschäftsführer, Direktor bzw. 
Generaldirektor der Firma Kunst- und 
Antiquitäten. 

Seit 1963 IM Sohle 

Aus der MfS-Kaderakte von Horst Schuster wird die 
jahrzehntelange Tätigkeit Schusters für das MfS als 
IM Sohle deutlich. 

Schon vor seiner Einsetzung als Verantwortlicher für 
den Aufbau der Firma Kunst und Antiquitäten im 
Februar 1973 war Schuster langjähriger IM des 
MfS. 

Bereits als Delegat des Ministeriums für Außenhandel 
der DDR-Handelsvertretung in Beirut von 1960-1963 
hatte Schuster Kontakt zum MfS. 

Die Hauptverwaltung Aufklärung des MfS (HVA) 
hatte festgestellt, daß Schuster in den Jahren 1962/ 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


1963 von westdeutschen Personen im Libanon zur 
Durchführung einer „Republikflucht" gedrängt wor- 
den war. Auf der Grundlage einer vom HVA- Leiter 
Markus Wolf bestätigten Vorlage wurde Schuster auf 
der Leipziger Frühjahrsmesse im April 1963 von der 
HVA/III kontaktiert, als IM Sohle angeworben und im 
Umgang mit operativ- technischen Mitteln geschult. 
Er erhielt eine Deckadresse und Geheimschreib mit- 
tel. Er hatte Kontakt zu arabischen Geschäftsleuten 
und dem 2. Sekretär der bundesdeutschen Botschaft, 
die aus dem Libanon DDR-Bürger in den Westen 
„schleusten". 

Schuster erhielt damals den folgenden operativen 
Auftrag: 

„ — maximale Kenntnisse über die Nah- und Fern- 
ziele des westdeutschen, englischen und ameri- 
kanischen Geheimdienst im Libanon in bezug auf 
die DDR zu erlangen, 

— Kenntnis über die Verbindungen des libanesi- 
schen Geheimdienstes in die DDR zu erlangen, 

— Methoden der Abwerbung von DDR-Bürgern 
durch den westdeutschen Geheimdienst und 
Zusammenhänge der Aufnahme von repubUk- 
flüchtigen Personen in der BRD zu erlangen. " 
(vgl. Dokument Nr. 9 im Anhang) 

Zur Erfüllung dieses Auftrages sollte sich Schuster 
vom „westdeutschen Geheimdienst" anwerben las- 
sen. Schuster ließ für sich selbst eine „Schleusung" 
vorbereiten und wurde von der HVA aus dem Libanon 
abgezogen, als das MfS die nötigen „operativen 
Kenntnisse" erlangt hatte. 

Hierbei hatte Schuster u. a. Kontakt zu dem westdeut- 
schen Konsul Schnittger, der für Schuster bei der 
„Deutschen Bundesbank in Bonn" ein Konto einrich- 
tete. Der IM-führende Mitarbeiter Schusters bei der 
HVA/III/6 war Leutnant Hofmann. 

Nach dem Rückzug aus dem Libanon wurde Schuster 
Kontordirektor des Außenhandelsbetriebes (AHB) 
Elektrotechnik und Heimelektrik. 

Im Juli 1965 wurde er von der HVA als IM Sohle an die 
HA XVIII/7 des MfS abgegeben und hier durch den 
Referatsleiter Major Helmut Hillebrand sowie durch 
den späteren Offizier im besonderen Einsatz (OibE) 
Dieter Stets bis zu seinem Ausscheiden aus der HA 
XVIII im Oktober 1980 geführt. 

Der von der MfS-Führung nicht genehmigte Bau von 
Einfamilienhäusern in Mühlenbeck durch die KuA 
GmbH für Stets und Hillebrand sowie für Schuster 
selbst führte zur Ablösung Schusters als KuA- 
Direktor. 


1965: Anwerbung Schusters durch die CIA 
Deckname: „Pf aff" 

Im April 1965 wurde Schuster anläßlich einer Dienst- 
reise in Paris von der CIA kontaktiert. Dabei war der 
CIA bereits bekannt, daß Schuster ein Konto in Bonn 
unterhielt. Im Auftrag des MfS setzte Schuster diesen 
Kontakt fort und ließ sich von der CIA unter dem 
Decknamen „Pf aff" anwerben. Im Juni 1965 wurde 


Schuster im Libanon von der CIA einem Lügendetek- 
tor-Test ausgesetzt. Einer der CI A-Führungs Offiziere 
von Schuster war ein Mitarbeiter namens „Händel". 
Schuster erhielt von der CIA eine westdeutsche Deck- 
adresse „Wilhelmine Lück, von Hohenlohestr. 17, 
8782 Karlstadt". Bei einem Treff am 24. Januar 1966 
nannte Schuster der CIA Dieter Uhlig als eine Person, 
die für eine Anwerbung durch den Geheimdienst in 
Frage kommen könnte. 

Im Juli 1966 wurde der CIA- Mitarbeiter Hermann 
Hüttenrauch in der DDR inhaftiert. Bei einem Treff mit 
der CIA im Oktober 1966 wurde daraufhin Schuster 
von der CIA geraten, nicht in die DDR zurückzukeh- 
ren, da durch die Inhaftierung Hüttenrauchs seine 
Sicherheit gefährdet sei. Schuster erklärte, er wolle 
das „Risiko" trotzdem auf sich nehmen. 


1967: Schuster als Kronzeuge gegen Hüttenrauch 

Das MfS, Hauptabteilung IX, entschied, Schuster im 
Oktober 1967 als Zeugen der Anklage im Prozeß 
gegen Hüttenrauch auftreten zu lassen. In diesem 
Prozeß wurde Hüttenrauch wegen Spionage zu 15 
Jahren Freiheitsentzug venirteilt. 

Ab 1967 wurde Schuster als IMS (Inoffizieller Mitar- 
beiter für Sicherheit) „Sohle", später als IMB (Inoffi- 
zieller Mitarbeiter zur unmittelbaren Bearbeitung in 
Verdacht der Feindtätigkeit stehender Personen und 
zur Bearbeitung feindlicher Stellen imd Kräfte) 
„Sohle" weiter vom MfS eingesetzt. Er war bis zum 
April 1973 Hauptgeschäftsführer der Vertretergesell- 
schaft Interver. 

Zur Rolle Schusters im Hüttenrauch-Prozeß heißt es in 
einem Bericht des IMB Peter Reimann über ein Treffen 
mit dem BND-Mitarbeiter Klaus Müller für die AG 
BKK vom 19. Februar 1987: 

„Wir kamen im Verlauf dieser Diskussion nochmals 
auf SCHUSTER zu sprechen. , Müller' sprach mich in 
dieser Angelegenheit in der Form an, daß er sagte, ,ich 
habe einmal die Meinung geäußert, daß SCHUSTER 
mit einem Auftrag nach dem Westen gegangen sei?' 
Er wollte von mir eine nochmalige Darstellung dieses 
Standpunktes und auch die Gründe, die mich zu 
dieser Auffassung veranlaßten im Detail erläutert 
haben . . . Ich sagte dazu, daß er ja einer der wichtig- 
sten Kundschafter des MfS gewesen sei und sich diese 
Situation in seiner Tätigkeit als Zeuge im HÜTTEN- 
RAUCH-Prozeß offenbarte . . . Ich nahm nochmals auf 
diesen Prozeß Bezug und sagte, daß sich hier heraus- 
stellte, daß SCHUSTER als Kundschafter für das MfS 
arbeitete und einen gegnerischen Spionagering zur 
Strecke brachte. Unter diesem Aspekt seien ihm auch 
in seiner späteren Tätigkeit als Generaldirektor von 
Kunst und Antiquitäten, aber auch noch bei der 
BERAG sehr viele Möglichkeiten offen gewesen, weil 
ihn ja jeder als unmittelbaren Mitarbeiter des MfS 
gesehen hat. " (Zur MfS- und CIA-Tätigkeit Schusters 
vgl. Dokumente 9 und 10 im Anhang). 


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1969: Schuster importiert Siemens-Computer für 
das MfS 

Schusters Aufgabe bei der Firma Interver bestand 
unter anderem in der Unterstützung spezieller 
Bezugslinien zum Import von EDV-Anlagen für das 
MfS. So besorgte er im Mai 1969 zwei Rechner der 
Firma Siemens für das MfS-Zentralinstitut für Doku- 
mentation (Abteilung XIII des MfS). (vgl. Dokument 
Nr, 9 im Anhang) 


1973: Der IM Sohle gründet die KuA GmbH 

Von 1973 bis 1980 arbeitete Schuster als Direktor bzw. 
Generaldirektor des AHB Kunst und Antiqmtäten. 

Im Februar 1973 erhielt Schuster den Auftrag zur 
Bildung der KuA GmbH. 

In einer ersten Beurteilung der Tätigkeit der neuen 
Firma schrieb Schuster am 20. November 1973: 

„Der Aufbau der Kunst und Antiquitäten GmbH, der 
mir Anfang 1973 übertragen wurde, stellte mich vor 
eine Reihe von neuen Fragen, die sich von der 
Vertreterarbeit grundsätzlich unterschieden, weil 
auch die Mehrzahl der Inlandspartner zu politischen 
Gegnern der Arbeiterklasse gezählt werden müssen. 
Die schrittweise Herstellung einer sozialistischen 
Ordnung im Handel mit Kunstgegenständen erfordert 
neben der hohen materiellen Verantwortung bei der 
kommerziellen Tagesarbeit in einem hohen Maße 
politische Grundsatzarbeit. " 

In einem Antrag zur Auszeichnung von Horst Schuster 
mit dem Titel „ Aktivist der sozialistischen Arbeit " vom 
2. Oktober 1976 schrieb Joachim Farken von der 
Geschäftsleitimg der KuA GmbH u. a.: 

„Genosse Schuster wurde 1973 die Aufgabe übertra- 
gen, die Leitung der neu gebildeten Kunst und Anti- 
quitäten GmbH zu übernehmen . . . Mit dem Aufbau 
eines festen Kollektivs, welches unter seiner Anlei- 
tung imd seiner Führung entstand, gelang es, die 
schwierigen Probleme der Jahre 1973 und 74 mit 
hoher Einsatzbereitschaft zu überwinden . . . Mit der 
politischen und kommerziellen Einflußnahme auf die 
Inlandspartner, insbes. der Antikhandel GmbH in 
Pirna, hat der Genosse Schuster wesentlich zur Stabi- 
lisierung der Prozesse an diesem wichtigen Abschnitt 
imserer Aufgaben beigetragen... Es zeichnet sich 
schon jetzt ab, daß die zu erwirtschaftenden Valuta- 
erlöse im Jahre 1976 gegenüber 1973 das Doppelte 
betragen werden. “ 


1978: Schalck lobt Schusters Verdienste 

In einem Vorschlag zur Auszeichnung Schusters mit 
der „Verdienstmedaille der DDR" anläßlich des l.Mai 
1978 schrieb Dr. Alexander Schalck-Golodkowski 
über die Tätigkeit Schusters: 

„Hervor gehoben werden muß der persönliche Anteil 
des Genössen Schuster an der Ausschaltung des 
feindlichen Einflusses kapitalistischer Firmen in der 
DDR und der Verhinderung weiterer Störversuche 


dieser gegnerischen Kräfte auf dem Gebiet der 
Außenhandelstätigkeit. Er leistete damit einen sehr 
hohen Beitrag zur weiteren Sicherung des Außenhan- 
delsmonopols. Es ist mit das Verdienst des Genossen 
Schuster, daß im Handel mit Kunstgegenständen 
unsere sozialistische Gesetzlichkeit durchgesetzt 
wurde und in der Vergangenheit aufgetretene volks- 
wirtschaftliche Verluste durch gegnerische Kräfte 
auch innerhalb des DDR, verhindert wurden. 

Seit dem 1. Februar 1973 mit der Bildung und Leitimg 
der Kirnst und Antiquitäten GmbH beauftragt, hat 
Genosse Schuster kontinuierlich die ihm übertrage- 
nen Planaufgaben erfüllt und übererfüllt. " 


Bau des Lagers Mühlenbeck im MfS-Auftrag 

Der Bau des Lagers Mühlenbeck der KuA GmbH 
wurde durch die Baufirma Noetzel in Westberlin auf 
Vermittlung von Manfred Seidel durchgeführt. Der 
Führungsoffizier von Schuster, Hillebrand, bat Schu- 
ster dringend, die Firma Noetzel bei der Vergabe 
dieses Auftrages zu fördern, „weil das MfS daran 
interessiert war, noch länger Informationen aus dem 
Parteivorstand der SPD zu erhalten." (Protokoll der 
Schuster- Vernehmung durch den 1. UA am 19. März 
1992, S.133) Es handelte sich hierbei nach Angaben 
Schusters um die Firma Elemente und Spezialbau mit 
ihrem Inhaber Hans Noetzei. (Schriftliche Stellimg- 
nahme Schusters vom 14. Mai 1992, S. 1) 


Personaleinstellung auf Weisung des MfS 

Auch die Einstellung des KuA-Personals durch Schu- 
ster erfolgte auf Weisung des MfS. Schuster berichtete 
dem 1. UA, daß z. B. Hans Kopmann schon direkte 
Beziehungen zum MfS imterhielt, bevor Kopmann 
KuA „übertragen" wurde. Er, Schuster, sei auch 
gezwimgen gewesen, auf Weisung des MfS Axel 
Hilpert einzustellen. Sein Führungsoffizier Hillebrand 
habe Hilpert als Aufkäufer geschildert, den er, Schu- 
ster, übernehmen müsse und den man fest in der Hand 
habe. Als Hilpert bereits im ersten Jahr durch eine „zu 
großzügige Aufkauf tätigkeit" 250 000 DM Verlust 
verursachte, sprach Schuster erneut mit Hillebrand 
über Hilpert. Hillebrand habe jedoch geantwortet: 

„Solange du deinen Posten liebst, wirst du ihn behal- 
ten, egal was der Mann macht, weil wir den brau- 
chen. " 

Während seiner Tätigkeit bei KuA berichtete Schuster 
regelmäßig dem MfS über seine Geschäftspartner. 
Schuster zeigte sich insbesondere informiert über 
MfS-Kontakte seiner Geschäftspartner und Mitarbei- 
ter u. a. über die MfS-Tätigkeit von Kopmann und 
Schmidt (Leiter des Antikhandels Pirna). 

Weiter war Schuster über die Verbindungen Manfred 
Seidels zum ehemaligen Leiter der Firma Antikhandel 
Pirna, Siegfried Kath, infomüert. Schuster war zuge- 
gen, als im September 1975 eine Beratung Seidels mit 
Kath nach dessen Haftentlassung in die Bimdesrepu- 
blik stattfand. Schuster wurde in diesem Gespräch 
durch Seidel beauftragt, Kath beim Aufbau einer 


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Drucksache 12/4970 


Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


neuen Existenz zu unterstützen. Unter anderem 
wurde Kath von Manfred Seidel eine finanzielle 
Unterstützung in Höhe von 20.000 DM in bar überge> 
ben und ein Zuschuß von 100.000 DM für die zu 
gründende Firma Kaths zugesagt. 

Nach seiner Ablösung bei KuA im Oktober 1980 
wurde Schuster bei der staatlichen Vertretergesell' 
Schaft BERAG eingesetzt. Gleichzeitig endete hiermit 
seine operative Verbindung zum MfS. Die Akten des 
IM Sohle wurden in der Abteilung XII des MfS 
abgelegt. Das MfS hielt danach offizielle Verbindung 
zu Schuster über den Offizier für Sicherheitsfragen im 
Bereich KoKo. 


1983: Aufregung beim MfS nach Schusters Flucht 
in die Bundesrepublik 

Im April 1983 floh Horst Schuster mit Hilfe des BND 
über Ungarn in die Bundesrepublik Deutschland. Das 
MfS analysierte den möglichen Schaden, falls Schu- 
ster beim BND aussagen sollte. 

Zusammenfassend heißt es in einem Vermerk der HA 
XVIII vom 13. August 1983: 

„Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Außen- 
handel verfügt Schuster über umfangreiche perso- 
nelle und sachliche Zusammenhänge dieses Berei- 
ches der Volkswirtschaft. 

Sein ISjähriger Einsatz in Betrieben des Bereiches 
Kommerzielle Koordinierung hat ihm umfangreiche 
Einsichten in die Ziel- und Aufgabenstellungen und 
interne Vorgänge dieses Bereiches vermittelt. Dazu 
zählen Kenntnisse über 

— das Zusammenwirken leitender Kader des Berei- 
ches Kommerzielle Koordinierung mit dem MfS 
(personell und sachlich) 

— die Zuordnung spezieller Firmen zu Aufgabenstel- 
lungen der Partei und des MfS 

— die Vermögensverhältnisse und Beteiligungen an 
Auslandsfirmen 

— die Förderung spezieller NSW-Firmen im kommer- 
ziellen Interesse 

— spezielle Bezugslinien von unter die Embargobe- 
stimmungen fallenden Anlagen . . . 

Im Rahmen seiner mehr als 20jährigen inoffiziellen 
Zusammenarbeit mit dem MfS (Quelle der 
HVA,IMB,Zeuge;IMS) hat Sch. umfangreiche Ein- 
blicke in die Konspiration des MfS erhalten. Er wurde 
im Umgang mit G -Mitteln geschult, erhielt spezielle 
Instruktionen in bezug auf die Aufrechterhaltung des 
Verbindungswesens (Gegner und MfS), wurde in 
Methoden der Führung und Auftragsstruktur von IMB 
eingeweiht und ist informiert über Personen, an denen 
seitens des MfS operatives Interesse besteht. Des 
weiteren hat er Kenntnis zu Personen (Aufklärung und 
Abwehr), zu denen er aus ihm bekanntgewordenen 
Umständen auf Verbindungen zum MfS schließen 
kann. 

Im Verlauf der Zusammenarbeit lernte Sch. 11 IMK 
und 30 operative Mitarbeiter des MfS (HVA, HA 


XVIII, HA IX, HA VII) in unterschiedlicher Intensität 
kennen. “ 

Wie wertvoll Schuster nach seinem Übertritt in die 
Bundesrepublik für den BND sein könnte, zeigt auch 
die folgende Eintragung der HA XVIII/7 vom 25. Au- 
gust 1983: 

„ Schuster besitzt durch seine langjährige Tätigkeit für 
das MAH/Bereich Kommerzielle Koordirderung de- 
taillierte Kenntnisse über die enge kommerzielle Ver- 
bindung zwischen Ottokar Hermann und dem Bereich 
Kommerzielle Koordinierung zu vertraulichen Ge- 
schäftsoperationen, die z.T. gegen westliche Embar- 
gobestimmungen gerichtet sind ... Es ist nicht auszu- 
schließen, daß Schuster mit seinem Wissen versuchen 
wird, finanzielle Zuwendungen von Ottokar Hermann 
zu erpressen . . . Genosse Seidel vom MAH/Bereich 
Kommerzielle Koordinierung führt mit Ottokar Her- 
mann ein klärendes Gespräch über bestehende 
Gefahrerunomente für den weiteren Fortgang der 
Geschäfte. Auf der Grundlage dieses Gespräches 
werden konkrete Maßnahmen zur vorbeugenden 
Sicherung der Geschäftstätigkeit von Ottokar Her- 
mann mit dem MAH/Bereich Kommerzielle Koordi- 
nierung festgelegt und eingeleitet,'' (Zu den MfS- 
Analysen nach der Flucht Schusters vgl. Dokumente 9 
und 10 im Anhang) 

Aus einem Vermerk der HA XVIII vom 13. August 
1983 geht hervor, daß Schuster am 20. Juni 1983 dem 
BND möglicherweise auch über Waffengeschäfte des 
Bereiches KoKo berichtet hat. (vgl. Dokument 11 im 
Anhang) 


Der BND befragt Schuster monatelang 

Im April 1983 organisierte der BND die Flucht Schu- 
sters über Ungarn in die Bundesrepublik Deutschland. 
Es folgte eine monatelange Befragung Schusters, 
deren Niederschriften der BND dem Untersuchungs- 
ausschuß jedoch bislang vorenthält. Nach Aussagen 
Schusters wurde er vom BND vor allem über seine 
unmittelbare Tätigkeit bei der Firma KuA, aber auch 
über seine Kenntnisse auf anderen Gebieten 
befragt. 

Schuster teilte am 14. Mai 1992 in einer schriftlichen 
Ergänzung zu seiner Zeugenaussage dem 1. UA mit: 
„Meine Zusammenarbeit mit dem BND besteht bis 
heute. " 


11,1.2 Joachim Parken — IM Hans Borau 

Joachim Parken war von 1973 — 1980 
Geschäftsführer/stellvertretender Direktor und von 
1980 bis 1990 Hauptgeschäftsführer bzw. 
Generaldirektor der KuA GmbH. 

Über die Tätigkeit des Zeugen Farken für das MfS 
liegen nur unvollständige Unterlagen vor, insbeson- 
dere fehlt die Mehrzahl der IM-Berichte Farkens. Es 
liegt lediglich ein Band der Kaderakte Farkens vor. 
Aus dieser läßt sich die IM-Tätigkeit Farkens nur 
bruchstückhaft rekonstruieren. 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


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Kontakte Parkens zur Armeeaufklärung 

Nach den Aussagen von Horst Schuster vor dem 
Untersuchungsausschuß war ursprünglich die Arinee- 
aufklärung an einer Anwerbung Parkens interessiert. 
Man einigte sich dann aber darauf, daß eine andere 
MfS-Abteilung Parken verpflichten sollte. Dies war 
die für die Pirma Kunst und Antiquitäten zuständige 
HA XVlII/7/2 des MfS. Am 26. April 1977 nahm 
Hauptmann Machost Kontakt zu Parken auf. Parken 
erklärte sich sofort bereit, dem MfS jederzeit die 
notwendigen Auskünfte zu erteilen. Er erklärte wei- 
ter, daß er bereits 1974 einen Kontakt zu einem Herrn 
Schreiter von der Armeeaufklärung gehabt habe. Es 
sei dabei um illegale Exporte an den Holländer 
Lemmens gegangen. Auch gegenwärtig habe er Kon- 
takt zur Armeeaufklärung bezüglich des Verkaufs von 
alten Waffen aus dem Armeemuseum Dresden. 

Aus einem Aktenvermerk Parkens vom 7. Juni 1974 
geht hervor, daß Schreiter den Wunsch geäußert 
hatte, Wilfried Lemmens den Import von Antiquitäten 
zu ermöglichen. 

Bei seiner Vernehmung durch den 1. UA gab der 
Zeuge Parken an, die Armee auf klärung habe ihn 
gebeten, Ausfuhrbescheinigungen für Lemmens aus- 
zustellen, da die Armeeaufklärung derartige Doku- 
mente nicht beschaffen konnte. 

Es habe sich dabei aber nicht um den Export von 
Waffen gehandelt, sondern um normale Antiquitä- 
ten. 

Auch bei einem zweiten Treffen mit Herrn Machost 
am 18. Mai 1977 ging es um die Beziehungen Parkens 
zur Armeeaufklärung. Außerdem unterrichtete Par- 
ken das MfS hierbei über private Probleme zweier 
Angestellter bei KuA. Parken erhielt bei diesem 
Treffen auch einen ersten Auftrag. Er sollte bis zum 
nächsten Termin eine Aufstellung der wichtigsten 
Kunden der Kunst und Antiquitäten GmbH anferti- 
gen. 

Bei dem dritten Treffen am 25. Mai 1977 übergab 
Parken auftragsgemäß die erarbeitete Aufstellung 
und berichtete erneut über die Probleme mit verschie- 
denen Angestellten der KuA GmbH. 

Nach einem weiteren Treffen unterschrieb Parken am 
4. September 1977 eine schriftliche Verpflichtungser- 
klärung und wählte sich den Decknamen „Plans 
Borau" . (vgl. Dokumente Nr. 22 und 23 im Mehrheits- 
bericht) 


IM Hans Borau soll Antiquitäten-Händler 
bespitzeln 

In dem Verpflichtungsgespräch erklärte Hauptmann 
Machost, daß das MfS 

„insbesondere an Hinweisen zu Kunden aus dem 
NSW sowie auch zu Kunsthändlern aus der DDR“ 

interessiert sei. Außerdem solle Parken keine weite- 
ren Kontakte zur Armeeaufklärung unterhalten. Als 
Auftrag wurde festgelegt; 

— „Einschätzung der Kunden aus Westberlin und der 
BRD“ 


sowie 

— „Einschätzung der Antiquitäten-Händler der DDR 
soweit diese dem IM bekannt sind. " 


Tätigkeit als Gutachter 

Wie „positiv“ sich in den Polgejahren die Zusammen- 
arbeit mit dem MfS entwickelte, zeigt eine „Einsatz- 
und Entwicklungskonzeption des IMS 'Hans Borau' " 
der HA XVIII/7/2 vom 7. Juh 1982, in der Herr 
Machost festhält: 

„1. Der IM wurde 1977 durch Unterzeichnenden zur 
inoffiziellen Zusammenarbeit gewonnen. Die Wer- 
bung erfolgte auf der Basis der Überzeugung mit dem 
Ziel der Aufklärung der Kontrahenten des AHB Kunst 
und Antiquitäten, der politisch- operativen Absiche- 
rimg der Mitarbeiter des Betriebes und zur Klärung 
operativer Sachverhalte. Diese Zielstellung wurde in 
der bisherigen inoffiziellen Zusammenarbeit auch 
realisiert. Der IM besitzt einen gefestigten Klassen- 
standpunkt und arbeitet aus Überzeugung mit unse- 
rem Organ zusammen. 

2. In der bisherigen inoffiziellen Zusammenarbeit 
wurden Übersichten zu den Pirmen erarbeitet, die als 
Käufer im AHB auftreten sowie Einschätzungen und 
Hinweise zu den Pirmeninhabern und deren Mitarbei- 
tern Mit Unterstützung des IM konnten operative 
Sachverhalte auf dem Gebiet des Kunst-und Antiqui- 
tätenhandels geklärt werden. Hervorzuheben ist 
seine Unterstützung unseres Organs bei der Bearbei- 
tung und dem Abschluß von Strafverfahren, beson- 
ders seine Tätigkeit als Gutachter und die Bereitstel- 
lung geeigneter Gutachter." (vgl. auch Dokument 
Nr. 37 im Anhang des Mehrheitsberichts) 


Operativer Vorgang „Seppel“ 

Nach der Plucht Schusters im Jahre 1983 in die 
Bundesrepublik wurde Parken vom MfS im Rahmen 
des vom stellvertretenden Leiter des MfS, Mittig, 
angeordneten „OAM Seppel“ (O AM bedeutet „Ope- 
ratives Ausgangsmaterial“, d. h. die Vorstufe eines 
operatives Vorganges) eingesetzt, der zum Ziel hatte, 
den Aufenthaltsort Schusters zu ermitteln und auf 
Schusters Aktivitäten im Interesse des MfS Einfluß zu 
nehmen. In die Aufgabenstellung Parkens war inbe- 
griffen „die Erarbeitung geeigneter Geschäftskon- 
struküonen, um Schuster kommerzielle Nachteile zu 
schaffen. “ Unter anderem sollte Parken alle potentiel- 
len Geschäftspartner Schusters „abschöpfen“ und 
„operativ kontrollieren“. 

Anläßlich des 38. Jahrestages der Gründung der DDR 
wurde Parken am 14. Oktober 1987 mit der „Medaille 
für treue Dienste“ in Silber vom MfS ausgezeichnet. 

Am 15. Juni 1988 wurde die inoffizielle Zusammenar- 
beit des MfS mit Parken „auf Grund der funktionsbe- 
dingten offiziellen Kontakte des IMS zum MfS und der 
dadurch nicht mehr gegebenen Konspiration" been- 
det. Parken sollte in Zukunft als GMS (Gesellschaftli- 
cher Mitarbeiter Sicherheit) für das MfS genutzt 
werden. 


13 



Drucksache 12/4970 


Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


11.1.3 Klaus-Dieter Richter — IM Peter Reichelt 

Klaus Dieter Richter war ab 1982 Geschäftsführer 
der der KuA GmbH angegliederten Firma Delta, ab 
1985 Geschäftsführer der KuA GmbH und von 1986 
bis 1990 stellvertretender Generaldirektor der KuA 
GmbH 

Versorgung der Waldsiedlung Wandlitz 

Erste Kontakte zum MfS hatte Klaus-Dieter Richter 
zwischen 1966 und 1970 als Exportkaufmann beim 
AHB Transportmaschinen. In dieser Zeit berichtete er 
als Kontaktperson „Richter" im wesentlichen über die 
Ergebnisse seiner Auslandsreisen, Danach schlief der 
Zusammenarbeit mit dem MfS wegen geringer „ope- 
rativer Möglichkeiten" während der Tätigkeit Rich- 
ters bei der Transinter GmbH ein. 

Im Jahre 1978 wurde der Kontakt wieder regelmäßi- 
ger. 

Der Vorschlag für die Verpflichtung als IMS erfolgte 
durch Hauptmann Machost von der Hauptabteilung 
XVIII/7 im Aprü 1979, weil Richter in seiner zukünf- 
tigen Tätigkeit als Geschäftsführer des „Bereiches 
Letex" bei der Firma BIEG Importe für den Versor- 
gimgsbetrieb Letex und damit für Wandlitz zu reali- 
sieren hatte. Richter sollte die teilweise völlig neuen 
Kontrahenten vom Beginn seiner Tätigkeit an „auf- 
klären". 

Die schriftliche Verpflichtimgserklärung unterschrieb 
Klaus-Dieter Richter am 7. Mai 1979 und wählte sich 
den Decknamen „Peter Reichelt". 

Zu den Tätigkeiten der Letex-Gruppe Richters 
gehörte, wie bereits erwähnt, die Versorgung der 
Waldsiedlung WandÜtz. So besorgte die Richter- 
Mitarbeiterin Traebert z. B. im Oktober 1982 einen 
Pelzmantel für die Familie Mielke zu einem Wert von 
15 000 DM. (vgl. Dokument 12a im Anhang) 


1982: Gruppe Letex siedelt sich im KuA-Betrieb an 

Ab April 1982 wurde die Einkaufsgruppe „Letex" aus 
der Firma BIEG herausgelöst und im Rahmen der 
Firma Delta als Tochterfirma der Firma KuA in Müh- 
lenbeck unter Leitung von Joachim Farken fortge- 
führt, wiederum mit dem Schwerpunkt der Versor- 
gung des Handelsunternehmens LETEX. Diese Verla- 
gerung erfolgte unter strengster Geheimhaltung im 
Auftrag von Manfred Seidel. Lediglich Richter, Far- 
ken und Seidel selbst waren informiert. Zusätzlich zu 
Lager- und Büroräumen bei KuA in Mühlenbeck 
unterhielt die Letex-Gruppe ein Büro im Internationa- 
len Handelszentrum (IHZ) in Berlin. Der größte Teil 
der BIEG-Importe für LETEX lief über das KuA-Lager 
in Mühlenbeck, lediglich die sogenannte „Frisch- 
strecke", also Molkereiprodukte, Fleisch- und Wurst- 
waren, wrurde wie bisher über das Letex-Lager Karls- 
horst abgewickelt. Die importierten Waren wurden 
durch Fahrzeuge der KuA/Delta in Westberlin selbst 
abgeholt. KuA-Lastzüge, die in der Bundesrepublik 
oder im westlichen Ausland unterwegs waren, brach- 
ten auf der Rückfahrt Letex-Waren mit, die dann in 


Mühlenbeck gelagert wurden. Es wurden wertvolle 
Biedermeier-Möbel an die für die Wandlitz -Siedlung 
zuständige Sigrid Schalck geliefert, (vgl. hierzu Doku- 
mente 12b — d; allgemein zur Problematik Letex/ 
Wandlitz/KuA vgl. Dokumente 13a — i im Anhang) 


Die illegale Schmuggel-Tätigkeit Richters unter 
dem Dach der KuA GmbH 

Seit 1979/1980 führte Richter mit Letex/BIEG und ab 
1982 mit Delta/KuA illegale Alkohol-, Zigaretten- und 
Gold-Geschäfte durch, die gegen gesetzliche Bestim- 
mungen verschiedener europäischer Länder verstie- 
ßen. Ähnliche Geschäfte wurden auch mit Reifen und 
Motorenöl getätigt. Diese Geschäfte, bei denen die 
Waren im Ausland gekauft und dann über die DDR 
reexportiert wurden, fanden mit Genehmigung der 
Leitung des Bereiches KoKo (Manfred Seidel) und 
unter Federführung des MfS statt, (vgl. allgemein zu 
diesen illegalen Geschäften eine Beschreibung des 
MfS in Dokument Nr. 14 im Anhang) 


Der Alkohol-Schmuggel 

Die illegalen Spirituosen- Geschäfte wurden u. a. in 
Zusammenarbeit mit dem Westberliner Kaufmann 
Grix abgewickelt. Es wurden Spirituosen in Belgien 
gekauft, in die DDR geliefert und von Grix illegal nach 
Westberlin verbracht, (vgl. Dokument Nr. 15 im 
Anhang) 

Weitere illegale Alkohol -Geschäfte tätigte Richter mit 
Produkten der Firma Remy Martin, (vgl. Dokumente 
Nr. 16a — b im Anhang) 


Der Zigaretten-Schmuggel 

Bei einzelnen aufgeflogenen Geschäften — wie dem 
illegalen Zigarettenschmuggel aus Dänemark über 
die DDR nach Italien, für den auch Lager des VEB 
Antikhandels Pirna in den Jahren 1983 — 1985 benutzt 
wurden — hatte das MfS den Verdacht, daß der BND 
sich an diesen Aktionen über den mutmaßlichen 
Schweizer Agenten und Geschäftsmann Rudolpho 
Weder beteiÜgte, um so die Person Richters und die 
DDR zu diskreditieren. 

In diese illegalen Zigarettengeschäfte waren auch 
Manfred Seidel und Joachim Farken eingeweiht, (vgl. 
zum Ablauf der Zigarettengeschäfte die Dokumente 
17a — e im Anhang) 


Die Goldgeschäfte 

Die Geldgeschäfte bis 1984 wurden mit dem Westber- 
liner Kaufmann Edgar-Axel Bader und Wladimir 
Mihtschin sowie mit Jochen Müller aus Frankfurt 
getätigt. Zu diesem Zweck wurde durch Delta Gold in 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


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der Schweiz gekauft und durch Bader über die DDR 
nach Westberlin und in die Bundesrepublik ver- 
bracht. 

„Bei diesem Goldgeschäft importierte die Firma 
DELTA Gold aus der Schweiz und verkaufte dieses an 
Bader/Militschin und andere weiter. Diese wiederum 
verkauften, entgegen den gesetzlichen Bestimmim- 
gen, das Gold an Westberliner Abnehmer. Der 
Gewinn aus dieser Geschäftskonstruktion wurde zwi- 
schen der DELTA und Militschin/Bader geteilt. " (Be- 
richt AG BKK vom 14. November 1987) 

In einem Bericht des IMS Peter Reichelt vom 19. No- 
vember 1983 heißt es bezüglich der Geldgeschäfte: 

„Durch KuA und B. (d. h. Bader, d. Verf.) werden 
Einzahlungen auf das Schweizer Konto geleistet. Wie 
bereits erwähnt, 2/3 KuA, 1/3 B. Entsprechend dieser 
eingezahlten Summe wird Gold beim Schweizer 
Bankverein eingekauft und auf Abruf von KuA nach 
Berlin-Schönefeld verladen. Seitens KuA wird die 
Ware übernommen und von B. illegal nach Berlin 
(West) transportiert. Bei Übernahme der Ware von 
KuA zahlt B. dann den entsprechenden Betrag in bar, 
dabei handelt es sich um Beträge von 1 bis 2 Mio 
DM.B. verkauft das Gold dann an andere Händler 
weiter, und es werden seitens KuA an diesen Geschäf- 
ten 2% verdient, B. hat etwa 4 bis 4'^2% . . . B. erhält 
über KuA ein Dauervisum. " 

In einem weiteren Bericht vom 14. Dezember 1983 des 
IMB Peter Reichelt heißt es: 

„Der IM berichtete, daß Bader (ph.) aus dem Geldge- 
schäft bei Kunst und Antiquitäten ausgestiegen ist. 
Bader hatte eine Vorladung von der Steuerfahndung 
imd hat daraufhin Berlin (West) kurzfristig verlassen 
und sich in die Hauptstadt der DDR begeben . . . imd 
hat über Schönefeld-Lissabon einen Flug nach San 
Jose, Kostarika, gebucht, wo er sich zukünftig, zumin- 
dest für die nächsten 5 Jahre aufhalten will. Bader 
hatte diesen Abgang aus Berlin (West) vorbereitet, da 
er damit rechnete, daß es in absehbarer Zeit Probleme 
mit der Steuerfahndung bezüglich der Geldgeschäfte 
geben wird ... Er beabsichtigt, 5 Jahre dort zu leben, 
bis in der BRD eine Verjährung der Steuerhinterzie- 
hung eingetreten ist. Bader hat vorgeschlagen, in 
Kostarika eine gemischte Gesellschaft zu gründen, 
gemeinsam mit KuA, nach seinen Vorstellungen will 
er 300 000 Dollar einzahlen, den gleichen Betrag 
sollte KuA zahlen." 

Jochen Müller, der nach der Flucht Baders nach 
Kostarica dessen Geschäfte übernommen hatte, 
wurde nach Unterlagen der HA XVIII/7 im September 
1984 inhaftiert und mußte nach Angaben seines 
Anwaltes mit einer Verurteilung zu 1-3 Jahren 
Gefängnis wegen Steuerhinterziehung rechnen. Bei 
einem Treffen Baders am 24. September 1984 mit 
Richter in Ostberlin, zu dem Bader aus Kostarika 
angereist war, erklärte Bader, daß eine Lieferung 
Gold (30 Kg) im Wert von 1 Million DM an Müller nicht 
mehr auffindbar sei. Bader schlug vor, diesen Verlust 
wie bisher die Gewinne mit 1/3 für Bader und 2/3 für 
KuA zu teilen. Über diesen Vorschlag sollte Manfred 
Seidel entscheiden. (Zu weiteren Einzelheiten der 


Geldgeschäfte vgl. die Dokumente 18a — f im 
Anhang) 

Insektenspray für den Nahen Osten 
und Grundstücke in Westberlin 

1983 und 1984 verhandelte Richter über Geschäfte mit 
dem Ziel, „Insektenspray“ an den Iran imd Jordanien 
zu liefern, (vgl. Dokumente Nr. 19a — b im Anhang) 

1984 unterhielten Richter/KuA Kontakte zu einer 
Person namens Kündiger in Westberlin, die KuA 
Informationen über Grundstücke in Westberlin gab, 
die sich im Besitz von DDR-Bürgern befanden. KuA 
besaß so zumindest in einem Fall die Möglichkeit, 
dieses West- Grundstück weiterzuverkaufen. Herr 
Kündiger sollte hierfür eine Provision in Höhe von 
10% erhalten. 


Ab 1986 : Richter als Stellvertretender 
Generaldirektor von KuA und Stasi-IM 

1986 wurde die Firma Delta aus dem Bereich KuA 
herausgelöst. Jetzt wurde Richter SGD (Stellvertre- 
tender Generaldirektor) der KuA GmbH mit dem 
neuen Aufgabengebiet Export von Briefmarken, 
Münzen, Mineralien und Fossihen. Er beteiligte sich 
laut MfS-Auftrag an der operativen Aufklärung des 
bisherigen Leiters des VEB Philatelie, Neumann, in 
Verbindung mit der Kreisdienststelle Oschatz des 
MfS. 

Als SGD kam Richter vor allem bei der 

„tiefgründigen 'Wer ist Wer?' — Aufklärung der 
Mitarbeiter imd Kontrahenten der KuA zum Einsatz. 
Im Ergebnis der Realisierung dieser Aufträge wurden 
umfassende Erkenntnisse zu NSW-Firmen und deren 
Vertretern gewormen und vertieft, die zur weiteren 
Qualifizierung der pohtisch-operativen Sicherungsar- 
beit wesentlich beigetragen habe. Darüberhinaus 
ermöglichen seine Informationen eine bessere Ein- 
schätzung der Persönlichkeiten von Mitarbeitern der 
KuA, sowie innerbetrieblicher Probleme imd Ab- 
läufe." (Vom Leiter der AG BKK, Meinel, bestätigter 
Bericht der AG BKK vom 17. August 1987) 


1987: Werbeversuch durch den BND in Zürich 

Am 1 1 ./12. November 1987 führte Richter eine Dienst- 
reise in die Schweiz durch. 

Zweck der Reise war u. a. eine Geldtauschaktion 
„Italienische Lira gegen US-Dollar" mit Hilfe des 
Schweizer Bankvereins auf Initiative des Herrn Müi- 
tschin aus Westberlin. Richter vermutete, daß es 
darum ging, ülegal aus Italien in die Schweiz ver- 
brachte Lira-Gelder in fremde Währung umzutau- 
schen, um im Interesse der italienischen Auftraggeber 
die Herkunft des Geldes zu verschleiern. Es ging um 
einen Liragegenwert von 5 Mülionen Dollar und die 
Kunst und Antiquitäten GmbH sollte 2 1/2 Prozent des 
Gewinns erhalten. Die Durchführung dieser Transak- 
tion wurde dann jedoch kurzfristig von Herrn Milit- 
schin verschoben. 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Während dieser Reise wurde Richter von den BND- 
Mitarbeitem „Frank Brandts" und „Ralf Schüler" 
(„geb.29. Juni. 1951 in Kirschberg/Nahe") in Zürich 
angesprochen. Sie versprachen ihm eine wirtschaftli- 
che Existenz in der Bundesrepublik, wenn er ihnen 
Informationen über die Wirtschaftssituation der DDR 
übermitteln würde. Für eine eventuelle zukünftige 
Kontaktaufnahme zum BND gaben die Mitarbeiter die 
Nummer 089/7931567 an. Dort solle Richter eine 
Weinbestellung nach einem bestimmten Code- 
System aufgeben, das die Telefonnummer des Hotels, 
die Vorwahl für die jeweilige Stadt sowie den Liefer- 
termin für den Wein, d. h. die Dauer seiner jeweiligen 
Anwesenheit in dem Hotel, enthielt. 


Schriftliche Aufstellung über illegale Aktivitäten in 
der Bundesrepublik Deutschland 

Nachdem Richter der AG BKK von diesem Vorfall 
berichtet hatte, erhielt er den folgenden Auftrag: 

„Erarbeitung einer schriftlichen Aufstellung aller 
Geschäftsvorgänge, die der IMS seit seiner Tätigkeit 
bei den Firmen BIEG, DELTA und Kunst- und Anti- 
quitäten GmbH realisiert hat und hierbei persönlich 
gegen die Gesetzgebung der BRD verstoßen hat." 


BND war seit 1983 über illegale Geschäfte Richters 
informiert 

Aus den vorliegenden Unterlagen der AG BKK geht 
hervor, daß der BND seit April 1983 über die illegalen 
Geschäfte Richters unterrichtet war und seine Quellen 
in der DDR gezielt nach den Betrieben Delta und 
Kunst und Antiquitäten befragte. 

Bereits im Oktober 1984 wurde dem IMB „Peter 
Reimann" durch den BND-Mitarbeiter „Klaus Mül- 
ler" folgendes berichtet: 

„Der GD-Mitarbeiter (also Müller, d. Verf.) analy- 
sierte, daß es bei RICHTER zu gezielten Übertretun- 
gen auf kommerziellem Gebiet in großem Maßstab 
kommt, die zu Problemen in den Beziehungen des 
Handels zwischen der DDR und der BRD führen 
können. Es werden von RICHTER Geschäftsformen 
angewandt, die eindeutig Bestimmungendes Handels 
verletzten." 

Im April 1985 erklärte der BND-Mitarbeiter gegen- 
über IMB Reimann: 

„Der GD-Mitarbeiter erläuterte dem IMB, daß der 
bundesdeutsche Zoll mit großer Aufmerksamkeit das 
Zigarettengeschäft, das von der Fa. DELTA betrieben 
wird,- verfolgt. Es wird davon ausgegangen, daß die 
notwendige Summe bald beisammen ist, um Herrn 
RICHTER auch eine ordentliche Rechnung zu präsen- 
tieren bzw. eine neue Vorlage für eine bundesdeut- 
sche Zollfahndungssendung ,schwarz-rot-gold' ge- 
ben zu können. Er führte weiter aus, daß Herr RICH- 
TER noch einiges durchzustehen habe." (beide Zitate: 
Bericht AG BKK vom 14. November 1987) 


In einem Bericht für die Hauptabteilung XVlII/7 vom 
20. Mai 1985 wird der BND-Mitarbeiter Klaus Müller 
wie folgt wiedergegeben: 

„ ,Zu Ihrer Information: wir beobachten, d. h. der 
bundesdeutsche Zoll, mit großer Aufmerksamkeit das 
Zigarettengeschäft, das nach wie vor von der DELTA 
betrieben wird. Und wir denken, daß wir bald die 
notwendige Summe beisammen haben werden, um 
Herrn Richter auch eine ordentliche Rechnung zu 
präsentieren bzw. eine neue Vorlage für eine bundes- 
deutsche Zollfahndungssendung ,schwarz-rot-gold' 
geben zu können.' 

Ich fragte ihn daraufhin, ob er tätsächlich in dieser 
Angelegenheit nichts unternommen hat. 

Er sagte: ,Nein, das Zigarettengeschäft läuft, und 
lassen Sie es doch laufen: Es muß doch erst zu 
erheblichen Umsätzen kommen, ehe wir uns dort 
bemerkbar machen. Bei kleineren Beträgen nimmt 
doch niemand Notiz davon! Herr Richter wird davor 
noch einiges durchzustehen haben.' " 

Am 25. November 1987 erklärte sich Richter gegen- 
über dem MfS zur Anwerbung durch den BND 
bereit. 

Ziel des am 27. November 1987 der MfS-Spitze 
schriftlich vorlegten Vorschlags war u. a.: 

„Durchsetzung einer , Schutz funktion' des BND für die 
kommerziellen Interessen des IM und damit Erlan- 
gung einer höheren Sicherheit für die Realisienmg 
spezifischer kommerzieller Aufgabenstellungen zur 
Erwirtschaftung zusätzlicher Valutamittel für die 
DDR". 

Vom stellvertretenden Leiter des MfS, Mittig, wurde 
jedoch am 2. Dezember 1987 zunächst entschieden, 
daß Richter alle Werbungsversuche des BND strikt 
zurückweisen solle. 

Dies war aber möglicherweise im Rahmen einer 
langfrisügen Anwerbestrategie zu sehen. 

Am 18. Juli 1989 identifizierte Richter anhand von 
Fotos die BND-Beamten, die ihn damals in Zürich 
angesprochen hatten. 

Am 7. Oktober 1989 erhielt Richter auf Veranlassung 
Mielkes die „Verdienstmedaille der NVA" in Silber. 
In dem Begründungsvor schlag hieß es: 

„Die vom IMS erarbeiteten Informationen stellen 
einen wichtigen Beitrag bei der politisch-operativen 
Sicherung der Kunst und Antiquitäten GmbH dar. " 

Der 1 . U A hat es bisher versäumt, Herrn Richter zu den 
von ihm durchgeführten speziellen Operationen im 
Auftrag und unter dem Dach der KuA GmbH als 
Zeugen zu hören. Dies sollte u. a. beim bevorstehen- 
den Untersuchungskomplex „Wandlitz" nachgeholt 
werden. (Zu den BND-Kontakten Richters vgl. Doku- 
ment 20 im Anhang) 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


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11.1.4 Hans Kopmann — IM Kobra 

Hans Kopmann war 1976 als stellvertretender 
Direktor (Einkaufsleiter) und erneut von 1986 bis 
1990 als Leiter des Bereichs Inlandsbeziehungen 
und Kommissarischer Generaldirektor bei der 
Firma Kunst und Antiquitäten tätig. 

Die langjährige MfS- Verstrickung des Zeugen Kop- 
mann ist durch MfS- Unterlagen belegt. Hans Kop- 
mann war als GMS (Gesellschaftlicher Mitarbeiter für 
Sicherheit) „Hans" für das MfS tätig. Darüberhinaus 
existieren mehrere Aktenbände mit Treffberichten 
Kopmanns mit seinem Führungsoffizier. Hans Kop- 
mann wurde vom MfS auch als IM Kobra geführt. 

In einem Vorschlag des Hauptmann Habenicht von 
der AG BKK vom 5. Juli 1989 zur Auszeichnung des 
GMS Hans mit der Verdienstmedaille der NVA in 
Silber heißt es zusammenfassend: 

„Der GMS hat in den Jahren 1960 — 1984 inoffiziell mit 
der Aufklänmg des MfNV zusammengearbeitet und 
im betreffenden Zeitraum gleichfalls offizielle und 
inoffizielle Kontakte zum MfS, HA XVIII/7 und HVA 
untefhalten. 

Seit 1984 arbeitet er inoffiziell mit der Arbeitsgruppe 
BKK zusammen. Diese Zusammenarbeit ist von hoher 
Einsatzbereitschaft, Eigeninitiative und konsequenter 
Erfüllung der operativen Aufträge charakterisiert. 
Hervorzuheben ist die erfolgreiche Tätigkeit des GMS 
als Sonderbeauftragter des Bereiches Kommerzielle 
Koordinierung bei der Durchführung von Aufgaben 
der Partei- und Staatsführung zur Unterstützimg der 
äthiopischen Revolution in den Jahren 1978 — 1986. 

Als Bereichsleiter im AHB Kunst und Antiquitäten 
leistet er eine qualifizierte Tätigkeit bei der Erwirt- 
schaftung zusätzlicher Valutamittel für die Volkswirt- 
schaft der DDR sowie zur Erschließung neuer Absatz- 
möglichkeiten. " 


11.1.5 Carla Görlich — IM Susi 

Carla Görlich war bei der Kunst und Antiquitäten 
GmbH für die Registratur, die Organisation von 
Zeitwertfeststellungen und für die Verwaltung und 
den Verkauf von Asservaten zuständig, die vom 
Zoll, vom Ministerium des Inneren (MdI) und vom 
MfS geliefert wurden. Sie war Stellvertreterin von 
Gernot Haubold als Leiter des Bereiches Einkauf. 

Carla Görlich arbeitete seit Juli 1976 als IM Susi mit 
dem MfS zusammen. Sie kam 1980 auf Weisung des 
MfS von der Zollverwaltung der DDR zur Firma Kunst 
und Antiquitäten. 

In einem Vermerk des MfS mit der Überschrift „Not- 
wendigkeit der Schaffung eines IMS" vom 12. August 
1980 heißt es: 

„Die Aufgaben . . . erfordern in zunehmendem Maße 
die inoffizielle Verankerung sowohl in den Kreisen 
der Spekulanten und Schwarzhändler als auch in den 
privaten und staatlichen Einrichtungen des An- und 
Verkaufs auf dem Sektor Kunst- und Antiquitätenhan- 


del. Neben den vorhandenen inoffiziellen Positionen 
in der KuA GmbH sowie im VEB (K) Antikhandel Pirna 
war imd ist es erforderlich einen IM zu schaffen, der zu 
allen wichtigen Angestellten Kontakt hat und daher in 
der Lage ist, Informationslücken zu schließen und die 
anderen IM zu kontrollieren und umgekehrt durch sie 
kontrolliert wird. Im Kaderbestand konnte bisher kein 
geeigneter Kandidat gefunden werden. Es ist deshalb 
zu prüfen, ob ein geeigneter IM in die gewünschte 
Position gebracht werden kann. 

Nutzbar erscheint in diesem Zusammenhang die Tat- 
sache, daß Finanzprüfer für die Einkaufs bereiche des 
Antikhandels gesucht werden. Diese Position ver- 
spricht sowohl Beweglichkeit und Selbstständigkeit 
als auch Kontakte in allen gewünschten Bereichen. 
Als Kandidaten kommen ehemalige Zöllner, Polizi- 
sten bzw. MfS- Angehörige in Frage. Kandidat Nr. 1 ist 
die Carla Görlich, vormals IMS ,Susi' der HA VI Abt. 
Zoll," 

In einem weiteren Vermerk des MfS zum Stand der 
„Schaffung eines IMS in VEB Antikhandel/KuA 
GmbH" vom 10. November 1980 heißt es: 

„Mit der Kandidatin C. Görlich wurde Verbindung 
auf genommen und sie dahingehend beeinflußt, daß 
sie die Aufnahme einer Tätigkeit bei KuA GmbH bzw. 
VEB (K) Antikhandel Pirna in Erwägung zieht. Zwi- 
schenzeitlich wurde über IMB ,Rose' geklärt, unter 
welchen Bedingungen eine Einstellung erfolgen 
kann, welche Kräfte gesucht werden, welches Gehalt 
vorgesehen ist, wie der Arbeitsweg abgesichert wird 
etc. Die erste Erwägung ergab weiterhin, daß Einstel- 
limg nur bei Antikhandel möglich ist, da KuA den 
Fachhochschulabschluß der Kandidatin nicht aner- 
kennt . . . Die Einstellungsbearbeitung der Bewer- 
bungsunterlagen werde mit dem Ziel geführt, »frühe- 
stmöglicher Arbeitsbeginn' Arbeitsaufnahme am 
15. November 1980. Einstellung als , Außenrevisor'." 

Am 17. November 1980 wurde IM Susi von IMB Rose 
in die KuA GmbH Mühlenbeck eingeführt. 

Am 20. Januar 1981 fand ein Gespräch des Führungs- 
offiziers Major Milarg mit IM Susi statt, über das 
Milarg notierte: 

„ ,Susi' zeigte sich sehr aufgeschlossen. Sie berichtete, 
daß sie allgemein recht guten* Kontakt gefunden hat 
und bereits nach so kurzer Zeit zu der Auffassung 
gekommen ist, daß hier in der KuA-GmbH ebenso wie 
im VEB (K) Antikhandel Pirna Ordnung geschaffen 
werden muß. " 

Am 14. Januar 1983 erhielt IMS Susi „für hervorra- 
gende Leistungen bei der Sicherung von Beweismit- 
teln zum Abschluß der OV »Gegner', .Silbermünze' 
und , . . .' (unleserlich, d. Verf.) ein Präsent im Wert 
von 252,55 Mark". 

In den folgenden Jahren erhielt IMS Susi 

— „für beständige zuverlässige Arbeit bei der 
Beschaffung von Beweismitteln in Steuerstrafver- 
fahren" 

— „in Anerkennung hoher Einsatzbereitschaft bei 
der Bearbeitung von Zeitwertfeststellungen als 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Beweismittel für Ermittlungsverfahren (auch wäh- 
rend Krankheit) " 

— „für hohe Einsatzbereitschaft bei der Durchset- 
zung von Ermittlungsverfahren und Bewertung 
von Antiquitäten“ 

— für die „Erarbeitimg von Beweismitteln und 
Grundlagen für eine gründliche Aufklärung der 
ungesetzlichen Geschäfte “ 

— für „ die Erfüllung der Aufgabe im Bereich KuA und 
Bearbeitung spezieller Personen“ 

— für die „Lösung von Aufgaben bei der Kontak- 
tierung und Aufklärung von Zielpersonen im 
Bereich der KuA GmbH" 

weitere Geldprämien. 

Am 3. Januar 1987 wurde IMS Susi von der Abteilung 
VII/13 des MfS an die AG BKK des MfS übergeben. In 
einer Abschlußeinschätzung des Majors Milarg heißt 
es; 

„Entsprechend den objektiven Gegebenheiten wurde 
,Susi' . . . mit dem Schwerpunkt Erarbeitung von Zeit- 
wertfeststellungen und Sicherung der Betriebsinter- 
essen gegenüber der Steuerfahndung eingesetzt. Auf 
diesem Gebiet zeigte sie hohe Einsatzbereitschaft und 
persönliches Engagement. Bei Einsätzen zur Zeit- 
wertfeststellung, der schriftlichen Erstellung der Zeit- 
wertfeststellungen, der Zusammenarbeit mit den U- 
Organen DVO und HA IX, dem Zusammenwirken mit 
der Steuerfahndung und bei der Realisierung von 
Abkäufen der KuA gegenüber Beschuldigten aus 
Steuerverfahren leistete sie vorbildliche Arbeit . . . Sie 
hat dabei in vielen Fällen die Entscheidungen und das 
Reglement übernommen, für die eigentlich die Steu- 
erfahndung oder die DVP verantwortlich gewesen 
wäre." (Einige Dokumente zur MfS-Tätigkeit von 
Frau Görlich vgl. Dokument Nr. 21 im Anhang) 


Falschaussage der Zeugin Görlich 

Die Zeugin Görlich sagte am 29. April 1992 vor dem 
1. UA aus, sie sei nicht wissentlich unter dem Deck- 
namen Susi für das MfS tätig gewesen und habe auch 
keine Verpflichtimgserklärung unterschrieben. 

Die handschriftliche Verpflichtungserklärung des IM 
„Susi" liegt dem 1. UA vor. (vgl. Dokumente 21 im 
Anhang) 


11.1.6 Rolf Werner 

Rolf Werner war Mitarbeiter im Sektor Planung, 
Plandurchführung und Kontrolle im Ministerium 
der Finanzen (MdF) der DDR und dort 
verantwortlich für Betriebsprüfungen und die 
Steuerfahndung. 

Werner leitete die Steuerfahnder in der DDR an, die 
bei Steuerverfahren gegen Kunst- und Antiquitäten- 
sammler tätig wurden. Insbesondere im Fall des 
Antiquitäten- Sammlers Werner Schwarz ist deutlich 
geworden, daß Herr Werner nicht nur im Ministerium, 
sondern auch in Verfahren vor Ort tätig wurde und 
sich hierbei durch besonders brutale Verhörmethoden 


auszeichnete. Unter anderem wurde Herr Schwarz bei 
den Verhören mit gleißendem Scheinwerferlicht 
angestrahlt. Die Rolle von Rolf Werner ist durch den 
Zeugen Schwarz in eindrucksvoller Weise dem' Aus- 
schuß geschildert worden. Das Vorgehen der Steuer- 
fahnder in diesem Fall war derart, daß Herr Schwarz in 
der Haft einen Selbstmordversuch unternahm. In 
seinem Abschiedsbrief belastete er Herrn Werner und 
einen anderen Vemehmungsbeamten. (zum Fall 
Schwarz vgl. 45 ff des Mehrheitsberichts) 

Der Zeuge Werner gab an, er habe Kontakte zur 
Untersuchungsabteilung des MfS gehabt, von wo 
wiederholt Informationen kamen, weim der Verdacht 
auf Steuerverkürzung bestand. 


II.1.7 Dr. Peter Fischer — IM Paul Müller 

Dr. Peter Fischer war bis Oktober 1988 Leiter des 
Bereiches Mineralien und Fossilien des VEB 
Antikhandel in Leipzig und ab November 1988 
Erster Stellvertreter des Betriebsdirektors und 
Direktor für Export/Import im VEB Philatelie 
Wermsdorf. 

Aus einem Bericht der AG BKK vom 14. November 
1987 geht hervor, daß Dr. Fischer als IMS Paxil Müller 
für die AG BKK tätig war. (vgl. Dokument Nr. 20 im 
Anhang, S. 44) 


11.1.8 Peter Adler — IM Christian Ries 

Peter Adler war Gruppenleiter Einkauf beim AHB 
Kunst und Antiquitäten und dort für die 
Übernahme exportfähiger Waren vom VEB 
Antikhandel Pirna verantwortlich. 

Seit September 1985 arbeitete er als IMS Christian 
Ries für die Hauptabteilung XVIII/7 des MfS. Er wirkte 
besonders bei der „operativen Bearbeitung" des 
Herrn Kaeding in der OPK (Operativen Personenkon- 
trolle) „Silber" mit. Sein Führungsoffizier war Haupt- 
mann Machost. 

(Quelle: „Einsatz-und Entwicklungskonzeption für 
den IMS , Christian Ries' " der HA XVIII/7 vom 24. Juli 
1986, vgl. Dokumente Nr. 22a — b im Anhang) 


11.1.9 Gert Fleege 

Gert Fleege war Direktor des der KuA GmbH 
angegliederten VEB Philatelie Wermsdorf. 

Mit Schreiben vom 5. November 1992 teilte das Bun- 
desministerium für Post und Telekommunikation dem 
1 . UA mit, daß Herr Fleege wegen seiner Tätigkeit für 
das MfS am 27. Oktober 1992 fristlos aus seiner 
Tätigkeit bei dem Tochtenmtemehmen Deutsche 
Postphilatelie GmbH (vormals VEB Wermsdorf) ent- 
lassen worden ist. 


18 



Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Drucksache 1 2/4970 


11.1.10 Axel Hilpert — IM Monika 

Axel Hilpert war von 1977 bis 1990 Gruppenleiter 
Einkauf im Antikhandel Pirna mit Sitz in Potsdam 

Nach seiner Zeugenaussage war er als „IM Monika" 
seit 1971 für das MfS tätig. Sein Führungsoffizier ab 
1983 war Bernd Porstein. Er war für die Hauptabtei- 
lung II/ 1 /Spionageabwehr tätig. 


11.1.11 Gernot Haubold 

Gernot Haubold war ab März 1977 Einkaufsleiter 
bei der Firma Kunst und Antiquitäten als 
Nachfolger von Hans Kopmann mit der Aufgabe, 
den Einkauf des VEB Antikhandels Pirna zu 
kontrollieren. Seine Tätigkeit bei KuA endete 
Anfang 1984. 

Er erklärte als Zeuge vor dem 1. UA, daß er zwischen 
1973 imd 1987 IM des MfS gewesen sei. Er habe eine 
Verpflichtimgserklärung unterschrieben. An einen 
Decknamen könne er sich allerdings nicht erinnern. 
Sein Führungsoffizier sei zuerst Herr Neumann aus 
Frankfurt/Oder gewesen imd dann Herr Walter 
Strauch (von der Abteilung VII/ 13 des MfS, Anm. d. 
Verf.). 

Er habe etwa alle 14 Tage Herrn Strauch Bericht 
erstattet, auch über Personen, die bei KuA angestellt 
waren. 


11.1.12 Irene Arndt 

Irene Arndt war von Januar 1990 bis 1991 als 
Liquidatorin der Kunst und Antiquitäten GmbH 
tätig. Sie wurde hierfür vom ehemaligen 
DDR-Außenhandelsminister Gerhard Beil 
vorgeschlagen. 

Der 1. Untersuchungsausschuß hat Anhaltspunkte 
dafür, daß es während dieser Zeit zu Unregelmäßig- 
keiten gekommen ist imd daß Frau Arndt ihre Aufga- 
ben als Liquidatorin nicht ordmmgsgemäß wahrge- 
nommen hat. (vgl. S. 61 des Mehrheitsberichts) 

Frau Arndt hat bei ihrer Vernehmung angegeben, daß 
sie von 1964/1965 bis zum Juni 1989 als Inoffizielle 
Mitarbeitern des MfS tätig war. 


11.2. Kenntnisse des Bundesnachrichtendienstes 
über den Bereich „Kunst und Antiquitäten in 
der DDR‘< 

Der Untersuchungsauftrag verlangt Klärung der 
Rolle des BND gegenüber KuA und KoKo 

Der 1. UA soll bei seinen Ermittlungen alle Erkennt- 
nisqueUen ausschöpfen, die Aufschluß über Fimktion, 
Struktur und Arbeitsweise des Bereiches KoKo geben 
können. Hierzu gehört auch das Wissen des BND imd 
des Bundesamtes für Verfassungsschutz, die die 


Tätigkeit des Bereiches KoKo seit seiner Gründimg 
1966 intensiv beobachtet haben. 

Darüber hinaus bestimmen die Ziffern III. 2 des Unter- 
suchungsauftrages und 5 des ergänzenden Untersu- 
chungsauftrages, daß die Kontakte staatlicher Stellen 
des Bundes zu Dr. Schalck-Golodkowski und dem 
Bereich KoKo vor und nach 1983 geklärt werden 
sollen. 

Insofern ist der 1. UA nicht nur gehalten, den Akten- 
bestand des BND und BfV zu sichten und auszuwer- 
ten, er muß bezogen auf den Untersuchimgsgegen- 
stand dieses Teilberichtes auch klären, welche Kon- 
takte der BND zur KuA GmbH und zu einzelnen 
KuA-Mitarbeitem in der Vergangenheit unterhielt. 
Hierbei soll laut Untersuchungsauftrag vor allem 
geklärt werden, welchem „Zweck" diese Kontakte 
dienten. 


BND-Mitarbeiter: KuA ist unter Kontrolle 

Konkret bedeutet diese Fragestellung für den Bereich 
Kirnst und Antiquitäten: 

— Welche Erkenntnisse hatte der BND über die 
Tätigkeit des Bereiches KuA ? 

— Was unternahm die Bundesregierung nach Über- 
mittlung der BND-Erkenntnisse über die kriminel- 
len KuA-Aktivitäten ? 

— Haben sich BND-Agenten in der DDR an kriminel- 
len Handlungen der KuA GmbH beteiligt? 

Der BND bezog seine Informationen über die Tätig- 
keit von Kunst und Antiquitäten u. a, von Horst 
Schuster, dem Generaldirektor der KoKo-Firma. 

Auch über die Aktivitäten des späteren stellvertreten- 
den KuA-Direktors Klaus-Dieter Richter war der BND 
informiert. Er versuchte, Richter zu einer Mitarbeit zu 
erpressen. Dabei war dem BND bewußt, daß es sich 
bei Richter um einen MfS -Mitarbeiter handelte. 

Es muß davon ausgegangen werden, daß der BND 
entgegen den Angaben des BND-Präsidenten Porzner 
gegenüber dem 1, UA neben Schuster weitere Quel- 
len bei der KuA GmbH hatte. Hierauf deutet ein 
Bericht des IMB Peter Reimann vom 10. November 
1986 für die AG BKK über ein Treffen mit dem 
BND-Mitarbeiter Klaus Müller hin. In diesem Bericht 
heißt es: 

„ ,Müller' sagte, daß ich diese Fragen etwas zu einfach 
sehe, er meinte, daß der Bereich Kommerzielle Koor- 
dinierung als Organ des MfS in erster Linie für die 
Beschaffung von Valuten bzw. Arbeitsmaterialien 
und anderweitigen Dingen aufgebaut wurde und 
weitgehend unter Leitimg von Manfred Seidel als 
Oberst des MfS steht. Er sagte, diese Dinge sind 
bekannt und das wird auch die Hauptaufgabe des 
Bereiches sein. 

Müller meinte, daß trotz dieser Gesamtproblematik es 
aus seiner Sicht zwei Spitzen in der konspirativen 
Arbeit im Bereich Kommerzielle Koordinierung gibt 
und wie er bereits früher betonte, dies Forgber sei und 
auch die Fa. Kunst und Antiquitäten. Er sagt, sie 


19 




Drucksache 12/4970 


Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


müssen doch davon ausgehen, daß eine ganze Reihe 
von Mitarbeitern der Fa. Forgber gar nicht bekannt 
sind, sondern daß sie seinen Namen und die Firma 
nutzen, um ihre konspirativen Aktivitäten in Beschaf- 
fimg auf Elektronik oder anderweitigen Aufgaben 
durchfuhren zu können. Er sagte, diese Dinge sind so 
imgeheuerlich und er geriet dabei fast in Eifer, daß ich 
darüber Bücher schreiben könnte, was passiert, was 
vorgefallen ist und wie diese Dinge abgewickelt 
werden. Das gleiche ist mit Kunst und Antiquitäten 
der Fall. Er meinte, daß Farken ebenfalls ein Topmann 
des MfS ist, der die ganze Breite seiner Organisation 
diesem Unternehmen imterzuordnen hatte. Ich sagte, 
sie sind offensichtlich bei Kunst und Antiquitäten 
deshalb so gut informiert, weil mein ehemaliger 
Kollege, Herr Schuster, sie auch ausführlich imterrich- 
ten konnte. Er sagte, das stimmt schon, er hat aber 
mich nicht imterrichtet, sondern insgesamt interes- 
sante Informationen gegeben, die ich nicht zu unter- 
suchen hatte, sondern von denen ich Kenntnis erhielt 
und was dort gesagt wurde, war schon mehr als 
interessant und zeigt, daß diese Organisation von der 
Benutzung des Containers bis zum Verkauf oder 
Einkauf antiquarischer Dinge oder hochtechnischer 
Dinge, die ganze Breite wie angeführt, für die konspi- 
rative Tätigkeit nutzt. Sie können davon ausgehen, 
sagte er, daß bereits Kraftfahrer doch mit anderen 
Aufträgen in dieser Firma arbeiten als in anderen 
Bereichen und es hier eine Zusammenballimg konspi- 
rativer Elemente gibt, die ungeheuerlich ist. Er sagte, 
was sie zu Schuster sagen, so stinunt es, daß dieser 
Mann für die Arbeit tot ist, aber gehen sie davon aus, 
daß es noch Lebende gibt. Glücklicherweise haben 
wir diese Dinge unter Kontrolle.“ 

Nach Auskunft des BND-Präsidenten Porzner muß 
Schuster bereits während seiner Zeit als Generaldi- 
rektor der Firma Kunst und Antiquitäten für den BND 
tätig gewesen sein. (vgl. Porzner-Brief als Dokument 
Nr. 23 im Anhang) 

Diese Version wird imterstützt durch einen Vermerk 
der HA XVIII vom 13. August 1983, in dem es 
heißt: 

„Bei der Anwerbung des IMB .Reinhardt' im März 
1980 wollte der BND wissen, welchen Betrag von den 
Korruptionsgeldern, die der IMB von der Firma Con- 
trol Data erhielt, er an den Generaldirektor Schuster, 
Antiquitäten, abgeführt habe. Die Werbung des IMB 
erfolgte unter Druck, wobei die Korruption des IMB 
durch die Fa. Control Data wesentliches Druckmittel 
war.Im Verlaufe dieser Werbimgsaktivitäten behaup- 
teten die BND-Mitarbeiter, daß Schuster ihr Mann sei. 
Er habe ihnen zwar einmal großen Schaden zugefügt, 
weil er einen ihrer Leute verraten habe. Man habe ihm 
jedoch inzwischen verziehen." 

Der BND hat den zuständigen staatlichen Stellen der 
Bimdesrepublik Deutschland regelmäßig über seine 
Erkenntnisse zu den Aktivitäten der KuA GmbH 
sowie der Firma Delta berichtet. Diese Berichte wer- 
den jedoch von der Bundesregierung noch immer 
VS-Nfd oder sogar VS -VERTRAULICH und VS- 
GEHEIM eingestuft, so daß in diesem Zwischenbe- 
richt daraus nicht zitiert werden kann. 


Auch die Aussagen von Günter Asbeck — der 1981 
zum BND übergelaufen ist und bereits zuvor als 
Geschäftsführer der Firma Asimex dem BND berich- 
tete — zum Komplex „Kirnst und Antiquitäten", die 
dem Ausschuß vorliegen, können im Rahmen dieses 
Berichtes nicht verwendet werden, da sie ebenfalls 
VS-Nfd eingestuft sind. 

Nach Auffassung der Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- 
NEN ist die Beweisaufnahme zum Thema „Kunst und 
Antiquitäten" insoweit noch nicht abgeschlossen, als 
die Befragung der beim BND für diesen Bereich 
zuständigen Mitarbeiter (u. a. der bereits als Zeuge 
beschlossene BND-Mitarbeiter „Klaus Müller") sowie 
die Befragung von Klaus-Dieter Richter noch durch- 
geführt werden müßten. 

Leider ist nicht zu erwarten, daß dem Untersuchimgs- 
ausschuß die noch zurückgehaltenen Akten des BND 
zum Bereich Kunst und Antiquitäten vorgelegt wer- 
den, da die Ausschuß -Mehrheit von CDU/CSU und 
FDP an diesen Unterlagen nicht interessiert ist und 
imsere diesbezüglichen Anträge nicht imterstützt. 


III. Gesamtbeurteilung und Schlußfolgerungen 

Der 1. Untersuchungsausschuß konnte die bereits im 
September 1990 in einer Buchveröffentlichung (Gün- 
ter Blutke, „Obskure Geschäfte mit Kunst und Anti- 
quitäten — Ein Kriminalreport", Berlin 1990) bekannt- 
gemachten Praktiken der DDR im Bereich des Kunst 
und Antiquitätenhandels im wesentlichen bestätigen 
und eine Reihe von weiteren Details ermitteln. 

Die Beweisaufnahme zum Komplex Kunst und Anti- 
quitäten belegt eindeutig die enge Verflechtung von 
KuA und MfS. Das MfS nahm Einfluß auf die Kader- 
auswahl der KoKo-Firma. Zahlreiche Mitarbeiter der 
Firma waren gleichzeitig tätig als Inoffizielle Mitar- 
beiter für das MfS. Sie erhielten regelmäßig Aufträge 
und berichteten dem MfS über die Situation in der 
Firma, die Handelsbeziehungen von KuA und westli- 
che Geschäftspartner. Das MfS veranlaßte und beein- 
flußte insbesondere die kriminelle Tätigkeit von 
KuA. 

Geschäftsziel von KuA — wie auch vieler anderer 
KoKo-Firmen — war die Devisenerwirtschaftung. 
Wegen des Devisenmangels hatte sich die DDR- 
Fühnmg entschlossen, die vorhandenen kulturellen 
Werte gegen harte DM ins Ausland zu verkaufen. Die 
so erwirtschafteten Devisen kamen nicht etwa — wie 
heute oft aus Rechtfertigungsgründen behauptet wird 
— der Bevölkerung der DDR zugute, sondern wurden 
verwendet für die Aufrechterhaltung der Privilegien 
der Staats- und Parteiführung, ihrer Versorgung mit 
Luxusgütem und zur Beschaffung von Embargogü- 
tem z. B. für das MfS. In den Jahren 1973 — 1989 er- 
zielte die KuA GmbH einen Devisenerlös von ca. 330 
Millionen DM. 

Um sich Antiquitäten zu beschaffen, waren der KuA 
und dem MfS alle Mittel recht. An etlichen Fällen läßt 
sich belegen, daß Kunst und Antiquitäten- Sammler 
zur Herausgabe ihrer Schätze erpreßt wurden. Es 
wurden vom MfS gesteuerte Verfahren eingeleitet, 
bei denen die Sammler zur Zahlung solch hoher 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Drucksache 12/4970 


Steuerbeträge verurteilt wurden, die sie nicht besaßen 
und aufbringen konnten. Dadurch wurden sie 
gezwungen, ihre Sammlungen an KuA abzugeben. 
Für den erfolgreichen Abschluß von Verfahren gegen 
Sammler wurden vom MfS erhebliche Prämien an die 
Inoffiziellen Mitarbeiter gezahlt. Im Auftrag des MfS 
waren Mitarbeiter der KuA GmbH als Gutachter im 
Rahmen der Steuerverfahren tätig. 

Mehrere MfS-Hauptabteilungen (u. a. HA VII, HA 
XVIII imd AG BKK) übten einen solch großen Einfluß 
auf die Beschaffung und den Verkauf von Antiquitä- 
ten, sowie auf die personelle Zusammensetzung des 
Betriebes aus, daß die gesamte Tätigkeit der KoKo- 
Firma Kirnst und Antiquitäten als vom MfS gesteuert 
bezeichnet werden muß. 

Zum Handel gehören immer zwei Seiten. Die Firma 
Kunst und Antiquitäten verkaufte die von DDR- 
Bürgern abgepreßten Antiquitäten in die westliche 
Welt. Im Zuge der sogenannten Nostalgiewelle in der 
Bundesrepublik Deutschland imd anderen westlichen 
Staaten wie Belgien, Großbritannien, den Niederlan- 
den, Italien und der Schweiz war der Handelsbedarf 
an Antiquitäten sehr groß, zumal die verfügbaren 
Bestände in den westlichen Ländern weitgehend 
erschöpft waren. 

Im Jahr 1986 umfaßte der Kundenkreis der KuA 
GmbH in der Bundesrepublik und Westberlin vierzig 
Abnehmer, wobei ca. 60% des Umsatzes mit nur vier 
Großabnehmern getätigt wurden. In den übrigen 
Ländern des westlichen Auslands bestand der Kun- 
denstamm aus achtimddreißig Abnehmern, wobei 
79% des Umsatzes mit zehn Kunden abgewickelt 
wurden. 

Mindestens seit 1984 hätten sich westliche Geschäfts- 
partner der KuA GmbH über die kriminelle Praxis des 
KoKo-Betriebes informieren können. Damals erschien 
in der in Händlerkreisen viel gelesenen Kimstfach- 
zeitschrift „art" ein kritischer Artikel über die Vorge- 
hensweise der DDR bei der Enteignung von Kunst- 
sammlem im Rahmen von Steuerverfahren. 

Die westlichen Geschäftspartner der KuA GmbH 
müssen sich heute den Vorwurf gefallen lassen, sich 
entweder nicht sachkimdig gemacht zu haben oder 
diese kriminelle Praxis billigend in Kauf genommen 
zu haben, um nicht auf einträgliche Geschäfte ver- 
zichten zu müssen. 

Dieses Verhalten der westlichen Händler ist durch die 
Bundesregierimg erleichtert worden. Der Bundes- 
nachrichtendienst sammelte auch Informationen über 
die Firma Kirnst und Antiquitäten und bezog seine 
Erkenntnisse von in der DDR geführten Quellen (u, a. 
der Generaldirektor der Firma Kunst und Antiquitä- 
ten) und von Überläufern. Informationen des Bundes- 
nachrichtendienstes werden regelmäßig an die Bun- 
desregierung weitergegeben. Heute ist nicht festzu- 
stellen, daß die Bundesregierung die vom BND über- 
mittelten Informationen über den Kunsthandel in der 
DDR benutzt hätte, um die Öffentlichkeit darauf 
aufmerksam zu machen. Hätte eine solche Unterrich- 
tung der Öffentlichkeit stattgefunden, wäre es west- 
deutschen Firmen wesentlich schwerer gefallen, ihre 
Handelsbeziehungen zu KuA aufrechtzuerhalten, 


denn dies hätte einen Imageverlust bedeutet. Die 
Geschäftstätigkeit der KuA-GmbH wäre mangels 
Abnehmerschaft über kurz oder lang zum Erliegen 
gekommen. 

Auch die Sammler in der DDR wären durch eine 
internationale Öffentlichkeit vor weiteren Enteignun- 
gen möglicherweise geschützt gewesen. 

Der 1. UA konnte nicht klären, warum die Bundesre- 
gierung in dieser Weise Stillschweigen bewahrt hat. 
Offensichtlich haben auch die CDU/CSU und die FDP 
im Untersuchungsausschuß kein Interesse an der 
Aufklärung dieses Sachverhalts. 

Dem Untersuchungsausschuß werden bis heute 
Akten der Bundesregierung zum KuA-Komplex ver- 
weigert. 

Für die Erstellung dieses Abweichenden Berichts hat 
die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit Schrei- 
ben vom 24. März 1993 das Ausschuß-Sekretariat 
noch einmal gebeten, „erneut beim BND anzufragen, 
ob nachträglich noch Unterlagen über die Befragung 
Horst Schusters bzw. Unterlagen über die Erkennt- 
nisse des BND zum Bereich KuA zur Verfügung 
gestellt werden können. " 

Mit Schreiben vom 25. März 1993 teilte das Ausschuß- 
Sekretariat daraufhin mit: 

„Auf eine erneute Anfrage hin hat der BND erklärt, 
über bestimmte Unterlagen nicht zu verfügen bzw. 
aus Quellenschutzgründen keine Angaben machen 
zu können. Ich verweise in diesem Zusammenhang 
auf das Schreiben des Staatsministers beim Bundes- 
kanzler vom 4. Februar 1993, das sich in der Geheim- 
schutzstelle befindet. Ergänzend erinnere ich an das 
Vorsitzenden- Verfahren, das noch nicht zum Ab- 
schluß gekommen ist. Angesichts dieser Sachlage 
sehe ich mich außerstande, insoweit Ihrem Anliegen 
zu entsprechen." 

Dieses Vorgehen der Bundesregierung stellt eine 
Mißachtung eines zur öffentlichen Beweiserhebung 
verpflichteten parlamentarischen Gremiums dar und 
ist ein Beleg dafür, wie unangenehm der zum Bereich 
Kunst und Antiquitäten zurückgehaltene Akteninhalt 
der Bundesregierung sein muß. 

Das vom Ausschuß-Sekretariat angesprochene Vor- 
sitzenden-Verfahren bedeutet, daß der BND lediglich 
dem Ausschuß-Vorsitzenden Friedrich Vogel (CDU) 
und dem stellvertretenden Ausschuß- Vorsitzenden 
Axel Wernitz (SPD) Einblick in ausgewählte Akten 
gewährt. Über das Ergebnis dieser Akteneinsicht ist 
der Untersuchungsausschuß jedoch bislang nicht 
unterrichtet worden. 

Die Gruppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im 1. Unter- 
suchungsausschuß kritisiert, daß die Fraktionen im 
1. UA diese Behinderung der Arbeit des Untersu- 
chungsausschusses hinnehmen und die Bundesregie- 
rung nicht zu einer Offenlegung der Akten bewe- 
gen. 

Durch dieses Verhalten wird die vollständige Aufklä- 
rung der Mitverantwortung der westlichen Seite beim 
KuA-Komplex verhindert. 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


IV. Dokumente 

IV.1. Inhaltsübersicht über den 
Dokumenten-Anhang 

Dokument 1 a 

Vermerk des BMWi vom 15. Januar 1987 zum Urteil 
des Kammergerichts Berlin im Fall Schwarz 

Quelle: Mat A 136, Bd. 6 

Dokument Ib 

Vermerk Parken für Seidel vom 18. Dezember 1987 
zum Urteil des Kammergerichts Berlin im Fall 
Schwarz 

Quelle: Mat A 125, Bd. 46 b 

Dokument 2 

Schreiben Dr. Christof Giro tzki- Christ mit Eingangs - 
Stempel vom 27. Juni 1988 betrifft Vermittlimg der 
KuA- Adresse durch die Treuhandstelle für den Inner- 
deutschen Handel 

QueUe: Mat A 125, Bd. 20/1 

Dokument 3 

Schreiben von Prof .Dr.Karl Kreuzer an den 1 . U A vom 
25. Februar 1992 samt Anlage betrifft Aufsatz in IPRax 
1990, Heft 6 

Dokument 4 a 

Abschlußbericht vom 15. März 1985 über die Beteili- 
gung der Kunst und Antiquitäten GmbH an der 
Leipziger Frühjahrsmesse 1985 (Auszüge) 

Quelle: Mat A 125, Bd. 43 b 

Dokument 4 b 

Abschlußbericht vom 5. September 1985 über die 
Beteiligung der Kunst und Antiquitäten GmbH an der 
Leipziger Herbstmesse 1985 (Auszüge) 

QueUe: Mat A 125, Bd. 43 b 

Dokument 4 c 

Abschlußbericht vom 20. März 1986 über die Beteili- 
gung der Kirnst und Antiquitäten GmbH an der 
Leipziger Frühjahrsmesse 1986 (Auszüge) 

Quelle: Mat A 125, Bd. 43 b 

Dokument 4 d 

Abschlußbericht vom 4. September 1986 über die 
Beteiligung der Kunst und Antiquitäten GmbH an der 
Leipziger Herbstmesse 1986 (Auszüge) 

Quelle: Mat A 125, Bd. 43 b 

Dokument 4 e 

Abschlußbericht vom 8. September 1988 der Kunst 
und Antiquitäten GmbH zur Leipziger Herbstmesse 
1988 (Auszüge) 

Quelle: Mat A 125, Bd. 42/43 a 


Dokument 4 f 

Abschlußbericht vom 7. September 1989 der Kunst 
und Antiquitäten GmbH zur Leipziger Herbstmesse 
1989 (Auszüge) 

Quelle: Mat A 125, Bd. 42/43 a 

Dokumente 5 a 

Verkaufsreisepläne der Kunst und Antiquitäten 
GmbH aus den Monaten August 1988, Oktober 1988, 
Januar 1989. 

Quelle: Mat A 148/3, Bd. 2 

Dokumente 5 b 

Aufstellungen über Verkaufserlöse aus verschiede- 
nen Quartalen der Jahre 1987 bis 1989 von Inlands- 
partnem der Kunst und Antiquitäten GmbH 

Quelle: Mat A 125, Bd. 11, Teil2 

Dokumente 6 a 

Geschäftskorrespondenz verschiedener westdeut- 
scher Kunst und Antiquitäten-Händler mit der KuA 
GmbH aus den Jahren 1987 bis 1989 (Auszüge) 

Quelle: Mat A 125, Bd. 20/1 

Dokument 6 b 

Schreiben des Kunst- und Auktionshauses Peretz, 
Saarbrücken an Dr.Schalck-Golodkowski vom 1. Ok- 
tober 1985 

Quelle: MAT A 125, Bd. 9 

Dokument 7 a 

Schreiben Parken an Seidel vom 6. September 1988 
nüt Anlage betrifft Vorbereitung eines FAZ-Inter- 
views 

QueUe: Mat A 125, Bd. 46 b 

Dokument 7 b 

Artikel „Kunst und Antiquitäten sind eine lukrative 
Devisenquelle", FAZ, 13. September 1988 

Dokument 7 c 

Brief Deutsch- Chinesische HandelsgeseUschaft 
m. b. H. vom 12. Oktober 1988 an die KuA GmbH 
betrifft FAZ- Artikel 

QueUe Mat A 125, Bd. 20/1 

Dokument 7 d 

Brief Dr. Hans Bernhard von Berg vom 26. September 
1988 an die KuA GmbH betrifft FAZ- Artikel 

QueUe: Mat A 125, Bd. 20/1 


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Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Drucksache 12/4970 


Dokument 8 a 

Aktennotiz vom lÖ. Juni 1985 eines imbekannten 
Autors über ein Verkaufsgespräch mit Konsul Bött- 
cher 

Quelle: Mat A 125, Bd. 9 

Dokument 8 b 

Sofortbericht Nr. 146158 von Frau Harz vom 25. Juli 
1985 (Auszug) 

Quelle: MAT A 125, Bd. 9 

Dokument 8 c 

Reisebericht von Frau Harz vom 12. März 1987 
Quelle: MAT A 125, Bd. 9 

Dokument 8 d 

Anlage zum Sofortbericht Nr. 146363 vom 30. Novem- 
ber 1988 (Auszug) 

QueUe: MAT A 125, Bd. 9 

Dokument 9 

Bericht der Hauptabteilung XVIII/7 des MfS vom 
28. April 1983 über „Erkenntnisse aus der Durchar- 
beitung der IM-Akten des IMS , Sohle' Reg.-Nr.XW/ 
1326/63, Archiv-Nr. 818/81" 

Quelle: Mat A 148/9,Bd.2 

Dokumente 10 

Verschiedene Berichte der Hauptabteilungen XVIII 
und XVIII/7 des MfS von April 1983 bis September 
1983 über die Auswirkungen der Flucht Horst Schu- 
sters in den Westen 
Quelle: Mat A 148/9, Bd. 2 

Dokument 11 

Bericht der Hauptabteilung XVIII des MfS vom 13. Au- 
gust 1983 über „Hinweise über BND -Aktivitäten zu 
Schuster" 

QueUe: Mat A 148/9 

Dokument 12 a 

Bericht der Hauptabteilung XVIII/7 des MfS über Frau 
Traebert und die Beschaffung eines Pelzmantels für 
die Familie Mielke im Wert von 15 000 DM 

QueUe: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokument 12 b 

Schreiben Farken an Frau Schalck vom 5. Dezember 
1983 betrifft Biedermeier- Sekretär 

QueUe: Mat A 125, Bd.46a 

Dokument 12 c 

Schreiben Farken an Frau Schalck vom 22. Dezember 
1983 betrifft Biedermeier-Möbel 

QueUe: Mat A 125, Bd. 46 a 


Dokument 12 d 

Mitteüung und Rechnung Farken an Frau Schalck 
vom 4. Januar 1984 betrifft Biedermeier-Möbel 

QueUe: Mat A 125, Bd. 46a 

Dokument 13 a 

Mitteüung Farken an Seidel vom 8. April 1982 betrifft 
Überleitung der Letex-Geschäfte zur Delta-GmbH 

QueUe: Mat A 125, Bd. 46 a 

Dokument 13 b 

Schreiben Farken/Richter an Seidel vom 4. Januar 
1984 betrifft Abrechnung der Ergebnisse Letex 
QueUe: Mat A 125, Bd.46a 

Dokument 13 c 

Schreiben Farken an Seidel vom 28. Januar 1985 
betrifft Ergebnisse Letex 
QueUe: Mat A 125, Bd. 46 a 

Dokumente 13 d 

Vermerke der Hauptabteilung XVIII/7 des MfS vom 
29. April 1982 und 30. April 1982 über Treffen mit IMS 
Peter Reichelt betrifft Verlagerung der Aktivitäten 
BIEG, Gruppe Letex nach Mühlenbeck 

QueUe; Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokument 13 e 

Vermerk der HauptabteUung XVIII/7/3 des MfS vom 
10. Mai 1982 betrifft „Einsatz-und Entwicklungskon- 
zeption-IMS , Peter Reichelt' " 

QueUe: Mat A 148/6, Bd. 1 

Dokumente 13 f 

Berichte der Hauptabteilung XVIII/7 des MfS über 
Treffen mit IMS Peter Reichelt im September und 
November 1982 betrifft das Problem Umsiedelung 
Letex nach Mühlenbeck 

QueUe: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokument 13 g 

Vermerk des Führungsoffiziers von IM Peter Reichelt 
mit Anlage über die Übergabe einer Übersicht zu 
Firmen und Mitarbeitern, die in die Lieferungen für 
Letex einbezogen sind 

QueUe: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokument 13h 

Beurteilung der HA XVIII/7/2 des MfS über den IMS 
Peter Reichelt vom 16. September 1986 

QueUe: Mat A 148/6, Bd. 1 

Dokument 13 i 

Auskunftsbericht der AG BKK des MfS vom 1. Juni 
1987 über Klaus Dieter Richter 

QueUe: Mat A 148/6, Bd. 1 


23 




Drucksache 12/4970 


Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Dokument 14 

Auskunftsbericht der AG BKK des MfS vom 14. No- 
vember 1987 über den IMS Peter Reichelt 

Quelle: Mat A 148/6 , Bd. 2 

Dokument 15 

Auskunftsbericht der AG BKK des MfS vom 24. April 
1987 über Klaus Dieter Richter 

Quelle: Mat A 148/6, Bd. 1 

Dokument 16 a 

Information der Hauptabteilung XVIII/7 des MfS vom 
13. April 1982 über eine Geschäftsabwicklung mit der 
französischen Kognakfirma Remy Martin 
Quelle: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokument 16 b 

Information der Hauptabteilung XVIII/7 des MfS vom 
4. Juni 1982 über Verhandlungen des IMS Peter 
Reichelt mit der Fa. Remy Martin in Cognac 

QueUe: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokumente 17 a 

Aktenvermerke Parken vom Mai imd September 1983 
über Zigarettengeschäfte mit der Schweiz und Italien 

Quelle: Mat A 125, Bd. 46a 

Dokumente 17 b 

Information der Hauptabteilimg XVIII/7 des MfS vom 
23. Juli 1984 betrifft den „Verfahrensweg Zigaretten- 
export mit der Firma Dracommex/Schweiz (Herrn 
Weeder)" 

Quelle: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokument 17 c 

Mitteilung Parken an Seidel vom 3. September 1984 
betrifft Verkehrsunfall bei Zigarettentransport in 
Österreich 

Quelle: Mat A 125, Bd. 46a 

Dokumente 17 d 

Berichte der Hauptabteilimg XVIII/7 des MfS vom 
Oktober 1984 bis April 1985 über den Zigaretten- 
schmuggel mit Herrn Weder 

Quelle: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokument 17 e 

Sachstandsbericht der Hauptabteilung XVIII/7 des 
MfS vom 11. Oktober 1985 zum Zigarettenschmuggel 
Richter/Weder 

Quelle: Mat A 148/6, Bd. 1 


Dokumente 18 a 

Schreiben Parken an Seidel vom 4. Oktober 1982 
betrifft Geschäftskonstruktionen mit Herrn Bader und 
Mitteilung Parken an Seidel vom 18. November 1982 
betrifft Geschäftskonstruktion mit Herrn Bader 
Quelle: Mat A 125, Bd. 46a 

Dokumente 18 b 

Berichte der HA XVIII/7 des MfS vom 19. November 
1983 imd 14. Dezember 1983 über Geschäfte des IMS 
Peter Reichelt mit Herrn Bader 

Quelle: MAT A 148/6, Bd. 4 

Dokument 18 c 

Schreiben Richter an die Staatsbank der DDR vom 
13. Juli 1984 über Lieferung von Münzen und Münz- 
plättchen 

Quelle: Mat A 125, Bd.46a 

Dokument 18 d 

Bericht der Hauptabteilung XVIII/7 vom 26. Septem- 
ber 1984 über ein Treffen des IMS Peter Reichelt mit 
Herrn Bader 

Quelle: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokumente 18 e 

Mitteilung Parken an Dr. Schalck vom 9. Juni 1985 
betrifft den Verkauf von Goldbarren in Wechselstellen 
der Staatsbank der DDR sowie Vermerke Harz über 
Kontakte mit Schalck-Golodkowski vom 7. Juni 1985 
betrifft Kommissionsvertrag mit der Staatsbank über 
den Verkauf von Münzen und Barren 

Quelle: Mat A 125, Bd, 46a 

Dokumente 18 f 

Information der AG BKK des MfS vom 14. November 
1987 über eine Reise des IMS Peter Reichelt in die 
Schweiz sowie Kurzauskimft der AG BKK vom 14. No- 
vember 1987 zur Person Militschin, Wladimir 

Quelle: MAT A 148/6, Bd. 2 

Dokument 19 a 

Vermerk der HA XVIII/7 des MfS vom 22. März 1983 
über Verhandlungen des IMS Peter Reichelt über den 
Export von Insektenspray in den Iran 

Quelle: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokument 19 b 

Bericht der HA XVIII/7/2 des MfS vom 13. Januar 1984 
über Kontakte des IMS Peter Reichelt zum Export von 
Insektenspray nach Jordanien 

Quelle: Mat A 148/6, Bd. 4 

Dokumente 20 

Diverse Berichte und Treffvermerke der AG BKK des 
MfS vom 14. November 1987 über die BND-Kontakte 
des IMS Peter Reichelt 

Quelle: Mat A 148/6, Bd. 2 


24 


Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


Drucksache 12/4970 


Dokumente 21 

Diverse Auszüge aus der MfS-Akte der IMS Susi von 
1976 bis 1987 

Quelle: Mat A 148/3, Bd. 1 


Dokument 22 a 

Schreiben des Bundesbeauftragten für die Unterlagen 
des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deut- 
schen Demokratischen Republik vom 29. März 1993 
an den 1. UA betrifft IM „Christian Ries" 

Quelle: Mat A 246 


Dokument 22 b 

Vermerk der HA XVIII/7 vom 24. Juli 1986 über die 
„Einsatz- und Entwicklungskonzeption für den IMS 
.Christian Ries\ Reg.-Nr.MfS XV/4855/85" 

Quelle: Mat A 121, Bd. 1628 

Dokument 23 

Schreiben des BND-Präsidenten Porzner an den 1 . U A 
mit unbekanntem Datum, eingegangen im Bundes- 
kanzleramt am 28. Dezember 1992, weitergeleitet an 
den 1. UA am 4. Januar 1993, dort eingegangen am 
18. Januar 1993. 

Quelle: Mat A 210 


25 



Drucksache 12/4970 Deutscher Bundestag — 12. Wahlperiode 


IV.2 Dokumenten-Anhang 


26 




Dokument 1 a 


Lir < 


ßnS P ^36 f 6 

\ . 




IV 1 - 28 79 01/2 

2 .T^/l 

V E B M E R K 


n 


Bonn, 15.01.1987 
Hausrufi 2168 


^ • UejTv- 

tUeirv^ üu,t^ ^ 

2 • \/;rr>Co- , 


Betr. ; Antiquitäten aus der DDR 

Bezug ; Urteil des Kammergerichts Berlin (vgl. Anlage 1) 


\ i t\ 


1 . Sachverhalt 



Mit dem beigefUgten Berufungsurteil wird einem Kläger Recht 
gegeben, der von einem West-Berliner Antiquitätengeschäft 
die Herausgabe seiner alten Standuhr verlangt. Die Standuhr 
war einige Jahre zuvor in der DDR zusammen mit anderen 
Antiquitäten unter rechtswidrigen Umständen beschlagnahmt 
und sodann von der Firma Kunst- und Antiquitäten GmbH - 
Internationale Gesellschaft für den Export und Import von 
Kunstgegenständen und Antiquitäten - in Berlin (Ost) an die 
Beklagte verkauft worden. Die DDR-Firma ist offensichtlich 
dem Ministerium für Staatssicherheit und der Abteilung 
Kommerzielle Koordinierung des Ministeriums für Außenhandel 
zugeordnet. Die Beklagte ließ die Gegenstände in dem 
Verkaufslager der Verkäuferin in Mühlenbach (DDR) von einem 
Spediteur abholen und nach Berlin (West) bringen. Ob die 
Veräußerung nach den Regeln des innerdeutschen Handels oder 
als Bargeschäft in Devisen abgewickelt wurde, ist aus der 
Entscheidung nicht ersichtlich. Die Rechtsstaatswidrigkeit 



2 





2 


der Beschlagnahme und Veräußerung sieht das Gericht 
insbesondere in der gegen unseren ordre public verstoßenden 
Verfahrensweise und der entschädigungslosen Enteignung durch 
die DDR, die sich wie folgt zusammenfassen lassen? 

Unter dem Vorwand, die Wasseruhr auswechseln zu wollen, 
verschafften sich am 08. Dezember 1981 ein Staatsanwalt, 
Beamte des Finanzamtes und der Steuerfahndung sowie 
Beauftragte des VEB Antikhandel in Pirna Einlaß in das Haus 
des Klägers in Rathenow. Sie erfaßten die dort befindlichen 
Antiquitäten in einer Liste mit insgesamt 1.774 Positionen 
und einem Gesamtwert von 1.444.170,-- Mark, in der auch die 
Standuhr mit einem Wert von 15.000,-- Mark enthalten war, 
und verhafteten den Kläger wegen Steuerverkürzung. In der 
Folgezeit wurde eine Nachbesteuerung des Vermögenszuwachses 
beim Kläger von anfänglich 150.000,-- Mark im Jahr 1972 auf 
1.972.000,-- Mark im Jahr 1981 vorgenommen; dabei ergab sich 
eine Steuerschuld des Klägers von 1.428.095,-- Mark. Im 
übrigen wurde der Kläger neben einer Freiheitsstrafe zu 
einer Geldstrafe von 100.000,-- Mark verurteilt. Zur 
teilweisen Befriedigung dieser Forderungen wurde der 
Anspruch des Klägers auf Herausgabe der beschlagnahmten 
Gegenstände an die Firma Kunst- und Antiquitäten GmbH 
überwiesen, die ihrerseits die Verwertung der Gegenstände 
vornahra . 

Der Kläger wurde 1983 freigekauft, entdeckte in Berlin 
(West) in den Auslagen der Beklagten seine Standuhr und 
verlangt nun deren Herausgabe. Die Beklagte hat dem 
Vernehmen nach Revision eingelegt. 


28 


3 




3 


In dem beigefügten Artikel in der FAZ vom 05.01.1988 wird 
der Fall dargestellt und kommentiert (vgl. Anlage 2). 


2 . Bewertung 

Der Bezug von Antiquitäten im Rahmen des innerdeutschen 
Handels war bis 1987 einzelgenehmigungspflichtig. Nach 
Abschluß des Kulturabkommens wurde zur Erleichterung für 
Kunstausstellungen neben dem Bezug von Kunstgegenständen und 
Ausstellungsstücken auch der Bezug von Antiquitäten 
allgemein genehmigt. Der vom Kammergericht entschiedene Fall 
wurde zum Anlaß genommen, diese Regelung nochmals zu 
überprüfen. Das Ergebnis ist, daß es bei der getroffenen 
Regelung bleibt, und zwar aus folgenden Gründen« 

- Nach den im Urteil getroffenen Feststellungen ist von 
einer generellen Vermutung, die Antiquitäten seien ln 
rechtsstaatswidriger Weise ln den Besitz des verkaufenden 
DDR-Unternehmens gelangt, nicht auszugehen (vgl. Blatt 37 
des Urteils ) . 

- Aus den zur Genehmigung vorgelegten Verträgen ergeben sich 
in der Regel keine Anhaltspunkte, auf welche Welse die 
Gegenstände in die Verfügungsgewalt des verkaufenden 
DDR-Unten^ehmens gelangt sind. Die Prüfung der Verträge 
auf Gründe hin, die eine Ablehnung konkret rechtfertigen, 
würde also ohne Ergebnis sein. 

- Die Einzelgenehmigung als "Warnsignal" kommt ebenfalls 
nicht in Betracht, weil dieses Signal bereits durch die 
zivilrechtliche Entscheidung wirkungsvoll gesetzt ist« 
kein Eigentumserwerb an entschädigungslos enteigneten 
Gegenständen . 


29 


4 




4 


Es ist jedoch beabsichtigt, daß TSI in einer der nächsten 
Verhandlungen MAH darauf hinweist, daß unsere Seite den 
Handel mit solchen Haren strikt ablehnt, die seitens der DDR 
in rechtsstaatswidriger Heise erworben wurden. Außerdem 
seien solche Geschäfte geeignet, den guten Ruf des 
innerdeutschen Handels zu beeinträchtigen. 


ZR teilt diese Auffassung. 



Dr. Vogel-Claussen 







Frankfurter Allgemeine Zeitung 




if’i' 


Wie die DDR sich im 
Antiquitäten-Handel betätigt 

„Nationales Kulturerbe“ gegen Valuta / Von Friedrich Karl Fromme 


FRANKFURT, 4. Januar. Es eine 
Zeit - sic liegt lange zurück da die DDR 
berühmt war dafür, daß man für wenig 
Geld gute Antiquitäten kaufen konnte. 
Westdeutsche Besucher hatten wenig da- 
von. Denn die DDR wurde an ihrer 
Grenze ungemütlich, wenn sic etwa im 
Auto eines Besuchers aus der Bundesrepu- 
blik ein Gemälde von hohem Wert oder 
auch eine kleine Barockkommode der 
feineren Art fand. Aber - d^ war in den 
fünfziger Jahren - cs gab in der DDR 
selbst einen lebhaAen Antiquitätenmarkt 
Das hing mit der gesellschaftiichcn Um- 
schichtung zusammen. Eine , 4 iciie Klasse*^ 
bildete sich heraus, die sich, so ist es in der 
Geschichte immer hergegangen, gern mit 
den Insignien der abgelösten Klasse 
schmückte. 

Es gab auch die in der DDR damals so 
genannte „schaffende Intelligenz**, also 
Bürgerliche, die etwas für die DDR 
Unentbehrliches taten und die noch nicht 
ersetzt werden konnten durch die neuen 
„Kader**, die die DDR erst noch hcranbil- 
den mußte. Es gab auch einige, die auf 
undurchsichtige Weise der sowjetischen 
Besatzungsmacht die Teilnahme an den 
Errungenschaften der westlich-kapitalisti- 
schen Lebensweise verminclten. Auf der 
anderen Seite gab es die ihrer sozialen 
Funktion entkleidete Bourgeoisie: Der 
Typus war der des enteigneten Unterneh- 
mers. Diese Leute konnten sich nicht 
anders helfen, als ihre Antiquitäten oder, 
wenn es soweit ging, Kunstschätze auf den 
Markt zu bringen; vom - meistens recht 
bescheidenen - Erlös solcher Verkäufe 
konnte für eine gewisse Zeit der Lebensun- 
terhalt bestritten werden. Es gab auch 
diejenigen, die sich zur Flucht aus der 
DDR entschlossen hatten und mit der 
gebotenen Vorsicht das halb^^ Wertvol- 
le direkt oder über Antiquariate veräußer- 
ten. Irgendwie, so hoffte man, würde sich 
das so gewonnene Ostgeld schon nach dem 
Westen bringen lassen. 

Es gab AntiquitätengeschäAe, in denen 
die heute in Westdeutschland in Mode 
gekommenen Trödelläden vorausgeahnt 
wurden. Dort war alles zu haben, von 
einem Satz Servienen aus Damast, wenig 
gebraucht, mit Plissccstickcrci, über gut 
erhaltene Maßschuhe aus der Zeit vor dem 
Kriege bis zu altem Meißner Porzellan 
oder einer geschnitzten Eicheniruhe aus 
j — Tn solchen Läden 


immer einmal nachzuschauen, lohnte sich 
für die Bewohner der DDR, die ein 
bißchen Geld hatten. 

Wie so manches sonst, hat sich auch das 
nach dem Bau der Mauer im August 1961 
bald geändert. Die DDR hat entdeckt, daß 
sich mit Altertümern etwas von dem so 
innig begehrten Westgeld („Valuta**) ge- 
winnen lasse. Das heißt, der auf so 
wundersame Weise erblühte Antiquitäten- 
markt in der DDR ist zusammengefallen. 

Die noch anfallenden Antiquitäten ver- 
kauft die DDR höchstselbst in die 
Bundesrepublik. Dafür gibt es zum Bei- 
spiel eine JKunst- Antiquitäten 

(jmbH/Intemationale Gesdbehaft für den 
Export und Import von Knnstgegtnstän- 
den und Andquitäten**, dafür gil^ es ein 
„Staatliches Andquariat** der DDR. Es 
handelt sich hier um Re^bethebe unter 
mehr oder minder durchsichdger privater 
Aufmachung. 

Diese speziellen Handelsorganisadonen 
der DDR bekommen ihre Ware auf 
dreierlei Weise. Bei denjenigen, die nach 
Westdeutschland übersiedeln dürfen, er- 
scheint ein Prüfer, der die mitzunehmende 
bewegliche Habe daraufhin untersucht, 
was Gegenstände des täglichen Bedarfs 
sind und was zum , 4 iBdonalen Kultur- 
erbe** gehört. Die Grenze ist fließend, wie 
überall. 

Die zweite Art, in der die DDR 
Andquitäten gewinnt, ist der Erbfall, bei 
dem der Erblasser in der DDR gelebt hat, 
die gesetzlichen oder testamentarisch ein- 
gesetzten Erben aber in Westdeutschland 
wohnen. Wenn diese Interesse haben, 
können sie sich das Erbgut schicken 
lassen. Aber auch hier wird geprüft, ob es 
sich nicht um „nationales Kulturerbe** 
handle, das in der DDR verbleiben müsse. 
Der ' dritte Fall ist, daß die DDR 
Vermögenswerte eingezogen hat im Zu- 
sammenhang mit einem Strafverfahren. 

Betrüblicherweise hegt und pfl^ die 
DDR auch so gewonnenes ,jiatiooales 
Kulturerbe** nicht immer auf ihrem „Terri- 
torium**, sondern sie verkauft es, auf 
welchen Markt sollte man auch mit 
antiker Ware von gehobenem mittlerem 
Wert gehen, nach dem Westen. Dort gibt 
es heute viele Neuwohlständler, die gern 
von altem Meißner Porzellan essen wollen 
und ihre Bücherschränke mit den leicht 
angeschabten Ledcnücken von Klassiker- 
Erstausgaben schmücken möchten. 




üjn urteil des Kammergerichts Berlin 


Jetzt ist die Praxis der DDR, auf der 
einen Seite eifersüchtig darauf zu schau- 
en, daß ihr das „nationale Kulturerbe** 
nicht nach dem Westen entfuhrt werde, es 
aber andererseits ungerührt an ebendie- 
sen Westen zu verkaufen, in Gerichtsur- 
teilen nachlesbar geworden. Ein Bewoh- 
ner der DDR hat die dortige frühe 
Käufer-Konjunktur für Antiquitäten für 
sich genutzt und sich in der DDR eine 
Sammlung angelegt. Der Mann war 
Handwerker, dann hat er sich der Pflege 
und dem Sammeln alter Möbel zuge- 
wandt und sein handwerkliches Können 
der Restaurierung solcher Gegenstände 
zugewandt. Er war in der DDR ehren- 
amtlicher Miurbciler der Denkmalpflege, 
ihm wurden dafür in der DDR hohe 
Ehrentitel verliehen. 

Aber gegen Ende 1981 wendete sich das 
Glück. Dem Mann wurde von der DDR 
vorgeworfen, er habe nicht nur restauriert 
und gesammelt, sondern auch gehandelt. 
Dabei habe er Steuern hinterzogen; die 
Nachforderungen lagen bei zwei Millio- 
nen Mark der DDR - dort eine unvor- 
stellbar große Summe. Das zuständige 
Finanzamt in der DDR („Abteilung für 
Finanzen** genannt) erließ eine Sichc- 
rungsverfügung, auf Grund deren dem 
Mann seine Antiquitätensammlung weg- 
genommen wurde. Die Abteilung für 
Finanzen setzte schließlich eine Steuer- 
nachzahlung in Höhe von 1,5 Millionen 
Mark fest; dagegen gibt es nur den 
Rechtsbchelf der Beschwerde, ein finanz- 
gerichtliches Verfahren kennt die DDR 
nicht. Zusammen mit einer Geldstrafe 
und mit Gebühren kam es zu einer 
Forderung der DDR gegen den Antiqui- 
tätensammler in Höhe von rund zwei 
Millionen Mark dir DDR; dazu wurde 
eine Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jah- 
ren verhängt. Ende 1984 gelangte der 
Mann in den Westen; er wurde „freige- 
kaufi**. In West-Berlin aber fand er durch 
Zufall ein Stück aus seiner Sammlung in 
einem Antiquitätenladen wieder. Es war 
eine antike Standuhr, deren Werl mit 
34 000 Mark angenommen wird. Der 
West-Berliner Antiquitätenhändler hatte 
sie von der DDR-Organisation gekauft, 
deren Auftrag es ist, 'wie immer in der 
DDR anfallende Antiquitäten an den 


Westen zu veräußern. Der Mann hat auf 
die Herausgabe der Standuhr geklagt, er 
hat vor dem Landgericht Berlin weitge- 
hend, vor dem Kammergericht Berlin zur 
Gänze recht bekommen. 

Es ging hier um die Frage, ob der 
Käufer unrechtmäßig erworbenen Guts 
nach dem Satz von Treu und Glauben 
Eigentümer werden kann. Das ist von 
beiden Instanzen, vom Kammergericht 
deutlicher als vom Landgericht, verneint 
worden. Das Kammergericht befand, das 
Steuerstrafverfahren sei in der DDR zu 
dem Zweck eingeleitct worden, den Mann 
um seine Antiquitätensammlung zu brin- 
gen. Das Recht der DDR, nach dem die 
Antiquitäten, die dem in die Bundesrepu- 
blik übersiedelten Kunstsammler gehör- 
ten, beschlagnahmt worden waren, stehe 
zu den in der Bundesrepublik herrschen- 
den Gerechtigkeits Vorstellungen in Wi- 
derspruch. Der ursprüngliche Eigentümer 
der Standuhr sei auf unzulässige Weise 
enteignet worden. Also habe die DDR 
das Eigentum nicht wirksam erworben; 
sie sei also nicht „zur Veräußerung der 
Standuhr berechtigt“ gewesen. Auch nach 
dem Zivilgesetzbuch der DDR könne 
Eigentum an unrechtmäßig erlangten 
Sachen nicht erworben werden. Der im 
Geltungsbereich des Grundgesetzes an- 
sässige Käufer der Standuhr könne sich 
also nicht darauf berufen, die Uhr 
„gutgläubig“ erworben zu haben. Dafür 
fühn das Kammergericht eine ausführli- 
che Expertise in einer allgemein zugängli- 
chen Fachzeitschrift aus dem Jahre 1984 
an, in der die Antiquitäten-Praktiken der 
DDR genau beschrieben werden. Ob das 
Recht der Bundesrepublik gelte oder das 
interlokale Privatrecht, das wird in dem 
Urteil nicht letztlich entschieden. Jeden- 
falls liege eine „längere Veräußerungskei- 
te“, in deren Verlauf der Gegenstand den 
ursprünglich rechtswidrigen Charakter 
seines Erwerbs verliere, hier nicht vor. 

Der westliche Antiquitätenhändler 
muß nach dem Urteil des Kammerge- 
richts (Aktenzeichen 17 U 492/87) die 
Standuhr herausgeben. Der Bundesge- 
richtshof wird eines Tages über die - 
zugelassene - Revision entscheiden. Das 
könnte dem Antiquitätenhandel der 
DDR ein Ende setzen. 


32 




Kunst und Antiquitäten 
GmbH 


Dokument 1 b 


Berlin, den 18.12.1987 


Ministerium für Außenhandel 
Bereich Kommerzielle Koordinierung 
Genossen Seidel 


Werter Genosse Seidel! 

Wie ich Sie informierte, läuft gegenwärtig in der BRD eine 
Kampagne gegen die Kunst und Antiquitäten GmbH über die Recht- 
mäßigkeit der Verkäufe des AHB. Inszeniert wird dieser Angriff 
nach unserem Kenntnisstand von ehemaligen DDR-Bürgern, die 
wegen Steuerhinterziehung und illegaler Handelstätigkeit von 
den Steuerorganen der DDR bzw. Justizorganen verurteilt wurden. 

Hauptangriffspunkt ist gegenwärtig eine Standuhr, die der AHB 
nach Westberlin exportiert hat. Auch im Verfahren in der 2. 
Instanz beim Kammergericht in Westberlin wurde die Berufung 
abgelehnt, so daß uns nur, wie auch von Ihnen zwischenzeitlich 
bestätigt, als letzte Instanz die Berufung beim Bundesgericht 
offenbleibt. 

Das Urteil des Kammergerichtes füge ich bei. Es ist mir nicht 
möglich, eine eindeutige rechtliche Stellungnahme zu diesem 
Urteil zu geben. Fakt ist aber, daß die Rechtssprechung der 
DDR von den Justizbehörden der BRD in Frage gestellt wird. 

Inzwischhanist aber ein weiterer Fall aufgetreten, und zwar 
hat der AHB eine Textilmaschine, Baujahr 1925, die verschrottet 
werden sollte, von einem JCEB abgekauft und an das MiBÄBÄierlum 
für Verkehr und Technik, Berlin-West, exportiert. Jetzt er- 
hebt der ehemalige Besitzer eines halbstaatlichen Betriebes 
Anspruch auf den Kaufpreis .mit der Begründung, er mußte seinen 
Betrieb zwangsweise an den Staat verkaufen. Nach Konsultation 
mit uns wird das Mineum für Vekkehr und Technik in Berlin-West 
auf dieses Ansinnen nicht reagieren. Es ist jedoch nicht aus- 
zuschließen, daß es hier wiederum zu gerichtlichen Auseinander- 
setzungen kommt. Das Schreiben des ehemaligen Besitzers Mehnert 
füge ich als Anlage bei. 

Ziel dieser Gruppe in der BRD ist anscheinend, bei unseren Kun- 
den eine Rechtsunsicherheit zu erzeugen und dadurch Störungen 
in den bislang reibungslosen Geschäftsverkehr mit unseren Part- 
nern herbeizuführen. So erwägt z.B. das Museum für Verkehr und 
Technik in Berlin-West, künftig keine Käufe mehr in der DDR zu 
tätigen. 


- 2 


33 





2 


In diesem Zusammenhang darf ich auf meine Hausmitteilung vom 
7.42.87 hinweisen, wo als weiterer Schritt eine Information 
dieser in der BRD tätigen Gruppe an die UNO gemacht werden soll, 
aus der die angeblichen Machenschaften der DDR bei der Enteig- 
nung von Kunstbesitzem publiziert werden sollen. 

Ausgehend vom Vorhergesagten empfehle ich, daA Miiisterium 
für Justiz bzw. das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten 
einzuschalten, um gemeinsam diesen Angriff auf die Rechts- 
staatlichkeit der DDR abzuwenden. 

Von meiner Seite wurde folgendes veranlaßt: 

1. Ab sofort werden von Mitarbeitern meines Hauses einschl. des 
VEB Antikhandel Pirna und des VEB Philatelie Wermsdorf kei- 
nerlei Gutachten für Steuerorgane angefeattjgt Das schließt 
nicht aus, daß wir weiterhin aus derartigen Verfahren Gegen- 
stände im Rahmen der bestehenden Vereinbarungen aufkaufen. 

2. Mit Hilfe der Sektion Rechtswissenschaften der Humboldt- 
Universität versuchen wir, ein Gutachten Ober das Urteil 
der Kammergerichts, das ja unter Umständen einen Präjudiz- 
charakter trägt, zu erhalten. 

3. Beauftragung eines DDR-Anwaltes mit der Wahrnehmung unserer 
Interessen beim anstehenden Prozeß vor dem Bundesgerichtshof 
der BRD 


Mit sozialistischem Gruß 


Anlage 


Parken 





Dokument 2 


DR. CHRISTOF CIROTZKI- CHRIST 





Kunst- u. Antiquitäten GmbH 
Internationale Gesellschaft für 
Export und .Import 
Kastanienallee 19-20 

1409 Mühlenbeck 
DDR 



Sehr geehrte Damen und Herren, 

Die Treuhandstelle für den innerdeutschen Handel in Berlin 
hat mir Ihre Anschrift vermittelt. 

Da ich eine Kunst- u. Antiquitäten-Firma betreibe, die schwer 
punktmäßig Möbel des 18. Jahrhunderts sowie Kunsthandwerk aus 
der gleichen Zeit vertreibt, bitte ich um Mitteilung, welche 
Kooperationsmöglichkeiten mit Ihrem Unternehmen bestehen. 

Ich würde Sie bitten, mir evtl. Unterlagen, Materialien 
über Ihr Angebot und Geschäftsbedingungen sowie gesetzliche 
Auflagen zuzusenden. 

Für eine baldmögliche Antwort wäre ich dankbar. 

Mit freundlichen Grüßen 



Markgrafcnstiaßc 42 4000 Düsseldorf Obericassel Telefon (0211) 573285 

Bankverbindung; Stadt Sparkasse Düssekiorf. (BLZ 50050110) Konio-Nr. 15296585 


35 





Dokument 3 


INSTITUT FÜR RECHTSVERGLEICHUNG 
SOWIE AUSLÄNDISCHES ZIVIL- UND HANDELSRECHT 
DER BAYERISCHEN JULIUS-MAXIMILIANS-UNTVERSITÄT 
VORSTAND: UNIV.-PROE DR. KARL KREUZER 


DOMERSCHULSTRASSE 16 
(ALTE UNIVERSITÄT) 
D-8700 WÜRZBURG 
TEL. (0931) 31300 

TELETEX: 9 318152 - uniwbg 
TELEFAX: (09 31) 5 70 47 


Institut für Rechisverglcichung der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität, 
Domerschulstraße 16. D-87X Würzburg 

An den Vorsitzenden 

des Untersuchungsausschusses 

SchaJck-Golodkowski 

des Bundestages 

Herrn Rechtsanwalt Eylmann 

Bundestag 

5300 Bonn 


25. Februar 1992 


1. Untersuchungsausschuß 

r.&s.qj 


Anig. 

Az. 

Vonitaender 


SeKreta^t 

ErMigung 
k«. ■ > UMf 
1) 

Oj 1 V ^ . 


Betr.: Devisenbeschaffung seitens der Ex-DDR durch Steuerzwangsvollstreckung in 
Kunstgegenstände 

Rez.: Bericht in der FAZ vom 21.2. 1992, S. 4 


Sehr geehrter Herr Vorsitzender, 

wie sich aus dem obengenannten Bericht der FAZ ergibt, vertritt der Ausschuss die Auffassung, 
daß die in Sachen Schwarz ergangenen "Urteile aus Karlsruhe im Lichte der heutigen Erkennt- 
nisse nicht haltbar" sind. Ich darf mir erlauben. Ihnen in der Anlage die Kopie einer Anmerkung 
zu der Entscheidung des BGH (und des Kammergerichts) in dieser Sache zu übersenden, die ich 
Ende 1990 veröffentlicht habe. Ich meine darin deutlich gemacht zu haben, daß die Entscheidung 
des Bundesgerichtshofs klar gegen die Verfassung verstößt (vgl. zusammenfassend ibid. S. 371 
f.). Die Entscheidungen waren nicht nur aus heutiger Sicht, sondern auch im 2Leitpunkt ihres Er- 
lasses - sehr zurückhaltend formuliert - völlig unhaltbar. Mir scheint es dringend geboten, Herrn 
Schwarz wegen dieser eklatanten Fehlentscheidungen Genugtuung zu verschaffen. 


Mit freundlichen Grüßen 
Ihr sehr ergebener 



(Prof. Dr. K. Kreuzer) 



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Entscheidungsrezensionen 


Habent sua fata horologia - Zur 
Vorfrage der Anerkennung fremdstaat- 
licher Steuervollstreckungsakte 

(ZU KG. 29. 9. 1987 - 17 U 492/87. unten S. 393. Nr. 61 a und 
BGH. 22.9. 1988 - IX ZR 263/87. unten S. 398. Nr. 61 b)' 

von Prof. Dr. Karl Kreuzer, Würzburg/Straßburg 


1. Einführung 

Aus heutiger Sicht scheinen die hierzu besprechenden Ur- 
teile des KG V. 29. 9. 1987 und des BGH v. 22. 9. 1988 eher 
zeitgeschichtliche Dokumente einer glücklicherweise zu Ende 
gegangenen Epoche und damit keiner weiteren Erönerung wen 
•j sein. Indessen werfen die Entscheidungen schwierige grund- 
sätzliche Fragen auf. deren Erönerung über den konkreten Fall 
hinaus lohnt. Es geht um die Vorfrage der Eigeniümerstellung 
im Rahmen eines in der Bundesrepublik gefühnen Vindikations- 
prozesses hinsichtlich einer Standuhr, die aus der Kunstsamm- 
lung des früher in der DDR lebenden Kl. stammt. Die Bekl.. 
(Berufungs- und Revisionski.) bot die streitgegenständliche 
Standuhr in ihren Westberliner Ausstellungsräumen zum Ver- 
kauf an. Das LG Berlin und das KG gaben der Herausgabeklage 
stall, der BGH hob diese Entscheidung auf und wies die Klage 
ab. Die Vortragenproblematik ist bei dem vorliegenden komple- 
xen Sachverhalt vor allem durch die Gemengelage von Steuer- 
recht, Steuerx'ertahrensrecht, Steuervollstreckungsrecht und pri- 
vatrechllichen Normen des Sachenrechts gekennzeichnet. Dern 
hieraus resultierenden Erfordernis einer differenzierenden 
Analy.se sind die Gerichte nicht durchweg gerecht geworden. 

Unproblematisch ist die analoge Anwendung der Regeln des 
IPR bzw. internationalen Enteignungsrechts im Verhältnis zur 
DDR seitens des BGH bzw. des KG*. Gleiches gilt für die 
entsprechende Anwendung des internationalen Zivilprozeß- 
bzw. Zwangsvollstreckungsrechis. 

2. Die Bestimmung des Vindikationsstatuts (Hauptfragen- 
statuts) 

Sowohl das KG als auch der BGH haben auf den Herausga- 
beanspruch des angeblichen Eigentümers das in der Bundesre- 
publik geltende Recht 985 BGB) angewandt, da die Wirkun- 
gen des Fahrniseigentums sich immer nach dem jeweiligen 
Lageonsrcchi richten' und die Standuhr sich während des ge- 
samten Rechtsstreits auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik 
befand\ Dagegen ist nichts zu erinnern. 

3. Die Vorfrage des Eigentumsverlusts durch freihändi- 
gen Pfandverkauf 

llcgi nahe, bei der Untersuchung der Vorfrage des Eigen- 
tumsverlusts durch freihändigen Pfandverkauf dem zeitlichen 
Ablaul der Ereignisse zu folgen. Der Eigentum.siT/7//5f des Kl. 

- und nur hierauf kommt es für die Entscheidung der Klage an 

- könnte durch den freihändigen Verkauf der Standuhr seitens 
der Finanzbehörden (dazu unten .'^.1-3.5) oder durch rechtsge- 
schäftlichcn Erwerb seitens der Kunst und Antiquitäten GmbH 
in Ost-Berlin (dazu unten 4. l ) bzw, seitens der Bekl. (dazu unten 
4.2) crtolgi sein. Weder die Sicherungsbeschlagnahme noch die 
Pfändung des Herausgabeanspruchs des Kl. gegen die Kunst und 


Antiquitäten GmbH (Ost-Berlin ) seitens der DDR-Finanzbehör- 
den haben nach dem insoweit unstreitig als Zwangsvollstrek- 
kungsstaiut" anwendbaren Recht der DDR den Eigentumsverlust 
herbeigeführi. Daß es sich im vorliegenden Fall nicht um Voll- 
streckungsorgane der Justiz, sondern um selbstvollsireckende 
Finanzbehörden handelt, ändert hieran nichts. Es gilt die jewei- 
lige lex „fori“, d. h. das für das Vollstreckungsorgan maß- 
gebende Recht. 

3.J Die Qualifizierung des freihändigen Pfandverkaufs (= Be- 
uneilungsgegenstand) als privatrechtsgestaltender fremdstaat- 
licher Steuen'erwvltungsvollstreckungsakt 

Das Finanzamt Rathenow hat die Standuhr im Rahmen des 
Nachbesteuerungs Verfahrens in formeller Übereinstimmung mit 
dem einschlägigen Vollsireckungsrecht der DDR** aufgrund der 
vorangegangenen Pfändungen durch den Verkauf an die Firma 
Kunst und Antiquitäten GmbH verwertet und damit nach Auf- 
fassung des KG dem Kl. - vorbehaltlich eines Verstoßes gegen 
den ordre public - das Eigentum an der Standuhr entzogen. 

Nach Ansicht des BGH steht der ordre public der Bundesre- 
publik Deutschland (An. 30 EGBGB a. F.) der Anwendung der 
Vorschriften des DDR-Zwangsvollstreckungsrechts nicht entge- 
gen. Daß nach dem Zwangsvollstreckungsrecht der DDR eine 
gepfändete Sache durch genchtlichen Verkauf zum Schatzwen 
verwenet werde, verstoße weder gegen die guten Sitten noch 
gegen den Zweck eines Gesetzes der Bundesrepublik. Die ZPO 
sehe zwar als Regelfall die öffentliche Versteigerung durch den 
Gerichtsvollzieher vor (§ 814 ZPO), jedoch lasse § 825 ZPO 
eine andere An der Verwenung zu, wozu auch der freihändige 
Verkauf gehöre. 

Der BGH geht hier - insoweit dem KG folgend - zu Unrecht 
ohne weiteres von der (direkten) Anwendbarkeit des An. 30 
EGBGB a. F. aus*. Diese Vorbehaltsklausel ist jedoch nur maß- 
gebend, wenn der deutsche Richter kraft Verweisungsbefehls 
seines Kollisionsrechts fremdes Recht anzuwenden hat und des- 
sen Anwendung zu einem mit den Grundwenungen des deut- 
schen Rechts unvereinbaren Ergebnis führen würde. Lege anis 
wäre es gewesen, zunächst zu prüfen, was Beuneilungsgegen- 
siand ist bzw'. wie dieser zu qualifizieren ist - eigene oder eine 
tremdstaailiche Rechtsanwendung? - und welche Konsequen- 
zen sich hieraus für die Beuneilungsmaßstäbc ergeben. 

Es gehl also zunächst um die Frage, ob es sich bei dem 
freihändigen Verkauf durch die Steuerbehörden der DDR um 
eine rechtsgcschäftliche Veräußerung oder um eine hoheitliche 
(Zwangsvollstreckungs-) Maßnahme handelt. Diese Frage ist 
aus der Sicht des Rechts der Bundesrepublik zu beantworten (lex 


1 S dj/u auch Al mhnistct /Jopen . BesicucruncsmüBnuhmcn der DDR 
und djs hnieicnuncskol liMonsrechi der Bundesrepublik Deuischlund. 
KC)W DlKV. .'32 ;im wescnihchcn jul die Entcicnunesproblcmulik 
beschrjnkic Siel luncnahme i: Huhloch. JuS 198H. 7.3^ ( Urlcil.'.bcnchn, 

2 Vpi MunchKomm-A /ri/rrr. EGBGB. 2. .Aull. (1990) nach An, .38 
•Anh t Rdn. I9 bzw. nach An. 38 Anh. III Rdn. 9. jeweils mii Nach- 
weisen 

3 Vul MunchKomm-A/r»:r/ EGBGB. 2 Aull. (1991)) nach An. 38 
-Anh 1 Rdn 78 mii Nachweisen 

4 Die lur den Schutz anliriliulh des Bc lecenhciisstaaies /wischen der 
Besiimmune des Rechtsinhalts und der Rcchtsvcrlolcun^ unterschei- 
dende Mindermeinunc tvgl. Sinll. RabclsZ 37 11973| .^*57. 360 fl.l 
wurde ini vt>ri lependeii Fall mein /.u chicmi abwcichcujcri Ergcbr.;:. 
luhren, da Gerichts- und Bclepenheitsstaat /usammenlallcn. 

Vßl. (icintcr Intcmaiionalcs Zivilpro/elirccht (1987) Rdn. 40,S; vel. 
MunchKomni • A / ri/rr/ (Fn. 3) Rdn. l 16 ( Pländuncsplandrccht I. 

n V^l. ^ 13 der VQ über die Vollstreckunc wecen Geldlordcruncen der 
.Staatsoreane und staatlichen Emnehtuncen v 6. 12. 1968. GBl. DDR 
Teil II Nr. b v 24 1. 1969 S. 61; D 122 Abs. I des Gesetzes über das 
gerichtliche Verlahren in Zivtl-. Familien- und Arbeitssuchen (ZPO) 
V 19 6 197.S. GBl. DDR Teil 1 Nr. 29 S. 533, 

7 Zur Fraee der Anwendunc der Regeln des internationalen Enteicnungs- 
rechts s u. 3. 3 . 5. Ini übrigen handelt es sich auchdabei um eine Frage 
der Anerkennung t rem der Hoheitsaktc. nicht um die Anwendunc Irem- 
den Rechts durch die eiccncn Rechtsanwender. 




»ori-Oualinkaiioni. da sie die An und Weise der rechtlichen 
Behandlung dieses Vorgangs seitens der Bundesrepublik betrifft, 
es sich also um eine nach unserem Recht zu beantwonende 
Rechtsanwendungsfrage handelt". Mangels kollisionsrechtli- 
cher Regelung dieser Qualifikationsfrage ist auf das deutsche 
Sachrecht zurückzugreifen, in der Steuerverwaltungszwangs- 
vollsireckung geschieht die Eigentumsübenragung im Fall der 
(ausnahmsweise zulässigen) Verwenung der Pfandsache mittels 
freihändigen Verkaufs (vgl. § 305 AO) durch die ordnungsge- 
mäße. einen Verwaltungsakt darstellende Aushändigung'' (i.d.R. 
Realübergabe) der zugeschlagenen Sache (§ 299 Abs. 2 AO) 
ohne Rücksicht auf guten oder bösen Glauben"’. Entsprechendes 
gilt für die Übereignung im Rahmen des freihändigen Verkaufs 
nach § 825 ZPO".^ 

Im vorliegenden Fall wird die Vorfrage des Eigentumsver- 
lusts also nicht vom deutschen Richter nach ausländischem 
Recht (DDR-Zwangsvollstreckungsrecht) beantwortet, sondern 
durch den (privatrechtsgestaltenden) ausländischen Verwal- 
tungsakt. Es gehl darum, ob der deutsche Richter seiner Ent- 
scheidung das Erf^ehnis der Recht sanwendun^ seitens der DDR- 
Finanzbehörden. also eines fremdsiaatlichen Hoheitsträgers, in 
Form eines Zwangsvollstreckungsaktes zugrunde legt oder 
nicht. Das ist kein Problem der Rechtsanwendung durch den 
deutschen Richter, sondern der Anerkennung eines fremden 
(pnvairechtsgestaltenden) Hoheiisaktes Rechtsanwendung 
oder Anerkennung ist nicht nur eine terminologische Alternati- 
ve. Es geht - unter dem Gesichtspunkt der ordrc public-Kontrol- 
le - vielmehr um divergierende Beuneilungsgegensiände und 
-maßstäbe. Im ersten Fall ist Beuneilungsgegenstand das eigene 
Rechtsanwendungsergebnis und Maßslab deshalb An. 30 a. F. 
(An. 6 n. F.) EGBGB. Im zweiten Fall lautet die Frage, obeinem 
fremden Hoheitsaki im Inland Rechiswirkung zu verschaffen ist 
oder nicht: Beuneilungsgegenstand ist also das in Form eines 
Verwaltungs- oder Gerichisakis erscheinende Rechtsanwen- 
dung.sergebnis eines fremdsiaatlichen H ohe i ist rage rs. Seine 
Anerkennungsfähigkeit hängt nicht nur vom materiellen An- 
wendungsergebnis ab. sondern auch von der Beachtung* funda- 
mentaler Verfahrcnsgrundsätzc bzw. Rechisschutzgarantien; 
Beuneilungsmaßstab ist deshalb (jedenfalls auch) der vertah- 
rcnsrechiliche ordre public. Die unrichtige Zugrundelegung des 
An. 30 EGBGB a. F. hat denn auch deft BGH zu einer sehr 
Dbertlächlichcn.dem Sachverhalt keinesfalls gerecht werdenden 
Kontrolle des Falles unter dem Gesichtspunkt der Rechtsschutz- 
garaniie gelühn. 

Ist .somit der Verkauf bzw. die Übereignung der Standuhr an 
die Kunst und Antiquitäten GmbH (Ost-Berlin laus der Sicht des 
deutschen Richters als Zwangs voll Streckungsmaßnahme fremd- 
Ntaaihchcr Finanzbehörden zur Durchsetzung eines von der Voll- 
strcckungsbchörde selbst erlassenen Nachbestcucrungsbeschci- 
des zu behandeln . so stellt sich die Frage nach den hierlür 
maßgeblichen .Ancrkcnnungsrcgeln. 

.'.3 Rclcvanic Ancrkennnnusrc^chi ^ 

Nach allgemeinem Völkerrecht gelten Hoheitsakte (Gesetze. 
Gerichtsunctle. Verwaltungsaktci iremder Staaten grundsätz- 
lich mehl ohne weiteres im Inland Eine vidkerrcchtlichc Ver- 
pllichtung zur Anerkennung und Vbll.strcckung fremder Ho- 
heiisakic besteht nicht*'*. Ob ein Staat fremde Hohcilsakie aner- 
kennt oder nicht, steht in seinem Ermessen . Dies bedeutet, daß 
Iremdsiaatlichc Hohcitsaklc im Inland nur anerkannt werden. 
\\enn und soweit das nationale Recht einen entsprechenden 
Ancrkcnnungsbclehl erteilt'". 

.^.2.1 Fehlen vnn Ancrkcnnutn:srci:eln für frcmdstaatlichc pri- 
vairechfsitcsiulfcndc Stcnervcneafiu/ii^svfdhircc kKnusaktc 

Geschriebene oder unmittelbar einschlägige richterrechili- 
che (Inzident-) Ancrkennungsregeln für fremdsiaailiche privai- 


rechisgesialiende Sieuerverwaltungsvollstreckungsakie gibt es 
im deutschen Recht nicht. Soweit ersichtlich, fehlen hierzu auch 
Stellungnahmen in der Liieratur'\ Möglicherweise können je- 
doch andere Anerkennungsregeln entsprechend herangezogen 
werden. Dabei ist davon auszugehen, daß Sieuerverwaltungs- 
vollsireckungsakie dem erlassenden Subjekt nach Verwaliungs- 
akte. dem Inhalt nach Zwangsvollstreckungsakie sind. 

Das B VerfG hat verfassungsrechtliche Grenzen für die Ein- 
führung der generellen inländischen VollstrcckunstsmöfiUchkeii 
für ausländische Titel (in casu Abgabenbescheide) aus dem 
Rechisstaatsgrundsaiz abgeleitet: kein Verstoß des materiellen 
Abgabenrechis gegen die verlassungsrechtliche öffentliche Ord- 
nung (ordre public) und rechisstaaiiicher Mindeststandard des 
ausländischen Verfahrensrechts, in dem Abgabenverpflichtun- 
gen tituliert werden^. Die Anerkennungsfähigkeii ist also vor 
allem am Maßstab des Grundgesetzes und hier insbesondere an 
den Grundrechten zu messen-'. 

3.2.2 Anwendung der §§ 328 Nr. 4 ZPO hzw. 16 a Nr. 4 FGG? 

Ausdrückliche Anerkennungsregeln finden sich nur in den 
§§ 328 ZPO (Art. 25 EuGVÜ) und 16 a FGG. Unter § 328 ZPO 
fallen nach dem maßgebenden deutschen Qualifikationssiatut 
jedoch nur (endgültige) gerichtliche Entscheidungen von strei- 
tigen Zivilsachen-^ Weder Entscheidungen von Verwaltungsbe- 
hörden in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten-' noch 


X Ebenso B. K. D. Knni<*. Die Wirkung milteideutschcr Hohcitsaklc in 
der wcsidcutschcn Rechisordnunc. Diss. jur. Münsicr ( 1 962). S. 105. 
158. 

9 Vgl. KieuiiOriopp, Abgabenordnung. 4. Aufl. ( 1989) § 305 Anm. 4. 

10 KleinlOrlopp (Fn. 9) § 296 Anm. 2. § 299 Anm. 5. 

11 Vgl, Bro.xfWalkcr. Zwangsvollstrcckungsrccht. 3. Aufl. (1990) Rdn. 
427. Auch nach DDR-Recht ist der freihändige Verkauf als Hoheitsakt 
einzuordnen: § 122 ZPO i.V.m. Ü 12 Abs. 3 der 3. Durchführungsbe- 
stimmung zur ZPO. 

12 Vgl. Münch Komm -5rj/i/ie/i6erger. EGBGB. 2. Aufl. (1990) Einleitung 
Rdn, 287; a. A. PapierlObchewskt, Vollziehung ausländischer Vcrwal- 
tungsakte. DVBI. 1 976. 475,476 (..Vollziehung und damit Anwendung 
fremden öffentlichen Rechts“). 

I 3 So im Ergebnis auch Armbrüsten Jnpen (Fn. I ) S. 333 Fn. 9. 

14 Bei der folgenden Übersicht über die möglicherweise hierfür in Be- 
tracht kommenden Regeln wird von ausländischen Hoheitsakten aus- 
gegangen und von der im Enlscheidungszcilpunkt bestehenden Son- 
dersituation im Verhältnis zur DDR wcilgchcnd abgesehen. Bei dieser 
Situation handelt cs sich aus heutiger Sicht aller Voraussicht nach um 
einen ..auslauicnden Tatbestand". Darüber hinaus ist diese Sondersi- 
luation lürdic Ergebnisse unserer Untersuchung inrelcvanl. 

I .S Bleckmann. Zur Anerkennung ausländischer Verwallungsakte im euro- 
päischen Gcmeinschaftsrecht. JZ 198fi. 1072. 1073. 

16 PüpteriOlM-fiewski (fn. 12)m.w.N. 

17 Vgl. nurBVerfG. 22.3. 1983. BVerfGE 63. .343. 361 . 

IX Vgl. nur BGHZ 25. 134. I4Ü; L)rohnt\i. Die Anerkennung von Verwal- 
luncsakien der DDR. ROW 1981. 181. 191: MünchKomm-/frrM:er. 
EGBGB 2. Aufl (1990) nach Art. 38 Anh. III Rdn, 16. Dies gilt grund- 
sätzlich auch lür die DDR; sir.. vgl. z. B. Drnhnn; (ibid.) S. 191/192 
lauchi unter Berufung auf Art. 6 Satz I Grundlagenvertrag mit der 
DDR (BGBl. 1973 II 421); a A. Hoffmann (in:\. Munch IHrsg.j. 
BcsondcrcN Verwaliungsrccht. 5. Aufl. (198.^1 S. 801). der im An- 
NChluU an WolffiBachof (Verwaliungsrccht. 9. Aufl.. Band 1 |I974| 
§ 50 IV b) demgegenüber davon ausgchi. daü Art. 6 Grundlagenver- 
trag die Organe in der BRD vcrpnichtc. von Siaalsorgancn der DDR 
erlassene Verwaliungsakic anzuerkennen, soweit sic nicht gegen den 
bundesdeutschen „ordre public" versioücn. T. Eitel (Die übcrzonalc 
Rcchismaehi deutscher Verwaliungsakic |I96I| S. 70. 97) leitet die 
gleiche Pflicht aus dem Wicdcrvcrcinigungsgcbot ab. Dnthnttt (ibid, 
UM f. I mochte hierlür im Verhältnis zur DDR das Kriicrium der 
Rcchtscinheit heranzichcn. Der Rcchi.scinhcitsgcdankc wurde jedoch 
in casu nicht zur Anerkennung lühren, weil weder die Kccnt.snormcn 
noch die wc.scnilichcn Ergebnisse der Rechtsanwendung identisch 
sind, 

19 Nach Paptvt tOht hewski (Fn. 12. S. 479, 482) verstoücn die Anerken- 
nung und Vollstreckung ausländischer Stcucrfordcrungcn gegen das 
Demokratieprinzip und den Vorbchaltsgrundsaiz. Das BVcrfG hat 
diese Auffassunc nicht übernommen. Vgl. BVerfGE 63. 34.3. .367 f. 

20 BVerfGE 63. 34.3.366. 

21 Hoffmann (Fn. 18) S. 801; vgl. auch Achterher^. Allgemeines Verwal- 
tuitcsrccht. 2. Aufl. (1986) I Rdn. 102. 

22 Vcl. statt aller Mr/r/ir/v. in; Handbuch des internationalen Zivilvcrlah- 
rcnsrcchts. Bd. III/I (1984) Kap. I Rdn. 462 ff. 

23 Mor/f/rv (Fn. 22) Rdn. 519. 





Zwanesvollsireckuncsmalinahmen durch Gerichte oder Behör- 
den gehören hierher*^: sie unterliegen eigenen Regeln- . 

Zu § 16 a FGG ist man sich - ungeachtet des Streits, ob er 
auch die ( Anerkennung von ) Entscheidungen ausländischer Ver- 
waltungsbehörden ertaßt'^ -jedenfalls darin einig, daß es sich in 
jedem Fall um Entscheidungen handeln muß. die - aus deutscher 
Sicht - auf dem Gebiet der freiwilligen Gerichtsbarkeit ergangen 
sind-'. 

Eine direkte Anwendung der §§ 328 ZPO und § 16 a FGG 
als Beuneilungsgrundlage für die Anerkennung der hier in Frage 
stehenden ausländischen Hoheitsakte kommt mithin nicht in 
Betracht. Da diese Vorschriften Akte der Streitenischeidung oder 
Rcchtsgeslaltung zwischen Privaten durch unabhängige Gerich- 
te in einem justizförmigen Verfahren voraussetzen, können sie 
auch nicht ohne weiteres analog auf solche Vollstreckungsakie 
angewandt werden, die eine ausländische Steuerverwaltungsbe- 
hörde einseitig zur Durchsetzung von Sleuerfordcrungen bzw. 
ihrer eigenen Verwaliungsakie erläßt. Immerhin wird man sagen 
können und müssen, daß derartige Verwaltungsvollstreckungs- 
akte nicht unter leichteren Voraussetzungen anerkannt werden 
können als ausländische Justizhoheitsakte, die in einem justiz- 
förmigen Verfahren ergangen sind und Rechisstreitigkeiten zwi- 
schen Privaten entscheiden oder private Rechtsverhältnisse 
außer Streit ordnen. Als Mindest Voraussetzung für die Anerken- 
nung von fremdstaailichen privatrechtsgestaltenden Steuerver- 
waltungsvollstreckungsakten ist deshalb zu fordern, daß das 
entscheidende Organ inicmaiional zuständig war und die Ent- 
scheidung mit der öffentlichen Ordnung, d. h. den Grundwertun- 
gen der lex fori vereinbar sein muß-'. 

ln diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß in der 
Bundesrepublik FGG- Akten von DDR-Behörden, gegen die 
keine richterliche Instanz angerufen werden kann, die Anerken- 
nung wegen Verstoßes gegen den deutschen ordre public (Ver- 
letzung des Jusiizge Währungsanspruchs gern. An. 19 Abs. 4 
Satz 1 GG) versagt wird'^. 

3.2J A/ierkefuu(ni>srci:eln für ftemdstaatluhv Vervx'altitnf^sak- 
tc (Inicrnatiofiales Ven\'ülit(n{!srechr) 

Unter welchen Voraussetzungen die Wirkung atfsländischer 
Hohensakic. die - w le hier - auf Eingriffsnormen beruhen bzw. 
private Rechisposiiioncn beeinträchtigen, auf das Inland er- 
streckt wird, richtet sich - vorbehaltlich völkerrechtlicher Ver- 
träge - nach dem inländischen i internationalen öffentlichen) 
Recht • . 

Eine ausdrückliche Regelung der Anerkennungsvoraussei- 
zungen enthalt das deutsche Recht nicht, ln der Literatur wird es 
in das Ermessen der Verwaltungsbehörden gestellt, ob sie ihren 
eigenen Entscheidungen ausländische Hoheii.sakte zugrunde le- 
gen’ . Die deutsche Verwaltungspraxis hat die Gepflogenheit 
entwickelt, ausländische Verwaltung.sakic weitgehend zu be- 
rücksichtigen Indessen haben steh die Staaten jedenfalls bei 
der Beitreibung von fremdstaatlichcn Abgabenforderungen auf 
ihrem eigenen Hoheitsgebiet - abgesehen von gegenseitigkeits- 
wahrenden und die ordre public-Grcnze anerkennenden bilate- 
ralen Staaisvenragen - äußerst zurückhaltend gezeigt In un- 
serem Zusammenhang ist lediglich relevant, daß hinsichtlich der 
Grenzen der Anerkennung Einigkeit besteht: Ausländi.schc Ho- 
heiisakte ( Verwaliungsaktc) dürfen nicht anerkannt werden, so- 
weit sie gegen wesentliche Grundsätze des deutschen Rechts, 
tl. h. gegen den deutschen ordre public verstoßen"'. Diese Auf- 
fassung kann auf den Rechissiaatsgrundsaiz gestützt werden. 
Die dargelegten Regeln gelten auch für privalrecht.sge.stal lende 
frcmdstaatliche Verwaliungsaktc. 

Über die Konformiiat mit dem deutschen ordre public hinaus 
wird man die tnicmationale Zuständigkeit der ausländischen 


Verwaltungsbehörde zur Voraussetzung der Anerkennung ma- 
chen müssen"’. 

3.2.4 Ancrkcnnun^sre^cln für frcmdstaatliche Zwan\*s\'oll- 
streckun^sakte (Internationales Zwantisvollstreckun^isrecht) 

Die Vorfragen-Problematik im Zusammenhang mit auslän- 
dischen Jusiizvollstreckungsakten in Mobilien ist weder durch 
gesetzliche noch richterliche Regeln gelöst. Die Stellungnahmen 
in der Literatur sind kontrovers. Nahezu Einigkeit be.sieht ledig- 
lich darin, daß gerichtliche Entscheidungen, die Zwangsvoll- 
streckungsmaßnahmen zum Gegenstand haben, zu ihrer Wirk- 
samkeit über die Staatsgrenzen des Erlaßstaates hinweg - wie 
jeder andere Hoheitsakt - der Anerkennung der „Gaststaaten*' 
bedürfen^L Ein Teil der Literatur tendiert in neuerer Zeit dahin, 
solche Eingriffe - soweit es sich nicht um jusiizförmige verkapp- 
te Enteignungen handelt - nicht als Erscheinungsform der Ent- 
eignung^" zu behandeln, sondern „leichter“'^ bzw. vorbehaltlich 
eines Verstoßes gegen den ordre public“' anzuerkennen. Wertf^ler 
venritt - ohne Begründung - die Auffassung, daß der im Wege 
der Zwangsversteigerung nach dem Recht des ausländi.schen 
Lage- und Versteigerungsortes ordnungsgemäß erfolgte Eigen- 
tum serwerb in einem späteren Lagestaai auch dann anerkannt 
werden wird, wenn das vollstreckte Urteil in dem späteren 
Lagestaai nicht anerkannt wird und ein gleichlautendes Urteil 
dort nicht hätte ergehen können: eine entsprechende Herausga- 
beklage des ursprünglichen Eigentümers sei deshalb unbegrün- 
der“. Neumeyer*- knüpft die Anerkennung ausländischer 
Zwangsvollstreckung an die (sc. internationale) Zuständigkeit 


24 Schutze. Deutsches internationales Zivilprozeürccht (1985) S. 193. 

25 Marnuy (Fn. 22) Rdn. 476. 

26 Dafür z. B. Kt nphollcr. Internationales Privaircchl (1990) § 60 11 5: 

einschr. die Begründune des ReeE zum Ges. z. Neuregelunc des IPR 
V. 25. 7. 1986. BT-Drs. m/504 93. 

27 Vcl. Krophnllcr (Fn. 26). 

28 Wtnaeri (Anerkennung. Abänderung und Vollstreckung von Akten 
staatlicher Organe der DDR auf dem Gebiet der Freiwilligen Gerichts- 
barkeit. Diss. jur. Bonn |I973) S. 64 ff.. 67 ff.. 1 12-1 14) sieht FGG- 
Entscheidungen von DDR-Organen als ausländische Entscheidungen 
an und zieht ü 328 ZPO heran, der die wesentlichen Prinzipien der 
Rechtsordnung der Bundesrepublik für die Wirkungserstreckung frem- 
der Hoheitsakte auf unser Territorium enthalte. Unverzichtbarer 
Grundsatz sei (u. a.) der Justtzgewährungsanspruch (Art. 19 Abs. 4 
Satz 1 GG). 

29 Vgl BGH NJW 1956. 262. 263 (ausl. Enlmündigung): KG JZ 1967. 
12.^ (zust. Anm. Wc/iv/er ibid. I25; FGG-Entscheidung: Entlassung 
eines Tcsiamcntsvollstreckcrs durch staatliche.s Notanal der DDR): 
W inccn ( Fn. 28 ) S. 9.^: Jansen. FGG 6. AufI ( 197 1 ) § 35 Anm. 140. 

30 Vgl. MunchKomm-Sftnnenhcrjaer (Fn. 12) Rdn. 92, 94. 103 m. 
Nachw.: s, auch Marunx (Fn. 22) Rdn. 519, 

31 Hitffmanu {Vn. 18)8, 799; vgl. auch £i/f / ( Fn. 18) S. 41 ff. Die Frage 
der Koinpcicnz ( Ermachiigung) für eine dcrarlige Anerkennung fremd- 
Niaatlicher Vcrwaltungsakte ist - soweit ersichtlich - bisher als Pro- 
blem nur ganz am Rande behandelt worden: £/rc/ (Fn. 1 8) S. 97: Kiiniit 
(Fn. 8l S. 15b: cs kann auch an dieser Stelle nicht erörtert werden. 

32 HaJJniann 18)5.799, 

33, Vcl, i. B. Rochishilloverirag v. 11.9. 1 970 zwi.schcn der Bundesrepu- 
blik Dcuischland und der Republik Ösierrcich über Rechls- und Amts- 
hl Ile in Zoll'. Verbrauchssieuer- und Monopolangelegenheiten. BGBl. 
1971 II lODI (An. II: Anerkennung und Vollstreckung von Exeku- 
iionsiiieln: An, 4; ordre public-Grcnze): s. auch PapierlOlschew.ski 
(Fn, 12). 

U Vgl BVerfGE 63. .M3. 361. 

35 Vcl. /.. ü. Al hicrttct\' (Fn. 21) Rdn. 103 (.: Eticl (Fn. 8) S. 88 ff,, 93; 
Haffnumti ( Fn 18) S. 799 ff.; KhutM. Die Anerkennung ausländischer 
Verwaliungsakie (1965) S. 90 f.: hteumewr. Internationales Vcrwal- 
luncsrcchi. Bd. IV tl‘936» S. 338 (f. Vul. auN der Rechtsprechung: 
BVerfGE 63. 343. 366. 

36 Nctimvxet {?x\. 35) S. 323 ff.. 336/337. 

37 Vcl. stau aller iWrm.-c (Fn. 24) S. 193. 

38 So aber /. B. noch Kuhn. MDR 1960. 579 (für Konkurs). 

39 Vcl. Socrvei Keycl. EGBGB. II. Aull. (1984) Rdn. 803: Armhnh 
.\ter/J(ipcn (Fn. I ) S. 336: vgl. auch StJiacL. Internationale Zwangs- 
vollsircckunc m Gcidforderuncen. Rpfleger 1980. 175 (Sachpfän- 
dung). 

40 MünchKomm*X ( Fn. 3 ) Rdn. 155. 1 58 (für Schiffe). 

41 RGRK-BGB. Bd. VI Internationales Privatrecht. I. Teilband. 12. Aufl. 
1 1981 ) S. 404, 

42 Ibid. (Fn. 35) S. I7l Fuünoic 7. 





des vollsireckcnden Staates, die mit der Belecenheii des Gegen- 
standes der Vollstreckung in dem Gebiet dieses Staates gegeben 
sei. Der Eigeniumscrwcrb im Wege der Zwangsvollstreckung 
wirke auch gegen den „enteigneten“ Eigentümer. Zu Unrecht 
nimmt Nettmeyer*' dWcrdings an. daß die Anerkennung „Anwen- 
dung jener Siitzc im Privatrecht des handelnden Staates“ bedeu- 
te. „die an den Akt eine Rechtsveränderung anknüpfen“. Der 
inländische Richter wendet keinesfalls ausländisches Lage- und 
Zwangsversteigerungsonsrecht mit der Folge der Eigentumszu- 
weisung an. Geimer will ausländische Vollstreckungsakte nicht 
anerkennen-“, sondern für die sachcnrechilichen Wirkungen die 
lex rei sitae zum Zeitpunkt der Zwangsverwenung (Versteige- 
rungsons recht) anwenden-*'. Der BGH hat in seiner bahnbre- 
chenden Entscheidung zur Anerkennung ausländischer Konkur- 
se*' der ausländischen Konkurseröffnung auch im Inland unter 
der Voraussetzung Wirkung zuerkannt, daß der Auslandskon- 
kurs durch eine international zuständige Behörde nach der lex 
fori concursus wirksam eröffnet wurde und kein Verstoß gegen 
den deutschen ordre public vorliegi. Für Einzelzwangsvollstrek- 
kungsakte in Mobilien dürften die Gerichte - bisher liegen keine 
veröffentlichten Entscheidungen vor - entsprechend entschei- 
den: Ein fremdstaatlicher Zwangsvollstreckungsakt ist anzuer- 
kennen. wenn er durch eine international zuständige ausländi- 
sche Behörde - lege fori execuiionis wirksam - erlassen wurde 
und nicht gegen den deutschen ordre publ ic verstößt. Die Rechts- 
grundlage für diese Anerkennungsregeln findet sich zumindest 
für den ordre public im Rechtsstaatsprinzip des Grundgesetzes 
(Am, 2ÜAbs. 1.28 Abs. I Satz l GG i.V.m. An. 2 Abs. 1 GGV’. 

.v2.5 Zw isc henen^ehnis 

Nach - zumindest - überwiegender Auffassung sind fremd- 
staatliche Verwaltungs- und Vollstreckungsakte jedenfalls dann 
nicht anzuerkennen, wenn - aus deutscher Sicht - der erlassen- 
den Stelle die internationale Zuständigkeit fehlt oder der Verwal- 
luncs- bzw. Voll Streckungsakt gegen den deutschen ( verfahrens- 
rechilichen oder matericllrcchtlichen) ordre public einschließ- 
lich der Grundrechte verstößt. Ob über diese sich aus dem 
Rechtsstaatsgrundsatz ergebenden Mindest Voraussetzungen, 
die jeder anzucrkennendcausländische Hoheitsakt erfüllen muß. 
noch weitere Voraussetzungen (z. B. Gegenseitigkeit, förmli- 
ches Anerkcnnungsvertähreni bei bestimmten Arten von Ver- 
ualtungsakien iz. B. akademische Titel. Matura) ertorderlich 
sind, mag hier dahinstchen. 

Stihsuttmoti 

Prüft man die Anerkennung des (möglicherweise) Eigentum 
überragenden freihändigen Verkaufs der Standuhr seitens der 
Steuerbehörde an die Ost-Berliner Kunst und Antiquitäten 
GmbH. d. h. des fremdstaatlichen privatrechtsgestaltenden 
Sieuerverwaltungsvollsireckungsakis (cinschl. der Verfahrens- 
aspektei anhand der aufgezeigien Regeln, so ergibt sich folgen- 
des: 

Jeder Staat besitzt gemäß dem sog. Territorialprinzip die 
iniemaiionale Zuständigkeit für Vollstreckungsmaßnahmen an 
Sachen, die sich auf .seinem Hoheitsgebiet befinden^. An der 
iDicrnaiiOiialen Züstänuigkeit der DDR-Stcucrbchörden kann 
daher in casu kein Zweifel bestehen, da sich der verwenete 
Gegenstand zum Zeitpunkt des hoheitlichen Eingriffs in der 
DDR beland und die Standuhr überdies einem in der DDR 
wohnenden DDR-Bürger gehöne. 

Hinsichtlich der öffentlichen Ordnung ist zwischen dem 
vcrtahrensrechtlichen und dem materiellen ordre public zu dif- 
lerenzieren. Im Bereich des vcrtahrensrechtlichen ordre public 
Niehen die Arit. 1 9 Abs. 4 Satz 1.13 Abs. 2 GG sowie der Rechis- 
Niaatsgrundsatz (Am. 2ü Abs. 1. 28 Abs. 1 Satz 1 GG i.V.m. 


.An. 2 Abs. 1 GG) im Vordergrund. Beim materiellen ordre pu- 
blic geht es im wesentlichen um An. 14 GG. 

jJ.J Rechiswe^garaniie gern. Art. 19 Ahs. 4 Satz 1 CG.'’ 

Die sog. Rechiswcggarantie (besser: Gerichtsweggarantie) 
des An. 1 9 Abs. 4 Salz l GG eröffnet jedermann den Rechtsweg 
(Gerichtsweg), der durch die (deutsche'"') öffentliche Gewalt in 
seinen Rechten verletzt ist. Das BVerfG hat in dem schon an- 
gefühnen Verfahren zur inländischen Anerkennung und Voll- 
streckung Österreichischer Abgabebescheide ausdrücklich 
klargcsiellt. daß die Anerkerinungsentscheidung und der Voll- 
strcckungsdurchgriff der deutschen Vollstreckungsbehörden 
Eingriffe der deutschen öffentlichen Gewalt darstellen und die 
Anerkennung und Vollstreckung eines ausländischen Hoheits- 
akies in der Bundesrepublik Deutschland den Schulzbereich des 
An. 19 Abs. 4 Satz I GG betreffen können^. Indessen steht ja 
gegen eine derartige Ausübung der deutschen öffentlichen Ge- 
walt (Anerkennung und Vollstrcckbarerklämng eines ausländi- 
schen Abgabenbescheids durch deutsche Behörden) selbstver- 
ständlich der Gerichtsweg zu den Finanzgerichten und letztlich 
zum BVerfG offen. Hingegen entzieht sich der ausländische 
Steuerbescheid der Rech tsweggarantie des An. 19 Abs. 4 Satz 1 
GG*'. Im vorliegenden Inzident- Anerkennungsverfahren geht es 
um den eigentlich noch gravierenderen Fall, daß nicht nur der 
Steuerbescheid als Grundverwaliungsakt. sondern auch die aus- 
ländischen Beitreibungsakte außerhalb der Gerichtsweggarantie 
bleiben. Dementsprechend stellt sich die Frage, ob das deutsche 
Verfassungsrechtals Voraussetzung der inländischen (Inzident-) 
Anerkennung eines ausländischen Vollstreckungsaktes durch 
ein inländisches Gericht die Gewährleistung des ausländischen 
Gerichtswegs fordert. Der als verfassungsrechtliche Vorgabe für 
Eingriffe durch die deutsche öffentliche Exekutiv-Gewalt^' kon- 
zipierte Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG paßt nicht auf unseren Fall, in 
dem die (Inzident-) Anerkennung und damit die Ausübung deut- 
scher öffentlicher Gewalt durch ein Gericht erfolgt- \ Im Rahmen 
der Prüfung der (Inzident-) Anerkennung gehl es nicht um die in 
Art. 19 Abs. 4 GG gemeinte*^ Eröffnung des deutschen Rechts- 
wegs, sondern um den (Inzidentanerkennungs-) Maßstab, den 
der deutsche Richter an den ausländischen hoheitlichen Eingriff 
hinsichtlich dessen gerichtlicher Überprütharkeii anzulegen hat. 
ln casu ist die Frage zu beantworten, ob der Rechisstaalsgrund- 
saiz ( Artt. 20 Abs. 1 . 28 Abs. l Satz 1 i.V.m. An. 2 Abs. 1 GG)'* 


4.1 Ibid. (Iclzic Fn.). 

44 Geimer [fn. 5) Rdn. 2359 a. unicr unzuircifender Berulung aul' Schüt- 
ze [fn. 24) S. 193. 

4.5 Gcimer { Fn. 5) Rdn. 2359 a unter unrichnccr bzw. ungenauer Berulung 
aul MünchKomm- EG BGB 1 . Aull. { 1 9S3) nach An. 12 Anh. I 
Rdn. 158 bzw. Keciel. Inlemanonalcs Privaircchi. 19 V: beide ledig- 
lich aul Transporimiiiel bezogen; Saervcl Kearl vor Art. 7 Rdn. 571; 
aul re.«; in iran.siiu bezogen: siche demgegenüber Arge/, ibid.. vor 
An. 7 Rdn. 803. 

46 BGHZ 95. 256. 270. 

47 Vgl. BVerfGE 63. 343. 366. 

48 Vgl. Geinter ( Fn. 5 ) Rdn. 405, 1221; vgl auch S( fiuck ( Fn. 39). 

49 Vgl. BVerfGE 58. 1. 26 ff.; Hesse. Grundzucc des Vcrtassungsrcchis 
der Bundesrepublik Deutschland. 16. Aull (1988) Rdn. 337. 

50 BVerfGE 63. 343. 375 ff. 

5 1 FapirriOIsc hewski (Fn. 12) S. 480 m.w.Nachu. in Fn. 64. 

52 Der Schuizbereich des Arl. 19 Ahs. 4 Satz 1 GG ersirecki sich regel- 
mäßig nur auf die vollziehende Gewalt, nicht aul Gerichte: BVerfGE 
15. 275. 280 f.: He.sse (Fn. 49) Rdn. 337, Es gibt |a in der Tai keinen 
Sinn, von Verfassungs wegen den Gerichtsweg gegen deutsche Gerich- 
te zu deutschen Gerichten zu cröllnen. 

53 Anders das KG (oben Fn. 29). das im Verhältnis zur DDR einen 

privaircchisgcsialicnden. zu einem endgültigen Rechtsverlusi führen- 
den DDR-Floheilsaki unter Berulung aul An. 19 Abs. 4 Salz I GG 
nicht anerkannt hat. weil es sich dabei um die Eni.scheidung 

einer Vcrwaliungssiclle handelte, gegen die keine Anrufung eines 
Gerichts möglich war: Arge/ verweist dagegen zu Recht aul eine 
Verletzung von 328 Abs, I Nr. 4 ZPO. d. h den ordre public: Scier- 
vel-Kevri. EGBGB. II. Aull. (1984) vor An. 7 Rdn 751. 

54 Vgl. nur FaptenOtsehewskt (Fn. 12) S. 481. 

55 Der Rcchtssiaaisprundsatz umtaßi den materiellen Inhalt des An. 19 
Abs. 4 Salz I GG mit. 


40 




verlangt, daß ein im Inland (inzident) anzuerkennender Eineriff 
fremder öffentlicher ( Exekutiv-) Gewalt die Anforderungen un- 
serer verfassungsrechtlichen Rechtsweggarantie erfüllt, um den 
Vorwurf der Rechtsstaatswidrigkeit gegen den „umsetzenden" 
deutschen Hoheitsakt auszuräumen. 

3.32 Rechtsw e^^arantie ^emäß Art. 20 Ahs. I . An. 28 Abs. I 
Satz I GG (Rechtsstaatsgrundsatz ) 

Der umfassende gerichtliche Rechtsschutz gegen alle Akte 
der (deutschen) öffentlichen Gewalt stellt ein konstitutives Ele- 
ment des Rechtsstaates dar'*. Deutsche Hoheitsgewalt wird auch 
ausgeübt, wenn ein deutscher Träger öffentlicher Gewalt eine 
Entscheidung trifft, deren Inhalt sich maßgebend aus der privat- 
rechtsgestaltenden Wirkung einer fremdstaatlichen Entschei- 
dung ergibt'\ In casu entnimmt das deutsche Gericht die Beant- 
wortung einer entscheidungserheblichen Vorfrage einer fremd- 
staatlichen Entscheidung und stützt sein eigenes Urteil hierauf. 
Der inländische Hoheitsakt wird bei Anerkennung des ausländi- 
schen Eingriffs durch diesen bestimmt, setzt diesen um. gibt 
diesem Folge. Der fremde Hoheitsakt wird gewissermaßen no- 
strifizien. Deshalb müssen ausländische Entscheidungen, denen 
lurch Anerkennung im Inland Wirkung verliehen wird, darauf- 
hin geprüft werden, ob ihre Anerkennung mit der deutschen 
Verfassung bzw. dem ordre public in Einklang steht'*. Das 
BVerfG hat für die Einführung der generellen Vollstreckungs- 
möglichkeit ausländischer Vollstreckungsiitel (in casu: in Abga- 
besachen) aus dem Rechtsstaatsgrundsatz Mindestanforderun- 
gen dahin abgeleitet, daß „das matenelle ausländische Abgaben- 
recht nicht der verfassungsrechtlichen öffentlichen Ordnung 
(ordre public) der Bundesrepublik Deutschland zuwiderläuft 
und das ausländische Verfahrensrecht, in dem Abgabenver- 
pflichtungen tituliert werden, einem rechtsstaatlichen Mindest- 
siandard an V'erfahrensgerechtigkeii genügt"'^ Verfassungs- 
rechtliche Voraussetzung für die Vollstreckung ausländischer 
Titel im Inland ist die tatsächliche Eröffnung eines Maßes an 
Rechtsschutz im Ausland, das gewissen Mindestanforderungen 
an Rechisstaatlichkeit genügt. Diese - insoweit wohl aus An. 19 
Abs. 4 Satz I GG entnommenen - Mindestanforderungen hat 
das Gencht dahin konkretisien, daß dazu t>cnerell „die Möglich- 
keit des Rechtswegs vor unabhängige und unpaneiische Gerich- 
te. ein Mindestmaß an gehörigem Vertähren. insbesondere die 
Gewährleistung des rechtlichen Gehörs und rechtskundigen Bei- 
stands sowie eine hinreichende, dem Rechtsschutzbegehren an- 
gemes.sene Prutungs- und Entscheidungsmacht der Gerichte 
über das Rechtsschutzbegehren” gehön'"’. Dies bedeutet, daß 
gerichtlicher Rechtsschutz gegen den ..vorgeschalteten" Rechts- 
anwendungsvorgang. d. h. im Rahmen der Entstehung des (aus- 
ländischem Völlstreckungsiitels möglich sein muß"', um einen 
ausländischen Titel inlandsvollstreckungstähig zu machen' -. 

Im vorliegenden Fall geht es allerdings nicht wie bei dem 
vom BVertG zu entscheidenden Sachverhalt um die Hauptfrage 
der Anerkennung. Vollstreckbarerklärung und Vollstreckung ei- 
nes ausländischen Abgabenbescheids, sondern „nur“ um die 
Vorfrage der Anerkennung der rechtlichen Ergebnisse eines 
ausländischen Gesetzesanwendungsvorgangs, in concreto eines 
im Ausland bereits vollstreckten Abgabenbescheids. Vorder- 
gründig sclieini der Vollstreckungszügnff im Inland einen stär- 
keren Eingriff als die bloße Berücksichtigung des im Ausland 
bereits erfolgten Zugriffs darzustellen. Indessen ist zu beachten, 
daß im Fall der Inlandsvollstreckung wenigstens das die Voll- 
streckung einleitende Leistungsgeboi und die darauf beruhenden 
weiteren Beitreibungsakte als Akte deutscher öffentlicher Ge- 
walt der Rechisweggarantie ( Art. 19 Abs. 4 Satz l GG) unterlie- 
gen. während im Fall der Anerkennung eines ausländischen 
Steuervollsireckung.saktes der Rechiswegschutz nicht einmal 
soweit reicht, obwohl der inländische Hoheitsaki (das Zivilur- 


teil) auf dem ausländischen Eingriff beruht und damit dessen 
Wirkung auf das Inland erstreckt. Also besteht hier ein noch 
geringerer Rechtsschutz. Deshalb sind die vom BVertG als 
Voraussetzung für die Anerkennung und Vollstreckbarerklärung 
ausländischer Exekutionstitel anerkannten Grundsätze, insbe- 
sondere die Gerichtsweggarantie, a minore ad maius auch auf 
die Anerkennung der rechtlichen Ergebnisse einer ausländischen 
Exekution in einem inländischen Verfahren anzuwenden*\ An- 
dernfalls würde der umfassende gerichtliche Schutz in unerträg- 
licher Weise verkürzt und der deutsche Richter potentiell zum 
blinden Büttel ausländischer rechtsstaatswidriger Eingriffe. 

Der BGH meint demgegenüber, daß „über An. 30 EGBGB 
a. F. nicht verlangt werden (sc. könne), daß in jedem Staat 
dieselben Rechtsschutzgarantien wirken, die hier An. 19 Abs. 4 
GG gewährleistet“: das Nachbesteuerungsverfahren in der DDR 
sei dementsprechend nicht deswegen rechtsstaatswidrig, weil 
dort eine gerichtliche Nachprüfung der Entscheidungen der 
Steuerverwaltung nicht vorgesehen ist und diese Entscheidun- 
gen im Sieuerstraf verfahren von den Gerichten zugrunde gelegt 
werden (Entscheidungsgründe sub II). Diese apodiktischen Be- 
merkungen werden der Problematik und insbesondere der Ver- 
fassungsrechtslage keinesfalls gerecht**. Es geht nicht darum, 
„daß in jedem Staat dieselben Rechtsschutzgarantien wirken“, 
wie von Art. 19 Abs. 4 Satz l GG geforden. sondern darum, ob 
der auf der Anerkennung eines ausländischen Hoheitsakts beru- 
hende konkrete inländische Hoheitsakt den rechts.siaatlichen 
Anforderungen des GG entspricht oder nicht. Wird ein inländi- 
scher Hoheitsakt auf einen ausländischen Hoheitsakt gestützt, 
der die rechtssiaatlichen Anforderungen des GG nicht ertÜllt, so 
hat dies die Rechtsstaatswidrigkeit des inländischen Hoheitsak- 
tes, in casu des Zivilurteils, zur Folge, Deshalb sind im Anerken- 
nungsverfahren die unabdingbaren rechtsstaatlichen Mindester- 
fordemisse für staatliche Eingriffe zu beachten. Dazu gehön 
nicht nur die gerichtliche Prüfung an sich: die Rechtsweggaran- 
tie will vielmehr die umfassende Überprüfung des staatlichen 
Eingriffs in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht ermöglichen*'. 

Steuerbescheide, Sicherungsbeschlagnahme (dinglicher Ar- 
rest), Vollsireckungspfändung und Zwangsverwertungsmaßnah- 
men wie der freihändige Verkauf der gepfändeten Sache seitens 
der Steuerbehörden stellen Eingriffe der öffentlichen Gewalt in 
private Rechte bzw. Rechispositionen dar. Der aus An. 1 9 Abs. 4 
Satz l GG und dem Rechtsstaatsgrundsatz ( Ant. 20 Abs. l, 28 
Abs. 1 Satz 1 i. V.m. 2 Abs. l GG) zu entnehmenden Rechtsweg- 
bzw. Gerichtsweggarantic hat das Stcuervertährensrccht der 
Bundesrepublik in umfassender Weise Rechnung getragen: Alle 
beschwerenden Steuenmeßbesc beide oder Steuerbe.schcide so- 
wie alle auf deren Grundlage ergehenden Vollstreckungs- oder 
Beitreibungsakte unterliegen in rechtlicher und tatsächlicher 
Hinsicht in vollem Umfang der richterlichen Kontrolle*'. Des- 
halb ist cs vcrtässungsrcchtlich unzulässig, die Gerichte an die 
tatsächlichen Feststellungen der Steuerbehörden zu bindcn'‘^ 


Vgl. Hc.s5C (Fn. 49) Rdn. 192 IT., 202. 

.*>7 Vcl. Murtinx (Fn. 22) Rdn lf>4. 

SK Mariinvit^n. 22) Rdn. 177. IKI. 

59 B Verl GE 63. .U.^. .366. 

60 BVerfGE 63. 343. 37 K. 

61 Vgl. BVerlGE 63. 343. 37n f. 

62 Au.sdruck findet das von Vcriassungs wegen bestehende Erfordernis 
der Rechisweggarantie für ausländische Emgrilte. die im Inland voll* 
streckt werden sollen, auch in sj 49 Abs. I Nr. 2 IRG. wonach die 
Vollslrcckune ausländischer ( siral rechtlicher) Erkenntnisse nur zuläs- 
sig ist. wenn sie von unabhängigen Gerichten oder - bei OeldbuUcn - 
von einer Stelle verhängt worden sind, gegen deren Entscheidungen 
unabhängige Gerichte angerulcn werden können. 

63 Möciicherwci.se ebenso Manin\ (Fn. 22) Rdn. 176. 

64 Knt. auch Armhnntcri.l(>pcn (Fn. I ) S. 337 Fn. .S7. 

6.S BVerlGE 15. 275. 2K2: IK. 2Ü3. 212. 

66 Vcl. $ 34X AO: 40. 42 FGO 

67 PüpierlOhchew.\ki {¥t\. 12) S. 4K0 m.w.Nachw. in Fn. 70. 


41 




Dem Sicuerzwangsvollstreckungsverfahrcn analoge Rcchts- 
schuizgaraniicn bieten das allgemeine Verwaltungszwangsvoll- 
streckungsrechi*'* und das Zivil-Zwangsvollstrcckungsrccht*^. 
Nach dem Recht der DDR bestehen gegen Stcuerverwaltungs- 
akte keine entsprechenden Rechtsmittel zu unabhängigen Ge- 
richten. Die Entscheidung der Beschwerdestelle ist endgültig^'. 
Die steuerverwaltungs internen Bcschwerdcmöglichkeitcn'‘ rei- 
chen nicht aus. um die verfassungsrechtlichen Anerkennungs- 
voraussetzungen zu erfüllen. Weder der privatrechtsgestaltende 
(cigcntumsübertragcndc) Verwertungsakt des freihändigen Ver- 
kaufs oder die anderen im Zwangs verwertungs verfahren 
ergangenen Steuerhoheitsakte (Sicherungsbeschlagnahme, Ver- 
wenungspfändung des Hcrausgabcanspruchs) noch der Steuer- 
bescheid als Vollstreckungstitel und Rechtsgrund des Eigen- 
tumsverlusts können in einer der Gcrichtswcggarantic entspre- 
chenden Weise überprüft werden’^ Daraus ergibt sich, daß dem 
Kl. sein Eigentum an der Standuhr in einem rechtsstaats widrigen 
Verfahren entzogen wurde. Indem der BGH seinen klageabwei- 
senden Uneilsspruch auf einen rechtsstaatswidrig zustande ge- 
kommenen ausländischen Tioheitsakt stützt, verschafft er dem 
mit der grundgesetzlichen Rechtsweggarantie nicht zu vereinba- 
renden DDR-Stcucrvollstreckungsakt im Inland Wirkung, 
macht sich diesen gewissermaßen zu eigen. Mit seinem ..sank- 
tionierenden* Uneil greift der BGH. d. h. die deutsche Staatsge- 
walt. verfassungswidrig in das Eigentumsrecht des KI. ein. Zu- 
gleich liegt hierin - de facto - eine Ermutigung, .so weiter 
fonzufahren, da das Risiko von Regreß prozessen durch die 
Entscheidung des BGH ausgeschlossen wurde. 


J.JJ Verletzung des rechtlichen Gehörs lArt. 103 Ahs. / CG 
hzw . Art. 20 Ahs. /. Art. 28 Ahs. / Satz / CG. Rechtsstaats- 
Grundsatz 

Durch das Sieuervollstreckungsverfahren könnte auch - der 
miigeieilie Sachverhalt laßt keine sicheren Schlüsse zu - die 
Garantie des rechtlichen Gehörs (An, 103 Abs. 1 GG) verletzt 
sein. Zwar gewährleistet An. 103 Abs. I GG das rechtliche 
Gehör nur im gerichtlichen Verfahren, jedoch garantien das 
Rechtsstaatspnnzip das rechtliche Gehör im Verwaltungsvertah- 
ren zumindest dann, wenn sich - wie im vorliegenden Fall - kein 
gerichtliches Verfahren anschließen kann '. 


3.3.2 Unverletzlichkeit der \V(thnuni: (Art. 13 Ahs. 2 GG) 

Nach An. 1 3 Abs. 2 GG dürfen Durchsuchungen nur durch 
den Richter, bei Gefahr im Verzug auch durch die in den Geset- 
zen vorgesehenen anderen Organe angeordnet und nur in derdon 
vorgeschriebcncn Form durchgefühn werden. Nach dem sich 
aus dem Uneil des KG ergebenden Sachverhalt haben die staat- 
lichen Organe der DDR sich anscheinend durch Täuschung 
Zugang zu der Wohnung des Kl. verschafft und im Anschluß 
daran die Wohnung durchsucht ^ Von einem richterlichen 
Durchsuchungsbefehl ist nirgendwo die Rede. Im Zeitpunkt der 
L ntcrsuchung lag noch nicht einmal ein öffentlich-rechtlicher 
Titel in Gestalt eines Sieucrbcscheides vor. Nach der Rechtspre- 
i^lmiig des BVeilG * reiclii itii übrigen ein derartiger Titel nicht 
aus. um die Durchsuchung der Wohnung zu erlauben: hierfür 
bedarl es vielmehr einer hc.umderen richterlichen Anordnung 
Zwar haltci dieser Verstoß gegen An. 1 3 Abs. 2 GG nicht dem 
freihändigen Verkauf als Anerkennungsgegenstand unmittelbar 
an: jedoch hat sich die Steuerbehörde die mittels des freihändi- 
gen Verkaufs verwenete und übereignete Standuhr letztlich auf 
eine Weise verschafft, die gegen den deutschen ordre public 
verstoßt. Dies kann bei der Frage der Anerkennung der Übereig- 
nung der Standuhr nicht unberücksichtigt bleiben. 


3J .5 Materieller ordre puhlic: Uhermäßi^er Eingriff in Ver- 
niö^enspostttonen des Klägers (An. 14 GG) 

Das KG hat die Veräußerung der Standuhr mittels freihändi- 
gen Verkaufs nach internationalem Enteignungsrecht behandelt 
und an An. 30 EGBGB a. F. scheitern lassen. Das gegen den Kl. 
durchgefühne Nachbesteuerungs verfahren verstoße bei der er- 
forderlichen Gesamtschau der gegen den Kl. getroffenen Maß- 
nahmen gegen rechtssiaat liehe Grundsätze und damit gegen den 
deutschen ordre public, in den gegen den Kl. verhängten Gcld- 
leistungsverpflichtungcn, die den von der Finanzbehörde ge- 
schätzten Gewinn um annähernd eine halbe Million Mark über- 
steigen, sieht das Gericht eine Enteignung, weil sie den Kl. 
zwängen, in erheblichem Umfang auf die Vermögenssubstanz 
zurückzugreifen, um die Abgaben entrichten zu können: deshalb 
.sei jedenfalls im konkreten Fall das Übermaßverbot verletzt. 
„Die Anwendung des Rechts der DDR. soweit nach diesem 
Recht von einer wirksamen Beschlagnahme durch das Finanz- 
amt und von einer ebenfalls wirksamen Wcitcrvcräußcrung der 
Standuhr auszugehen ist*', stehe zu tragenden Grundgedanken 
des inländischen Rechts und der in ihnen liegenden Gerechtig- 
keitsvorste Hungen in so starkem Widerspruch, daß seine Anwen- 
dung untragbar erscheine ( Entscheidungsgründe sub V 4). Diese 
Feststellung begründet das KG mit einer Abwägung der beider- 
seitigen Interessenlage, indem es darauf hin weist, daß der Schutz 
des persönlichen Eigentums des Kl. gegenüber den Belangen der 
Bekl. Vorrang habe, die den geeigneten Gegenstand im Rahmen 
ihres Handelsgewerbes in Gewinnerziclungsabsicht erworben 
habe. Von entscheidender Bedeutung für den ordre public- Ver- 
stoß sei aber der Umstand, daß die Bekl. beim Erwerb der 
Standuhr hinsichtlich der Art und Weise der Beschaffung von 
Antiquitäten und Kunsigegenständcn zur Devisenbeschaffung 
nicht gutgläubig gewesen sei. Diese Abwägung der konkreten 
Interessen und insbesondere das Abstellen auf den subjektiven 
Tatbestand bei der in der Bundesrepublik domizilienen Bekl. ist 
unhaltbar^ Ob die Anwendung eines fremden Rechts gegen 
Grundwenungen unserer Rechtsordnung verstößt, kann doch 
wohl kaum entscheidend davon abhängen. ob ein inländischer 
Erwerber gutgläubig ist oder nicht. Die Gutgläubigkeit stellt im 
deutschen internationalen Enteignungsrecht keine Anerken- 
nungsvorau.ssetzung dar*. Soweit das KG aus dem angenomme- 
nen ordre public- Verstoß die Konsequenz zieht, daß Anwen- 
dung des Rechts der DDR“ insoweit ausscheiden müsse. ..als 
aufgrund dieses Rechts von einer wirksamen Beschlagnahme 
durch das Finanzamt au.szugehen wäre“, hält das Gericht die 
Anwendung des Rechts der DDR durch das dcui.schc Gericht 
und die Anerkennung der Wirksamkeit eines fremdstaatlichen 


fiS Vcl z B 5. I« VwVG. . 42 VwGO. 

Vul, /u ilcn komplizierten RcchishchcHen des Arrcstprozesses hzw. 
Arrcsivoilzichunesvcrlahrcns: HaurlSttivncr. Zwancsvollslrcckuncs-. 
Konkurs- und Vcrplcichsrcehl. I I. Aull. ( I9K.1) Rdn. K56 fl. bzw. KöV. 

70 Vel. $ 17 Abs. 2 Salz 2 VO v. 24, 1. 1969 (Fn. 6). 

71 Vcl. §§ 17. 20 Ahs. .t VO V. 24. I. 1969 (Fn. 6). 

72 Oilenhieibcn kann deshalb, ob der Zugang zu einem DDR-Gcrichi der 
ordre public Aniorderunc des An, 97 GG cnisprochen halle. 

7J Vul. D. l.nrcii:. .Artikel ..Rechtliches Gehör”, in; Siaaislexikon. 
7. Aull. Bd. IV ( I9KK1 sub 2.0: vcl. auch 91 AO sowie H 2K f.. 66. 
77 VwVfG. 

74 Einleiiunc eines Nachbcsteueruniisvcrlahrcn.s am X. 12. I9KI dcrcc- 
siali. dali der Siaatsanwali. Beamte des Finanzamts und der Steuer- 
lahndunc sowie ein Beaultractcr des VEB Antikhandei in Ptma i DDR i 
Mch aulurund einer ecmeinsamen Absprache unter dem Vorwand, die 
Wasseruhr auswechscln zu wollen. FinlaU in das Haus des Kl. ver- 
Nchafftcn. diesen verhaficien und anschltelicnd den gesamten Fami- 
lienbcsitz ohne Rücksicht darauf, ob die Gegenstände dem Kl. selbst, 
seiner Ehclrau oder den gemeinsamen Kindern gehörten, durch einen 
Mitarbeiter des VEB Antikhandel in Pirna inventarisierten. 

75 BVerfGE 57. 746 (§ 2K7 AO im Steuerverwaliuncsvcrlohrcn l. 

7b Dieser Kcchisprcchunc hai die Novellierung der Aü im Jahr 19X0 in 
^ 2H7 Abs. 4 Aü Rechnung getragen. 

77 Ebenso Arnihrii.stfr/./of}cn (Fn. I ) S. 774. 

7X Vgl MünchKomm-A'/ri/rcr ( Fn IXi Rdn. 14 ff. 


42 




Hoheiisakies durch das inländische Gericht nicht klar auseinan- 
der. 

Der BGH hat zwar eingeräumt, daß ein Nachbcsieuerungs- 
verfahren als Enteignung gewertet werden könne, jedoch incasu 
das Vorliegen einer entschädi^un^slosen Enteignung verneint 
(Entscheidungsgründe sub III 2 b), weil die Steuergesetze der 
DDR - entgegen der Annahme des KG - keinen konfiskatori- 
sehen Charakter hauen (Enischeidungsgründe sub III 2 b). Da- 
mit wird der BGH der Argumentation des KG nicht gerechi’\ 
weil dieses seihe Entscheidung im Kern damit begründet hat. 
daß in\ konkreten Fall ein Verstoß gegen das Übermaßverbot 
vorliege, in der Tat spricht einiges dafür, daß der DDR-Steuer- 
zugriff im vorliegenden Fall die nach der Rechtsprechung des 
BVerfG in An. 14 Abs. 1 GG gesetzte äußerste Grenze über- 
schritten hat. Nach den konkreten Umständen ist es zumindest 
nicht von vornherein ausgeschlossen, daß die Auferlegung der 
Steuerpflicht - wobei zumindest auch die Umbewenungsdiffe- 
renz als Folge der Erhöhung der Besteuerungsgrundlage einzu- 
beziehen wäre"" - ..den Pflichtigen übem^ig belastet t) und 
seine Vermögensverhältnisse grundlegend beeinträchtigt t)**, für 
welchen Fall das BVerfG einen vertässungswidrigen Eingriff 
bejaht"'. Indessen braucht diese Problematik nicht venieft zu 
'erden, da der Verstoß gegen den vertährensrechtlichen ordre 
public auf der Hand liegt und schon deshalb die Anerkennung 
des Eigentumsverlusts durch den freihändigen Verkauf versagt 
werden muß. ohne daß es auf einen Verstoß gegen An. 14 Abs. l 
GG ankämc. 

4. Die Vorfrage des Eigentumsverlusts durch Rechtsgeschäft 

4.1 Rechtssteschäftlicher Enverh seitens der Kunst und Anti- 
q Ultäten GmbH Ost-Berlin? 

Das KG hat - nach Feststellung der ordre public-Widrigkeii 
des freihändigen Verkaufs - geprüft, ob die Kunst und Anti- 
quitäten GmbH Ost-Berlin die Standuhr gutgläubig erworben 
hat. Das Gericht hat dies verneint, weil das sowohl aus der Sicht 
der BRD als auch der DDR"- als lex rei sitae maßgebliche 
DDR-Rccht für Fälle wie den vorliegenden keinen gutgläubigen 
Erwerb kenne (Entscheidungsgründe sub V 5). Daß der freihän- 
dige Verkauf dem Kl. seine Eigentümcrstcllung mehl genommen 
hat. trifft im Ergebnis zu. jedoch muß die Begründung anders 
lauten. Es handelt sich hier nicht um einen privatrechtsgcschäft- 
lichen Eigentumserwerb, für den Gutglaubensvor.schntten be- 
gehen ( könnten i, sondern um einen (unwirksamen) Erwerb kraft 
staatlichen Hoheitsaktes, bei dem der guie oder böse Glaube 
irrelevant ist'’. 

4 .2 Rci htsiicsi hätilu hcr Erwerb seitens der Beklui^ten ^ 

Das KG läßt den Eigentum.scrwerbder Bekl. an der Standuhr 
an der fehlenden Berechtigung b/w. Vertügungsbefugnis der 
veräußernden Firma bzw. am fehlenden guten Glauben der Er- 
werberin scheitern. Maßgebend ist insoweit - das hat das KG 
zutreffend testgestclli ~ das Recht der DDR. m concreto das 
Gesetz über internationale Wi n sch afts vertrage (GIW) v. 5. 2. 
1976. Dieses Ge.sciz regelt auch den Eigcniumsübergang an 
verkaulten Sachen. Da sich die Standuhr im Augenblick (des 
Verkaufs und) des Eigcntumsübcriragungsakics m der DDR 
befand, ist das GIW (mit seinen mobiliarsachenrechtlichcn Vor- 
schriften) sowohl aus der Sicht der BRD als auch der DDR"*' als 
lex rei sitae" auf unseren Fall anwendbar. Nach ,^4 Abs. 1 c 
GIW erwirbt der Käufer das Eigentum an der verkaulten Sache 
mit dem Vollzug der Lieferung, die hier in der Auslieferung der 
Standuhr an den von der Bekl. beauftragten Spediteur in dem in 
der DDR gelegenen Auslieferungslager der DDR -Verkäuferin zu 
sehen ist (vgl. $ 5 1 Abs. 2 GIW). Nach den vom KG eingehend 
gewürdigten laisächlichen Umständen muß man jedoch davon 


ausgehen, daß die Erwerberin den ihr von 54 Abs. .> Satz 2 
GIW auferlegien Nachweis der Beachtung handelsüblicher 
Sorgfalt hinsichtlich des Eigentums oder der Vertügungsbetug- 
nis des Verkäufers nicht geführt hal"^. ln diesem Zusammenhang 
ist auch von Bedeutung, daß nach 54 Abs, 3 Satz 1 GIW bereits 
leichte Fahrlässigkeit schadet"' Allerdings unterläßt es das KG. 
die Problematik der Wissenszurechnung (bezüglich der Gut- 
gläubigkeit) kollisionsrechtlich zu erörtern. Anscheinend legt 
das Gericht stillschweigend das ( west- ) deutsche Recht zugrun- 
de. Diese Lösung ist durchaus zweifelhaft. Die Frage der Slaiui- 
besiimmung für die Wissenszurechnung wurde bisher vor allem 
für den Vertreter (i. ü. durchaus kontrovers) erönen"'. Da es um 
ein'* Voraussetzung bzw. um ein Hindernis des (gutgläubigen) 
Eigeniumserwerbs gehl, also ein Tatbestandsmerkmal des über- 
eignungsgeschäfts in Frage steht, sollten im Interesse einer 
einheitlichen Anknüpfung eines einheitlichen Sachverhalts auch 
die Voraussetzungen der Wissenszurechnung dem Erwerbs- 
Sachsiaiui. hier also dem DDR‘Rechl"^ unterliegen (unselbstän- 
dige Anknüpfung). Unterstellt man, daß das Sub.sumiion.sergeb- 
nis des KG sich bei Zugrundelegung des - die Frage nicht 
ausdrücklich regelnden ~ DDR-Rechts nicht ändert, so ist von 
einem negativ (= ohne Eigentumsübergang) abf>esi'lilossenen 
Erw erbsiaibesiand'"’ auf dem Gebiet der DDR auszugehen. Da 
laisachliche Anhaltspunkte für einen rechlsgeschäftlichen Er- 
werbsiaibesiand nach ..Verbringung“ der Standuhr nach West- 
Berlin fehlen, ist die vom KG durchgefühne entsprechende 
Pruiung überflüssig und der Verweis auf 935 Abs. l BGB 
irrelevani (vgl. Ent.scheidungsgründe V 5). 

5. Zu.sammenfassung 

Die beiden analysierten Uneile legen zu Unrecht (nahezu) 
ausschließlich die Regeln des internationalen Enieignungsrechis 
/ugrundc. Dies fühn dazu, daß die entscheidungsrelevanien 
micmaiional vertährensrechtlichen Fragen überhaupt nicht (KG) 
oder nur äußerst unzulänglich (BGH) geprüft w'crden. Die sich 
in einem inländischen Vindikaiionsprozeß stellende Vorfrage 
des Eigeniumsvcriusis durch einen fremdsiaatlichen Sieucrver- 
waliungs-Zwangsverwenungsakt (hier: freihändiger Verkauf) 
ist mehl als Problem der Anwendung fremden Rechts, sondern 
der Anerkennung eines fremd.siaallichen Hoheiisakies zu behan- 
deln. Ein deranigcr Hoheiisakt ist jedenfalls dann nicht anzuer- 
kennen, uenn die internationale Zuständigkeit fehlt oder ein 
kersioß gegen den tormellen oder materiellen deutschen ordre 
public vorlicgi (An. 30 EGBGB a. F. bzw. 6 EGBGB n. F, ). ln 
casu ist die .Anerkennung der cigeniumsüberiragenden Wirkung 
des treihandigen Verkaufs der Standuhr seitens der DDR-Steu- 
erbehorden um dem inländischen ordre public nicht vereinbar. 


[).iN L’tii .nah liir tik’ Siel lunun.ihnic \inihin\ui Infuit du ! 

s nc'ill /U'-iimmcn. 

sc A \ I mm ti\ it I ihn I ) S .WS, 

s; lUerlCd. 1-; :: I . :4 I . HVcrKil-: 6.V .UJ. U,S. 

s* \ *jt inicrtijiuMi.iloN Pri\ jifcchi Kommcniar /uni Rcchl'i.mN*. endun i;^ 
jvnci/ lieriinOst i Sarhem. /u ^-1 I .Nr. .C 

s ' \uN lief Su hl fies Rechts der Bundesrepublik l.iee irn uhriuen hrer kein 
\erkehrseesi. h.ili” \or ueil VerauLlercr und lirwerher u irlschjlilu h 
iilenusc fl sind \ el MunehKunim -(^^iu/c L. BGB. 2 \u!l(i^Kbi^w^2 
Rdn |s 

s-i S el 1 niernji mri.iles J’ruaifcchi ll-n, S2i 

ss AulM Uie von manchen lur inlernatu)n,ile Verkchrseeselial le xuree- 
sehiaeeneii ji>h en. henden Ank nupl unc aeueln tv;j! d.i/u Munch- 
Komm X | (-n J! Rdn 72 U l wurden iin vorliegenden Fall zur 
Anwendunc des DDR Rcchis luhrcn. 
sn bleiben uie l nisi.inde des I rucrbs im Hinblick aul den evtl. Sorcialis- 
sersiod uncekl.iri. so sLficilcrl der i-rwerh iiin (»eL’cnsat/ /u ^ ^'^2 
Abs 2 BCJBi Dies beachicn AtnihntMcr'Jofirn ihn. I. S ’v'Sf niclti 
ausreichend 

s" D.is KG h ji n ichi cepruli. ob der Etecniumsuheruane n.ich DDR -R ec hl 
schon wepen Abhandenkommens scheuern wurde. 

SS V el SlunchKumm .Sr'< //en/k'/ e vor An. 1 I Rdn 2b.‘' m .N.ichu 

Ini hrecnnis. uenn auch ohne Üeerundune. ebenso /-U /n/ufrv/e/ .Inftrn 

Ihn ! 1 S 'v^S 

'hl Vel MunchKonim-K/<«:r» ihn .G Rdn bl 


43 




Die Anerkennung führt dazu, daß die inländische Siaaisgewali 
einem ausländischen Zwangsvollstreckungsakt im Inland Wir- 
kung verleiht, obwohl dieser Akt in einem Verfahren zustande 
gekommen ist. das gegen fundamentale Rechtsgrundsätze der 
Bundesrepublik Deutschland verstößt, ln der Anerkennung liegt 
zunächst eine Verletzung des verfahrensrechtlichen ordre public, 
weil gegen keinen der zur Zwangs Verwertung führenden Ein- 
griffe der DDR-Steuerbehörden der Gerichtsweg eröffnet war. 
Diese Anerkennungsvoraussetzung der Rechtsweggarantie er- 
gibt sich aus dem Rechissiaatsgrundsatz (Ant. 20 Abs. 1. 28 
Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 GG) und nicht (direkt) aus 
Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG, da die genannte gegen Eingriffe der 
deutschen vollziehenden Gewalt gerichtete Vorschrift im vorlie- 
genden Fall nicht unmittelbar verletzt war. Im übrigen verstößt 
die Art und Weise der Besitzerlangung der streitgegcnständli- 
chen Sache gegen Art. 13 Abs. 2 GG (Unverletzlichkeit der 
Wohnung). Ein Verstoß gegen den materiellrechtlichen ordre 
public kann in dem übermäßigen Eingriff in die Vermögenspo- 
sition des Bekl. durch das Nachbesteuerungsverfahren gesehen 
werden (Art. 14 Abs. 1 GG), so daß sich auch aus diesem Grund 
eine Anerkennung der cigeniumsübertragenden Wirkung des 
freihändigen Verkaufs seitens der DDR-Steuerbehörden ver- 
bietet. 


44 




Dokument 4 a 


Kunst und Antiquitäten GmbH 


Leipzig, den 15,3,85^ 

Vp-J[nventi^rn , , 

I j l'd.r;,. j 


Abschlußbericht 


über die Beteiligung der Kunst und 
Antiquitäten GmbH an der Leipziger 
Frühjahrsmesse 1985 



Uez. 1981 


1, Abrechnung der Kennziffern des Messeplanes 


1.1 Vertragsbindung 


TVM % z.Plan + 

Wettbewerb 


per 28.2.1985 
per 10,3,1985 
per 16,3,1985 
Einschätzung p, 31.3.85 


9.372 

30,6 

9.9oo 

32,4 

10.772 

35,2 

11.870 

38,8 


Valutaeinnahmen 


per 28.2,1985 

5.847 

per 10,3.1985 

6.695 

per 16.3,1985 

7,555 

Einschätzung p. 31.3.85 

8.35o 


2o,l 

23,0 

26,0 

28,7 


1.3 Fondssicherung 

per 28.2.1985 
per 10.3.1985 
per 16.3.1985 
per 31.3.1985 


11.328 71-jl 

10.800 71,1 

9.928 71,1 

8.830 71,1 


Alle Zahlenangaben beinhalten den Staatsplan und 
Wettbewerbsverpflichtung. 








1,4 Messetätigkeit 


Die in der Messekonzeption vorgesehenen Verkaufsverhand- 
lungen wurden mit Erfolg geführt. Dabei wurden die Warenbe- 
stände an Antiquitäten und Gebrauchtwaren des Objektes 
Mühlenbeck und angeschlossene Läger in die Verkaufsaktivi- 
täten einbezogeu. 

Besonders gute Umsätze konnten mit folgenden Kunden er- 
reicht werden: 


Fa, van Damme, Holland 

125 

TVM 

Fa, Interno, 

Holland 

75 

ft 

Fa. Kompass, 

Holland 

77 

tl 

Fa. Aibell, 

Belgien 

17o 

fl 

Fa, Intrac, 

Schweiz 

295 

ft 

Fa. Marotz, 

BRD 

96 

fl 

Galerie Hotel 

Mercur und 



diverse Kunden 

34 

ff 


In Auswertung der Verkaufs- und Kontaktgespräche kann 
eingeschätzt werden, daß die Nachfrage nach Antiquitäten 
und Gebrauchtwaren, hier besonders Klaviere und Weich- 
holzmöbel weiter anhält. Andererseits nehmen gerade in 
diesen Sortimenten die Reserven weiter ab. Das Waren- 
aufkommen aus Ankäufen von der Bevölkerung ist Hach wie 
vor in Quantität und Qualität stark rückläufig. Dem- 
gegenüber steigt das Preisniveau im Inlandsankauf weiter 
an. Deshalb wurde die Messe auch dazu genutzt, um mit den 
Inlandspartnern die anstehenden Probleme zu beraten und 
Schlußfolgerungen für eine gezielte Ankaufstätigkeit ent- 
sprechend den Marktbedingungen zu ziehen. Im Vordergrund 
stand dabei die Verbesserung der Qualität zu vertretbaren 
Ankaufspreisen zwecks Sicherung einer hohen Rentabilität 
im Verkauf, 


46 




Dokument 4 b 


yl« 


Kunst und Antiquitäten GmbH 


Leipzig, den 5.9.85 


VD KuA 45/85/^ / Ausf, 

2 1 . Üez 1987 

Abschlußbericht 

über die Beteiligung der Kunst und Antiquitäten 
GmbH an der Leipziger Herbstmesse 1985 


1 . Abrechnung der Kennziffern des Messeplanes 


1.1 Vertragsbindung 1985 TVM I z. Plan + 

Zusatzverpf 1 ichtun^ 

Stand per 31.8.85 24.200 79,1 

Zielstellung Messeende 24.800 81,0 

Einschätzg . Messeende 25.400 83,0 

Einschätzung p. 30.9.85 26.900 87,9 

1 . 2 Valutaeinnahmen 1985 

Stand per 31.8.85 20.370 70,0 

Zielstellung Messeende 21.150 72,7 

Einschätzung Messeende 21.450 73,7 

Einschätzung p. 30.9.85 22.850 78,5 

1 . 3 Fondssicherung 1985 

Stand per 31.8.85 3.560 95,4 

Einschätzung p. 7.9.85 2.360 95,4 

Einschätzung p. 30.9.85 860 95,4 

1 . 4 Fondssicherung 1986 

per 7.9.85 17.200 50,0 

per 30.9,85 18.800 54,7 

Die volle materielle Sicherung ist bis 10.12.85 vorge- 
sehen . 


24.200 

79,1 

24.800 

81 ,0 

25.400 

83,0 

26.900 

87,9 

20.370 

70,0 

21.150 

72,7 

21 .450 

73,7 

22.850 

78,5 

3.560 

95,4 

2.360 

95,4 

860 

95,4 

17.200 

50,0 

18.800 

54,7 


1 . 5 Messetätigkeit 

- Kunst und Antiquitäten 

Die in der Messekonzeption vorgesehenen Verkaufsver- 
handlungen wurden mit Erfolg geführt, wobei es in- 
folge Terminverschiebungen Veränderungen im Kunden- 
besuch gab. 

- 2 - 




VD KuA/45/85/2 / V- Ausf . 



- 2 - 

Die Warenbestände an Antiquitäten und Gebrauchtwaren des 
Objektes Mühlenbeck wurden in die Verkaufsaktivitäten ein- 
bezogen . 

Besonders gute Umsätze konnten mit folgenden Kunden er- 
reicht werden: 


- Fa. Aibell, Belgien 145 TVM 

- Fa. van Damme, Holland 125 " 

- Fa. Fühler, Holland 120 " 

- Fa. Intrac, Lugano 90 " 

- Fa. Sands, USA 525 " 

- Fa. Sabatier, BRD 80 " 

- Fa. Eibier, BRD 55 " 

- sonst. KD einschl. Galerie Merkur 60 " 


Nach einem sehr schwachen Sommergeschäft kann in Auswer- 
tung der Verkaufsgespräche eingeschätzt werden, daß sich 
die Nachfrage nach Antiquitäten und Gebrauchtwaren wieder 
stabilisiert. Die Kunden kaufen qualitätsbewußter, bes. 
auch als Folge der vorgenommenen Preiserhöhung für be- 
sonders gängige Erzeugnisse . 

Die Nachfrage nach hochwertigen Antiquitäten ist eben- 
falls wieder angestiegen. Aber auch hier ist die Qualität 
ausschlaggebend für die Durchsetzung hoher Preise. 

Erstmalig konnte mit piner ampri Vqni «^rbpn Firma «»in 
Geschäft im Direktexport abgeschlossen werden. Da alle 
gekauften Gegenstände aus dem Antiquitätenbereich kommen, 
also älter als 100 Jahre sind, fallen sie nicht unter die 
diskriminierenden US-Zollbestimmungen . Vom Verlauf dieses 
ersten Direktexportes wird es abhängen, ob diese Firma 
die Geschäfte mit KuA ausbauen wird. 

Mit allen Kunden aus Holland, Belgien und der ERD wurden 
gezielte Gespräche geführt bezüglich des Ausbaus des 
Kleinwarenumsatzes. Infolge der veränderten Warenstruktur 
- Rückgang des Möbelankaufs und Zunahme der Kleinware - 
macht sich die Koppelung zwingenderforderlich. 


Mit den Vertreterfirmen wurden die vorgesehenen Gespräche 
geführt über 

. die Markt- und Preissituation bei hochwertigen Anti- 
quitäten 


48 


3 




Dokument 4 c 


Kunst 

GmbH 


und Antiquitäten 


VD galosdii 


ipz lg 




Abschlußbericht 

über die Beteiligung der Kunst und Antiquitäten 
GmbH an der Leipziger Frühjahrsmesse 1986 


Abrechnung der Kennziffern 


Vertrags- 
bindung 
p . 15.3.86 
" 22 . 3.86 
" 31.3.86 


Kunst & 

Ant iquitäten 
TVM % 


8.557 29,3 
9.606 32,8 
10.105 34,6 


Brie fmarken 


9.273 92,7 
9.273 92,7 
9.273 92,7 


Brief- 

marken 

Jahrbücher 


1.4 10 
1 . 802 
1 . 802 


Ges amt 


1 9 . 240 
20.681 
21.180 


Valuta- 
gewinner- 
w i r t s c h . 
p . 15.3.86 
” 22.3.86 
" 31.3.86 


5 . 609 20,7 1 . 800 18 

6 .203 22,9 1.931 19,3 

7.546 27,8 2.969 29,6 


7.409 

8.134 

10.515 


Fondssi- 

cherung 


p . 15.3.86 
" 22.3.86 
" 31.3.86 

15.443 

14 .394 
13.895 

88 , 6 
88 , 6 
88,6. 

727 100 

727 100 

727 100 

Gewinnab- 
führung 
p . 3 1 . 3 . 86 
zur STAL 

6.750 

3 1 ,4 

2.730 30 

zur S TAL 

ZV 

6.750 

30,0 




9.480 31,0 

9.480 30,0 





VD 13/86/ H. /2 



- 2 - 


Messet ät igkeit 

I . Antiquitäten und Geb rauch tvaren 

Die gern. Messekonzeption vorgesehenen Geschäftsverhandlungen 
konnten mit Erfolg geführt werden, wobei mit einigen Kunden 
weit höhere Verträge als eingeschätzt abgeschlossen werden 
konnten. Besonders gute Umsätze konnten mit folgenden Kunden 
erreicht werden: 


IMAP, Italien 2 18 TVM 

Willemsen, Belgien 230 ** 

Aibell, Belgien 190 ** 

Stalco, Holland 55 " 

Intrac, Schweiz 187 *' 

Sabatier, BRD 230 ” 

Henkel, BRD 70 

Diesenberg, BRD AO '* 


Besonders erwähnenswert ist, daß für hochwertige Antiquitäten 
unsere P r e i s vo r s t e 1 1 ung en durchgesetzt werden konnten. 

Die in der Messekonzeption eingeschätzten Valutaeinnahmen per 
22.3.86 konnten nicht voll realisiert werden, jedoch liegen 
in Höhe von ca. 760 TVM Z ah 1 ung s a v i s e vor, die die Erfüllung 
der Zielstellung im Laufe der nächsten Tage gewährleisten. 

In Auswertung der Verkaufs- und Kon t ak t ge s p r ä c h e ist festzu- 
stellen, daß die Nachfrage weiter zunimmt. Besonderes Inter- 
esse besteht am Kauf hochwertiger Gegenstände (Möbel, Gemälde), 
aber gerade auf diesem Sektor gibt es nur begrenzte Möglich- 
keiten, der Nachfrage gerecht zu werden. 

Für den Sektor Gebrauch t waren konnten aufgrund erforderlicher 
K und e n s t r uk t u r be r e i n i gung en neue Kontakte zu Firmen in Belgien 
und Holland aufgenommen und Ve r k au f s t e r m i ne für April und 
Mai vereinbart werden. Nach wie vor ist dieser Markt der Auf- 
nahmefähigste nach der BRD. 

Zur Absicherung der kontinuierlichen Warenbereitstellung wur- 
den entsprechende Gespräche mit den I n 1 and s pa r t ne r n geführt. 

Im Ergebnis kann festgestellt werden, daß auf dem Gebraucht- 
warensektor die Tendenz des Vorjahres weiter anhält, d.h. 
steigendes Preisniveau im In 1 and s ankau f bei sinkender Qualität 
der Gegenstände. DasAngebot hochwertiger Antiquitäten ist 
weiterhin rückläufig. Ursachen sehen die Inlandspartner vor 
allem in einer starken Zunahme des illegalen Handels mit die- 
ser Ware. 





Dokument 4d 


Kunst und Antiquitäten GmbH 



Leipzig, den 4. September 1986 


VD Nr, 4o,/86/ &. Ausf • /Blatt 



Abschlußbericht 

über die Beteiligung der Kunst und Antiquitäten GmbH 



2 1. UeL 19B7 


an der Leipziger Herbstmesse 1986 


Abrechnung der Kennziffern 



Bereich I 

TVM 

Bereich II 
TVM 

Gesamt 

TVM 

Gewinnerwirtschaftung 

per 30.8.86 

18.626 

8.397 

27.023 

per 6.9.86 

18.780 

8.451 

27.231 

per 30.9,86 

20.310 

8.700 

29.010 

Vertragsbindung 

per 30,8.86 

20.010 

11.850 

31.860 

per 6.9.86 

20.716 

12. 100 

32.816 

per 30.9.86 

23.055 

12. 100 

35. 155 

Fondssicherung 

per 30.8.86 

4.630 

482 

5. 1 12 

per 6.9.86 

3 . 924 

482 

4.406 

per 30,9.86 

1.585 

482 

2.067 

Vertragsbindung 1987 

per 30.8.86 

- 

- 

- 

per 6,9,86 

- 

2.200 

2.200 

per 30,9.86 

- 

2.500 

2.500 

Fonds Sicherung 1987 

per 30.8.86 




per 6.9.86 

20,900 

- 

20.900 

per 30.9.86 

23.800 

- 

23.800 

Gewinnabführung 

per 30,9,86 

17.550 

7.348 

24.898 

zur STAL (Z) 

81,6 

80,7 

81 

zur STAL + ZV (Z) 

78,0 

72,8 

76 






VD 40/86/ Ausf. /Blatt 2 



Messetät igkeit 
Bereich I 

Die konzipierten Verkaufsverhandlungen konnten im Prinzip mit Erfolg geführt 
werden. Veränderungen im Kundenbesuch führten nicht zu Umsatzausfällen. 

Besonders gute Umsätze konnten mit folgenden Kunden erreicht werden: 


“ Fa. Aibell, Belgien 375 TVM 

“ Fa. V. Tiggelen, Holland 30 ** 

“ Fa. T’Kompass, Holland 45 *' 

- Fa. Sabatier, BRD 256 *' 

“ Fa. Boiland 6 Marotz, BRD 75 ” 


Nach einer sehr schleppenden Geschäftstätigkeit ist in Auswertung der Ver- 
kauf sgespräche einzuschätzen, daß sich die Nachfrage nach Antiquitäten und 
Gebrauchtwaren wieder belebt. Die Kunden aus Holland, Belgien und der BRD 
klagen besonders über das Ausbleiben der Händler aus Amerika, die aufgrund 
der politischen Situation einerseits und der Abwertung des US-Dollars ande- 
rerseits in den letzten Monaten nicht nach Europa gekommen sind. 

Unsere Abnehmer werden immer qualitätsbewußter, das bedeutet, daß restau- 
rierungs- und reparaturbedürftige Gegenstände immer schwerer absatzfähig 
werden. Hochwertige Antiquitäten sind nach wie vor gefragt und erzielen auch 
gute Preise, aber auf diesem speziellen Gebiet ist der Ankauf stark rück- 
läufig . 

Mit allen Kunden werden gezielt die Gespräche fortgesetzt, den Kleinwaren- 
umsatz auszubauen, da hier lieferseitig besonders gute Voraussetzungen be- 
stehen. Es ist auch weiterhin festzustellen, daß der Möbelanteil am Gesamt- 
warensortiment abnimmt. Da die Nachfrage nach Weichholzmöbeln unvermindert 
anhält, wird besonders die Abnahme eines bestimmten Kleinwarenanteils an 
diese Möbelgruppe gekoppelt. 

In Vorbereitung der Weihnachtszeit wird eine Belebung der Geschäftstätigkeit, 
wie sie sich jedes Jahr abzeichnet, erwartet. 

Unter Berücksichtigung des sich veränderten Warenangebotes werden Reserven 
durch Einbeziehung neuer Warengruppen auf dem Gebrauchtwarensektor und dem 
Gebiet der Neuproduktion erschlossen. So konnte mit der Firma Sabatier die 
Abnahme von Weißporzellan der Sächsischen Porzellanmanufaktur Dresden im 
Jahr 1987 für 1 Mio VE vereinbart werden. Nach Klärung der noch offenen Fragen 
(Preisüberprüfung, Sortiment) wird zwischen KuA und der Firma Sabatier eine 
schriftliche Vereinbarung abgeschlossen. Weiterhin wurde mit der Firma Sabatier 
der Ausbau des Exports von keramischen und gußeisernen Altöfen (die besonders 
im Raum Leipzig durch Sanierungsarbeiten anfallen) besprochen. Für 1987 
soll die Lieferung von Altöfen an die Firma Sabatier einen Wertumfang von 
ca. 0,5 Mio VE annehmen. 

Firma Sabatier bekundete auch Interesse am Bezug von 500 Straßenlaternen, die 
vom VEB Stadtwirt Schaft Kar 1-Marx-Stadt bereitgestellt werden. 


52 




Dokument 4 e 


Kunst und Antiquitäten 


Leipzig, d . 8 , 9 . 198^ 


Abschlußber i c h t 

der Leipziger Herbstmesse 1988 


im Ergebnis einer gründlichen Vorbereitung und z i c I t r c h i g c n 
Arbeit auf der Leipziger Herbstmesse 1988 kann per Mcsscendc 
die Einschätzung getroffen werden, daß der Außenhande I s be- 
trieb Kunst und Antiquitäten die Zielstellungen des Messe- 
planes insgesamt erfüllt hat. 

Darüber hinaus hat die Mob i I i s i e r ung des gesamten Detriebs- 
kollektivs durch staatliche Leitung^ Be t r i ebspar t e i organ i - 
sation und Be t r i eb s gewe r k s c h a f t s I e i t ung dazu geführt^ daß in 
den Expor tbere i Chen I und II noch ei nma I alle Mö q I i chke i t en 
beraten und Initiativen ergriffen wurden, um die durch den 
VEB Philatelie Wermsdorf eingetretenen Planrückstände per 
30. 9. und 31. 12. 1988 auszugleichen und Voraussetzungen für 

die zuverlässige Erfüllung von Plan und Ve r p f I i c h I [jnq des 
Ge s amt be t r i ebe s sowohl am Vorabend der Parteiwahlen per 
10. 9. als auch per Jahresende zu schaffen. 

Im einzelnen können folgende Ergebnisse tibge rechnet werden; 
j. Abrechnung der Kennziffern des Mes sep l a ne s 
siehe Anlage 


2 . Me s se t ä t i gke i t 
2.1. Bereich I 

Die in der Me s sekonzept i on vorgesehenen Verkaufsver- 
handlungen konnten mit Erfolg durchgeführt werden^. 
Folgende Vertragsabschlüsse wurden in der Me s sewoche 
erreicht : 

Kunde Land Vertrag s vve r t - J VM - 


Galerie Pro-Art 

BRD 

- 

Fa . 

Barthel 

BRD 


Fa . 

F i e hm 

WB 

90, - 

Fa . 

Reu 1 en s 

WB 


ra . 

Raze 1 

BRD 

77, - 

Fa . 

Ai be 1 

Hol 1 and 


Fa . 

van Darrme 

Ho 1 1 and 

5 ^ - 






Fa . Will ems en 
Fa. de Vos 


Belgien 
Hol I and 


in,- 

70 . - 


Insgesamt 


82P. - 


In Crundsatzgesprächen mit der Vertreterfirma der BRD 
sowie den Verkaufs- und Kont ak tge sprachen tni t neuen 
Interessenten bestätigte sich, daß die tiachfraqe nach 
Antiquitäten aus der DDR anhält. 

Hierbei ist zu bemerken, daß die Nachfrage nach hoch- 
wertigen Stücken und Möbeln weiterhin ansteigt, jedoch 
infolge des fehlenden Inlandaufkommens nicht befrie- 
digt werden kann. 

Der veränderten I n I andau f kommen s s t r uk t u r folgend, wurde 
die Vertreterfirma für die BRD darauf orientiert, sich 
stärker auf Abnehmer für Kleinware zu konzentrieren. 

Auf Leitungsebene wurden Verhandlungen mit dem VEB 
Staatliche Porzellan Manufaktur Meißen geführt, in deren 
Ergebnis Vor a u s s e t z ungen gegeben sind, mit einer attrak- 
tiveren Gestaltung des Angebotssortimentes in den Anti- 
q u I t ä t en -Ga I e r i en der Valutahotels t kns a t z s t e i qe r ungen zu 
erreichen. Hierzu wurde eine weitere Au f t r aq s spez i f i ka - 
t i on im Anschluß an die Messe in Meißen vereinbart. 

Durch Neuge s t a 1 t ung der Verkaufsräume im So r t imen t s he - 
reich Büche r /Gr a f i k in teipzig konnte eine qualitativ 
wesentlich bessere Aufbereitung und Präsentation der 
vorhandenen Bestände erreicht werden. 

Während der Messe wurden auf diesem Gebiet uinf ang re i che 
Gespräche geführt, in deren Ergebnis e i n z u s c ha t z et) ist. 
daß nach der LIM Verträge in flöhe von ca. ^00 1 VM abqe- 
sch I os sen werden können. 

2.2. Bereich II 

Die auf der Lff^ 1988 geführten Verhandlungen und Ge- 
spräche mit NSW-Kunden und I n I and s pa r t ne r n hatten das^ 
Ziel, die Planerfüllung des Bereiches per U). 9. und 

?1. 12. 1988 abzusichern und den Plananlauf für 1989 

vorzuberei t en . 

- Noch nicht erreicht werden konnte der vorgesehene 
Vertragsabschluß für Bernsteinlack. 

Die geführten Verhandlungen mit der f i rma Sand und 
der Firma Lüghau sen/ 1001 , BRD, führten zu keinem 
konkreten Ergebnis, da nach Einschätzung des Ver- 
handlungspartners für die Ma r k t vo r be r c i t unq noch ca. 

U Wochen benötigt werden, ehe ein Vertragsabschluß 
mö glich Ist. 


1 





Dokument 4f 


Kunst und Antiquitäten 1 . beptemoer 1303 


Abschlußbericht der Leipziger Herbstmesse 1989 


Im Ergebnis der Aktivitäten des Messekollektivs des AHB Kunst 
und Antiquitäten GmbH auf der Leipziger Herbstmesse 1989 kann 
die Einschätzung bekräftigt werden, daß der Außenhandelsbetrieb 
seine Abf ührungsverpf lichtungen gegenüber dem Bereich Kommer- 
zielle Koordinierung am Vorabend des 40. Jahrestages der DDR 
erfüllt und per 30.9. eine Valutagewinabführung von 77,8 % zur 
STAL, das sind 33.863 TVM tätigen wird. 

An der vollen Erfüllung der staatlichen Vorgaben per 31.12.89 
•'ird intensiv gearbeitet. 

ngesichert sind gegenwärtig noch ca. 2,o Mio VM Gewinnerwirt- 
schaftung im VEB Philatelie Wermsdorf. Unter Leitung des General- 
direktors wurde ein Arbeitsstab gebildet, der notwendige Maßnahmen 
trifft und kontrolliert, um die seit Juli 1989 eingetretene 
Untererfüllung im Bereich der Philatelie durch zusätzliche Ini- 
tiativen der anderen Handelsbereiche und im VEB Philatelie selbst 
aufzuholen. 

Entsprechend der Aufgabenstellung der Messekonzeption waren die 
Aktivitäten der Handelsbereiche sowohl auf den Abschluß von Ex- 
portverträgen mit NSW-Firmen. gerichtet - die Kennziffern Vertrags- 
bindung 1989 und 90 konnten überboten werden, dienten jedoch ins- 
besondere der Fondssicherung für 1990 und der Erschließung neuer 
Gewinnquellen zur Stabilisierung der Handelsbereiche und Schaffung 
der Voraussetzungen für die Steigerungsraten der kommenden Jahre. 

"it wichtigen Inlandspartnern konnten die Jahresprotok 0 1 1 e 1990 

ereits unterzeichnet bzw . we itgehend vorbereitet werden. 

Darüberhinaus wurde eine Vielzahl von Beratungen, so z.8. mit dem 
Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen, der Akademie der Wissen- 
schaften, mit deifl Generaldirektor der VOB National, mit Vertretern 
von Räten der Bezirke und der ÖVW geführt, die auf die Erschlie- 
ßung und Nutzung vielfältiger Möglichkeiten auf dem Gebiet der ma- 
teriellen und immateriellen Leistungen für den Export gerichtet 
waren. 

Im Ergebnis der LHM 1989 können folgende Ergebnisse abgerechnet 
werden : 






2 


^ . Ökonomische Aufgabenstellung 

1.1 Abrechnung der Kennziffern des Messeplanes und abgeschlossene 
Messe Verträge LHM 1989 im Verhältnis zur IHM 1988: 

siehe Anlagen 1 und 2 


1 . 2 Ergebnisse der Geschäftstätigkeit auf der LHM 1989 
1.2.1 Handelsbereich 1 

- Die in der Messekonzeption vorgesehenen Verkaufsverhand- 
lungen für Antiquitäten und Gebrauchtwaren sowie Bücher 
und Grafik konnten unter Einbeziehung des Objektes Mühlen- 
beck und der Läger/Verkauf Seinrichtungen der Inlandspart- 
ner mit Erfolg durchgeführt werden. 

Folgende Vertragsabschlüsse wurden in der Messewoche und 
Messevorwoche getätigt, wodurch eine Überbietung der Ein- 
schätzung per Messeende erreicht wurde (Bruttoangaben) 


Fa. Sabatier, BRD 402 TVM 

" Krumpeter, BRD 60 " 

” Boiland & Marotz, BRD 160 " 

" Eibier, BRO 34 " 

" Fiehm, BRD 78 " 

" Klinghofer, BRD 53 " 

" Stalco, NL 204 " 

" Aibell, NL 398" 

" Imap, Italien 295" 

" div. Kleinabnehmer 

und Galerieverkäufe 173 " 


- Mit der Vertreterfirma aus der BRO wurden Grundsatzge- 
spräche zu Fragen der Kundenstruktur, der Einschätzjjng 
des Umsatzes 1989 und der Vorausschau 1990 geführt. Im 
Vordergrund stand dabei wieder die Frage der Aufnahme 
neuer Kunden für den Bereich Möbel, die von KuA aufgrund 
des rückläufigen Auf kommens , insbes. bei hochwertigen 
Objekten, negativ beantwortet werden mußte. 


- Der Exportbereich Bücher/Grafik hat sich weiter stabili- 
siert. Die Messe bestätigte, daß der freie Ankauf die 
Nachfrage im Export nicht befriedigen kann. Es ist des- 
halb unerläßlich, die mit dem Ministerium für Hoch- und 
Fachschulwesen vorgesehene Vereinbarung kurzfristig zum 
Abschluß zu bringen, um in Zusammenarbeit mit den diesem 
Ministerium unterstehenden Bibliotheken Exportreserven 
zu erschließen. 




Dokumente 5 a 


Verkaufsreiseplan 

Monat August 



2, - 4.08.1988 

Fa. Fühler / NL 

2.8. Eink. Mühlenbeck 

PKW erf. 

Koll. Götze 

2.8.1988 

Fe . • Dennenberg / WB 
Eink. Mühlenback 


Koll. Walter 

3.8.1988 

Fa. Krumpeter / BRO 
Einkauf Mühlenbeck 


Kolln. Neuber 

5.8.1988 

Fa. Reulens / WB 

Eink. Meißen 

PKW erf. 

Kolln. Neuber 

9. - 11.8.88 

Fa. Sabatier / BRO 

PKW erf. 

Kolln. Neuber 

9.8.1988 

Fa. Wiehe / BRO 

Einkauf Mühlenbeck 


Koll. Walter 

9. - 10.8.88 

Fa. Marotz / BRD 

9.8. Eink. Mühlenbeck 
10.8. Eink. Meißen 

PKW erf. 

Koll. Wischer 

12.8.1988 

Fa. Rasel / BRD 


KOlln. Neuber 

16.8.1988 

Fa. Wanke / BRO 

Eink. Mühlenbeck 


Koll. Wischer 

16. - 19.8.88 

Fa. Stalco / NL 

19.8. Eink. -Mühlenbeck 

PKW erf. 

Koll. Schobert 

17.8.1988 

Fa. Osterod / BRO 

Eink. Mühlenbeck 


Koll. Walter 

19.8.1988 

Fe. Gründel / BRO 

Eink. Mühlenbeck 


Koll. Walter 

23./24.8.88 

Fa. Klinqhofer / BRD 
Eink. Mühlenbeck 


Kolln. Neuber 

23./24.8.88 

Fa. T’Kompas / NL 

PKW erf. 

KOll. Götze 

25.8.1988 

Fa. Meindl / BRD 

Eink. Mühlenbeck 


Koll. Hänold 

26.8.1988 

Caninenberg / BRO 

Eink. Mühlenbeck 


Koll. Walter 

31.8. - 2.9.88 

Fa. van Damme / NL 

31.8. Eink. Mühlenbeck 

PKW erf. 

Kolln. Neuber 

30.8. - 1.9.88 

Fa. Aibell / NL 

30.8. Eink. Mühlenbeck 

PKW erf. 

Koll. Hänold 


,y. iifiA, 


1 f »'v 





Verkdufsreisoplan Monat OKTOBER 1988 


4;; - 5.10.1988, 

Fa. T'Kompas/NL 

PKW erf. 

Keil. Schobert' 

4.10.1988 

Fa. Antik Shop/WB 

Eink. Mühlenbock 


iColl,' Walter 

4.10.1988 

Fa . OAnnenberg/WB 

Eink . Mühlenbeck 


Kolln . Neuber 

5.10,1988 

Fa. Haupt/BRD 

Eink. Mühlenbeck 


Kolln. Neuber 

6.10.1988 

Fa. Aibell/NL 

Eink. Mühlenbeck 


Keil. Hänold 

6.10,1988 

Fa. Feigenspan/BRO 

Eink. Mühlenbeck 


Kolln. Neuber 

10. 50.1988 

Fa. Meckis Basar/WB 

Eink, Mühlenbeck 


Kolln. Neuber 

11.10.1988 

Fa. Wankc/BRD 

Eink. Mühlenbeck 


Koll, Wischer» 

11.10.1988 

Fa. Interart/NL 

Eink. Hühlenbcck 


Koll. Schobert 

11. - 12.10.1988 

Fa. Krumpeler/BRD 

PKW erf. 

Kolln, Neuber 

12.10.1988 

Fa. Eibier 

Eink. Mühlenbeck/OLB 


Koll. Schobert 

12. - 14.10.88 

Fa. Fulwood/GB 

PKW erf. 

Koll. Walter 

13.10.1988 

Fa. Ullrich/BRO 

Eink. Mühlenbock 


Koll. Schobert 

13.10.1988 

Fa. Missal/BRO 

Eink. Mühlcnbeck 


Kolln. Neuber 

14.10.1988 

Fa. Dyrk flenkel/ORO 

Eink. Mühlenbeck 


Koll. schobert 

17. - 19.10.1988 

Fa. Sabatier/BRO 

PKW erf. 

Kolln. Neuber 

18.10.1988 

Fa. de vos / NL 

Eink. Zernsdorf 

PKW erf. 

Koll. Hänold 

18.10.1988 

Fa. Or. Stubenvoll/BRO 
Fink. Mühlenbeck 


Koll. Kappes 

18.10.1988 

Fa. Marot 2 /BRD 

Eink. Mühlenbeck 


Koll. Wischet 

19.10.1988 

Fa. Dannenberg/WB 

Eink. Mühlenbcck 


Kolli-Wolter 

19. - 21.10.1988 

Fa. Willemsen/Belqien 

PKW erf. 

Koll. Hänold 

20.10.1988 

Fa. Henkel/BRD 


■KoiO-r-Walteix. 

21.10.1988 

Fa. Klinghof er/BRO 

Eink. Mühlcnbeck 


KOlln. Neuber 

21.10.1988 

Fa, REha/BRD 

Eink. Mühlenbeck 

PKW erf. 

Koll . Schobert 


b-w- 

58 




Verkaufsreiseplan Monat; Januar 1989 


04.01.89 

Fa. Oannenberg/WB 
Eink. Mühlenbeck 

1 n 

Kolln. Neuber 


04.-06.01.89 

Fa. van Damme/NL 

4.1.89 Eink. Mühlenbeck 

Koll. Schobert 

PKW 

06.01.89 

Fa. de Vos/NL j 

i 

Koll. Hänold 

PKW 

10.-12.01.89 

r 

Fa. Willetnsen/Belg . , 

10.01.89 Eink. Mühlönbeck 

1 

Koll. Hänold 

PKW 

10.-11.01.89 

12.01.89 

Fa. Eibler/BRD 

Eink. Gera/Orochaus 

Fa. Diesenberg/ BRD 
Eink. Rostock 

1 

Koll. Schobert 

Koll. Walter 

PKW 

PKW 

17.01.89 

Fa. A & T /BRD 
Einkauf Gera 

1 

1 

Koll. Schobert 

PKW 

17.01.89 

Fa. Klinghofer/BRD 


Kolln. Neuber 


17.01.-18.01. 

Fa. T'Kompas /NL 


Koll. Götze 

PKW 

18.01.89 

Fa. Reulens /WB 

Eink. Mühlenbeck 


Kolln. Neuber 

PKW 

19.01.89 

Fa. Jennrich/BRD 
Eink. Mühlenbeck 


Kolln. Neuber 


20.01.89 

Fa. Bartel/BRD At 

Eink. Mühlenbeck 8. 

holung 
30 Uhr- 

1 

Koll. Walter 
Palasthotel 


20.01.89 

Fa. Weber/WB 1 

Eink. Perleberg 

1 

1 

Koll. Hänold 

PKW 

24.-26.01.89 

Fa. Sabatier/BRD 


Koll. Hänold 

PKW 

24.-26.01.89 

Fa. Aibell/NL 




24.01.89 

Fa. Galerie pro Art 
Eink. Mühlenbeck 


Koll. Wischer 


26.01.89 

Fa. Haupt/WB 

Eink. Mühlenbeck 


Koll. Weiter 


27.01.89 

F a . Marot 2 / BRD 
¥ink. Mühlenbeck 


Koll. Wischer 


30.01.-02.02 

Fa. Stalco/NL 

30.01. Eink. Mühlent 

leck 

Koll. Schobert 

PKW 

31.01.-01.02 

Fa . Fühler/NL 


Koll. Götze 

PKW 


Eintragung been(|et 





VSE Dienstleistungskombinat BT Gebtvv. 

Kmst . , Sitz *<erdau v 5 


Exnorterlöse III. Quartal 1989 VEB DLK BTGw Kmst. 



28.6.89 33o355 6.7.89 Aibell 9o747 42.1oo.— ^ 

ii n Qn7/1Q 



33o356 

11 

11 

9o749 

54.430. 

iy 


33o357 

11 

II 

9o75o 

8.000. 

1 / 


33o358 

11 

11 

KLW ^ 

46 . 54o . 

— ly' 


33o36o 

11.7.89 


<3qQ]-9 

14.100. 

— V 


330364 

17.7.89 

Sabatier 

96556 

41.255. 

— 


33o37o 

6.7.89 

Stalco 

9o658 

42.270. 

— 1 / 

21.7.89 

330372 

3.8.89 

Aibell 

9o756 

67.870. 

— 1/ 

27.7.89 

330373 

11 

11 

9o757 

35 . 7oo . 

— U 

27.7.89 

330374 

11 

n 

9o758 

17.035. 

— 1/ 

21.7.Q3 

330375 

11 


90759 

27.470. 

— 1/ 

3.8.89 

330377 

11 

9 0 585, 

14.720. 

—i/ 

5.6.89 

330335 

30.3.89 


9o^S£ 

14.500. 


27.7.89 

330384 

11 

Aibell 

9o7^3 

6 . ooo . 

31.8.39 

330389 

31.8.39 

11 

9o771 

45.530. 

— 

31.0.39 

330392 

5.9.89 

Aibell 

9o772 

94.440. 

— V 

29./30.9. 

33o39o 

II 

KuA 

KLW 

6 l. 32 o. 

— iy 

31.3.39 

§30391 

II 

Aibe} 1 

9o773 

16 . 7oo . 

— (/ 

12.9.69 

330399 

2.10.39 

de V o ß 
Aibell 

9o782 

5.2oo. 

— 1/ 

26.9.89 

33o4ol 

2.10.89 

Yennrich 

KwX 

5o . 99o . 

— V 

n 

33oAo2 

11 

KuA 

KL vi/ 

5 . loo . 

— w 

O 2Q G G 

i— ^ • y • W 

33o4o7 

11 

Aibell 

9o785 

73.42o. 

— 

It 

33o4o8 

11 

II 

9o786 

46 . 250 . 

— -U 

t1 

33o4o9 

11 

11 

9o787 

32 . 145 . 

— 1/ 

n 

33o4o4 

11 

Reulens 

96713 

28.350. 

— K 

11 

33o4o5 

11 

11 

96714 

2o . 000 . 


11 

33o4o6 

11 

11 

96715 

7.155. 

—V 


918.590.— 






ETG»V Kmst., aitz 


uero.r 


Exporterlöse II. Quartal 1989 VEB DLK BTGW 

Kmst . 

Betrag 

Verkauf 

Re .Nr. 

Re.Dat . 

Kunde 

EA 

5./6.4.89 

330282 

18.4.89 

KuA 

KAX 

52 .900. — 

6.4.89 

330283 

13.4.89 

Stalko 

EA 90637 

2o . 7oo . — 

11.4.89 

33o288 

13.4.89 

Ai bell 

EA 9o728 

166 .290. — 

11.4.89 

33o29o 

13.4.89 

Aibell 

EA 90729 

12.500. — 

11.4.89 

330291 

13.4.89 

Fühler 

EA 9o568 

1.2oo. — 

26.4.89 

33o3oo 

28.4.89 

Reulens 

EA 

17.145.— 

26.4.89 

33p3o5 

I0.5.89 

Reulens 

EA 96677 

60. 5oo. — 

28.2.89 

33o3o6 

I0.5.89 

Fühler 

EA 90563 

12 . 000 . — 

26.4/4.5. 

33o3o7 

10.5.89 

IMAP 

EA 92536 

23.730.— 

17.5.89 

330321 

23.5.89 

Stalko 

EA 90643 

13.760.— 

18.5.89 

33o324 

23.5.89 

Kua 

EA 89006 

50.135.— 

17.5.89 

330325 

23.5.89 

Stalko 

EA 90645 

24.2I0.— 

17.5.89 

330322 

23.5.89 

Stalco 

EA 90644 

49.8I0.— 

24.5.89 

330327 

5.6.89 

Aibell 

BA 9o739 

14.000 . — 

24.5.89 

330331 

5.6.89 

Aibell 

SA 9o737 

58.310.— 

24.5.89 

330332 

5.6.89 

Aibell 

EA 9o738 

83.100.— 

2.6.89 

330334 

8.6.89 

Reulens 

EA 96686 

5o . 69o . — 

29.5.89 

330335 

8.6.89 

Aibell 

SA 9o745 

37.660.— 

28.6.39 

330353 

3.7.89 

Aibell 

EA 9o748 

74.170.— 

28.6.89 

330354 

3.7.89 

Aibell 

EA 90751 

5 . 000 . — 


827.810. 





!♦ Quartal 1989 


Verkauf 


16./17.1. 

It 

24./25.1. 

25.1. 

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28.2. 

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II 

II 

II 

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8.3.89 

II 

21.3.89 

3.4.89 


Re. -Nr. Re.Dat . Kunde EA Betrag 


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330223 

330227 

33o228 


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330244 

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330245 

330246 

330248 

330249 

330258 

330259 

33o26o 

33o27o 

330276 


9.1.89 

KuA 

9.1.89 

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30.1.89 

Aibell 

11 

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4.2.89 

Aibell 

11 

II 

28.2.89 

KuA 

1.3.89 

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10.3.89 

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Aibell 

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3.4.89 

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Sitz Werdau 

Exporterlöse IV. Quartal 1988 

VEB DLK BTGW Kmst. 

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Betrap 

Verkauf 

Re.Nr. 

He.Dat . 

Kunde 

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31. 10.88 

330164 

8.11.88 

Aibell 

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31. 10.88 

330163 

8.11.88 

Aibell 

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112 . 770 .— 

25 . 11.88 

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7.11.88 

KuA 

KWL 

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330159 

7.11.88 

IMAP 

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31.280.— 

25 . 10.88 

330156 

4.11.88 

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Heulens 

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7.12.88 

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13.12.88 

Aibell 

80598 

57.220.— 

7.12.88 

33o2o6 

13.12.88 

Aibell 

80600 

13 . 740 .— 

7.12.88 

33o2o5 

13.12.88 

Aibell 

80599 

16 . 270 .— 

7.12.88 

33o2o7 

13.12.88 

Aibell 

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27.390,- 

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17.750,- 

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20.000,- 

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VE8 (8) Dienstleistungskombinat 

Korl-Morx-Stodt. -.tz Werdau 
-BT Gebrauditwaren- 
9002 Korl-Morx-Stodt 
Elisenstraße 35 
Telefon: 41745. Postfach 10 


67 



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VEB (B) PLntm und Gebrccuditujaren Gera 

6503 Gera-ßangenberg. uon’OssietzQy-Straße 32 

Q'evnruf: Gera 2931J 






Kunst-u. Antiquitäten 
GmbH Berlin 

- Gen. Kopmann - 

Kastanienallee 19 

Mühlenbeck 




fms., I 







1409 




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Ihre Zeichen 


Betreff 


ihre Nachricht vom 


Unsere Zeichen 

Po. /He. 



Datum 

12.07.89 


Abrechnving der jgcportleistunr;en im I. und I-l. Quartal 1989 
Werter Genosse Kopmann ! 


Im I. und II. Quartal 1939 vnirden durch den VEB Waren in 
folgenden Umfang bereitgestellt; 

Rechnung Gesamt 


I. Quartal 01-43/39 

II. Quartal 44-95/39 

Planmäßige Warenbereit stell un;;. 
It. Jahresprotokoll 
Ist-Bereitstellung 
+ Übererfüllung II. Quartal 

Pr ämi enmi 1 1 e 1 Zuführung 
It. Vereinbarung Jahr ges. 
Erfüllung in yS 
Prämienmittelbereitstellung 
für I. Quartal = 20 vo 
./. Untererfüllung 
(2,23 z 1,5 = 3.3) 
für II. Quartal = 25 


560.756,05 y 
576.456,00 y 

I. 

575.000,00 Ivl 

560.756.05 M 

1 . 456.00 M 

562.212.05 M 

39.375,00 M 
97,77 

7.875.00 M 
7 . 6 i 5 iOg_y 


II. 

575.000,00 M 
576.456,00 iw 

57r:45'6",öö"l 

39.375,00 U 
100,0 


Gesamtsumme für das I. und II. Quartal 


17.459,00 M 


Ich bitte Sie, die Prämienmittel auf unser Konto bei der 
Staatsbank der DDR, Kreisiiliale Gera, Kto . 4561-14-547372 


zu überweisen. 


Anlage 



Bankkonto: Staatsbank. 
Kreisfiliale Gera 
Nr. 4561-11-547 
6N: 92890630 


VSt. „Saskia** 

6500 Gera 
ZschochernstroBe 36 
Fernruf 26932 


VSt .Am Frauenpion 
5300 Weimar 
Frauentorstraße 19 
Fernruf 3633 


VSt. Gebrouchtmöbel 
6503 Gero-Longenberg 
von-Ossiegky-Stroße 32 
Fernruf 29351 





I. Quartal 


Monat Januar 


Pa* A + T 

04 

Koll. Wen dt 

04 

Koll. Walter 

09 

Pa. van Damme 

05 

Pa. van Damme 

05 

Abkauf Geldscheine 

10 

Pa. Eibier 

12 

Pa. Eibier 

12 

Pa. Ei bl er 

12 

Abkauf Geldscheine 

18 

Pa. -■. + T 

17 

Pa. + T 

t? 

Pa. Eicler 

13 


Monat Februar 


Pa. Barthel 

03. 

Pa. Stalco 

02. 

Pa. Stalco 

02. 

Fa. Stalco 

02. 

Pa. Stalco 

02. 

Abkauf Geldscheine 

15. 

/Sükauf Geldscheine 

15. 

Pa. Elßler 

14 

Pa. Bibi er 

14 

Pa. So bat i er 

14 

Pa. Sa Datier 

14 


01. 

89 

21.200 ^ 

01. 

89 

7.060 

01. 

39 

B.OOO ^ 

01 . 

89 

12.348 ^ 

01. 

89 

26.340 

01. 

89 

3.800,30 c/ 

01. 

89 

I5.74?j 

01. 

89 

6. 330 ()^(p ^ 

01. 

89 

I.625J 

01. 

89 

10.206 

01. 

89 

9.010.^ 

01 . 

39 

5.105 ^ 

01. 

89 

4.500 



131.235,30 

• 

C\l 

O 

89 

31.250 ^ 

• 

C\J 

O 

89 

22.000 1/ 

02. 

89 

22.5701/ 

02. 

89 

24.000 U 

02 • 

89 

27. 500 1/ 

02. 

89 

1.592,30 y 

02. 

89 

13.667 ,95 Ci/ 

02. 

39 

20.670 U 

02. 

39 

4.385 l/' 

02. 

89 

4.015 ^ 

02. 

89 

1.200 ^ 



192.550,75 

72 

1 





II. Quartal 


Monat April 


Abkauf Geldscheine 

13. 04. 89 

10.405 J 

Abkauf Briefmarken 

09.04.89 

5.714 

Pa. Stalco 

12. 04. 39 

8.930 

Pa. Stalco 

12. 04. 89 

37.000 t/ 

Pa. Stolte 

18. 04. 89 

9.170 

Abk. Geldscheine 

25. 04. 89 

3.029 v/ 

Pa. Barthel 

18. 04. 89 

25.000 ^ 

Pa. Sabatier 

26. 04. 89 

2.740 U 

Pa. Bibler 

25. 04. 89 

17.122 ^ 

Pa. Eibier 

25. 04. 89 

4.967, ^ 



124.077 

I.Ionat I.lai 



Pa. de Vos 

02. 05. 89 

11.500 V 

Abkauf Bücher .Koll.‘./endt 

02. 05. 89 

8.485 

Pa. Sabatier 

09. 05. 89 

1.310 1/ 

?a. van Damme . 

09. 05. 89 

1 6. 545 i/' 

..bkauf Geldscheine 

11. 05. 89 

11.601 

Pa. Van Damme 

09. 05. 89 

36.920 U 

-•v bkauf .-.ktien ,?f arjc br iei e 

15. 05. 89 

600 4/ 

Pa. Stolte 

12. 05. 89 

10.350 1/ 

Pa. Stolte 

12. 05. 89 

5.500 

^•Pokauf Bücher-/ Graphiken 

1 G . 05 . 89 

Io. 9951/ 

(hendt) 



..bkauf Gädscheine 

17. 05. 89 

1.402 L/ 

I'a. Piehra 

17. 05. 89 

15.634 i/ 


73 




I, Quartal 




Monat März 



Pa. Piehm 

• • 02 . 03. 89 

27 . 167 ^^ 

Pa. Pieh9 

02. 03. 89 

7.710 

Pa. Willensen 

02. 03. 89 

22.600 V 

Pa. Stolte 

02. 03. 89 

1-675 

Abkauf Eoll. Marz 

02. 03. 89 

2.200 V U- 

Abkauf Koll. Wendt 

03. 03. 89 

6.500 1/ 

Pa. A + T 

07 . 03. 89 

19.505*^ 

Pa . ü + T 

07 . 03. 69 

1.220 i/ 

Pa. Sabatier 

07 . 03. 89 

2.510 ^ 

Abkauf Koll. IJarz 
Arbeitskraf tmasch. 

10. 03. 39 

15.000 

^ Pa. Stolte 

C 

03 . 03. 89 

1.700 

Bücherabkauf 

Koll. Wendt 

21, 03. 89 

2 . 300 . 1 ^ 

Pa. IMAP 

22. 03. 39 

36.550 

Abkauf Geldscheine 

22. 03. 89 

6.798 

Pa. Piehm 

23. 03. 89 

17.835 ^ 

?a. Piehm 

23. 03. B 9 

2.200 

Abkauf Koll V/alter 

23. 03. 89 

630 t/ 

Pa. Van Damme 

28. 03. 39 

11.470 i/' 

Pa. van Damme 

05. 04. 39 

27 . 000 «^ 

Pa. van Damme 

05. 04 . 89 

23.500 




6 ,- 000 ,^ 



236.620 




XX« •«LUs^iisX 


Pa. Piehm 

17. 05. 89 

6.580 

Pa. Pulwooc 

17. 05. 89 

2.000 ^ 

Koll. Irmscher 

10. 05. 89 

13.195 

Monat Juni 


163.117 

Pa. Stalco 

01. 06. 89 

5.180 

Pa. Stalco 

01. 06. 89 

22.800 1/ 

Pa. Stolte 

01. 06. 89 

8.000 

Abkauf Geldscheine 

09. 06. 89 

5.327 Lf 
3.645 J 

Pa. Sabatier 

08. 06. 89 

7.225 ^ 

Pa. IlL'i? 

20. 06. 89 

42.120 / 

Pa. Eibier 

22. 06. 69 

20.911 ^ 

?a. Eibier 

22. 06. 89 

3.465.L/ 

Pa. van Damme 

22. 06. 89 

9.780 \/ 

Pa. van Damme 

22. 06. 89 

7.550*^ 

Pa. van Damme 

22. 06. 89 

30.000 U 

iPokauf .Uctien 

28, 06« B9 

7.575 c/ 

Abkauf Gelds che ii'ie 

28. 06. 89 

1ü.177 J 
6.400 ^ 

P'i. Stalco 

28. 06. 89 

30.300 \/ 

lücaerabkauf Leip 2 i£: 

29. 06. 89 

19.030~) 1/ 

i.oooj 

Dücher abkauf 

23. 06. 89 

Pa. Piehm 

30. 06. 89 

30.978V 

Pe 1 GS ch eine bkau f 

30. 06. 89 

3.144 J 

Pa. Piehm 

30. 06. 89 

4.555£/ 

..bicauf Koll. Walter 

30 . 06. 59 

I. 5501 V 



2u9.262 




1184 


Dokumente 6 a 



P. Held A E. Gockeln^ Am Grunenberg 14, M70 Höxter H - Ottbergen 


Kunst- und Antiquitäten GMBH 
Internationaler Geschäfte für 
Ex-u. Import von Kunstgegenständen 
Französische Straße 15 


Bomäne Blankenau 

Peter Held & Elmar Gockeln 
5472 BEVERUNGEN I 


1080 Berlin 


Tel. (05275) 5511 priv. (05275) 201 


DDR 


13. Juli 1989 go 


Handels- und Ausfuhrbedingungen bzgl. Antiquitäten 


Sehr geehrte Damen und Herren! 


Durch die ständige Vertretung der DDR in Bonn-Bad Godesberg 
erhielten wir Ihre Anschrift. Wir möchten gern mit der DDR 
in Geschäftsbeziehung treten und sind speziell an dem Erwerb 
von Antiquitäten interessiert. 

Bitte geben Sie uns Kenntnis und Informationen über die ent- 
sprechenden Handelsbedingungen und Ausfuhrgenehmigungen von 
Antiquitäten aus der DDR. 

Für Inre Bemühungen danken wir recht herzlich und verbleiben 


m.it freundlichen Grü.ßen 
KUNST & ANTIKGEWÖLBE 
Peter Held + Elmar Gockeln 

1 . A . 0. (oJWu. 

-1 . Gockeln- 



Bankkonto ; 

Volksbank e. G. Ottbergen - Bruchhausen 




ANTIEKGROOTHANDEL ^-1 II JJ U // / 

export importi 'Till/ell Hollancl UM 





5 




Kunst und Antiquitäten GiabH 
Französische Straße 15 

Berlin 

1080 

DDR 


Münster, d. 17«08.1989 



Bezug von antiken Möbeln aus der DDR 


Sehr geehrte Damen und Herren! 

Seit einiger Zeit betreibe ich in Münster ein Groß- u. Einzel- 
handelsgescgäft mit Antiquitäten, -insbesondere mit Möbeln in 
iVeichholz wie Kiefer, Tanne, Fichte usw. 

Einen Teil meiner Ware möchte ich in Zukunft aus der DDR be- 
ziehen, ggf. auch Auslandswaren. 

Ich wäre Ihnen sehr dankbair, wenn Sie mir Informationen über 
die genaue Abwicklung, wie z.B. Anschriften der für uns zutref- 
fenden Außenhandelsstellen, Zahlungsmodus, Warentransport und 
Einreisebestimmungen zwecks aussuchen der Ware, zusenden würden. 
Auf eine baldige Nachricht von Ihnen würde ich mich sehr freuen. 


Mit freundlichem Gruß 



Anlage : Kopie unserer Gewerbeanmeldung 

I 78 





MW IIOM.miI » (♦('kKi »K-r ( 

1 (irninl’'' v--tl.iq W Kohlhanift’ri Nr>r>i<i'i 



nach§l4G««K>oderf S5cGe«»0 | BKI» mH S ch rlbrn tO Hn» oämftn Btectoggfnwirtfcwdjo 

imd gut I— bf wa fffltan •emii» dw imr»»lnd«n K— tct fn nkrxan. 


I Gewerbe*Anmeldung 

Anr.«K*n Bei Pefsonengesellschaften {z. B. OHG) ist für jeden geschäftsföhrenden Gesellschafter ein eigener Vordruck auszufüllen, 
zum Bei juristischen Personen (z. B. GmbH) ist bei Feld Nr. 3 bis 1 0 und Feld Nr . 30 und 3 1 der gesetzliche Vertreter anzugebea 

Betriebs* Bie Angaben für weitere gesetzliche Vertreter zu diesen Nummern sind auf der 

Inhaber Rückseite des Vordrucks I I oder einem Beiblatt I oder wetteren Vordrucken 

1 I Im Handels-. Genossenschafts- oder Vereinsregister eingetragener Name 1 2 1 Oft und Nr. der Eintragung Gewerberegister Nr. 

1 


rb I Familienname 


5 i Geburtsname (nur bei Abweichung vom Familiennamen) 



4 I Vornamen 

Bu^kha>»d 


Geburtsname der Mutter 


^ Geburtsdatum 


Geburtsort (Ort Kreta, und) 


9 1 Staatsangehörigkeit 

deutsch El_ andere: 

10| Anschrift der Wohnung und Teieton-Nr. 

out insei 19, ^‘^-00 Miinste-r' 


1 1| Zahl der geschäftsführenden Gesellschafter <nur bei peraon e ng ea e is matien): 

Angaben zum Betrieb zahl der gesetzlichen Vertreter mur bei iur»«»chen Peraoneni: 

^2\ Anschrift der Betriebsstätte und Telefon-Nr. 

4400MOnster , Insel 19 

13j Anschrift der Hauptniederlassung und Telefon-Nr. 


I4j Anschrift der früheren Betriebsstätte 

15 Angemeldete Tätigkeit (genau angeben: z B Hersleauog von Möbeln. Elekaomlallaliofteo und Elektroeinzelhandei,Groehandelmi| Lebensmitteln uaw.) 

- v.nc? ^fr.relharicei mit Ar,tinuität er. 


1 7 Datum des Beginns der angemeldeten Tätigkeit 


18 Art des angemeld eten Betriebes 

Industrie Handwerk | 

Die ^ . 

Anmeldung einen selbständigen Betrieb 

wird r— 

erstaltet ± 1 . em Automaten- , 

für aufsteiiungsgewerbe | 

Wegen — Neuerrichtung . 


Wegen — Neuerrichtung — 

des Betriebes 

26 Name des früheren Beiriebsinhabers naiis beKannu 


i 9 | Anzahl der voraussichtlich im angemeldeten Betrieb 
Handel • Sonstiges beschäftigten Arbeitnehmer 0 

eine Zweigniederlassung eine unselbständige Zweigstelle 

p II 

I ein Retsegewerbe 

24 | Übernahm^eines bereits bestehenden Betriebes u b durch Kauf. Pacht Efbioige. I 


Änderung der Rechtslonn. r 
GeseHschafteremtntt) 



Falls der Betriefasinhaber für die angemeldete Tätigkeit eine Erlaubnis benötigt, in die Handwerksrolle einzutragen oder Ausländer ist: 
128 Liegt eme Erlaubnis vor'? | Ja. erteilt am/von ©ehordei ’ 


29 Liegt eine Handwerkskarte vor? 


Ja. ausgestellt am/von (Handwencskammeri : 


30 Liegt eine Aufenthaltserlaubnis vor? Ja. erteilt am/von Behörde): 

Nein 

. . ... enthält folgende Auflage oder Beschränkung; 

Die Adlenthaitserlaubnis enthalt keine I — ^ 

Auflage oder Beschränkung 

Bitte die Hinweise auf der Rückseite beachteg^gj^n^^ 

Diese Anzeige wird gemäß § 15 Abs 1 G 5^ beWheintfCx . 


»(..i-i-nQSacDu''’ OV 


Z^/c^.U 


[ / I. A.’ i 


Empfangsbescheinigung 
für den Anzeigepflichtigen 















c 



/ J^ärme ü. Wohnen j 


n 

A, Ahrenbog • Warendorferstr. 167 • 4400 Münster 


Kunst und Antiquitäten GmbH 
Antiquitäten-Galerie 
Kastanienallee 19^20 
DDR - 1409 Mühlenbeck 


Inh. A. Ahrenbog 
Warendorferstr. 167 
4400 Münster 
Tel.:02^I^h 3 72 38 , 








Eing \ MärZ iBbS 


J 


Münster , 10.3.89 


Sehr geehrte Damen und Herren, 

Ihre Ständige Vertretung in der BRD gab uns Ihre Adresse , 
mit der Bitte, uns an Sie zu wenden. 

Wir interessieren uns für Möbel-Antiquitäten, sowie für 
Silber aus den Epochen ** Jugendstil und "Art Deco". 

Nun stellen sich uns folgende Fragen: 

Besteht die Möglichkeit, daß wir uns Antiquitäten be- 
wußt aussuchen können, oder wird uns eine bestimmte Mengen- 
einheit, die nicht von uns zusammen gestellt wurde, an- 
geb ot e n ? 

Wenn wir uns Antiquitäten aussuchen können, an welchen 
Ort müsse/? wir uns begeben , und wie wird der Zahlungs- 
verkehr abgewickelt? 


In der Hoffnung auf eine baldige Antwort bedanken wir uns 
im Voraus und verbleiben 


mit freundlichen Grüßen 



Volks bank Munster BLZ 401 600 50 Kio. 61 7 692 000 

I 80 I 




£3 


inMl 

Kunst & Antiquitäten 
im Filstal 

RENATE SCHÖMIG 
TELEFON 07162/41133 
VORDERE STELLE 2 
7334 SÜSSEN 


Herrn 

Generaldirektor Parken 

c/o Kunst und Antiquitäten GmbH 

Kastanienallee 19/20 




n 


DDR 1409 Mühlenbeck 


Sehr geehrter Herr Generaldirektor, 

vorerst möchte ich mich sehr herzlich für die freundliche 
Aufnahme in Ihrem Hause und das interessante Gepräch mit 
Ihrem sehr geehrten Herrn Direktor Kappes bedanken. 

Inzwischen hat mich Herr Seidel (IVECO/Ulm) darüber in- 
formiert, daß Sie nunmehr eine Möglichkeit zum Aufbau ei- 
ner tragenden Geschäftsverbindung sehen. 

Ich wäre an einer Abnahme von Antiquitäten und sog. Altware 
in den Bereichen: furnierte Möbel, Weichholzmöbel, Klein- 
und Postenware, etwas Bilder und Uhren interessiert. 

Eine Rechnungsregulierung könnte in DM Noten sofort erfol- 
gen, da dies im Gegensatz zur AE-Carte die kostengünstigere 
Alternative wäre. 


Als Beilage darf ich Ihnen Fotokopien der Pässe meines Man- 
nes und mir übersenden und Sie um die Liebenswürdigkeit bit- 
ten, die Ausstellung der beiden Visa veranlassen zu wollen. 


Für Ihre Bemühungen verbindlichsten Dank im voraus. 


Mi freundlichen G» Ben 



Renate Schömi'g-Bifedennann 





KREISSPARKASSE GÖPPINGEN 
KTO 72L5867 (BLZ 61050000) 
GESCHÄFTSZEITEN 
MONTAG GESCHLOSSEN 

niFNSTAG MITTWOCH. DONNERSTAG 13 30- 18 00 UHR 






JÜRGEN SEIDEL 

MITGLIED DES VDRSTANDES 
IVECO MAGIRUS AG 


Kunst- und Antiquitäten GmbH 
Intern. Gesellschaft für 
den Export u. Import von 
Kunstgegenständen u. Antiquitäten 
Französische Straße 15 

DDR-1080 Berlin 


D-7900 ULM/DONAU 

ECHiLLEnSTnASSE 2 
TEL 073W104C85 
104087 

3. Mai 1989 


Kunsi UTiw Aniiciuilsssan 
Crr-bH 

j ^‘"9 I 1. Mai 1339 


Ihr Schreiben vom 20.4.1989 


Sehr geehrter Herr Kappes, 

ich bedanke mich für Ihre Zuschrift vom 20.4.1989 und übersende Ihnen 
beigefügt für die Familie Biedermann die Angaben für die Visumer- 
stel 1 ung . 

Ich freue mich sehr, daß Sie der Familie Biedermann Gelegenheit 
geben, Ihre Galerie zu besuchen und die Geschäftsbeziehungen mit 
Ihnen aufzubauen. 

Für heute bin ich 


mit freundlichen Grüßen 








HARALD BERGER 

DIPL.-ING. CFH3 


MÖBELDESIGN 

INNENEINRICHTUNGEN 

ANTIQUITÄTEN 


UFERPROMENADE 37 
D-77S8 MEERSBURG 
TELEFON C0 75323 5193 


Kunst und Antiquitäten GmbH 
Französische Straße 15 


DDR 1080 Berlin 



Sehr geehrte Damen und Herren, 

von der Handelspolitischen Abteilung - Ständige Vertretung der 
Deutschen Demokratischen Republik - in Bonn, wurde ich an Sie 
verwiesen . 

Ich handle seit Jahren mit Antiquitäten in der BR Deutschland, 
speziell Möbel des 17., 18, und 19. Jahrhunderts und bin an 

Einkäufen, auch größeren Umfanges, interessiert. 

Bitte geben Sie mir hierüber Information, auch falls negativ. 
Ihre entstehenden Unkosten werde ich selbstverständlich über- 
nehmen (Telefon, Porto etc.). 

Mit freundlichen Grüßen 

H . Berger 


83 




ANTIK-Eck 



Inh. Heinnann W, Budde 
Breite Str. 2o 
4920 Lemgo 

Kunst und Antiquitäten GmbH 
Französische Str, 15 
loSo Berlin 
DDR 



Lemgo, den 11. Oktober 1988 


Betr, : Kauf von Antiquitäten 
Sehr geehrte Damen und Herren ! 

Seit Jahren betreibe ich ein Antiquitätengeschäft und 
interessiere mich für Weichholzmöbel bis 192o, Esche- 
und Kirschmöbel ua. aus der Biedermeierzeit aber auch 
für altes Glas, Spielzeug uva, 

Bitte teilen Sie mir mit, ob ich auch als "Kleiner" 
bei Ihnen di^rekt Einkaufsmöglichkeiten habe. 

Im voraus Vielen Dank. 


y 









G^4^aeKtum- G^itiä 








^haJ^owjii . &eidMt. 17 . (04721) 52373 . 2190 ^uxRaven 


"ma 

:on 

ipfad 8 


:f>rlyr Rottland 14 a 

*2589 NORDHOLZ 
(04741) 32 34 


DO Berlin 33 


Tag: 


04. Februar 1988 


auf Handelsbeziehungen 
ir geehrte Damen und Herren, 

::h Auskunft der Kunst- und Antiquitäten GmbH in Miihlenbeck 
"'d der Geschäftsverkehr mit der DDR über Ihre Firma 

tätigt . 



it 8 Jahren kaufe ich regelmäßig Sterlingsilber und Schmuck 
England und verkaufe an Antiquitätenhändler im gesamten 
idesgebiet. Gleichzeitig betreibe ich in Cuxhaven einen 
t iq uitäten-Einzelhandel. 

fgrund der Nachfrage möchte ich mein Sortiment durch Porzellan, 
■nälde und Kleinmöbel erweitern. 

ne Handelsbeziehung dürfte aufgrund der bisherigen Umsätze 
r ide Seiten int eressant-sein. 

h bitte Sie, meinem Antrag zu entsprechen und erwarte 
rne Ihre Antwort. 


chachtungsvoll 



86 




I 






'2^'<€L c & />^;^/ 

c «yz^ ***^ 





^ÜJLl^ieJ-^ 


^ . 











Kunöt und Antiijuitäten in der Kommende 



Inh.: Irmgard und Barbara Bartel 


5300 Bonn 3 (BeneO, 
oberiutreler Straße 10 


Kunst und Antiquitäten 
Französische Str. 15 

DDR-1080 Berlin 


Kommend« Rameniorf 

Telefon loiitl 4amu und 440716 

Telefax: 02^28/ 44 44 00 


AHB-Kontor 52-10 
Vorg. Nr. 85258 A 

Sehr geehrte Damen und Herren, 


> 


Kunst und Antlquitöton 
GmbH 


Bng : /I 9. Dez. 




inszwischen hat uns der Nachtrag zu Ihrer Rechnung erreicht^ 
somit hat sich unser Schreiben vom 07*12.88 erledigt. 



Wir bedanken uns und freuen uns schon auf den nächsten 
Einkauf ste rmin . 


Mit freundlichem Gruß 


W. Bar^l 






Firma 

Kunst & Antiquitäten GmbH, 

z. Hd. Herrn Generaldirektor J, Farken 

Kastanienallee 19/2o 

DDR ^ Mühlenbeck 14o9 


Marathonallee 14 
1000 Berlin 19 

Telefon 030/304 6587 

Bank für Handel 
und Industrie 
(BLZ10080000) 
Konto-Nr 081 5240 801 


hr Zeichen Ihr Schreiben vom Unser Zeichen PB/B Datum 15. 10.1988 

Sehr geehrter Herr Generaldirektor Farken ! 


Ich habe in Berlin/West die Möglichkeiten durch einen guten 
Bekannten monatliche Autionen mit Ware zu bestücken. Herr Kamran 
Willmann, geb. am 4,lo.l948 in Tehran/Persien lebt seit seinem 
1 Lebensjahr in Basel als Sohn eines Antiquitätenhändlers. Er 
betreibt in Berlin/West einen Antiquitäten-handel als selbstän- 
diger Kaufmann {Kurfürstendamm Karree und in Berlin-Fronau) . 

Herr Willmann möchte Ware von Ihnen in Commis ion nehmen um sie 
auf den Auktionen zu verkaufen. Er selbst ist Stiller-Teilhaber 
eines Berliner Auktionshauses und würde durch seine Bank - die 
Bank für Gemeinwirtschaft in Berlin-Tegel oder durch die Sparkasse 
in Berlin Frohnau eine Bankbürgschaft als Sicherheit bis zu 
DM loo.ooo,-- zur Verfügung stellen. Die Abrechnung erfolgt inner- 
halb einer Woche nach der Auktion, 

Herr Willmann als Spezialist für Antike Uhren und Schmuck sowie 
Porzelan hat Verbindungen nach England und in die Bundesrepublik 
Deutschland da schon in der dritten Generation mit Antiquitäten 
gehandelt wird. 

Ich würde mich freuen wenn Sie mir bzw, Herrn Willmann, der jetzt 
in Westberlin lebt eine Einladung zu einem Gespräch geben. 

Die Anschrift von Herrn Willmann lautet: Berlin/West-Frohnau, 
Bieselheiderweg 2o A 

In der Hoffnilung, dass wir vielleicht in der Zukunft Antiquitäten 
aller Art über die Auktionen für Sie verkaufen können, verbleibe ich 
mit ^eund^chen Grüssen 

I 89 I 


/MS” 




0' , Ti . 



achvertneb für Kunst-, Antiquitäten- und Sanimlerliteanatur 


Antiquariat & Verlag 


Miigiicd des 
BoMnvereins 
des Deutschen 
Buchhandels eV 



HEINZ NICKEL 


Heinz Nickel - Postfach 1647 - 6660 Zweibrückeh 

Fa Consulting 
2 . Hd. Herrn Troost 
Wildpad 6 

looo Berlin 33 


Oselbachstraße 72 
Postfach 1647 
6660 Zweibrttcken 
Telefon 0 63 32 / 1 63 
Verkehrs-Nr. 5 99 64 

Zweibrticken, den ^ 


84 (D 


3.10.88 


Betreff : Vermittlung einer Geschäftsanbahnung mit Fa Kunst & Antik HQhlenl 


Sehr geehrte Damen und Herren, 

anbei möchte ich mein heutiges Telefonat nochmals bestätigen sowie 
in kürze je nach Priorität meine Interessengebiete gliedern. 

Für meinen Fachbereich Antiquariat sucheich ständig größere Posten 
Bücher mit Schwerpunkt Militärgeschichte sowie Uniformkundl iche 
Literatur .Regimentsgeschichten, Prachtbände und Ranglisten. 

Hier wäre ich an größeren Mengen Interess iert ,da ich auch an den 
Handel liefere sind Mengen je stk. bis 5oox bzw. Abnahme ganzer 
Lkw-Ladungen mögl ich(Bsp:Bände wie Ettighof er .Beumelburg verkaufen 
ich an HThdel bis zu 3oox,bei größerem Angebot ist dies leicht 
um 2oo % zu steigern)-Wichtig hier nur der Preis- 

Da Bücher sehr kostenintensiv , Logistik und Rabatte, sind bin ich 
an Großabnahme bzw. an Regelmäßigen Einkauf in größeren Mengen 
interessiert. 

Desweiteren besteht Interesse an folgenden Fachgebieten; 

-Militaria wie Uniformen sowie Eff ekten-kai serl ich-Pickelhauben 
sowie Massenartikel Effekten usw. 

-Dokumente bis 192o wie Urkunden, Ausweise, Konvolute bis hin 
zu Orden und Ehrenzeichen bis 1933. 

-Blechspielzeug-Militärspielzeug- hier auch komplette Bestände 
alte Vk Kataloge in jeder Größenordnung. 

-Reservistika, Reservistenkrüge bis Stoffbild. 1 Wk. 

Schwerpunktm. Interessiere ich mich aber für Bücher, da ich auch 
an den Handel liefere sind bei akzeptablen Ek Preisen größere 
Abnahme Vorraussetzung. 

Als Referenz können Sie Anzeigen in sämtlichen Fachpublikationen 
entnehmen sowie gute Kontakte mit DDR-Importeuren wie Brücken 
Verlag in Düse Ijdorf { Setzte allein 1987 über loo Lugs ab)sowie 
Natürlich Bankreferenz und wie im Briefkopf ersichtlich 
Mitgliedschaft im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. 

Würde mich über eine rasche bzw. Positiven Bescheid mit 
Terminabsprache freuen. 


90 


eventuel 1er 




Sehr geehrte Damen und Herren, 

als Vertriebsfirma suchen wir Gegenstände (vor 1950) für den Wieder- 
verkauf . 

Hauptsächlich interessieren wir uns für Blechspielzeug, Puppen, 
Spielzeug, Bilder, Möbel, Schmuck, Uhren, Krüge, Lampen, Porzellan, 
Münzen, Orden, Plastiken, Bücher, Kunsthandwerk, landwirtschaftl . 
und handwerkliche Werkzeuge, Zinngegenstände, Gegenstände aller Art. 



RAIFFEISENBANK PRETZFELD (BL2 77069110) KTO. 1001163^13 

91 I 





Antiquitäten An u. Vetfauf 


Jcjartmut Jranfe 

^rud;fel63 
3119 ^Itcnmcbingen 
^eL (05807) 297 


An die 

Antiquitäten^alerie 

Kastanienallee 1 9~2o 
l4o9 Miihlenbeck 
DDR 

z . Hd . Frau Harz 


Volfsbanf ^Itenmcbi'ngen 
ßto. 524j^00 Blj. 25865400 

U- 






Altenmedingen, den 3.2.1988 


Sehr geehrte Frau Harz, 

ich beabsichtige in der DDR Antiquitäten einzukaufen und mochte 
Sie bitten mir hierzu nähere Einzelheiten mitzuteilen. 


^^.it 



^^^ßen 




Dieter Frost, Im Porzer Feld 46, 5000 Köln 90, Tel.: 0 22 03 / 3 


Firma 
Wi con 

Wildpfad 8 
1000 Berlin 33 




Köl n. 


Ankauf von Gebrauchsgegenständen des 19ten und frühen 20ten 
Jahrhunderts in der Deutschen Demokratischen Republik 



den lOi 


Sehr geehrte Damen und Herren, 


ich beziehe mich auf mein Telefonat vom 06.11.1987 mit der Firma Wi- 
con. Bevor ich Ihnen mein Anliegen näher erläutere, gestatten-Sie mir 
eine kurze persönliche Vorstellung. 

Ich bin 31 Jahre alt, verheiratet und absolviere neben meiner Tätig- 
keit als Antiquitätenhändler - mit lOjähriger Berufserfahrung - ein 
Betriebswirtschaftsstudium an der Fachhochschule zu Köln, welches ich 
1988 beenden werde. Anfang 1988 eröffne ich mit meinem Partner, Herrn 
Jürgen Hack, Rather Str. 12, 5000 Köln 90, ein Versteigerungshaus. 

Nach gründlichen Markt- und Standortanalysen haben wir uns ent- 
schlossen, im Rahmen unserer Auktions- und Handelstätigkeit, nicht wie 
üblich das Hauptgewicht auf hochwertige Antiquitäten, sondern auf Ge- 
brauchsgegenstände und Kunsthandwerke des 19ten und frühen 20ten Jahr- 
hunderts (bis ca. 1930) zu legen. Wir sind sicher, hiermit - besonders 
im Raume Köln, Bonn, Aachen und Düsseldorf - eine Marktlücke gefunden 
zu haben. 

Wir suchen aus der angegebenen Zeit Küchengeräte (Waagen, Gewürztöpfe, 
Kaffeemühlen, Bügeleisen, Kochbücher u. ä.); Lampen; dekoratives Glas; 
Porzellan; Kerzenleuchter; Uhren; Modeschmuck; bäuerliche Gebrauchsge- 
genstände aller Art; religiöse Gegenstände wie Gebetbücher, Meßbücher 
und jegliche andere sakralen Gegenstände; altes Handwerkszeug wie 
Bergwerkslampen, Metzgerbeile, Zitimermannsbei le und sonstige handwerk- 
liche Gegenstände; Bunzlauer Keramik; Gebrauchssilber; Bilder; Krüge; 
Zinn jeglicher Art und vieles mehr. 

Sollte es zu Geschäftsbeziehungen konmen, stellen wir uns einen monat- 
lichen Einkauf ab ca. DM 15.000,00 nach oben hin erweiterungsfähig 
vor. 

Bei einer Einladung in die Deutsche Demokratische Republik berücksich- 
tigen Sie auch bitte meinen Partner Herrn Jürgen Hack. 

Wir freuen uns, in naher Zukunft mit Ihnen in Geschäftsverbindungen 
treten zu können. 

Mit freundlichen Grüßen 



93 


Anlage 

Kopie meiner Verstei gerungserlaubni s 





UDO GEBLE SACHVERSTÄNDIGER SCHÄTZER UND AUKTIONATOR 
VERSTEIGERUNG VON KUNST UND ANTIQUITÄTEN 
TELEFON 0 77 32/ 31 75 


Kunst & Antiquitäten GmbH 

Müh lenbeck/b. Berlin 
Französische Str. 15 

DDR- 1080 Berlin 



Radolfzell, 20.1.88 


Sehr geehrte Damen und Herren, 

wir nehmen Bezug auf unser Telefonat vom Dez. 87 bei welchem wir über 
einen evtl. Ankauf von Antiquitäten bei Ihnen sprachen. 

Wir versteigern Antiquitäten aller Art und wären an einer Kontaktaufnahme 
ernsthaft interessiert. Bitte teilen Sie uns den Ablauf - Konditionen, 
Ausfuhrformalitäten, Transportmöglichkeiten etc. mit. 



SCHÜTZENSTRASSE 15 

7760 RADOLFZELL TELEFON 0 77 32 / 31 75 PRIVAT 0 77 73 / 55 21 
BANKVERBINDUNG 

POSTGIROAMT KARLSRUHE 259945-758 (BLZ 660 10075) 
DEUTSCHE BANK AG. RADOLFZELL 501650 (BLZ 692 700 38) 


94 




HANS O. GÖCKELMANN 

ALTE UND NEUE KUNST 
ANTIQUtTÄTEN 


HANS O. GÖCKELMANN 

ALTE UND NEUE KUNST 
ANTIQUITÄTEN 



SCHtLOWEQI TELEFON (OSSI) SUSS 

3400 6OTnN6EN ODER 473 18 


An 

Antiquitäten-Galerie 
Kastanienallee 19/ 20 
L DDR- 1409 Möhlenbeck 




SCHILDWEG 1 

TELEFON (05 51 ) 582 35 ODER 47318 
3400 GÖTTINGEN. DEN 12.10.87 



Betr . : Besuchstermin im November 1987 

Sehr geehrte Damen unij Herren! 

Anfang dieses Jahres besuchte ich Ihre Galerie, besichtigte 
einen Teil Ihrer Antiquitäten und erfuhr von einem Ihrer Herren, 
daß zur eingehenderen Besichtigung doch möglichst vorher ein 
Termin abgesprochen werden sollte. Da ich zeitlich sehr ein- 
gespannt bin, möchte ich Ihnen einen Termin im November Vor- 
schlägen, konkret den 13.11.1987 . Leider wäre in den nächsten 
Monaten kein anderer Termin möglich (evtl, noch der 14. oder 
15.11. ). Hauptinteressengebiete sind ; Möbel des Klassizismus, 
Barock und frühes Biedermeier , Gemälde aus dieser Zeit und Gläser. 
Die Möbel können sich ohne weiteres im restaurationsbedürftigen 
Zustand befinden, auch stärkere Beschädigungen sind akzeptabel. 

In Erwartung Ihrer Antwort verbleibe ich hochachtungsvoll 









/ 


O. GÖCKELMANN’ 

-1 ’':,uE K ' 

T 4 -E/, 


HANS O. GÖCKElMäMN 

A;_T r J\ J N£ s. , 


I lunn 0 •e. 3'- 

Hans 0. Göckelmann 
Alte und Neue Kunst 
Arrtiqultätan 

Schildvfaf) 1 
D-3400 Göttinaen 

e - - _ 5 1 c r 


s i e '' 1 e ö 1 1 c e Ir 
140? 



sch.'ldwe: • 

'"E^E^Ofs ((-5 es: 

3400 GO'H nGE‘^ 




1 

BerlijQ^' 

\ 


I 


'-V>5- 


23.10.1987. 

\ 


SstTT geehrter Harr Göckelraenn! 

’ L' B s L : 5 : e - - — ^ove.'De^ 19S7 

In B e a ntw ortung Ihres Schreibens vom 12.10.1987 bedauern wir. Ihnen 
mittailen ru müssen, daß wir nicht in der Lage sind, IhnBondas ge- 
wünschte Waronsartiment zltt Verfügung ru stellen, da rur Zait keine 
ausTeichonde HarenbestSnoe in unsaiwL Hause vorhandan sind. 


Falls sich die _ Situation ändern sollte, werden wir gem auf Ihre An- 
frage zurückkomrien. ■ ■ ” - " ' ■ -i-er:-. to: 



treurrdlfijhOT'QriJBaö- '' 


II 

',*0 • 

* ■ 

AcHar 



■^Hänold 


] 


96 




Oi/mm&iJlJijejn, dtompt Inh. Dieter Haupt 

Antikhandel und Nachlaßverwertung 
z.Z . Wolziger Zeile 13 
1000 Berlin 49 


Immobilien Haupt * t240 BerohteHjadervObersalzberg 


Wicon GmbH 
Wildpfad 8 

1000 Berlin 33 


VoV/ t" l vt>^t 

8240 Berchtesgaaen-Obersalzberg 
Ktaushöhe 19 
Telefon 08652/3837 

. Berli n 030/ 74 4 72 89 


• Grundstücke 

• Ein- und Mehrfamilienhäuser 

• Mietobjekte 

• Pensionen und Hotels 

• Individuelle Kreditvermtttlung 


Bankverbindung: 
Sparkasse Berchtesgaden 
Konto-Nr. 367 862 


Berlin 49, den 20.06.1988 


Sehr geehrte Fa. Wicon, 

'«iachdera ich mit Herrn Adler in ITühlenbeck telefoniert habe, er- 
hielt ich von ihm Ihre Anschrift und Telefonnummer. 

Wie ich erfuhr sind zur Zeit '''eißwäsche ,0mas Trödel, und eventuell 
Kleinmöbel usw. erhältlich. Wir wären daran sehr interressiert 
djese Dinge zu erwerben, viel eicht könnten Sie fu.r uns einen 
Besichtigungsterrain in T/'ühlcnbeck ermöglichen. 

Wir handeln schon ca. 10 Jahre mit Antiquitäten und Omas Trödel, 
auch restauriere ich alte Köbel. 

Dnsere Ware vertreiben wir im Sommer auf Antikmärkte und Floh— 
markte bei Stadtfeste in Baden-'Vürthenberg , Schwaben und Bayern, 
im Winter hier in Berlin. 

Wenn Sie uns einen Termin Anfang August ermöglichen können, wir 
sind dann wieder in Berlin, wären wir Ihnen sehr verbunden. 

In der Hoffnung auf eine baldige positive Antwort von Ihnen, 
verbleibe ich 

mit freundlichen Grüßen. 











Sehr verehrte gnädige Frau Harz! 

Bezugnehmend auf unser Telefonat vom O3*O6«1908 bitten wir 
um die nöglichkeit einer geschäftlichen Zusammenarbeit, 
da wir uns inzwischen von unserem früheren Einkäufer, Herrn 
Bernhard Henkel, getrennt haben, der in der Vergangenheit 
mit Ihnen die Verträge abgeschlossen hatte« 

Unser Kundenkreis besteht mehr oder weniger aus Antiquitäten- 
händlern und Wiederverkauf ern, die nunroehr/bei uns auf ein 
fast leeres Porzellanlager treffen* 

Wir benötigen dringendst einen gröGeren Posten „Schwerter 
Heissen Porzellane*' des 18« - 19« und 20« Jahrhunderts um 
unsere logerbes tände aufzufrischen« 

Wir wären Ihnen sehr verbunden, uns eine Höglichkeit zu 
gewähren, die den selben Status hat, wie Sie unseren froheren 
Einkäufer zugestanden wurde* 

Auf eine baldige Antwort hoffend, verbleiben wir 
Hochachtungsvoll 


Tußmonnstraße 21 
4000 DüssL.‘ldorf 
Töi. 02 11 / 48 00 91 -92 

^onkocrbinbunp: CommGrjbank, 1 818830 

©Gscböftsfübrcr; ^crnbarb ^enkel ^ '25. 20952 








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Hohe Brücke 1 
= 1>-2000 Hemborq 11 

Kl Cor; Lonsu ! ~i 

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Sehr geehrter Herr Bechg ar d t ! 





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. IS 0,-,' 

Vf»rc or L/o.-i 

KC>r*n 0^ A ■* 


18.04. 1988 


3 C 


irr 


Durch die Fe. Hicon wurde uns Ihr Sc hr eiben vom 30.03.1988 
übergeben. 

Wie Sie bereite in Kenntnie gesetzt wurden, arbeitet die 
KunstuUnd Antiguititan GmbH generell mit Groflobnehmom ru- 
88tTi7»en, und es besteht somit nicht die Möglichkeit, Sie 
Qbar das Angebot der Antiguitätergalarie bin?U5,mit Heren 
zu baltefarn* ‘ 

Falls es uns möglich sein sollte, -werden vfir zu einem Ihrer 
^Basucne in unserer. AntiqultätengaleriQ, ol^ 9 nst§ndQ,en:^ ^ 

. sorachend Ihrer., Wunsche .zuaanmenst eilen,' . ,, ; 

Wir bitten Sie aus diesem “Grunde, Ihren BesU^ in unddrer 
.Antiqwoitengaleria bei der Leiterin der Galeri^ - Frey, . 

• Dietrich - snzunieldan, um entsprechende Vaf^ereitungeo^^ " ' ^ . 

• treffen zu können. . . ^ . 


,Wir bedauern, , Ihnen keine ändert Artwart . geben zu ..könrw und 
‘Verbleiben . ..CT' 



freundlichen Grüßen 



^ i-’' ■ — '6^cj~ 

Dietrich 



100 




INGPLAN Hohe Bciictel 2000 Hamburg 11 



Wir selbst sind seit mehr als 20 Jahren Vertreter des DDR-Außenhandels Chemie- 
Export-Import. In der Vergangenheit wurde bereits ein Direktgeschäft zwischen 
uns und dem AHB K & A mit alten Bierfässern abgewickelt. 

I 

Durch diese Verbindung hatten wir bis 1985 die Möglichkeit, außerhalb des Shop s 
für private Zwecke oder für Geschäftsfreunde Antiquitäten (keine Möbel) zu kau- 
fen. Zur Zeit beschränkt sich diese Möglichkeit nur auf den Shop. 

Wir haben Interesse an Taschenuhren, Arzttaschen, Chapeau Claque, Einzelstücke 
Meissner Porzellan 1.-4. Wahl, Bilder, Sammeltassen usw. 


Besteht die Möglichkeit, daß wir künftig derartige Antiquitäten übernehmen 
können? yiir schätzen^jde qi^es amtwert pro Jahr auf_ca. 20.000,-- DM ein./ 


Ihrer wohlwollenden Antwort entgegensehend verbleiben wir 


hrer wohlwollenden Antwort ( 
lit ^^ndllichen ^üßen 

llp - 1 ^ ' < JuTL. . , ^ 


f H. Bachgardt\) 




Qj/\ Iff c u 


KÜIST & AHTIQüITiTEI 

Gerhard Jentsch 

Breltscheldstr. 47 

BFD-70(XD Stuttgart 1 

Tel. 0711/61 66 76 


Antlquithten-Galerle 
Kastanleaallee 19/20 

DDR-1409 Hühlenbeck 


Sehr geehrte Damen und Herren, 

der Bundesverband des Deutschen GroB- und AuBenhandels ln Bonn hat mir auf 
eine Anfrage nach den Kögl Ichheiten von Geschäftsbeziehungen mit der DDR 
Ihre Adresse empfohlen. 

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir mlttellen könnten, zu welchen 
Konditionen ich von Ihnen Antiquitäten beziehen kann. 

Als Besitzer eines alt eingesessenen Stuttgarter Geschäftes bin ich an 
einer langfristigen, kontinuierlichen Zusammenarbeit interessiert. 

Ich bedanke mich im voraus für Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen 










und^^tiquitäten An- und Verkauf 

Gerhard Jentsch 
Breitscheidstraße 47 
7000 Stuttgart 1 (West) 

Tel (07U) 616678 


Antiqui täten-Galerie 
Kastanienallee 19/20 

DDR-1409 Berlin 


Bezug von Antiquitäten aus der DOR 


Sehr geehrte Damen und Herren, 

-fvach <<«!!! T-el-ef-enannrf-'I^irTS -A^ctitetj 3tr. 20.6.88 mochte ich noch 
einmal mein großes Interesse an einer Handelsverbindung mit dem 
Staatlichen Kunsthandel der DDR bekräftigen. 

Ich hoffe, daß Sie meine Unterlagen umgehend zur Bearbeitung an 
die entsprechenden Stellen weiterleiten, so daß wir recht bald 
unsere Geschäftsbeziehung aufnehmen können. 

iitte berücksichtigen Sie jedoch bei Ihrer Antwort, daß ich mich 
vom 1. Juli bis 22. August in Urlaub befinde. 

I danke Ihnen recht herzlich für Ihre Bemühungen und verbleibe 
mit freundlichen Grüssen 




103 




ANTIQUITÄTEN und AUKTIONEN 

Rischentraße 3, 6900 Heidelberg-'Wieblingen, IBT 840 840. 
Bankverbindung: Volktbank Heidelberg« Kto. Nr. 256 836 09. 

öffnungBzeiten: Di.— Fr. 10*®— 18"® 

Imhähtr i Dipl.—Bitriibswirt 




'Di . ' JlnrnBr^forlini^ 


'1 7. jUMl9S5 


im die Geschäftsleilraiig der Kunst & Antiquitä ben CpbH 'r ' 1 

PranzSsische Strasse 15 
DDE- 1080 Berlin 


llnO/y 


Heidelberg «den 14*6.1988 


unser Zeichen : Ho/b 


Betr* : Bitte un Stellungnahme zu den neuen Geschäftspraktiken 
der Kunst und ^tiquitäten GmbH «Lager Muhlenbeck 


Sehr geehrte Damen und Herren« 

der Grund dieses Schreibens ist die Bitte um eine Stellungnahme zu 
den neuen Geschäftspraktiken der Kunst und Antiquitäten GmbH in Müh- 
lenbeck und eine Beschwerde über die mangelnde Kooperationsbereit- 
schaft des dortigen Abteilungsleiters Herr Adler* 

Wir «die Firma Kunst und Kuriosa in Heidelberg, kaufen seit über 4 Jahren 
regelmäBig in Mühlenbeck Kleinantiquitäten ein*Zu Beginn unserer Ge- 
schäftsbeziehungen «eingeleitet durch Herrn V.Ullrich« trafen wir mit dem 
damaligen Exportleiter Herr Kae<fing die mündliche Vereinbarung «pro Ein- 
kauf ca. Dm 10 000,- auszugeben «was von uns bis auf die letzten beiden 
Einkäufe auch durchweg eingehalten wurde.Die letzten beiden Male konn- 
ten wir, mangels relevanter Ware, diese Summe allerdings nicht ganz aus- 
geben, worauf wir die Möglichkeit avisierten, statt der bisher 2 bis 3 
mal p.a. stattfindenden Einkäufe in Zukunft öfters zu kommen und dabei 
etwas weniger zu kaufen. Letztendlich hätte dies zum gleichen oder si- 
cher sogar zu einem höheren Jahresvolumen geführt. Seitens der Export- 
abteilung ( Frau Neuber) wurde uns diese Möglichkeit dann auch angebo- 
ten,d.h. jede Abholung könne zukünftig, wie bei anderen Kunden auch, mit 
einem kleineren Einkauf verbunden werden 1 

Als wir nun im April dieses Jahres unsere bereits gekaufte Ware abholen 
und einen gleichzeitigen Einkauf st ermin vereinbaren wollten, hieß es sei 
tens der Fa. Wicon in Westberlin, in Mühlenbeck sei zur Zeit keine Ware 

I 104 1 



▼orhandea tmd dramifol^ kSxme von nn« niebt «Ingaluart werdaa« 

Naoh dan latstan Veraiabartmgan '* Soppaltxng ron Etnlcatif nnd Ibbolmiff • 
sstst« uns dl«M Anasage deeb ia «iaigas Sretaimaal Erat aaob aabrma- 
ligan HaobbaJcaa xmaararaaltaivarbaadan alt tmdarobalebtigan AuaTlüob» 
tan aeitaxia dar Pa«Wioon und Sr«AdXar^vurda ana ia aiaem Telefonat alt 
Herrn Haenold ln Mflhlenbeob klar«waruB ea keine Ware gibt* Wie ea durch 
die Bluae blaSfaalan unaere latsten Slakfiufe rOoklHoTlg und der Var* 
waltungaaufwand deaantapraohand n booh« 

Hatte aaa uns dlas aloht beralta bal unaeran nanaa Taralnbarungan klipp 
uad klar sagen kSanaa 7 Woaa denn die bUllgaa Ansradaa 7 Erat auf aatar- 
f aehea Dringen wurde una dann bala latsten Abholtexnln von Harm Haaaolc 
la alaaa fraundUobaa und offenen Gsapriob die KBgUohkeit angebotaa« 
la Zukunft atxf anderer Ebene su8aaBansnarbaltaa«d*b* 2»; aal p*a* ela 
koaplettaa Warenpakat su einer grifierea Suaae absuaabaea^Dlea wurde 
unaareraalta auoh aksaptlert«und alt der Zusage eines baldigen Ela* 
kauf steralxta ^verbunden slt dar ▼orbarlgen Zuaenduag elaea gültigen Vi* 
ouaa für Herrn Dr*H8rling, schien uns die Aagaleganhalt trots eines bit- 
teren Naohgeeehaaoks elnigeraaBen befriedigend gelSst* 

Ala vir nun durch die Pa* Wloon einen neuen Einkauf st erain für den i7*6< 
mitgeteilt bekaiBen*hleß es «das anstehende Tisrui k5nne nicht wie aonst 
besorgt werden xind vir eoUtan doch Ober eines der Interhotels in Ber- 
lin mit einem Touristen Visum komaeatvas für uns jedoch mit einem unn5- 
tigsn Zeit-und Geldaufwand verbunden wBra*Die8 teilten vir auoh Herrn 
Trost (Wicon) mit imd baten ihn «sieh noch einmal alt Herrn Adler la 
Verbindung su setsen* Bein letsten Telefonat alt Herrn Trost hieB es 
dann jedoch lapidar t man könne in dieser Desiehung nichts für una tun« 
vind vir mOBten tatsächlich mit einem Touristenvisna nach Hühlenbeck 
kommen* Wie Sie sicher verstehen« war damit unserer Geduld ein mde ge- 
setstfdenn warum soll auf einmal etwas nicht mehr funktionieren «was die 
Jahre suvor immer problemlos gegangen ist 7 Wie wir meinen «handelt ea 
sich dabei um nichts anderes als durch unnötige Bchwierigkeiten einen 
offenbar au kleinen Kunden auf billige Art und Welse losauverden I 
Wir sind uns völlig darüber im klaren«daB sich gerade im Antiquitäten- 
handel die Bedingungen von Jahr au Jahr ändern und Geschäftspraktiken 
den neuen Gegebenheiten «sprich Verknappung von Ware «den neuen Gegeben- 
heiten angegliohen werden müssen* Aber läßt aloh dlea«%rie normalerweise 
unter Gesohäftspartnem in aller Welt üblich« nicht mit ein paar offenen 
Worten abklären 7 Normalerweise kann man so etwas doch von einem gros- 
sen und renommierten Unternehmen erwarten 1 Wosu denn die undurohaioh- 
tigen Aussagen des Harm Adler und die plumpe Art und Weise sich eines 
Kunden au entledigen «der jetst vlelleioht noch nicht au den Großen ge- 


105 




- 3 - 


gehört aber dtireh seine kontinuierliche Expansion sicherlich bald in 
anderen Grofienordntmgen arbeiten kann« Demzufolge sind wir nach wie wor 
an einer Zusammenarbeit mit Ihrem üntemehmen interessiert, erwarten 
dann ;)edoch eine klarere linie bei der Greschaftsabwicklung« 

Im Bewnfitsein, unseren MiBmut berechtigten Ausdruck verliehen zu haben 
und in der Hoffnung auf eine klarende Stellungnahme Ihrerseits verblei- 
ben wir 


mit freundlichen GrüBen 
V« Ullrich und Dr«Th«Norling 

Gleiches Schreiben an : 

Ministerium für den AuBenhandel der DDE 
Unter den Linden 44/60 
DDE - 1080 Berlin 

Geschäftsleitung der Kunst & Antiquitäten GmbH 
Französische Strasse 15 
DDE - 1080 Berlin 

Geschäftsleitung der Kunst & Antiquitäten GmbH 
Lager Mühlenbeek 

Kastanienallee 19/20 

DDE — 1409 Mühlenbeck 


106 





Kunst & Antiquitäten GmbH 
Herr Adler » Export 

Kastaniensllee 19/20 
DDR - 1409 Mflhlenbeok 


ANTIQUrrÄTEN und AUKTIONEN 

RitcbentimBe 3, 6900 Heidelberg— Wieblingen, 9 840 840. 
Bankverbindung; Volksbank Heidelberg, Kto. Nr. 256 836 09. 

Öffnungszeiten; Di.— Fr. 10*®— 18*® 

Inhaber: Dipl— Betriebswirt {FH) Volkhard Ullrich und Dr. Thomas Horling 





Betr*t Schreiben der Kunst & Antiquitäten GmbH vom 22*6*1986 


Sehr geehrter Herr Axiler 1 

Als Antwort auf Herr Parkens Schreiben vom 22.6.88 möchten wir 
Ihnen folgendes mitteilen. 

Wie mit Herr Hänold bei unserem letzten Besuch in Mühlenbeck be- 
sprochen, sind wir nach wie vor an umfangreicheren Kleinwarenein- 
käufen in Ihrem Hause interessiert. Allerdings muß die Entschei- 
dung über größere Summen, wie Sie sicher verstehen,von xms beiden 
getroffen werden, so daß ein einziges gültiges Visum in keinem 
Falle ausreicht.Aus organisatorischen Gründen sind wir weiterhin 
-^eetnmgeuyunseren Einkauf innerhsilb eines Tages abzuwickeln und 
benötigen daher, wie bislang, im voraus gültige Visa. 

Falls Sie uns nun bei der Löstmg dieses Problems entgegenkommen, 
d.h. für gültige Visa Sorge tragen, steht imsererseits einem näch- 
sten und bei glasklarer Geschäftsabwicklung sicher auch noch vie- 
len folgenden Einkäufen nichts mehr im Wege. Um weiteren Mißver- 
ständnissen vor zubeugen, möchten wir Sie auch bitten, uns genaueste 
Zahlen über Umfang tind Häufigkeit der von Ihnen gewünschten Kunden- 
einkäiife schriftlich zukommen zu lassen. 

In Anbetracht der nun folgenden Sommer- und Urlaubsperlode wäre uns 
ein neuer Einkaufstermin im September bzw. Anfang Oktober gelegen. 
(Letzte September-Woche nicht möglich I) 

mit freundlichen Grüßen 


107 





3Räbdt«ftoitvaäim 

Gerold Pesek 

Heidelberger Straße 23 • 6901 Mauer 
Telefon (06226) 3886 


Firma 

Wiegand Consulting GmbH 
Wldfad 8 

1000 Berlin 55 


^53 

XjicO'^ 



In Bezugnahme a\if meinen Besuch bei Ihnen am 28.08.88, 
möchte ich mich nxm in Erinnerung bringen. 

e Sie vielleicht noch wissen, bin ich an Antiquitäten 
aus der Deutschen Demokratischen Eepublik interessiert. 
Sie rieten mir, mich schriftlich bei Ihnen zu bewerben. 


nier nun einige uaten meinerseits. Seit meiner Meister- 
prüfung im Tischlerhandwerk 1976, arbeitete ich in einem 
rtöbelgroßhandel als Kundendienstmeister, bis ich mich im 
Januar 1985 mit Möbelrestaurationen und Antiquitätenhandel 
selbständig gemacht habe. 1'*86 habe ich ein Haus gekaiift, 
mit einem Laden in guter Geschäftslage. Einen zweiten 
Laden habe ich im August 1987 angenietet. 

Infolge des expandierenden Geschäfts bin ich sehr an einer 
Zusammenarbeit mit Ihnen interessiert. 

Da es, wei Sie mir sagten, fast unmöglich ist, 
hochwertige Antiquitäten zu erhalten, v/äre ich 
Ankauf von "Trödel" interessiert. 




Ute diese Möglichkeit bei'tehen, wäre ich Ihnen für 
eine telephonische oder schriftliche liitteilung sehr 
dankbar. 


In Erwartung einer guten und langen Geschäftsverbindung 
veroleibe ich mit freundlichen GrüPen 


Möbelrestaurationen 


Bankverbindung: Volksbank Meckesheim • Kto.-Nr. 7068 107 • BLZ 67263395 

i 108 i 








Jochen Weber 
Peter Moczarski 
Antlquitfitenhandel 


Bergmannstr. 110 
1000 Berlin 61 
Tel. 030-692 56 72 


Kunst- und AntiquitSten GmbH 
zu Hd. von Herrn Hänold 
Kastanienailee 19/20 
DDR 1409 Mühlenbeck 




Ihr Zeichen 


Ihr Schreiben Unser Zeichen 

MoAm 


Berlin, den 
19. Juli 1988 


Sehr geehrter Herr Hänold, 

2:unächst möchten wt'- uns bei Ihnen für die erfreuliche Entwicklung unserer Geschäftsbeziehungen in 
diesem Jahr bedanken. Wir können Ihnen versichern, daß großes Interesse bei uns besteht, auch in 
Zukunft von der DDR gebrauchte Möbel/Antiquitäten zu beziehen. 

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne einen Gedanken vortragen, der mir nach Einsicht der 
verschiedenen Möbellager kam. Da die Qualität und der Zustand der vorhandenen Ware sehr 
unterschiedlich beurteilt werden muß, liegt es auf der Hand, erhaltungswürdige Möbel vor Ort 
aufarbeiten zu lassen, um sie für den westlichen Markt verkaufsfertig zu präsentieren. Aus 
wirtschaftlichen Gründen, die wir im einzelnen wohl nicht näher erläutern müssen, lohnt sich die 
Restaurierung bei uns nur in den seltensten Fällen. 

Unser Gedanke ist, daß schon bei den verschiedenen Einkaufsterminen, bestimmte von uns 
ausgewählte Stücke zurückgehalten werden und zur Aufarbeitung in der DDR gelangen. 

Voraussetzung dafür ist natürlich 

a) eine fachgerechte Restaurierung 

b) eine akzeptable Zeit bis zur Fertigstellung und Abholung. 

Prinzipiell käme die gesamte Bandbreite von einfachen Tischlerarbeiten, Beseitigung von 
Furnierschäden, Ergänzung fehlender Applikationen und Beschläge, Abbeizarbeiten bis hin zur 
Oberflächenbehandlung vor allem Polituren usw. in Betracht. 

Wir gehen davon aus, daß Sie über die notwendigen personellen Kapazitäten verfügen. Sollten Sie im 
Hinblick auf technische Einrichtungen und Arbeitsmaterialien Wünsche haben, können wir uns darüber 
verständigen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf einen Geschäftspartner von uns 
aufmerksam machen, die Mercurio Handelsgesellschaft mbH. Die Mercurio GmbH ist auf dem Gebiete 
des Im- und Export von Maschinen, Computer usw. tätig. Falls der Vorschlag einer Aufarbeitung bei 
Ihnen auf Interesse stößt, ließe sich das eventuelle Problem von Maschinen und Werkzeugen hierfür, 
in einem Gespräch mit Ihnen, Herrn Bösinger (Geschäftsführer der Mercurio GmbH) und uns lösen. 

Es ist uns bewußt, daß in diesem Projekt noch viele Detailfragen zu klären sind. Aber wir würden uns 
freuen, wenn unsere Geschäftsbeziehungen mit Ihnen auch auf die Restaurierung ausgedehnt werden 
könnten. 

Mit freundlichen Grüßen 


109 


Peter Moczarski 







DDR-Berlin 1080 


Berlin, den 02.07.1988 


Sehr geehrte Damen und Herren, 

da wir sehr an dem Import von alten Möbeln und anderen Antiquitäten interessiert 
sind, möchten wir Sie höflichst darum bitten uns mitzuteilen welche Möglichkeiten 
bestehen aus der DDR Antiquitäten zu beziehen. 

Der Import von Möbeln wird von uns Lastzugweise getätigt. 

Vielen Dank für Ihre Bemühungen. 

Mit freundlichen Grüßen 
MODERNTREND GmbH 


/ 

i.A. 

Schultheiß 

Moderntrend Atelierbauten GmbH 030-826 57 95 Bismarckallee 22 Grundkreditbank eG Berlin 

HRB 10210 Geschäftsführer: Jürgen Fuchs Telex 183 570 casa d 1000 Berlin 33 95666 BLZ 10090100 





2&i> 


EDMUND MAAR c jih 

f. ■!« - 

HOHMANNSTRASSE 28 • 8720 SCHWKIg||^^f^;8'M4^r^ 


Antiquitätengalerie der DJDR-' 
Kastanien Allee 19/20 \ 


7 e. ^ 


DDR-1409 Mühlenbeck 


Hl 




STUCK- PUTZ- MALERGESCHÄFT 
FASSADENVERKLEIDUNGEN 
BETONSANIERUNG - INDUSTRIEESTRICHE 
STRAHLARBEITEN 


Schwein furt , 25.04,86 Ha/Pa 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

durch unseren Geschäftspartner Construktion Consult 
Dessau erfuhren wir von der Möglichkeit bei Ihnen 
Antiquitäten einzukaufen. 

Wir sind hauptsächlich an Art Deco - Möbeln und 
Accesoires interessiert , eventuell auch an Jugend- 
stil . 

Wir wollen dauerhafte Geschäftsbeziehungen aufbauen 
mit einem Volumen von hundert tausend DM/Jahr und mehr. 

Im Rahmen eines Geschäftsbesuchs bei CCD werden wir 
Sie am 12. oder 13.05. auf suchen. 

Hochachtungsvoll 





J Ruppert Popp 

/ Auktionator 

Versteigerungen aller Art 

chestraße 75 

) Berlin 10 ® C> 030 / 3 42 29 1 1 


Kunst und Antiquitäten GmbH 
Französische Str. 

Berlin - Reichshauptstadt 
DDR — 


2'r2 

AUKTJONSHAUS 

Ruppen Popp 

Ffilscl^siraOc 75. 1000 licriin 10 
0 030 / 3 42 29 1 1 



Berlin, den 2. Dezember 87 


Sehr geehrte Herren, 

der Bundesdeutsche- einschließlich der Westberlinermarkt 
an Antiquitäten ist zur Zeit erschöpft. Eine Nachfrage in 
der Käuferschicht ist jedoch nach wie vor vorhanden. Um 
diese Genüge zu tragen bin ich auf der Suche neoh neuen 
Ankaufsmöglichkeiten. 

Aufgrund meiner Firmenkonzeption sind Stilrichtungen und 
Altertumsnachweise von sekundärer Wichtigkeit. Hein Inter- 
esse liegt in einem breitgef ächfeeten Programm. 

Sollten Sie die Möglichkeit ebben, mir ein diesbezügliches 
Angebot unterbreiten zu können, wäre ich Ihnen sehr dankbar. 

Selbstverständlich stehe ich auch für ein persönliches Ge- 
spräch zur Verfügung. 


Hochachtungsvoll 


WZ 




RUPPERT POPP 


Fritsebestraae 76 
1000 Berlin IO 
Tel. : 080 / 842 20 11 



Kunst und Antiquitäten GmbH 
Französische Str. 

Berlin - Reichshauptstadt 
DDR 



Sehr geehrte Herren, 

der Bundesdeutsche- einschließlich der Westberlinermarkt 
an Antiquitäten ist zur Zeit erschöpft. Eine Nachfrage in 
der Käuf erschicht ist jedoch nach wie vor vorhanden. Um 
diese Genüge zu tragen bin ich auf der Suche nach neuen 
Ankaufsmöglichkeiten. 

Aufgrund meiner Firmenkonzeption sind Stilrichtungen und 
Altertumsnachweise von sekundärer Wichtigkeit. Mein Inter- 
esse liegt in einem br eitgef ä-chert en Programm. 

Sollten Sie die Möglichkeit sehen, mir ein diesbezügliches 
Angebot unterbreiten zu können, wäre ich Ihnen sehr dankbar. 

Selbstverständlich stehe ich auch für ein persönliches Ge- 
spräch zur Verfügung. 


Hochathtungsvoll 


113 




2 ? 

ttaUrr fiasrl 402II Arttmann, brn 15.02.88 

Auktionatnr €kkf Ipirbslr. 1 ß 

(Sri: 02104/74B83 


Internationale Gesellschaft 
für den Export von 
Kunst gegenständen + Antiquitäten 
Französische Str. 15 

D.D.R. 1080 Berlin 


K”R« und Antiqdliltcn 
Cm bi! 

- • 2 2 F*ß 



Sehr geehrte Damen und Herren, 

als selbstständiger Auktionator und Antiquitäten-Händler 
bin ich daran interessiert, in der Deutschen Demokratischen 
Republik, Kunstgegenstände und Antiquitäten jeglicher Art 
(Porzellan, Zinn, Kristall, Glas, Möbel, Gemälde, alter 
Hausrat) aufzukaufen. 

Für eine korrekte Abwicklung und bare Bezahlung kann ich 
Ihnen garantieren. 

Für eine baldige Nachricht wäre ich Ihnen sehr dankbar 
und verbleibe in der Zwischenzeit 

mit freundlichen Grüßen 



114 


'«lalter Rase; 
uktionatorl 







THE GOLDEN PENDULUM 


ANTIQUITÄTEN 


SPECIALIZING IN ANTIQUE CLOCKS. WATCHES. JEWELRY. AND BOOKS ABOUT ANTIQUES 
FACHGESC>^TTftiR. AMTIK E UHREN. SCHMUCK UNO BÜCHER ÜBER ANTIQUITÄTEN 


O:::::::' 

Eing.y^ j liQu 



Dipl Kfm HARVEY A SILK 
HOROLOGIST A JEWELLER 

Postfach 
Hofmann Str 11 
D 6103 Griesheim 
West Germany 
Tel: 06155 2231 


17 Novettber 1987 


fir. Peter Adler 
Kunst & Antiquitäten 
Kastanienallee 19/20 
1409 nuhlenbeck 
OOR 


Subject: Visit in Dec S7/Jan SS 


Dear Ar. Adler: 


As soon as the goods selected during our previous visits is delivered at our 
Office, we would be interested in saking another visit to select and buy 
antique/second-hand itens fron your Office. 

To this end, please suggest a date that will be convenient and if by that date 
your Staff night have selected/purchased suitable iteims to offer....A5 you 
know we are seeking flasonic glass, schablones, and scientific instrunents. 

Thanks, 



Bankkonten: bezirkssparkasse Heidelberg (672 soo 201 tao 1780: postcheck Karlsruhe (660 too 751 1093 21-757 


115 




0«AlrrtMr Sc»>rM<cJ«r. Im B«rr»r«arclsarv^r»cl ©. GOS? Ot>rto»^«irr» 


Kunst und Antiquitäten GmbH 

Französische Straße 15 

z.Hd.v, Herrn Generaldirektor Parken 

DDR-1080 Berlin 


Dietmar ScK^r-ieider 
Im Bemh^ardsgrLjnd © 
©OS2 Ot>riglneim 

11. März 1980 


Bet r . : Gemälde 

Sehr geehrter Herr Parken, 

von einem Sammler wurde ich angesprochen auf folgende 
Gemälde: 


Impressionisten; Renoir, Monet, 

Sisley usw. 


Cezanne, Degas, van Gogh, 


Ferner sucht der genannte Interessent Arbeiten von 
Expressionisten und Picasso. 


Sollten sich in Ihrem Angebot i Arbeiten der 
Künstler befinden, wäre ich Ihnen für eine 
Mitteilung dankbar. 



genannten 

entsprechende 


•ssr O O 1 /G 30 02 
CT&l 


Bar~iK: B£^y©^lSC^~le \/ereinsfc3aioK l_^_JCl\/vl^s^naför-^ 
(BL_2: G-^G20T 0-4) Kto -rsjr. 3G98 T GS 




116 




Dokument 6 b 



Öffentlich bestellter und yereidigter Kunstauktionator • Sachverständiger und Taxator 







Dokument 7 a 


Kunst und Antiquitäten 


Leipzig, d . 6 . 9 


Ministerium für Außenhandel 
Bereich Konmerzielle Koordinierung 

Genossen Seidel 


Werter Genosse Seidel! 

W/e Sie informiert sind, hat die Frankfurter Allgemeine 
Zeitung um ein Interview über den Antiquitätenhandel der 
DDR gebeten. 

Gemäß Ihrer mündlichen Bestätigung habe ich dieses Ge- 
spräch auf die Leipziger Herbstmesse legen lassen. 

im Vorfeld habe ich mir über das MfAA, Presseabteilung, 
die Fragenkomplexe nennen lassen und unterbreite bei- 
liegende Gesprächskonzept i on mit der Bitte um Bestätigung 


soz ia i.i's t i Sehern Gruß 

' / / 

/ / , 


Anlage 


Mi t 


Farke ' /'V // 

-f' - 'X' L-'C' 



118 


19QB 





Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung 


Te i 1 nehme r : 

Herr 

Dr. Kemper 

FAZ 


Gen . 

Farken 

KuA 


Ge n . 

Kopmann 

KuA 

Zei tpunkt : 

6. 9 

. 1988, 16.30 Uhr 



Or t : Messestand des AHB Kunst und Antiquitäten 


Vorgesehener Themenkomp I ex 

1. Welche Bedeutung und welchen Unfang hat der Kunst- und 
Antiquitätenhandel in der DDR? 

Antwort: 

Diese Frage beinhaltet an sich Z Themenkomplexe 

a) den Handel mit Kunst und Antiquitäten innerhalb der DDR und 

b) den Export dieser Waren. 

Zu a) Ein genauer Überblick über den Unfang innerhalb der DDR 
ist mir nicht bekannt, da dafür Einrichtungen in der 
DDR zuständig sind, die nicht in meinem Verantwor tungs- 
ber e i ch liegen. 

An 1. Stelle ist da der Staatliche Kunsthandel der DDR 
zu nennen, der über ein großes Netz von Galerien und 
Verkaufseinrichtungen verfügt und sich mit dem Vertrieb 
sowohl der zeitgenössischen Kunst aber auch Antiquitäten 
befaßt . 

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Ve rkau^^se i n r i ch- 
tungen un t er sch i ed I i chen Charakters, die ebenfalls diese 
Waren in der DDR vertreiben. 

zu b) Für den Export ist unser Außenhandelsbetrieb zuständig. 
Ausgehend von der Größe unseres Landes und den Ein- 
schränkungen auf der Grundlage der Gesetze, wie das 
Ku I t u rgu t schu t zge se t z , ist die Bedeutung und der Unfang 
ge samtwi r t scha f t I i ch gesehen gering. 


119 




2. Jn welchen Bereichen liegen die Schwergewichte dieses 
Handels? 

Antwort : 

I4^enn man hier von Schwergewichten sprechen kann, so nehmen 
die Gegenstände des ausgehenden 19. und des beginnenden 20. 
Jahrhunderts zweifelsohne den ersten Rang ein. Ich verweise 
dabei auf das vorher gesagte. 

Vo r angegangene Epochen, ob im Bereich der bildenden oder an- 
gewandten Kunst, unterliegen im wesentlichen dem Ausfuhr- 
verbot . 

Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit allen Gegenständen, 
die heute sanrnl ungswürd i g sind, wie Numismatik, Militaria, 
soweit sie vor 1933 liegen, Gl as /Porze I I an , Bilder und wie 
bereits beginnend erwähnt, Möbel, dabei mit Schwerpunkt auf 
die sogenannte Gründerzeit. Ergeben sich aus der Marktbe- 
obachtung neue Möglichkeiten für den Absatz, greifen wir 
diese auf, wie z. B. das zunehmende Interesse für technische 
Güter. 


3. Welches sind die wichtigsten Abnehmer und Märkte für die 
angebotenen Kunstobjekte und Antiquitäten? 

Antwort : 

Unsere Hauptmärkte befinden sich in Westeuropa , z. B. die 
Bene I ux-Lände r , Italien, Schweiz und die BRD. 

Unsere Kunden sind in erster Linie Großhändler, unsere Partner 
arbeiten über viele Jahre mit uns. Aufgrund des doch relativ 
geringen Aufkomnens ist auch eine Ausdehnung auf weitere Länder 
kaum mög lieh. 

Einen Hauptmarkt für unser Handelssortiment können wir nicht 
beliefern, ich meine hier die USA, da ein Export aufgrund der 
bestehenden Handelsbeschränkungen durch hohe Zollsätze für 
uns unattraktiv ist. 


120 


3 




4. Wie Ist dieser Ha nde I praktisch organisiert und wie 
funktioniert er? 

Antwort: 

Analog den Ge f I ogenhe i ten in dieser Branche ist auch der Handel 
bei uns organisiert, d, h» unsere Kunden wählen die Ware vor 
Ort aus, und die Preise werden auch am Objekt verhandelt. 

Das funktioniert in der Praxis viele Jahre, 

Eine Beteiligung an internationalen Kuns tauk t i onen , um hier 
Sotheby*s oder Christies zu nennen, haben wir nicht, weil 
wie bereits erwähnt, die von uns gehandelten Objekte für diese 
höherwertigen Auktionen nicht geeignet sind. 


5. Die Kunst- und Antiquitätenhändler in Westeuropa klagen 

in zunehmendem Maße über Mangel an mehr Ware. Wie beurteilen 
Sie für sich die Situation? 

Antwort: 

Di e s er E i n s chä t zung kann ich nur zustimmen. Auch für uns stellt 
sich diese Frage verstärkt, z uma I auch das Interesse im ei- 
genen Land zunirrmt und bedingt durch das Wohnung s ba u p r og r amm, 
insbesondere viele jüngere Bürger verstärkt dazu übergehen, 
ihre Neubauwohnung mit Gegenständen unseres Hände l s s o r t imen t e s 
auszustatten. 


6, Einschätzung des Marktes zum gegenwärtigen Ze < punkt, in 
welcher Weise soll sich der von der DDR betrii ene Kunst- 
und Antiquitätenhandel weiter entwickeln? 

Antwort : 

Ausgehend vom vorher gesagten ist e i nzu schä t zen , daß eine 
nennenswerte Expandierung in unserem Warenbereich nicht ge- 
sehen wird. Unabhängig davon verfolgen wir natürlich aufmerk- 
sam die Marktentwicklung, um sich neu auf tuende Sarrme l geb i e t e 
in unser em Ha ndelssorti me nt einzubeziehen. Eine Entwicklung 
sehe ich im Bereich der zeitgenössisch bildenden und ange- 
wandten Kuns t . 


121 


4 




Es ist zu beobachten , daß insbesondere im Bereich der bil- 
denden Kunst die Künstler der DDR auf zunehmendes Interesse 
weltweit stoßen. Auf diesem Gebiet arbeiten wir sehr eng 
mit dem Staatlichen Kunsthandel der DDR zusammen. Die DDR be- 
teiligt sich an internationalen Kunstausstellungen, wie z. B. 
in Basel . 

Viele unserer Künstler haben auch in der Bundesrepublik einen 
hohen Bekannthe 1 1 sgrad erreicht, Ich erwähne hier nur Prof. 
Sitte, Prof. Heisig oder Prof. Tübke. 


Über diesen vorgenannten Fragespiegel hinaus, ist zu erwarten, 
daß die FAZ auf in jüngster Vergangenheit durchgeführte Pro- 
zesse an den Westberliner Gerichten oder die jetzt laufende 
Be r u f ung s k I age am Bundesgerichtshof eingeht. Haupt thema dabei 
war, um in den Besitz von Antiquitäten zu kommen, über den 
Weg der Steuer Enteignungsmaßnahmen durchzuführen. 

Sollte diese provokatorische Frage im interview gestellt werden, 
würde ich auf das uneingeschränkte Recht eines jeden Staates 
verweisen, worunter Steuer souverän i tät fällt. Die Steuergesetz- 
gebung unseres Staates hat' wie überall, wi r t scha f t s I enkende 
und s oz i a I po I i t i sehe Wirkung. 

Fragen nach E i nkauf s prak t i ken , wie z. B. Va I ut abet e l i l gung von 
Bürgern oder Tausch von Antiquitäten gegen hochwertige Konsum- 
güter (PKW) werden von mir mit dem Hinweis beantwortet, daß es 
eine Vielzahl von Geschäftskonstruktionen gibt, um der auch 
International beklagten Verknappung entgegenzuwirken. 


122 




Kunst und Antiquitäten 


Leipzig, d. 6. 9. 1988 

Ministerium für Außenhandel 
Bereich Korrmerzlelle Koordinierung 

Genossen Seidel 


Werter Genosse Seidel! 

Wie Sie Informiert sind, hat die Frankfurter Allgemeine 
Zeitung um ein Interview über den Antiquitätenhandel der 
DDR gebeten. 

Gemäß Ihrer mündlichen Bestätigung habe ich dieses Ge- 
spräch auf die Leipziger Herbstmesse legen lassen. 

Im Vorfeld habe ich mir über das MfAA, Presseabteilung, 
die Fragenkomplexe nennen lassen und unterbreite bei- 
liegende Gesprächskonzept i on mit der Bitte um Bestätigung. 


Anlage 


Mit sozlal/rstischem Gruß 


Farkeri 




ua/du., 


123 




Dokument 7 b 


Konst und AntiquitäteD sind eine lukrative Devisenquelle 

•Exportgesellschaft der DDR dehnt ihre Aktivftatfin immer mehr ans f Gnte Wäre aber anch hier knaonpr 

FAZ ^ Wir^Ciiafi i 3 . St?, tS 88 


Ksost nnd Andqnitätc« GtohH, 05t- 
Bedin- ^Möbel aller Are bis 1910, Ölge- 
mälde, Porzeüaüfigurtti, Uhrai, CHa^er, 
Vasen. KiistaiL. Pi^^pen, Gebraiinhsp-orzd- 
lau und Blechspielaeug, auch aefekt^- wer- 

den in emer Aaadgr der- in 

lin sschcncndcn ^crihier Zenmg' vpm 
..Raiitäienatikauf*" "des VEB Kombiaa* | 
bienstidstuogen Berön gesnehL Der Staat* | 
liehe Kuosihandel der DDR annonderi an [ 
gleichrr SteDe scroc AWcht zmn Aaksrof j 
von Sdnnuck und- |Cleirtanncnin2.tCL. aller T 
.atl Er urt es nicht ohne den Hhwds: j 
„Ankauf gegen sofortige Bezahlung“. Und i 
'am Schluß wird der Leser gebeten, auch f 
L-Jttsere nächste Annonce" zu buchten. j 
' Der alte Jugendstilschiunk, die G..'nnai'i j 
broscüc von Oma oder das Bild ein« j 
unbekannten Maiers, das schon seit vielen, j 
%ieien Jahren auf dem Boden verstaubt, j 
kenrnen :c 2 w*i$chen sogar im Sozfdiismus ; 
wieder zu Hhrun. Spätestens 1973 haris die | 
Winschafisfuhrung im anderec idi : 
Deuischiands erkannt, weich lukrative | 
Geschäfie mi: all den schönen kietnen ; 
Dingen zu machen sind. Dies galt vc>r aitem j 
flr "deren Verkauf in das kapituiisoschc | 
Ausland. Damals frei denn auch die j 
Entscheidungf für cccadiesen Export von j 
Kunstgegeastieden und Andcuititm. der j 
bis daldn als ^Anhäugse* von Buchcjcpor: [ 
mehr schlecht als’ recht sein Dasein fristete, i 
offircU eine dgeaständige «aadiche Han- • 
dclscrizsisanom eben diese -Kuns: und i 
Amncuiiätsi: GcabH". ra »ründem 

Auer w’erin Generaldirektor Joiichnn 
rarken im Gespräen mit cjeser Z<'irung 
Keine" Angaben' ’uBer'^dkn UmTän^i acr 
GeschL^'tc'seirrr Geseilschaf: mache- und 
ihra Bedeurjug sogar eher hcruutemjicicn 
wollte, scheint doch wohl frsizusi ehern 
daß rieh der Kunsthiandel für die DDR 
iarwischeu z*c einer äußerst wülkommeneti 
DevisecGuelJe entwickelt bat. So ist denn 
auch der mit aÜeu Gepflogeuheitsa des 
intemadOLaiee Kunsimarlaes verrauie 
rarkeu siindiz dcrum betnühu die Aktivi- 
täten seiner Gesellschaft auf neue Gebiete 
auszudehnen, ,.Wlr versuchen zmr. Bei- 
spiel. die zeitgenössische F^uns: in der 
DDR verstärkt in unser Angebot aufZU- 
nehmem denn wir beobachten beute, daß 
Maler wie Benahard Hdsig uamentiieh in 
der Bundesrepublik auf immer mehr 
Interesse stoßer.", stellt er dazu fest Selbst 
3u: dem Export von Briefmarken beichäf- 
ne: sich der Genarlclh-cktor mzwrchci:, 
L.Öas sind zwar ohne Frage Randgpbterc- 
abcT sie bieten noch erhebliche V» achs~ 
rumschancen", lautet sdne Erklirung, 

Eines nimlich hat auch für die DDR 
und damit die Kunst und Antiquitäten 
GmbH GülDgkdr das Angebot wirklich 
gurcr Ware wird rjnehmend knapper. Die 


Situation im anderen Teil Deutschlnocis 
ucterscheicei sich in dieserr. Punkt in 
keine: Weise von der auf oen Kunstmiik- 
ten im Westen, .Zum Bei spie! an arte 
Glashuae-Uhrca oder Bar»xkm5bel ist 
auch für uns kauir. noch . bemaznkom- 
men“, schildert parken die Simarion. 
..außerdem besitzen wir in der DDR rund 
600 Museen, die mit nicht mi-cder großer 
Akribie nach wertvollen alten iCuasigc- 


das ‘Gesm zum Schra alten’ Kulturgutes 
vorrangige Erw- crfa srcc h te saltend machen 
köimctL“ Schließlich hat das Inxitresse an 
solchen Dingen in der Bev5D:en:ng wieder 
stark zugenommen, so daß manches heule 
gar nicht mehr auf den Marcr konmr. 

Dennoch hat 6'e .£xpor:gfc>ell$chaft 
naicrixch den großen Vorteil, dlucnt der 
GcnerÄlcirekror ein, daß sie ali «nzige 
cuzu autoririert: ist, Ware, die cai in aßen 
Städten der DDR existierenden privaten, 
kommunalen und sämtlichen Aulkaufstel- 
ien angeboien wird, rm Ausland verkaufen 
zu können. Sie ist dadurch besser in der 
Lage, sich auf die Wünsche liier Kunden 
cinzustellen und auf die ^'achfrags am 
Maria, die heute Potzellaa und morgen 
SuDcr favorisiert, zu reagieren. Im übrigoi 
stimmt für den Kaufmann Parken am 
trde die Rechnung in jedem F.ßl: „.Auf 
diesem Mark: besximmec auch bei un^ 
Angebot und Nschüngc den PrtL.“ Selbst 
w*enn man dem Verkäufe:* ciies alten 
Südes oder Möbels, nnc.h Prtfung durch 


die Experten noch etae NachXahJunE 
gewährt, wai dsj Stück wcrtvoUcr aij 
zunächst gedacht, kaiift er schließlich -für 
Mark der DDR ein nud verkauft ffc D- 
M^k- Goidea oder Schweizer FiznkeE. 

• Die besten Märfae Jür die Kunst und 
AnüqTiitäten GiiibH smd die Beneli«, 
Lander, die Bundesrepublik, "die Schweiz 
und -Italien. M® würde auch ges» ’b die 
Veranigtan Staaten verkadoL, doch die 


ge^den snehenuaddabe-pufigdmub . hohen ZoUsdhraiikca mache^die^-^- 


port bisher unintcrcssanL »i^rmsU^fweisc 
^ an Großzsron verkauft, aber auch 
MTiseen jin Westen sind KniMieoL! Es gibt 
®lnc Ausnahinc. Das ist die Gsicric in 
Mnhlenbeck bö Ost-Bcriin und dtren 
FUklen in den Intcrnoteli in der DDR. Da. 
kann ^uch der Pifvatznann; der Tourist, 
der DiplcmaL oder GescbäRsmanii -*^»5 
dem Westaa im Wen von bis zu 2000 DM 
(vor ccm 1. J2I: dieses Jahres lag dit 
Gj^e. die durch Gesetz der Bundesrepu- 
blüC festgeiegt isL mm Leidwesen der 
DDR-Knußente $o^r aiy bei 500 DM) 
Kunst- und Antiquitäteiieinlcäiife tätieeti. 

W ichtigscer Umsatzeräger sind naclTden 
Worten v02 Feikcn Mobcl aus dem 
ausgi^mdca 19. Jahrhundert, der Orün- 
derzBtt also. Jugendstilmöbei und hier und 
da auch M5bd des Biedermeier koemnen 
hinzu. Glas. Porzellan, Schmucic und 
Silber stellen das andere wichtige Ange- 
botssegment. Grundsätzlich wird snit al- 
lem gcnandclt, was von Interesse isL also 
auch mit alter. Waffen und Orden, mit 
Gemalccr4_und Münzen, ja selbst mit alter 
Technik. Übrigens gibt « neben dieser 
Expoaorganis^on in der DDR noch der. 
staadichen Kunsthandcl. dessen A'crkaufs- 
organlsatior, meist in Form vofi Galerien 
in den großen Sddten und im wcscnüi- 
dhen auf das .Angebot zeirgcaös rischer 
Kunst speaalisien. allerdings ausschiieB- 
lieh auf den einheimischen Markt tätig ist. 
Das gleiche gilr für die nach wie- vor 
cxisticrcudcn orivnten Kunsthändier, Ke, 


124 





Dokument 7 c 


Dcjtscli-Cliinesisdie Handelsgesellschaft intiH. 

Autorisierter Importeur der staatlichen Teppichmanufaktur Tientsin, VR China 

Alte Teppiche • antikes Porzellan • Kunstgewerbe 



Deoisch-Chinesische Hatvlelsocs. m b H.. Admiralitatsstr. 75. 2000 HH 11 


Kunst- und Antiquitäten GmbH 
Internationale Gesellschaft für den 
Export und Import von Kunstgegen- 
ständen und Antiquitäten 
z.Hd. Herrn Generaldirektor 
Joachim Parken 
Französische Straße 15 

1080 Berlin / DDR 




J 


AdmiralltätsstraBe 75 
2000 Hamburg 1 1 
‘Tel.; 0 40/36 78 57-55-54 
Telegr.: Gestn 
Telex: 02 11 334NOGCOD 

handgeknüpfte 

China-Teppiche 



thre Zeicfien 


Ihf« Nachncht 


Unsere ZeOwn Hamburg, den 

hd/ce 12. Oktober 1988 


Sehr geehrter Herr Direktor Parken, 

wir sind Importeure für alte und antike chinesische Kunst, speziell 
Teppiche und Keramik, d. h. antikes Porzellan. 

Kann es sein, daß wir bei Ihnen solche Dinge aus alten Beständen 
kaufen können? Dann würden wir einen Einkäufer zu Ihnen schicken. 

Wir lasen kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von Ihren 
uns bisher nicht bekannten Aktivitäten. - 

Für eine hoffentlich positive Antwort sind wir dankbar. 

Mit besten Grüßen 
I hre 


UTSCH-CHINESISCHE 



Amtsgericht Hamburg HRB 8049 • GeschÄttstührer ; Wilhelm Heyöen Dr Hem Kroos Sven Doellerdt 

\~[ 25 ~] 





Dokument 7 d 


DIPL. KAUFMANN 

DR. HANS BERNHARD VON BERg 


QRAF.ENC/ELBERT-STIL. 10 
Sd57 HAAN 1 



Kunst- und Antiquitäten GmbH 
VEB-Kontoinat / Dienstleistungen Berlin 

Berlin/ DDR 



Sehr geehrte Deonen und Herren, 

Ihr Herr Generaldirektor Joadiiin Parken hat der Frankfurter Allgemeinen 
Zeitung ein Interview über die Aktivität«! der Kunst- und Antiquitäten 
GkntA gewährt. Dieses Interview ist in der Frankfurter Zeitung, Ausgabe 
vom 13. 9. 1988, erschienen. 

Ich habe dieses Interview mit Interesse gelesen und gestatte mir daher 
die Anfrage, ob die Kunst- und Antiquitäten GhbH Katedoge herausgibt 
über Gemälde, die verkauft und in die Bundesrepublik exportiert % 4 erden 
können. Ich bin daran interessiert, vor edlen Dingen an Gemälden 
bestimmter Maler, wie z. B. 

Johann Georg Meyer von Bremen (von 1813 bis 1886, jahrelange 
Wirkungsstätte in Berlin) 

oder 

Gemälde der Düsseldorfer oder Ffiinchner Malerschule 

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir darüber Auskunft geben 
könnten. 

Vielen Dank. 


Mit freundlichen Grüßen 

(H. B. von Berg) 







Dokument 8a 



Dokument 8 b 


Sofortbttrielie Vr. 146158 
Berlin-Wsat an 25. 7 «85 


reitnng dar Reiae 

elae vnrda antapreehend dan baatahanden Voraehriften 
iraitac. Dia KelaadiraktiTe antaprach der Aufgabas** 
lang. Dia Raiaannterlagan aowie Zahlungamittal vurden 
ongaganlB und raehtaaitig aur VerfOgung geatallt.)^ 


sa nnd Aafantbalt 


Raiaa arfolgta par PKW« aurflek wurda dia S-Bahn ba- 
:zt . 

a ^bfartigQBg durch dia Grana- und Zollorgana dar DDR 
fc ^ta raibungaloa« in Barlin-Waac gab aa kainan Kontakt 
1 Grana- nnd Zollorganan. 

n B^J^lrln-Waat wurda dia Raiaabaglaitung won dar Var- 
J^afarfirna Bafina Import-Export GmbH« Herrn Rohr« auaga- 
ibt . 


Krgabnia dar Raiaa 

1 . Baaueh dar Fa. Antik-Shop» KDW 

Dar Baanch diaaaa Antiqnitltan-GaaehSftaa innarhalb 
daa Kaufhauaaa KDW diant dam Zwack« Informationan Obar 
Angabot nnd Praiaa einxnholan. Hiarau wurdan GaaprBcha 
gafflhrt ttit dam ligentflmar dar Firma« Barrn Konaul 
BBttchar« und dar Gaaehiftalaitarin, Frau Noack. 

Dia Firma Antik-Shop biatat worwiagand hochwaatiga 
AntiquitBtan auf ainar dam Charaktar dar Wara anga- 
paBtan Varkauf a fllcha (ca. 15o qm) an. AuBar in dar 
DDR kauft dia Firma in England nnd DBnamark ain. Dia 
Praialaga ist aahr hoch. Dia Kundachft aind nach Aua- 
aagan von Frau Hoack hauptaSchlich Barlin-Baauehar aua 
dan Bundaagabiet und dam Aualand. Baaondara gut gabt 
altaa MaiBnar Poraallan. Harr BBttchar iat am Auabau 
unaarar GaachKftabaziahungan atark intaraaaiart . Ala 
nlchatar Einkauf atarmin wurda Saptambar varainbart. 

2 ♦ Baanch dar Fa. Wacki’a Baaar 


Die Verhandlungen wurden mit Hhrrn Reulana geführt. 


128 


2 





• ^ s : 5 '■ 


2 


Anlnr'* “Mrf SofcrtrhrTirh' *''■ 

1 o : r Da« Ziel«> dfc t < Bvaach«« bfeatand darin, einen Überblick 
Ober die LagerbeatBnde zu bekommen und Vereinbarungen 
Qb^r kurz f r i ä iTlge Xbholung der von Reulena gekauften 
Ware aus unseren Lagern zu treffen. 

Lt . Aussagen von Herrn Reulens hätte sich das Geschäft 
voit-^Cebrauchtmöbeln 'Wieder etwas erholt. Jedoch war es 
"Irfotwendlg , mit gro^en Inseraten auf Billigangebote 
^^aufmerksaiD eu^macheni -Herr Reulens ' versndht , daoit' 
sein -Lager . zoeentlascen t wobei ln • der .-Mehreah 1 die“^ 
Angebots ptelaarselne - BlQkauf spreiae ^aidd. 
r H r ’j n ri ^ r. .'J f. • i r m c ^ ‘ * c . 7. . r * 'r ‘ z ^ ^ ^ 

Herr Reulena achfltzt ein, daß er bia Ende Juli wieder 
finanziell flQaaig sein wird. Ein E inkau f st ermin wurde 
: Qr ..den rj8 i 8 ^85 ; verc inbar t . Er wird noch ca. 2 Monate 

’^'irrirckhalten1tf“'e inkaufen , um seine Finanzen wieder in 
Or dnung - zu -bringen t - '^7 * , l v 


3 . 


Er macht darauf aufmerksam, daß furnierte 
'«Zeit ' nicht ^ve^kÄuf Vieh ieind a n? ' v- 7^ 1 1 o 


,Be such -der »Fa rPieh-m-Ant iqui taten 


MBbel zur 

r ' '] r I . * 


Das Ziel» -bestand rar in , -^lie GaschSf tsniediHlas sung von 
Herrn F iehm kennenzulernen rutn e in^ttschatzen ,* ob die’"' 
^Fortsetzung der Beziehungen für KuA vorteilhaft ist. 

Das Ladengeschäft in Neukölln macht einen guten Eindruck. 

Das Angebot ist reichhaltig und umfangreich in der mittleren 
^ia >unteren Freialage D ie Kunden bei Fa. Fiehm sind 
Häiip t 8 S ch 1 1 ch kTeinere HMndler. 

Herr Fiehrr JLs r -a t ark interesaidrt am Ausbau der Geschäfte 
mit ICüA . Der nfichate Einkaufstermin wurde für die kommen- 
d e iWoche vere inbart . a - f ' ‘ : ' , - ^ ^ c : ‘ \ ^ r ^ >■ 

,w. r ' P »*' • €. ' ' • r ' f. - - ^ ^ - 7 n r 1 ^ ; • , , . 

^ • Kontakte ZU I n sT i t ut i onen und Organisationen - 

’ : r c f* r , • - ' r ' ^ ' . v ' * . ' , . j 

Die Verharrdlungen bei-' • ' r • > 0 r • r ^ 


Fa. 'Antik-Shop im KDW , Herrn Böttcher, Frau^'Noack 

- Fa. MeckiVs Basar, Herr Reulena t 

- Fa. Fiehm^Ant iqui täten Herr Fiehm '.iti'' -«-m Ai.- 

r C fl y ny ^ f> j t ‘ J m ^ • 7 » _ 3 f- »5 v •’ h T ^ 

fandeuiin ^ Iner^ aech 1 i eben AtmoBphäirB ’ a t ar'C'^’“ Die Partner”* 
sind KuA GmbH: nit Ausnahme’ der Fa..^ Fl'^hm ans langjährige® 
Ge 8 chäf taverb indung bekannt.- ^ : -.r ■ - A 


"W' ' F c T r. ' ■ • , . , . - 7 ( , . " V' " m J * V . 

5 . V o rk ommn 1 s s e 

_ 1 ^ ^ .j7 : ^ ^ * 

Besondere Vorkommnisse sind nicht zu verzeichnen. 

Von der; VeTCreterfirinai Herrn Rohr wurdet eihei E inladung- 
zu einem Imbiß ausgesprochen und von mir angenommen. 





Dokument 8 c 


Kunst und Antiquitäten 

GmbH 12.3.87 


Reisebericht 
Berlin-West am 6.3.1987 


1 . Besuch der Fa« Wicon GmbH 


Seit 1,1.87 nimmt die Firma Wicon unsere Interessen im 
Export von Antiquitäten und Sammlers tQcken für das Gebiet 
BRD und Berlin-West wahr. 

Gesprächspartner waren Herr Wiegand und Herr Trost in 
Vorbereitung der vorgesehenen Kundenbesuche. Die Geschäfts- 
räume der Firma machen einen sehr guten soliden Eindruck. 
Herr Wiegand arbeitet seit einigen jahren mit dem AHB 
Fortschritt-Landmaschinen zusammen. 


2, Besuch der Fa. Antik-Shop, Antiquitätengalerie im KDW 



Gesprächspartner war Herr Dr. Straub, Er schätzte die 
gegenwärtige Geschäftslage als zufriedenstellend ein. Er 
betonte, daß er besonderes Interesse an der Übernahme kom- 
pletter Sammlungen von Antiquitäten hat und bittet um 
Angebote, falls trtrr solche Objekte zur Verfügung haben. 

Hauptinhalt des Gespräches war jedoch das Urteil des 
Landgerichtes Berlin im Rechtsstreit des Restaurators 
Werner Schwarz, ehemals wohnhaft in Rathenow, gegen die 
/^Firma Antikshop eine klassistische Uhr betreffend, die 
^ Antik-Shop von KuA gekauft hat. Zur Zeit laufen beim 
Anwalt des Kunden die Vorbereitungen für den Einspruch 
gegen das Urteil. Unser Anwalt, Gen. Irmscher, wurde in 
dieser Angelegenheit eingeschaltet. In seinem. Auftrag 
wurden zur Weiterleitung an den Kundenanwalt Informatio- 
nen übergeben, die für den Einspruch wichtig sein können. 


130 


2 - 





2 


Herr Dr. Straub bittet um einen neuen Einkaufstermin Anfang 
April. Er sucht dringend Bunzlauer Keramik in Vorbereitung 
einer Ausstellung und bittet um entsprechende Reservierung. 

. Firma Mecki*s Basar 

Verhandelt wurde mit Herrn Reulens. Aufgrund stark rück- 
läufiger Geschäftstätigkeit in Berlin-West reduziert er 
rigerosi»eine Verkaufs- und Lagerfläche. Ab 1.4.87 bezieht 
er neue Geschäftsräume, die er kostenmäßig verkraften kann. 
Für Verkäufe in der BRD hat er Lagerräume in Camburg gemie- 
tet. Das Geschäft in dieser Außenstelle läuft gut an und 
erfüllt seine Erwartungen. Eine weitere Niederlassung öm 
nordrhein-westfälischen Raum hat er in Aussicht genommen. 

An der Obemahme von Konvoluten gut sortierter Kleinware 
besteht seitens Fa, Reulens nach wie vor Interesse, jedoch 
nicht auf der Basis unseres Preisniveaus. Zu dieser Pro- 
blematik wurde eineweiteres Gespräch vereinbart, das im 
Objekt Mühlenbeck anhand der konkreten Fakten zu führen 
ist. ■ 

Herr Reulens erhielt die Zusage, mit einem amerikanischen 
Kunden, der eine Zusammenarbeit mit Firma Sabatier ablehnt, 
zum Einkauf zu kommen. 


Harz 


131 




Dokument 8d 


uMu AiiLiquiLaLeir 


Anlage zum Sofortbericht Nr. 146363 
Berlin-West am 30. 11. 88 


1. Vorbereitung der Reise 

Die Vorbereitung der Reise erfolgte auf der Grundlage der 
Reisedirektive vom 11. 11. 88. Die Abstimmung der Kundenbe- 
suchstermine erfolgte durch die Vertreterfirma Wicon GmbH, 
Berlin-West. Als zuständiger Mitarbeiter dieser Firma nahm 
Herr Trost an den- Gesprächen teil. 

Reiseunterlagen und -Zahlungsmittel standen rechtzeitig zur 
Verfügung 

2. Reise und Aufenthalt 


Die Reise erfulgte hin und zurück mit der S-Bahn. Auf west- 
berliner Seite erfolgten keine Kontrollhandlungen . 

3. Ergebnis der Reise 

3.1. Fa. Günther Fiehm, WeichselstraBe 

Gesprächspartner waren Herr und Frau Fiehm. Sie führen 
ein Ladengeschäft in der Weichselstraße. 

Das Angebot war gut sortiert. Das Geschäft machte ins- 
gesamt einen sauberen und geordneten Eindruck. 

Nach Aussagen von Herrn Fiehm rentiert sich ein Einzel- 
handel mit Antiquitäten und Gebrauchtwaren in dieser 
Wohngegend (Neukölln) nicht. Er wickelt seinen Hauptum- 
satz mit kleinen Händlern ab. Dem Warenangebot bei KuA 
entsprechend hat er seine Abnehmerstruktur aufgebaut. 

Sein Geschäft läuft zufriedenstellend. Da er ohne wei- 
tere Angestellte arbeitet, hält er seinä Kosten in 
Grenzen. Er kalkuliert bei Nutzung der 11 %igen Mehr- 
wertsteuerrückvergütung mit weiteren 20 %. 

Für das kommende Jahr plant er eine Erweiterung der Ver- 
kaufsräume durch Hinzunahme der über dem Geschäft lie- 
genden Wohnung. Hier soll dann die hochwertige Ware, ins- 
besondere Meißner Porzellan, verkauft werden. 

Zur Zeit stagniert der Verkauf von "Zwiebelmuster Meißeh" 
da nach seinen Informationen neue Ware mit diesem Dekor 
von der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen sehr 
billig auf den Markt kommen soll. 

Für 1989 schätzt Herr Fiehm leicht steigende Umsätze ein 
unter der Voraussetzung, daß das Angebot in seiner Viel- 
falt erhalten bleibt. 


132 


2 





2 


3.2. Fa. . Reulens, M 8 ckl's Basar, Konatanzar Straße 

Oesprichepartner waren Herr und Frau Reulena. 
r -Dia jetzigen Oeachlfterlume der Fa. Reulens befinden sich 
- ' ' ln einem Kellergeaehoß (1500 einee Wohnhauses. Ver* 
glichen mit den zwei vorangegangenen Geschlftaadressen - 
n-t&idas waren SstOoklge weltriumige Lagerhluser - hat Herr 
Reu lens seine Verkauf sfllche ln Bin. -West fiußerat redu- 
ziert. In dar Nihe von Frankfurt/Hain unterhfilt er ein 
weiteres Verkaufslager fOr MBbel, des aber nach seinen 
Angaben nicht besonders gut ISuft. Grund defOr seien 
fit > '■ fehlende WelehholzmBbel, die er von KuA ln nicht aus- 
reichendem HaBe bekommt. 

Ein in Berlin-West, Brandenburger Straße, eingerichtetes 
Ledengaechift fOr Möbel und Kleinware wird er wahr- 
scheinlich auch wieder aufgeben. 

Aufgrund dieser gesamten Situation ist einzuachStzen, 
daß Fa. Reulens seinen gegenwfirtigen Jahresumeatz mit 
KuA (ca. 1,6 Mio VE) halten wird, aber mit Sicherheit 
nicht mehr an die Umaitze der fröharan Jahre (ca. 3,0 Mio VE) 
herankommen wird* 

Im GesprBeh berichtete er von einer großen Verkaufsaus- 
stellung fOr Meißner Porzellan in einem Karstadt-Kaufhaus, 
wofOr er die Möbel zur Prösentation der Ware beraitge- 
stellt hat. Durch diese Ausstellung hat er gute neue 
Prlvetkunden gewinnen können. 

3.3. Fa* Antikshop, KeDeWe, Tauentzienstraße 

Gesprichspertner waren Herr Konsul Böttcher, der Geschäfts- 
inhaber, und Herr Dr. Straub, der Galerieleiter. 

Die Galerie befindet sich auf einer gemieteten Standfläche 
ln 0 . g. Kaufhaus. Angeboten werden fast ausschließlich 
hochwertige Antiquitäten. 

Nach Aussage der Herren sei das Geschäft zufrieden- 
stellend. Dis Fa. Antikshop hatte seine Einkäufe bei KuA 
aufgrund der Prozesse um die 1984 gekaufte Standuhr 
stark reduziert. Nach dem Jetzt vorliegenden Urteil des 
Bundesgerichtshofes in Karlsrvhe ist beabsichtigt, wie- 
der regelmäßig zum Einkauf nach MOhlenbeck zu kommen. 

3*4. Besuch der Antiqua 88 

Diese Verkaufsausstellung von Kunst und Antiquitäten fin- 
det jährlich ln den Messehallen am Funkturm statt. Sie 
trägt vorwiegend regionalen Charakter und ist deshalb mit 
der Antiquitätenmasse ln München nicht zu vergleichen. 
Gezeigt wurde erlesenes Kunsthandwerk, wie Silber, Por- 
zellan, Glas und kostbare Möbel und in einem sehr brei- 
ten Rahmen bildende Kunst, Insbesondere ein prominentes 
Angebot Berliner Malerei. 

Preisverglaicha auf dem Möbelsektor (Biedermeier, Jugend- 
stil) zeigen, daß unsere Preisangebote für Händler bei 
vergleichbaren Objekten an der oberen Grenze liegen. 


133 


3 




Dokument 9 


2 


Hauptabteilung XVIII/7 


Berlin, 28. April 1983 


Bericht 


Uber Erkenntnisse aus der Durcharbeitung der IM-Akten des IMS "Sohle". 
Reo.-Nr. XV/ 1326/63. Archiv-Hr. 81 8/81 


Der IM wird in diesem Bericht durchgängig mit Klarnamen SCHUSTER be- 
zeichnet. 

Horst SCHUSTER wurde am 7. Okt, 1932 in Leipzig als Sohn einer 
Arbeiterfamilie geboren. Er besuchte bis 1947 die Grundschule in 
Leipzig und ging ab 1.9,1947 zur Fachschule fUr Wirtschaft und 
Verwaltung in Leipzig. Die Abschlußprüfung legte er im Juli 1949 
ab. 


1947 wurde SCHUSTER Mitglied der FDJ. 

Im Juli 1945 vjurde er durch seinen Lehrbetrieb zum Studium an die 
Arbeiter- und Bauern-Fakultät der UniversitSt Leipzig delegiert. 
Bereits 1952 konnte er die Hochschulreife erwerben. Bereits 1949 
wurde SCHUSTER Kandidat der SED und war in den Jahren 1951/52 Mit- 
glied der Zentralen Parteileitung der Universität Leipzig. 

Durch die ABF wurde er zu einem Sonderlehrgen g zur Vorbereitung 
eines Auslandsstudiums delegiert und ging im Okt. 1952 im Aufträge 
des Staatssekretariats für Hochschulwesen zum Studium in die VR 
Bulgarien. Dort studierte SCHUSTER an der Hochschule für Ökonomie 
"Karl Marx" in Sofia Ökonomie des Außenhandels. 

Während seines 4 l/2jährigen Studiums eignete er sich die bulgarische 
Sprache in Wort und Schrift an. 

Anfang Febr. 1957 legte er das Staatsexamen ab und ist seit dieser 
Zeit "Diplom-Wirtschaftler". 

Im Dez. 1956 heiratete SCHUSTER die bulgarische Studentin Jordarikt, 
~arm8dj1eva. Hit ihr ist er im Febr. 1957 in die DDR zurückgekehrt . 
Seine Frau setzte in Berlin ihr Slawistik-Studium tn der Humboldt- 
Cm Vers i tä t fort. 

1. Arbeitsstelle von SCHUSTER war der AHB Elektrotechnik. Nach 
Einern Jahr wurde er als kommissarischer Kontorleiter im Kontor 
|<undfunk und Fernsehen eingesetzt. Seit 195? ist SCHUSTER NSH-Reise- 
und führte Dienstreisen in die BRD, in den Libanon» nach 
in die Türkei», nach Griechenland» Österreich, England 
^9 in die Schweiz durch. 

AmI u™ '^»hre 1960 aus dem AHB Elektrotechnik die HeugrUndung des 
uei melectrl c . erfol qte , ist SCHUSTER in diesen neuen AHB Über- 
»»ommen Worden. 


134 





2 


3 


. Herbst 1960 vertrat 5CHUSTER die AHB Elektrotechnik und Heim- 
•lectric »0^ der Internationalen Messe ln Damaskus» hielt sich 
danach noch 14 Tage als Oi enstrei sender in Beirut auf und wurde 
in 1. Okt. 1960 vom damaligen MAI als Delegat für die HV Libanon 
öberno^ine” * 

{•r*vV'ar verantv/ortl i ch für die AHB E'lektrotechnik, Hei melectri c » 
Föinnechani k/Opti k , Deutsche Kamera, ChemieausrUstungen und Techno- 
tommerz. Später kamen dazu die AHB Glas/Keramik, Kulturwaren, Demusa 
und BiiCh-Export. 

Im Jahre 1962 außerdem die AHB Nahrung und Genußmittel. 

Seine Frau, die Anfang 1961 nachreiste, arbeitete als Haushaltsbe- 
arbei terin . 

Im Zusammenhang mit erforderlichen Ermittlungen im AHB Elektro- 
technik wurde im Jahre 1959 durch den Genossen Oltn. HESSEL, HA 
XVIII» offizieller Kontakt zu SCHUSTER hergestellt. 

Aus den Unterlagen geht hervor, daß SCHUSTER im März 1960 eine mehr- 
wöchige Dienstreise in die Südafrikanische Uniqn durchfUhrte und 
hier Verhandlungen Uber den Verkauf von Rundfunk- und Fernsehgeräten 
führte . 

Während seines Aufenthaltes im Libanon wurde durch Angaben des 
SCHUSTER bekannt, daß ihm die Partei nach Rückkehr vom Auslands- 
studium vorgeschlagen habe, die DDR illegal zu verlassen, in den 
USA zu studieren und denn in die DDR z urUckz ukehren . SCHUSTER habe 
diesen Vorschlag damals abgelehnt, da er bereits verheiratet war. 

Die HV A/III hat in den Jahren 1962/63 Informationen erarbeitet, 
vfonach SCHUSTER aktiv von westdeutschen Personen im Libanon zur 
Durchführung einer Republikflucht bearbeitet wird und erarbeitete 
deshalb einen Vorschlag zur inoffiziellen Kontaktaufnahme zu 
SCHUSTER während seines Aufenthaltes anläßlich der Leipziger 
Frühjahrsmesse 1963. Die Zielstellung der HV A bestand in der Auf- 
klärung der Personen, die an der Organisierung von 2 Republik- 
fluchten aus dem Libanon beteiligt waren. 

Auf der Grundlage einer durch den Genossen WOLF bestätigten Vor- 
lage erfolgte während der LFM 1963 die Kontaktierung und die 
Werbung des SCHUSTER zum IM "Sohle". 

Oar IM- führende Mitarbeiter war der Genosse Ltn. HOFMAHN von der 
HV A/III/6. Es wurde im Zusammenhang mit seiner Werbung und In- 
struierung festgelegt, SCHUSTER nicht der Residenter anzuschließen, 
sondern ihn als Einzel-IM einzusetzen. Der Kontakt zu ihm wird 
durch persönliche Treffs im Zusammenhang mit Dienstreisen eines 
9eeigneten IM im Objektland durchgefUhrt. 

SCHUSTER erhielt außerdem eine Deckadresse und Geheimschreibmittel i 
um auf einem Kurierweg Post versenden zu können. 

^er operative Auftrag an SCHUSTER beinhaltete 


135 




3 

- maximale Kenntnisse Uber die Nah- und Fernziele des westdeutschen, 
englischen und amerikanischen Geheimdienstes im Libanon in bezug 
auf die DDR zu erlangen, 

- Kenntnis über die Verbindungen des libanesischen Geheimdienstes 
in die ppR zu ar'engen, 

.iiltfibdelft vdä-r. fl »/on. DDR-Bürgern durch .den westdeutschen 

Geheimdienst." und :Z US ammsnhäftg'e der Aufnahme ' von republ 1 kf lüchti gen 
•Perspheh In,' der 3Rp zu erl aingeriV 

ruHT:Erru7!TFnj''dieser Aufgaben- erhi el t- SCHUStEli den Auftrag, sich 
vdjS vrbstde'üt sehen Geheimdienst anwerben zu lassen. Zu diesem Zweck 
wurde er durch die HV A/III speziell auf die Geschäftsleute 
DJEREDJIAN und Rene MOUSSALLI angesetzt. 

Unmittelbar nach der Werbung des SCHUSTER durch die HV A und seine 
Rückkehr in den Libanon haben ihm die libanesischen Kunden KA2AN 
und DIMIAN Unterstützung für eine Republikflucht angeboten. DIMIAN 
hat SCHUSTER bereits Kontakt zum 1. Konsul der westdeutschen Bot- 
schaft, Otto SCHNITT6ER, vermittelt, mit dem SCHUSTER im Aug, 1953 
bereits Gespräche führte. Bei einem Gespräch mi t -SCHNITTGER bean- 
tragte SCHUSTER bereits einen Bundespaß und Ubergab dazu Paßfotos. 

Da der bis zu diesem Zeitpunkt erreichte operative Stand bezüglich 
der libanesischen Kunden, die ihn zu einer Republikflucht animierten 
sowie der Einschaltung der westdeutschen Botschaft für die HV A ein 
erheblicher Erkenntniszuwachs bedeutete, wurde von einer Republik- 
flucht des SCHUSTER in die BRD Abstand genommen. Dazu kamen auch 
persönliche Gründe von SCHUSTER, der zu diesem Zeitpunkt familiäre 
Sorgen hatte, da seine Ehefrau ein außereheliches Verhältnis mit 
dem libanesischen Arzt, Dr. HANAN unterhielt. 


Zu diesem Zeitpunkt zeigte sich außerdem, daß sowohl Rene MOUSSALLI 
als auch Otto SCHNITTGER kein vorrangiges Interesse an einer Aus- 
schleusung des SCHUSTER in die BRD zeigten, sondern mehr zum Aus- 
druck brachten, daß SCHUSTER doch* in die DDRzurUckkehren soll. 

Aus diesem Grunde wurden die Motive des SCHUSTER für einen Verzicht 
8uf eine Republikflucht durch SCHNITTGER scholl akzeptiert. 


SCHNITTGER gegenüber brachte 
losen Versprechungen auf ein 
land nicht ausreichen und da 
Libanon den westdeutschen Pa 
steigen des Flugzeugs. 


SCHUSTER zum Ausdruck, 
e entsprechende Arbeit i 
ß es ihm nicht gefällt, 
ß nicht erhält, sondern 


daß ihm die 
n Westdeutsch- 
daß er im 
erst beim Be- 


Jer westdeutsche Konsul SCHNITTGER hat für SCHUSTER bei der 
deutschen Bundesbank Bonn ein Konto eingerichtet. 

^CHNIttGER, der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls den Libanon verließ, 
•ßrwies SCHUSTER auf seinen Nachfolger BLAACK sov/ie auf seinen 
•■»■eund, einen Herrn ECKERT in Ekuador. 

16. 9.1963 hat SCHUSTER planmäßig Beirut verlassen und kehrte 
fik** wohin seine Frau bereits einige Wochen zuvor ge- 

'«nnen ist, in die DDR zurück. 


136 




4. 


5 


6 


Noch einige Elnzelinformatlonen zu SCHUSTER's Aufenthalt im Libanon: 

Zur gleichen Zeit wie SCHUSTER waren folgende DDR-Bürger Im Libanon: 

Helnri ch , 

Krü ger 

H;?,n9elh-n:?t,. 

H i sch f e 1 de r , 

Bornmann, 

510,hh 0.1 de.r>. 

¥ie-b'ö^l d'. 

AI brecht , 

Heini g 

Hans CUrger sowie 
Quarsch . 

- SCHUSTER hatte bereits 1963 Im Libanon Kontakt zum Genossen Dieter 
UHLIG von Transportmaschinen. 

- 1963 bekam SCHUSTER Kontakt zu dem Araber BITTAR, UPI -Korrespondent 
in Beirut. 

- Anläßlich der LFM 1953 wurde SCHUSTER durch einen Araber mit einer 
Wienerin namens Steffi bekanntgemacht. 

- Anfang 1963 wurden SCHUSTER Im Libanon Grüße vom Verkaufsdirektor 
der Thyssen-Rheinruhr für den Nahen und Mittleren Osten, SCHUCHARDT 
oder SCHUMANN (evtl, auch SCHEHANN) bestellt. SCHUSTER kannte diese 
Person bis dahin nicht. 

Wahrend seines Aufenthaltes hatten sowohl SCHUSTER als auch andere 
Mitarbeiter der HV Libanon Kontakte zur Familie GEMAYEL, deren 
Familienoberhaupt bereits damals Führer der Phal ange-Partei v>ar 
und aus deren Familie heute ein Mitglied zum Präsidenten des Libanon 
ernannt wurde. 

Durch die HV A/III wurde zum Abschluß des Auslandseinsatzes von 
SCHUSTER folgende operative GesamtelnschStzung getroffen: 

Die mit den AHB der DDR als Vertreter ln Verbindung stehenden liba- 
nesischen Bürger HOUSSALLI und DIHIAN arbeiten vermutlich Im Auf- 
träge der BRD und v»urden aktiv zur Bearbeitung des SCHUSTER heran- 
gezogen. In der Zeit Ma1/Oun1 1963 testeten sie gemeinsam mit den 
Vertretern KAZAN und GHOBRIL die Bereitschaft des SCHUSTER zur Re- 
publikflucht, unterbreiteten entsprechende Vorschläge und boten 
Geschäfte an, an denen SCHUSTER privat verdienen kann. Nachdem fest- 
stand, daß SCHUSTER bereit war, Uber eine Republikflucht zu sprechen, 
ließ Ihre Aktivität ln dieser Richtung nach und sie arbeiteten ver- 
stärkt an der Bestechung des SCHUSTER und an seiner Einbeziehung ln 
die Beschaffung kommerzieller Informationen. 

Gleichzeitig dokumentierte vor allem Rene HOUSSALLI, daß auch er 
Uber ausgezeichnete Quellen ln Berlin verfUgt. Nach der Kontaktauf- 
nahme des SCHNITTGER zu SCHUSTER zogen sich alle von dem Problem 
d.e.r.. Republ 1 kf 1 ucht zurück und erklärten, daß nach Ihren Informa- 


137 




5 


C 


tlonen aus Berlin die Lage von SCHUSTER gar nicht ungUnstIg sei und 
er zurllckkehren soll. Man erhoffte sich auch von Berlin aus eine 
gute Zusammenarbeit. 

Oie Brllder MOUSSALLI versprachen SCHUSTER, Beträge auf sein west- 
(jeutsches Konto einzuzahlen. Beide warnten SCHUSTER vor HAYEK, der 

hä 

Nadh der. RUckkehr von SCHUSTER In - di e . DpR. .wurde :e.r^w1 ederura -1 m. AHB 
Hei me 1 ec tr-i c eingesetzt . E r; v/a.r - vsr en.iwör.^l 1 ch f Ui^-;^en^.mp.ört.^rv 65 ;' 
Baue Ve men t:? h '^ % u,- Je i.n e n .11 a üp.t.p ä r tn e rn z ‘a.h .1 1 e.: 3 ji: .1 Clh^je.': d i*e*. F ä„' 
Feter BRÜHT aus"' Hamburg. Mit BRUNS bestehen .bereTts . sei t 'lÖS'B 
kommerzielle Kontakte. Zu BRUNS und dessen Mitarbeiter PLAUT be- 
standen auch während SCHUSTER's Einsatz im Libanon Kontakte. 

Weitere .Geschäftspartner von SCHUSTER waren die Personen bzw. Firmen 
GERMAR WEIß, Karl -Heinz HARDT, Hermann HOTTENRAUCH und Erich GMEREK. 
Besonders BRUNS, HÜTTENRAUCH und GMEREK bemlihten sich um sehr enge 
Kontakte zu SCHUSTER und korrumpierten ihn mit erheblichen Summen. 

Die 1. Dienstreise nach seiner RUckkehr in die DDR führte SCHUSTER 
im Febr. 1964 nach Frankfurt/M. durch, die nächste Reise Ende Juni 
1964 in die Türkei und am 18.11.1964 fuhr SCHUSTER nach Beirut und 
von hieraus in mehrere Länder des Fernen Ostens (Indien, Ceylon, 
Kambodscha ) . 

Ab Anfang 1965 zeigten die Personen BRUNS, PLAUT, HÜTTENRAUCH und 
GCLDBERG von der türkischen Niederlassung der Firmen, zu denen auch 
HOTTENRAUCH gehörte, verstärkt Interesse, die Republ 1 -kf 1 ucht- 
absichten des SCHUSTER zu erkunden. 

Nach der LFM 1965 drängten BRUNS und dessen Mitarbeiter PLAUT 
SCHUSTER, so schnell wie möglich nach Hamburg zu weiteren Verhand- 
lungen zu kommen. SCHUSTER war auch in den ersten Apriltagen 1965 
in Hamburg. 

Unmittelbar danach begab sich SCHUSTER nach Paris, um im Auftrag 
von Heimelectric am Internationalen Bauelementesalon tei Izunehmen. 

HOTTENRAUCH hat beim WB-Travel-Offi ce das Visum für die Dienstreise 
des SCHUSTER nach Paris besorgt und wollte sich bei SCHUSTER unbe- 
dingt darüber im klaren sein, ob er tatsächlich nach Paris fährt, 
damit er hier Gespräche mit dem bereits genannten GOLDBERG führen 
kann. Später wurde bekannt, daß HÜTTENRAUCH dem CIA die genaue 
Anschrift von SCHUSTER in Paris Uberr.ii ttel te . 

Am 13.4.1965 wurde SCHUSTER dann in Paris durch 2 Mitarbeiter des 
CIA kontaktiert. Er erfuhr bei dieser Gelegenheit, daß die Kontak- 
tierung bereits Anfang April erfolgen sollte, als SCHUSTER sich 
in Hamburg aufhielt. Dem CIA gelang es zu dieser Zelt jedoch nicht, 
SCHUSTER von seinem Begleiter zu trennen. Dem CIA war zu diesem 
Zeitpunkt bereits bekannt, daß SCHUSTER in Bonn ein Konto unterhält. 

Bereits v/ährend einer Dienstreise im Juni 1965 in den Libanon wurde 
SCHUSTER durch den CIA auf dem Lügendetektor getestet. 


138 




6 


8 


Am 16.7.1965 erfolgte die Übergabe des IM "Sohle” an die HA XVIII/ 
Genossen Hillebrand. Seit dem 1.11.1965 wurde SCHUSTER ununter- 
brochen in der IMK "Tanne" getroffen. 

nie Nachrichtenübermittlung von SCHUSTER an den CIA erfolgte schrift- 
lich ;mit Gaheiraschri ftmi tteln . SCHUSTER erhielt hierfür die west- 
rj eiits.ch frX A^ires se 

Ul inelmin.e ;.iO.CK. 

8 782f 1 st a Ü.t' . 
v'ö ir. ii ö h e n 1 ö he s t ri '.17 

Das Interessse des CIA während der gesamten Zusammenarbei t mit 
SCHUSTER bestand an Informationen zum Industriezweig Bauelemente, da- 
mals WB Bauelemente und Vakuumtechnik. 

Bei einem Treff am 24.1.1966 in Berlin (West) nannte SCHUSTER Mit- 
arbeiter des Außenhandels, die aus seiner Sicht für eine Anv/erbung 
durch* den Geheimdienst in Frage kommen würden: 

1. Dieter UHLIG 

2. Jochen CREUT2MANN. 

SCHUSTER hat zu beiden Personen ausführliche Charakteristiken ge- 
geben, die nach Ansicht der Geheimdienstmitarbeiter tatsächlich 
für eine Anwerbung- geei gnet erschienen. SCHUSTER wurde beauftragt, 
beide Personen weiter unter Kontrolle zu halten. 

Aus den Unterlagen geht nicht hervor, daß SCHUSTER während seiner 
Zugehörigkeit zum AHB Heimel'ectric, d. h. bis zum 31.1.1968, durch 
seine Zusammenarbeit mit dem MfS Kenntnis Uber die Zusammenarbeit 
weiterer DDR-Bürger mit dem MfS erhielt. 

SCHUSTER erfuhr lediglich durch BRUNS, daß Herbert BROSCH einmal 
versuchte, BRUNS für den sowjetischen Geheimdienst zu werben. 

BROSCH bestätigte SCHUSTER auch Anfang 1968, daß er selbst während 
einer Dienstreise in die USA vom Geheimdienst angesprochen worden 
sei und erklärte SCHUSTER offen, daß er mit dem MfS zusammenar- 
beitet. BROSCH informierte SCHUSTER, daß er für seine Mitarbeit 
vom MfS die "Verdienstmedaille" in Silber erhalten habe. 

Der Kontakt SCHUSTER/BROSCH rührt bereits aus dem Jahre 1957 her. 

Von. BROSCH erfuhr SCHUSTER am 5.2.1968, daß der bei der Firma 
FORGBER tätige Hartwig HÜLLER für das MfS arbeiten soll. 

Bei einem Treff mit dem US-Gehei mdi enst am 3.8.1966, also kurz 
nach der Inhaftierung von HÜTTENRAUCH, sah SCHUSTER im Notiz- 
block des CIA-Mitarbeiters "Hollermann" die Notiz "Anruf von 
R0NNEBER6ER" . Darunter standen einige Notizen, die SCHUSTER während 
des Treffs nicht mehr entziffern konnte. 

Später berichtete SCHUSTER, daß RONNEBERGER es war, der sich am 
*"®isten für die Entwicklung von CREUTZHANN verwand hat. 

Sejm Treff mit dem CIA im Okt. 1966 wurde SCHUSTER eröffnet, daß 
Seine Rückkehr in die DDR nach der erfolgten Inhaftierung von 


139 




9 


8 


•7 • 


Hüttenrauch nicht zweckmäßig sei. SCHüSTER brachte hier zum Aus- 
druck, daß er das Risiko auf sich nehmen will und ln die DDR zurück- 
® Ijen will. Durch den Geheimdienstmitarbeiter wurde Ihm eröffnet, 
daß sich daran auch die Konsequenz bindet, daß zunächst keine Treffs 
und keine Verbindung mehr möglich sind und daß die Geldüberweisungen 
an SCHUSTER eingestellt \/erden. 

Wä .h r en d 'dieses Treff S’ w ü r'd e S C fJ ü S TER e r n s u t' e ti f • 'de m t-LU g eh d e t e k 1 0 r .• 
getestet«-. ■ ■ . . . • * . • • . - _ 

flach ^dsn.-.tVef fber.i.chten.. z b :iirtei 1 eAj führt' tr -SCHUStER/äB. dlesb.ntCZel'tAr 
pünkt no'c'h' meh rere HSU-D1 enst rel sen durch ,- bei denen* es" Jedoch •.kelhei' 
Gehelmdienstkontakte gegeben hat. 

Ara 19.1.1967 fuhr SCHUSTER nach Berlin (West). 

Ara 4.2.1967 wurde SCHUSTER erstmalig durch die KA IX damit konfron- 
tiert, daß er als Zeuge im Prozeß gegen HÜTTENRAUCH auftreten soll. 

Am 7.2.1967 fuhr SCHUSTER nach Hamburg und traf hier mit BRUNS und 
rOTTMANH zusammen. Von Hamburg fuhr er allein v/elter nach Bonn und 
Frankf urt/H. 

Vom 27.3. bis 17.4.1967 hielt sich SCHUSTER ln Frankreich auf. 

Am 22.6.1967 war er im Tra ve 1 -Of f 1 ce ln Berlin (West) und am 6.7.67 
reiste er nach London. Diese Reise dauerte bis 20.7.67. 

Im Okt. 1967 fand der Prozeß gegen den Agenten des CIA Hermann 
HOTTEKRAUCH vor dem Obersten* Geri cht der DDR statt. 

In diesem Prozeß wurde erarbeitet, daß HÜTTENRAUCH seit Anfang 1960 
geworbener Agent des amerikanischen Geheimdienstes Ist und im Auf- 
träge dieses Geheimdienstes detaillierte Informationen Uber die 
Außenwirtschaft der DDR sowie Uber die im Außenhandel und im In- 
dustriezweig Bauelemente und Vakuumtechnik tätigen Kader erarbeitete. 
So berichtete HÜTTENRAUCH dem CIA u. a., daß SCHUSTER in der BRD ein 
Konto unterhalte und daß er sich im April 1965 in Paris aufhalten 
wird . 

SCHUSTER sagte aus, daß er HÜTTENRAUCH einmal gebeten hatte, einen 
Westgeldbetrag auf sein Konto in der BRD einzuzahlen. Dieser Fakt 
war auch das Druckmittel gegen SCHUSTER bei seiner Anwerbung durch 
den amerikanischen Geheimdienst, von dem er den Decknamen "Pfaff" 

erhielt. 

Im Jan. 1968 informierte SCHUSTER BRUNS, daß er zu Transinter 
9ehen ’v/ird, was durch BRUNS begrUßt wurde. 

Seit dem 1. Febr. 1968 ist SCHUSTER HauptgeschäftsfUhrer der VG 
Interver in Berlin, Sonnenburger Str. 56. 

Seit dieser Zeit hat SCHUSTER enge geschäftliche bzw. vertragliche 
Beziehungen zu INTERTECHNA. 





8 




Auch bei der VG Interver hat sich Bruns sofort als Haupt- 
kunde von SCHUSTER herauskristallisiert, sov;ohl SCHUSTER als auch 
BRUNS schienen daran ein Interesse gehabt zu haben. So zeigte z. B. 
BRUNS großes Interesse an der Lieferung von Farbbildröhren in die 
qDR, da er die Information hatte, daß die DDR noch im Jahre 1968 
10 000 Farbgeräte produzieren will. BRUNS wollte zu diesem Zwecke 
1 A n d r ä aus dem MAH sprechen, um den handelspolitischen 
und den Gsnehmi gungsv/eg mit dem HAH selbst zu klären. 

SCHUSTER hat BRUNS von diesem Weg abgeraten und ihm begründet, daß 
cs besser wäre, v/enn er selbst mit A n d r ä über diese Fragen 
spricht. BRUNS hat diesen Weg eingesehen und fand ihn auch für ange- 
brachter. BRUNS nutzte die Verhandlungen mit SCHUSTER, um die ver- 
schiedensten Fragen zudessen Person abzuklopfen. Er wollte wissen, 
ob die neue Tätigkeit bei Interver für SCHUSTER eine Beförderung 
oder ei n Abstieg sei . 

BRUNS stellte laufend Fragen bezüglich der Reisefähigkeit von 
SCHUSTER. Er diskutierte nach Möglichkeiten der Geschäftserweitrung 
mit SCHUSTER und wollte ihn einsetzen für DDR-Exportean die Fa. BRUNS, 
was bis zu diesem Zeitpunkt für die VG ungewöhnlich v/ar und von 
SCHUSTER demzufolge auch abgelehnt werden mußte. 

BRUNS begann im Gegensatz zu den zurückliegenden Jahren, "'ängere 
politische Debatten mit SCHUSTER zu führen und hieran auch Probleme 
zu knüpfen, die wiederum auf die Zeugenaussagen von SCHUSTER vor 
dem Obersten Gericht anspielten. 

Bei der jetzigen Durchsicht der Arbeitsakten des IM "Sohle" entstand 
somit der Eindruck, daß BRUNS ganz zielgerichtet umfangreiche Komplexe 
zur Persönlichkeit SCHUSTER abfragte bzw. Informationen zur Person, 
zur beruflichen Tätigkeit sowie zu politischen, aber auch nachrichten- 
dienstlichen Fragen von SCHUSTER abschöpfte. 

BRUNS spielte auch auf seine guten Verbindungen zu amerikanischen 
Elektronikproduzenten an. 

ln einem Treffbericht vom 23.2.1968 kam SCHUSTER im Anschluß an eine 
Zusammenkunft mit BRUNS zu folgenden eigenen Schlußfolgerungen: 

1* Es hat den Anschein, daß gegenwärtig der Zeitpunkt fUr BRUNS 
Und evtl, für seine Auftraggeber herangekommen ist, sich detail- 
lierter Uber meine Haltung zu den Fragen des Prozesses (gegen Hütten- 
rauch) und der Zusammenarbeit des CIA zu äußern. Dabei kann man na- 
türlich nicht eineprinzipielle Einschätzung von ihrer Se 2 meiner 
Totigkeit odermeines Auftretens ervjarten. Allein die Tatsache, daß 
®r von sich aus auf die Zeitungsartikel (im Zusammenhang mit SCHUSTER' 
Zeugenauftritt vor dem Obersten Gericht) zurUckkam und dieFrage nach 
oetn Ursprung des Reiseverbots stellte, beweist die Beschäftigung mit 
«ieser Frage, was in der Vergangenheit zumindestens nicht aktiv zu 
Spüren war. 


141 




9 


0 


vor 

2. BRUNS Ist nach wie an einer Abdeckung unserer Beziehungenoff iziell 
interessiert und ist auch bereit, dafür zu zahlen. 

3 . Es werden bereits jetzt Aufträge erteilt, Informationen zu sammeln, 
(}ie Problemkreise betreffen, die mit der Geschäftstätigkeit derFa. 
BRUNS in Zusammenhang gebracht werden könnten, jedoch von volkswirt- 
schaftlichem Interesse sind. 

4 . Diesen Charakter haben die Informationen, die jetzt die Frage der 
Züsammenarbeit mit WEStlfJGHOUSE' berühren , nicht mehr, sondern, gehen 
über das vorher Gesagte weit hinaus. 

5 . Es kann insgesamt geschl ußfol gert werden, daß die Überprüfung bei 
weitem noch nicht abgeschlossen ist und sich wohl Uber einen längeren 
Zeitraum hinaus ausdehnen wird. Man muß sich Überlegen, welche Infor- 
mationen BRUNS gerade in der Frage WESTINGHOÜSE gegeben werden sollen, 
um hier die Glaubwürdigkeit, die ich ja Inder Zusammenarbeit mit BRUNS 
bisher in jedem Fall unter Beweis gestellt habe, weiter nachzuweisen. 


BRUNS entwickelte im 1. Halbjahr 
CSSR. Es war auffällig, wie er da 
nutzte, um gemeinsam mit SCHUSTER 
fahren und hier weitere Geschäfts 
SCHUSTER wiederholt in dieser Ric 
die Reisefähigkeit von SCHUSTER i 


1968 starke Aktivitäten in Richtung 
s bereits erwähnte Bildröhrengeschäft 
im Juli oder Aug. 1968 nach Prag zu 
Verhandlungen zu fuhren. BRUNS fragte 
htung an und testete dabei jedesmal 
n das SW. 


Bei diesen Verhandlungen kam auch der enge Kontakt zwischen BRUNS 
und dem WB-Kaufmann M ö t z zutage (MUTZ ist übrigens auch 
gerade in dieser Zeit häufiger als zu früheren Zeiten indie CSSR 
gereist). 

Durch die Verhandlungen mit SCHUSTER zu dem Import von Farbbildröhren, 
die zu diesem Zeitpunkt sehr intensiv waren, erfuhr BRUNS auch, daß 
in solche Geschäfte die Intrac eingeschaltet wird und hörte bei dieser 
Gelegenheit von SCHUSTER die Namen 


FRANKE 

6RÖTZINGER und 
PRETRE. 


BRUNS ging auch prompt auf Geschäftsmbgl i chkei ten mit der Intrac und 
Zentral-Kommerz ein (FRANKE ist seit mehreren Jahren verstorben und 
PRETRE seit mehreren Jahren nicht mehr in der Intrac). 

Bevor jetzt v/eitere Erläuterungen zum Verhältnis SCHUS TERBRUNS folgen, 
eine kurze Einfügung: 


Unmittelbar nach dem Beginn seiner Tätigkeit in der VG Interverbe- 
warben sich bei SCHUSTER eine Reihe ihm bekannter Mi tarbeHerays 
der Elektronikbranche der DDR um eine Anstellung. 


1. SCHEINE, Horst 

2. JAHN, Hajo 

3* HENKE , JUrgen 

WERNER, Jochen 
5. KUPFER, Dietrich 


AHB Heimelectric 
VEB Elektronikhandel 
WB Bauelemente und Vakuumtechnik 
(jetzt AHB Elektronik) 

VEB RAFENA/Radeberg 
AHB Heimelectric 


142 




10 


IV 


ushrend der LFM 1969 fragte BRUNS zielgerichtet nach Struktur und 
Funktionsweise des Koko- Berei ches . Ihn interessierte die Zusammen- 
•rbeit und der Zusammenhang zwischen Interver und Transinter, Personal- 
fragc" Interver und Transinter sowie die spezielle Frage, ob 
SCHUSTER jeden beliebigen Bewerber einstellen könne, ln diesemZusammen- 
hahg erwHhnt, daß von den genannten 5 Bewerbern keiner bei Interver 

eingestellt wurde. 

SCHUSTER informierte BRUNS recht detailliert über den Bereich Koko und 
dessen AHB Zentral-Kommerz , Intrac und Transinter sowie Uber die Auf- 
gabenstellung dieser Betriebe. Er erfuhr von SCHUSTER, wie das Zusammen- 
wirken zv/ischen Transinter und den V6 erfolgt. BRUNS stellte die Frage. 
v;ie der Gewinn der Koko-Betri ebe verwandt wird. Er v/ollte weiter 
wisson, ob es noch andere Betriebe gibt, die so ähnlich arbeiten, wie 
die V6, Von besonderem Interesse war für ihn die Fa. 6ERLACH. BRUNS 
kannte von dieser Firma den Inhaber und brachte zum Ausdruck, daß 
er dessen Frau gut kennt. Er wußte auch von einem Konto in der Schweiz. 

Im Sept. 1970 schätzte SCHUSTER ein, daß seine Beziehungen zu BRUNS 
eingeschlafen seien. Es gab nur kurze Kontakte. Anläßlich der LHM 1971 
versuchte BRUNS, aktiver zu werden und wollte mit SCHUSTER wieder Ge- 
schäfte machen. 

Anfang 1973 zeigte BRUNS sich sehr interessiert, SCHUSTER bei seinem 
neuen Start im Betrieb Kunst und Antiquitäten GmbH zu unterstützen. 

Aus einer Information von 1968 geht hervor, daß BRUNS an SCHUSTER 
eine monatliche Zuwendung von 500,-- DM Ubergibt. SCHUSTER erwähnte 
diesen Fakt in einem Treffbericht deshalb, weil BRUNS nunmeh* von 
SCHUSTER verlangte, für diese-Zuwendungen zu quittieren. Anfangs 
hat SCHUSTER dies auch getan und brachte BRUNS dann offensichtlich 
dafUr, iiib, ohne daß aus den Akten zu ersehen ist, bis zu welchem Zeit- 
punkt diese Zahlungen überhaupt wei tergef Uhrt wurden. 


Während der LFM 1968 - exakt am 4. März 1968 - hat SCHUSTER in der 
Halle 15 den CIA-Mitarbeiter' "Händel" gesehen. Bei "Händel" handelt 
es sich um einen der FUhrungsoff iziere des 1MB "Sohle". Ob "Händel" 
euch SCHUSTER gesehen hat, kann nicht eingeschätzt werden bzw. SCHUSTER 
konnte es damals auch nicht mit Bestimmtheit sagen. 

Erkenntnisse zu Herbert Brosch , Firma Intertechna 

BROSCH empfahl SCHUSTER im Juni 1968, ein Angebot eines Großrechners 
von Siemens zu beschaffen. Dieser Rechner sei für die SPK bestimmt 
Und von Günter Mittag in Auftrag gegeben worden sein. Es 
handelt sich um eine streng geheime Angelegenheit. Lt. BROSCH vom 
B.2.1969 sollen für das Zentral i nsti tut für Dokumentation (Abt. XIII 
<les HfS) 2 Anlagen gekauft werden. Auch hier handelt es sich lt. BROSCH 
Ul» ein Geheimprojekt. 

Ber VEB RAFENA wollte ebenfalls einen Prozeßrechner von Siemens oder 
IBM kaufen. (Technischer Direktor VJIESNER von RAFENA). Im Juli 1968 
Werden mit Siemens Verhandlungen Uber den Import einer Großdatenver- 
»rbeitungsanl age für die SPK geführt. Der Verhandlungspartner Molfgang 
kEHMANN bezeugt ein großes Interesse am Ausbau der Kontakte zur DDR, 


143 


und zwar besonders an der Lieferung von EDV-Anlagen, an der Vergabe 
von Lizenzen und Vereinbarung von Gegengeschäftsvereinbarungen. Oer 
Kauf dieser Großdatenverarbei tungsanl age ausder BRD wurde aus handels- 
politischen Gesichtspunkten abgelehnt. 

Siemens zeigt sich zu diesem Zeitpunkt als bedeutender Partner von 
Interver. Vernaivdl imgspersonen für SCHUSTER, sind zu diesem Zeitpunkt 

Dr. WILOEMHAIN sowie der bereits erwähnte LEHf-iANN. 

Oer Import der EDV-Anlage für das Zentral i nsti tut für Dokumentation 
kommt am 9. Mai 1969 durch den Vertragsabschluß zustande. Interver 
tritt in diesem Vertrag als Vertreterorganisation auf, so daß SCHUSTER 
auch genau darliber Kenntnis hat, daß sich hinter dem Zentral i nsti tut 
das HfS verbirgt. Er kennt also den Einsatzzweck dieser Anlage. 

Siemens interessiert SCHUSTER an der Teilnahme an einer EDV-Ausstel 1 ung 
im Hai 1969 in Moskau. Durch seine Kontakte zu Dr. W a r n o w von 
Intertechna kommt die Teilnahme an dieser Ausstellung auch zustande. 
SCHUSTER erhält bei dieser Gelegenheit Kontakte zum Führungsoffizier 
des Dr. WARNOW, Genossen Karl D i e t e 1 von der HV A. Es gab 

mehrere Kontakte zum Genossen DIETEL. SCHUSTER erfuhr vonihm bei einer 
späteren Begegnung auch, daß gegen den WB-Vertreter des amerikanischen 
Konzerns C.D.C., Anton H U w e t , Erkenntnisse Uber dessen Zusammen 
arbeit mit dem CIA vorliegen und HOVJET - der in der DDR von SCHUSTER 
vertreten wird - in Zukunft keine Einreise mehr erhalten wird. 

HOWET wurde zu diesem Zeitpunkt durch die HA XVIII/Z wegen Verdacht 
einer nachrichtendienstlichen Verbindung zum CIA bearbeitet. BROSCH 
und WARNOW v/iesen SCHUSTER bereits früher auf den Fakt einer geheim- 
dienstlichen Verbindung hin. 

Bei HOWET handelte es sich um eine sehr intensive Verbindung des 
SCHUSTER. Anfang der 70er Jahre ist HOWET verstorben. 

Sein Interesse an der konkreten Gestaltung der Zusammenarbeit Interver/ 
Intertechna bekundete im Jahre 1969 BRUNS. BRUNS hatte in seinem Frage- 
spiegel den generellen Komplex Zusammenarbeit Außenhandel / I ndustrie 
und kam ständig mit Fragen einer möglichen Dezentralisierung des 
^ußenhandels bereits zu diesem Zeitpunkt. 

Der Hitarbei ter von SCHUSTER, G r u s d a t , sprach im März 1969 die 
Vermutung aus, daß der Chef von DROSCH, ein gewisser "Karl" vom MfS 
?ei und meinte hiermit den bereits erwähnten Genossen Karl DIETEL. 

P i;* u s d a t vermutete vielter, daß dieser "Karl" von der Aufklärung 
•ein muß. Was er jedoch noch nicht weiß, ob zu Schalck die 
•rähte der Abwehr oder der Aufklärung gehen, 

jROSCH hat SCHUSTER vor dem Mitarbeiter von Hei mel ectri c , Rainer 
I ® f e m a n n , gewarnt. Dieser mache seiner Meinung entweder 
^•"umme Sachen oder hat einen Auftrag. 

[on dem ehemaligen Mitarbeiter der Auslandsvertretung in Beirut, Hans 
inÜ ^ 9 ® » erfuhr SCHUSTER, daß die Transinter-Hitarbeiter BLEIL 

(9 Heise fUr das HfS tätig sein sollen. 


144 




12 




Itn April 1968 meldete sich Dieter U h 1 i g bei SCHUSTER und 
hatte hierfür auch kommerzielle GrUnde. Während eines Treffs brachte 
SCHUSTER die Vermutung zum Ausdruck, daß UHLIG vom Geheimdienst ge- 
schickt wurde und verwies auf seine früheren Bemerkungen zu UHLIG. 
SCHUSTER gegenüber wurde zum Ausdruck gebracht, daß seine frühere 
Einschätzung überprüft wurde. 

flnt 11. Juli 1968 sagte SCHUSTER, daß er UHLIG bei Interver ein- 
stellß'i möchte. UHLIG spielte während SCHUSTER's Tätigkeit bei Inter- 
ner dann keine weitere Rolle mehr. 

Zusammenfassende Darstellung zu den Kontakten des SCHUSTER zuseinen 
»rabischen Verbindungen 

Bereits Im Frühjahr 1968 meldeten sich bei SCHUSTER 

HOUSSALLI 
TUFENKOI und 
GHOBRIL. 

Am A.Sept. 1968 sprach M. gegenüber SCHUSTER davon, daß sowohl er 
als auch SCHUSTER gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit gesammelt 
hätten, wo sie doch beide für den CIA gearbeitet haben. Bei diesem 
Gespräch war T. zwar anwesend, SCHUSTER hielt es jedoch für möglich, 
daß er über diesen Gesprächsteil keine Kenntnis erhielt. 

G. erklärte Anfang 1969, daß jedermann wüßte, daß T. aus einer ab- 
solut rechtsgerichteten Familie stamme und sich in der DDR im Aufträge 
des 2. Büros, d. h. also des. libanesischen Nachrichtendienstes, auf- 
hält, um in 1. Linie die offiziellen und inoffiziellen Besuche aus 
dem Libanon in der DDR aufzuklären. G. wisse dies ganz genau, da 
er die Akte von T. im 2. Büro selbst gelesen habe. Er habe dorthin 
über die Partei entsprechende Beziehungen. 

T. habe eine DDR-Bürgerin geheiratet, die im Reisebüro des Hotels 
"Berolina" arbeitet. G. unterstellt ihm, auch diesen Schritt bewußt 
zur Schaffung von Kontrol 1 mbgl i chkei ten geschaffen zu haben. 

1969/70 zeigte sich M i z r a h i als besonderer Partner. Er 
hat sich für verschiedene Dinge interessiert, die ihn von den anderen 
Libanesen abheben. Sein besonderes Interesse galt Regimefragen lu 
oen privaten VG in der DDR. Mi. forderte SCHUSTER auf, zu diesen VG 
den Kontakt aufzubauen, um diese besser studieren zu können. Mi. 
zeigte Interesse an Fragen der Zusammenarbeit Industrie/Außenhandel 
und stellte auch hier konkret die Frage nach einer möglichen Dezen- 
tral i 3 i erung . 

Mi. bot an, unter dem Vorwand SCHUSTER zu helfen, den Kontaktzu 
9en Amerikanern wieder herzustellen (Band 4, Seite 180). Mi. wollte 
zu diesem Zweck die Namen der Geheimdienstmitarbeiter von SCHUSTER 
Wissen, damit er auf der amerikanischen Botschaft in Beirut zielge- 
Cq^utet argumentieren kann. Als es zwischen Mi. und SCHUSTER bis 
AV73 Zu einer fast 3jährigen Kontaktpause kam, stellte er sofort 
Wieder dieses Problem in den Mittelpunkt und wollte immer noch den 


145 




Kontakt zu den Amerikanern vermitteln und zu diesem Zv;eck wissen, wy 
vom CIA SCHUSTER gesteuert habe, um welches Hauptquartier es sich ge- 
handelt habe usw. , damit er Möglichkeiten schaffen kann, daß die 
Amerikaner SCHUSTER unterstützen. 

1973 bot Mi. dem SCHUSTER einen oanei nsamen Urlaub in Budapest an. 

Er wollte aber auch wissen, welche Mitarbeiter der HV der DDR im 
Libanon arbeiten», er interessierte sich auch für leitende Leute 
aus dem HAH, die zura Bekanntenkreis von SCHUSTER gehören. 

Zu den Erkenntnissen über Mi. von 1969/70 ist. noch erwehnensv/ert : 

Hi. hat die beiden Libanesen TUFEHKJI und HOUSSALLI als "außerordent- 
lich zuverlässige und ordentliche Charaktere" bezeichnet. Mi. zeigte 
sich aber auch als absoluter Gegner der Araber sowie als Freundund 
Sympathisant der Israelis. Mi. hatte auch gute Kontakte nach Polen. 

Bei einem Gespräch machte Mi. Andeutungen zu einem Bekannten, nach 
dessen Beschreibung zu urteilen, es sich um den CIA-Mi tarbeiter 
"Hol 1 ermann" gehandelt haben muß. 

(so hat es SCHUSTER eingeschätzt). 

Anfang 1969 bemühten sich mehrere Firmen, SCHUSTER zu einem Besuch 
zu bewegen: 

Berliner Haschi nenbau- Akt i en gesel 1 sch af t , vormals 
SCHWARTZKOPFF 

Fa. Leo GOTTWALD/DUssel dorf 
Standard-El ektri k-Lorenz 
AEG sowie 

weitere Firmen aus der Schwei z/österrei ch/Schweden und 
Großbri tanni en. 

SCHUSTER reiste während seiner Interver-Zei t , d. h. bis zum Frühjahr 
1973, nicht in das NSW. Auch seine SW-Reisen waren äußerst gering. 

Der UB-Vertreter , Erich G m e r e k , kam erst im März 1963 sut 
SCHUSTER zurück, er hat also seit dessen Auftreten auf dem Prozeß 
gegen HÜTTENRAUCH keinen Kontakt zu SCHUSTER gesucht. 6HEREK trat 
als Vertreter der AEG bei Interver auf und fungierte nebenbei als 
Embargolieferant, hat jedoch sehr kleine Geschäfte gemacht. Auffällig 
war,. daß er zu SCHUSTER einen guten Kontakt hatte und sich sehr 
häufig im Büro Interver aufhielt. Als SCHUSTER ihm Anfang 1973 mit- 
teilte, daß er eine neue Tätigkeit aufrvehmen wird, erklärte sich 
GMEREK bereit, ihm dabei Schützenhilfe zu leisten. Er nannte SCHUSTER 
die in Ungarn und der CSSR verantv/ortl i chen AHU für den Handel mit 
Antiquitäten, nannte die Namen der Mitarbeiter, die Arbeitsweise 
und bot sich. auch an, Empfehlungsschreiben für die Kontaktaufnahme 
in der CSSR zu geben (SCHUSTER hat somit also nicht erst durch Anka 
von WITZLEBEN den AHB ARTEX in Budapest kennengel erntl ) . 

GMEREK war an diesen neuen Geschäften außerordentlich starkinter- 
essiert und versprach sein Engagement. 


146 




14 




Lothar SCHULZ von der AEG trat erstmalig im Aug. 1970 in Erscheinung. 
SCHUSTER, der bereits mit GMEREK über die Lieferung einer EDV-Anlage 
an die KDVR verhandelt hat, unterbreitet auch SCHULZ dieses Angebot. 
SCHULZ macht deutlich, daß er GMEREK sofort auf dieser Strecke aus- 
schalten will. 

Im 1971 fordert SCHULZ SCHUSTER auf, ihm sin Angsbot von Sisnsns 

2 ü zeioe*^« um die Konkurrenzsituation kennenzulernen, damit die AEG 
gilnstiöer anbieten kann. Da SCHUSTER, hi erzu nicht in der Lage v/ar, 
h-at SCHULZ ihn beauftragt, seine Beziehungen zu den AHB zu vefcessern 
um auskunftsfähiger zu werden. Danach wurden die Kontakte. zu SCHULZ 
immer enger. SCHULZ hat mit Hilfe von SCHUSTER die Mitarbeiter von 
Interver aufgeklärt und sich besonders fUr BRUNS, GRUSDAT, WENZEL und 
GEORGI , interessi ert. Einige konkrete Fragen waren das Verhältnis 
dieser Mitarbeiter untereinander, ihr Gesundheitszustand, ihre Fähig- 
keiten. 

SCHULZ brachte zum Ausdruck, daß sich SCHUSTER vor allem vor WENZEL 
in acht nehmen soll, da dieser politisch klar auftritt. 

1972 stellt SCHULZ zielgerichtet eine Fragenach SCHUSTER's Mitarbeiter 
Peter Bruns . SCHUSTER brachte zum Ausdruck, daß BRUNS v;ährend 
einer BRD-Reise bei seiner Cousine übernachtete und daß diese Cousine 
1954 republikfluchtig wurde. 

SCHULZ erfuhr weiter, daß BRUNS gute Kontakte zu Peter BRUNS/Hamburg 


Im Jan. 1971 wollte SCHEMANN-, Fa. Rheinstahl, von SCHUSTER wissen, ob 
er sich vorstellen könne, daß H a u b o 1 d oder A n d r ä 
im Besitz von Übersichten seien, aus denen hervorgeht ,wel che Dbjekte, 
wann mit der BRD abgeschlossen bzw. realisiert werden sollen. 

Interesse an einem Kontakt zu A n d r ä zeigte auch BRUNS, Daß 
sich SCHEMANN und BRUNS recht gut kennen, geht auchaus den Akten zu 
diesem Zeitabschnitt hervor, auf der S. 4 dieses Berichtes ist darüber 
bereits erstmalig hingewiesen v/orden. 

Durch dieFa. Rheinstahl ist die Heizungsanlage für SCHUSTER's Haus in 
der Mahlsdorfer Hummelstr. geliefert worden. Die AEG v/ar der Lieferant 
für die komplette KUchenei nri chtung. 

Im Sept. 1968 zog die VG Interver in den Neubau Otto-Grotewohl -Str . / 
Ecke Clara-Zetkin-Str. ein. Im Juli 1970 wurde SCHUSTER's Ehe ge- 
schieden. SCHUSTER trat nach dieser Ehescheidung einen längeren Kranken 
nausaufenthal t in Buch an und lernte dort die Stationsärztin Irmgard 
“ 0 0 k , geb.am 30.6.1939, kennen. Oie BOOK wurde die 2. Ehefrau 
von SCHUSTER. 

Zusammenhang mit SCHUSTER's Hausneubau, der im März 1969 mit der 
Einreichung der Bauunterlagen begann, lernte SCHUSTER Helmut ROYEK 


147 




kennen. ROYEK konfrontierte SCHUSTER bereits im Mai 1971 mit dem 
Problem, Kunstgegenstände in der DDR aufzukaufen und in die BRD 
und nach Berlin (West) zu verkaufen. ROYEK hatte bereits konkrete 
Objekte im Auge, und SCHUSTER griff diesen Gedanken auch sofort 
auf, intJem er GMEREK als seinen ersten Partner auf diesem Gebiet 
anspricht und einschaltet. 

Ende März 1971 kam RQNNEBERGER auf SCHUST£R. zu, um ihm zu empfehlen, 
liii’f der BRD-Firma CARAMANT eine Vertreterverbindung einzugehen. 
CARAM.ANT sollte bereits früher, d. h. vor der Inhaftierung von 
CREUTZMANH, sog. U1 träfotendikons von' Heimelectric kaufen. 

SCHUSTER hatte CARAHANT damals abgewiesen (der ameri-k'ani sehe Ge- 
heimdienst hatte HÜTTENRAUCH beauftragt, die Entv/icklung von Ultra- 
"rotendikons in der DDR aufzuklären. H. gelang es damals, einen 
Prototyp dieser Röhre zu erhalten und dem CIA auszuliefern. Etwa 
2 u dieser Zeit muß die 1. Anfrage von CARAMANT gewesen sein, an 
diese Röhren Uber Heimelectric heranzukommen). 

Im Juni 1971 trat die Fa. CARAMANT erneut an SCHUSTER heran, um 
ins Bauelementegeschäft mit der DDR zu kommen. CARAMANT hatte die 
Absicht, alle gewünschten Bauelemente an die DDR zu liefern und 
deutete an, daß sie bereits Uber die Wiener Fa.- SCHIFTER mit der 
DDR im Emba^eschäft sind und nun eine Direktstrecke aufbauen v/ollen. 

Ira Jan. 1972 hatte SCHUSTER bereits zum Rechtsanv/al t IRMSCHER 
Kontakt. 

Anläßlich der LFM 1969 sollte auf dem Messestand INTERVER eine Maß- 
nahme B realisiert v/erden. SCHUSTER war Uber diese Absicht einge- 
weiht; aus technischen Gründen konnte die Maßnahme nicht realisiert 
werden. 

1969 brachten sov/ohl BROSCH als auch GRUSDAT gegenüber SCHUSTER 
zum Ausdruck, daß GRUBE von der Siemens-Zweigniederlassung ein 
Mitarbeiter des BND sei. 

1973 wird erstmalig der Name SCHILLINGER erwähnt. Durch den Mitar- 
>eiter dar Fa. HONEYWELL, KOHLHANN, wurde SCHUSTER mit SCHILLINGER 
»ekanntgemacht . SCHUSTER hatte KOHLMANN 1972 gebeten, Kontakte zur 
Mrma AVONN herfustellen (Schreibweise nicht genau bekannt). 

•OHLMANN machte SCHUSTER zur LFM 1973 mit dem Mitarbeiter SCHELL 
on der Fa. AVONN bekannt. Gleichzeitig erschien jedoch mit SCHELL 
err SCHILLINGER als Berater fUr das Ostgeschäft. Später kam auch 
och "der russische Amerikaner" hinzu. Zu dieser Person sind keine 
eiteren Erläuterungen gemacht worden, evtl, handelt es sich um 
lade. SCHILLINGER war an einer Zusammenarbeit mit SCHUSTER inter- 

ssiert. 

™ Frühjahr 1973 wechselt SCHUSTER zum AHB Kunst und Antiquitäten 
«bH Uber (exaktes Datum ist aus den Unterlagen nicht ersichtlich). 

*ch wie vor spielen die bisherigen NSW-Partner GMEREK, HÜWET , 

IHLMANN und SCHULZ, Lothar, eine zentrale Rolle. Besonders GMEREK 
•hrt in der Berichterstattung immer wieder und auch HOWET ist 
'5tu seinem Tod im Jahre 1974 ein intensiver Gesprächspartner 
'0 SCHUSTER. 


148 




16 




Ab erscheint Wilhelm BURGER aus Berlin (West) hSufig zu Ver- 

handlungen bei SCHUSTER, und ausden Akten geht auch eine zielge- 
richtete Auftragserteilung an SCHUSTER zu BURGER hervor. (BURGER 
war zu diesem Zeitpunkt IM unserer Di enstei nhei t ) . 

Im AHB war inzwischen aufgefallen, daß sich SCHUSTER sehr hSufig 
mit BURGER unterhält, obwohl es zu BURGER nur sehr geringe kommer- 
zielle Dinge gegeben hat. Außerdem sind die wenigen Geschäfte mit 
ernsten kommerziellen Schwierigkeiten behaftet gewesen. 

Im Nov. 1$75 informierte BURGER SCHUSTER über seine inoffizielle 
Verbindung zum MfS und weist ihn. in der Folgezeit immer wieder 
auf diese Verbindung hiri. Er bietet SCHUSTER an, sich selbst davon 
zu überzeugen, indem er an Tel efoii'aten zwischen BURGER und den 
Mitarbeitern des MfS teilnehmen soll. BURGER bot sogar an, daß 
SCHUSTER Treffs zwischen BURGER und dem MfS beobachten soll. 

Da BURGER während seiner Treffs mit dem MfS auch zu SCHUSTER be- 
fragt wurde , .warnte er SCHUSTER vor einer evtl. Bearbeitung durch 
das MfS. 

Im Sept. 1976 kündigt SCHUSTER dem BURGER endoültig die Zusammen- 
arbeit wegen ständiger geschäftlicher Schv/i er ! gkei ten und Probleme, 

Der bereits erwähnte Mitarbeiter von HONEYWELL, Hans KOHLMANN, 
erklärte SCHUSTER anläßlich der LFM 1976, daß er vom MfS einen 
A-Schein bekommen hätte»und nun seien sie beide Kollegen. Zur 
LHM imgleichen Jahr zeigte KOHLKANN SCHUSTER den Herrn, von dem 
er den A-Schein bekam und fragte SCHUSTER, ob er zur Identifizierung 
dieser Person in der Lage sei. 

Im Nov. 1977 war SCHUSTER auf der KD Pirna. Er wurde durch den 
Leiter der KD Pirna darüber in Kenntnis gesetzt, daß der Mitar- 
beiter des VEB Antikhandel, Manfred D ä h n , durch die KD 
wegen privater Beziehungen und Geschäfte mit dem NSW-BUrger, 

T r a 1 1 e , operativ bearbeitet wird. Indieser Beratung bringt 
SCHUSTER zum Ausdruck, daß D ä h n gegenüber Dritten mit 
seiner Zusammenarbeit mit der BV Dresden des MfS prahlt. 

Ab Mitte der 70er Jahre tritt Hans-Peter SCHILL1N6ER immer mehr 
in den Mittelpunkt der operativen Berichterstattung durch SCHUSTER. 
Es gibt kaum einen Treffbericht, indem SCHILLIN6ER nicht in irgend- 
einer Weise eine Rolle spielt. 

Im Hai 1978 informierte SCHILLINGER SCHUSTER über eine Ansprache 
durch einen Geheimdienst. SCHILLINGER brachte zum Ausdruck, daß 
er die geforderte Zusammenarbeit abgelehnt hat. Beim darauf fol- 
genden Treff wurde SCHUSTER erklärt, daß das MfS von einer nach- 
richtendienstlichen Verbindung SCHI LL INGER ' s ausgeht. Aufgrund 
dessen wurde SCHUSTER hinsichtlich seines Verhaltens gegenüber 
SCHILLINGER instruiert. 

Aus den Akten ist zu entnehmen, daß SCHUSTER über die Verbindung 
Mehrerer Personen zum MfS Kenntnis hat oder aufgrund verschiedener 
Umstände eine solche Verbindung vermuten kann. 


149 




17 




j, BURGER, Wilhelm 

(hierauf wurde bereits eingegangen) 

9 , JAWORSKI, Kurt 

SGD Reisebüro 

SCHUSTER vermutet auf-crund entsprechender Aiißerunoan JA'.iORS!<l * s 
eine Verbindung zum HfS (1975) 

3 . KL1M6BEIL, Karsten 

Berl in ( West ) 

SCHUSTER wurde durch den Genossen SEIDEL auf eine Verbindung 
KLINGBEIL's zum MfS aufmerksam gemacht (1975). 

4. SCHMIDT, Helmut 

Leiter Anti khandel /Pi rna 

SCHUSTER hat hat den Genossen SEIDEL auf eine Verbindung des 
SCHMIDT zur KD Pirna aufmerksam gemacht (1976). 

5. KOHLMANN, Hans 

Firma Honeywell 

(auf den Fakt v/urde bereits hingewiesen) 

6. KOPMANN, Hans 

KuA 

SCHUSTER erhielt bei einem Treff die Information, daß KOPMAHN eine 
Person abzudecken habe. S.CHUSTER hat darauf hin SCHILLINGER zu 
Äußerster Vorsicht gegenüber KOPMANN ermahnt. (1975/76). 

7. WINKLER, Karl 
HELLER 

SCHUSTER wußte von dem Wunsch der KD Pirna, beide beim Antthandel 
Pirna einzustellen. 

8. FOTI , Domeni co 

FOTl unterhält in Berlin (West) eine Fiat-Vertretung. Nach eigenen 
Äußerungen von FOTI schlußfolgerte SCHUSTER eine Verbindung zürn 
MfS (1980). 

5. Armeeaufkl Hrung 

Zur LHM 1975 bot der Genosse KEIBEL Bestände der Armee zum Verkauf 
Er brachte SCHUSTER gegenüber zum Ausdruck, daß es ihm nicht 
*uf die Höhe des Valutaerlöses, sondern vielmehr auf den gezielten 
Aufbau von Kontakten unter den potentiellen Kunden ankomme. 





18 




WShrend seiner Tätigkeit bei KuA wurde SCHUSTER durch verschiedene 
Kontrahenten UnterstUtrung für ein ungesetzliches Verlassen der 
DDR zugesagt. 

1. GHEREK, Erich 

GheREK bot seine generelle diesbezügliche Hilfe im Hoy, 1975 an. 

Er brachte zutn Ausdruck, daß er bevol InSchtigt , aber auch in dar 
Lage sei, einen Bundespaß und entsprechende Papiere zu besorgen. 

2. SCHILLINGER, Hans-Peter 

Bereits 1975 wollte SCHILLINGER SCHUSTER die Stelle an der öster- 
reichisch-jugoslawischen Grenze zeigen, die alle Möglichkeiten zum 
illegalen Verlassen der DDR bietet. 1978 erklSrte SCHILLINGER die 
Möglichkeiten einer Einbürgerung in Österreich. Beide unterhielten 
sich über die Perspektive SCHUSTER's, die eine Übersiedlung nach 
Österreich nicht ausschloß. 

3. SLADE, Edwin 

SLADE erklärte im Jahre 1975 gegenüber SCHILLINGER, Möglichkeiten 
zur Beschaffung von US-PSssen für SCHUSTER zu besitzen, mit deren 
Hilfe SCHUSTER die DDR ungesetzlich verlassen kann. 1979 leitete 
SLADE entsprechende Aktivitäten ein und empfing zu diesem Zwecke 
von SCHUSTER Paßfotos. 

Auch aus diesem Zeitraum ist eine sehr enge Verbindung zu Herbert 
BROSCH von INTERTECHNA festzustellen. Aus'den Akten ist zu ent- 
nehmen, daß SCHUSTER Uber die mit INTERTECHNA in Verbindung stehen- 
den Bedarfsträger in der DDR Bescheid weiß und deren Bestellungen 
und Aufträge kennen! ernte. 

Bei einem Treff am 31.1.1976 wurde SCHUSTER beauftragt, aus Gründen 
der Konspiration die geschäftlichen Kontakte zu BROSCH sowie alle 
privaten Kontakte einzustellen. 

Es folgt eine Aufstellung von Personen und Geschäftspartnern, mit 
denen SCHUSTER - außer- den bereits genannten - während seiner 
Tätigkeit bei KuA Kontakt hatte: 

lAüER und ZORN - BOG Frankfurt/M., später BfG 

IRUNS , Peter, Hamburg 

tusch, Lothar, Firma MEISTER 

‘ATH, Siegfried, Fa. Antikhandel/Pirna, soäter Mitarbeiter von 
•CHILLINGER in der BRD. 

fUENSFELD, Harry, wurde neben SCHILLINGER zum zweitwichtigsten 
«rtner von SCHUSTER 

'T2RAHI, Libanon 

UEENKJI, Gabri el , Libanon 

ÖOSHAMMER, Thomas, BRD 

®^T2EL, Hans, Firma HAFINA 


151 




SCHEHANN, Theodor, Fa. Thyssen-Rheinstahl 
SCHULZ, Gerhard und LINDAHL, Fa. ABV 
SCHULZ, Lothar, AEG 

Abschließend zur Tätigkeit des SCHUSTER in der KuA einige Bemerkunget 
zur Firma Ant i kh an del /P i r na , ehemaliger Leiter des Betriebes, Sieg- 
fried K a t h 

Obwohl KATH eine Zentralfigur itn Antiquitätenhandel der DDR war 
und die Fa. Anti khandel /Pi rna ein Hauptkunde für die KuA-GmbH in 
den Außenhandel s-Binnen-Beziehungen darstellte, liegen zu Siegfried 
KATH nur v/enige Berichte vor. Es entsteht der Eindruck, daß zu 
KATHkeine inoffizielle Beauftragung vorgenommen wurde, und daß 
kein spezielles Interesse des HfS an KATH bestand. 

Es ist zu entnehmen, daß KATH über den Kunden Lothar ÖSTERREICH in 
den 7Öer Jahren mit dem Koko-Bereich bekannt wurde. 

Im Sept. 1975, nach der Haftentlassung KATH's in die BRD, fand eine 
Beratung beim Genossen SEIDEL/Koko gemeinsam mit KATH und SCHUSTER 
statt. SCHUSTER wurde in diesem Gespräch durch denGenossen SEIDEL 
beauftragt, KATH beim Aufbau einer neuen Existenz in der BRD in Form 
der Gründung einer Antiqui täten-Handel s-Fi rma zu unterstützen. 
SCHUSTER wurde Zeuge einer außergewöhnlich großzügigen Unterstützung 
KATH's durch den Bereich Koko , indem KATH eine finanzielle Unter- 
stützung von 20 000,-- DM in.bar übergeben v/urde und ein 100- 000,-- 
DM-Zuschuß für die zu grUnd%°?irma zugesagt v;urde. 

SCHUSTER informierte im Juli 1976 darüber, daß er von SCHILLINGER 
die Entlassung KATH's aus der Firma Antike Handelsgesellschaft 
Aschheim erfahren hat. Grundfür diese Entlassung sei ein wiederholter 
Verstoß gegen die Firmenpolitik gewesen. In diesem Zusammenhang, 
so berichtete SCHUSTER, habe man in KATH's Papierkorb einen Zettel 
mit einer Telefon-Nr. des BND gefunden. 

Im Okt. 1976 berichtete SCHUSTER Uber 2 ausführliche Gespräche »die 
er mit KATH auf dessen Bitte hin führte. KATH hat um die kommerzielle 
Unterstützung durch SCHUSTER gebeten. 


152 




Dokumente 10 


Hauptabteilung XVIII 


Berlin, 13. April 1983 


Auskunftsbericht 


. Ä4 : . . . 

geb. : 
wohnhaft ; 
PKZ: 




7. 10. 1932 in l.eiozig 
1 1 SO Berlin, Hummel str. 12 
071032 4 30243 


Sch. besuchte von 1939 bis 1947 die Grundschule und anschlies- 
send die Fachschule für Wirtschaft und Versorgung in Leipzig. 

Nach deren Abschluß im Jahr 1949 war er als kaufmännischer Lehr- 
ling bzw. kaufmännischer Angestellter bei der Fa. Dr. Willmar 
Schwabe, Arzneimittel, .in Leipzig beschäftigt. Im Juli 1950 er- 
folgte seine Delegierung zum Studium an die ABF in Leipzig, wo 
er aufgrund seiner Leistungen bereits 1952 das Abitur erhielt. 

Der Einfluß des Elternhauses - sein Vater trat nach Rückkehr aus 
der amerikanischen Gefangenschaft 1946 der SED bei - führte dazu, 
daß auch der Sch. 1949 den Antrag stellte, Mitglied d.er SED zu 
werden. Nach Ablauf einer zweijährigen Kandidatenzeit erfolgte 
im März 1951 die Aufnahme als Mitglied. 

Im Mai 1952 besuchte Sch. einen Sonderlehrgang des Staatssekre- 
tariats füiV. Hoch- und Fachschulwesen, wo er auf ein Auslandsstu- 
dium vorbereitet wurde. Vom Oktober 1952 bis zu Beginn des Jahres 
1957 absolvierte er dann ein Studium in der Fachrichtung Axißcn- 
handel an der Hfö "Karl Marx” in Sofia/VR Bulgarien, das er mit 
"Auszeichnung" abschloß. 


153 





z 


während seines Studiums lernte er die bulgarische Staatsbürgerin 
SARMADJIEVA, Jordanka 

geb. ; 01. 03. 1936 in Silven (Bulgarien) 

kennen, die an der Staatlichen Universität in Sofia Slawistik 
studierte. Beide gingen im Dezember 1956 die Ehe ein und kehr- 
ten nach Abschluß des Studiums des Sch. in die DDR zurück. 

Hier nahm Sch. im AHU Elektrotechnik eine Tätigkeit als Betriebs- 
assistent auf und übte später die Funktion eines stollv. Kontor- 
Jeiters aus. Seine Ehefrau setzte ihr Studium an der Humboldt -Uni- 
versität fort und beendete es 1960 als Diplom-Philologe- Im Ja- 
nuar 1960 erhielt sie die Staatsbürgerschaft der DDR. 

Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit wurde Sch. als Rcisekader 
für das NSW bestätigt und führte ab 1959 Dienstreisen in verschie- 
dene Länder Westeuropas, .nach Griechenland, Syrien, Libanon und 
Südafrika durch. 

In Zusammenhang mit der Bildung des AHU Heimelektrik v.’urde Sch. 
von diesem übernommen und im Oktober 1960 vom MAI als Delegat 
in der HV in Beirut/Libanon eingesetzt. Aufgrund ständiger Aus- 
einandersetzungen seit etwa Oktober 1962 zwischen Sch. und dem l.oi 
ler der HV, Gen. Krüger, verschärfte sich die Situation derart, 
daß Sch. 1963 aus der HV herausgelöst wurde und in die DDR zurück- 
kehrte, wo er dann als stell v. Kontordirektor im DIA Heimelektrik 
^Stig war. 

T S 

n Februar 1963 übernahm er die Funktion des Direktors des AflU In- 
'erver GmbH, die er bis 1972 ausübte. Anschließend war er in glei- 
chor Funktion bei Kunst & Antiquitäten beschäftigt. 

Jahre 1980 erfolgte seine Abberufung und er nahm eine Tätigkeit 
der BERAG auf. 




3 


gchusters politische Einstellunß wird in offiziellen Beurteilun- 
gen als positiv eingeschätzt. Bereits während seiner Studienzeit, 
an Mitglied der zentralen Parteileitung der Uni- 

yg^aität Leipzig. In der Folgezeit übte er, u. a. auch während 
seines Auslandseinsatzes, verschiedene Funktionen in den jewei- 
ligen Parteigruppen und -grundorganisationen aus. 


I/egen ständiger Schwierigkeiten in der F.he des Sch. erfolgte 
1969/70 die Scheidung. Bald darauf ging er die Ehe mit der DDR- 

Bürgerin 


Dr. BOOCK, Irmgard 
geh.: 30. 06. 1939 

ein, die 1981 wieder geschieden wurde. 

Zur Zeit lebt er mit der 

von WITZLEBEN, Anka 
geb.: 01. 08. 1952 


zusammen. 


Operativer Sachverhalt : 


Sch. wurde 1963 durch die HVA/III für eine inoffizielle Zusammen- 
arbeit mit dem MfS angeworben und 1965 an die HA XVIII übergeben. 

Während eines dienstlichen Aufenthaltes in Paris im April 1965 wurd' 
er durch Mitarbeiter des US-Geheimdienstes kontaktiert und zur. Zu- 
sammenarbeit verpflichtet. Darüber erstattete Sch. dem MfS Bericht. 
In der nachfolgenden Zeit fanden anläßlich von Dienstreisen in das 
WSW weitere Zusammenkünfte mit Mitarbeitern des amerikanischen Ge- 
heimdienstes statt. Die Verbindung zum Geheimdienst wurde im Auf- 


155 




4 . 


Im Prozeß gegen den Spion des amerikanisclien Geheimdienstes 

HOTTDKRAUCH, Hermann 
geh. : 24 . 9. 1 910 

BRD 

trat Sch. 1967 gegen diesen als Zeuge auf. An der Entlarvung des 
H, hatte er maßgeblichen Anteil. 

Zwischen H. und Sch. bestand langjähriger kommerzieller Kontakt. 
Hinweise berechtigten zu dem Verdacht» daß H. auch an der Vorbe- 
reitung imd Organisierung der Verbindungsaufnahme des US-Geheira- 
dienstes zu Sch. beteiligt war. 

Im Zusammenhang mit dem Prozeß gegen H. miißte die Verbindung des 
Sch. zum amerikanischen Geheimdienst abgebrochen werden. Sch. wurd 
aus dem AHB Heimelektrik herausgelöst und mit der Gründung und Lei 
tung der Vertretcrgesellschaft Interver beauftragt. 

Im Rahmen der inoffiziellen Zusammenarbeit mit dem MfS wurde er 
überwiegend zur Aufklärung kapitalistischer Firmenvertreter einge- 
setzt . 

Da Sch. wegen seiner Zeugenaussagen gegen H.» über die der ameri- 
kanische Geheimdienst Kenntnis erlangte, nicht in das NSW reiste» 
hatte er die Aufträge des MfS bis zu seinem erneuten Einsatz als 
NSW-Rcisekader in Verbindung mit seiner späteren Tätigkeit im AHB, 
Kunst 8i Antiquitäten nur in der DDR zu realisieren. 

Bedingt dinch seine Tätigkeit als Direktor des dem Bereich Kommer- 
zielle Koordinierung des MAH nachgeordneten AHB Kunst R Antiquitä- 
ten und seine Kontaktfroudigkeit hatte Sch. eine Vielzahl von Kon- 
takten zu Kontrahenten und DDR-Bürgern. 


156 




5 


geh. verfügt über umfassende, im einzelnen nicht darzustellende 
Kenntnisse Über den gesamten Außenhandel der DDR. 

jn seiner Funktion als Direktor des Außenhandelsbetriebes 
Kunst & Antiquitäten erhielt er ein großes Wissen über den Be- 
reich Kommerzielle Koordinierung und die ihm unterstellten Aus- 
senbandelsbetriebe/-firmen. Diese Kenntnisse erhielt Sch. in 
Durchführung seiner ökonomischen Aufgaben. Er unterhielt keine 
privaten Kontakte zu leitenden Kadern des Bereiches Kommerzielle 
Koordinierung und der AHB. 

Ein besonders enger persönlicher Kontakt verband ihn mit dem 
ebenfalls republikflüchtig gewordenen ehemaligen Geschäftsfüh- 
rer der Firma Asimex, Asbeck. Fnge persönliche Beziehungen be- 
standen auch zum Leiter der Firma Intertechna, Genossen Brosch. 

Aufgrund seiner Funktion kann Sch. umfassende Aussagen grund- 
sätzlicher Art zu folgenden Problemen treffen: 

- Stellung des Bereiches Kommerzielle Koordinierung; 

- die grundsätzlichen Aufgaben des Bereiches und der unter- 
stellten Außenhandelsbetriebe/-firmen; 

- wesentliche Aufgaben, Vollmachten und Befugnisse leitender 
Kader des Bereiches; 

- das Zusammenwirken leitender Kader des Bereiches mit ver- 
antwortlichen Mitarbeitern verschiedener Diensteinheiten 
des MfS; 

• die personelle Besetzung aller Schlüsselpositionen des 
Bereiches und der unterstellten Außenhandelsbetriebe/-firmen; 


157 




6 


iie besondere Zuordnung spezieller Firmen zur Partei und 
festgelegter Diensteinheiten des MfS; 

Vermögenswerte und spezielle Beteiligungen an Firmen, 
die Art und Weise der Finanzierung und die dafür einge- 
setzten Firmen in Österreich, in der Schweiz und in 
Spanien. 


Es muß davon ausgegangen werden, daß er durch Asbeck eine Reihe 
interner Kenntnisse zu Partei- und Staatsfunktionären erhielt. 
Eigene persönliche Beziehungen zu diesem Personenkreis wurden 
von Sch. nicht unterhalten. 


Von A. erfuhr Sch. von dessen Beziehungen zum MfS. 

Die schwedische Firma ABV finanzierte Urlaubsaufenthalte 1978/79 
der Familien A. und Sch. in Bulgarien. 


Durch seine langjährige Verbindung zu dem Leiter des VOB Demos, 
Helmut Royeck, erlangte er Kenntnisse über den^mfang und Inhalt 
der Zusammenarbeit des verstorbenen Genossen 

.<A , ht der pä. De,.os! 


Sch. war Organisator für die Projektierung und Realisierung des 
in Sc.liildow bei Berlin für sich und die ehemaligen Mitarbeiter der 

und 

begonnenen Eigenheimbaus • Zur Finanzierung des Eigenhoiinbaus führ- 
te er - in j^Absprache mit dem Genossen . . . . . . - ge- 

setzwidrigG- finanzielle Transaktionen, insbesondere durch Tausch 
größerer DM-Beträge in Mark der DDR, bei dem ehemaligen Direktor 
Asbeck der Fa. As imex durch. 


158 




7 


jfi Zusammenhang mit den dazu durchgeführten Überprüfungen wurde 
Sch* August 1980 von seiner Funktion als Direktor des AUB 
junst & Antiquitäten abgelöst. 

seit seiner Ablösung als Direktor des Außenhandelsbetriebes 
jCunst i Antiquitäten wurde Sch. nicht mehr in zentrale Aufga- 
ben des Bereiches Kommerzielle Koordinierung einbezogen. 

Seine Tätigkeit bei der Firma BERAG erstreckte sich nicht auf 
wichtige interne Geschäftsvorgänge. 

Zum Zeitpunkt seiner Ablösung als Direktor des AHB Kunst & Anti 
quitäten wurde die inoffizielle Zusammenarbeit mit ihm von sei- 
ten des MfS eingestellt. 

Im Mai 1982 erfolgte zur vorbeugenden operativen Sicherung die 
IViederaufnahme der inoffiziellen Verbindung zu Sch. Die Zusam- 
menarbeit war auf die Abschöpfung seines h’issens angelegt. 

Er erhielt keine Aufträge, aus denen er spezifische Zielstellun 
gen des MfS ableiten konnte. 

Aufgrund seiner langjährigen Zusammenarbeit mit dem MfS kennt 
Sch. eine größere Anzahl von Mitarbeitern und mehrere konspira- 
tive Wohnungen. 

Eine genauere Überprüfung wird anhand von Archivunterlagen vor- 
genommen. 


159 




Anlapc 


Sch. hatte Kährend der Zeit seiner TStip.keit bei der 
Pa. BERAG mit folgenden Firmen und Personen aus dem NSW 
geschäftliche Verbindungen: 

F a. Tetren/Österreich - ln diesem Zusammenhang auch mit 
Frau Tempel, Inge Herrn Schlllinger und Bau- Firma Doll 

aus Krems /Österreich. 

Dieser Kontakt wurde auf Weisung des 
Bereiches Komm. Koordinierung offiziell 
unterbrochen. Kontakte liefen jedoch 
persönlich bis September 1981 weiter. 

Fa. Porr/V’?ien - Kontakt stammt aus der Zeit seiner 

Tätigkeit als Direktor des AHB K u. A. 
und läuft It. Terminkalender 1983 durch, 

Schuster versuchte, Uber Fa. Porr und 
vorgenannten Schlllinger Reexport auf- 
zubauen und auch die Fa. A.B.V. /Schweden 
mit Schlllinger zusammenzubringen'. 


A.B.V. /Schweden - Schuster fungierte als Berater. 

Sjömanfi, Aldor 

Weiterer Kontakt mit Schulz, Gerhard 
sowie mit GD Olsen. 

Neuer Kontakt mit Herrn Lindahl, Ver- 
kaufsdirektor Naher Osten, z. Zt. in 
Athen. 


Fa. Foti/ Westberlin - Kontakt stammt aus der Zeit seiner 
Fiat-Vertreter Tätigkeit beim AHB Kunst und Antiquitäten. 

Uber Foti sollten einzelne Exporte aus 
der DDR durchgeführt werden. 


Fa. Sarmara/Beirut - Alter Kontakt aus Libanon-Zeit. 

Schuster versuchte Export ln den Libanon. 



Tufenkji, Gabriel 
(Büro im IHZ) 




c rheinann, Theodor ~ Versuche von Export EinfamilienhSuser 

HandelsbevollmHchtigter und Baustelleneinrichtungen sowie 

Reexport Südafrika 


Fa. Peter Bruns /BRD - DDR-Export und Reexport Kleinfernseher, 

sonst keine Kontakte. 


Fa. Sien>ens/WB 
Lehmann, Wolf gang 


- Verbindungsmann zur DDR. 

Desweiteren Kontakt mit Gerhard Führer, 
Siemens-Medizintechniker . 

Versuche Export DDR Röntgenfilme, 
Magnettonbänder , Druck von Prospekten 
in der DDR über Nationales Druckhaus 
Prenzlauer Allee 36. 


Jerome, Ottmar/USA - Präsident der Amtel-Gruppe/USA, 

Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes 
DDR - USA, 

im letzten Jahr 2x Mossebesuch, 
letzter Besuch mit einem Herrn Katz von 
der Letwln-Gruppe. 


Fa. Horn & Görwitz/WB - Bis zu Henkes Verschwinden viele 
Herr Henke persönliche Kontakte. 


Fa. Haf ina/Schweiz - Versuche Geschäftsanbahnung im Bauwesen 

Dr. Max Briner und Gegengeschäftsrealisierung. 

Mit Fa. Hafina Versuch gemeinseimer Finan- 
zierung mit Firma 3-M - 10 Mio-Objekt in 
Conakry. 

Es sind keine Erfolge bekannt. 

Weiterer Versuch des Exports von Konserven, 
Biomalz, Spirituosen, Nescaffe und Reexport 
Zigaretten . 


161 




f A. Mocrl & Losch/Schweiz - Versuch DDR-Export metallurgischer 
Herr Trenkelbach Erzeugnisse 

(Büro im IHZ) 


P a. Tally & Mannesmann / 
Wien 

Herr Wittenberg 


“ Versuch Anlagenlieferung an AHB 
Industrieanlagen-Import# 

Wert: ca. 500.000 sfr. 


Fa. Zierinqer, Andreas / 
Bensheim an der Bergstr. / 
BRD 

Metallhütten- und Metall- 
großhandel 


- Versuch Export von Erzeugnissen 

des Ministeriums für Bezirksgeleitete 
Industrie, 

Aluplastreste, Röntgenfolie. 
Mustervertrag über 1O0 t Alureste 
kam zustande. 


Herr Gmerek/WB 


Neue Kontakte 


Herr Poulantros / 
Griechenland 


Ing. Katzensteiner, 
Leopold / Wien 


Verbindung wurde über die gesamte 
Zeit der Tätigkeit bei der Fa. BERAG 
gehalten. 

Neuer Kontakt wegen Verkauf von 
Video-Kassetten in der DDR. 

Außer Preisangaben kein Ergebnis. 


- Adresse unbekannt, nur FS-Nr. liegt vor 
Weitere Angaben möglich über AHB 
Bergbau-Handel . 

Exportversuche Zuschlagstoffe aus EKO 
(Bims und Schlacke) . 

Keine Ergebnisse. 

- Versuche einer gemeinsamen Gründung 
einer Baufirma für Drittlandgeschäfte. 


162 




p p. suwlmex/ERD 
ürban, Friedrich 
Willmeroth/ Josef 


- Versuch DDR-Exporte Eisenbahnschienen/ 
Komposterde. 

Von Herrn ürban an Schuster herangetra- 
gen Kauf von 200 Mill. Rubel gegen 
50 Mio US-Dollär. Erhebliche Prozente 
für Berater zugesagt. Nach Prüfung 
beim Bereich Komm. Koord. keine Möglich- 
keit. 


F a. Control-Data-GesmbH /- Versuche gemeinsamen Auftretens im SW 
^jien mit Robotron-Erzeugnissen. 

Ing. Spunda/ Herrmann Schuster sollte als Vertreter im SW 

arbeiten. Verhandlungen mit Robotron 
wurden bereits geführt. Kein Ergebnis. 

Buschmann, H. - Die Person Buschmann ist alte Verbindung 

Antlkhandel/BRD des AHB Kunst und Antiquitäten. 

Verkauft wurden Neutiqui täten im Werte 
von 3.500 DM. 

Weiterer Versuch von Textilien-Reexport 
Kp - kein Ergebnis. 

War in Verbindung mit Fa. Fiethof f /BRD, 
Deckenexport aus der DDR zustande gekom- 
men. 1983 *= ca. 450 TM. 

Verbindungen in der DDR 

Dr. Reichnann, Karl-Marx-Stadt 

Kombinat Matal laufbereitung , 

Direktor Beschaffung und Absatz, Naximann, 

Brühl-Pelz , Direktor Martin 

Deutsche Post/Materialwirtschaft, Herr Gottleber. 


163 




bteil ung XVI I 1/7 


Derlin, 13. April 1333 


jj^upta 


y e r m e r k 


nje Auswertung der operativen Materialien XV/313/^,1 
XV/5536/82 IM-Vorgang - zeigte, daß SCHUSTER, Morst 
jrbeitern des MfS Kenntnis hat: 


gesperrte Ablago 
i'on folgenden Mi 


1 . Durch TrefftSti gkeit und offizielle Kontakte 


Cenosse 

FIEDLER 

HV A/I 11 

1963 

Genosse 

HOFMANM, Gerhard 

HV A/I II 

1963 

Genosse 

iilLLEBRAHD, Helmut 

HA XVI 11 

19G5-1980 

Genosse 

BEYER 

HA XVIII 

1965-1975 

Genosse 

HÜF.'IER, Egon 

HA XVIII 

1965 

Genosse 

STETS, Dieter 

HA XVIII 

1966-1980 

Genosse 

TEICIIFISCHER, Fritz 

HA XVIII 

1974 und ab 1982 

Genosse 

GRUND, Gert 

HA XVIII 


Genosse 

LEH.MAH.M, Erich 

HA X’.'^II 

1982 

Genosse 

Kleine, Alfred 

HA XVIII 

1900 

Genosse 

HESSEL, Heinz 

HA XVIII 


Genosse 

ROICK, Horst 

HA XVIII 


Cenosse 

tlACHOST, Wilhelm 

HA XVIII 


Genosse 

PAGE LS, Uwe 

HA XVIII 


Genosse 

STRAUCH, Walter 

HA VI 1/13 


Genosse 

UAL LN ER 

HA 1/12 


Genosse 

RUHME R 

HV A 

1962 

Genosse 

OPITZ 


Moskau 1964 

Genosse 

DIETEL, Karl 


Moskau 1969 

Genosse 

OATZLAU, Manfred 


Moskau 1969 

2. Durch Befragungen und Prozeß "Hütte 

nrauch/Lati nsky " 

Genosse 

EMMERICH 

HA IX 

1967 

Genn . 

SPITTEL 

HA IX 

1967 

Genosse 

WALS 

HA IX 


Genosse 

WINKLER 

HA IX 


Genosse. 

KIRSTEIH 

HA IX 



164 






,|8btei1ung XVI 11/7 


Berlin, 19. April 1993 




j e r m e r k 

Ausv/ertung der operativen Materialien XV/318/81 - gesperrte Ablage - 
jI/5586/82 IH-Vorgang - zeigte, daß der ehemalige IM "Sohle", Reg. -Nr. 
yy/ 1326/63, folgende IMK/KW kennt; 


IHK/KO "Pelz" 

HV A/lII 

1963 

jKK/KW "Klause" 

HV A/I II 

1963-1964 

PIK/KVI "Tanne" 

HA XVIII 

ab 1965 

jHK/KO "Bock" 

HA XVIII 

ab 1965 

1 HK/KW "Rose" 

HA XVIII 

ab 1965 

INK/KH "Voigt" (Leipzig) 


1965/66 

IIIK/KW "Taube" 


ab 1967 

IMK/KU "Melke" 


ab 1967 

IMK/KM "Linde" 

HA XVIII 

ab 1982 

IMK/KW "GrUnberg" 




KO (Garage) Berlin, 
Clara-Zetki n-Str . 10 


Der IM "Sohle", Reg.-Mr. 1326/63, kannte folgende Telefon-ilr. des MfS: 


55 21 64 29 25 37 (BV Leipzig) 

55 68 95 
5 92 25 34 
5 92 24 35 

5 92 2500 


165 



.ptabtcilung XVIll/7 


Berlin, 22 . 4 . 63 
ma- ju 




Aufstellung «bcr Mitarbeiter des MfS, die Schuster, Horst, 

aps der inoffiziellen Zusanunenarbeit und aus offiziellen 
ir^ ntakten kennt 


ficdlor 


HVA/III 

196-?. 

j»bf>funn 

rsrt'rhard 

HVA/III 

19P3 

jlöhner 


HVA/III 

19 53 


Ulllcbrand 

Ilelr.iut 

HA XVIII 

1955 -1990 

jeycr 

Gerhard 

HA XVIII 

1955 -19V5‘ 

Stets 

Dieter 

HA XVIII 

1966 -1980 

iiiifner 

Egon 

HA XVIII 

1965 

Teichfi scher 

P'ritz 

HA X\'III 

1974 u. 19^ 

’^iruncl 

Gert 

HA XVIII 

1975 

ij&hTiiarin 

Erich 

HA XVIII 

1982 

Kleine 

Alfred 

HA XVIII 

1980 

Hessel 

Heinz 

HA XVIII 

1 965 

Roiyk 

Horst 

HA XVIII 

1969 

Macho st 

VJilhGlm 

HA XVllI 

1975 

Pagels 

Uwe 

HA XVIII 

1975 

Oettel 

Bernd 

HA XVI II 

1975 -1980 

Strauch 

Walter 

HA VIl/13 

1976 

Borreann 


HA VII/ 13 


Körner 


HA VII/13 


Kihme 

Willy 

VRD 



Heinz 

BV Leipzig/OibE 


\i'allnr!r . 


HA 1/12 


Opitz T 




l»i.etel j 

Karl 

bekannt von Austeilung 


Oatz] au J 

Manfi'ed 

Moskau 1969 



166 




2 


Ur.utiei'ich 

Spittel 

Wals 

WinUler 

Kirstein 


HA IX •) 
HA IX / 
HA IX l 
HA IX ) 
HA IX 


bekannt aus Befragungen und Prozeß 
HUttenrauch/Latinsky 


VJeiterhin sind dem Schuster liitarbeiter der nv Dresden und 
KD Pirna aus der operativen Bearbeitung des Vorganges Xath 
bekannt . 


167 




^puptabteilung XVIII/7 


Berlin, 22. 4. 1983 
ma- ju 


Aufstellung von Personen aus. der DDR und dem NSW, von denen 

Schuster, Horst, annimmt, daß sie Kontakte zum Mfs bzw. 

der Verwaltung Aufklärung der NVA unterhalten bzw. unterhalten 

(Diese Aufstellung wurde anhand einer Analyse der durch Schuster 
erarbeiteten Treff berichte erstellt.) 


1. NSW-Personen 


Asbeck 

Günter 

13. 2. 24 

ln 

Wuppertal 

Burger 

Wilhelm 

20. 7. 22 

ln 

München 

Ganzert 

Werner 

24. 4. 06 


AEG 

Schulz 

Lothar 

30.10. 28 

ln 

Görlitz AEG 

Gmerek 

Erich 

28. 4. 12 

in 

Schwiebus 

Wldawski 

Richard 

24.' 6. 15 

in 

Lleradz/Österrelch 

Zieringer 

Andreas 




Creutzmann 

Jochen 





2 . DDR-Personen 


Brosch 

Herbert 

Intertechna 

Daue 

Michael 

Berlln-Mahlsdorf 

Flohr 


VEB Kombinat TGA 

Kopmann 

Hans 

MAH/Koko 

Jaworski 

Kurt 

ZK der SED 

Keller 


Gaststätte ''Stilbruch 
Berlin-Pankow 

Kersten 

Dieter 

Leipzig 

Lunk 

Günter 

MAH/Koko 

Pfotenhauer 

Hanne 

Verwaltung Aufklärung 

Wannagat 

Kurt 

Leipzig 

Warnow 

Ulrich 

Robotron 

Mensel 

Horst 

1H2 

Bruns 

Peter 

Transinter 

Hausmann 

Horst 

ehemals Transinter 


168 




^ptabteilung XVIIl/7 


Berlin/ 22. 4 . 1983 
ma*- ju 


^fgtellung über IMK, die Schuster/ Horst/ aus der inof flsiiellcn 
^^■pr^en arbeit mit dem Mfs bekannt sind 


aiy5/K0 

"Pelz" 

HVA/III 

^/KW 

"Klause" 

HVA/lII 

P</KO 

"Tanne" 

HA XVIII 


"Bock" 

HA XVIII 

ip/KW 

" Rose" 

HA XVIII 

pC/KW 

"Taube" 

HA XVIII 

WK/KW 

"Nelke" 

HA XVIII 

pX/KW 

"Linde" 

HA XVIII 


"Gr Unberg" 

HA XVIII 

rMK/l'f*’ 

"Voigt" 

Leipzig 


/ermutl . 

vHK/KO "Kiefer" HA XVIII 


1963 

1963 

1965 

1965 

1965 

1967 

1967 

1982 

1965/66 


aus Unterlagen jedoch niclit 
ersichtlich 


169 




^gyptabteilung XVIll/7 


Berlin, 22 i 4. 1983 
ma-ju 


ftufßtcllung über Telefonnumraern des MfS, die Schuster, Horst 
^ftkannt sind; 

55 21 64 

55 68 95 
5 92 25 34 
5 92 24 35 
5 92 25 00 
5 92 41 85 

29 25 37 (BV Leipzig) 

Hotel "Astoria'VLeipzig Zimmer/Telefon d. MfS 
363> v;cihrend der Messe 


Privatanschlüsse von Mitarb e itern des MfS 

6 37 21 26 Hillebrand (ehemaliger Mitarbeiter MfS) 

4 37 50 75 Stets (HA XVIII/OibE) 

5 88 67 62 Strauch (HA VIl/13) 

Mühlenbeck 439 Grund (HA XVIII 

KUhlenbec): 325 Teichfischer (HA XVIII) 


170 




otobteilung xviII/7 


Berlin, 22. 4. 1983 
ma- ju 




‘üf sbellnng über IMK, die Schuster, Horst, aus der inoffiziellen 
JU s argt>pnarb3it mit dem MfS bekannt sind 


IKK /KO 

"Pelz" 

H VA/ III 

fMK/KW 

"Klause" 

HVA/III 

thX/KO 

"Tanne" 

HA XVIII 

tn:-'./KO 

"Bock" 

HA XVIII 

[MK/KW 

"Rose" 

HA XVIII 

[MK/KW 

"Taube" 

HA XVI II 

IMK/KW 

"Welke" 

HA XVIII 

[IJK/KW 

"Linde" 

HA XVI II 

r.MK/KW 

"Grünberg" 

HA XVIII 

CMK/K« 

"Voigt" 

Leipzig 

remutl 

;mk/ko 

"Kiefer" 

HA XVIII 


1963 

1963 

1965 

1965 

1965 

1967 

1967 

1982 

1965/66 


aus Untorlngen jedoch nicht 
ersichtlich 


171 




JJ^yptnbteilung • XVlii/7 


Berlin/ 22s 4. 1983 
ma- ju 


Aufstellung über Telefonnummern des MfS/ die Schuster/ Horst 
e rkannt sind; . 

55 21 64 

55 68 95 
5 92 25 34 
5 92 24 35 
5 92 25 00 
5 92 41 85 

2V 25 37 (BV beipzig) 

Hotel ''Astoria’’/1'eipzig Zimmer/Telefon d. MfS 
363^’ v/tihrend der Messe 


Pri.vatnnschlüsse von Mitarbe it ern d es MfS 


6 37 21 26 Hillebrand (ehemaliger Mitarbeiter MfS) 

4 37 50 75 Stets (HA XVIIl/OibE) 

5 88 67 62 Strauch (HA VlI/13) 


Kühlenbeck 439 
Kühlenbeck 325 


Grund (HA XVIII 
Teichfischer (HA XVIII) 


172 




Hauptabteilung XVIII 


Berlin, 27. Scpt, 1983 
1-e-wl 


AnlÄ^ö zur Aufstellung vom 22. 4. 1963 über Mitarbeiter des MfS, 
die sch. u Ster , Horst, aus der inoffiziellen Zusam- 
m^ narbeit und aus offiziellen Kontakten kennt 

Die Genossen Fiedler, Hoffmann und 
R Ö h n e r von der HV A/III haben mit Schuster während 
seines Binsatzes im Libanon zusammengearbeitet. Die 2uBam- 
menarbeit erstreckte sich über den Zeitraum von 1963 ^ 1965 
und umfaßt 'die Phase der Aufklärung, Kontaktierung und Wer- 
bung als IM, die Durchführung von Blickfeldaufträgen bis zum 
Abschluß seines Einsatzes im Libanon. 


Die Genossen Beyer, Hillebrand und 

Stets der HA XVIII • arbeiteten nach der Übernahme des 

Schuster von der HV A/III im Jahre 1965 bis 198o (außer Gen. 
Beyer - 1975 verstorben) als Führungsoffizier mit Schuster 
zusammen. In dieser Zeit erfolgte die VJerbung des Schuster 
durch den DS-Geheimdienst , der Abschluß des Vorganges Hütten- 
rauch/Lantinsky mit öffentlichem Gerichtsverfahren und der 
Auftritt des Schuster vor Gericht als Zeuge, der Einsatz des 
Schuster als Direktor des Außenhandelsbetriebes Kunst und 
Antiquitäten und der Aufbau dieses Betriebes in Mühlenbeck 
bei Berlin sowie der Bau von I-Fa^nillenhäusern in Glienicke, 
die von Schuster, Killebrand und Stets bezogen v/erden soll- 
ten. Die genannten Genossen verkehrten in der Wohnung des 
Schuster und kannten gegenseitig die familiären Verhältnisse. 


Die Genossen Teichfischer und Grund 

5ind Mieter von Wohnungen, die dem Außenhcindelsunternehmen 
Kunst und Antiquitäten zugeordnet sind und unmittelbar an 
das Betriebsgelände des Außenhandelsunternehmens Kunst und 
Antiquitäten in Mühlenbeck angrenzen. Schuster hat Kenntnis 
von ihrer Zugehörigkeit z'om MfS. 


Gen. Lehmann hat in der Zeit von 1982 - 1983 offi- 
ziellen Kontakt zu Schuster gehalten. Funktionen und Angaben 
zur Person sind dem Schuster nicht bekannt. 

Gen. Kleine hat mit Schuster im Zusammenhang mit 

dessen Ablösung einen Treff durchgeführt und ihn der Befragung 
durch die HA IX zugeführt. 


173 




Pie Genossen Höfner, Hessel, Machost 

vind P a g e 1 s wurden dem Schuster im Zuge der Objektbe- 
arbeitung und Übertragung von Aufträgen der Leitung der HA XVIII/7 
als Mitarbeiter des MfS bekannt. Engere persönliche Kontakte bc- 
g^anden nrcht. 


Gen. O e t t e 1 , Bernd, v/ar dem Sch. als Kraftfahrer der 
HA XVIII/7 bekannt.. In diesem Zusammenhang hat er 1975 - 198o un- 
mittelbar Berührung mit dem Schuster gehabt. 


Gen. Strauch , Walter, hatte durch die Bearbeitung 

von Vorgängen in Richtung Kunst- und Antiquitätenhandel enge 
Berührung mit dem Objekt Außenhandel Kunst und Antiquitäten. In" 
diesem Zusammenhang lernte er in Kooperation mit Gen. Hillebrand 
den Schuster persönlich kennen, ln diesem Zusammenhang hat Sch. 
auch die dem Gen. Strauch unterstellten Mitarbeiter der HA VlI/13 
B o r m a n n und Körner kennengelernt . 


Gen. Böhme , VRD, war bis 1972 Leiter der Kontrolläb 
teilung im .Ministerium für Außenhandel. Er hatte ln diesem Zu- 
sammenhang Berührung mit Schuster. Enger persönlicher Kontakt 
bestand nicht. 


Gen. Krüger hat gemeinsam mit Gen. Hillebrand an 
Treffs mit Schuster teilgenommen ‘und gab Uber seinen IM dem 
Schuster Unterstützung bei Geldtransaktionen. 


Gen. R o i g k V7ar vor 1969 Leiter der Kontrollabtellung des 
KfAH. Er hatte keinen Kontakt zu Schuster. Schuster hat jedoch 
Kenntnis von dessen Zugehörigkeit zum MfS. 


174 




I*VP 


tabteilung XVIli/7 


Berlixir 22. 4. 83 
ma- ju 


Aufstellung über Mitarbeiter des MfS, die Schuster, Horst, 

,us der inoffiziellen Zusammenarbeit und aus offiziellen 
r^fakten kennt 


ibfntann 

Gerhard 

j^öhner 



illebrand 

Helmut 

^eyer 

Gerhard 

Stets 

Dieter 

Höfner 

Egon 

reichfischer 

Fritz 

3rund 

Gert 

Lehmann 

Erich 

Kleine 

Alfred 

Kessel 

Heinz 

Roigk 1 

Horst 

Machost 

Wilhelm 

Pagels } 

Uwe 

Oettel 

Bernd 

Strauch 

Bormann 

Körner 

Walter 


HVA/III 

1963 

HVA/IlI 

1963 

HVA/III 

1963 


HA 

XVIII 

1965 

HA 

XVIII 

1965 

HA 

XVIII 

1966 

HA 

XVIII 

1965 

HA 

XVIII 

1974 

HA 

XVIII 

1975 

HA 

XVI 11 

1982 

HA 

XVIII 

1980 

HA 

XVI 11 

1965 

HA 

XVIII 

1969 

HA 

XVIII 

1975 

HA 

XV^II 

1975 

HA 

XVIII 

* 1975 

HA 

HA 

HA 

VII/13 

VII/I 3 

VII/1 3 

1976 


I 

Böhme 

•■'-Uger 


tUH Willy 

Heinz 


VRD 

BV Leipzig/OibE 


Kallner . 
Opitz "X 
Dietel | 
Jatzlau J 


Karl 

Manfred 


HA 1/12 

bekannt von Austeilung in 
Moskau 1969 


175 


-1980 

-1975 

-1980 

u, 1982 


•:-1980 




2 


j^erich 

Spittel 

KäIs 

Kinkler 

j^irstein 


HA IX 
HA IX / 
HA IX C 
HA IX I 
HA IX 


bekannt aus Befragungen unä Prozeß 
Hüttenrauch/Lat insky 


Kelterhin sind dem Schuster Mitarbeiter der BV Dresden und 
]KD Pirna aus der operativen Bearbeitung des Vorganges Kath 


176 




tabteilung XVIII/7 


Berlin, 22. 4. 1983 
ma- ju 




Aufstellung von Personen aus der, DDR und dem NSV-J, von denen 
Schuster, Horst, anniirmt, daß sie Kontakte zum MfS bzv;. 

5er Verwaltung Aufklärung der NVA unterhalten bzw. unterhalten 
jiaben • 

(Diese Aufstellung v/urde anhand einer Analyse der durch Schuster 
erarbeiteten Treff berichte erstellt.) 


1 . NSW-Personen 


sbeck 

Günter 

13. 

2. 24 

in 

Wuppertal 

Bürger 

Wilhelm 

20. 

7. 22 

in 

München 

Ganzert 

Werner 

t 24. 

4. 06 


AEG 

Schulz 

liOthar 

30. 

10. 28 

in 

Görlitz AEG 

Gmerek 

Erich 

28. 

4. 12 

in 

Schviiebus 

Kidawski 

Richard 

24 . 

6. 15 

in 

Lier ad z/Österreich 

Zieringer 

Andreas 





Creutzmann 

Jochen 






2. DDR-Personen 


Brosch 

Herbert 

Intertechna 

Daue 

Michael 

Berlin-Mahlsdorf 

Flohr 


VEB Kombinat TGA 

Kopniann 

Hans 

MAH/Koko 

iiaworski 

Kurt 

ZK der SED 

Keller 


Gaststätte ''Stilbruch 
Ber 1 in'-Pankow 

-irsten 

Dieter 

Leipzig 

Lunk 

Günter 

MAH/Koko 

Pf ötenhauer 

Hanne 

Verwaltung Auf klär ung 

Wannagat 

Kurt 

Leipzig 

Warnow 

Ulrich 

Robotron 

Hensel 

Horst 

IHZ 

Bruns 

Peter 

Transinter 

Häusiriann 

Horst 

ehemals Transinter 


177 




tabteilung XVIII/7 


Berlin, 22. 4. 1983 
ina- ju 




•nf Stellung über IMK, die Schuster, 
?l.e>iniinenarbeit mit dem MfS bekannt 

Horst, aus der inoffiziellen 
sind 

jHK/KO 

JJoc/KW 

PIK/KO 

imx/ko 

imk/kw 

imk/kw 

"Pelz" 

HVA/III 

1963 

"Klause" 

HVA/III 

1963 

"Tanne" 

HA XVII 1 

1965 

"Bock" 

HA XVIII 

1965 

" Rose" 

HA XVI II 

1965 

"Taube" 

HA XVI 11 

1967 

imk/kw 

"Nelke" 

HA XVIII 

1967 

imk/kw 

"Linde" 

HA XVIII 

1982 

IMK/KW 

"Grünberg" 

HA XVIII 

1965/66 

IMK/KW "Voigt" 

vermutl'. 

Leipzig 

tMK/KO 

"Kiefer " 

HA XVIII 

aus ünterlagc-sn jedoch''nlcht 
ersichtlich 


178 




Hauptabteilung XVIII 


Berlin, 27. Sept. 1983 
le-wl 


Anlage zur Aufstellung vom 22. 4, 1983 über Mitarbeiter des MfS, 
die Schuster, • Horst, aus der inoffiziellen Zusam- 
mpnarbeit und aus offiziellen Kontakten kennt 


Die Genossen Fiedler, Hoffmann und 
R ö h n e r von der KV A/Ill haben mit Schuster während 
seines Einsatzes im Libanon zusanunengearbeitet . Die Zusam- 
menarbeit erstreckte eich über den Zeitraum von 1963 - 1965 
und umfaßt die Phase der Aufklärung,’ Kontaktierung und Wer- 
bung als IM, die Durchführung von Blickfeldauf trägen bis zum 
Abschluß seines Einsatzes im Libanon. 


Die Genossen Beyer, Hillebrand und 

Stets der HA XVIII • arbeiteten nach der Übernahme des 

Schuster von der HV A/III im Jahre 1965 bis 198o (außer Gen. 
Beyer - 1975 verstorben) als Führungsoffizier mit Schuster 
zusammen. In dieser Zeit erfolgte die Werbung des Schuster 
durch den US-Geheimdienst , der Abschluß des Vorganges Hütten- 
rauch/Lantinsky mit öffentlichem Gerichtsverfahren und der 
Auftritt des Schuster vor Gericht als Zeuge, der Einsatz des 
Schuster als Direktor des Außenhandelsbetriebes Kunst und 
Antiquitäten und der Aufbau dieses Betriebes in MUhlenbeck 
bei Berlin sowie der Bau von 1 -Familienhäusern in Glienicke, 
die von Schuster, Hillebrand und Stets bezogen v;erden soll- 
ten. Die genannten Genossen verkehrten in der Wohnung des 
Schuster und kannten gegenseitig die familiären Verhältnisse. 


Die Genossen Teichfischer und Grund 

sind Mieter von Wohnungen, die dem Außenhandelsunternehmen 
Kunst und Antiquitäten zugeordnet sind und unmittelbar an 
das Betriebsgelände des Außenhandelsunternehmens Kunst und 
Antiquitäten in Mühlenbeck angrenz'en. Schuster hat Kenntnis 
von ihrer 2 uyeliörigkeit zum MfS. 


Gen. Lehmann hat in der Zeit von 1982 - 1983 offi- 
ziellen Kontakt zu Schuster gehalten. Funktionen und Angaben 
zui* Person sind dem Schuster nicht bekannt. 

Gen. Kleine hat mit Schuster im Zusammenhang mit 

dessen Ablösung einen Treff durchgeführt und ihn der Befragung 
durch die HA IX zugeführt. 


179 




2 


pie Genossen Köfner, liessel, Machost 

? a g e 1 s wurden dem Schuster im Zuge der Objektbe- 
arbeitung und Übertragung von Aufträgen der Leitung der HA XVIli/7 
als Mitarbeiter des MfS bekannt. Engere persönliche Kontakte be- 
standen nicht. 


Gen. O e t t e 1 / Bernd, war dem Sch. als Kraftfahrer der 
HA XVIII/7 bekannt. In diesem Zusantfnfenhang hat er 1975 - 198o un- 
mittelbar Berührung mit dem Schuster gehabt. 


Gen. Strauch , Walter, hatte durch die Bearbeitung 

von Vorgängen in Richtung Kunst- und Antiquitätenhandel enge 
Berührung mit dem Objekt Außenhandel Kunst und Antiquitäten. In 
diesem Zusammenhang lernte er in .Kooperation mit Gen. Hillebrand 
den Schuster persönlich kennen. In diesem Zusammenhang 
auch die dem Gen. Strauch unterstellten Mitarbeiter der '3 

B o r m a n n und Körner kennengelerr.c . 


Gen. Böhme , VRD, war bis 1972 Leiter der Kontrollab- 
teilung im .Ministerium für Außenhandel. Er hatte in diesem Zu- 
sar.'jnenhang Berührung mit Schuster. Enger persönlicher Kontakt 
bestand nicht. 


Gen. Krüger hat gemeinsam mit Gen. Killebrand an 
Treffs mit Schuster teilgenommen und gab über seinen IM dem 
Schuster Unterstützung bei Geldtransaktionen. 


Gen . R 
y.fAH. Er 
Kenntnis 


o i g k v;ar vor 1969 Leiter der Kontrollabteilung dos 
hatte keinen Kontakt zu Schuster. Schuster hat jedoch 
von dessen Zugehörigkeit zum MfS. 


180 




abtoil unp. XVI IJ 


l»oilin, 1.>. Anpust inß5 


I n f o rin a t i o n . 
zur Kontalctaiifnaliuiö^cles . 

(unpesotzl iclicr (ircnzüb er tritt jiin ^ 4*.’49RS) zu einer Öster- 
reich Fi r ma , d ie mit de r ) )DU 5 n 1 1 an <1 e 1 s b o z j o hu n pen s t.9 h t 


' (' H Gl 3 1 i:'is: ■ 


Durch den 


h y.ii 1 'w> .V; . , , ; Jr.C/G / .( 


geh ... am .7.10. 1931 .in tjßipzi g 

wh-. pewesen -in' 1140 Berlin*, llummelstr. 12 

tJitig gev;eseh als. Mitarbeiter der Vertretcr- 


gesollschaft BFUAG (Firma,- ^cs Bereiches Kom- 
merzielle Koordinierung) 


und die 


Vom V/U XLiIÄEiV ■ . 


geh. - am 1- B. 19S'2 

wh. geVv'esen in 11.''>C) Berlin, llerbert-TschJVpc- St r. 
tätig peveeson a] s Importhaufmann iin Yl: Staat- 
licher Kunsthandel beim rMini Sternum Für Kultur 

(Bei der v. b. liandelt es sicli um die hebens- 
gofährt.vn des Sch.) 


erfolgte am 4. 4. 1983 das ungo-'-ctzli cbo YerJassen der Dibl. 

Nach vorlicpcadon r;rmittl.ungscrgobn'i.sson* erfolgte das xingesetz- 
liciie Yerlasscn. von der UVR aus nach' .östcrreicJi . 

Beide Personen hatten im Dezember 19S2 --über das ungari.scluj 
Reisebüro IBUSZ' - einen Aufenthalt vom -31 . 3. 1983 - 9. 4. 1983 
in. Budapest', IJotol "llilton”, gebuclit. 


181 




2 


^^^cicin, Sch nicht; p3 fiiniiUßlR. von dor, in die UVR nnj'.ctrctenon 
zurüchkehrtc; vurden .sofort;-' in Eusainmonavheit mit den 
Helion Siclierhcitsor.t'ancn or fordert ic.h’e l'ahndunp.snoß*' 
HffiS-U sei i t c t . 

0 g^i'>^qit,crcni.crfoVRt^ unycrziljtlicli die hinlei tnnß einer hoor- 
sreaie rtivx operativen ..Zusaniniohnrbe'j t )nit dcr.i tlVA/ 1 1 !• und 

^der .llA ; ir .und liA - 1.11 sowie die hiiileitunj» oherntiv- 
tcqhjiisclier; Miißnalnnen iuul Maßnahmen zur Kontroile )uö.(>lichcr 
‘ftllC^'y.erbihdimKon xu ■ iainilienanj>,e)ibrif;cn, Bejkannteh und. Perso-; 
ods. den ehcinal igen Arbeitsstollcn. 


V.Hi.ch die .IhV l.I I •vjurdb.n operative l'cststcl]unf:en. zu Funhahti- 
irita teil im .internen -Netz 'des PKl) getroffen, dlö vom; StandpunUt de 


lEeitpunhtes des fcrritoriums und der weiteren Uinstlinde mit der« 

^ r if ] > f 

iluijiesetzliclieh Grenzübertritt des .'.vv.y.v', • Vv- >'*' und der 
V\'. l : . J.'. : . "in. Yerbindiino . zu'bri hp.en/- sind . 


nie lUirii^cn cingeleiteten Maßnahmen erbrachten vorerst heine 
auswcrl baren operativen Krgebnisse . 


irotz intensiver Unterstützung durch die ungarischen Sicherheit s- 
Org.anc konnten die naliereiv Umstande des ungesetzlichen Grenzühor- 
uritts und der l'luclitwcg der- beiden Personen nicht au-^geklärt 
.werden 


ningcleitcte Maßnalimen, einscJilicßlich der Kontrolle der lUlek- 
Verbindungen/ ergaben bi s ziii« S. ll. 1983 keine llinwei.so auf den 
Aufenthaltsort des Scli. . 

Am 5. 8 . 1 985 wurde durch einen Anruf des österi'eichisclicn Gc- 
scliaf tspartnqrs des l'erc^iclies Kommei'zi oll c» Koordinierung, 


182 




eile 


lotonat, in ciem 

oft: außerhalb- h’icnr. ftenoren nane, sc 
|l worden, v'fv JfvV ' habe' Angabe 

den und ledig) ich den Besitz eines B 

wurde angcnaircn, cias yorgcsciuagene ’J reifen 
zunelimen ujld darüber zu inforini'efen’. 

> 8. 1983 teilte ff . telefonisch Tidt, daß 

rreffen mit- Seil . - im Beisein der v. V.'. - am 8. 8. .1983 
■stattgefunden habe. 

5sai;it habe die ' Kegeghüng über 6 -Stiinden gedauert und so 
ihrcren Gaststätten durchgefühit worden sein. 


KjR^ Tiihal t des . Gcspi'äclies informierte . i' Jj-Jt i vG . . , 

i-’; . . . an i )in finanzielle l'ordcrungen stellt. 1 

^^;Von einei' Summe in Hohe von 2,5 Mio. DM die Rede gewesei 
•f. lf'. If '.-1 1'. .'v. . äußerte sich nicht dazu,’ worauf sich d: 

cd] diurderungen begründen oder begründen hönntch. 

]•. V‘-. -"pJ. f . habe zinii Ausdruck gebracht, daß 
sÖlclic "Betteleien" ni.clit notig .g.cliabt liabe, da er sein Ve 
Reiben . nm Ausland entspj'cchend vorbereited. uhd abg.esiclier 


V^GiUi'.u JilOiv.K'. . fülrrte.-in seinem Tel cfongesprilch’ mi t Ce 
Seidel, rm, daß ihm J. l". jf . . bei Nichtzahlung mit 

^ricjitl i dien .Sclirittcn gcdrolit liabe. ' so bra 

d'-'zuiii Ausdruck, gelle davon aus, daß er den Genossen Seide 
^fprinicm en werde . -.-'1 v.'l fV-V.U.'.*.-'' habe aueb "dui chbli cV.en las 
jclaß er über ciktuelle Vorgänge, so über den Bosucli 
aoiin Cenossen Seidel am 16.' 5. 1985 fzutveffend!') informic 






f'i (i. 1 [‘ \; I IvO'Jr !;•• habe .$ K Uv. l ! V ./>. . . . . 3 ),^) 
^oivr^ucn/ cVrfsO’i'oblcin 5;ei)iör l'oixlcrihif'.on l>.i s njicli der l.citv- 
llc;rl.»-st ifios.'Vö. zu ' lO ärcif. ■ 



‘ nocli };oiiio)\ oniljiül t.i j'oii K'obnsit ;- r. 
inid s; ch zci l wo.i so sowohl,- ln }?ayo.rn nl s nuedv. ln .' 
•■qV/öIcH ' auf hui ton .• 


und 


c-Cji’V; ^ !. j h c. 7~ rr’ 7 . . 

VoVi.. i'.Sv V. i *. •■:,;• U'^»' 5 in . Zus^arofrihnhan^- ijrlt polnom. l'.i nsnt.z 

?A?' des Mi ni s iorl ums KIt Aufionhaiulcl- iin Llhajjon 

fHi 60 - ,1 ji.Ci?) i I) das. iMl c.hfold dos MfS. Zu dicsc in Zoit juinl'. V 

ff •. * ■ ■’,■•'.■ . . ■ ' ' ■ 

§^•0.111 0 dri.s -J;lnsatzi and. clnon ,Scl)\.’or)>unl'vl.' f-üj’ Ahworbunj'sa'kf.i - 
yil’itcn von l)))hrh'i>v^;orn duv.' 


Zur Au.ri; J rhunp. dor durcli den Gop.iu'.r ani’.cu.'andit on Mittel und Matho 
den \.’urdc Seil, ii.i, April 196.'s dincli die. 1I\A/]H anp.ov.’orhcn . Sch. 
vurdC: im Unipant- jui t opcr.';l iv-techni .sehen 113 1.f smi 1 t cl n j escluilt. 
j'p . Ci iii cl t toni aht .zu Kr.’iXtoJf des Gegners Carahlselio .Gesclih ft .s- 
Icute, ?. . . Schrct.’ir der )>Rl)-hüt Schaft) durch die? .Schleusunpcm 
c>r/;an i s i e r t >ai rden . ■ 


Nachdem . dm eh (U-n. (le c'.no-.r die .Sch J ciusulu* des Sc h. selljst o) {'a- 
ni slort • yordoi, i^ar*. und die dami t in: Zur.aiii’rcuil>ani» .stehejuU-n ojic-.-: 
rati ven. l'.rh'ennlnissc, p.ewonno'n- ^.-erden könnt cui,' vairdc^ .Sch. in; 
Gktohci' IhhS T lurrz vor Voilcrndmif; seiner Schlousunf; - dui'c.h die 
IIYA/1 1 1 zui i\ck<;c;zo.pen.- lls crfolp.t c sei n • hinsa t z a Is. tont o rd i -• • 
rektor, in, deiv A1U5-. hl cktrol cchnik und . lleiinol eictri k . 


184 




jin ir)C>r> viniUi er als 3M an die IIA XVII 1/7 iibcrr.elic^n 

vuvcle durcli den Jlc.Ceratsleiter , Cctnössen Major llillcbrnnd, 
xukI chJi'ch clieson bis r.n seinem Aitsschci.clen aus der 
IlA XV] 3 1 -• ii:' 03<tober 19oö - {'C.riiln t. 


j,i dieser Zeit 
leitender Kader 


v;ar . ? fJJ.-d. v .*.1'; A-. . naelie.J nandci- als mittlerer 


- in der Vor tre tcrj'.e sei Iscluif t Inlcrver (Tr.ansA ntcrverbaiid) 

- -im AUB Kunst’ \ind Anticjuitäten Gmbll 


t ä t i . 

Iw 01:tober 1 9B0. erfol e.te’ sci)ic Ab1>crufuni'. als biroKtor des 

Aill^ Kunst und Aixticiuitaten GmbH und sein Hirisatz als Mitarbeiter 

in der sl aatl i eben, Yertrctcr};ese.l I scltalt BKUAC;. 


\oi' lJbei\';.'‘be des Scli. als IM”Solile” an die liA XVIll/7 iw Au<;ust 
I9('r. ^.ar er - anlaßlicli einer Diensti-eiso nach J'aris - .dvnxb den 
C'.(.'i;nc:r Ixjitabt iert Acorden. 


.isa.!-.: ;c>n]unu 4 mit der I'ca rbe i t un <>' des OV "Zolle”- (lUittoirnutb) 
rai vb- l;err.i: s.^eai bei ]■.(.:! , dab es sicli lu;i den l’tw'son(;n, die den 
l.'onralxt /i: "boble” in l'aris au fi'enoriMsen Itatten, um •/u-.’e.i Mitarbeü 
tei der CdtA ('.obandolt liat. Der lUuitabl x.iaii awer i ba.n i scdien (te- 


nr- I ! 


icu'.sl i.'ufdi'. durc.1i "Sob’je;" au.r Lrai'.sr.ewäb foj'tr-.eset.zt . 


M.il .dc.a; Abr-cliluri, des OV.”Zellt:'' iw Oldtober 1967 vnsrdc; ent.scliie-' 
de;;, "Soblc;” al .s '/.(.'ii;;.e !'.e j;cu). liii 1 tcm raucl) au (treten cu Jasrcui. 

(Ve riirt e'i J uiif, beiicui biiionaj'.e zv IS Jahren l'rcibei tsentvnijO • 


Iw 0).iol)C'r 1 966 hcriclitelc; "Solilc”, dab er durcli den ihn steuern 
den ; !i tarbeitcT' dc;r CIA aufAeCordewt v.'orden sei, nicht in die 
]]])’; ;cu r deb •/uleeivron , da ilini aus seinen ejijien bez j ebvinr.en /Ui 
i ü'i 1 1 enraueb eine Inbaf t i erune. dro))c. 


185 




f> 


versicherte "Sohle", tleß er dieses Ansinnoji 
. und crhlürt liahc, 'clas Uisiho auf sich 'nehioen 7.u t.'ol- 
jen» haraufliin ^'’Ci ^hm durcli den Mit.arheiter der’ (!TA der Al)- 
l)iMich der YerJ^indunfi vind die hi n.sl cl.lunj*, finan^icHer Zuwen- 
chmst''^ '"i t^'.c tci.-l t v.'ordcil . 

Kiihrond der ilusainmcnarbcit der CJA jiut "Sohle'.! v.’ar die fciiulii- 
chc Aoftra^^sstruhtur ^uif . Infoi’mntionen aus deia indust riez^v.'ci (t 
Milä oel ehtronilc und die Cliarahtcrisicrunp/ von im Auf'enhande.l 
bci>c.hürti{iten . rersohen ausjierichtct . 

Ah 1967 uurOe "Sohle" als IMS ^’.cnutzt. Aw-T. 2. 196R Kurde 

P. U . .K- . . als ilauptgeschdftsführcr der Vert reterpesell- 
schaft Tiitcrvca' (Transinterverhand) cinj^eset zt . .lliese Tiinlction 
bekleidete er bis Ajiril 1973. 

Die o])erntivcn Auftri4;e erst recht-cn sich, naf die Krarbeitunji 
pol i ’l isch-oper.a tiv bedeutsamer Hinweise zu NSK-Kuuden des Be- 
reiches Kpr.iiuerzi elfe Kooidinierunj» "\ind auf die Unterstützung, 
spezieller Bezugslinien zuni Imnort vou lUlV.-Anlagen u. a. zum 
hj i I;ii MfS. 


‘!.it der Criindunj'. dos AÜÜ K\mst und vNnti (jui täten Ciii1)tl nvuvdc 

C ’ ■ : I" Ö ' 

i !• y l als Direktor eingesetzt. Diese. Punktion ualiin er 

bis zu seiner Abberufung •• im Oktober 1980 - wahr. 


li'or C'jjorativc!, J^insatz erfolgte in kichturii', Au.Cklä j ung koinmej’Z j el .1 
und Oj'erar.iy nutzbarer ](ontrahenten aus. dem.N^U';. 

Die o))eratiyon Arbei tsorgebiii.sse \v-urdcn für. die Klärung der Pra.gc 
"l'.'er ist wer?" venwehdet. Zu den KSlV-Kontraliejiten , die durch 
"Sohle" einge.schätzt \anden, erfolgtcakeine aktiven önerativen 
Mafhuihmen (Kontaktierung, V.'erhung.) . 


186 




7 


y^in 1. 11. 19S0 crfolj'te die Abbovufunj; der lauiktion des 

pivoktors dos AMB Kunst luid Ant ieputJiten (Jinhll und sein J'ins.nt*/ 
jn der stnatlichen Ycrtrcterpesellschfift BlillAG. 


Züiii i‘,!l e iche'n Zeitpunkt erfolptc der Abbruch der- opei'.'it i von Ver- 
b;indun};cn , zum TM Die Akloi v.urdon an der Abloilunfi XII 

zur AbTap.e p.ebritcht. 


Mit der Vkalinielununn der Verbindxini'.sljcilturip, zu : ? i A . 

wurde der- Offizier , für' Sicherheltsfraf'cn im Bereich Koiiimcrzie'lle 
Koordinierung beauftragt. Die Zusammenarbcit/Kontrol 1 e mit Sch. 


erstreckte s.1ch au.f die kommerzielle Nutzuhtj der Kontakte, über 
die Sch. aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Außenhandel 


verfügte. 


■J'rotz der Verbindung ziuii Offizier für -Sicherheitsfragen des be- 
roicbes KoiinMerziclle ICoordinicrung vcrsuclHe Sch. die V^crbindiuig 
direkt zum MfS v/ieder lierzustcllen . Zur Klti'nmg der- Motive fiir 
diof.es Yca-iialten und zur Trüfung sowie bins.chätzung' der pol i - 
ti 5-.c.}i-üporativen Zweckmäßigkeit direkter Ko.ntakte erfolgton seit 
Herbst mebvore Treffs, die durch den Stellvertreter des bei* 

tcj-s der linuptabto.i lung XVT 1 1 , Genossen Oberst behmonn , w.'sbrge- 
no;',:;)!en ^.irrden. 


]b:r Inlialt. der Treffs bezog sicli auf Informationen des ATM "Sohle" 
zu l’er.sonen und , Sacbverbal ten seiner frühcron i nof f i zie] 1 en Tä- 
tig.kcijt. ]m kalunen dieser Sciu;:i ntie.f f s cr.^olgtc-n keine abt;iv(ui 
ope ro t iven Auf gaboTis t cl lun g.en . 


Zu der Lebensgefährtin des Scb. (dieser -ist zweimal geschieden) 
bestanden seitens* de.r HA Xy.(II keine Kontakte. 


Oberprüfungon zu der .'v.l.K j J.'A': A k'.'.'V. . . zum Zeitpunkt, 
diese 3iiit Sch • bokcini'it Aairde, liatt.en /inn r.iij^C'hn i s , daf\ sie 
und .ihre hlte^n aktiv für die 1!A 11/12 erfaßt sind. 


als 

s c 1 b s 1*. 


187 






cl5 c zus-.tiinct: j-c Dicnstcinlici t vninlcu tliosc Personen 3 )ösjl‘jv 
pjij^.csc)icit7.t . r.s l<'i};on bis z.uin Zcitpnnbl Oes unj-eset zJ i eben Crenz- 


^•l^cvtr i t t.s keine operntiv beOenif.saincn Anbnl tspunktc vor. 

(Mifnnp 19k2 v;nr eine Uiiireii lstrierimf. der .'s'. V'i’. 1 v".v.'*; V'l , 

t .“'i. . für" die llA YIT/I.'^ vc^jcn j Iner . Punkl ion. und Tfit i };kei t 


Kei.seknder. er foJ jU ) • 


Auff,ri!nd seiner 3 ang j ahrii;en Tätigkeit im AuP.enliandel verfügt 

V bber umfangreiche personel le . -vmd sachliche Zusam- 
irienhänge dieses r>ereic)ies der Volkswirtschaft. 


Sem ISjährigcr hinsatz in. lictricben des Pereiche.s Kommerzielle 
Koordinierung hat il)m unifangroiclic; ];i)isiclitoji in die. Ziel- und 
Auf gaben’. t el lungen und interne '\^org..";ngo dieses heroiches vermit- 
Dazu zählen ICenntnisse ülier 

- das Zusaramenwirhen leitenader Kader des l’.crei che«; K'oiiaa.er - 
z j cl 1 c: ICoordini erung mit dem MiS. C)>e;so)iell und saclalich) 


- die ZiKirdiu'.ng si>o/.icller rii'meia zu Auf g.ahcnast csll ungen 
dc)' I'arlei aind des MfS 

- dcj‘ Ve)'m(>gensv(:a'bäl t n i SSO und , hetei 1 i j’ungen an Ausl au, d.s- 
f i a i 'cna 


- die l’ördcning, s)ae z ;i el 1 e j' KSK- l'i iiacn im ];ommoj'.zi ell.cn 
J nt Grosse 

- sjaeziclle l'.ezug.sl i ni en von unt er die Inubnrgohest i mmungen 
fallenden Anlagen. 


188 




9 


j)ps weiteren ist darauf liinzuweisen, daß U.l*> v'. 1 i-« ang-. 

jüln'ij'C Ve.rbinduuj'en.jAun l.citcr des ßaubotriebes Demos, Sity. 

■jn )»er'l iii-l'anbow) , J;-. i; M 'uute'rlwilten hnt.’])lcse I-irwa 

realisiert u. a. Vorhaben fOr die Verwaltung» AufklJirunp. des MfNV. 

Dem Seb, v;ar de.i' Mitarbeiter der- Ycrv;altun;{' Aufkljirimj'' dos MfXV, 
t l'. • '(.bciarbeitet. 'durc}i di c 1>A II; Suizid 1983) 

oevsonl icli bekannt . 


. . . xmtorhielt enpe persönliche Dcziohunjr.en zu* 
dem ehemalijjen Leiter der Fa. Asimex, >4 .Q K , der 
im Oktober 1981 unoesetzlich die DDR verlassen hat. 


Im Rahmen seiner mehr als 20jiihrif.en inoffiziellen Zusammenar- 
beit mit dem MfS (Quelle der IIVA, IMB, ZeuRC, IMS) liat .Sch. 
umfan{»rcic.lie F.i.nblicke in die Konspiration dos MfS. erhalten. 

Fr v.’urde im Ujin^ajig mit C-Mittcln j-.eschiil t , erhiel t, spezielle 
ln.>truk.tiont'n in bezuf» auf die Auf rcclitcrh.'i] txinj» des Ye rhiiidunDS- 
v.'cscns (Cof.ncr und M.CS) , wurde in Methoden .der Führung; und 
Auf traD-'^'truktur von I.'IB cinj^eweiht und ist informiert üboi' 
I’ersonen, an denen seitens des MfS .operatives Interesse besieht. 
Des A.citeren )iät. er I.eantnis ‘zu Dersonon (Au f kl Brun (»und Abwehr) , 
zu denen er juis. ihm be];an)itDev;ordenen‘ Umständen au.f Verbindun^uen 
zum Mts schließen kann. 

lia Verlauf dv;r 2\isMm! '.e.narbci t Icinle. Schj 11 IMK und. -30 operritive 
Mitarbeiter dos MfS (liVA, ]!A Xyill, IIA ix, MA VJl) in untersebied- 
li’clver Intensität kennen. 


189 




10 


Xof ‘i v^ cj.tcrcn Vortiolion l'.e.ucn ^ .._;.'_.S' V£ ^.- 

j (jrüiun iclie Vorhcroitunp, .der zur Lei pzi jier. Ile*. rbstKicsae lUfsS 
gu o vctirl c:j\dcn V.jin c.iso des öst.ej'rei cljiselicn . Attti<|uit ’iten- 

.‘T' , . / *' f • I .* ‘ * ‘^ • *"•* 

ijjhuVi OTS V.'/ . ;Vl' 'j!ii t dew XicJ, diesen, für d.tc 

Auf kl.’i runy. von Aktivi l lit e)i, Yerhel tensKoi sen , Auf ent ha] Vs- 
ort.cn und Ycrhindunp.en aüs/.tuiulzcn. 

2., In den CcsprUchcn jnit ^ ivX' 1 ■: j C'i ! ; J’;''.' . i . ist lieraus- 

zuarbeiten, über velc^ie Druckm.lttel 1 peße 

/■' i r j I j I i\» f\, yy K, . *p.. 

• • • *# • ** • vcjvfüj^t ^ v.’clcho M?i r>n?ilii?ton cin^ 

zuicit en sind, um von . A K i 'J*. / . l j . . '.'-i . . anpedrohte bffent- 
li chkei tswirUsamo (OericJitsver fahren) Aktionen zu elijninieren, 
die \'crha3'tcnsrep.eln des K ) l-i-, l ji. .. p.eaenüber 

• .L V • v''*. • (zur .(ibernj'i'if uiijj des .* i*.*» •’*; • • • 

• ^ ** * l ‘ . 

und zur Au:Ck3 iiruiio des 


Auf d.t.e ];ri''rossun;i'.SYef suche des Sch. ist. zunächst ..riiclit zu 
rea;-ieren. Jintschei dunpiui sind, nach der Linreise. des 

. '.’.k'.'i- f. . und .mit. ilnn jteführlcr. Auss]iTac.h.en vc»r- 
znsc.hl <iy;en . 

K liV)errivti f imy.en der oViema]i};en Cleschii fl.spa vtner der. .ft’.'' 

mit den'! 7/iv.l der Aur.wnhl so.lc)>cr Kontralienf.cn , die. zur Aufr 
];l.ärvn.*<; der Aktiv i tüten , Ve l•b;i^uUn^p.en , Pi äne jiejten dier PPJ’ 
ei npese l zt b;:u’. ;i ur.;;cnutzt \.'i:rden können. 


Lin.satz einer Kontaktperson zur AufkJärimp. der Motive fü)- 
l>ekannt.<;<nvO)-den;.'! Außerunj'.en dos Auti (|ui t .üt enhünd ler.s der 
; \.A Cz.v..d 1 i'f i l'-'. ( . voroj st nicht in die bi'U einv.urci- 
sen, da er im 7.u.sam!iieu?i;inf> mit dt:m \jnr.csetz.lic)icn Grenzöber' 
tritt des l ’e ; Sanktionen aercui sich cr- 


v.arte. 


190 




11 


TfyitcnsSvc l-oitsetziing der l)erc5t!» cinjioleitetcii Myf'.nahincn 
XUV.’ Kontrolle: inöfiJ iclicv Kückvcrbin<tunj»cji. (ncsohicclcne riic- 
ffaxi orstei\. chciiialiijp; Arbeit sUplH und 

ftoka;i1nt.<J.^ nlis; dcm<.Wolin 7 . und ,J'ru3 ze.itbo reich).! ulu1\ zur Au/^ 
traiisciiC.^-pi^ offcnsivcv i.!qriiialin?e.n ciuselZ'- 
fian' sihd 


pri^rünit^dcT' Uoehtssunyaltes .•It/'.'-. /J; l-.% 

tlVdchtsanValt der . Kims Anti qurtirtcn. Cmbll und cinge- 

>ptzt; ■ bei Scheiduhß der 2..' Ehe des J 

ÄUiJwertunj» der Archivakteh der Vcj>'a] tun«». AufkinrunR des 
MfNV: (abp.elcj’ t . rdbiiiär • i ys?) - ; Hinbeziehunf, der Hcchtss teil e, 
des MfS, • die offizielle Kontakte zu diesem Recl»tsanKalt unter- 
iihit.:' 


Verstärkte l'oftset ••.unf, der. operutiVen ZuSaninienarV>eit mit 
der IIYA. (Fortsetzung n'ot\\’cncl.lgcr Mabnalnicn zum Schutz von 
Quellen -und bezugslinlen der IIVA/SUT), der IIA IJ (psyebor 
aniily ti sehe MafUiril'.iaen/Zusanimennrbei t" mit dez’ IIA 11/12 zur 


Kutzujlg der für diese bieiistoinhei t. erfaßten Fltcrii der 
Ä*. Vi.'. l j .■ /. i- l'i . ) lind der Jl.A 111- (Ke i t crfiUirung der, 

ziel f'cri.chtcten ]\'ihndun*',sniaf\iKilnnen) , insbesondere zur v.oi~ 
teren Prüfung der Version der • l)(iV)nelnnt;nl.cntäti(J:ei t de.s 




Pi iifung/Nul zung dc jMögllcIikeit'cn der J.citung des Pereicher. 
Kojniner zi c3 Ic Kooi di ni ernng, ’ gegen Seb . bobüi dlic.be Kont xoll 
iii;ibn.'ilua(M'i Viel dessen ■AiiCcht.l)al ton im l’UD- J.Umdcsl and Priycr.n. 
einzuleitcjv (}j.p3 izeilichc AufiMjtC)»» Kontrol 3 mafinalnnen bei 
Grcnzjnn ssngen) 


191 




12 


j, Durchführung politisch-operativer Maßnahmen zur Abwehr 
von Angriffen gegen das MfS und zum Schutz der Mitarbei- 
ter (Schutz nach innen). 

Dazu erfolgt eine ständige Abstimmung zwischen dem Lei- 
ter der Hauptabteilung XVIII und dem Leiter der Haupt- 
abteilung II. 


192 




Dokument 1 1 


j^uptabteilung XVIII 


Berlin, 13. Aupust 19S3 


^veisc über BND- Aktivitäten zu 

Bei der Anwerbung des IMB "Reinhardt” in» März 1980 wollte 
der BND wissen, welchen Betrag von den Korruptionsgeldern, 
die der IMB von der Firma Control Data erhielt, er an den 
Generaldirektor . Antiquitäten, abgeführt 

habe . 

Die Werbung des IMB erfolgte unter Druck, wobei die Kor- 
ruption des IMB durch die Fa. Control Data wesentliches 
Druckmittel war. 

Im Verlaufe dieser Werbungsaktivitäten behaupteten die 

BND-Mitarbeiter , daß . A\ ihr Mann sei. Fr • 

habe ihnen zwar einmal großen Schaden zugefügt, weil er 
einen ihrer Leute verraten habe. Man habe ihm jedoch in- 
zwischen verziehen. 

Während des Treffs im Juni 1983 des IMB "Rolf I" mit dem 

BND ergab sich ein Gespräch über i' ^ . . 

Dabei erklärte der BND-Mitarbeiter, daß er von 
Abgang erst danach und durch einen westdeutschen Geschäftsmann 
erfahren habe. Der BND-Mitarbeiter sei fest davon überzeugt, 
daß . ^ h ^ . mit dem MfS Verbindung habe. Fr vermutet, 

daß Sch. ein CIA-Mann sein könnte.^ Weiter wollte er wissen, 
ob es eine Verbindung zwischen und . . . gab. 

Der derzeitige Aufenthaltsort des . !Z i'*; . sei dem BND 

nicht bekannt, obwolil brennendes Interesse bestehe. 


193 





2 


. Der IMB "Gabi" verwies beim Treff im Juli 1983 den BND-Mitar- 
beiter auf die Republikflucht des . . . . Durch den 

BND-Mitarbeiter erfolgte keine Reaktion. 

. Bei der HA III wurden - in Verbindung mit dem illegalen Ver- 
lassen der DDR durch . . - entsprechende 

Oberprüfungen eingeleitet. 

Seitens der HA III w^d eine Beteiligung des BND bei der 
Ausschleusung des XX/.'A . . . für wahrscheinlich ge- 

halten. 

Diese Einschätzung ergibt sich aus dem Vergleich der Daten 
der Reise des , , X/l , seines Aufenthaltes in Ungarn 
bis zu seiner vermutlichen Ausschleusung mit den zeitgleich 
stattgefundenen Funkaktivitäten des BND im internen Netz. 


Bei der HVA/IX liegt eine "Kanal-Information" vor über einen 
Treff des BND mit einer Quelle am 20. 6. 1983, die Aussagen 
über bestimmte Waffengeschäfte beinhaltet. 

Nach Angaben in dieser Information stammen die Kenntnisse der 
Quelle aus einem Gespräch im Februar 1983 mit dem Vertreter 
icr österreichischen Firma Suwimex im IHZ. 


194 




Dokument 12a 


Hauptabteilung XVI 11 / 7 


/'• 




h' 



Berlin, 

C ^ V 

4 . Nov. 1982 . ^ 

yV*-'' 

hal-kr 



Treff: 

4. Nov. 1982" * 


IMS; 

••Peter Reichclf’ 


IMK: 

••Berg^^ 

Zeit: 

08.30-10.00 Uhr 


entgegengen. : Fdw. Haibach 


Bericht 


Ergänzung zum Bericht zur Person der Genn. Traebert 

Kurz vor Ausscheiden aus der BIEG, etwa letzte Woche Sept., saßen 
wir beim Frühstück beieinander. Anwesend waren hier die 

Genn. Traebert, 

Kollegin Meier, 

Kollegin Rühle, 

Kollege Flügel und 
ich . 

Im Laufe einer kurzen Unterhaltung kam das oder wurde das Gespräch 
durch die Genn. Traebert darauf gebracht, daß sie noch 
weiteres Bargeld (DM) von mir benötigt, da eine der einzukleidenden 
Personen der Familie MIELKE einen Pelzmantel gekauft haben soll, 
der allein schon 15 000, — DM gekostet hat und somit ihr Betrag 
weithin überschritten war. 

Kollege Flügel wußte genau, daß es sich bei der Einklei- 
dungsaktion um die Familie MIELKE handelt, da er bereits mehrmals 
die Vorbereitungen für eine derartige Aktion im IHZ mit durchge- 
führt hat und er auch nach meiner Einschätzung ständig informiert 
war, was durch die Familie insgesamt gekauft wurde. 

Weiterhin ist zu vermerken, daß sowohl der Kollege FLÜGEL als 

auch die Kollegin Rühle bei der BIEG bzw. Textil Vertretungen 

verblieben sind und nicht mit zur Delta gegangen sind. 

Bei unserer Runde, die wir im AHB Transinter gedreht haben bei 
der Abmeldung, d. h. als wir mit den Laufzetteln den Durchlauf 
im Haus gemacht haben, sind wir u. a. zu Dritt, d. h. Kollegin 
Meier , Genn. Traebert und RICHTER zur VS-Stelle, 

Gen. Rückert , gegangen und haben dort unsere VS-Bücher 
abgegeben. Genn. T raebert gab ihr Buch mit der Bemerkung 
zurück, daß sie einige Seiten entfernt haben möchte, die sie 
benötigt bzw, die vernichtet werden sollten. Nach meiner Er- 
innerung ist die Sache dann so abgelaufen, daß Gen. RÜCKERT die 
betreffenden Seiten aus dem Buch herausgelöst hat, diese der 
Genn. Traebert gegeben hat, Genn. T. sich diese Seiten 
fotokopiert hat und dann die Originalseiten an die Genn. R. 
zurückgegeben hat. Auf den Seiten war vermerkt die Nummern der 
Häuser mit den Namen der Mieter dieser Häuser, die in der Siedliing 
Wandlitz ansässig sind. 


195 





2 . . 


Kach meiner Ansicht und Information ist Genn. T r a 
im Besitz einer derartigen Aufstellung, die aus dem 
Fotokopie vorliegen muß. 


gez.: "Peter 


196 


e b e r t noch 
VStBuch ihr als 


Reichelt" 




Dokument 12 b 


5. 12. 1983 


von ^ 

Genossen Parken Genossin S, Schalck 


Werte Genossin Schalck! 

Beiliegend erhalten Sie 2 Fotos Uber einen Sekretär Spätbiedenaeier 
um 1850, 

Ankaufspreis der Kunst und Antiquitäten GmbH 8,000,— M. 

Der Sekretär hat leichte Furnierschäden, die aber ln el^^ener Werk- 
statt behoben werden könnten. 

Die, JUjallefcrung könnte Mitte ^«zeobar 


Mit sozialistischem Gruß 


Anlage 

rrSos 








Dokument 12c 


Berlin, den 22.12.83 


Werte Genossin Schalckf 




eiliegend einige Fotos Ober gegenwärtige Liefermöglichkelten i 


Biedermeier-Vitrine 
mit Fadenintarsien 
einschUbig 


Höhe: 

Breite: 

Tiefe: 


16o cm 
8o •' 
A2 " 


M 6.5oo,- 


2. Aufsatz-Vitrine Biedermeier 
BschObig 
mit TatzenfQfien 
Vorderseite verglast 


Höhet 
Breite* t 
Tiefe I 


2o5 cm 
69 " 
43 • 


M 6.500,- 


3. Halbsekretär Nufibaum 
2. Hälfte 19. Jh. 


Höhe: 
Breite : 
Tiefe: 


97*5 cm 
6o cm 
38 cm 


M 6.900,- 


Die Möbel 2. und 3. sind leicht restaurierungsbedUrftig« 


Mit sozialistischem Grufi 


Farken 




Dokument 12d 


AvT.19BA 


yont 

fini Gdno)n»itH«96hUck 


Hertö Cenodslfi SChAltilfl;^ 

Bellleg^end wie^»4H^«inbA)l!l>dl« Rtichaung a\)wie Z BdschrelM 
bungen# 

Sollten die StQeke'nltHtj4#jRilieil| elnd wirvg^t'n bareitf 
sie eurUdkkudeHfeen.» 


Anlage 






Ministerium für Außenhandel 
Bereich Kommerzielle Koordinierung 
Büro des Staatssekretärs 

1o2o Berlin 

Wallstr. 17-22 


A. 1.1984 


Rechnung 

Sie erhielten von uns 

1 Biedermeier-Vitrine mit Fadenintarsien 

einschübig H 6.5oo,- 

1 Halbsekretär Nußbaum, 2« Hälfte 19. Jh. M 6«9oo«- 

M 13.400,- 
rrsrsssess 


Wir bitten um Begleichung der Rechnung. 

Mit sozialistischem Gruß 


Farkei 



200 




4.1,198^ 


Eine dreiseitig verglaste Vitrine 
ein typisches Erzeugnis des Biedermeier 
Mahagonie mit hellen Fadeneinlagen 
Norddeutschland um 163o - 184o 


201 




4.1.198A 


Ein kleines Damenschrelbpult » England , 
Nufihols furniert. 

Gefertigt im 19« Jh. in Anlehnung des 
Queen-Anne*Stlls in England um 17oo 


202 




Dokument 13 a 



Berlin, den 6. A, 1982 



Mitteilung an Genossen Seidel 


Betr,: Oberleitung der Letex-Geschäfte zur DELTA GmbH 


Werter Genosse Seidel! 

Gemäß Ihrer Weisung haben die Genossen Richter und Parken 
Untersuchungen angestellt, uro den Forderungen, die an die 
Spezifik dieser Geschäfte gestellt werden, gerecht zu wer- 
den, Im Ergebnis wird übereinstimmend vorgeschlagen, den 
Genossen Richter mit Wirkung vom 1,7.82 als Geschäftsfüh- 
rer in die DELTA GmbH zu delegieren, 

Begründung: 

- Aufgrund, der Struktur, der territorialen Lage, der tech- 
nischen Voraussetzungen bietet sich KuA/DELTÄ für die Ab- 
wicklung der Geschäfte an. 

So z.B. verringert sich die Entfernung zum Endverbraucher 
auf ein DritJ;ei der gegenwärtigen Entfernung, Das würde 
sich sowohl auf die kommerzielle Arbeit mit dem Endverbrau- 
cher als auch auf den Lageruraschlag beziehen, 

- Es ist vorgesehen, innerhalb der DELTA/KuA eine eigene 
Arbeitsgruppe - geleitet vom Genossen Richter - zu bilden 
unter Einbeziehung von bereits vorhandenen Arbeitskräften, 
soweit sie bereit sind, einem Umzug zuzustimroen. Diese 
Arbeitsgruppe regelt die Aufgabe der Realisierung von au- 
ßerplanmäßigen Importen (Letex). 

Die Führung des Buchwerkes wird vom Buchwerk der DELTA/ 

KuA getrennt, 

- Es werden Voraussetzungen geschaffen, um Lager- und Trans- 
pontprobleme (die teilweise z,Z, noch durch den Bereich 
realisiert werden müssen) im Rahmen der Lager- und Transport- 
kapazitäten der KuA zu lösen, 

- Mit den vorstehend genannten Maßnahmen wird unseres Erach- 
tens erreicht, de", die Geschäftstätigkeit mit der Letex 
‘auf einen eng begrenzten Pernonenftreis beschränkt^wird , 

Diese Voraussetzungen sind gegenwärtig bei der BIEG nicht 
mehr gegeben, 

- Zur weiteren Durchsetzung von Ordnung und Sicherheit wird 
vorgeschlagen, im IHZ ein Zweigbüro mit max, 2 Büroräumen 
zu eröffnen, um hier Präsentation, Bemusterungen, Kollek- 
tionsvorstellungen organisieren zu können. 

Die dafür anfallenden Valutakosten werden zusätzlich erwirt- 
schaftet . 

I 203 





2 


- Es ist beabsichtigt, die Importe schrittweise über KuA-eigene 
Transporte realisieren zu lassen, um die Diebstahlquote in 
den Deutranslägern und anderen Transportträgern zu minimieren, 

- Im Rahmen des weiteren Aufbaus der DELTA GmbH müßte der Siegel- 
bevollmächtigte der KuA den Auftrag erhalten, auch die Import- 
geschäfte für Letex zu siegeln, 

- Die DELTA GmbH und dabei speziell die vom Genossen Richter 
geleitete Gruppe erhält die Aufgabe, beginnend ab 1963 die 
Eigenerwirtschaftung aller Letex-Importe durchzusetzen, 

- Der Stellenplan der KuA/DELTA ist um 4 Planstellen zu erhöhen. 
Damit würde die direkte Finanzierung der Jetzt bei der BIEG 
tätigen Arbeitsgruppe durch den Bereich entfallen. 

Sollte dieser Vorschlag Ihre Zustimmung finden, wird bis Ende 
April vom Genossen Richter und Parken ein Maßnahmeplan erarbei- 
tet, um eine reibungslose Überleitung der Geschäftstätigkeit 
dieser Gruppe zu garantieren. 





204 




Dokument 13 b 


Mlnisteriun für Außenhandel 
Bereich Komaerzielle KoordinlÄ*ung 

Hauptabteilungsleiter , 

Genossen Seidel 
1o2o Berlin 
Wallstr, 17-22 


4.1.1984 


Werter Genosse Seidel! 

Fflr das Jahr 1983 stellten Sie den Kollektiv der Delta 
Export-Iaport GnbB die Aufgabe der Sicherung der Versor«» 
gung don Letez und der aaxiealen Eigenerwirtschaftung der 
Valutanittel. 

Vir können Ihnen beute berichten, daß das Kollektiv der 
Delta GmbH in Realisierung Ihres gestellten Auftrages 
folgendes Ergebnis abrechnen kann; 

Ausgaben für Letex ca. 3«8oo TVM 

Der endgültige Wert liegt erst in den nächsten Tagen vor, 
wird sich aber nur unwesentlich verändern. DengegenQber 
konnte ein 


Gewinn von 


4.500 TVM 


erreicht werden, der sich 

KD 

VE 


wie folgt auf schlüsselt! _ 

2.660 TVM 
1.84o TVM 


Die vorgenannten Valuten stehen im Januar 1984 zu Ihrer 
r isposition.über die .'Ihnen zur Verfügung stehende Valuta- 
eurame hinaus wurden zusätzlich alle entstandenen Valuta- 
kosten, wie Mieten, Dienstreisen usw. zusätzlich erwirt- 
schaftet. 


- 2 - 


205 





Das Kollektiv der Delta GmbH hat sich hervorragend ln das 
Gesantkollektiv des AHB Kunst und Antiquitäten GmbH inte- 
griert und leistete eine gute gesellschaftliche Arbeit, 
Genosse Richter wurde Mitglied der Parteileitung, Genossin 
Traebert übt die Funktion eines Zirkelleiters im Partei« 
Ichrjahr aus. 

Für das Jahr 198A stellt sich das Kollektiv das Ziel, die 
Realisierung der Versorgungsaufgaben für Letex, die hach 
wie vor die Hauptaufgabe ist, su sichern und mit gering- 
stem Valutaaufwand qualitativ hochwertige Artikel eu impor- 
tieren. 

Die Eigenerwirtschaftung wird 19B4 garantiert. 

Insgesamt stellt sich das Kollektiv das Ziel, 5,3 Hio VM 
netto Valutaabfübrung zu gewährleisten. 


Harter Genosse Seidel l 

Hir versichern, daft wir auch im 35, Jahr des Bestehens unse- 
rer Republik alle Kritge einsetzen werden, um die uns ge- 
stellten Aufgaben in Ehren zu erf Ollen. 




206 




Dokument 13c 


mjiistsrlQtt fflr ^jktUleiih» 

Koordislerang 

Gep^stfen .Seidel 
loSerBerlln 
WeHetralle 17-22 


aBja.4»i985 


fex3ä^4SeiioiM*>^eeld«lt 



7«ooq«72o^ 


Ufiea^^ErgebnU in auu:lwtehendeD:il||l||^^ steht se- Ihrer 
sotooHlgen Dlspositloo sitr Verfflgittii^ 


VK 


DM 


US-^ 

45o»ooo 

h 

84«ooo 

hfl. 

90.000 

ffrs. 

< 4 , 000,000 


:3ni 

Siinoo«rnoö^« 


.A.ooo.ooo^— 


(1*350.000^- 

m 

’Slo.Soo,- 

«1 

79^920^- 

«f 

4,260.000,- 

VM 

7,000,720,- 


Des «elteren.^ B!5chten wir Ihnen berichten, daS^dle Aufgaben 
Letex-Vertorgung termingetreu und .qualltätsgcracht reali- 
siert wurden. Diese Aufgabe wurde unter Beachtung eines 
strengen Sparsamkeitsregimes und der Nutsnxng günstigster 
Importfflbglichkeiten erfüllt. 


207 






a 


rar das Jahr 1985 atellt «loh das Kollektiv fölgonda Qohwere 
punkthuf gabeti f 

Sicheruntr der Arbeltaaufgabe Letex in hoher Qualität nnter 
den Prlnaip der atrengaten .Sparaankeit 

Q, Aus der Zuaamaenarbeit^aiit Partnern der DDR«»Indu8trie ^nd 
'den internationalen Haiidelageachäften vollen wir im Jahre 
1965 einen Net toMjevinn. Valuta in Höhe von <7«ooo T\^ real!«* 
eieren, 

3« Aua dem ima zur Verfügung gestellten Valutakredit ln HOha 
von 2o llio,VU volldb *wir mindestens einen Gewinn in Höhe 
von 12^5 % m 2^5 Uio VMlervirt schäften, 

4« Das Kollektiv Delta ^tellt.^ieh , die Auf gahOy auf dar^Harl^ 
Seite daa^Prinaip der Eiganervirtaohaf tung.isu errelähettä 
unter Beadhtimg . de8;^egeäwllrtigen Blehtoeg^K>of f Islientaa 
.1 'Vll 


Für ^ die 
ich un BeatKtiguh^^^ioläi:^ 
einaehl« derilfitartN»it;er«;'~ 
wörtlich iULnd» 



i^bead^^Aynanift^-Jdt^bjeh'yft^^ 
‘;’eapla&ee';-voa7fil'‘^tar^[ier . . 

ifflr didi tdPto:^V#raoripi^ veraii^ 



rar die mai€Hriell*teohnlBche^ Versorgung' der Delta bitten wlg: 
um Bestätigung für 1 PKV.^Tfp LADA sowie 5 TVlf für Naohrüatuag 
von Bttroteohnik, 


Anlage: 

1 Stellenplan 


IfLt aozialiatladham QruB 


Farken 



208 




Dokumente 13d 


TrcKoUSWartUng. Aijlt/oa d«r Elmourlditung. V#rholt*n ö— IM, von UnohrflcMoK / UntuvnHOttIgliolt / 

(x,B. InKoU dvr B.rld,».r,.a«ung. Inlc^otloon«, ldoo|<H,l*d*n frob».«.. .«l.hoH^ MoBno.: 

Dvkonipirotion. op. W.rl ond Obj.kllvllät d#f B«fl<hl«f.lottunfl. V.rwonung a.r • -~w 

m*n, Zuwondungon) 


7A Sf^tucC ühf/ c(i* äi/ 

Lth^ - i^CicC HuLt(tuht((i au^ uui/ ^ 

tufs^ifUituU Jtiutf, ^ StUtjff. dpiftüf- 

^tfSeitiy uho (Ah C^^XtUd^tf Oc^tf kk.h*'/ 

h(o Ua^fu^ 


9oh^ ubi( Jt(u/ i'u cA^/ l/{ffc*'(pc(> * cfutUOcff^dLfh 

(i.i'if Zu t ^o. fi'thh/ nC((tf Atti(y,t^<o 

’Oabo ivui U* ^ Cfbfuc/ff'cOetf ^ssft* *A(r 

ftdzli/ - hhufb<t%</ ^ ^ Utui. nh cZod *^£/ * otuhof 

U(A U UA(1 /"^(U ^hC/A-f^cOc/^/ (-lUCi^. Pt/ 7/f 
hC/U If'^ UiH l Cr tfU . 

lActftt U/u/At !?t^Q(r<(if ^ (/c 4[6 Atf H<lzlu ' hdk/btH'tr hüSo/i 

Ji'(C, AiUn uirdA lAtut^Z C/uhsi , duiud Xf't J/f 4 ^uf tUu pfA 

Ai r ic/cC^ i^üC^ tlui/ ciiUtii ffththlsltift Vtl U/fO* A(ot , ^CcSt^f r' 

73 "JcrCdfu ^ ^(k/’ ftäU^r '^017 (/>tctu tV 

kticX cug)cOff ciüCi ^'CC^ Ufr *Ab. lirfCj . 


Neuer AufUo9 und Verhaltenslinie 


thjt(/iC^(7L<U<~, 7t' 


1 


^■itU 


ct/iZ 


209 


Bemerkungen des Dienstvorgesetzten 





Hoüpta!::ieiluiirj i%VIII/7 


Cerli«!, 29. l.9Ci2 ? 0 ^ 
liol-fiii 


Treff: 23. 4. 1982 
I^iS: "Peter Reiclielt" 

IMK: "Adler" 

Zeit: 10.00 - 11.30 Uhr 

entgegenge;!. : Fdw. Holbach 

iNFORM^TIOi'! 

2 ur beabsichtigten Verlegung der Aktivitäten DIZG, Gruppe Lotcx noch Ji-’Iiie;.- 
be-ck 

Endel iärz hatte ich beii.i Gen. CblDcL, Cereich Ko!:o ein Gespräcii, wo es um 
Fragen der An- und Verkaufsgeschäfte ging und hier koioen wir u. o. euch 
auf die Problematik zu sprechen, wie bei der BIEG in GrUiiou abgesicliert 
ist, do8 über die Letex-Geschöf te uf>d auch über die An- und Verkaufsgeschäf- 
te ein relativ kleiner Kreis Bescheid \-/eiß. Ich habe Gen. Seidel damols 
über die derzeitige Situotion berichtet und er äußerte im Gespräch den Ge- 
danken, daß er Überlegungen, anstellen wollte, eineeventuelle Veränderung 
vorzunehrnen. Anfang April erhielt ich vom Gen. Se. einen Anruf, wo ich den 
Auftrag erhielt, mich iriit dem Gen. FAkl^H, Kui'ist- und Antiquitäten GnbH 
in Verbindung zu setzeii, u..i ilii.i eineri Vorsciilag zu unterbreiten einer ’/er- 
lagerung unserer A.ctivitöte;i (;ach .'•'ühlenbecl;. 2r fb’gtc hier .locli '.»inzu, 
daß zui.i derzeitigen Zeitpui.Ict nur 3 Personen v/issen, also er, ^n.'rSeidel, 
Gen. Forken und ich zu strengstem Stillschv/eigen verpflichtet wurde. 

,Vn 3. bzw. 9. .voril linhc ich ger.ieinsom mit Gen. Forken eine Vorlage für 
den Gen. Seidel erarbeitet, diese Erarbeitung v/urde bei K. u. A. vorge- 
noramen, diktiert wurde diese Vorlage der Sekretärin des Gen. Forken. Die- 
Sekretärin v/urde in meinem Beisein belehrt, daß sie nur eine Itopie von 
diesem Schriftstüci-. onzufortigen habe, die der Gen. Farlcen erhält und zu 
keinem weiteren Mitarbeiter innerhalb von K. u. Ä. darüber zu sprechen 
hohe. In dieser Vorlage wurde von uns auf gerechnet, welche Vorteile und 
Nochteile eine Verlagerung u.iseror jetzigen Gruppe noch [lühlenbeck hot. 

Im Ergebnis dieser Aufrechnung sind wir zu der Meinung gekomriien, daß es 
günstiger v/öre, unsere jetzigen Geschäfte in Mühlenbeck anzusiedeln mit 
derilaßgabe, daß im IHZ ein Zweitbüro unterholten v.'ürde, ca. 2 Büroräume, 

1 Arbeitsraum und 1 Verhandlurigsrouin. In dieser Vorlage v/urde weiter von 
uns erarbeitet, daß sov/ohl für uns selbst als auch für Letex direkt gün- 
stigere Bedingungen .mit einer Verlagerung geschaffen würden. Diese Vor- 
lage hot Gen. Seidel etwa oro 10. o. 11. April erhalten. Zu diesem Zeit- 
punkt habe ich keine weiteren Informationen erhalten, wie hierüber ent- 
schieden wird. 

In diese Vorlage haben wir weiter eingearbeitet, daß es uns günstig er- 
scheint, daß wenn einer Verlagerung zugestimmt wird, diese so kurzfri- 
stig wie möglich vonstatten gehen müßte. Unser Vorschlag hierzu war, 
diese Verlagerung bis zum 30. 6. 82 abzuschließen. 


210 




2 


?ö(> 


Die techiiischei'i Voraussetzuiigoii sind hierf'jr in M’inlenbecK gehoben, 
d. h., in rlijiilenLeck v/ercet; Qiits.)rcclienclc B;’'roräu;ne für iiitarbeiter 
der jetzigen Lets^';— Gruppe vorhondeii sein. Gen. Fnrl<en machte weiter— 
fiin den Vorschlag, [ütarbeicer, die bereits jetzt in Mühlenbeck zur Ver- 
fiicui'.g stehen, teilweise mit eiiiZuLezie'nen. V.'eiterhin wurde eine Stand- 
ortbesichtigung des Lagers vorcenomr.ien und t.'berlegungen cngestellt, v.dc 
kurzfristig ein Teil des Lcgersiseparot f'.ir die Letex-Ge schäfte genutzt 
werden könnten, Voroussetzungen hierfür sind in Mühlenbeck vorhanden. 


Unsere Überlegungen einer kurzfristigen Verlagerung ging vor allem da- 
hin, Ui.i relativ gerin.ge Angrif fsflächen für eine derartige Verlagerung 
zu geben, d. h., daß eine derartige Maßnohiiie breit ii.i Kollektiv der BIEG 
diskutiert v/erden könnte und dadurch doch bei einer Reihe von flitorbei- 
tern einige Fragen auftreten könnten, eine derartige Verlagerung mitzu- 
machen und inder Letex-Gruppe arbeiten zu wollen und dergleichen mehr. 


gez. "Peter ReicheltV 


211 




Berlin, 30. 4. 1932* 
hal-fni 

Treff: 23, 4. 1932 
IMS: "Peter Reichelt" 

KiK: "Adler" 

Zeit: 10.00-11.30 Uhr 

eiitQegengen. : Fdw. Hclbach 


Der Letex-Gruppe gehören die Genossen 

Traebert 
Richter 
Meier und 
Rühle an. 

Kontakte der Gruppe bestehen im Mause zu folgenden Abteilungen und Perso- 
nen: 

Euchlialtung: 

Genossin DASTIAiMl Von ihr wurden- alle Zahlungen angewiesen sowie die Ab- 
forderungen von Bargeld für die Cargeldgeschäfte. Somit besitzt die b. 
Überblick über den Gosnmtumsctz der Letex-Gruppe. 

ICollegin SlML. Durch sie v.'ird oie teciinische Abwicklung der Überweisungen 
vorgeiiomiiieii . Dadurch gleicher überblick. Gleichzeitig werden von ihr die 
Fonds geführt, die wir vom i'IAM, Cereich Koko erhalten, jeweils unterteilt 
noch V5 und KD. 

Gep.ossin SCi-fl-IMliE . Diese Genossin vertritt bei Abwesenheit die Kollegin 
Sehl. Dodurch von Fall zu Fall der gleiche bberblid;, 

Exportkontor der DI£G: 

Kollegin 3CFSJLZE. Sie ist vernnvv/ortlich für die Abwicklung der cigenge- 
schäfte (An- und Verkauf). Kolln. Schulze arbeitet relativ unselbständig, 
dadurch entsteht höufiger Kontd<t. 

Genossin FEMSKE. In ihrem Plan liegt obengenanntes Geschäft. Dadurch spo- 
radischer Kontakt zu uns. 

Kollegin GRÜNEBERG. Sie ist verantwortlich für die iibrigen An- und Verkaufs 
geschäfte, ähnliche Kontakte zu uns wie bei Kolln. Schulze. 




eericht 

T.ir Letex-Gruppe 




Geii05?siii iicßelbarth. In inre. j 
gescliöfte. Sie versucht, eüco;*. 
schäfte vreiter auszubauen, bie 
siert, zu erfnhren, v^eicric ..r- 
v/ir '-'O zu Vielehen 


Pion liec-en oie übrigen An- und Verkaufs-: 
Kontakt zu uns zu halten, um diese 
ist ober auch sonst sehr daran interes- 
u.jsero L.G *. sc I IO r te sri'td unc! t.töcnte 
Ledingungen koufer» u. ä.. 


?0S’ 


Ger.ossir. HELLI lA! - v. Eie war f?ir den Zei trouin i lärz 1931 bis Juni 81 cls 
'/crnntv'ortliciier für des P.eifengescliäf t- eii»gesetzt . Dadurch enger Kontc!;t 
zu uns . 


Fernschreiber: 

Der Fernschreiber wird von der GEnossin TAUBENECK für sebhs Stunden täg- 
lich besetzt. Da bei uns der größte Teil des Schriftwechsels per Telex 
geführt wird, hat sie einen guten Jberblü: über unsere Aktivitäten. Nach 
Arbeitsschluß der Genn. Taubeneck, cc. 14.00 Uhr, ist die Fernschreibzen- 
trole nahezu f”tr jedermann betretbar. Dies ist der Zeitpunkt, wo keine 
Kontrolle darüber besteht, wer alles Einblick in unseren Schriftwechsel 

erhält . 


Lager: 

Das Lager wird vom Gen. GAkDEIKE und der Kollegin BAUM besetzt. Kolln. 
Baum nimmt häufig für Letex bestiiiwiite Lorenlieferungen entgegen. Sie hat 
weiterhin Zutritt zu unseren. Zvische.. lagern. 

Selcretaricite ; 


Hier ha .on die Genossi. i..e.T ESCLZß u.. * FEE"' so”ie die Kollegin LEif cin- 
L'lic': i.i die für uns eingehei-.cie Post. 

Kollege FLÜGEL. Er ist der Kraftfohrer des Gen. liAvSE uri-dtronsportiert 
von Fall zu Foll Loren vor. uriserem Zwische.iloger zui.i Letex-Lager in Karls- 
horst. Lurch seinen persönlichen Kontokt zur Gen. Trnebert hält er sich 
oft in unserem .trbeitsraui.'. nuf. Teilweise gellt das sov/eit, daß er bei Ab- 
sprache;*. über dienstliche Eslange zwischen Letex und der Genn. Troebert 
dabei sitzt. Er stellt da.n; teilweise den Versuch an, den Eerotern Hinwei- 
se zu geben, v.'elche ,'-,uf gaben sie zu erledigen hätten. 


Poststelle : 


Die Poststelle ist von der Kollegin FECHüER besetzt. Sie hat Überblick 
über unseren Posteingong sowie über die Nustersendungen, die per Post ein- 
gehen. Darüber hinous ergeben sich v/eitere Kontakte mit einer Reihe von 
Mitarbeitern des Hauses. Diese sind bedingt durch meine Arbeit als AP0-5e- 
kretär und bei der Kolln. Troebert durch ihre 2. Aufgabenstellung (Sonder- 
aufträge für den Gen, Haase sowie ihrer früheren Zugehörigkeit zu Textil- 
vertretung) . 

gez. "Peter Reichelt" 

I 213 I 




Dokument 13e 


m/ /) ß 


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f/thk 4AAC//diiku/' 4dU'cj . l'U cCiä^c- ^(/Vc^'1 'iAuaU/ 1 / ccA 4'Su''duJ<- 
AaoCi/ /ckyuUÄCß^c/ AM Ud cua(/ s^fl -uke^a^^id • 

i, /kUueCu/' cCco/U/ 4 du 0 c/cJ(x4a'i/ - AMkü/'^CU^k' iltk a^uCc-)/ 'Ua kcsU/kci- 
4 ha Um UM(/ k*f iAi/MjJjUJ MaaU /uÄ pCAAcXtAA aKC^ - 

/UA{jf^*^ /^^C</(k . 

■ii/1 /f^lo ik oCcj ’Jik duMu kkk 9/fcuiAUMto 4kiU<c}fkY . 

Jü ^ aI(j(//Ucaa (lu^ CjAuaac/ j/ydCcodty cp^ti/ u^i/t/Oa i//0{^\A4dLA^^ 
Ailu /JioUu* a(o 4^. 

ZmaCH/C/’MAUa/UcUa'j A4A/) du 4 CCO 4x4 Uam^ CCuXJ ß/tClAA 'UdAAO 
i'cJi c/U' keuA^ud'^ /uu/lO/ /t</<jd/UA(4j.iA^ c^icuAd 1 m( Ul/ 

l/OAUAM/UAUM(xx4uß 4/0 'iHy ^ypiHxouAt^ cCu (/c/aacUaUca/Uaa cUa 






Vli UwU, iyjfn'f ^ iUU.' Ua.- 'U4AtC>^U>'7M\:i^ 

Uc^/ 4ü( AA^>^AlCAC^tAAA^ ^iA<^(^cdwi e/^AÄXUf </ lAJM-U- 

\ 

lfl AaUAJiM CCU^ ^ ticU'ü djü U'OAJlU/lC^iU^’l Uo ^S^^MÄ'CCCA/' X-O ' 

'JCUAAAMCiACiXl-i/l A/jJl dlAA^ aUa/^ ^iX/nXf l/(/pl fO tX*/X'A‘^ 

Cf /iOCOCi^ U^iC^U/()lvi 'UJVcXph, cXü^ (XjU 'If^ ^ yj<COUcM^ (XiCO/uUiL/ 

'IdUÜj 'U^-Co'tf^ -Uoc/ AUCUli'c^ , C(/(/Ua AA/a/ /HA/yfA^Ju/ 

C' yi/lUXi^ O. , A/U, OUA/I^ OUaUjM *^^(UAt<A KMU cIiMAa (A^^tMHtAAyu 
(MAAAX^fiUÜA^ ^ ^6^ /{^foLX/ ClOi^iA/^OUAJUA (UaU CUA^yryUiJUAjU ~ 

AcaXMa^. 

iC/V '^0.-'^ 'Ol (Xaj I^'XoX-' ^iÜj cOji 

<iMA ^ <M/ Ua it ! Uo fl ^' ^ . 

ffA/ iUcf( - <h cU C^Uo^^/AM/U , Uxf cU'O 'Uui^iO'Hf ^ cCu'i 

t^on(fACiCU'^Cl^MU'i<J^ Uca O^'UUu <{>oo(acC^'ü'^ a-u yifaC/ AA/'UA'' 

^Ilöo '1 a/A(/^(mM/U AAlUJcO ClUUccjfu^ ^ •iAM< lUtlU UoXiLJUa C^Uum** 
litUiUAAC^pCi/^Oi/ <Aa C^CiA CCo ii/ACUA ^ uO O AifU/ ■ 

'Iam ilcUlMUK UM/(J %%(iUUf VUJXuJkU Uv lfl (PipPJO^'i' AMkHO(MAC< 

iioOAi^ulc UU(/ ^uUioUM'i Ü-X^C' UcUAlACoCu-oUi^ Uaac/ iic/7U0UiA CUAa 
oUv't UuAi f( ^ A(MAÄ 'Uaj' UU>rA'UuMAAA(j Clo UHiaA^' 

'Cm.MaUaO' 

7^^ M^VU '^iUl Cf, AP, Ui! lfl'( * UUCu* C^iU^'ül^M' . Uv 

fAMCUAAAMAAACvHlUl Ul 6 UÖ-Xlv 'lUAHJ'CdAiyi'Cj ^ U/i/ (AUt'OlMUl ^ ^ 

(MjO'U oaaU (}Cji^(UU-^A! u. Ux.' l^iA(UA/o’^ ioH!AMA‘i c^UAMAto-t 
^CiaC-Cv.' (^0/) 0 UvaU/UlUi AÄUi/ UlA}lo'jf!f Uxj i<A^ ' 

^ olOCaaai ip Um ' p.Ci AfiXi cAa^ 


215 








( 4 ^^/ <4i/A4'^ A^C? MoUyOjiA^i ■i'otccu 0(0 kkn ^ t^(/to'tii l(olfo 
Aii. (yuAn^ii yuud 

^■i.‘0(^u<'(f 40 U Jo b Aki’A cUi^^^iXJoiiiCü nAAJk ^ 'iAU^ coU' ccu^ 
^<0441/ Uo JicwUot oUj Ox^^AoAuaa^Y^ (/O'MAAi Kj 'U^ yuAiZiA ' 

CuHiK AaUJcA, 

'lAucO, cliO( ^o‘(((^U44^ iA^^Oj viü ixActf ■ UAuAri - 

'U4 (^CjO lÄ/ii/'icu ■U^'cO C('*'U v^^/*-0C44XA<4Cj AAyf'iKC/Xtc^^O oCtf >4^1^ 

kUMCOA yCU<c/ '}</4 lu 4u10(J-^IaM^ yWOd 'U/(Jc^'Ui A'UAf 

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iou^d/'d *i4t Uo f‘l’i'0'(4jA/u( iCv i/t/7 cCu C-^d/u k’oAci/O'tT ^ 
‘IaUOCi claJt ^uJ^adu •‘(K^kUd WÄ/ ioö 'icoh au Uc/u^j Uia Jlk uu< (/u 
'<iM/icH^ ' Ci^oo{o(''VM^ (4{7u'cC/Ui4>^ oio i/i/^^4udU UcOt 

Ai^/J '1‘OUicA/' MJlcO'ii// I a/u ^ /■IJ'Oaa'Ucouc^a^ ^ 4u/aJc(1(/a 

Mij (^iUAmC/ dj .4 U/ A^CiliAA}/lU<du 4 'Uu^dOH' CUM oUu< 

^kAuu / 1 ‘O'lu/A ^ iäuA ■ ((g:M((M/t J/i /l/Hi''to^-//cuuUM. 

Zvt/- io ko diAO AaMuU O Ayf 'U/ C/co(lU -UAM d^lUfho 

k/ol UmuA Cj^c/du ^ .(Jd <x 4t'< -Cu-^ ^ ^ CjUxmi^aou'Hi/ 

^COuUl/Ayi 

Huami) diU/ cdu Jd cid (MccjUddaJI cdd' (jU(l/(/i4^^7a.^Uvc/ (luj - 
kudcü-C^ MA-d ^llOUAiMd-^ -UAAA^ Id'Uu/lM' ^ IdUU' dud-u " 
oJumc^ucm /<aa(/ / Icl/u. hytUA-Onlu AU O C<yilio<d(.i , 

VdUtdd IauJ lIcj Jh du doc^i^djlld l((lAu(ul<^ Cuc^Au ■ 
IpCUAA^ /MAC/ Cl(^.nu clj AOX/Ouldu^ ^ 'I/aA}^ UuJ d tl CU 4 c ■ 

1 lucdcu ^ ItUA^IA^'c^ cltJ cOj l'vuijiod ’A^dpubCMoOciiu ^udccu^^ 
JmZUa' tliA^ld /jiuC&o Am <M<dj4nU/M^du , OuU- lfcUu(oi^4l< 
tu HuMdalduAU^ UMidud J-cma'cAa cuaa am4(a4ouvUa . 




^ <OuULoc^ ^(cUfiuA/^ 

Uv ^'Ci ihih(i/ Aüc^(Cifn //^f^ 

i ' ' / 

lu^ hciili'i-i ^ C(PC^actc I^fon 0 i-(i(^ f 

?u/ ^0. '^jaOt^ni! ^uli(<,' u. (o du. (0/} 

Uv ^iiv-^ViuUi^ -Oo UA/ (MUmo du iUao diAiUl ^ 

UuuiuAA iVSi/A tu ttu (/U-ituOia^ ^(fVUi Uu Uou AcÜk ^' cj^ 

f^UdiM Aaa/i li/Sti^’' t(A 4 /< UicUhMAi -{aUo H/ /jMjtiuVUcu^?^ 

Au OCtKiMUA^. 

kJi Ui.lvA fW vl Um 7/V (jWOAfUv fff'^O S^cUouiäJ^ Mj ^ 

Uo^Y OOav Uu ^uuluUu/UyUiMCj Uv ^OViAv ^/'pi/p ^ t/*{ Uutf^ 

Uju (Xk, ^{jUv ' AAUoCt Ucu X<Xc<^Uu(Xi y’i^ ~ 

IcH/UAa^ 

I/AU'UccUam/ cUiVv ^vou/pOUit vl oCo lA cUu , 

‘tv (Um ~ mUi 'Af-u ~ i/Cm^ U iU<UU-<yCuj o^ouX^'-o ■ muIujuauvA 

MjUyuUuf U^ Uu^CiX/ukMi^ ({cc'uUfUtUo <V-^c/ Uc«^ ^Uuuy ' 
/iiK(/U/Uu iu 0(0 UuUu^ ^ 



ifotM(/U 



217 





Hauptabteilung XVIII /7 


Leipzig, 5, Sept. 
hal-kr 



Treff 
IMS: 
Ort : 
Zeit: 


5. Sept. 198? 
"Peter Reichelt" 
"Astoria". 368 
09.00-10.00 Uhr 


entgecjenoen. : Fdw. Haibach 


ß e r i c h t 


zu einem Gespräch mit Genossen Jürgen Heyne 

In der letzten Woche führte der Genosse Heyne ein Gespräch 
mit mir, in dem er mich beauftragte, mit dem Genossen H a a s e 
Bere ichs 1 ei ter MLI, ein Gespräch zu führen, indem geklärt werden 
soll, wer die Nachfolge der Funktion des APO-Se kretärs der APO 2 
a n t r 1 1 1 

Im Anschluß daran bat mich Genosse Heyne um eine kurze Unter 
redung unter vier Augen, indem er mir ganz kurz erläuterte, daß sein 
Frau die Funktion des Büroleiters 6 D des AHB Transinter in Kürze 
abgibt und eine neue Arbeit sucht. Er erläuterte weiter, daß man ihr 
die Funktion des Leiters Wirtschaftskontrolle abgeboten hat. Diese 
Funktion lehnt sie jedoch ab. 

Er fragte mich nun, ob im Rahmen unserer neuen Aufgabenstellung 
die Möglichkeiten einer Erweiterung existieren. Er würde es sehr 
begrüßen, wenn seine Frau, Erika Heyne , in unseren Apparat 
eingebaut werden könnte. 

Ich antwortete hierauf, daß die Entscheidung, die durchgeführt wurde 
lediglich die 3 Mitarbeiter betrifft, die bereits jetzt Zusammenar- 
beiten, was darUberhinausgeht , liegt voll in der Kompetenz des 
Genossen Jochen F a r k e n , unseres künftingn Leiters. Ich 
sagte ihm, daß unsere Arbeitsstelle in MUhlenbeck sein wird, daß 
es da Probleme mit der Anfahrt gibt, da'' nur schlechte Möglichkelter 
mit öffentlichen Verkehrsmitteln besteben und informierte weiter, 
daß ich keine Übersicht über den Stellnplan unserer künftigen 
Gruppe habe. Hierzu kann einzig und allein der Genosse PARKEN 
Auskunft geben. 

Aus den von mir gemachten Ausführungen kann nach meiner Ansicht 
der Genosse Heyne nicht ableiten, daß die Möglichkeit 
der Arbeitsaufnahme seiner Frau bei DELTA-LETEX gegeben ist. 



gez.: "Peter Reichelt 





Hauptabteilung XVIII/7 


Leipzig, 8. Sept. 19B2 
hal -kr 


ti 


Treff: 8. Sept. 1982 

IMS: "Peter Reichelt" 

Ort: "Astoria" 

Zeit: 14.00-15.00 Uhr 


entgeoengen . : Fdw. Haibach 


B e r i c h t 


zur OberfUhrung der LETEX-Gruppec der BIEG in den AHB Kunst und Anti- 
quität en/ DE LTA/MUh len beck 

In einem Gespräch am 7. Sept. 1982 beim Genossen Manfred SEIDEL, 
an dem der Genosse F a r k e n', KuA, und Genosse RICHTER, BIEG, 
teilnahmen, wurde nochmals das konkrete Vorgehen hinsichtlich der 
Oberleitung der Letex-Gruppe/BIEG in die DELTA-GmbH besprochen. 

Neben der Klärung einer Reihe von technischen Einzelheiten und 
plantechnischen Fragen wurde festgelegt, . daß der Gen. SCHINDLER, 

GO TI, mit Schreiben vom heutigen Tag, 8. Sept. 1982, informiert 
wird, schriftlich informiert wird, daß per 1. Okt. 1982 die bisherige 
Letex-Gruppe/BIEG bei der DELTA die Arbeit aufnimmt. Die drei Mitar- 
beiter dieser Gruppe sind mit einem Oberlei tungs vertrag in die 
neue Gesellschaft zu überführen. 

Weiterhin wurde festgelegt durch den Genossen Seidel , daß 
die Rei seunterl agendurchGenossen Ri c h t e r direkt an 
KuA/Delta übergeben werden, damit hier kein Verzug bei der Reise- 
tätigkeit eintreten kann. 

Die Frage des Büros im IHZ wurde gleichfalls nochmals erörtert. 

Gen. F a r k e n gab die Zusage, daß am 9.9. zwischen der IHZ- 
GmbH und dem Genossen Parken eine Vereinbarung abge- 
schlossen werden soll, wo die Anmietung der BUroräume und der 
dazugehörigen Technik vereinbart wird. 

Im Laufe des Gespräches wurde durch den Gen. F a r k e n nochmals 
gegenüber dem Genossen Seidel erwähnt, daß er vorschlägt, 
den Kollegen Bernd Flügel , der Lebenskamerad der Genn. 

Ulla Traebert , nicht im AHB KuA zu beschäftigen. Er 
ist der Meinung, daß eine solche familiäre Bindung 4n einem derart 
kleinen Betrieb zu einer Reihe von Schwierigkeiten fUhrt, und 
eine negative Bei spi elwi rkung für andere Mitarbeiter im AHB zur 
Folge haben könnte. Er schlug deshalb vor, derr Kollegen FLOGEL als 
Kraftfahrer zur BERAG, die im Herbst d. J. nach Rosenthal zieht, 
vorzusehen . 


219 


gez.: "Peter Reichelt" 




/iS" 


piuptabteilung XVI II/ 7 


Berlin, 4. Nov. 1982 
hal-kr 

Treff: 4. Nov. 1982 

IMS: "Peter Reichelt" 

IMK: "Berg" 

Zeit: 08.30-10.00 Uhr 

entgegengen. : Fdw. Haibach 


Bericht 


zur Geschäftstätigkeit bei der Fa. DELTA - Oberwechslung von der BIEG 
zu DELTA 

Mit Wirkung vom 1. Okt. 1982 hat die bisherige LETEX-Gruppe , die bei 
der BIEG angesiedelt war, ihre Tätigkeit bei der Delta-GmbH mit Sitz 
in Mühlenbeck auf genommen . Die Aufgabenverteilung ist wie folgt ge- 
regelt: 

Nach wie vor wird in vollem Umfange die Letex-Versorgung abgesichert. 
Es ist so geregelt, daß wir zur besseren Zusammenarbeit mit aus- 
ländischen Lieferanten sowie Schaffung besserer Voraussetzungen für 
die Verhandlungsführung, im IHZ ein Zweigbüro unterhalten. Das Zweig- 
büro ist derzeit durch die Kollegin Meier besetzt. Kollegin 
Meier ist verantwortlich für die gesamte Geschäftsabwicklung, 
was die Le tex-Geschäf te anbelangt. Dies umfaßt sowohl das Arbeitsge- 
biet der Genn. Traehett als auch das von mir. Sie ist hier 
zuständig für die Vertrags aus Fertigung , teilweise Angebotseinholung, 
Vertragsrealisierung und den Zahlungsverkehr. 

Genn. Traebert und ich haben ihren ständigen Sitz in 
Mühlenbeck, wobei häufig Verhandlungen im IHZ-Btiro geführt werden. 

Die Arbeitsaufteilung ist hier geblieben wie bisher. Geändert zur 
bisherigen Praxis bei der BIEG hat sich, daß der größte Teil der 
Importe über unser Lager in Mühlenbeck läuft, d. h. wo früher 
teilweise die Waren in Grünau bei der BIEG bzw. auf dem Letex-Lager 
in Karlshorst angeliefert wurden, laufen diese jetzt über das Lager 
in Mühlenbeck mit Ausnahme der sog. Frischstrecke, dies betrifft 
Molkereiprodukte, Fleisch- und Wurstwaren. Diese laufen nach wie 
vor über das Letex-Lager Karlshorst, da dort die entsprechenden 
technischen Voraussetzungen vorhanden sind. 

Weiterhin hat sich geändert, daß mit den Fahrzeugen von Kunst und 
Antiquitäten/Delta Waren in Berlin (West) selbst abgeholt werden 
bzw. daß Lastzüge, die in der BRD oder auch anderen NSW-Ländem 
unterwegs sind, auf der Rückfahrt Letex-Waren mitbringen und die 
in unserem Lager in MüH.cnbeck abgeladen werden. 

Zur Fa, Delta in Mühlenbeck gehört weiterhin als Mitarbeiter der 
Gen. ÖLSCHLAGEL (ph.). Genosse ÖLSCHLÄGEL ist seit mehreren Jahren 
Mitarbeiter von Kunst und Antiquitäten. Er ist Exportkaufmann und 
ist hier zuständig für DDR-Zusatzexporte . 


220 




Hauptabteilung XVIII/7 


Berlin, 6. 9. 1982 
hal -mi 


ZtrZ. 


Treff: 1. 9. 1982 
IMS: "Peter Reichert 

IMK: "Adler" 

Zeit: 11.15 - 12.00 Uhr 

entgegengen. : Fdw. Haibach 

Tonbandabschrift 


INFORMATION 

2 ur Verlegung der Letex-Gruppe , die in der BIEG angesiedelt ist 
nach MUhlenbeck ln die Fa. Delta/Kunst und AntiquitSten G mbH 


Am 27. 8. 1982 wurde durch den Gen. SEIDEL , Bereich Koko fest- 
gelegt, daß die Gruppe Letex mit Wirkung vom 1. 10. 1982 zur Fa. 
Delta nach Mühlenbeck verlagert wird. Der Aufgabenbereich der Grup- 
pe bleibt in alter Verantwortung bestehen. Als Mitarbeiter bei die- 
ser Gruppe gehen mit zur Delta 

Genn. TRAEBERT 
Kolln. MEIER 
Gen. RICHTER 

Dabei wurde festgelegt, daß Delta ein ZweigbUro im IHZ einrichtet. 
Dieses Zweigbüro wird durch die Kölln. Meier besetzt. Diese Beset- 
zung ergibt sich aus ihrer fachlichen Aufgabenstellung. 

Neben den bisherigen Letex-GeschSften werden bei Delta die bereits 
bei der BIEG angebahnten Ex- und Importgeschäfte wllftergef Uhrt so- 
wie zusätzliche Exportevon DDR-Erzeugnissen. Verantwortlich hierfür 
wird sein Gen. Richter. Als Kaufmann wird hierfür festgelegt der 
Genosse ÖLSCHLEGEL , der bereits bei Delta bzw. Kunst- und Antiqui- 
täten GmbH arbeitet. 

Weiterhin ist zu informieren, daß die Genn. Traebert in ein durch 
Kunst und Antiquitäten GmbH gebautes Haus in MUhlenbeck beziehen 
wird. Oie Zusage wurde im Gespräch beim Gen. Seidel gegeben. Genn. 
Traebert ließ erkennen, daß sie in dieses Haus mit ihrem Lebenska- 
meraden, dem Koll. , der z. Z. Kraftfahrer beim Gen. HASE 

beim Bereich LLI des Ahb Transinter ist, zülhen wird. 


221 


gesprochen; "Peter Reichelt 




2 




ung vom 1. Nov. untersteht mir Gen. ÖLSCHLÄGEL diszi- 
ch . 


gez.: "Peter Reichelt" 


222 




Dokument 13g 


TraHausweriung : 

(x. B. Hlnw.li Oüf Inhalt d.r B«flchtef*lottüng. •nt»prl<*vt AuHrog El«iat„ld,iung. V.rKoll.n d«. IM. Anx.lcK.fl von Un.KfllcKk.lt / Unxuv.rldt«»gk«i| f 
^•^•"•plrollon, op W.rt und Obi-ktlvUÖt «*•' B.f Ichtafiloitong, V.n..nung d.r .«ofb«l«.«.n lnrormcitlof>.n. ld..logl*<K. Probt.m.. .rxlWf.rlicK. Mofinoh- 














Neuer Auftrag und Verhallenslinie 


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Bemerkungen des Dienstvorgesetzten 





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Dokument 13 i 


Arbeitsgruppe BKK 


Berllrii !• Juni 1987 


A uskunf tsbericht 


Name : 

Vorname : 
geb- am: 

wohnbaf L : 

Beruf : 

Tätigkeit: 

Parteizugehörigkeit : 
Organisationen : 

Faml 3 i enatand : 


Richter 

Klaus-Dieter 

23* 4. 1935 ln Dresden 

1055 Berlin, Einsteinstraße 15 d 

Bäcker /Dip lom-Ju rißt 

Stellv. Generaldirektor AHB Kunst und 
Antiquitäten 

SED 

FDGB, DSF 

verheiratet/2 Kinder (27 und 16 Jahre) 


Genosse Richter wurde als uneheliches Kind einer Arbeiterin geboren. 

Nach dem Besuch der Grundschule erlernte er den Beruf eines Bäckers 
und arbeitete bis 1954 im Beruf. Von 1954 bis 1957 war er Angehöriger 
der NVA und schied mit dem Dienstgrad Feldwebel aus. Von 1957 biß 1959 
arbeitete er als Vertreter der Großhaiidelsgesellßchaf t KonsumgUter in 
Meißen und Cottbus. Ab 1959 besuchte er die Fachschule für Außenwirtschaft, 
die er 1962 erfolgreich beendete. Danach begann er seine Tätigkeit Itn 
Außenhandel . 

1962 bis 1964 Geschäftsbearbeiter AHB Genußmittel, 

1964 bis 1970 Kaufmann und Gruppenleiter AHB Traneportmaschlnen, 

1970 bis 1979 Handlungsbevollmächtigter und Geschäftsführer der Vertreter- 
gesellschaft MKTAMA/AHB Transinter, 

1979 bis 1982 Geschäftsführer des Bereiches LETEX der Vertretergesellechaf t 
Textilvertretungen, 

1982 bis 1985 Geschäftsführer des Bereiches DELTA, AHB Kunst und Antiquitäten, 
ab 1986 Stellv. Generaldirektor AHB Kunst und Antiquitäten. 


229 





2 


Von 1972 bis 1977 absoLvlerte Genosse Richter ein Fernstudium an der 
Humboldt-Universität Berlin, welches er als Diplom-Jurist abschloß* 

Er hat während seiner Tätigkeit Im Außenhandel alle ihm übertragenen 
Aufgaben zuverlässig und mit hoher Einsatzbereitschaft erfüllt* 

Seit 1973 ist er bestätigter NSW-Relsekader • Seit 1979 besteht zu ihm 
inoffizieller Kontakt. Auch in der inoffiziellen Zusammenarbeit war er 
bisher zuverlässig, gewissenhaft und einsatzbereit. 


Im Zusammenhang mit der Übernahme des VEB Philatelie Werrasdorf durch 
den AIIB Kunst und Antiquitäten wurde er Ende 1985 mit der Übernahme des 
Betriebes beauftragt und für die Anleitung des VEB Philatelie insbesondere 
hinsichtlich des Exports verantwortlich gemacht. Er führte ln der Folgezeit 
mit dem damaligen Direktor des VEB Philatelie , NEUMANN, gemeinsame Dienst- 
reisen ln die BRD und nach Schweden durch* In der fachlichen Zusammenarbeit 
zwischen Richter und Neumann bestanden während dieser Zelt Spannungen, 
da es seitens Richter Verkaufsvorstellungen gab, die den von Neumann wider- 
sprachen. Nachdem Richter ab Oktober 1986 von der Anleitung des VEB Phila- 
telie aufgrund innerbetrieblicher Regelungen entbunden wurde, hat Neumann 
dies begrüßt und als Erfolg betrachtet. Neumann war bemüht, Richter fach- 
liche Unfähigkeit nachzusagen. ^ 


Genosse Richter ist ln zweiter Ehe verheiratet mit 


RICHTER, Gisela 

geb. am 6* 10* 1949 ;Ln Ludwigsfelde 
tätig als Verkehrskaufmann bei der INTERFLUG 
erfaßt für IIA XIX 


aus der Ehe ging der Sohn 


RICHTER, Michael 
geb. am 30. 9. 1971 
Schvi 1er 


230 


hervor . 




3 


Üer Sohn aus erster Ehe 


RICHTER, Uwe 

geb« am- 13. 3. 1960 


ri4 


Ißt als Fernmeldeanlagenmonteur Ini IHZ tätig. Er ist für die AG BKK erfaßt* 


Die Hutter des Richter 

EHRLICH, Elsa 
gcb« am 27. 6. 1911 

Ißt 1984 verstorben. Sie war verheiratet mit 

EHRLICH, Kurt 
geh. am 23. 3. 1902 

Der Stiefvater Ist 1965 verstorben. 


Aub dieser Ehe ging ein Stiefbruder 

EHRTJCH, Christian 
geh. am 3. 7. 1939 

hervor, der 1957 die DDR illegal verließ und seit diesem Zeitpunkt ln 
Düsseldorf /BRD wohnhaft ist. Zwischen Richter und dem Stiefbruder 
besteht keine Verbindung. ' 

Die Familienverhältnisse des Genossen Richter werden als geordnet eingeschätzt. 
Der finanzielle Aufwand der Familie wird als dem Einkommen entsprechend 
beurteilt. Zu den Besl tzverhHl tnl ssen gehören ein Pkw Mazda und ein Wochen- 
endgrundstück. ^ 

Genosse Richter hat in seiner Tätigkeit als Geschäftsführer ln den letzten 
Jahren internationale Geschäfte abgewickelt, ln denen bestimmte Waren, 
wie Reifen, Motorenöl, Zigaretten und Gold Im NSW gekauft und über die DDR 
reexportlert vurden. Dabei wurden zum Teil Firmen aus der Schweiz und 
der BRD eingesetzt. 


231 




4 


Die Illegalen Zlgare tt enlmporte in Italien wurden den Zollbehörden bekannt 
und die GescbMfte Tnußten elngestejlt werden* Die Peraon Richter bzw* die 
DDR-Firma DELTA wurden bei der Aufdeckung dieser Geschäfte nicht genannt. 

Im Zueammcnhöng mit den Goldgeechäf ten wurde ein Westberliner Teilhaber 
des Käufers Inhaftiert, der Partner des Genossen Richter konnte sich der 
Festnahme durch seine Flucht nach Kostarika entziehen. Zu diesen Geschäften 
gab es bisher keine Veröffentlichungen ln den BRD-Medlen* 

Im Zusammenhang mit Whiskylieferungen für einen Westberliner Kunden Im 
Jahre 1986 über die DELTA erfolgte Im Juni 1986 eine Panorama-Sendung, 
wo die DDR und die Firma DELTA genannt wurden, die Person Richter wurde 
dabei nicht bekannt. 



Machost 

Major 


232 




Dokument 14 


Arbsitsriruppe BKK 


Berlin, 1^. November 1907 
na -br 


Auskunftsbericht 

zum IMS "Peter Raichelt", Reg.-Nr.: XV/2176/79 


None , Vornane : 
geb . am : 
wohnha ft : 

Beruf: 

Tätigkeit : 
Arbeitsstelle : 
Parteizugehörigkeit : 
Familienstand : 


23. 4. 1935 in Dresden 

Berlin, Einsteinstraße 15d 
Bäcker/Diplomjurist 
Stellv. Generaldirektor 
AHB Kunst und Antiquitäten 
SED seit 1969 

verheiratet/ 2 Kinder (16, 27) 


Der IM wurde als uneheliches Kind einer Arbeiterin geboren. 

Nach dem Besuch der Grundschule erlernte er den Beruf eines 
Bäckers und arbeitete bis 1954 im Beruf. Bis 1957 v/ar er Angehö- 
riger der NVA mit den Dienstgrad Feldv/ebel. Von 1957 bis 1959 
\yar er als Vertreter der Großhandelsgesellschaft Konsungüter 
tätig und begann daran anschließend ein Studium an der Fachschule 
für Außenw'.rtschaft , v/elches er 1962 erfolgreich beendete. 

Danach begann er seine Tätigkeit im Außenhandel, zunächst als 
Geschäftsbearbeiter beim AHB Genußnittel. Ab 1964 als Kaufmann 
und Gruppenleiter beim AHB Transportnaschinen und ab 1970 nahm 
er seine Tätigkeit in den Betrieben des Bereiches Kommerzielle 
Koordinierung auf. 


233 





2 


war er zunächst Handlungsbevollmächtigter und Geschäftsführer 
bei Transinter und ab 1979 wurde er als Geschäftsführer des 
gereiches LETEX des AHB BIEG eingesetzt. 1982 v«urde dieser 
Geschäftsbereich den AHB Kunst und Antiquitäten zugeordnet und 
der IH als Geschäftsführer des Bereiches DELTA eingesetzt. 

Mit der Herauslösung der DELTA im Jahr 1986 aus dem AHB Kunst 
und Antiquitäten übernahm der IM die Funktion als stellv. General- 
direktor des AHB. 

Von 1972 bis 1977 absolvierte er ein Fernstudium an der Humboldt- 
Universität Berlin, welches er als Diplomjurist abschloß. 

Seit 1973 ist er bestätigter NSW-Reisekader und seit 1979 besteht 
zu ihm inoffizieller Kontakt. Durch den IM v/urden bisher alle ihm 
übertragenen fachlichen Aufgaben mit hoher Einsatzbereitschaft 
erfüllt. Auch in der inoffiziellen Arbeit zeichnete er sich durch 
hohe Disziplin und Einsatzbereitschaft aus. Er war stets bemüht, 
alle ihm übertragenen Aufgaben zu erfüllen und wurde so u. a. auch 
zu Sonderaufgaben eingesetzt. Nach dem Republik verrat von Mader 
wurde der IM mit der Rückführung des Pkw, der Dokumente des Mader 
und des in der BRD hinterlegten DM-Betrages beauftragt. Diese Auf- 
gabe hat er ebenfalls diszipliniert und mit hoher Einsatzbereit- 
schaft erfüllt . 

Seit 1979/80 wurden durch den IM mehrere Sondergeschäfte durch- 
geführt, die gegen gesetzliche Bestimmungen einiger Länder ver- 
stießen. Dabei handelte es sich um illegale Zigarettenlieferungen 
nach Italien, Alkohollieferungen nach Berlin (Viest) und in die 
BRD, Go Idlief crungen in die BRD sowie Finanzierungsgeschäfte zur 
Beschaffung von Krediten und Geschäfte zum Umtausch von Verrechnungs- 
einheiten in konvertierbare Währung. Die illegalen Zigaretten-, 
Alkohol- und Goldgeschäfte wurden den Zollbehörden bekannt und 
strafrechtliche Maßnahmen gegen BRD-Bürger eingeloitet, dazu 
erfolgten auch Veröffentlichungen in Presse und Fernsehen, ohne 
daß dabei jedoch die Person des IM benannt wurde. 


234 




3 


Der 


IH 


hot eine positive politische Grundeinstellung und stand 
allen Fragen fest zur Politik von Partei und Regierung 


IM ist seit 1970 in 2. Ehe verheiratet. Oie Familienverhält- 


bisher in 
Der 

sind geordnet. Zu den Besitzverhältnissen gehören ein 
"Mazda" und ein Wochenendgrundstück. Oie Ehefrau des IM arbeitet 
als Verkehrskauf nann bei der Interflug. Aus dieser Ehe ging ein Sohn 
hervor, der zur Zeit noch Schüler ist. Zu dem Sohn aus 1. Ehe 
besteht ein guter persönlicher Kontakt. Der Sohn ist zur Zeit 
Student an der TU Dresden, Fachrichtung Mikroelektronik. 


Aus der Ehe seiner Mutter ging ein Stiefbruder hervor. Dieser Stief- 
bruder hat 1957 die DDR illegal verlassen und lebt seit diesem 
Zeitpunkt in der BRD. Zu diesem Stiefbruder bestanden und bestehen 
seitens des IM und seiner Familie keine Kontakte. Es gab lediglich 
ein Zusammentreffen zur Beisetzung der Mutter im Jahr 1904 in 
Dresden. Die jetzige Anschrift des Stiefbruders ist den IM nicht 
bekannt. Oer Stiefvater des IM ist 1965 verstorben, die Schwieger- 
eltern des IM leben in Ludv/igsfelde und die Schv/ester der Ehefrau 
nit ihrem Ehemann in Berlin-Weißensee. Zu Schwiegereltern und 
Schv/ägerin besteht durch den IM persönlicher Kontakt. Weiters 
verv/andtschaft liehe Beziehungen existieren nicht. 

Machost 

Ma j or 


235 




Dokument 15 


Arbeit cQruppe BKK 


üerlin, 24, 4, 07 
mci~ür 


AUGICUNFTOOmaCilT 
zur Pcrcon 


Name, Vorname 

geb, am 

wohnhaft in 

Deru f 

Täiiglccit 

Arbeiteotelle 

Partei^Ligohörigkeit 

Familionctand 


Richter, Klauo-Dieter 

23» 4. 1935 in Dreodon 

1055 Derlin, Einsteinotr. 15d 

Üäclcci'/Diplom-- Jurist 

Stellv« Gonorüldiroktor 

AllD Kunst und Antiquitäton 

SED seit 1969 

verhüirutot. 

1 Kind 


GenocGo RICHTER orbeitoto zunüchst in seinein, Beruf als üäckor, 
leistete von 1954 bis 1957 seinen Dienst boi der NVA und bogann 
danöch eine Tätigkeit als V^rtrotor der Großhandelsgosellochaf t 
Konsumwaren in Meißen und Cottbus« Ab 1959 begann er ein Studium 
an dor I-achschulc für Außenivirtsclmf t ,und nnoii Beendigung 
der Fachscliulo begann er seine Tätigkeit ab 1962 als Goschüfts“ 
bcarboitcr beira /.Mü Gonußmlttel. 

Von 1964 bis 1970 war er Exportkaufmann und Gruppenleiter 
beira AMU Tranoportmaschlnen und begann daran anschließend 
soino Tätigk'oit beim AHB TRANSINTER . Ilior v;ar or zunächst als 
llandlungsbcvollraüclatigtcr in der Vortrotergosellschaf t METAIIA 
und ab 1972 als Gcschüftcführor tätig« Während dieser Zeit 
absolvierte er ein Fernstudiura an der I lunboldt-Univorsitüt Uerli 


236 





2 


Im Oktober 1970 übernCihm er die Loituny der Irnportgruppo 
LETEX bei der Vertrctcryoeellcchoft To)Ct.llvertretungon, 
und durcli Otrukturveränderunyon im Oktober 1902 nahm or die 
Tätigkeit beim A!10 Xunot und Antiquitäten olo Gcochü f tsf ülirer 
doo Ocrcichoc DELT/> ouf , wo dio Iinpor t yruppo LETEX mit eingo- 
ordnet wurde. 



Ale Leiter des Gcocliä f toberoichco DELTA baute er dieoen 
Gooeliä f tcberoich ouc und übern<j!im zusätzlich zu den Import- 
nufnribcn von LETEX den Er.port von üauloio tungen und Produkten 
der Holzinduot rie des Dezirkoo Potsdam» Woiterhin führte or 
internotlonole llondclsgeschäfte durch, so ii. a, mit Zigarotton, 
Spirituosen und Gold. Im Zuonmmenivirken mit dom Schv,»eiEer 
Stontobürger WEDER, Rudolpho, vmrdon Zigarotton ölig Dönomork 
über, dio DDR noch Itcilicn geliefert. Dieso illegnlon Zigoretton- 
importc in Itnlicn wurden den Zollbehördtsn bekannt, und die 
Geschäfte mußten eingestellt vvordon» Die Firma DELTA wurde 
bei der Aufdeckung dieser Gcocliäftc nicht gencinnt. Offcnsiclit- 
lieh wurde dies den oriischcn Zollljohördon auch nicht 

bel^anrit, Spirit uoscngcccliä ftc v/urden mit dom Wes tberliner Kauf- 
mann G!\IX obgewickolt. Es wiirden Cpirituoccn in. Delglon gekauft, 
in die DDR geliefert und von GRIX illegal nach Dcrlin (West) 
verbracht. Diose Geschäfte wurden obonfallo den ZollbohÖrdon 
bekannt, und im DRD-Fernsehen erfolgte dazu eine Panornmo-Sondung 
im Ouni 190G, wo die Firma DELTA als Dotoiligter an diosem 
Spirituoscn-SchmLjggel benannt wurde, jedoch nicht die Percon 
RICllTEl';. Die Goldgeschäf to wurden mit dom Westberliner Kaufmann 
DAüEIT, AjccI , getätigt, zu dicoem Zweck wiirdo durch DELTA Gold 

, I 

in der Schweiz gclcuuft und über die DDR ebenfalls nacii üerlin (IVe; 
und in die DRD durch BADER verbracht. Ein Teilhaber dos BADER 
wurde durcli die Steuerfahndung der DRD inhaftiert, BADER selbst 
konnte sich der Festnahme durch seine Flucht nach ICostorika 
entziohon, Veröffentlichungen in den BRD-Modien zu diesen Go- 
pehuften gab es in der Folgezeit nlclit. 


237 




Genosoe RICHTER erfüllt die ihm Obertrogonon Aufgaben gewloson 
haft, olriGfitzbereit und zuverlüoGlg. Seit 1979 besteht zu ihn 
inoffizieller Kontakt. 


238 




DokumentIGa 

10 ? 


jiouptfbteilung XVIIl/7 

Treff: 7. 4. 1982 
IMS: "Peter Reichelt" 

IMK: "Adler" 

Zeit: 10.00-11.30 Uhr 

entgegengen. : Fdw. Halbach 


Berlin, 13, 4. 1982 0*2 4 
hal-mi ’ ^ 


INFORMATION 

zur Geschäftsabwicklung mit der französischen Kognakfirma Remy Mortin 


Die BIEG kauft ca. seit 1980 f ranzösischen Kognak der Marke Remy Martin V.S.O.P, 
von obengenannter Firma. Begonnen wurde mit dem Import etwa im Oktober 1980. 

Die ersten Importe, die damals getätigt wurden, waren für staatliche Handels- 
unternehmen bestimmt und auch an diese zur Auslieferung gebracht. Im Laufe der 
Verhandlungen zwischen uns und der Fa. Remy Martin konnte festgestellt werden, 
daß wir hier die gleichen Importpreise erhalten haben, wie sie der AHB forum 
für seine Importefür die Versorgung bekommt. Diese Preise können als günstig 
eingeschätzt werden. 

Daraufhin wurde bei uns der Gedanke geboren, Remy Martin in größerem Maße zu 
kaufen unter dem Aspekt, diese Mengen weiter zu verkaufen. Nach einigen Test- 
gesprächen in dieser Richtung wurde durch uns eingeschotzt , daß für ein der- 
artiges Geschäft die Fa, LÜDEX in Hamburg sehr der geeignete Partner wäre. 

Es wurde dann mit Remy Martin verhandelt und in den Verhandlungen wurden Lie- 
ferbasen vorgeschlagen, die von den sonstigen abwichen. Remy Martin akzeptier- 
te das, so daß etwa im l^bvember 1980 Lieferungen in größerem Ausmaße an eine 
Spedition in Antwerpen durchgeführt wurden und in Antwerpen wurde die Ware 
durch die Fa. Lüdex übernommen. Aus Finanz- und zahlungstechnischen Gründen 
wurde vereinbart, daß das Geschäft nicht direkt mit Lüdex/Hamburg abgewickelt 
wird, sondern mit der Firma PRIMAVERA/Schwe-iz. Lüdex in Person von Herrn 
LÜDEMANN ist an der Fo, Primavera beteiligt. 

Im Jahre 1981 wurde das Geschäft außerordentlich ausgebaut. Es wurden Umsätze 
von etwa 7 Mill. VM realisiert und mit einem Zusatzgewinn von 450 000 VM. Kurz 
vor Jahresende 1981 teilte uns Remy Martin mit, daß sie vorerst die Lieferungen 
an die BIEG einstellen wollen, da sie der Meinung sind, daß durch BIEG Reexpor- 
te durchgeführt werden. Es gab dann Hinweise seitens von Remy Martin, daß unse- 
re Ware in Japan gefunden wurden sein sollen aber ohne konkrete Information. 

Ein konkretes Gespräch hierzu wurde erstmals auf der Leipziger Früh jahrsmesse 
1982 geführt. Hier informierte uns der neue Verkaufsleiter für Remy Martin für 
die DDR ein Herr AU5SEM5, der seine Tätigkeit ab 1. 7. 1982 aufnehmen soll und 
den Herrn Keulos (ph) ablösen wird. 

Im Gespräch informierte uns Aussems, daß der Kognak, der von Remy (jjartin derart 
gekennzeichnet ist, daß man zurückverfolgen kann, um welchen speziellen Auftrag' 
und Kunden es sich handelt und zwar ist hier am Rücketikett der Flasche, linke 
Etikettseite eine Perforierung angebrocht, die mit einem Schlüssel, einem 


239 





2 


^ohlenschlü s sei dechiffriert werden kann und diese Perforierung wird jeweils 
gfst kurz vor Produktionsbeginn an die Etiketten aufgebrocht, so daß vorher 
picht bekannt ist, welche Auftragsnummer in die Perforierung eingeht. 

Ini Gespräch zur Leipziger Früh jahrsmesse übergab uns Ausems eine Liste, aus 
hervorgeht, daß aus ca. 8 Lieferungen, die an die BIEG im Zeitraum von 
]980 bis 1981 durchgeführt wurden, Ware in Japan aufgetaucht ist. Durch Re- 
Martin konnte jedoch nur festgestellt werden, daß Wore aus diesen Liefe- 
ixingen aufgetaucht sind, aber keine Mengen. Diese Mengen sollen uns kurz 
nach Messeeende mitgeteilt werden. Bis heute fehlt eine derartige Information. 

In der Zwischenzeit wurden gemeinsam mit dem Abnehmer Überlegungen angesti.lt, 
wie man eine derartige Perforierung, wie sie von Remy angebrocht wird, un- 
tauglich machen kann. Durch Lüdex wurde uns hier ein Vorschlag unterbreitet, 
der folgendermaßen aussieht, daß man im Hamburger Freihafen Studenten arran- 
gieren will, die jeden Karton Öffnen und die Perforierung, die etwa 1 bis 
2 mm breit ist, vom Etikett entfernen will. D. h., daß man diesen 1 bis 2 mm 
breiten Streifen om Etikett abbrennt und so ein neutrales Etikett erhält. 

Über diesen Vorschlag ist im Hause BIEG noch keine Entscheidung getroffen 
worden, wie hier weiter verfahren wird. Der zweite Schritt wäre natürlich, 

Remy Martin zu beruhigen und zu erklären, daß die Ware weiterhin für die DDR 
importiert wird. 

In diesem Zusammenhang muß noch erwähnt werden, daß über den Vorfall, daß Wa- 
re, die die BEIO gekauft hat und in Japan aufgetaucht ist, gleichfalls durch 
Remy Martin der AHb forum informiert wurde sowie Mitarbeiter der Zollverwal- 
tung, die im IHZ ihr Büro unterhalten oder im Büro IHZ tätig sind. Weiterhin 
muß hinzugefügt werden, daß gleichfalls Ware, die der AHB forum gekauft hat, 
in Japan aufgetaucht ist, laut Information Remy Martin, 


gez. "Peter Reichelt" 


240 




Dokument 16 b 


fjouptab'Lcilung XVII 1/7 


LerliH/ v. 6. 1932 
hnl-mi 

Trefv: 2. 6. 1932 

II i5: ’Te ler Reichelt*' 

II :X: "Adler" 

Zeit: 11.30 - 13.00 Uhr 

entgecencen . : Fdw. Haibach 


INFOimMIOA 

zu einer Verhondlung mit der Fn. Remy Martin am 27. 5. 1932 in Cognac irn 
Rahmen meiiter Ixoise nach Frankreic!) 


Verhandelt v/urde hier mit Folgenden Personen: 

Herrn HERRIOT, Generaldirektor von Remy liartin (Sohn des derzeitigen Prä- 
sidenten der Fa. Remy Martin) 

Herrn BENICT, Exportdirektor von Remy Martin, 

Herrn KEULERS, noch derzeitiger Exportmanager für cie LÜR, 

Herrn AUSSEMS, k'jnftiger Exporti, lonnger für die DDR und anderer RGV'-Länder, 

Herrn liOHi'RUE, Mitglied der Geschäf tsieitung von Remy Martin. 

Ziel der Verhandlung war es, Remy Martin dazu zu bev^egen, mit Ende des Jah- 
res 1931 eingestellten Lieferungen von Kognalc on die BIEG vdeder aufzuneh- 
men. Im Laufe der Verhandlung Iconnte erreicht werden, daß durch Remy Martin 
eine derartige Zusage gegeben v/urde. Ihr Forderung ist jedoch, daß diese 
Viare nur für den Markt der 0D,R bestimmt ist. 

Im Rohmen der geführten Verhondlungen mit Remy Martin konnte ich auch meh- 
rere Einzelgespräche mit Keulers führen, so u . o, darüber, daß er beab- 
sichtigt nach seinen Ausscheiden am 30. 6. bei Re:ry Martin, sich nicht zu- 
rückzusetzen, sondern er möchte dann weitere Geschäfte mit der DDR und hier 
besonders mit der EIEG auf eigogener Re-chnung inachen. Von mir wurde er 
gefragt, wie er sich dies vorstellc und v/elche l.'aren er hier beabsichtigt 
zu verl;aufen bzv/. zu kaufen. So antwortete er mir, daß er durch s-eine 
Tätigkeit bei Reny Martin eine Reihe Freunde in Frankreich als auch in 
der DDR besitzt, die ihm helfen werden, entsprechende Kontakte zu knüpfen 
^nd wo es möglich sein wird, Ver!;öufe bzw. Käufe von bzv/. nach der DDR 
durchzuführen. Er denkt hier vor ollem an den Sektor Nahrung und Genuß. 
Viähend eines Abendessens am Vortage vor unseren Verhandlungen kam das Ge- 
spräch u, a. auch auf Günter ASBECK, Ich fragte Keulers, sinngemäß etwa 
so, ob er weiß, wie es Freund Asbeck in Frankreich geht. Er verwahrte sich 
in einer ziemlich schroffen Art mir gegenüber, daß Asbeck sein Freund wäre, 
ich erläuterte ihm, daß die Bezeichnung "Freund" nur eine allgemeine Formu- 
lierung Ware, nicht unbedingt daraus abzuleiten ist, daß Asbeck ein Freund 
von Keulers sei. Er sagte dazu, daß er von einem Geschäftspartner in Holland 

I 241 i 





2 


haben will, daßsich Asbeck z. Z. auf Martinique befinden wUrde und 
ein angespartes Geld verleben v/iirde, 

6. 1982 wird Herr Keulers im Berliner Hotel "Metropol** eir^Abschieds- 
o geben, auf diesem Empfang wird gleichfalls der Nachfolger von Keu- 
orcestellt, sein Name ist Richard Aussems. Aussems ist bereits seit 
Johren bei Remy Martin tätig. Von der Internationalität her ist er 
der. Er war bislang verantwortlich für den Export, für eine Reihe 
r RGW-Länder, wie Ungarn und Bulgarien sowie Rumänien. Hit Ausschei- 
n Keulers aus der Firma ist Aussems für den gesamten Export nach 
U-Ländern verantwortlich. Aussems ist ca. 35 Jahre alt und sehr ehr- 


gez. "Peter Reichelt” 


242 




Dokumente 17a 


Aktenvermerk 

Ober ein Gespräch mit Genossen Seidel am 24,5.83 



1, Zigarettentransfer Schweiz 

Gen, Seidel gab zur Kenntnis, daß in dar gegenwärtigen Situation 
die Realisierung dieses Geschäftes nicht empfohlen wird. 


2, Genosse Seidel wurde kurz über die Aktivitäten Videokasetten 
und über den Stand informiert. Er bestätigte den Vorschlag, 
3o % Valutabeteiligung an das MfK zu geben. 


3, Die gern, Arbeitsanweisung des MAH über die Verwertung der 

Zollware anfallenden Autos k gnnen für Inlandskunden im Tausch 
g^gen Antiquitäten bzw, im Export verwendet werden, 

Zulassung ist möglich über Einfuhrgenehmigung MAH, Gen, Kolb 
bzw, über Fahrdienst MAH für die Fertigstellung der Papiere, 


4, Genosse Seidel bestätigte den Vorschlag des LMA, Gen, Fischer, 
daß unter unserer Federführung für (das LMA ein 2, Messestand 
ln der Halle 11 errichtet wird, Xostenübernahme für diesen 
Stand durch LMA, 

5, Import von Gold aus Vietnam bzw, MVR 

Gen. Seidel will eine Verbindung zum zuständigen Stellv, 
Minister, Gen, kattner hersteilen. 



243 





UtUOif dtM t5^9»ms 


IW 


TtAAMidi * vMtJumileh 


Znio/tkution i(U GaiozAen Se/dtl 


Bett. Export von lipaAtttui iUS^iik^t) nath ZtatUn 


tkAtu GinoMt SUdtlt 


GemäA tkAt€ BtAtStU g ßmg iigfee» tiK^H'tMtzua ■ I SU JBa^tont ^ 
liyUC ^ M • ?46lÜ^; 

jPU VänmiUtkt^Mi^ 


dttiek uMäUt TUekiM^ «uc iOiu^ m lSMii» 

ptattitu !■ Ifutucit 6eIaiiitM'44dk;w:l2^«äi^^ 


Vh Suidang hat mUthenzUttick äBU xUt VuuulUSiidtA CSSl und 
OatUAtJjcJi ItatCiM -tAztttkC und ahnt ftonuxp» dU. ZottgztMttn 
paoAieAt^ 


VtA VtAdltMit iWi dUatn UV 6ctui^ ca« SUooo 



Jeh bitte, um JhAC Entscheidung, ob dieses Gesehäft in den oben besektie*^ 
benen Mt und ftfeise ioAtgesetzt weeden iuuuu 



244 





PeJUdntic-h - veAt/iautich 


Jn^oJimtion iüJi Ge.noS6eji SexdeZ 


JT 



ExpoA-t von ZiQafic.tte.n (US-tt/a/te) nach Itatlzn 
{äzAWi Gcno^^e. Se^tZJ 

Gemäß JhAeA Bestätigung haben wifi etnejn Lastzug (52o Kcuttons » 5,2 Hio) 
Ztgcuietten nach Italien geJUeieJit, 

Vit LieieAung woa getoAnt als Spar^lattentieieAut^ aus VänemoAk, Ent-- 
spAeckende ExpoAtpapieAe lagen voa» PAäpoAizAt wuAde die Sendung 
duAch unseAe TisehlzA im Hauset d,h, die äußeAe Hülle bestand aus Span- 
platten, Im Inneren befanden sich die ZigoAetten, 

Die Sendung hat zwischenzeitlich übeA die TAonsitländeA CSSR und 
östcAAeich Italien eAAeicht und ohne Beanstandungen die ZolZgAenzen 
passizAt, 

VeA Vefidienst iüA diesen LKW betAug ca, 32,ooo VU, 

Ich bitte um Ihfie Entscheidung, ob dieses Geschäft in deA oben beschAie 
benen AAt und Weise ioAtgesetzt weAden kann. 



245 




iagjliliigi lE:/ Dolaimente-17b ' :v-sli| 

Houptobteiluns XVm/7 Brlin, 23. Juli 1984 

ma-ar 

Treff: 17. 7. 84 
IMS: "Peter Reichelt" 

IMK: "Sophie" 

durchgef.t Hptm. Mochost 
Tonbandabschrift 

INFORMATION 

xum Verfahrensweg Zigarettenexport mit der Firma Drocommex/Schweiz 
(Herrn Weeder) 


Der Import der Zigaretten läuft wie folgt ab: 

Käufer der Zigaretten beim Schweizer Vertreter fUr die einzelnen 
Zigarettenmarken, wie Philipp Mores u. a., ist die Firma Drocommex, 

Herr Weeder. Weeder muß sich diesem Vertreter gegenüber verpflicht 
ten, daß die Zigaretten nicht Uber offizielle Wege vertrieben werden, 
da man sonst Marktstörungen befOrchtet. 

Uber seine Firma in Liechtenstein erteilt Weeder Auftrag an einen 
Schweizer Spediteur, die Zligaretten an Delta nach MUhlenbeck zu trans- 
portieren. Zu diesem Zweck haben wir Weeder eine Vertragsnummer genannt, 
die unserer Rubrik Uber die laufenden Verträge entnommen wurde. 

Alle Lieferscheine bzw. ZMR-Frachtbriefe sind mit dieser Vertrags- 
nummer und Delta adressiert. Die Spediteure liefern die Zigaretten in 
MUhlenbeck ab, der Bereich Lagerwirtschaft bestätigt hier den Empfang 
der Zigaretten. 

Der Export der Zigaretten erfolgt folgendermaßen: 

Herr Weeder erteilt an einen dänischen Spediteur Auftrag, Altreifen- 
Kakassen und Alttextilien aufzukaufen, diese in Container zu verladen 
^nd mit Ziel Richtung Italien zu versenden. Dazu werden verwendet 2 
jltolienische Fahrzeuge, die jeweils mit einem 40-Fuß-Container bestückt 
i|erden,und zwar im Wechsel Altreifen und Alttextilien. Das Fohrzeug nimmt 
«eweils die Fähxverbindung of - Rostock-Wornemünde und 

V^tt hier bis zum Parkplatz am Kilometer 68,5 der Autobahn Berlin-Dresden, 
Bpzt wird das Fahrzeug von einem Fahrer von KuA .Ubemonmen, und der 

wird von einem zweiten Fahrer von KuA mit einem PKW %reiterbef8rdert 
fUr die Dauer der Umladeaktion betreut, z* 6. Mittogessen, Spoziergönge 
Umgebung u. ä. 

I 246 I 



2 


0 ^ < 


Bei der gescmten Aktion ist gesichert, daß der Container ständig ver- 
plombt; ist, d. h., daß die Eingongsplomben von uns entfernt werden und, 
so bald die Umladung abgeschlossen ist, neu vcrplotobt wird. Diese Ver- 
plombung wird so durchge führt, daß die Beteiligten darüber keine In- 
formationen hoben, die Verplombung wird vom Fahrer, Genossen WADEWITZ, 
oder vom Genossen RICHTER durchgefUhrt. 

Bei der Verladung wird darauf geachtet, daß für den Fall der Öffnung 
des Containers ca. 3 m Frachtraum mit der tatsächlichen in den Fracht- 
papieren ausgewiesenen Ladung ausgefüllt sind, d. h. Alttextilien oder 
Altreifen. Und auch durch einfache Sichtkontrolle nicht festgestellt 
werden kann, daß der Container noch andere Waren enthält. 

Noch getätigter Umladung wird der LKW auf dem Parkplatz am Kilometer 
101,5 an den italienischen Fahrer zurück übergeben. Oer italienische 
Fahrer kennt jeweils nur unseren PKW-und LKW-Fahrer, andere Personen 
sind ihm nicht bekannt. 

Weiterhin hat der Fahrer bzw. die Fahrer keine Kenntnisse über Fondlien- 
namen der Fahrer, Firmennamen o. ö. In allen Papieren, die das Fahrxeug 
bekleidet, erscheint in keiner Weise der Firmenname Delta oder Kunst 
urra Antiquitäten. 

Das Fahrzeug fährt dann vom -genannten Parkplatz in Richtung GrenzUber- 
gang Zinnwald. Dort ist abgesichert, daß die Zollabfertigung in der 
gleichen Weise erfolgt wie bei übrigen Transitfahrzeugen. Oer Transit 
noch Italien erfolgt Uber die CSSR und Österreich noch Italien. 

Noch meiner Kenntnis verläuft die Fahrt von Österreich noch Italien 
so, daß das Fahrzeug in Österreich in eine gewisse Warteposition fährt 
und erst nach telefonischem Kontakt zwischen Kraftfahrer und Weeder in 
der Schweiz zu einem bestimmten Zeitpunkt der Grenzübergang zwischen 
Österreich und Italien angefahren wird. 

Weeder hatte mir hier in der Vergangenheit zugesagt, daß dies notwendig 
ist, da bestimmte italienische Zöllner von ihnen entsprechende Zuwen- 
dungen erhalten und er jeweils abwarten muß, bis doin die jeweilige 
Schicht auch am Grenzübergang Dienst hat. 

Ergänzt werden muß noch, daß am Beginn der Aktion die Alttextilien von 
Berlin- (West) aus im Transit nach Italien transportiert wurden, dabei 
gab es bei der papiermäßigen Abwicklung Schwierigkeiten. Der westdeutsche 
Zoll hotte ständig in dem Zollanweisungsverkehr Papiere ausgestellt, wo 
^seitens des WB-Zolls vorgeschrieben war, daß dos Fahrzeug den Grenzüber- 
jgang Kiefersfelden (ph. )/Kuf stein zu benutzen hat, der Fahrer jedoch dann 
pie Tour Uber die CSSR gemacht hat. Dies ist 2mal vorgekommen, das war 
iBtund dafür, daß von WeeiJer entschieden wurde, daß grundsätzlich die Fohr- 
e^ge nur noch von Dänemark noch Italien im Transit fahren. 

I 247 1 




3 3-75 


Zu Beginn cter Zigar*tt«naktion in Jahrv 1983 wurden 3 bzw. 4 LKWs abge- 
fertigt, wo die Ware mit Spanplattenlieferungen von Odnemark noch 
Italien deklariert waren. Da hier jedoch der Arbeiteaufwand relativ 
hoch war, ein relativ großer Krei* von Mitarbeitern einbezogen werden 
mußte, hatten wir abgelehnt, weiter diese Abfertigung vorzunehmen, 
und seitens Weeder kam in diesem Jahr der Vorschlag mit Alttextilien 
und Altreifen. Ausschlaggebend waren hier auch mit Gewichtsfragen, da 
es sich bei den Spanplatten relativ sehr ungUnstig gestalten ließ, es 
mußte ständig Blei hinzugepackt werden, um die Gewichtsdifferenz zwi- 
schen Spanplatten und Zigaretten herzustellen, es war diese Art des 
Versandes auch zu kostenaufwändig. 

Kenntnis von der Umladeaktion in der DDR haben folgende Personen: 

Herr Weeder 
seine Ehefrau 

die beiden italienischen Kraftfahrer, Namen werden nachgereicht. 

Von den Mitarbeitern KuA hoben folgende Personen Kenntnis von der Um- 
ladeaktion: 

Gen. Parken, Direktor 

Gen. Jacobi, Leiter Lagerwirtschaft 

die Genossen Wadewitz, Lemke, Guhse und Hagemeister als Kraftfahrer 
von seiten Lagerwirtschaft Koll. Nanzich, Koll. Meyer, Koll. Stapel, 
Koll. Weber, Koll. Hecht. 

Die Kraftfahrer als auch die Mitarbeiter der Lagerwirtschaft haben natür- 
lich keine Kenntnis, was konkret mit den Zigaretten geschieht, d. h., sie 
wissen nicht, wo die Zigaretten konkret vertrieben werden bzw. Uber den 
Transportweg. 

Weiterhin Kenntnis hat 

Kollo.Unger, meine Sekretörin, 

die u. o. auch den Bestand führt. 

Kontakt zu Weeder habe ich wie folgt erhalten: 

Auf der Frühjahrsmesse 1983 wurde ich von Horm Fleidl, Fixma Achrainer 
HodlAisterreich, angesprochen in einem Gespräch unter 4 Augen, ob wir 
nicht auch die Möglichkeiten hätten, in der DDR LKW umzuladen, d. h. 
z. B. LKW, die mit Reifen beladen sind, zur Hälfte auszuladen und dann 
in freiem Frachtraum Zigaretten zu laden. Er sagte weiter dazu on, daß 
dies in der DDR schon gemacht würde und nannte den Nonen /g »</ 

, wußte aber nicht, von welcher Institution er P 

ist. Ich hatte ihm damals zugesagt, daß man sich das Überlegen 

muß und prüfen muß, ob so etwas geht, und er hört dazu von uns. 

I 248 




4 



ln einem späteren Gespröch habe ich Fleidl auf ge fordert, uns konkrete 
Vorschläge zu unterbreiten, wie der genaue Ablauf erfolgen soll,an- 
läBlich einer Reise nach Österreich kam es dann zu einem ersten Zu- 
sammentreffen, an fiem Fleidl, Weeder und ich teilgenonmen haben, wo 
dann Weeder einen konkreten Vorschlag machte, der dcnals so aussah, 
daß man Waren im Transit von Berlin (West) nach der Bundesrepublik 
fahren wollte und unterwegs die Umladung statt finden sollte. Nachdem 
dieser Vorschlag bei uns geprüft wurde und verworfen wurde, hatte ich 
Fleidl informiert, daß dieser Weg nicht geht. 

Kurze Zeit dorauf wurde ich von Weeder direkt angerufen mit der Bitte 
um einen Termin in Berlin. £r kam daraufhin noch Berlin und brachte 
dann den neuen Vorschlag, Uber Dänemark die Sache nach Italien abzu- 
wickeln. Im Gespräch erwähnte er, daß er Fleidl Uber seinen Besuch in 
Berlin nicht informiert hat und, wenn wir einverstanden wären, kSnnten 
wir das Geschäft ohne Fleidl machen, erwUrde dann den vollen Gewinn- 
satz uns überweisen. Auf diese Art kam unser heutiges Geschäft zustande, 

Fleidl hat bis heute keine Information Uber den Hergang unserer Trans- 
aktion. 

Zur Person WEEDER ist noch zu sagen, daß er ausschließlich vom Schmuggel 
mit Zigaretten nach Italien lebt. In einem geführten Gespräch erklärte 
er, daß sich Zigaretten nur nach Italien schmuggeln lassen, da in keinem 
anderen Land derartige Bedingungen für den Absatz vorhanden sind wie 
dies in Italien der Fall ist. 

Weiter ist zu vermerken, daß WEEDER ähnliche Transaktionen wie mit uns 
in Rumänien betreibt, und zwar hier nicht mit LKW-Versand, sondern mit 
Bahnversand. 

In Gesprächen erwähnte Weeder mir gegenüber, doß er in der Bundesrepublik 
auf der Fahndungsliste steht und gegen ihn Haftbefehl erlassen ist, «fegen 
aktiver Bestechung von Zollbeamten, bei Transaktionen Uber die Bundes- 
republik aus Bulgarien bzw. Rumänien hatte er hier westdeutsche Zollbeamte 
bestochen, und dieser Fakt ist aktenkundig ge«forden und die westdeutschen 
Zöllner damols wurden unter Anklage gestellt, und im Zusonmenhang damit 
wurde gegen Weeder Haftbefehl erlassen. Bei all seinen Reisen von und 
nach der OOR bzw. in andere Länder vermeidet er tunlichst den Kontakt 
mit der BRD. 


249 


gez. "Peter Reichelt" 




Dokument 17c 


Leipzig» den 3«9»19B4 


PereBnlich - vertraulich 


Mitteilung en Genoeeen Seidel 


Der von uns am 28a8«84 beledene LKW mit Zigaretten hat auf 
öaterrelchiachen Gebiet einen erheblichen Verkehreunfall ge* 
habt« Der Container wurde dabei aufgeactilitzt« Oie Zoll* 
fahndung Oaterreicha hat sowohl den Fahrer als auch den In* 
haber der Spedition inhaftiert« Oer SpeditionsinhaisoX' wurde 
zwischenzeitlich wieder auf freien FuO gesetzt« 

Nach. uns vorliegender Inforaation sollen beide * Fahrer und 
auch der Speditionsunterneheer • die Auasage geaacht haben» 
daO sie diesen Contsiner in DIneaark Obarnoaeen haben ait 
dea Auftrag» ihn nach Italien zu verbringen« Voa Inhalt dar 
Sendung konnten sie nur ausaagen gea« Frachtpapiar« Diese 
waren auf Reifen ausgestellt« Oie TransitlSnder DDR und CSSR 
sollen angeblich Aicht in der Vernshaung eine Rolle geaplelt 
haben« 

Vir haben gegenwärtig diese Transaktion eingeetellt» ua ait 
unseren Partner eine entsprechende Auswertung vorzunehaen» 
die unmittelbar nach der LHM erfolgen wird« 


Hit eozialistiechem GruO 

•/ 

F arken 


250 






Dokumente 17ci 


Hauptabteilung XVIII/7 Berlin, 23. 10. 1984 

ma-sta 

Treff: 15. 10. 1984 
IMS: ‘'Peter Reichelt" 

IMK: "Sophie" 

entgegengenommen : 

Hptm. Machost Tonbandabschrift 


BERICHT 


In der Woche vom 1. - 7. 10, 84 besuchte Herr Weder 
Berlin und berichtete über den derzeitigen Stand der Problematik 
Inhaftierung eines italienischen Kraftfahrers in Österreich. 

W. sagte damals, daß z. Z. zwischen dem Firmeninhaber und den 
österreichischen Behörden verhandelt wird über die Freilassung 
des Kraftfahrers. Von österreichischer Seite wird eine Kaution 
für die Fi;. Fassung des Kraftfahrers gefordert, die nach Aussage 
von W. jedoch viel zu hoch sei und jetzt zwischen den österrei- 
chischen Behörden unddem italienischen Spediteur Verhandlungen 
über die SEnkung der geforderten Kaution stattfinden. 


W, sagte hierzu, daß das durchaus normal sei, daß bei Kautionsfor- 
derungen von Behörden anfangs immer höhere Summen genannt werden 
und man dann im Laufe der Verhandlungen Bereitschaft zeigt, diese 
Summe zu senken. 


Weiterhin bericlitete W. , daß die Angelegenheit mit dem Unfall des 
Containerfahrzeuges sich doch etwas anders verhält als bisher be- 
richtet, SLine Informationen, die er jetzt vom Spediteur erhalten 
hat, sagten aus, daß der Kraftfahrer in der CSSR wahrscheinlich 
einen kleinen Unfall verursacht hat, an dem kein 2. Fahrzeug be- 
teiligt war, sondern nur er selbst und er dabei den Container seit- 
lich leicht aufgeschl it zt hat. Beim Grenzübertritt von der CSSR 
nach usterreich ist dieser Riß den österreichischen Zollbehörden 
aifgefallei und ein österreichischer Zöllner hat sich eine Leiter 
kommen lassen und diesen Riß näher untersucht, dabei ist er auf 
Zigaretten gestoßen. 

Von W. wurde weiter erklärt, daß dieser Kraftfahrer eine derartige 
Fahrt dos ö-f<-ö^:.©nf//al gemacht hat und er während der ganzen Fahrt 
eine Reihe von Unregelmäßigkeiten begangen hat, die aber auf die 
Mentalität des Fahrers zurückzu führen ist unO er meint, es sei hier 
keine organisierte Angelegenheit dahinter. 

Weiterhin wurde durch W. erklärt, daß der Fahrer von Anfang an bis 
tum heutigen Tage dabei geblieben ist, daß man ihm diesen Container 
in Dänemark auf den Au^flieger (ph) gesetzt hat und er hat die bei 
sich befindlichen Papiere erhalten. Mit diesen ist er ohne Unter- 
brechung von Dänemark in Richtung Italien gestartet. Bei allen Ver- 
nehmungen soll in keiner Weise t-iefgehende Fragen hinsichtlich 
Seines Aufenthaltes in der DDR oder CSSR gestellt worden sein. 

Durch W. wurde erklärt, daß vorläufig der Transport mit Altreifen 
(Und Alttextilien eingestellt werden muß, da die österreichischen 
jpehörden die italienischen Finanzbehörden informiert haben und 
Peitens der italienischen Finanzbehörden eine Razzia beim italieni- 
«chen Spediteur stattgefunden hat. 


251 


\.o 





tü wurde nacli Belegen unü Rechnungen gesucht, aus denen man hätte 
Unregelmäßigkeiten erkennen können. Nach Aussage von W, waren je- 
doch alle Papiere in Ordnung, d. h. daß die vorher importierten 
Altreifen und Alttextilien in Italien ordnungsgemäß weiterverkauft 
worden sind, worüber beim Spediteur Rechnungen Vorlagen. 

Zur Fortsetzung des Geschäftes schlägt W, folgende Verfahrensweise 
vor : 

Er möchte uns ein Fahrzeug mit Containerwayen zur Verfügung stellen, 
gebraucht, und wir sollten künftig hier in'der DDR evtl« in 
Schacksdorf 40 Fuß Container präparieren wie bisher, jedoch mit 
anderer W-are, Er denkt hier an ein Sintermaterial (ph), was in 
Dänemark aus Hochofenschlacke hergestellt wird und ein relativ 
niedriges spezifisches Gewicht hat und sich für eine Zuladung 
eignen würde. Die präparierten Container sollten dann in einen 
Container-terminall. der DDR, der zwischen Rostock und Bad Schan- 
dau liegt, auf die Eisenbahn gestellt werden und als sogenannter 
Transitcontainer von Dänemark oder Schweden kommend nach Italien 
laufen. W. würde uns Papiere beschaffen, die den Abgang der Con- 
tainer in Dänemark bzw. Schweden nachweisen. W, ist der Meinung, 
daß Container der Eisenbahn, die in Italien einlaufen, weniger 
kontrolliert werden als Lastkraftwagen und auf der Trans itst recke 
in jeweiligen Transitländern überhaupt keiner Kontrolle unterzogen 
werden. 


gez. "Peter Reichelt" 


252 




Hauptabteilung XVIII/7 


Berlin, 10. 12, 1984 
ma-ar 

Treff: 6. 12. 84 
IMS: '’Peter Reichelt’* 

IMK: "Sophie" 

durchgef,: Hptm. Machest 

Tonhandabschrift 


Bericht 

zum Besuch von Herrn Rudolpho Weder - Schweiz 


WEDER besuchte am 5, und 6. 12. die DDR. Während des Besuches 
haben wir über die Fortsetzung der Zigarettentransaktionen 
gesprochen. Dabei wurden folgende Varianten für die nächsten 
Wochen festgehalten: 

1. WEDER schlägt vor, weiter Transporte von Dänemark nach 
Italien per LKW und Container fortzusetzen. Dabei soll eine 
neue Festlegung der zu liefernden Waren erfolgen. Er denkt 
hierbei an solche Waren wie Zellulosemehl, Torf oder auch Katzen- 
streu. Dies seien typische Exportartikel Dänemarks nach Italien. 

Das Fahrzeug soll in Dänemark mit einem -Zollpapier T 2 

abgefertigt werden und im Transit durch d ie DdR - CSSR und 
Österreich laufen. 

Auf unserem Lager Schacksdorf bei Finsterwalde soll dann wie 
bislicr der Austausch vorgenommen werden, d. h., daß hier die 
Ladung entladen wird, etwa 70 l der vorhandenen Ladefläche mit 
Zigaretten, das sind ca. 700 bis 750 Kartons pro Container, 
beladen wird und der Rest, also unmittelbar hinter der Türe 
des Containers, dann jeweils das Gut geladen wird, was laut 
Frachtpapieren vorhanden sein muß. 

Dieser neue Vorschlag unterbreitet WEDER, nachdem er ein Gespräch 
mit der österreichischen Spedition Dietricli & Dietrich: 
hatte und ihm der Inhaber dieser Firma sagte, daß dänische 
Spediteure in Österreich beim Transitzoll bzw. beim Transit 
viel Kredit haben, also kaum vom Zoll kontrolliert werden. 

Diesen Umstand will sich WEDER zunutze machen. 


^ WEDER will aus Süd-Dänemark Container mit ähnlichen Waren 
obengenannt per Schiff nach Ros tock-Oberseehafen senden. 

Rostock soll dann der betreffende Container auf die Bahn geladen 
den und im Transit über die DDR, CSSR, Österreich nach Italien 
bracht werden. Die Umladung im Oberseehafen-Rostock soll dazu 


253 




2 



genutzt werden, den Container auszutausclien, d, h. den Container 
hzw. den mit der Originalware gefüllten Container, daß dieser 
von uns aufgeladen wird und ein in Schacksdorf präparierter (ph.) 
Container an dieser Stelle weiterversandt wird. 


Zu beachten wäre hier, daß ein Teil der Ware mit den im Papier 
genannten Waren übereinstimmt. 

WEDER wäre bereit, hierzu uns ein Fahrzeug, Sattelschlepper plus 
Containeraufliegc - kostenlos zur Verfügung zu stellen, um hier 
die Fahrten zwischen Oberseehafen Rostock und Lager Schacksdorf 
abzuwickeln , 


WEDER rechnet sich bei dieser Art von Transport aus, daß bei 
der Bahn kaum Container im Transit kontrolliert werden, da sich 
bzw. da es sich hier meist um komplette Containerzüge handelt, 
die einzelnen Frachtpapiere sich beim Zugführer befinden und 
in der Regel keine Kontrollen an den Grenzübergängen stattfinden. 

Bei dieser Variante ist es notwendig, daß Staatssekretär Gen. 

Dr. Schalck mit dem Verkehrsminister spriclit, damit bei der 
Hafenwirtschaf t Rostock entsprechende Vorkehrungen getroffen 
werden können bzw, daß zwischeji Delta und Haf enwirtschaf t Rostock 
entsprechende Abstimmungen stattfinden können. 

3. Hier wurde von uns vor geraumer Zeit WEDER bereits der Vor- 
schlag unterbreitet, daß man mit kleineren Mengen etwa SO bis 
70 Kartons in Lief er fahr zeugen von unserer Seite nach Berlin 
(v;est) verbringt. 

WEDER ging jetzt diesen bzw. auf diesen Vorschlag ein. Er führte 
dazu aus, daß er jetzt in Berlin (K’est) einen Spediteur hat, der 
neben seinem offiziellen Speditionslager noch ein kleineres Lager 
liat, wo man diese Zigaretten in Bauteile für Kühlhallen u. ä. 
unterbringen könnte. Es handelt sich hier um Bauteile, die normaler- 
weise aus Dämmstoffen und Aluminium gefertigt werden, Alu-Bleche, 
man hat herausgefunden, daß man diese Dämnstoffe wegf^ilen kann 
bzw. weglassen kann und anstelle dessen als, wo sonst der Dämm- 
stoff sicli befindet, Zigaretten lagern könnte. So würde pro Teil 
etwa die Menge von 40 Kartons untergebracht. Diese präparierten 
Teile würden dann in offenen Containern per Eisenbahn von Berlin 
(West) nach Italien verbracht. 

Hierzu wäre noch zu sagen, daß über diese Variante nochmals eine 
Abstimmung zwischen Delta und MAH stattfinden muß. 

Die Absicht von WEDER ist es, so schnell wie möglich wieder mit 
den Transporten zu beginnen. Er schlug vor, mit der Variante 1 
auzufangen, Beginn hierfür sollte etwa Mitte Januar 1985 sein. 


254 


gez, "Peter Reichelt" 




flauptal^toiluiin ''VITT / 7 


1994 


i'.er 1 iu , 1 y . 12. 
"i.a-ar 




Treff; 12. 12. 14 

I.:n : "?etcr Teiclielf 

riK: ''Sophie” 

JurcIigeT.: tlptin. Ilaclsost 

TonbaiKtabschr if t 


Alischr if t 


Z igarettena'ct io;i nit 


rirma TPvACO'!n?; ('‘ir.hVX) 


Die Abwicklung erfolgte in Jer Zeit von Juli i)is September 198.^ 
ir.it 3 Lieferungen mit ca. 1 650 Kartons. Die Abwicklung erfolgte 
als Spanplatteucxport von Dä.ncnarl'. nacli Italien über die Spedi- 
tion SC'!0i2 Klagenfur t/Osterrcicli. Als ^a!-.rcr waren cingesetet 


Vorhort SCH'^Li 

soivic ein Angestellter Jt^r obcngeuaiiutcn ”irr.ia. 

Von üclta/KuA waren folgende Personen an der Abwicklung beteiligt: 

- Oen. JAfCJBI, 

- fcn. Riarrr.k, 

- Gen. .TUNGr, 

- Gen. nFINGCR, 

- Koii. vr.iriA.v::, Veinz, 

- Voll. vnUMAVV, SiegfrieJ, 

- Koll. KIRSCH, 

- Koll. MlilLR, 

- Koll. STAPHL, 

- Koll. linCHT, 

- Knll. VAN'ZIG. 

1984 wurde dann die Aktion fortgesetzt , begonnen wurde am 17. 4. 84, 
letzte Falirt fand am 28. 8. 84 statt. Diese Aktion lief vollständig 
über das Lager Schacksdorf. Als Deckladung wurden Karkassen (Alt- 
tfeifen) und Alttextilien bzw. Stoffabfülle benutzt» 

^itens Delta/KuA waren folgende Personen an dieser Aktion be- 

JUNGE, 

WADEWITZ, 

LEMBKE, 

CUHSE, 


255 




2 


3 ^, 

- Ccn. üACEMniSTHR, 

- Den. RIÜITHR, 

- Koll. N'AXZin, 

- Koll. MEinR, 

- Koll. STAPEL, 

- Koll. WEBER, 

- Koll. flACK von Aiitikhandcl ^irna, Lager Schacksdorf. 


Diese Transporte Kurden von der italienischen Transpor tf irma 
ROBORTELLA/Tur in durchgeführt. Fahrer waren 

Ct.'J fl ■rii (/<.u 

.i^seppc lARrilE.A I.riMO 
Giovanni RORORTELLA 
und Moreno TORRIZELLI. 

ARCDEALON’O war der Fahrer, der in der CSSP. den Unfall verursacht 
liatte, wobei der Container beschädigt ivurde und woraufhin der 
Zoll in Österreich dann die Zigaretten gefunden hat. 

Die Anlieferung der Zigaretten nach Mühlenbcck erfolgte mit 
offiziellen E infulirpap ieren über die Spedition Schmitz/Köln und 
DAKZAS/Rnscl . Xamen der Fahrer dieser Speditionen sind uns hier 
nicht bekannt. 


gez. ”^ctcr Roichelt" 


'hindl ich ergänzte der IM dazu, daR die d;iniscl\en Verlader, sowohl 
die Verlader der Spanplatten wie auch die v-'erlader der Karkassen 
und Al ttextil ieu, nicht bekannt sind. Diese Verlader dürften auch 
keine Kenntnisse darüber Italien, daß in der DDR die Container 
mit Zigaretten präpariert wurden. 

Die Zigarottenl ieferungen an Delta erfolgten durch WEDER. Er hat 
diese Zigaretten in der Schweiz gekauft. Es handelt sich dabei 
um die Sorte Marlboro, die auch in der Schweiz produziert wird. 


Diese Lieferungen v/aren an Delta bzw. an DEUTRANS adressiert. 

Bei den Zigaretten ist zu beachten, daß die Packungen in der Ver- 
klebung eine Kennze icluumg aufweisen, die <larauf himifcist, daß es 
iSich um ein Schweizer Produkt handelt. WEDER hat in diesem Zu- 
Pammenhang jedoch seinerzeit erklärt, daß diese Kennzeichnung 
feenerell erfolgt und über andere Kanäle, d. h. nicht nur über die 
|DR, diese Zigaretten ebenfalls nach Italien gelangen, so daß die 
Kwischenhandelsländer" nicht erkennbar sind. 

Mac ho st /Hauptmann 





Hauptabteilung XVIII/7 


Berlin, 11. 1 . 8 S 
ma-ar 

Treff: 10. 1. 85 

TUS: "Peter Reichelt" 

IMK: "Sophie" 

tlurciigeC.: Ilptm. Machost 

TonbanJabschrif t 


INFORJ-IATION 
zu Rudolnho V/EDhR 


Hinsichtlich weiterer Transaktionen mit Zigaretten mit Herrn WEDER 
gibt es z. Z. nocli keine Entscheidung. Es ist beabsichtigt, daß 
WEDER Ende Januar nacii Berlin kommt, wo er einerseits seine Unter- 
suchungsergebnisse vorlegen möchte, wie Ware im Transit von 
Nordeuropa nach Italien gebracht werden kann, und zum anderen 
möchte er von uns einen Vorschlag hören, hinsichtl icli des Transits 
über Berlin (West). Genaue Terminf estlegungcn gibt es noch nicht. 
Sie wird etwa in den näclisten 5 Tagen erfolgen. 


gez. "Peter Reichelt" 


257 


v.>» 




jj^up'tab'tcilun£ XVII 1/7 


Berlin, 1. 2. 198S 
ma-sta 


Treff; 29. 1. 1985 
IMS: '’Peter Reichelt” 

IMK: "Sophie” 

entgegengenommen : 

Hptm. Machost Tonbandabschrift 


BERICHT 

zu Herrn Weder /Tracomex/ Schweiz 


Herr W. hat seinen Besuch in der DDR für 31. 1. 85 angesagt. 

Er kommt hier aus Kopenhagen mit dem Flugzeug. Er hat in einem 
letzten Telefongespräch, welches vor ca. 5 Tagen geführt wurde, 
zu erkennen gegeben, daß er in Dänemark alle Vorbereitungen da- 
hingehend getroffen hat, daß man in Kürze mit den bereits 1984 
durchgeführten Transaktionen Zigaretten fortfahren kOnne. 


gez. "PeterReichelt” 


258 




Leipzig, 14. März 1985 
ma-kr 


*btei 


XVI 11/7 


Treff: 12, März 1985 

IMS: "l’eter Reichelt" 

Ort: Märchenwiese 

entgepengen . : Hptm. Machest 



B e r i c 1'. t zum Messeverlauf 


In verschiedenen Verhandlungen mit NSi -Kunden wurde grundsätzlich zum 
Ausdruck gebracht, daß man den Eindruck hat, daß Pesucherals auch 
Aussteller auf der LFM 1985 mehr geworden sind im Gegensatz zur 
LFM 1984. Weiteriiin schätzt man ein, daß auch die Zahl bzw. die 
Vielfalt der Aussteller in Leipzig zugenommen hätte. Solche Äußerungen 
urden u. a. von solchen esuchern gemacht, Herrn W ü r t e 1 e , 

Fa, Jatex, Konsumgüter /BRD, Herr Busch , Fa. 

holff, Gartengewebe /r-RD, Herrn Delcroix, 

Fa. Deldo/Antwerpen . In diesen Gespräclien wurde u. a. heute auch 
über das Ableben des Genossen TSCHERNENKO gesprochen. Teilweise 
wurde hier Verwunderung zum Ausdruck gebracht, daß unsere Presse 
in gleicl’.em Atemzug die Todesanzeige sowie die Würdigung der Ver 
dienste des Genossen TSCHERNENKO bringt und damit sofort die 
Bekanntgabe über die ' ahl des neuen Generalsekretärs der KPdSU 
mit Veröffentlichung des Lebenslaufs, 
wurden 

Es solche Bemerkungen gemacht, ob man hier nicht hätte warten können 
bis das negräbnis für den Genossen TSCHERNENKO stattgefunden hätte 
u . a . 


I nformation zu Transaktionen Zigaretten mit der Fa. TRACOMEX/Schweiz 


Mit Herrn 
Ende März 
Dazu wird 


Weder von obengenannter Fa. wurde vereinbart, daß 
der Transport von Zigaretten wieder aufgenommen wird, 
folgender weg beschritten: Eine schwedische Spedition 
nimmt in Kopenliagen 40-Fuß-Container auf und befördert diese mit 
den Lkw von Kopenhagen über Malmö, Trelleborg nach Saßnitz. Von 
Saßnitz nimmt der Lkw die Fahrt nach Rostock auf, um dort den 
Caontainer heim Deutrans -Container-Bahnhof .ibzuliefern , damit 
der Container von Lkw auf die Bahn verladen wird in Richtung 
Mailand mit vorgeschriebenem Leitweg DDR/CSSR/Osterreich/Schweiz . 
Der.Lkc: wird, auf der Fahrt zwischen Saßnitz undRos-tock nach 

umgcleitet. Hier findet die Umladung wie bisher 

iontainer sind heladen mit ■* ballen, danach 

iimmt das Fahrzeug wieder Kurs auf den ßahnnof Rostock, wo dann 
sächlich der Container vom Fahrzeug auf die Bahn umgeladen 

Name der Spedition und Name des Fahrers wird nachgcliefert . 


Der Lkw' wird, 
i^tatt. D i e ' C o 



Zv.isclienzeit wurde über die vorgesehene schwedische Spedition 
pntainer mit gefüllt auf den genannten ••eg abge- 

Der Container^ist in der Zwischenzeit in Mailand einge- 
ohne daß dabei erkennbar war, durch den Abnehmer, daß 
s Kontrollen am Container stattgefunden haben. 


259 



Hauptabteilung XVTII/7 


Berlin, 10. 4. 1985 
ma-sta 


Treff: 29. 3. 1985 
IMS: "Peter Reichelt" 

IMK: "Sophie" 

Zeit: 10.00-12.00 Uhr 

Tonbandabschrift 

INFORMATION 

zu Rudolpho Weder , TRACOMEX/Schweiz 


durchgeführt: 
Hptm. Machost 


Die für den 27. 3. 85 vorgesehene Transaktion Zigaretten wurde 
auf Bitten von Herrn W. verschoben. Grund dafür ist, daß es 
nach seinen eigenen Angaben gegenihn in Italien ein internatio- 
naler Haftbefehl erlassen wurde, der wieder nach seinen Angaben 
von den EWG-Ländem akzeptiert wird, was für ihn bedeutet, er 
kann keine B€-Länder mehr bereisen. 

Zur Zeitprüfen seine Anwälte, welche Länder neben den EWG-Län- 
dern noch den Haftersuchen der italienischen Seite nachkonunen 
könnten. 

Nach seinen Worten wurde als Grund für den Haftbefehl Steuer- 
hinterziehungen bzw. Steuerkürzungen im Zusammenhang mit dem 
letztenContainer Zigaretten, der auf dem Gebiet der CSSR ver- 
unglückt war und beim Grenzübertritt CSSR-Österreich vom 
österreichischen Zoll sichergestellt wurde. 

Nach letzten Angaben von W. soll die nächste Transaktion Ziga- 
retten doch stattfinden, frühestens jedoch Mitte April 1985. 


gez. "Peter Reichelt" 


260 




Dokument 17e 


} l i • \i n t: i\hto i -l x) n f ) XV 1 1 J. / 7 


1985- 


} r» 1 Ol* SiilPilil] ''' ^ * • '* ' ^ ^ ^ ^ J* O’r a j'! r; i i: ** 

'Oar; Oncrra^. j vr Material ”'J‘r anr»i t " ximfaßt die Gcr.chlifto xv/ischen clor 
I)l)}<~]‘.irj:M xxntcn' Lcrilxinn der Porj>on 


l\ t c • a •; t Io aaS - ’-'-l 

23. A . 3 93[> 

3je.it or dc:r 1-a. DKJ/j7\ 

(3M.S *’Pciter Kcricliclt*’ dc:r HA XVJII/?) 

ixnc; doi-i 5>ci»V/n.i zc.‘r Stciatsbüroer 
> ' 

' 

3 G . 3 3 . ] 9 A 3 

Mi t j nliaber Pa . TltACOMHX H . A . /r»c:}v.-7o.i x 
cirf. i . HA XV:i T*J /7 


xxi:: ec tarnten 'j'r anrpor t von Xi(;arcd.ten naclx 3 talic:n unter Ur";ie)i;:nci 
dr.':- j 1 a 3 i cui r-clien Zolli . 


3 . 


: ivo PvC:Ie 


f‘; ri /. 


Jjn 3. Hr.ll-tiHbr 198/i win*dcj bet.annt; daf O.or,\ HMD das 7»ina.rot,i;cn‘:io.sr:n?i.f t 
sc)V.’ia die 33ct.eil j ciuik« durch d.ici l’a.. DVlJVrA und die: Pcirfion .b. * 

}Kd:anj'.t ist. ln der PolcjC'v.eit v;uvdc: cloutlJ.e)i^. daß der HMD' an* dre'-.cs^T“' 
5‘.ac:!.vc ?.t und .i n sJ. .nsondcn'c? ini de.-r I^ernon Ol 

1 ; 1 \ 07 i : > c X c: x t . 


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IJ 


cfr oße*:; 


iJM /lU" . und in duui 3 98:> iicnlon 7i ejaro ti.oii 

)“e 1 c:Vi j scl.ci 1 t^zv.'. i ta.’l. j oni. nclien XoJ 3 j.n die Ihnid 
di ene Pani . cm si nd ni c'nt c;index'. t i c| ejek] hr t . 


;i eforunoen de;-: Pjster- 
Die Ursachen T.\\: 


Ah‘.l auf (a:’): 7 1 fh' d‘ cmcjench. •: f 1 f; 


von 


orc’ani ni er l ve.r r.criicnleac? Vairen] icieruix^en pc;r Container 
nac)] Italien). 7aii dem jh.aiHjit dured« dic^ DDP V/cn:den dic».so 
Cc)ntainer durch die l'a. )3);;/j.'A loit Ziejaretten der Marte *'ihirlbor:o'* 
be.Jaden und luit c:inna'. Teil der ur.'-.priUKjl i eben Vhnre ejetarnt. DcU*<uii: 

)iin V7urden die Coitainer, die? o.t f 5 /. j o»!.! c3ie xn.'spx.iino licdio VJaro e nt- 
halten, )uich Italien cjc.saxidt. Auf dicjsem Kecje ffCilnntfen die Zif;ox*ot.ton 
unter Umachung des i tali.eni schc:n Zo3.1r. nach Italien, 


261 





7 . 


uii: llin.1 ac2un<! ConVconcr crfolrjt iil^orwiccienid im r.a«(er ßchac5:r.öor / 

(Ic*;; Aril-i ‘/u clj.c.r.cin '/.v/c-c:>.e iUjc;j:<(oh<ai die; anjO.äri- 

<li «-.Chon Ta; tner die- Conl aiiKU—J-aat/ücie axil dor Di’)|>-auI oliaNn oiii-'-n 
I-..i.la)-I>c;i V.c;: clor Fa. Dl'J.'M und ü))or:u;hinon nie. nardi dor Uraladuncj v;5 oclni: 
;in dc-r ’/.v»! .‘ichonzcji t. wordon ß 3 c von c'liica'i Hj tarboitoi- de;): F<i. 1>KJ.TA 

1 .. . j 


J.):?! >:cu! . 


*ii_ '/ u 1 or , :: ). c" t G 

3. ) . //jejitrot. l cnqGr>c)')äf Vo 

Do): )'onl.;kl. r'.;i.sc;h::n /DFJ/.rA und _V^oc!-a?-o /'j’RACOMF.X 

wxirdo clu:.'c*n <jc li ^>*5 tcM: . x:g 5 clior ' ” “ - - — . 



Tel. /.C}\U;-TN}bR/JIa3 1 

vo)*r I t g 3 'u , l'Mt vri ocloruin clvu. cth Kranf;r, ft Co. an 

vo>: -'•..i i,tc! Üt v/urclci, vnirdon r,(n l: vor riclij otlc'nc: Gof;chn.f; lo auf 

fl »:•* • C' • : . r. T; / i * • c 1 sc».l: v c^r r o a 1 J f: i ar V. . 

■| v\ i * /j < 1 li H fi Jo.a eil l cj a y ^^\ <) l ^ A \ C ^ * l* >. jn j. l'. VO 0 . ( 

)>Gka*:r.l . flof a.i 1 j .i er l üI.Kn' d ie Gcf.clicvflio de:; 

V . •* f ' • ' . i j'j f or j'x.i iirt . 7 . u cl j. c 5 c;;; c; i 1 ) ni nl . L ) c a 1 .1. .s .1 o .r l. c; V ..> <■ i' I •'* 

:;ur.o.lcjo die; '/.i qai ot lifMifjnrjcliä f l.c bereit::; )'»i VrTül»>VrTc:n 
und vir .-u: i c n . brstr- Koutnl.tc* haV.>a or in Polen qoknupft:. 

jj j t' •/.:; qarei t<'nl.rcinf‘por i:c' mit der Tcu l)I:'j;j’A vnnrclen naeb Piic):- 

npr ;r : t C.C!ne:;r;en \\*1' . /Moj ci.icl) KoiniT'.erxioi Ic l'oord. j ni 

r.nd 1 ,.. du'li rem 1 i 5;lor t . Es l):uiclci.lta ffich 

e a . j' r t' r» s r j or t c : , 

d n 1 ■ c- j : • ; r: ^ ’ i ; ) ' •. \ f }; d e n . 



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)j)»l d* C /Ui.",';' d.f-r oelcMit Cjc; 3 ade: uu'» /'..i r ;rr‘'; L ; r n . i:)t:r b«iy;ezii«j v/urcle )> J-' 

Go;: idv: : ; der T‘al)] er vovil};^:rqe}lv:!nd inliariieri. 

7,h J\'- r :• }. }'}o\> ,:urdc:i v r •.)-.> 'J’j.n.n:;«,' or '’iC!X)3ant. Av»f \^or r.ch.l fic 

1 .. rolltei: die CoriUr^'ner p::y ):i eenl »rdni t;'> 5^:v’nltz 

noe.i 3. . T: eelan ooii, r.ct lr.e.'- }lr rrhru:.-; noch v/ürdo.n Con l ainer“!' 'P.je 

V. ].e;! : r ol 3 i er t , 5.0 dah Viier c‘..1nG liohe Sieherhoit (;c';?obcn 

vdlre. 


Ein Probe tra:. .Sport. m:i.t c j mo?.i xinpf äpiri:,l';;r t.en Containerr ver.Tlef i‘oibunci9“ 
3o:; xir.d ze.vwie l'Ctj.rn r 3 e.i JI.inv/c:.i.i;e auf rn'C.-zj cil.io Kont:ro3.3 »?ri - 

ZvK:i bereit:; aneal aut one Tjaniiporte in P.ärz und April 1985 vnirden 
c!urt:)i i .) v_.<J_c v;oqon o'> j Ct): Livc:r irad f:u)>jektivc:r '/w.i «chr'ii.Vallc 

kur y.f ):ir»t j.cj cJibeebrocV»c;n . iPnim dritt.en Transport*, wurde*, der »'in 

) .1 , /lunj. 19B5, nafd.rd.Gia c.:: )>e3:u5 <:.'» d.ic j.l nl.i tuxi rtcla; Gronz-ota t-ir»:’. 
piiss.icrt hatte, durc)\ den i triliov; i.sc'ien k.ol.T cjcipdiopot. . ber /^.iffaretben-' 
Container \vjrdc: xje.xielt axus de;» iior aus<|eloöl-. und )jeschlac;ni»hnt . 


262 



1. 


\ j . - nimmt an, daß )i.ior 

w^<.\vv 

Sp'cdi t ion voi i J t . 

Wilorr TjansiK)rtc vnirdcn )jj.slKn: 
Ll ic<ioc:}i .n» t!cr l-ürlr.c-lyaipq clor 
v;.il.l. )i(irli )!'.-uc!n VCogeii .‘uichcm. 


cni.no Indi j'.kroi i.on 


n i vh t r(M.\ 1 i n. i or i . 
r.cnncdu'i f l o i nl.cn* c:; 


dor i.tal ion 1 c;chcn 

n:ic:rt, vnic! ör~' 


)i(;rcil i; b-, ;i Kl erst en Tre.t i. dos )ijU)**Gc:)n.\i.ip.d.i cnis Lens HMD ir:J t clon :ir-?» 

•'Koi licr“ i> - April l ^ö'l i ntorcr.sic^r l.c*. li.lcli dcJ' 1>ND- I1.i tarbcfj. i er 

"MiiJ.ler’' tin clici l'a. l)i:3/rA und deren Hcj.il.or ^^IvJ^AvIav; 

vnurdct dcjull-i r:h , daß ’'Hi»llor" de* Ua.i 1 1 ic>r tcj Jtcjrnri nVrnncj“^'^ 1 

Jjcnv.aß. Hr 1; (.);::: i cplcjrtc den IMH hi nni.cdi t lieh do5'> cjxakten Vorn<nrc.jriV von”*' 
v ^ If nannten dos5:;on v:c»hnanj;c:hr i 1 1. , vco wicjs auf sein **c!roß- 
Vrr'tj’cJ'ofr und scri ne inn.faiKprei cjrhe Hci 5 ;c;l.ätiqhei L* 

h\w 5, Ji:.l i 19 8«: er\7f'ili)vLcj "D.'il .1 c'.r *' das *‘uJKn*vr”)Jinli ehe* ’/i «jarc! utcMicje- 
5;c;)niri." );ri vrA.’i'h und un^t er r; Vr i c;h scrin besendorcis lntorc:S5;cj an ciieser 
}'a. und dor J’orson UvC.Uh. \ 


ID s '/.u d ie:::!', - '/C’.il.])unkt vcrlioffui di o */i uarcJt Ion transoortc roi}>uncfs- 
los. Dev c*rsLe Xv/i scdion f a3 1 i’ti 1. dem ör;l:c‘rrei clii sollen Zoll ereifjncto 
si el: erst arj 28. Auq . 


Die r;ee.l]o fiu: die 3 n lore.a ti enon dor; }»';d VdKrr d«n> Zi qarol*.V.c'inr»05;clj<if t 
Kvjß alr>o uni er den U)imi V tcrll^ar c»d{!}: n.itlolbar an die.‘;e;:i Ge^jcrh'lfl: HO“ 
loili'iton XU suchen' scri n . H i ne l)j rc.'in 'atic>n venj ‘’außcni** ( Zollbnlicirdcni 
o. t*. . ) t.o 'K.c aum .in l’raqo. 


\'or /t i-.rT. ^ n:;c; v;i chl. j.f lov 'icorjnj no 
se.vt:; \:nd der Tre J; fl.cs'Kii vje ch; 5 i IHB 
<t;ht aus dv.n* Anla^i* hervor.* 

* }:Dr;to.']dy der J’iol oi 3 i t'sj 

mären or:t:;'b;en: 


aa: s de pi Z i q a r o 1 1 c: n q o s cl '. *• f t e i n o r •* 
” j;o.i )ic*r *' inil dc?m 1>]:D cindcMCVSc'i ts 

Zi qar cj M onqoscdiiii t kann S o3.<ioridc:r 


] . ] . :i o f er \ \ r = 'C' n c 3 o r Z .i cj ^ \ c ; ;• V e /; 

2. H j l tj j' b'.‘ . i. t ; r dor I n, ;r d d.e:? Vi-’V. /‘'j’ii. i I;hancie3 J^irjia 

8. ::.i Lar>;: i t * r den ?V»l!/ir;rcD ; ia>);c. 

'S. be l c: .V .1 .\q 1 C‘ <ius3 aiKl .v sc.tljo .Sped i l i o.’iC.n uncl d(*)'C:n ]l*.\7~).'rihrc)7 
8. i 1 a Ti f’ni ::rlic Ai.)nc!l'ir. .n; 
i.. ; , ^ 

VrA ] . 


DHbtVv um.*; ''h-i l xv: ve r odea-t. viosl 3 l el'on 
auf den (;(j:.jr;i Mt'n'Kon.-Ckrjjur : l Lc.*3 . .aue). hin 
1*0. 1* o .1 [ s )•: >: " und 1 pij > r t c, e .s cd i T« f 1. o* r c • a ] i f.; j. o r l. 
dc.-ijo l'iirncjii cjericlitet. Thoor ot i r;c:h dürften 
jNOiiritn.vs Über dc?i xveitoran Verv.-cnidur.cfsx.v.'i’ck 


) '.i rrvAii C CF , ch ä f t sk on t **• k t e 
s i c:h l. .1 > r)'. z :i q a r e. 1 . tc?n v;u rden 
b'/.v;. An.^raqon an verserhie- 
clic» Hj.tvfc^r firmen keine 
d e r d ur* ch HKLT A .i : • * .'» rr t i er - 


kc:n Z j q ar o 1 1 cn'i liabrrn. )3aß dar; i n dc'r l^rax.if; amdcorr; if;t, xöiqt das 
Hc.i.spiel dcjr Fa. Vienna Coiorturz. Dj.nse Fa. xoej ein ) licüeranqfd'O.t M.lt 
dor Hc.qründunri zurüo): , man 'nabe o.irfohron, daß DHHTA die Z.lq.aro;*. hon 

r cm; Xpert i e r L . 


263 






Zvi ).H:n eil 1 : 01 '! 5. C’.v , .‘ic.i.l: n«iln:on rihnXxclio ]<o- )^>:po c tqc;- 

sc:h:i.ri.c mit voi: eh i.c^lonon i jiirkc'nnr l i );c.‘.1 n hc-lro Ibl. , x. b. Cci'jJUk:, 
hc.1/c-n, diesen I.icfcn: f j.ni'.oji war 1,0.1. Ivuri ne aucli d:io Frabo des J'.a- 
):>:]/or LvM-. })o}:ani> L . 

);e:l <len d\i::c:h DFl/rA ro’C!>:]M3)' l.l er 1 . (:.m X.i<piro1, Lo‘n lianrhrlt es .sich na 
Sel)v;ei'/.er l'ah-.r.ik a to , d.icr aJn .no.lclu* <i(:ke:nr/o j.olinei j.ri nd. Jhtcdi Ana-' 
na<;i(’j: von _ _ __ v;c:rcldn dc‘rtn-1 .i f k* ('.cnsclihl't f! , v;ic: n.i.o 

DrJ/j‘A r oeJai s j.or L- v;orcic’n, .ln der Soliva:!.! z Ji.iolit aln cjonot zvridr j p clnpo- 

nclidlxl. A.nel) die bcliwol xor Ibrodu/cni Lo7^ hahe^n <K'pen dorar:t.icfe /‘.bsaLz- 

.1 1 ) 1 1 on 1: o :i n c? }-A nv/ä n d e . 

Da nac:h AirsncUjo über vor nolilodonc J.andor nn vor xol I to 

Z j cj a rc‘ t.l c n .Scliv;el xei l'al >r IV. als riacli lV.a.l .ieji o^'Aenca n, ITiHh deren 
AulVauchon ln Il.aln.cjn kc:ino Idlcknc.h.l \isno avif das "Zv/lr.clionhando.l f;-- 
3 and”, ln djene;n l^all d.i o DDK, zu. 

3,:.^. ]:.;nn aÜ :;o elnnofichatzl v.’ordon, dar, aus }'. 0 !n;nor xlel 1 er Mlclit kein 
3 nvf':rosra' bol bol.c?i ü Ip l.on J'lrir.cn bo.nl.el il , d.io Go.sclui.r to zu .«»trircm, 

];s i.'il aber nJcdiL auszusc:j)3 i oflen , clc‘'ß j;onn l ii j f;no \il)or die'. y.usai'T.ien- 
hbraO' der Z i fiarct hcnipe.neh;; J. le l)ol olnzolnr.Ti Fj la ion vorl.lecjori nnd an 
dc-n ;:::i) a]>.f l: :;nen . 

y.r, i rv aeoh nicht ^lU5;•An,r;c:}l .1 .i ken , dap, a.p.drn on fiox.i al 1 r;t i sclioi'i bandcrrn 

- oh. Vhlnzo?. hol tmi den: i ptire t t(>rnjor;c:j;cil t c; j n der DDU 

)ie»'v::::;v v.’a.?'clcn. rhln liat v.* 'd.v>'’ (leciennixir 

i:j 1 : xe-] ]ic:i ; en über o;ino ciiin.l Iclu: /.i pai -.'l l.ori.d: 1 1 on .in Poiern yrröHicKK^^^^ 


Zn .h 


V(;.; ' ■ ^ . D ■ iJ/i /'. ‘.;a/’'*n nao'h An.s.-aran« do.* T/vs ”)>c!l er Jiei.cliixl L *' l'‘ls'- 

Ir"* r^v Päonie i.’ornancn an /irnircd l r-nar t i f^n(.!n );ot(d.Iiett 


c!.7.-r. i\ ]{A xviir/v 

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264 






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Lcjxior clc:£; I>p.<jorfi daii Vl’.n AnV-lkJi.indol )>j.rnn. 


i'-Am : y C- A ] i n t : c M i V. ix r i; 
fi:'!' : r^'j IzcAi , djci 


i Ler cl(»r l*\i. l)cLi»ilkonjil:nAy5;c! zu!n X.lciarcti 
Jnfc^rnal.jcm oivip.n IM de;}; KD Oronicojhiira 




C;o:: 


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{ tanctc'f;chä:r;.(' v/iirclr-n JTij L eil ( v? coc 


, al.;\ 
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unci 


/K-orr Ach KfiJ'.o lib- l i »'üv.l: • Goi}Of;kn ‘ 
v/urcU; ü:)C;.v oin/.oln? 1 o Icriirifjen deV.a.H} ier L in- 


V/c-j 
sc:«! 
v;r:r 
.i r: 


1 \'i Im- j tc)' cV 
ji'-nnr n, Af;!; nneui 
d-'f; !:cV:rot*ir i mvrjj 

;;'v . 


)’cr C-vi <;1 jO dar ;ihf* . )] j Mi nzel hei. l.ur. den Gf:- 

r\!»n t;. , Kurn.i )td c;.s t(-.rj n ): ann davon au;-^ucciar)c:c: 
r; e h 1 bei D)']/**/*. als nva;}i })ci )'oKo va:;f.a«iient 


DIo \.r;^ • - r 
y. r:: '■ a: a 


und A . an.i cjoIüI:?: tca ]v»; 

; d. Je über J :*>c) ^ j '■thbc :i 1 ':;?j 
v(;:: "iuier . 


vaoiihro.ine diirllioj^ iuich di.o~ 
7.\\r i»C!rj;'>n .1 i ch;;eitr»au.r): 


lA:-) .: 

Ind: r 
a“ b ; ‘ 
ni.vrü 


l. soiion br.edi.e i on -a \;nd aln arn dTirlte, f^ollern ]:'Ai.ne 


. L « i 

r-J wem 
!; und de 


Vor 3 J e 


nur )>o'.aririh .soAa, daP» frl o fib: V-Ia .b-»/ 


d; J j.r.-.j auf den lioiriiihi der DDj^ für mehrere 


lu; iiielil Iii .ilirci: Vcn rüuunuseiCfV/a.H }>of indou. S.i.e oriialtop »'eine 
rr;e üV)er ObU-scJ l.Jci ]^c;l.oi .1 j.c.iic Mi.nr iicdii unqon . 


1 ] I a o r e r : I e 
von dlcGc:: 


c i'i o i n t e i )\ a n a ch j* a ) i lo rid I ci ; n h I ich e 1 n f o.rma L i on s t J i t r ^ ik eit 
.Seite vAiniy vKilirnclieinl teil . 


Denkbar \a'h:c Icdi^lxcii ein *’ Vei*):au T*’ von Iirfornationen ^ der zur Mnt-' 
deckunn der ^rannporte durc)j X/olIorcj«ino iührt. Die bisher beteiligten 
ausländincheij Fahrer sind in der hbt. 'All nic:ht erfaßt. 


265 




:inv;iev/o.i i .i t^ili.onxnclio )Mrjnfni cl;u; *' Zvn f;clicnhniK^c.l und die bo- 
ici .13 );bl< -Fa * 3;cnnon, );ann nicht. cin<;|c?r.cli:il.zi. v?orclcn. 

Zunj ndf.'iU en:; int arr/amoJimrin ^ daß au.n den )h:acljtpiniir-*ror*. d.\C' Tris'isit- 
IJindoi: eh r Contai ner hervorqchcn . Geru h *.1 f tr.t.on ta): ? r' der 3*a . DFT/i'A 
XU il:a.l .i on.lr*c:heri J^irmon 9i))t on 3iii Hiihr.v.ni de r ZiqaL*ottciK|('.f;c:hrir tc 
ni eh t. 

Dir Von. utinui , daß die: Doschlacinahnve des IctxtcMi Tranrn>orto:; durch 
dua i ta.l i ‘.s'iiriclicn Zoll auf eine Indirdiroti oii seiienm der itfil i rn Ischen 

Spedition xur lick xuf i‘)hr on ist, v/urdc durch UdrlOv nic)it näher be- 

arüiidul . 


7aj_ G ^ 

_ i _ kennt :;ov;ohJ die <|onorc0 1o }U>n.st)nV:tion der Ziqaretten-“ 

(jcscl^aj von cUich die Vartnor in der DDU in Verson 

...jl'.Ü.ii /Fa. Üi:j/j‘n. Jh: 3;oi!ii»d: in;;o(;crn xuinindGr.tonc «tlr: (luolle 

des ;alsq77:r^ ob;icJ;t?.v in Fra.r*: , Ihjor riinxcjlhriten (k;:c hon- 

};!r!:rri (h:rn.;hä f tsa}tläu.r(i xv;ischen und D3U.TA durfte 

'••‘..' v'*'' nicldn i uf orr;*ior 1 :;oj.ri. 


' 1 va ' 


i F> t von der o ) j '] cd: i 5 v on Sc? i t r? ] ic» r ne) /c )> »1 vc Wlv; v 


d VC v.r,'. ! sr cn ejee :i. qne l.C! In torrrui Liorn-.quu Ile . 


r>c' j 1 i 

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durc:h Ccihei rpd.i ans te oruroß' 


ju'nnitirs darrjViC.r, daß .in li;;lic!n 


1)3 Cj-'U , v/.i i.t'o um* -edi:;« Z*.;irvche..*' andiinu in Italicm qe::vaanqen. 

Vy^ rri.ncr Vo> h.:.f ttauj xu rn t'jchr*;) , errc? i C!h! Cf § daß er, qo- 

1 . a ; • r. ! . i\?.r. \t c r- • * !: x \ * r- ■ i i. f ] *1 .i d , .i n d e i; I I a e ? ) I » m .• )j i c • .i b e n k c ni n li u U n d 
avi! f o3 fic;jd.e:‘i ‘j*aq ohne dic! übriq^en Pa.s.naqi ero in die .Sclrweiz qefloqen 


Übrigens hatte V _ seinen IDiuj von Dcir.3.in aus fnuiotretcn , wo 

er sich '.nrhrere ‘laqo cßdscji'.li^ 1:1 Ich auf c;cha3.tCM! hatte. F.inen 'i'aq vor 
seiner.u 7\bilu.'.; v?ar der .letzte Zif|areti;ciiit.ra)f Sport abqeschickt v?orclGn/ 
der ai»i 13. vluni 3 985 durc:h den italienischen Zoll hescdilaynidir-t v;ürdo. 


266 




Im Flucr/ü\K; 


führte VJOaU* Vf. 


Untor. lacion mit, die die Icornrner" 


ziel len V*e;;icüjnn(ien Vau* ''’ ir)k“lxi Trafen und *'):eine5;.r<'il.lr> den Itci-lioncrn 
in die Jlündo fa}ien durfl.cjn" 

D.io Kc)nr>l c.*n.etion der in der }jci. I J encindon Aufri tel Inmj auf rjef uiirton 
Verm.ino die Vormutinui zu, daß der UP.I) i\)>r-r die Vannen bei den 

z.ifjarot i:e:v. ransporten i in voraus inrorm.1ert v;ar. ln crinoK? soleten 

Fai lo '/ucr5Jt V .>c.< Vr V. cO.s Ouolle und zucjloj ch als 

diro):tC!r oder indirekter ^'Orejanisator *' der Pannr n j.n l'rafjc^* 

}.k!5m jclx..‘(jen opercitivon Krtcnn tnifjstcuid ist die Version, v;ünar:h 

.-.X'ii- ^^icjarcl lenncscl'äf to j.m Aurtrac; und im Inte.rosse 

efes B^T^T^'ufctli:ührt , die? mit clor größten Uahrric:Jieinlichkc;i t * 

l)a)u?5 ist zu berüc:kroA:]itic;c!n., daß der )i?d) seine br):c:nn tnif^so zur 

‘Persönlichkeit des verrnut.l ic;h v/eder von _^v-.cVt.v 

nocl) von. \P.vdo l iinben kann. 


3.^. );or.r) t ni SSO und i^eaV. tionon dcu; J’vUl tiec]onii))Dr IMP *'Ueihor” 

Perc ii:- Ihivm: 3. Trp/ r do5; Mi tarbeii.crs "Müller" cu*hl<lrtc^ clor IMP 

"H'.vihcr"# \/aaex' _ nlUier z\i ]-c.;uif'n noc:h <|osc;hÜ 1 1 5 clai 

Her ühr ar.asnunki.e zxi den 3M nrerr“}'.u7x hz\.\ Dhl/iV. zu .haben. Trc^t/.d.em 
ke!i fi on ti c to "Müllcu*" ihn \)or v.-e.i t oren 3 eVeu* rol<jC!ndcrn r> Tre^ffs ji^it 
c\iv\ ?A>:ob]e}M Ziejarc; ticnp.er.oii'lf t . l'eir'. Ic^tzton ’lhx'if im Mal 19t>5 v;ies 
(*y den lodicjljc:h zu de.ssv-.n 1 n t<')“iv«a ti.on auf d.If'ni.s Proi»lcii*i bin, 

Tentji; je-doeh cindeuijn l'esi, diip .sieh d<':ianr. Anft).'rif;e für 

ui::i er'.reberj. 


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Hi cj Vers.ion der ltb-.':ri).vü rune des IMH "Pxejli i)*" durch den PUD c:.rlordert 
bei cillen opc^rativcii Ak.tivitäten zum Zitiarel.tcncjc^scV'äjLt, 

daß nüc:)i außcui kcji nex'lc:! V?ir 5 iar*.v;c:i‘don oder Kin llußnah.mf* des MfS 
orkc?nnbar ist, 

daß der an Dberprü j:un'';s'* und 7\u D; Itlriuujsmaßnahtren raltv/irV.ctndo 
Porsoriern; rc?.u; mini mal <;Olialtc:n \ind dari'licrr c;;:akrer Kachvei.: j 


267 




gof lihr 

'l . } . 

. 1 . 1 . 

A. 1.2, 

>1.3.3. 

^3 , 3 . ^ J . 

^.3.3. 

n . .3 . 

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‘3.3.^. 

'3.3. 

‘3 .3.3. 

'l . 3 . 2 . 




:a L i VC'. 

r)])c;rat j. V j ; uifJr.ahnon xur Por:-;oii _ ,VJcxa(^A _ 

i 'v‘: I i (: H. (3' j'a. AünrJl: inv! Aa M* ju J (Vor'j 

^ v/:i.rd voii ü-ai* Au /‘lAich Loi.’/ial Lu:i\| dai*: 

1 omi 11 c: ): /, i 'a 3 1 ' i i P 'j z i c h u n 9 c: u z u ^ a b cj e r a t c ri . 

:l;;L zu prül'on, ol; oiu::? oLabj.Ie Velof onvc^rbinclujicj 

, clio clor HJ» J.!ll vorcjti»j(iban 

v;t;rdcn kaniK 


JAinspcichcruntj des. ^ .Syribeni gon.aß liefohl 

11/7Ü das Gcnoai^'an üiniiUor 

\7 o X Lor e Au f k 3 «ar u n y d or )'er son lO.-\clcA 


}*rufuiig den: Mdejlxc/ikn.i l: nin.ir •/cn.loren operativen Ho" 

cu'bcnl V.uncj de?;; VAj^.cVciv j.)> /iusamnonarbni t r.n.i: cicr 

liA II 


Opcjrativo •‘la.3jia!iii\on zum 3Mo “J'ctcn: Peicholt** 


j^nr IMS v;j rd aul die i3Ö93 ichkcll: einer Koiif ronta Lion 
r.ilL ei)va?ii pu'fjner iseben Gahei : tc; j en!;t: o. i\. Stellen c.in“ 
c] e t e 1 1 1 u ; I c: n l f i yn: (} c:h e u. l i ji s t r u i o r t 

ineiluny j^cMia JMS, ob eine 3. j ;v!r'.»nzuirj cloa 3 Hn*:^ionen':re 3 r>cs 
3. i eil , cb.rr v.'’j.ii Wüciieni.nr.bjrundtatuo); Ixuirtei 3.on 
’lrainr (Hi ir./e.i s doa IkvM -Mj tar]?e iM er :;) 


inMlf unn J .'LS , oa V in j:: a*i; zun«;/ de?; Per r;onen!;):e.i !>ee 

f. kflicii j.:;t , der Meine .opezif .rucMien kominer zi cl len A!:tivi-’ 
taten j n eJer Vor 9 a nbeit :;ev;.t e nc^ine Uciieetä t i^lcei t ein 
.'uMui t ze n \: ;nn i 


j;>:ak t * Do’vuMv’U La ij e:i al 3 'U* 
V cn 1 d u r e a. d •: ; ri 3 M * ;■: u r. a 3. i :: 
cnMu; 3. t «.ni 


■bn: aonen, d.ie hünfti.rj Kenntnis 
er':; .* 1 :* r 1 s pe z i. f i fi c • ) c r j 7\ u f «j abe n 


ü:- earalMve f abnalmie-ri , ui.e sich iür die Grundlagenarljeit 
zur Sicberunrr der }‘a . iP.i.jY. ereebun 

11 .n:aus.'trl.».-i ; uu-j derjenieaa i'oW- j;ontr aJienton , die sei t 
ID 8 3 voij MJ.cb aur; !:o;;un n‘ziel3 JUuitay.tc zur Fa. Dlb/iSA 
suchten; Ü;.<n-pr ü I: uny die:;<n* 'und .künftiy auf tretender 
Kon trabe: i Le; i cva 1 Ji.i.nv/ei oo e i ncr nacbr ich tejid io n,st liehen 
Trit j.fjkei t 


Voryabe clor lolef on--3 Jr . der Fa. Diil/i^A an die HA III. 


AcAc!.!.^- 

Feld mann 


Ober If^utnan t 


268 




An l acff? 


U h a r n i f- ’’ 


ül.Jt!); Tc’ tUi5; dci'i X..l<f-.’.5 cL:t,('.')icK;‘5Jch:u':t iük'I TJ '; I; f iio cl«.?:; XfUl 

Ue i “ j vrt clc:ro IUI!) 


7/83 

T). 


3^0 ): n j ) n l r» c: ) i a f t ac / 1 /k\v ^ _ 

Kr s l c? / i (] a i'o t: ton t r an <a )or i:(: 

1. Trcrr iiw "J?f;:i)ior*7l^'Kn . 

KKi:) oj'V'.lliül Ka, DK).VA und clcrcni l.e.ltc)' _ 

“l^cilK!? “ ori;.ir»rl, ciic! Fa. und die Porr.on nichl*. zu 
Kennen . 


8. 

r>. 3 8 8-'. 

2. 

Trolif :ü'i 

1? '‘Kc;.i licr"/J3-''i 

1) 




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269 




Seit 1933 realisiert Weder rjoincinsoin mit der [)D!?-Firma DtLTA und speziell 
deren Leiter 

Richter, Kious-[)i eter 
23.o4.35 4 3o25 1 i.n Dresden 
lo55 Berlin, Linsteinstr. 15 d 

spezifische Gescliöf t soperot ionen, deren Zielland Itolion ist. Diese Geschdfto 
verletzen italienische ZoJ Ibes t immungen, sie wurden jedoch in dieser Form 
durcl) den Bereich Koimnorziclic Koordinierung des li/\H hestötigt. 

Im August 1934 und im Juni 1985 wurden zwei derartige Geschäfte durch den 
Österreichischen bzw. italienischen Zoll aufgedeckt. Die Umstände der Auf- 
deckung im vJuni 1985 durch den italionisclien Zoll lassen cs als sicher or- 
sd» einen, daß der italienische Zoll über detaillierte Informot ionen z.uin 
Gescliöf t sohl auf verfügte, 

1984 wurde im Rahmen der IMB*-Arbeit bekannt, daß .iieb der BM^ intensiv für 
die Fa, DELTA, deren Leiter Richter und speziell für die Geschöfte zwischen 
WcQlcr und DELTA interessiert. Es wux'de das nemühon des BNO deutlich, dioso 
Gescliöf te zur Schoffung von l^elast cnclein Material gegenüber der [)DR u»id der 
Person Richter zu nutzen. 

Die beiden durch die auslandi sehen Zollorgone ouf gedeckten Geseoöf tscperciticL-*^- 
nen stimmen terminlich otv/o mit besonders intensiven Interessen des ß^J“) zu 
diesem Problem überein, so daß Zusammenhänge nicht auszuscblioßon sind. 

Gegen Weder \/urdc durch die italienischen Behörden ein internation'’tler Haft- 
befeiil orlosson, dessen Gültigkeit sich auf mehrere westeuropäische L.ündcr 
erstreckt. Ursache dafür sind die rechtswidrigen Geschaf tsprnk tiken des Weder, 
die u,U. geeignet sind, nochri chtenclions tlicho Druckmittel gegen seine Person 
zu schaffen. 

Alle diese Tatsoenon füfiron zu dex' Version, doß V/eder seine Geschäfte mit 
der Fo. DELTA ini Auftrag des B! D durchführt, und damit an der Schaff unq 
kei.';pro:iV\ tt icrenoon fiatoriols gegen die l)DR und die f’nrsan Richevw br’ cdligt 
ist . 


270 




Dokumente 18a 


Kunst und Antiquitäten KAH 

Genossen Seidel 




A.lo. 19r52 


Werter Genosse Seidel I 

In Hrledlr^nnr: Ihrer Weisun,7 wurden mit Herrn Dader, Berlin West, 
zv.'ei Verhandiuncen Über die möglichen Ceschäf tskonstruktionen ge- 
führt. In Ergebnis würde sich nachstehende Konstruktion ergeben; 

Herr Bader beabsichtint , mit unserer Hilfe große Teile des bun- 
desrepublikanischen bzu-, Vlestberliner Kdeiraetallnarktes auf dem 
Gebiet der Alt-Edelmetalle in die Hand zu bekomrjen. Gegenwärtig 
arbeitet er hauptsächlich in Berlin V.'cst und ln Hannover, Um den 
Ankauf von Goldschrauck, Bruch usw, auszudehnen und dabei insbes, 
durch eine tellv;clse Überbietung beim Ankauf die Konkurrenz zu 
verdrängen, ist sein gegenwärtiges Eicenkapital elnschl. Kredite 
nicht ausreichend. Seine Vorstellungen sind daher wie folgt; 

Der DD^-Partner stellt ein Kapitalanteil in Höhe von ca, lo Mio DM 
bereit. Mit diesem Plafond wird er ln die Lage versetzt, den An- 
k.auf ’.vle oben beschrieben zu forcieren, so daß erhebliche Markt- 
anteile gesichert werden. 

Das angekaufte Material wird von Herrn Bader selbst elngcschnolzen, 
I)ar;it v/erden dj.e bei den Scheldeanstalten errechneten Schmelzver- 
luste erheblich gemindert. Das geschmolzene Gut wird in die Schweiz 
verbracht und dort von einer Scheideanstalt zu Granulat verarbei- 
tet und tlie sonstigen Bestandteile des Goldes, wie Platin, Paladiun, 
Gilber usw. getrennt. Die Ware verbleibt nach o..-, Behandlunt; in 
der Schweiz und wird entsprechend den Harktbedlngungen verkauft, 

Herr Bader schätzt ein, daß mit dieser o,g. Konstruktion auf den 
Schnitt eines Jahres bezogen Gewinne zv/ischer. 2o - 3o erlösbar 
wäret;. Die Gewinne setzen sich zusammen durch den direkten Ankauf 
des Altr.aterials , der Ausschaltung der Echeldeanstalten beim 
Scht'.el/.cr. und des direkten Verkaufs auf dem Markt. 

Hiebt von mir eingeschätzt werden kann die Frage der Sicherheit 
eines eventuellen Kapitaleinsatzes, da ’^.err Bader mit_Ihnen diese 
Fra-c persönlich besprochen haben will. Oollten Sie uns mit der 
Healisierung dieser GeschäEtskonstruktion beauEtragen , wür-ie icn 
vorrchin -en , dem Genossen Haubold die Zusammenarbeit mit Herrn 
Bader zu übertra'cn. 


Mit sozialistischem Gruß 


/ 



271 





Kunst und Antiquitäten 
GmbH 


Mitteilung an Gen. Seidel 


Werter Genosse Seidel! 

Im Ergebnis der bisher mit Herrn Bader geführten Gesprächen, 
wäre folgende Geschäftskonstruktion denkbar: 

1. Wir stellen l,25o Mio DM und 

Herr Bader stellt l,25o Mio DM 

für ein bei der Deutschen Handelsbank AG einzu ri ch ten des 
Konto zur Verfügung. 

Die Kontenführung wird durch uns vorgenommen. 

2. Die bei der Deutschen Handelsbank AG geführte Kontensumme 
von 2,5o Mio DM ist Grundlage für eine zu erteilende Bank- 
bürgschaft gegenüber einer Schweizer Bank für den Ankauf 
von Feingold (Barren und Münzen). 

3. Der Goldankauf wird in der Schweiz vorgenommen und damit 
entfällt die Mehrwertsteuer. 

4. Der Verkauf von Barren und Münzen sollte zweckmäüigerweise 
gegen Zahlung einer Provision in den Filialen der Staatsbank 
im Bahnhof F riedr ichstr . und auf dem Flughafen Berlin- 
Schönefeld erfolgen. 

5. Der Verkauf muß entsprechend der Eigenkalkulationen unter 
Berücksichtigung der täglichen Edelmetallkurse erfolgen. 

6. Durch den ständigen Einkauf und Verkauf von Gold, kann 
bei mindestens 22 - 25 mal Einsatzes der Kontensumme der 
Gewinn in einem Jahr ca. loo % betragen. 



Finden die vorgenannten Darlegungen Ihre Zust-immung, wird die 
gesamte Konstruktion detaillierter dargestellt. Daraus werden 
sich Aufgabenstellungen ableiten, die im Gesamt Vorhaben erfor- 
derlich sind. 


Mit/ so/i^listi'schem Gruß 


F 

Direktor 



272 




Dokumente 18 b 


Hauptabteilung XVlII/7 


Berlin, 19. Nov. 1983 
ma-kr 


Treff: 9. Nov. 1983 

IMS: "Peter Reichelt" 

Zeit: 10.00-11.45 Uhr 

IMK: "Sophie" 

entgegengen . : Hptm. Machost 


Bericht 


Der IM berichtete Uber eine Dienstreise am 3. Nov. 1983 zum Schweizer 
Ban kverei n/ZUr i ch . Grund der Dienstreise war die Klärung der Konten- 
angelegenheit im Zusammenhangmi t der Obernahme der bisherigen Geschäft 
von H a u b 0 1 d .Es handelt sich dabei um 2 Konten, 1. ein Geld- 
konto, 2. ein Metallkonto (Gold). Diese Konten wurden etwa im Okt. 198 
für die Durchführung der Gold-Geschäfte mit der Fa. BADER/Berlin 
(West) eingerichtet. Zeichnungsberechtigt für diese Konten sind 
BADER und HAUBOLD; es war notwendig, die Ze i chnungsberechti gungvon 

H. auf den Namen des IM zu übertragen. 

Bisher wurde diese Aufgabe ausschließlich durch H. wahrgenommen. H. 
war zu diesem Zweck wiederholt in Zürich, um Kontoauszüge abzuholen 
und alle Fragen hinsichtlich dieser Konten zu regeln. Der Kontenstand 
setzt sich in der Regel zusammen' aus 2/3 KuA und 1/3 BADER, d. h. es 
wurden seinerzeit durch KuA 2,5 Mio DM eingezahlt und durch BADER 

I, 25 Mio DM. 

Entsprechend dieser eingezahlten Geldsumme wird dann über das Metall- 
konto Gold abgerufen. Durch BADER war auch der Termin für den IM am 
3. Nov. beim Schweizer Bankverein vereinbart worden. 

Der IM ließ sich bei seiner Ankunft beim Schweizer Bankverein durch 
den Prokuristen, Herrn Paul Schnyder , die KontenauszUge 
übergeben und prüfte die Kontenbewegung. Es handelte sich dabei um 
EDV-Auszüge, Namen erscheinen auf diesen Konten nicht, es handelt 
sich dabei um Nummern-Konten . 

Unter den übergebenen Kontoauszügen befand sich ein Auszug mit 
einem Kontenstandvon 180 000,-- DM. Dieses Konto wurde offensicht- 
lich im März d. J. angelegt, und es war zu diesem Zeitpunkt eine 
erste Einzahlung einget ragen. Danach waren weitere Einzahlungen 
vermerkt, die der IM sich nicht erklären konnte. Er erkundigte 
sich darauf hin bei SCHNYDER, was es mit diesem Kontoauszug zu 
bedeuten habe, worauf Sch. erklärte, daß es sich dabei um sein 
Privatkonto handelt. Auf den Hinweis des IM, daß er persönlich 
kein Privatkonto beim Schweizer Bankverein besitzt, nahm Sch. diesen 
Auszug zurück und erklärte, daß er die Angelegenheit prüfen werde. 

Es wurde darauf hin von Sch. der zuständige Kontenverwalter, Herr 
Paul M. B a e r , gerufen, und es fand zwischen Sch. und B.eine 
Unterhaltung in Schweizer Deutsch statt, die der IM nicht verstehen 
konnte. Nach diesem Gespräch erklärte Sch., daß es sich dabei um 
einen Irrtum handelte, und der IM mit diesem Konto nichts zu tun habe. 


273 





Auffallend war, daß am 9. Nov. 1983 unangemeldet Herr BADER bei 
KuA erschien und sich zu Ha u b o 1 d begab. Angeblich 
wollte er mit H. Uber den Kauf von Uhren verhandeln, die seitens 
der Zollverwaltung an KuA übergeben wurden. 


B. ist bekannt, daß allebisherigen Geschäfte von H. an den IM 
übergeben wurden und H. in nächster Zeit aus dem Betrieb aus- 
scheidet, so daß dieser Grund recht zweifelhaft erscheint. 


Durch Genossen Parken wurde, nachdem er davon Kenntnis 
erhielt, daß sich B. bei H. aufhält, veranlaßt, daß die weiteren 
Verhandlungen mit B. durch den IM geführt werden. und das Gespräch 
B./H. unterbrochen wurde. 


Zum Gespräch B./H. bezüglich dieses angeblichen Uhrengeschäftes 
hätte B’. auch die Möglichkeit gehabt, bereits am 7. Nov. 1983 
mit dem IM darUber zu beraten, da er zu dieser Zeit abends bei 
KuA war und Gold Übernommen hatte. Der IM vermutet, daß es sich 
bei diesem Privatkonto entweder um ein Privatkonto von B. handelt, 
das er seinerzeit zusammen mit den gemeinsamen Konten angelegt 
hat oder, daß H. Uber dieses Konto Kenntnis hat und bisher darUber 
verfügt hat. 

Es wurde bisher weder B. noch H. dazu befragt. Der IM hat ledig- 
lich Uber diesen Vorfall Genossen PARKEN eine handschriftliche 
Information übergeben. 

Dem IM ist nicht bekannt, wie die Beziehung H./B. seinerzeit zu- 
standekam. Die Abwicklung der Geschäfte mit B. erfolgt folgender- 
maßen : 

Durch KuA und B. werden Einzahlungen auf das Schweizer Konto ge- 
leistet. Wie bereits erwähnt , 2/3 KuA, 1/3 B. Entsprechend dieser 
eingezahlten Summe wird Gold beim Schweizer Bankverein eingekauft 
und auf Abruf von KuA nach Berlin-Schönefeld verladen. Seitens 
KuA wird die Ware übernommen und von B. illegal nach Berlin (West) 
transportiert. Bei Obernahme der Ware von KuA zahlt B. dann den 
entsprechenden Betrag in bar, dabei handelt es sich um Beträge 
von 1 bis 2 Mio DM. 


B. verkauft das Gold dann an andere Händler weiter, und es werden 
seitens KuA an diesen Geschäften 2 % verdient, B. hat etwa 4 bis 
4 1/2 %. B. hat jetzt zum Ausdruck gebracht, daß er den Eindruck 
hat, daß verstärkte Kontrollen in Berlin (West) zu seiner Person 
stattfinden und er aus diesem Grunde größere Vorsicht walten lassen 
muß. Aus diesem Grunde würde er auch abends diese Transporte durch- 
führen . 

Weiterhin hat er die Absicht, sich aus Berlin (West) zurückzuziehen 
in nächster Zeitund sich ln Kostarika niederzulassen, wo er in 
das Grundstücksgeschäft einsteigen will. Er hat angeboten, auch 
von dort aus mit KuA weiterhin zusammenzuarbeiten. 


274 




Pgrsona 1 i en 

Edgar Bader 

1.2.1946 in Hornberg 

Berlin (West), Sonnenallee 40 

B. erhält Uber KuA ein Dauervisum. 


Machost 

Hauptmann 


275 




TreHauswertung: 

(l. B, Hlnw«lt Ouf Inhalt d*r B«rl<iit*ritollur»g, «ntlprldil Auftfog d*r ElntoU richtung. Verfielt»« d*» IM. Anj«l<4vrn von Un»h*llchlt#M / Untinrorl^tilgkvtt f 
D«kon>plrollon, op. W*rt und Ob}*fcllvMÖt d«f Berichl«nlo>tung, V«rw»r1ung d*f «rorbwltvl^n lnformolion«n. ld*ologl»ch« Problem*, •rxlohor Uch* MoBr>oh. 
Zuwondurnjvn) 



oAäat C ' ^1^0 


Neuer Auftrog und Verholtensnnie 












Bemerkungen des DiensIvorgeseUten 

Ifl U/^fA * 

^ ! "'/J ^ii04^(ri//CcmyC^ • y-Ä 






Hauptabteilung XVI 1 1/ 7 


Berlin, 14. Dez. 1983 
ma-a r 

Treff: 6. 12. 83 
IMS: "Peter Reichelt" 
IMK: "Sophie" 

Zeit: 10.00 - 11.45 Uhr 

durchgef.: Hptm. Machost 


treffbericht 


Der IM berichtete, daß Bader (ph.) aus dem Geldgeschäft bei 
Kunst und Antiquitäten ausgestiegen ist. Bader hatte eine 
Vorladung von der Steuerfahndung und hat daraufhin Berlin (West) 
kurzfristig verlassen und sich in die Hauptstadt der DDR be- 
geben. Er hat sich in der Hauptstadt der DDR aufgehalten, 
entweder im Interhotel "Metropol" oder "Palast" und hat über 
Schönefeld-Lissabon einen Flug nach San Jose, Kostarika, ge- 
bucht, wo er sich zukünftig, zumindest für die nächsten 5 Jahre, 
aufhalten will. Bader hatte diesen Abgang aus Berlin (West) 
vorbereitet, da er damit rechnete, daß es in absehbarer Zeit 
Probleme mit der Steuerfahndung bezüglich der Goldgeschäfte 
geben wird. 

Seine Ehefrau lebt in Sandhofen (ph.) in der BRD, inwieweit 
diese ebenfalls nach Kostarika ausreisen wird, ist nicht be- 
kannt. bader hat sich dazu nicht geäußert. Er beabsichtigt, 

5 Jahre dort zu leben, bis in der BRD eine Verjährung der 
Steuerhinterziehung eingetreten ist. bader hat vorgeschlagen, 
in Kostarika eine gemischte Gesellschaft zu gründen, gemein- 
sam mit KuA, nach seinen Vorstellungen will er 300.000 Dollar 
einzahlen, den gleichen Betrag sollte KuA zahlen. Er wollte 
dann in Kostarika mit Immobilien handeln, d. h, Boden kaufen, 
darauf Häuser errichten und diese dann verkaufen bzw. ver- 
mieten. Weiterhin würde er versuchen, Kostarika zum Umschlag 
von DDR-Waren zu nutzen. Nach seinen Darlegungen seien die 
Voraussetzungen in Kostarika dafür sehr günstig, da sich auf 
Grund der niedrigen Preise nach Kostarika viele Personen 
aus Westeuropa zurückziehen, die sich it) gleicher oder ähn- 
licher Situation wie er befinden, d. h, die Steuerprobleme 
haben und sich bis zur Verjährung ihrer Steuerangelegen- 
heiten nach dort zurückzi ehea. Er beabsichtigt, im Januar wieder 
in die DDR zu kommen, um weitere Gespräche zu führen , bezüg- 
lich der Gründung einer gemischten Gesellschaft mit KuA 
steht die Entscheidung von IGen. Seidel noch aus, 

Haubold (ph.) hat bisher noch keine neue Arbeitsstelle, er 
ist z. Z, krankgeschrieben. Auffallend zu Haubold war, daß 
er sich während des Aufenthaltes von Bader in Berlin mit 
diesem offenbar getroffen hat. Er hatte von Bader Bargeld er- 
halten, um dessen Flugticket nach Kostarika bei der Interflug 
zu bezahlen. Nach Meinung des IM gab es dafür keinen Grund. 


277 




2 IF 


Bader hätte die Flugkarte selbst bezahlen können bzw. 
wäre dies offiziell über KuA möglich gewesen. 

Durch Gen. Parken (ph.) wurde der IM informiert, daß voraus- 
sichtlich in die Geldgeschäfte bei KuA ein neuer Kunde aus 
Berlin (West) einbezogen wird, der über den AHB forum kommen 
soll (es handelt sich dabei um Kundiger (ph.). 

Die Zigarettengeschäfte mit der Fa. Weder (ph.) wurden 
bisher nicht fortgesetzt, da Gen. Parken dazu noch nicht 
wieder die Genehmigung erteilt hat. Weder selbst ist 
an einer Fortsetzung der Geschäfte interessiert, da die 
bisher durchgeführten 3 Operationen nicht den gewünschten 
Gewinn erbracht haben, und aus diesem Grunde bemüht sich 
Weder, die Geschäfte fortzusetzen, um auf seinen Gewinn 
zu kommen. Er hat nach eigenen Aussagen bei den ersten 
Operationen einige Kosten nicht berücksichtigt, die er 
zukünftig noch ausgleichen will. Z, B. wurden zu teure 
Spanplatten gekauft, und diese können natfa Verschnitt dann 
nicht mehr entsprechend weiter verkauft werden. 

Die Genn. Trebert (ph. ) hat mitgeteilt, daß sie am 14.12. 
Bernd Flügel (ph.) heiraten wird. Im Gespräch hat sie be- 
reits angedeutet, daß sie dann auch die Bedingungen für 
den Einsatz als NSW-Rei sckader erfüllen würde. 


Machost 

Hauptmann 


278 





Ccnocsen Langbein 

loÜQ Berlin 
ßehrenstr. 


13.7.iybA 


Werter Genoase Langbein ! 


Vereinbarungsgemau erhalten Sie heute von 
über Münzen und üoidplattchcn t 

uns 

folgende Lieferung 

3o Stück 

Goldplüttchen a ioo gr« 

a 

3.7oo, — l)H 

6o Stück 

Coldplättchcn a 5 ü er« 

a 

l«9oo, — DM 

3o Stück 

Mexico Peaus 3o 

a 

l«3oo, — ÜH 

3o Stuck 

Maple Luaf 

a 

1.175,— DH 

lo Stück 

^oble Platinmünzen Isle of Man 

a 

1.2oo,— DM 

2u Stück 

oio Sovereign 

a 

2üü, — DM 


Uir schlagen vär, daß zu den o.g. Preisen in Ihren Wechsel- 
stellen verkauft wird« 

Bai ausschlaggebender Änderung des Goldpreises würden wir Ihnen 
jeweils kurzfristig die neuen Verkaufspreise nennen« 

In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals auf das bereits zu 
einem früheren Zeitpunkt diskutierte Problem der Erweiterung 
der Anzahl der Wechselstellen, die tlunzen und Coldpiu ttchen 
verkaufen, hinveisen. 


Hit sozialistischem Cruo 



Ceschuftsführer 



Lieferung in vollem Umfang 
erhalten t 




Dokument 18d 



Maiipt ab to i 1 iing XV T 1 1 / / 


Rcriin, 26, Sept, 1984 

m a *■ k 1 * 

Treff: 26. Sept. 1984 

: "Peter Re ic heit" 

I'^IP : "Sophie" 


entgehenden,: llptm. Machost 


Bericht 


zu einem Gespräch mir Herrn Bader v'om 24 , Sept , 1984 


Amobengenannten Tag informierte mich R. darüber, daß am letzten 
Freitag, 21, Sept, 1984, in Berlin (West) ein Ilaf tprüfungs termin 
für Herrn MÜLLER stattgefunden hat. Nach Aussagen des Anwaltes 
von Herrn M,, mit dem B, am vSonnahend und Sonntag telefonischen 
Kontakt halte, wurde von M, gegenüber dem WB~Staat sanwal t ausge- 
sagt, daß er das Gold, was ihm von steuerlicher Seite angehangen 
wird, von B. erhalten haben soll und dafür von B, keine Rechnungen 
erhalten hat und er deshalb selbst Belege geschrieben hat, unddie 
Steuerfahndung bei ihm im Büro in Berlin/Frankfurt sichergestellt 
hat . 

Kr hat weiter gesagt, daß er immer aussagen wird, von wem er das 
Gold hat, weitere Umstände will er dazu nicht sagen It, Angaben 
des Anwaltes, Nach Linschatzung des Anwaltes hat M, mit einer 
Verurteilung Gefängnis von 1 bis Jahren zu rechnen. 

Nach Kinschätzung von B. rechnet er damit, daß es sich hierbei 
um einen Handel mit dem Staatsanwalt von Bcilin (West), der die 
Sache untersucht, handelt, ihn, R,, neu zu belasten, um das 

Verfahren, was noch in Berlin (West) gegen ihn anhängig ist, weiter 
am laufen zu halten. 

Weiter mußte festgestellt werden, daß die letzte hieferung Gold, 
die M, erhalten hat (30 kg) Wert ca. 1 Mio PM, nicht auffindbar 
ist, weder das Geld nocli die Ware, Nach lii nschätzung von B, muß 
diese Menge als Verlust zumindestens vorläufig gebucht werden, 

B. unterbreitete hier den Vorschlag, den Verlust so zu teilen, 
wie auch bisher der Gewinn geteilt wurde, also 1/3 B,, 2/3 wir. 
Dieser Vorschlag wurde von mir abgeleluit. Von unserer Seite ist 
abgesichert, daß B. an kein Geld ans dem gemeinsamen Konto her- 
ankann. Wir haben ca. 800 000,-- DM Gewinnanteil auf unserem 
Konto bei der Handelsbank für B, zu stehen, worüber nur unsere 
Fa, Ver f ügung s gewa 1 t hat, 

B, hat am 2S, Sept, 1984 die DDR wieder in Richtung Costarica 
J^erlassen und wird nacii seiner Aussage etwa Mitte Dez, 1 984 zurück- 
pommen. In der nächsten Woche soll die Problematik Gold dem Gen. 

E e i d e 1 vorgetragen werden, um hier eine Entscheidung her- 


280 





boizuführen, welcher Kurs künftig gegenüber B. gefahren wird, also 
ob wir auf seinen Vorschlag, Teilung des Verlustes 1/3 zu Z/5 ein- 
gehen oder ob wir schadlos aus seinen Gewinnan te i len^hal ten • 

Die Problematik Zigare t ten/ I t a 1 ien ist noch nicht geklärt. Der 
geplante Besuch von Herrn Weder in dieser Woche mußte 
aus Grtinden, die bei W. liegen, abgesagt werden. Sein nächster 
Besuchs termin für Berlin ist auf den 2,/3, Okt, 1984 festgelegt. 


gcz.: ”Peter Reichelt” 


281 





Kunst und Antiquitäten Berlin, den 09.06.1985 

GmbH 


Mitteilung an den Staatssekretär, 
Gen. Dr. Schalck 


Betr.: Stellungnahme zum Verkauf von Goldbarren in den 
Wechselstellen der Staatsbank der DDR 


Grundlage für die Geschäftskonstruktion bildete unser 
Vorschlag vom 18.11.1982 an den Gen. Seidel. 

Ausgehend davon wurde mit der Staatsbank am 10.06.1983 
eine Vereinbarung Ober den Vertrieb von Goldmünzen gegen 
OM durch die Staatsbank im Aufträge der DELTA GmbH geschlos- 
sen. Zielgruppe für den Verkauf waren Bürger aus dem NSW, 
da unsere Verkaufspreise so gestaltet sind, daß durch Weg- 
fall der Mehrwertsteuer ein Preisvorteil von ca. 7 % und 
mehr entsteht. 

Am 22.01.1984 wurde mit dem Vizepresidenten der Staatsbank, 

Gen. Meier, ein Gespräch über Möglichkeiten der Ausweitung 
des bisherigen Geschäftes geführt. Darin wurde u.a. verein- 
bart, auch Goldbarren in Stückelungen 10 g bis 100 g in den 
Verkauf einzubeziehen. 

Dabei wurde von mir die Frage aufgeworfen, ob nicht durch den 
Verkauf dieser Barren, -bedingt durch den unterschiedlichen 
Goldankaufspreis, Spekulationen durch DDR-Bürger gegeben 
sind . 

Diese Bedenken wurden vom Gen. Meier nicht geteilt, da heute 
jeder Besuchsreisender in Westberlin oder der BRD die Möglich- 
keit hat, sich mit Goldbarren zu versorgen. 

Am 13.07.1984 erfolgte die erste Lieferung in Form von 50 Stck. 
Goldbarren a 100 g und 60 Stck. e 50 g. 


Im Zeitraum von Juli 1984 bis 30.05.1985 wurden insgesamt 
16 Stck. Goldbarren a 50 g und 20 Stck. Goldbarren a 100 g 
durch die Wechselstellen verkauft. 

Der Verkauf erfolgte ausschließlich in den Wechselstellen 
Berlin- Friedrichstrasse und Berlin-Schönefeld. 


Der Genamtumsatz betrug somi 1D2.160,-- 






Fl 


n 




7.6.1985 




Vermerk über einen Anruf des Genossen Dr. Schalck 


Betr.; Kommissions vertrag mit der Staatsbank über den 
Verkauf von Münzen und Barren 


Genosse Dr . Schalck erwartet sofort die Vorlage der er- 
teilten Vollmacht und Vorlage aller in diesem Zusammenhang 
geschlossenen Vereinbarungen. 

Da der Verkauf von B. den gesetzlichen Bestimmungen der 
DDR widerspricht, sind mit Wirkung vom 6.6.85 alle in 
diesem Zusammenhang getroffenen Festlegungen außer Kraft 
gesetzt worden. Der Genosse Meier, Vizepräsident der 
Staatsbank, wurde darüber in Kenntnis gesetzt mit der 
Bitte, entsprechende Maßnahmen einzuleiten. 

Genosse Dr. Schalck ließ durchblicken , daß es bezüglich 
des Verkaufs der B. sehr unangenehme Diskussionen gibt 
und daß er von uns erwartet, daß wir namentlich belegen 
können, mit wessen Genehmigung wir diese Geschäfte durch- 
geführt haben. 

Er erwartet, daß Genosse Farken am Montag, dem lo.6.85, 
8.00 Uhr bei ihm erscheint und auf einer Seite zusammen- 
gefaßt schriftlich den Sachverhalt darlegt. Diese Infor- 
mation muß auch enthalten, welche Umsätze erzielt worden 
sind . 


H 



283 




7.6. 1985 


Information 


Nach dem Anruf des Genossen Dr. Schalck wurde nach Rück- 
sprache mit Kollegin Unger Kontakt mit dem Genossen Lang- 
bein, Leiter der Filiale Wechselstellen aufgenommen, um 
sicherzustellen, daß mit sofortiger Wirkung, wie vom 
Staatssekretär angewiesen, der Verkauf der Barren in allen 
Filialen gestoppt wurde. 

Genosse Langbein bestätigte, daß auf Weisung des Genossen 
Meier ab 15. oo Uhr am 6.6.85 alle B. aus dem Verkauf ge- 
zogen wurden. Er konnte mir keine Auskunft über den Inhalt 
des Kommissionsvertrages geben, weil er ihm auch nicht 
vorliegt. Er wies noch darauf hin, daß er zu Beginn dieses 
Geschäftes darauf aufmerksam gemacht hat, daß dafür Geneh- 
migungen vorliegen müssen und daß ihm dies von seiten Gen. 
Haubold bestätigt wurde. 

Eine abermalige Rücksprache am 7.6.B5 beim Gen. Langbein 
ergab, daß in dem ihm vorliegenden Kommissionsvertrag 
vom 1.6.83, abgeschlossen zwischen Gen. Flaubold und 
Langbein, nur die Münzen aufgeführt sind. 

Weitere Informationen waren weder aus unseren eigenen Un- 
terlagen noch aufgrund von Rücksprachen bei der Staatsbank 
erhältlich, so daß bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein 
Schreiben an die Staatsbank mit dem ausdrücklichen Vermerk 
der Aufhebung dieses Vertrages ausgefertigt werden konnte. 

Eine Rücksprache bei der Genossin Bleßing hat ergeben, 
der M ünz enverkauf wurde nicht eingestellt und dafür wurde 
auch die Genehmigung seitens des Bereiches Kommerzielle 
Koordinierung gegeben. 



284 




Dokumente 18f 


Arbeitsgruppe BKK 

Berlin , 
ha-schm 

14 . 

11 . 

1987 


Treff; 

13. 

11 . 

19B7 


IMS ••Peter Reichelt” 

IMK/KW ”Rostock” 

Zeit: 13.00 - 20.30 Uhr 

Major Hartung 
Major Machost 
Oltn. Honig 

Tonbandabschrift 


Information 

zur Reise in die Schweiz im Zeitraum vom 11. bis 12. 11. 1987 


Zweck der Reise bestand darin: 

1, Eine Geldtauschakt ion Italienische Lira gegen US-Dollar, 
mit Hilfe des Schweizer Bankvereines. Initiator dieses Ge- 
schäftes war Herr Militschin-Westberlin . Der Vorschlag hierfür 
liegt ca. 6 Monate zurück. 

2. Abstimmung der Konten und Aufrechnung des Gewinnes aus Edel- 
metall-Transaktionen beim Schweizer Bankverein. 

Die Reise war seit ca. 14 Tagen geplant und war abgestimmt mit 
Herrn Militschin-Westberlin. 

Herrn Militschin war seit Freitag, den 6. 11. 1987 genau der 

Ablauf der Reise bekannt, daß heißt, ihm war bekannt, mein Aufent- 
haltsort also Hotel und auch meine Anreise. 

Bei der Festlegung der Reise wurde Rücksprache mit dem Schweizer 
Bankverein, Herrn Keusch genommen und bei ihm angefragt, ob der 
12. 11. 1987 geeignet wäre, um das vorgesehene Geschäft abzuwickeln. 

Herr Keusch stimmte diesem Termin zu. Daraufhin haben wir ihn ge- 
beten, eine schriftliche Einladung für mich, für den Zeitraum 
11. bis 13. 11. 1987 nach Zürich, zu schicken. 

Biese Einladung kam per Telex im AHB K. und A. an. Diese wurde 
^^rwandt für die Erlangung des Einreisevisums nach der Schweiz. 

^twa zum gleichen Zeitpunkt hat Kollegin Unger von mir den Auftrag 
^^halten, im Hotel ”City -Zürich” ein Zimmer für den obengenannten 
^Gitraum zu buchen. 

*^®lln. Unger hat dies telefonisch erledigt und hat gleich beim ersten 
^nruf eine Bestätigung der Zimmerreservierung erhalten. 





2 


Im Moment ist mir nicht bekannt, ob eine Telexbestätigung anschlie-- 
ßend erfolgt ist. Daraufhin haben wir den Schweizer Bankverein, 

Herrn Keusch informiert, daß es nicht notwendig ist, daß der Schweizer 
Bankverein für mich ein Zimmer reservieren läßt, daß ich bereits 
eine Reservierung im •’City-Hotel -Zürich**habe . 

Und zwar für den Zeitraum 11. bis 13. 11. 1987. 

Nach dem am 6. 11. 1987 mit Herrn Militschin der genaue Reiseab- 
lauf abgestimmt war, erhielt ich am 11. 11. 1987, etwa in dem 

Zeitraum 11.30 - 12.00 Uhr, den Anruf von Herrn Militschin, daß 
^r seinerseits die Zusage für das geplante Geschäft zurückziehen 
müsse, da ihm sein Geschäftspartner nicht genügend Sicherheit bieten 
würde, um dieses Geschäft reibungslos abzuwickeln. 

Hierzu muß erwähnt werden, daß der Geschäftspartner von Militschin, 
also die Hintermänner für die geplante Geldtransaktion, mir weder 
persönlich noch namentlich bekannt sind. 

Ich hätte diese erst in Zürich kennengelernt. Weiterhin versicherte 
mir Militschin, daß auch diese Leute nicht wissen, wer ich bin und 
wessen Nationalität. 

Militschin versicherte mir ausdrücklich, daß seine Hintermänner keine 
Information darüber hoben, daß bei dem geplanten Geschäft ein DDR-Ge- 
Schaft spartner mit im Spiel ist. 

Es muß hierzu erwähnt werden, daß sowohl nach schweizer Recht, als 
auch nach unserem Recht es sich hierbei um ein legales Geschäft 
handelt aber es ist zu vermuten, da Italien eine sehr strenge 
Devisenbewirtschaftung besitzt, daß dieses Geld illegal von Italien 
nach der Schweiz gebracht wurde und italienische Kreise interessiert 
sind, diese Lira in fremde Währung, und hier waren Dollar gefordert, 
umzutauschen, um somit die Herkunft des Geldes zu verschleiern. 

I^ den Vorgesprächen , die wir zu dieser Geschäftstransaktion mit 
Militschin geführt haben, hat er uns mehrmals versichert, daß os 
^^ch um kein sogenanntGS**Schmut ziges Geld*’ also Geld aus Banküber- 
fällen, Erpressungen oder ähnliches handelt. Gleichzeitig soll auch 
^^cht aie Mafia im Spiel sein, sondern sich lediglich um Gelder von 
i’^dustriel len handeln, die versuchen auf diese Art und Weise Geld 
Italien ins Ausland zu bringen. 


286 




3 


Erwähnt werden muß hierzu noch, daß im Vorfeld unserer Gespräche mit 
l^^ 2 itschin die Forderung ihm gegenüber aufgemacht wird, daß kein 
Bargeld eingerahlt wird, sondern mit einem Bankscheck gezahlt wird. 
Diese Forderung erhob uns gegenüber der Schweizer Bankverein. 
Militschin bestätigte dies in der Vorbereitung des Geschäftes und 
die gesamte Ko-nstruktion war auf Übergabe von Schecks ausgerichtet. 
Daß heißt, der Partner hätte einen Bankscheck einer bekannten 
Schweizer Bank in Lira aufgemacht, uns übergeben, ich hätte an Ort 
und Stelle diesen Scheck indursieren müssen und der Partner hätte 
vom Schweizer Bankverein einen Bankscheck in Dollar aufgemacht 
zurückerhalten und zwar als Gegenwert US-Dollar umgerechnet zum 
jeweiligen Tageskurs unter Abzug von 3^5 Prozent Gewinn für K. u. A 
und Militschin. 

Hierzu war vereinbart worden, daß der Gewinn wie folgt geteilt 
wird; 

-2 l/ 2 Pr 02 ent K.u A, 

- 1 Prozent Militschin. 

Es war weiter vereinbart, daß der italienische Partner den Liragegen- 
wert in einer Höhe von etwa 5 Mill. Dollar einzahlt. 

Sofort nach dem Anruf von Militschin habe ich Genossen Parken über 
die neue Situation informiert und wir haben gemeinsam beraten, ob 
die Reise durchgeführt wird oder abgesagt. 

Wir sind dann zu dem Entschluß gekommen, daß auf Grund der Forderungen 
des Genossen Seidel eine Zwischenabrechnung für die Edelmetalltrans- 
aktion vorzunehmen, ich diese Reise antrete, um exakte und neueste 
Zahlen vom Schweizer Bankverein hierzu zu erhalten. 

Es wurde im Gespräch weiter f estgelegt , e ine Möglichkeit zu suchen, 
die Reisedauer zu verkürzen, daß heißt, daß bereits am 12. 11. 1987 
meine Heimreise erfolgen sollte. Nach kurzem Studium vorhandener 
Elugpläne war ersichtlich, daß ein Rückflug über Wien oder Prag für 
den Abend des 12. 11. 1987 nicht möglich war. 

Einzige Möglichkeit die sich hier ergab war ein Rückflug direkt von 
Zürich nach Westberlin. 

Daraufhin wurde durch den Gen. Parken beim Gen. Seidel angerufen um 
® Genehmigung für die Nutzung der Flugstrecke Zürich-Westberlin 

«inzuholen. 


287 




Arbeitsgruppe BKK 


Berlin. 14. 11. 1987 

ha -schm 


Kurz auskunft 

zur Person MILITSCHIN (MILETSCHIN) , Wladimir 

Militschin unterhält seit 1984 kommerzielle Verbindungen zur 
Kunst“ und Antiquitäten GmbH. Er wurde durch den westberliner 
Kaufmann 

Bader , Edgar 

geh. am 1. 2. 1946 Hornberg 

bis 1983 wh.: Berlin-West- 

Sonnenallee 40 
in der Abt. XII des MfS 

im Zusammenhang mit einem, durch Bader gemeinsam mit der Tochter- 
firma der Kunst- und Antiquitäten GmbH - DEL. TA-realisierten Gold- 
geschäft bekannt, an dem er sich später beteiligte. 

Bei diesem Goldgeschäft importierte die Firma DELTA Gold aus der 
Schweiz und verkaufte dieses an Bader/Militschin und andere weiter. 
Diese wiederum verkauften, entgegen den gesetzlichen Bestimmungen, 
das Gold an westberliner Abnehmer. 

Oer Gewinn aus dieser Geschaftskonstruktion wurde zwischen der 
DELTA und M i 1 i t s ch i n / B a d c r geteilt. 

1985 mußten die Goldgeschaf te eingestellt werden, weil sie 
westberliner Kontrollbehörden bekannt wurden. In der Folgezeit 
wurden durch die Firma DELTA mit Militschin Geschäftskonstruk- 
tionen zum Abtausch von VE in KD sowie kleinere Geschäfte zur 
Kr e d i t s c hö p f ung und Vermittlungsgeschäfte bei Importen realisiert. 
Von Militschin angestrebte Warengeschäfte größeren Umfangs, konnten 
nicht realisiert werden, da Militschin keine finanziellen Sicher- 
heiten bot . 

Gegenwärtig unterhält Militschin, nach bisher vorliegenden Er- 
kenntnissen, kommerzielle Kontakte zur Kunst- und Antiquitäten 
GmbH und der seit 1. 1. 1986 selbständigen Firma DELTA Export-/ 

Import GmbH . 


288 




2 


Seine Hauptgeschäftspartner bei der Kunst- und Antiwuitäten GmBH 
und bei der DELTA Export/ Import GmbH sind 

Richter , Klaus-Dieter 
und H a a s e , Hans. 

Hilitschin ist als 

Miletschin , Wladimir 
geb. am 8. 11. 1939 in Kiew 
wh . ; Berlin-West 15 

Bleibtreustraße 26 

in der Abteilung XII des MfS für die HVA/SWT/AG 2/2, Mitarbeiter 
954 erfaßt . 

Nach Auskunft dieses Mitarbeiters wird Miletschin durch die HVA/ 
SW r zur Beschaffung technischer Geräte genutzt, wobei Miletschin 
selbst nicht bekannt sein soll, daß er Beschaffungen für das HfS 
realisiert . 


Honig 

Oberleutnant 


289 





Treff: t. MÄrz 1983 

IMS: "Peter Relchelt* 

IMK: "Berg" 

Zelt: 10.00-11.30 Uhr 

entgegengen. : Ofw. Halbaeh 


B e r 1 c h t 


zun Stand der Verhandlung mit der Fa. VUest-Intertradl ng/L1nz/0ster- 
reich Uber den Export von Insektenspray Uber Österreich nach de« Iran 
sowie Absicherung für den Export notwendiger Importe 

ttand der Verhandlungen 

Hinsichtlich des Exportes fUr das Insektenspray fUr 1983 sind hier 
insgesamt 3 Mio Dosen vorgesehen, ist der Stand der, daß es mit der 
Vöest-lntertrading z. Z. noch Frei sprobleme gibt. Vöest ist nicht 
bereit, unseren derzeitigen Angebotspreis zu akzeptieren .Begründet 
wird dies damit, daß sie beim Export nach dem Iran unser Produkt 
mit mindestens 10 S zu dem bisherigen BRO-Produkt unterbieten mußten 
und dies mit unserem Jetzigen Preis nicht möglich sei. Oie Preisver- 
handlungen hierzu sind z. Z-. ausgesetzt und Grund dafür Ist, daß 
die Vöest selbst noch nicht den Auftrag aus dem Iran erhalten hat. 
Nach Einschätzung der Vöest ist dies frühestens in der Woche ab 
17. März 1983 möglich. 

Nach Angaben der Vöest handelt es sich bei diesem Export um eine 
Ausschreibung im Iran. Z. Z. seien Mitarbeiter der Vöest im Iran, 
um hier an Ort und Stelle dabei zu sein, wenn der Auftrag vergeben 
wird. 

Bemerkt werden/Beme rkt muß hierzu noch werden, daß die Vöest auch 
mit einer Hamburger Chemlefa. verhandelt mit dem Ziel, uns hier 
weiter im Preis zu drUcken. Oie Hamburger Chemlefa. soll fUr die 
Vöest dieses Insektenvertilgungsmittel auf den entsprechenden Spray- 
doesen abfUllan. 

Hinsichtlich der notwendigen Importverhandlungen ist der Stand der* 
daß seitens DELTA, hier werden die Importverhandl ungen von der 
Kollegin Kasper geführt, mit der BRD-Fa. Schmahlbach 
Lubeca. der Verhandlungsstand der Ist, daß die 3 Mio Dosen* die 
benötigt werden. Innerhalb kürzester Frist durch Schmahlbach 
Lubeca mit entsprechender Beschrl ftung geliefert 

werden können. Die Prei s verband! un gen hierzu sind auch abgeschlossen. 
Nach unserer Einschätzung wurde hier durch uns ein gUnstIger Preis 
erzielt. 






Was den Import der AbfUll-Anlage von der ital. Fa. Cooster anbe» 
langt, so Ist der Stand der. daß uns z. Z. das Angebot dieser Fa. 
vorllegt. Das Angebot wurde uns Übermittelt durch den Vertreter 
der Fa. Chemoplast/Berlln (West). Aufgrund des derzeitigen Standes 
beim Export haben wir die Importanlage noch nicht verhandelt, da 
sie nicht unbedingt mehr fUr 1983 benbtigt wird. Sic Ist unbedingt» 
notwendig für die Refinanzierung für die Jahre 1984 und 1985. da 
hier die Menge, die exportiert werden soll, ansteigt. 

Partner bei der Fa. Cooster sind uns deshalb z. Z. noch nicht be- 
kannt. 

Hinsichtlich des Real 1 s ierungszel traunes Ist geplant, daß das 
Projekt in den Jahren 1983 bis 1985 refinanziert wird. Oie Importe 
Doeen würden sich gleichfalls auf die genannten Jahre beziehen, die 
Anlage zur Abfüllung des Insekten-Sprays wUrde 1983 erfolgen. 

Die Leitung für das Gesamtprojekt (Export und Import) liegt ln 
meinen Händen. Bemerkt werden muß hier noch, daß das Exporge- 
schäft mit dem Insektenspray für DELTA eine wichtige Grundlage 
für die Planerfüllung des Jahres 1983 sowie in den Folgejahren 
1984 und 1985 darstellt. In der Messezielstellung zur bevorstehen- 
den LFM 1983 ist die Realisierung des Exportes für DELTA enthalten. 


gez.: "Peter Reichelt* 


291 




Dokument 19 b 


5CVIII/7/2 


entgegengenommen: 

Hptm. Machost 


• Z91 

Berlin, 13. 1 . -15184 
ma~sta 

Treff: 10. 1. 1984 
IMS: "Peter Reichelt" 

Tonbandabschrl ft 


BERICHT 


Der IM berichtete, daß er anläßlich einer Verhandlung im IHZ 
Herrn W ü r t e 1 e kennenlemte. Gegenstand der Verhand- 
lung war der Export von Insektenspray der Fa. DELICIA nach 
Jordanien. Der Vertrag soll über die Firma Delta abgewickelt 
werden und es wurde dazu eine Firma gesucht, die die Finanzie- 
rung mit Jordanien übernimmt. Es wurde seitens Delicia dafür 
die Fa. 3M empfohlen, die derartige Produkte international ver- 
treibt. 

Im Aufträge von 3M erschien zu dieser Verhandlung der Würtele. 

Zur Person: Würtele , Helmut 

Maintal 2, *fpni rirnfidstr. 20 

Bevollmächtigter der Fa. JATEX 
Konsumgüter Im-Export. 

W. erklärte in der Verhandlung, daß er mit dem DDR-Geschäft 
vertraut sei, da er in der .Vergangenheit viele Geschäfte mit 
der Fa. Forgber abgewickelt hat. Dabei habe es sich um ähnliche 
Geschäftskonstruktionen gehandelt und um Reexportgeschäfte. 

Die Verhandluniprunit W. sollen fortgesetzt werden, wenn er das 
Angebot der Delicia geprüft hat und die Zahlungsmöglichkeiten 
geklärt sind. 



Machost 

Hauptmann 


292 





Dokumente 20 


Arbeitsgruppe BKK 


Berlin, 14. 11 . 1987 
mo -schm 


y 0 r m e r k 

7 u m Treff mit dem IMS '*Peter Reichelt*^ am 13. li. 1987 

12, 11. 1987, gegen 21.30 Uhr teilte der IMS -Peter Reichelt” 

Gen. Major Machost - über Wohnungsanschluß - telefonisch mit, 
daß er während seines dienstlichen Aufenthaltes in Zürich/ Schweiz 
( 11 . /12. 11. 1987), von einer männlichen Person auf der Straße 
angesprochen wurde und mit ihm anschließend ein Gespräch stattfand. 
Auf nähere Einzelheiten des Gespräches v^urde bei dem Telefonat 
nicht eingegangen. 

Mit dem IMS wurde vereinbart, daß er sich am 13. 11. 1987 im Betrieb 
aufhält und unsererseits telefonisch Verbindung aufgenommen wird, 
zur Vereinbarung eines persönlichen Treffs. 

Zum Verhalten des IMS während des Telefongespräches konnte festge- 
stellt werden, daß er sehr erregt wirkte. 

Am 13. 11. 1907 wurde der IMS durch Gen. Manfred Seidel (Bereich 
Koko) zu 13.00 Uhr zu einem Gespräch in das MAH bestellt. Gen. Sei- 
del erteilte diesen Auftrag über die Genn. Harz, die auf Grund 
der Abwesenheit des GD, Gen. Parken, amtierte. 

Zum IMS wurde anschließend durch Gen. Machost telefonisch Kontakt 
aufgenommen und ihm mitgeteilt, daß er sich um 13.00 Uhr an der 
IMK "Sophie” einfinden möchte und der Termin bei Gen. Seidel zur 
Legendierung seiner Anwesenheit im Betrieb dient. 

Der IMS erschien pünktlich am vereinbarten Ort. Sein PKW wurde auf 
dem dortigen Parkplatz abgestellt und es wurde gemeinsam in die 
IMK "Rostock” gefahren. Durch Gen. Major Hartung und Oltn. Honig 
wurde die Fahrt zur IMK mit einem zweiten PKW abgeaichert. 


293 





2 


Der Treff wurde in der Zeit von 13.00 Uhr bis 20.30 Uhr durch die 

Genossen 


Major Hartung 
Major Machost 
Oltn, Honig 


durchgeführt . 

Der IMS berichtete zunächst mündlich über Vorbereitung, Aufgaben- 
stellung und Ablauf der Dienstreise. 

Dieser Teil des Gespräches wurde konspirativ aufgezeichnet . 
Anschließend sprach der IMS folgende Informationen auf Tonband: 

1. Vorbereitung und Verlauf der Dienstreise. 

2. Kontaktierung und Gesprächsführung durch Mitarbeiter des 
BND. 

3. Personenbeschreibung der BND-Mitarbeiter **0randi3** und 
-Schüler“ . 

Einschätzung zum Verhalten des IMS; 

Es kann eingeschätzt werden, daß der IMS in der Anfangsphase des 
Treffs erregt war und mit zunehmender Gesprächsdauer sicherer 
wurde und konzentriert zu den Problemen berichtete. 

In seiner ersten Berichterstattung und in der Wiederholung zur 
Tonbandaufzeichnung sowie in den Antworten auf Zwischenfragen, 
wurden keine Widersprüche erkannt. 

Während des Treffs erklärte der IMS mehrfach, daß er, trotz 
Vorbereitung auf eine mögliche Kontaktierung durch den BND, von 
dieser zunächst überrascht war. 


294 




3 


Nach anfänglicher Unsicherheit im Gespräch mit den beiden BND- 
Mitarbeitern habe er sich jedoch an alle Einzelheiten der In- 
struktion, die er mehrfach durch das MfS für einen solchen Fall 
erhalten hat, erinnert. 

Das habe ihn, nach seiner Eins chät zung , die notwendige Sicherheit 
iro Verhalten gegenüber den BND-Mitarbeitern gegeben. 

Er glaube auch, daß er sich entsprechend den ihm vom MfS gegebenen 
Verhaltensrichtlinien verhalten habe . 

Oer IMS wurde beauftragt: 

1 . Erarbeitung einer schriftlichen Aufstellung aller Geschäfts- 
vorgänge, die der IMS seit seiner Tätigkeit bei den Firmen 
BIEG, DELTA und Kunst- und Antiquitäten GmbH realisiert hat 
und hierbei persönlich gegen die Gesetzgebung der BRD verstoßen 
hat . 

2 . Die Legende des Gespräches, bei Gen. Seidel, wird durch den 
IMS gegenüber dem Generaldirektor der K. und A. GmbH, Genossen 
Parken, auf eine Aussprache zu Problemen der Firma DELTA kon- 
kretisiert . 

3. Zur Aufzeichnung telefonischer Kontakt auf nahmen durch den BND, 
wurde dem IMS ein Tonbandgerät übergeben und er über dessen 
konspirative Handhabung instruiert. 

Im Zusammenhang mit der geplanten Dienstreise vom 18. bis 20. 

11. 1987 in die BRD, erhält der IMS beim Treff am 16. 11. 1987, 
um 18.00 Uhr weitere Instruierungen zu seinem Verhalten , während 
dieser Reise. 

*ach Beendigung des Treffs wurde der IMS durch Gen. Major Machost, 
u seinem an der IMK "Sophie" abgeparkten PKW gefahren. 


295 




4 


Zur konspirativen Tonbandauf 7eichnung des Treffs, wird eine 
spezifische operativ-technische Auswertung zur Verifizierung 
dar Aussagen des IMS , durchgeführt . 

Bewertung des Treff verlauf es : 

Aus der Berichterstattung des IMS zur Kontaktaufnahme durch den 
BND, zur anschließenden Gesprächs führung sowie der Verbindungs- 
aufnahme zum MfS, gingen keine Hinweise auf eine Dekonspiration 
des IMS hervor. 

Das Betreten und Verlassen der IMK erfolgte unter Wahrung der 
Konspiration. Während des Treffs traten keine’ Vorkommnisse 
bzw. Besonderheiten auf. 



Machost 
Ma j or 


296 




Arbeitsgruppe BKK 

Treff; 13. 11. 1987 

IMS "Peter Reichelt" 

IMK "Rostock" 

Zeit: 13.00 - 20.30 Uhr 

Major Hartung 
Major Machost 
Oltn . Honig 


Berlin, 14 . November 1907 T <— 
har-br 


Tonbandabschrift 


Hericht über meine Kontakte zum Bundesnachrichtendienst 


Am 11. 11. 1907 wohnte ich im Züricher City-Hotel in der Löwen- 
straße. Gegen 21.15 Uhr/21.20 Uhr habe ich das Hotel verlassen, 
um mir nochmals die Füße zu vertreten bzw. ein Qier trinken zu 
gehen. Als ich das Hotel verließ, habe ich mir unmittelbar neben 
dem Hotelausgang in der Gerbergasse ein Schaufenster angesehen 
und nach kurzem Stehenbleiben wollte ich weitergehen und die 
Straßenseite wechseln. In dem Moment kam mir ein Mann entgegen, 

Alter zwischen 35 und 40 Jahre, mit welligem blonden Haar und 
Vollbart - dadurch war er mir aufgefallen. Ich mußte hier direkt 
einen Schritt zulegen, um mit dem jungen Mann nicht zusammenzustoßen, 
weil ich unmittelbar seinen Weg kreuzte. Ich bin dann in langsamem 
Tempo die Gerbergasse in Richtung Bahnhof sstraße gegangen und habe 
mir dort in der Bahnhofsstraße die Schaufensterauslagen angesehen. 

Etwa nach 20 bis 25 Minuten , ca. 21.40 Uhr/21.45 Uhr, standen 
urplötzlich zwei Männer vor mir und sprachen mich mit meinem 
Namen an und begrüßten mich. Dabei mußte ich feststellen, daß ich 
einen dieser Männer bereits gesehen hatte und nach kurzen Überlegungen 
fiel mir ein, daß das der Mann war, dessen Weg ich beim Verlassen 
oder kurz nach Verlassen des Hotels gekreuzt hatte. 

Einer dieser beiden Männer stellte sich mit Namen vor, den Namen 
habe ich in der ersten Aufregung nicht richtig verstanden. 

Dieser bereits beschriebene Mann sagte dann zu mir, sie möchten 
ein Geschäft vorschlagen. 


297 




2 



Msin erstsr Godsnke war hier , daß es sich hier um das abgesag'te 
Geschäft von Herrn Militschin handle, und die beiden Partner 
^^gjenigen v/aren, die diese Geldtransaktion durchführen wollten 
ynd Militschin ausschalten wollen. Ich fragte deshalb: "Hat Sie 
Herr Militschin zu mir geschickt?" Darauf wurde mir nur mit nein 
geantwortet. Auf den Namen wurde in keiner Weise weiter eingegangen. 
Es wurde mir lediglich gesagt, daß es sich nicht um ein Geschäft 
über Münzen oder Antiquitäten handele, sondern daß es ein Geschäft 
anderer Art sei. Daraufhin sagte ich, daß ich es sehr dubios 
finde, daß ich hier von ihnen auf offener Straße angesprochen 
werde, üblich wäre doch hier, daß man mich in der Firme engeschrie* 
ben oder angerufen hätte und daß man z. B. einen Treffpunkt im Hotel 
ausmachen habe könne. Daraufhin sprach wieder der eben genannte und 
sagte, daß es sich hier um ein Geschäft vollkommen anderer Natur 
handele, man möchte Informationen von mir. 

Darauf antwortete ich, daß ich da wahrscheinlich nicht der richtige 
Partner sei und kein Interesse an einem Gespräch habe. Mir wurde 
geantwortet, ich solle mir doch erstmal anhören, was sie mir 
vorzuschlagen haben, ohne daß ich jetzt hier bereits verneine. 

Ich habe darauf geantwortet, also okay, gehen wir in mein Hotel, 
um dort die Angelegenheit zu besprechen. Das lehnten sie ab und 
sagten, mein Hotel wäre nicht der geeignete Ort, um ein derartiges 
Gespräch zu führen. Sie würden vorschlagen, daß wir in das Hotel 
"Schweizer Hof” gehen. Ich fragte, wo sich das Hotel befinde und sie 
sagten, daß es hier unmittelbar in der Nähe liege, und zwar in der 
Bahnhof Straße , ca. 100 m vom Hauptbahnhof Zürich entfernt. 

Ich habe dann den Weg mit den beiden Männern dorthin angetreten. 

Oer Weg dorthin betrug ca. 10 Minuten. Kurz vor Ankunft am Hotel 
beschleunigte einer dieser beiden Männer seinen Schritt - es handelte 
sich hierbei um den Herrn "Schüler", wie sich später herausstellte, 
und als ich mit dem zweiten, Herrn "Brandis",im Hotel ankam, hatte 
"Schüler" bereits den Schlüssel für ein Hotelzimmer. Wir fuhren dann 
mit dem Fahrstuhl in den 5. Stock, ohne daß ich mich irgendwie an 
der Reception des Hotels gemeldet habe, und sind dann in das Zimmer, 
so habe ich das in Erinnerung, 509 gegangen. 


298 




3 


Es handelte sich hierbei um eine Sweet. Ich konnte erkennen, daß 
rechts vom Eingang ein Schlafzimmer war und links ein als Wohn- 
zimmer eingerichteter Raum. In diesem linken Raum haben wir dann 
auch unser Gespräch geführt. Ich wurde gefragt, was ich trinken 
möchte, ich antwortete, daß ich gern einen Tonic möchte. Mir wurde 
entgegengehalten, ob ich nicht lieber ein Glas Sekt oder ein Glas 
Wein oder ein Bier trinken möchte - ich bin beim Tonic geblieben. 
Daraufhin hat man mir dann noch eine Miniflasche mit Gin hingestellt 
und ich habe dann etwa die Hälfte des Inhalts der Flasche in mein 
Tonicglas gegossen. 

Das Gespräch begann dann in etwa so, daß "Brandis", der im übrigen 
der Wortführer bei diesem Gespräch war, mir erläuterte, daß seitens 
seiner Institution großes Interesse daran bestünde, mit mir zusammen 
zuarbeiten. Daraufhin habe ich die Frage gestellt, woraus ihr 
Interesse resultiere, "Brandis" antwortete, daß ich in der Vergangen 
heit interessante Aufgaben bei den Firmen BIEG, DELTA und Kunst 
und Antiquitäten zu lösen gehabt hätte, und daß dies genug Grund für 
sie seie, mit mir ein Gespräch zu führen, damit ich sie mit Informa- 
tionen beliefere. Ich habe darauf geantwortet, daß ich überhaupt- 
keinen Grund habe, an irgendjemand Informationen zu liefern. 

Ich habe das damit begründet, daß ich fest auf dem Boden der DDR 
stehe, ich habe in der DDR eine gute Ausbildung bekommen können, 
habe eine gute berufliche Entwicklung nehmen können, die Arbeit, 
die ich ausübe, gefällt mir sehr. Ich habe weiter gesagt, daß der 
Beruf, den ich wählen konnte, fast mein Wunschberuf ist, und somit 
ich keinen Grund habe, gegen irgendjemand Rachegefühle zu hegen oder 
Verrat zu begehen, zumal ich ideologisch voll mit der Ideologie 
unserer Gesellschaftsordnung übereinst irome . Daraufhin antwortete 
mir "Brandis", daß es ihm keineswegs darum gehe, Verrat zu begehen, 
sondern man möchte Informationen. Die Informationen würden sich 
im wesentlichen um Wirtschaftsinformationen handeln, das seien 
teilweise Informationen, die man zwar aus jeder Zeitung bekommen 
könnte, aber dieser Weg sei wesentlich umständlicher und ungefiltert 
so daß man daran interessiert wäre, direkt mit Informanten aus der 
DDR zusammenzuarbeiten. 


299 




4 


Sie benötigten diese Informationen für die Gesprächsführung ihrer 
Politiker z. B. mit DDR-Polit ikern , aber auch mit Politikern und 
Institutionen innerhalb der EWG. Und letztendlich würde es Ja 
dazu führen, und das insbesondere unter dem Aspekt der Reise von 
Honecker in die BRD, daB sich ja hier eine Menge z. Z. bewegt, 
n würde mehr auf sich zukommen, die Kontakte würden mehr 

(ndn wux vic 

(2 B. Städtepartnerschaft, Austausch von Jugendgruppen u. a.) 
und ich würde mit meinen Informationen dazu beitragen, die inner- 
deutschen Beziehungen, so nannte er es, zu aktivieren, indem ich 
mit meinen Informationen Bundespolitiker besser auf die Gesprächs- 
führung einstellen würde. 

Daraufhin stellte ich die Frage, an welche Art von Informationen 
er denn interessiert sei. Er betonte nochmals, daßich auf keinen 
Fall Geheimnisverrat begehen solle, den Geheimnisverrat sehe er 
darin, daß ich also keine militärischen Objekte ausspähen sollte 
und darüber Informationen bringen sollte, sondern diese rein auf 
wirtschaftlichem Gebiet liegen, z. B. welchen Kreditbedarf die DDR 
in kürze und für die Folgezeit habe. Ich antwortete darauf, daß ich 
da bestimmt nicht der richtige Partner bin, daß ich hier Ja nur über 
Bruchstücke informieren könne. Er sagte, allein dies zähle, daraus 
könnte man Stein an Stein wie ein Mosaik fügen, was zur besseren 
Information der Politiker in der Bundesrepublik führen würde. 

"Brandis" erwähnte in diesem Zusammenhang weiter, nachdem ich 
gefragt hatte, von welchem Dienst er denn eigentlich sei, und er 
mir vorher schon einmal gesagt hätte, er sei von dem Dienst. 

Ich habe dann nachgefaßt, was denn das sei, der Dienst, sagte er, 
daß er und sein Kollege, Herr "Schüler", vom Bundesnachrichtendienst 
seien, und der Bundesnachrichtendienst es als seine legitime Aufgabe 
ansehe, die Politiker der Bundesregierung als auch der einzelnen 
Länderreg ierungen mit entsprechenden Informationen auszurüsten. 

ICh habe dann weiter erklärt, daß ich mich nicht in der Lage sehe, 
die gewünschten Informationen zu liefern, da ich hier Kopfstände 
machen müßte, um an derartige Informationen heranzukommen. 





5 


Dazu erklärte er, es sei in keiner Weise gewünscht, daß ich dann 
eventuell abends bei geschlossenen Räumen mir Nachschlüssel 
beschaffe und dann durch die Räume gehe, um zusätzliche Papiere 
einzusehen, sondern er habe Interesse an den Informationen, die 
ich auf ganz legale Weise bei meiner tätglichen Arbeit in der DDR 
erhalte. Und in diesem Zusammenhang schwenkte er dann ab und 
brachte das Gespräch darauf, wer denn mein Chef sei. Daraufhin 
habe ich erwidert, daß dies Herr Parken sei und ich hätte bereits 
bei meiner Begründung gesagt, daß wir ein relativ kleiner Betrieb 
sind, in dem nicht solche Geschäfte abgewickelt werden, die über 
eine überdimensionale Größe vfjrfügen und somit relativ uninteressant 
sind. Er erwiderte hierauf wieder, daß alle Aktionen von Betrieben 
unserer Art für ihn von Interesse seien. 

Er wollte dann wissen, wer unsere übergeordneten Dienststellen 
seien. Ich habe darauf auf das MAH verwiesen und wollte hier mit 
viel Worten wenig sagen über die Unterstellung unseres Betriebes 
zum MAH. Er fragte mich dann direkt, ob unsere Chefs im MAH 
Schalck und Seidel seien. Ich habe diese Frage bejaht. 

Er ging dann ganz besonders auf mein Verhältnis zum Gen. Seidel ein 
und wollte vor allen Dingen wissen, wie oft ich Kontakt zum 
Gen. Seidel habe, und wie intensiv dieser sei. Ich habe geantwortet, 
daß dieser Kontakt sehr sporadisch ist - z. B. kann es Vorkommen, 
daß wir uns ein halbes Jahr überhaupt nicht sehen und dann kann 
es Zeiten gegen, wo wir uns wöchentlich ein paar Mal sehen, was 
allein aus meiner Funktion resultiert, daß ich bei verschiedenen 
Gelegenheiten den Generaldirektor zu vertreten habe und in dieser 
Funktion mit dem Gen. Seidel zusammenkomme. Er wollte dann weiter 
von mir wissen, ob ich von mir aus den Kontakt zum Gen. Seidel 
intensivieren könne. Ich habe das verneint und habe dies erklärt 
mit der Leitungsstruktur im Betrieb. 

Nach diesem Abschwenken zu meinen Kontakten zum MAH kam er wieder 
zurück auf die Problematik Mitarbeit. Ich habe hier nochmals aus- 
geführt, daß es für mich kein glücklicher Tag sei, an dem ich sie, 
also diese beiden Herren "Brandis" und "Schüler" .getroffen habe. 


301 




6 


Sie sagten, ich würde da zu frühzeitig urteilen, denn neben den 
Informationen, die ich ihnen liefern würde, könnten sie mir 
garantieren, daß ich die privilegierte Stellung als Reisekader 
in der DDR noch lange Zeit beibehalten könne und wenn dies einmal 
zu Ende sei, hätte ich mir in der Bundesrepublik eine derartige 
wirtschaftliche Grundlage geschaffen, die mich unabhängig machen 
würde. Daraufhin habe ich nochmals geantwortet, mit meinen schon 
vorher genannten Gründen, daß von meiner Seite kein Interesse an 
einer Zusammenarbeit bestehe, zumal für mich auch hier die Frage 
auftrete, wie echt dieses Treffen hier überhaupt sei, es könnte 
ja durchaus so sein, daß sie, also "Brandis" und "Schüler", Mit- 
arbeiter des MfS seien und meine Loyalität zur DDR überprüfen 
wollen. Das wurde von beiden bekräftigt, er sagte, daß eine der- 
artige Methode möglich wäre, aber sie wollen jetzt sofort mit mir 
ein Experiment durchführen, womit mir glaubwürdig gemacht werden 
solle, daß sie Mitarbeiter des BND seien. Daraufhin holte "Schüler" 
aus seinem Aktenkoffer zwei Seiten heraus, die aus einem Telefon- 
buch herausgerissen waren. Es handelte sich dabei um die erste Seite 
des Münchener Telefonbuches, was mit der Vorwahl für München, also 
mit 089 begann, und die zweite Seite, wo die offizielle Telefon- 
nummer des Bundesnachrichtendienstes in München-Pullach angeführt 
war. "Brandis" schlug mir jetzt vor, die Nummer in Pullach anzu- 
rufen und dem sich dort meldenden Beamten folgendes zu sagen: 

"Ich habe hier einen Herrn mit der Nummer des Personalausweises 
so und so." Daraufhin würde mir mein Gegenüber am Telefon in München 
sofort eine Antwort geben. "Schüler" und ich sind dann sofort zum 
Telefon gegangen, was etwa 2 m von unserer Verhandlungsecke entfernt 
stand. Ich habe nach der Vorwahl Bundesrepublik und München die 
Nummer 79 31 567 in München angerufen. Darauf meldete sich eine 
männliche Stimme mit "Bundesnachrichtendienst Pullach. Sie wünschen 
bitte?" Ich habe diesen vereinbarten Satz gesagt und habe die Nummer 
des Personalausweises von "Schüler", den er mir vorher hingelegt 
hatte, genannt. Nach einer Pause von ca. 10 bis 15 Sekunden wurden 
mir von meinem Gegenüber am Telefon das Ausstellungsdatum des 
Personalausweises, die Gültigkeit des Personalausweises sowie 
der Geburtsort des Inhabers und die Größe des Inhabers genannt . 

Es stimmten alle Angaben mit denen im Personalausweis überein. 


302 




7 



Zum Abschluß dieses Telefongespräches sagte mir mein Gegenüber in 
München, daß ich versichert sein kann, daß es sich um einen Mann 
von BND handelt. Daraufhin beendete ich das Telefongespräch. 

"Brandis" nahm dies zum Anlaß, um nochmals darauf hinzuweisen, 
daß es ganz in seiner Absicht liege, ehrlich mit mir zusammenzu- 
arbeiten . 

Er führte mir vor Augen, daß ich eigentlich nur die Möglichkeit 
habe, seinem Vorschlag zuzustiraroen. Würde ich nicht zustimmen, 
so würde mir passieren, daß ich keine Reisen in das NSW mehr 
machen könne und somit mein, wie er es nannte, privilegierter Status 
zu Ende wäre. Arbeite ich aber mit dem BND zusammen, so könnte dies 
noch für lange Zeit erhalten bleiben. 

Es folgten daraufhin eine Reihe von Wiederholungen, sowohl von 
der Seite "Brandis” als auch von meiner Seite. Er, der mich beschwor, 
für ihn zu arbeiten, und von meiner Seite Ablehnung aus den genannten 
Gründen. "Brandis" gab mir dann die Empfehlung, auf keinen Fall bei 
meiner Rückkehr in die DDR über einen Kontakt zum BND zu berichten. 

Er fragte mich, ob ich Reiseberichte nach Rückkehr von Dienstreisen 
in das westliche Ausland schreibe. Diese Frage wurde von mir bejaht. 
Ich fügte hier noch hinzu, daß das eine übliche Angelegenheit in 
der DDR wäre und nicht nur dort ist. 

Wir kamen dann darauf zurück, auf Sicherheiten. Ich sagte, daß ich 
dann, wenn ich für den BND arbeite, nicht nur mich selbst gefährde, 
sondern auch meine Familie. Ich erläuterte, daß ich verheiratet bin, 
2wel Söhne habe, und ich damit riskieren würde, auch die Entwicklung 
meiner Söhne zu unterbrechen. Daraufhin wollte "Brandis" wissen, 
wie alt meine Söhne sind und was sie machen. Ich habe das Alter 
meiner Söhne genannt und habe gesagt, daß mein ältester Sohn in 
Dresden studiert und der jüngere noch Schüler ist. Die Studien- 
richtung des ältesten Sohnes ist Mikroelektronik. 


303 



8 


. H mir dazu, daß sie es ganz einfach als Aufgabe 

"Brondis erKXQir^c 

j n ^or,n für den Fall, daß mir etwas passieren sollte, 

ansehen, daß dann, 

er fast hundertprozentig ausschlreßt, der BND auch dafür sorgen 
würde, daß meine Familie, Ehefrau als auch Söhne, in gesicherter 
Existenz weiterleben würden. Ich erwiderte darauf, daß ich hier 
in keiner Weise eine Einflußmöglichkeit des BND auf dem Gebiet der 
DDR sehen würde. Er sagte mir dazu, daß sie dann schon Mittel und 
Wege finden, die dies ermöglichten, sie hätten ja schließlich auf 
dieser Strecke Erfahrungen. 

Im Laufe des Gespräches kamen wir dann weiter darauf, daß ich sagte, 
wenn ich Jetzt schon für den BND arbeiten würde, würde doch für 
mich eine große Gefahr darin bestehen, entdeckt zu werden, da ich 
mir ja auch vorstellen kann, daß das MfS in das System des BND welche 
einsickern ließ. Dies wurde von "Brandis" verneint. Er sagte, beim 
BND hätte man ein derartiges System, daß in keinem Fall mit Namen 
gearbeitet wird und somit auch keine Namen über irgendwelche Dateien, 
sei es per Computer als auch per Hand abfließen könnten. 

In diesem Zusammenhang kamen wir nochmals auf den Fall Tietke zu 
sprechen, den wir vorher schon einmal kurz angesprochen hatten. 
"Brandis" erklärte hierzu, Tietke sei schließlich beim Verfassungs- 
schutz gewesen und nicht beim BND. Beim BND könnte ein derartiger 
Informationsabfluß nicht passieren. Der letzte Fall beim BND sei 
der Fall Felfe gewesen. Daraus hätte man seine Lehren gezogen. Er 
erläuterte mir gegenüber den Fall Felfe nicht näher und ich habe 
auch nicht weiter danach gefragt. 

Ich habe weiter dazu erklärt, daß ich mich diesem Abend nicht dazu 
bereiterklären kann, eine Zusage zu geben, eine Zusage würde einen 
derartigen Einschnitt in mein persönliches Leben bedeuten, dazu 
bin ich heute einfach nicht in der Lage. Daraufhin sagte "Brandis", 
daß sie dafür durchaus Verständis hätten und schlug vor, daß wir 
uns am nächsten Tag, dem 12. 11. 1987 nochmals treffen sollten. 

Ich sollte mir die ganze Angelegenheit nochmals überlegen, sollte 
darüber schlafen. Er gab mir bereits am 11, 11, 1987 mit auf den 
auf keinen Fall sollte ich mich mit dem Gedanken tragen, 

‘dieses Treffen hier in Zürich mit dem BND zu Hause zu erwähnen. 





9 


denn dann würde garantiert das eintreten, was sie mir eingangs 
gesagt hatten, daß meine Reisetät igkoit beendet sei. 

Sie fragten mich danach nach meinen Plänen am nächsten Tag, also 
am 12. 11. 1987, ohne daß ich genannt habe, mit wem ich am 
12. 11. 1987 Verhandlungen habe und wo diese stattfinden, habe 
ich erläutert, daß ich etwa bis 15.00 Uhr/15.30 Uhr zu tun haben 
werde und vorher viäre ein erneutes Treffen nicht möglich. Aber 
hier müßte ich mit mir selbst ins reine kommen, ob ich überhaupt an 
einem zweiten Treffen teilnehmen würde. Sie gaben mir hier wieder 
den Rat, unbedingt zu kommen, ganz gleich, ob ich mich schon ent- 
schieden habe und wie ich mich entschieden habe. 

Es wurde mir vorgeschlagen, daß ich nach Beendigung meiner Verhand- 
lungen mit dem Taxi zum Hotel "Zürich" kommen sollte. Ich sollte 
dann bereits meinen Koffer bei mir haben. Das Hotel Zürich liegt 
von der Innenstadt kommend am Weg zum Flugplatz Zürich, um dann 
von dort den Weg direkt nach dem Flughafen f ort zuset zen . Wir ver- 
einbarten eine Zeit zwischen 15.30 Uhr und 16.00 Uhr im Hotel 
"Zürich" . 

Daraufhin verließen wir das genannte Zimmer. Auf dem Zimmer zurück 
blieb "Schüler". Mit mir verlassen hat das Zimmer "Brandis". Er 
sagte mir beim Gang zum Fahrstuhl, daß er, wenn wir das Hotel ver- 
lassen, rechts die Bahnhof sstraße entlanggeht und ich sollte links 
entlanggehen, damit wir nicht gemeinsam gesehen werden. Dies habe 
ich getan. Ich bin vom Hotel "Schv/eizer Hof", wo das Gespräch statt- 
fand, mit einem kleinen Umweg zu meinem Hotel zurückgekehrt, bin 
dort etwa gegen 23.30 Uhr/23,45 Uhr eingetroffen, bin sofort auf 
mein Zimmer gegangen, habe noch eine ganze Weile im Bett gelesen. 

Oie Fenster meines Hotelzimmers gingen zur Gerbergasse hinaus, 
also daß man von der Straße aus beobachten konnte, ob ich im 
Zimmer bin oder nicht. Etwa gegen 00.30 Uhr/00.45 Uhr habe ich 
das Licht in meinem Zimmer gelöscht und habe versucht zu schlafen. 


305 




10 


7..««n.mentreffen mit den Mitarbeitern des BND 


Entsprechend der Aufforderung der beiden Genannten habe ich nach 
Beendigung meiner Verhandlungen beim Schweizer Bankverein am 
12 11 1987 dieses Treffen wahrgenommen. Ich bin etwa gegen 

15 15 Uhr/15.20 Uhr mit einem Taxi von meinem Hotel abgefahren, 
habe mein gesamtes Gepäck bei mir gehabt, und zum geplanten bzw. 
genannten Treffpunkt Hotel "Zürich" gefahren. Bei der Ankunft im 
Hotel "Zürich" wurde ich von"Brandis" in der Eingangshalle des 
Hotels in Empfang genommen, meinen Koffer trug vom Taxi in die 
Hotelhalle ein Hotelportier. "Brandis" nahm dem Hotelportier den 
Koffer aus der Hand - der Portier ließ ihn auch gewähren, und wir 
gingen sofort zum Fahrstuhl und fuhren zum Zimmer 3808. Das Zimmer 
trug die zusätzliche Bezeichnung "Panorama-Sweet". Das Zimmer war 
relativ groß, ich schätze 25 - 30 , lag im 11. Stock des Hotels 

und man hatte von da aus Überblick über einen großen Teil von ZüricK 
Ich v/urde wieder gefragt, ob ich etwas trinken möchte. Ich sagte, 
daß ich gern einen Kaffee trinken würde. Daraufhin etwas Verlegenhei 
und "Brandis" sagte mir, Kaffee sei leider nicht möglich, da man 
den Zimmerservice bemühen müßte, und man möchte nicht, daß ich mit 
ihnen zusammen im Zimmer gesehen v/erde . Daraufhin haben Viir kalte 
Getränke zu uns genommen. 

An dem Gespräch nahm neben "Brandis" auch "Schüler" teil. 

Das Gespräch begann damit, daß ich von "Brandis" gefragt wurde, 
was ich für eine Nacht gehabt habe. Ich habe daraufhin geantwortet, 
daß es eine sehr schlechte Nacht für mich gewesen ist, daß durch 
meinen Kopf noch viele Gedanken geschossen sind, und ich lange 
nicht zur Ruhe gekommen bin und auch heute noch zu keiner Entscheic 
bzw. ich in meiner Überlegung dazu neige, eine Zusammenarbeit ab- 
zulehnen und mir der Gedanke gekommen ist, daß ja neben den 
bereits am Vortage beiden diskutierten Wegen ein sog. dritter We« 
offen wäre, der darin bestünde, so wurde von mir argumentiert, 
daß ich ja zu Hause so tun kann, daß dieses Zusammentreffen nicht 
stattgefunden hat (also ich erwähne es in meinem Reisebericht nich 
und ich gegenüber dem BND eine Mitarbeit ablehne. 


306 




11 


twortate mir -Brandis-, daB daa ein« Möglichkeit 
O.raüf -Brandis- . nicht akzeptiert wird. Er würde 

die daß ''e^’fögung atehandan Mittel 

’^^*Mt weiter mit mir im Kontakt zu bleiban. bia ar aa endlich 
aineet . einer Zusammenarbeit zustimme. 

geschafft hsbe. 


dann noch einmal zusammen, welche Mage ich gehen könnte. 

* u-« wäre der, daß ich zu Hause berichte Ober dieses 

Dar erste weg 

Zosanmentraffen. Dieser Weg dann dann bestünde, daß ich als 
Reisekeder gesperrt werden wurde bzw. nur noch begrenzt Reisekader 
bleiben würde, also in etwa die gleichen Argumente, die er bereits 
am Vortag vorgebracht hatte. 


Der zweite Weg würde darin bestehen, daß ich mit dem BND zusamnen- 
arbeite. Oer BND mir diese Zusammenarbeit ordentlich honorieren 
würde, ich somit auch für das Alter die Möglichkeit hätte einer 
gesicherten Existenz in der Bundesrepublik oder in einem anderen 
westlichen Land bzw. auch dann, wenn mir etwas passieren würde 
und ich vom BND sofort aus dem Verkehr gezogen werden müßte. 

Oie gleiche wirtschaftliche Absicherung würde für meine Familie 
gelten . 


Und der dritte Weg vjürde darin bestehen , daß ich zu Hause über 
dieses Zusammentreffen mit dem BND berichte und im Aufträge des 
MfS eine Zusammenarbeit mit dem BND suchen würde. Er sagte mir 
dazu, daß dieser Weg für mich jedoch der allerschlechteste wäre, 
da man innerhalb kürzester Zeit in der Lage wäre, herauszufinden, 
inwieweit meine Informationen echt seien oder getürkt. 


Ich habe versucht, darauf einzugehen. Darauf sagte "Brandis*, daß 
sie auf dieser Strecke Erfahrungen haben und deshalb wäre über 
einen solchen Weg, diese Empfehlung gaben sie mir, überhaupt nicht 
nachzudenken. Ich hsbe darauf geantwortet, daß ich sagte, daß er, 
"Brandis", mir ständig von wirtschaftlicher Absicherung etwas erzih 
eber er mir hierzu noch kein konkretes Angebot gemacht habe. Letzt- 
endlich sei ja dies auch mit ein wichtiger Punkt bei meinen Über- 
legungen. 


307 




12 


Er sagte daraufhin, daß er bereit wäre, mir für den Einstieg bei 
einer Zusammenarbeit sofort 1000,-- DM zu zahlen. Denn sicherte 

711 ein monatliches Fixum von 1000,-- DM. Diese Beträge 
er nur zu, oa.»* 

würde er auf ein Konto einzahlen, was unter einem Decknamen oder 
einer Nummer laufen würde, also woraus nicht mein wahrer Name 
ersichtlich wäre. Er würde auch dafür sorgen, daß das Geld, das 
auf dem Konto verbleibt, daß es sich vermehrt. Er ging davon aus, 
daß ich nur kleine Beträge mit in die DDR nehmen würde bzw. ver- 
brauchen würde, da ich sonst auffallen würde. Er erwähnte weiter 
dazu, daß er bereit ist, je nach Qualität und Umfang der Informa- 
tionen, die von mir geliefert würden, entsprechende Prämien zu 
zahlen, über die Höhe sei dann jeweils am konkreten Objekt zu 
verhandeln . 

Nach dieser Thematik befragte mich "Brandis", ob ich Verwandte 
in der Bundesrepublik habe. Ich habe gesagt, daß ich noch einen 
Stiefbruder in der BRD habe, zu dem ich aber keinen Kontakt habe. 

Er fragte mich trotzdem nach seiner Anschrift. Ich antwortete, 
ich sagte eben, daß ich keinen Kontakt hätte, somit sei mir seine 
Anschrift auch nicht bekannt. Das wurde sofort von ihnen akzeptiert - 
dieses Thema war erledigt. 

Dann fragteer mich weiter nach meiner Telefonnummer in Mühlenbeck. 

Ich habe sie genannt, Mühlenbeck 82, darauf hingewiesen, daß dies 
in Kreis Oranienburg liegt, nicht Berlin ist. Er fragte mich dann 
auch nach meiner privaten Nummer. Die wurde ebenfalls von mir 
genannt . 

Das Gespräch ging dann in diese Richtung, daß ich sagte, daß das 
finanzielle Angebot nicht schlecht klingt, aber für Verrat auch 
nicht besonders viel ist. Darauf antwortete "Brandis", daß ich mich 
doch endlich von Klischeevorstellungen lösen möge, er hätte mir 
ja nun schon groß und breit erklärt, daß es sich bei einer Zusammen- 
arbeit nicht um Verrat handele, sondern um eine Zusammenarbeit, die 
beiden Gesellschaftssystemen zun Nutzen gereichen würde. 





13 


I h führte dann v/siter aus, daß ich mich hier nicht entschließen 

oiner Zusammenarbeit zuzustimmen. Daraufhin befragte mich 
k onn f eincsi. 

"Brandis" nach meinen weiteren Reiseplänen. Ich erwiderte ihm, 
daß ich wahrscheinlich in der kommenden Woche, also zwischen dem 
18 und 20. 11« 1987, die Bundesrepublik besuchen werden, und hier 
im Raum Ülzen, konkret bei der Fa. Röpe, die ein Kunde von uns ist, 
zu tun haben werde. "Brandis" machte den Vorschlag, daß ich unbedingt 
die Gelegenheit dieses Besuches nutzen möge, um mit ihm in Kontakt 
zu kommen. Er erläuterte mir, v/ie ich diesen Kontakt hersteilen 
kann. Und zwar sagte er mir, ich möchte den Bundesnachrichtendienst 
in München-Pullach unter der Nummer 79 31 567 anrufen und sagen, 
daß ich eine Weinbestellung aufgeben soll. Diese Weinbestellung 
soll beinhalten die Telefonnummer des Hotels, in dem ich viohnen 
v/erde, also die Nummer des Hotels als auch die Vorwahl für die 

. in der ich bin. Als System nannte er mir, « 



Ansonsten würde man sich in jedem Fall 
wit mir in Verbindung setzen. Im wesentlichen sei dies telefonisch, 
um mit mir zu einer ersten Kontaktaufnahme zu kommen. Sei dies aus 

den verschiedensten Gründen nicht möglich, dann v/olle man so ver- 
fahren, daß man sich dann im Hotel, in dem ich wohne, aufhalte oder 

3uch beobachten, in welche Restaurants ich mit Kunden oder mit wem 

®uch immer essen gehe, und wenn ich einen der beiden Herren, also 


309 



14 


"Schüler" oder "Brandis" sehe, solle ich mich in keinem Fall zu 
erkennen geben, weder durch Augenzwinkern, Kopfnicken o. 8., 
sondern ich solle die Gelegenheit suchen, zur Toilette zu gehen, 
und solle dies so vornehmen, daß ich dabei unbedingt von ihnen 
aesehen werde, damit sie mir dorthin folgen können und dort eine 
kurze Information zukommen lassen. 

In diesem Zusammenhang, also Reise im Zeitraum 18. - 20. 11. 1987, 
wurde ich noch befragt, ob ich diese Reise allein durchführen 
y/erde oder in Begleitung bin. Ich antwortete hierauf, daß ich in 
Begleitung sein werde. Ich wurde nach dem Begleiter gefragt. Ich 
sagte, daß das wahrscheinlich Herr Parken, der Generaldirektor, 
sein wird, ein Kraftfahrer und der Leiter unseres Leipziger Büros, 

Dr . Fischer. Daraufhin wurde ich befragt, wie mein Verhältnis zu 
Herrn Parken sei. Ich antwortete, daß wir ein kameradschaftliches 
Verhältnis haben. Ich wurde weiter befragt, ob wir private außer- 
dienstliche Kontakte pflegen. Ich habe dies verneint. Zu Dr. Fischer 
wurde ich noch befragt, welche Funktion er habe. Ich habe ihnen 
erklärt, daß Dr. Fischer der Leiter unseres Leipziger ExportbOros 
ist. Daraufhin wurde nochmal ausdrücklich gefragt: "Sie haben in 
Leipzig ein direktes Exportbüro?" Diese Frage wurde von mir bejaht. 

Ich wurde dann weiter von "Brandis" befragt, wie meine künftigen 
Rsisepläne nach dieser Reise aussehen. Ich habe darauf geantv/ortet , 
daß es hierfür noch keine weiteren Plane gibt, daß diese sich kurz- 
fristig ergeben können. Dieses gesamte Gespräch stand etwas unter 
Zeitnot, da ich ja gegen 16.30 Uhr das Hotel verlassen mußte, 
um rechtzeitig auf dem Flughafen zu sein, da ich noch nicht im 
Besitz einer Flugkarte nach Berlin war. "Brandis" bot mir am Ende 
des Gespräches an, die Taxikosten, die mir entstanden sind, zu 
ersetzen. Er gab mir 50 Schweizer Franken und sagte mir, daß ich 
diese ohne Bedenken nehmen könne, ich brauche keine Unterschrift 
dafür zu leisten. Ich habe das Geld angenommen. Daraufhin bareiteteii 
wir die Verabschiedung vor. "Brandis" kam nochmals darauf zurück, 
indem er sagte, ganz gleich, wie ich mich entscheiden würde, ich 
solle in keinem Fall in meinem Reisebericht erwähnen, daß es zu 
einem Zusammentreffen mit dem BND in Zürich gakomraen ist. 


310 




15 


Ich habe ihm dazu gesagt, ich könne ihnen das nicht Zusagen, ich 
werde mir zu Hause noch überlegen müssen, was ich tue. Bis zur 
p^rtigstellung des Reiseberichtes habe ich ja noch einige Tage Zeit. 

Daraufhin verabschiedete sich "Schüler" von mir. "Schüler" blieb 
auf dem Zimmer zurück. "Brandis" ging mit mir zum Fahrstuhl, trug 
mir den Koffer in den Fahrstuhl, und dort habe ich mich auch von 
"Brandis" verabschiedet. "Brandis" wünschte mir noch eine gute 
Heimreise und eine schnelle Entscheidung im Sinne seines Vorschlages. 

Ich bin dann mit dem Fahrstuhl in das Foyer des Hotels gefahren, 
habe beim Portier um ein Taxi gebeten, der Portier hat mir den 
Koffer nach draußen getragen, und es standen unmittelbar wartende 
Taxis in der Nähe des Hoteleinganges. Ich bin dann mit einem Taxi 
zum Flughafen Zürich gefahren und habe, wie bereits geschildert, 
die Heimreise angetreten. 


Ergänzung zum 1. Bericht 

In dem Gespräch am 11. 11. 1987 habe ich gegenüber "Brandis" noch 
erwähnt, daß ich mich in meiner Haut überhaupt nicht wohlfuhle 
und daß ich eigentlich den heutigen Tag verwünsche, an dem ich 
mich mit ihm hier treffen mußte. Daraufhin antwortete "Brandis", 
daß ich hier zu voreilig urteile und er brachte u. a. das Gespräch 
auch darauf, daß ich mich in meiner jetzigen Funktion doch nicht 
am wohlsten fühle, mir die Arbeit nicht den richtigen Spaß mache 
und es doch ganz in meinem ureigensten Interesse liegen müßte, 
daß ich auch für die Zukunft Vorsorge, indem ich mit dazu beitrage, 
>nir eine wirtschaftliche Existenz in der Bundesrepublik aufzubauen. 


gez . IMS "Peter Reichelt" 


311 




/Arbeitsgruppe BKK 


Berlin, 14. November 1987 


Erkannte gegnerische Interessenlage und Aktivitäten zur Person 
des RICHTER, Klaus-Dieter und den Außenhandelsbetrieben 
DELTA Export-Import GmbH und Kunst und Antiquitäten GmbH, 
in denen er in verantwortlichen Funktionen tätig war bzw. ist: 


Erkenntnisse aus der IHB-Arbeit 

Aus der Sicht der in der Arbeitsgruppe BKK im Einsatz befindlichen 
IMB stand RICHTER seit April 1983 im Blickfeld des BND. 

Der BND zeigte in diesem Zusammenhang folgende Inf Ornat ions- 
interessen bzw. war wie folgt über RICHTER informiert: 

- IMB "Buntspecht" BND-Mitarbeiter "Hüber" April 1983 

Der IMB informierte den BNQ in Zusammenhang mit einer dies- 
bezüglichen Frage, daß die Fa. DELTA vor etwa 6 Monaten gegründet 
v/urde und von RICHTER geleitet wird. Oes weiteren darüber, daß die 
Fa. DELTA Konsumgüter in der BRD u. a. westeuropäischen Staaten 
kauft und streckenweise auch Parallelhandel (Reexport) betreibt. 

IMB "Peter Reimann" BND-Mitarbeiter "Klaus Müller" 

April 1984 

Es wurde zielgerichtet nach den Aufgaben und dem Sinn der 
Fa. DELTA, welche Funktionen sie zu erfüllen hat und nach deren 
Leiter, RICHTER, dem ungewöhnlich viele Reisemöglichkeiten ein- 
geräumt werden, gefragt. 

Dem GD-Mitarbeiter lagen Angaben über die Lage der Wohnung sowie 
zu dessen Wochenendgrundstück vor. Es v;urde hervorgehoben, daß er 

auch durch ein großartiges Wochenendgrundstück bekannt geworden 
sei ; 


312 




2 


.-io fast alle namhaften Persönlichkeiten des Bereiches Kommer- 
Koordinierung den Beweis angetreten hätte, daß man auch 
in die eigene Tasche v;irtschaften kann. 

Des weiteren war für den BND auch die Umsatzhöhe des AHB DELTA 
ond der Kunst und Antiquitäten GmbH von Interesse. 

.luli 1984 

Oer BND-Mitarbeiter äußerte, daß die Fa. DELTA sein liebstes Kind 
geworden sei, da ungewöhnliche Aktivitäten von ihr ausgehen und 
interssierte sich für RICHTER. Er stellte die Frage, ob der IMB 
an dem ungewöhnlichen Zigarettengeschäft, vielches die Fa. DELTA 
durchführt, beteiligt sei. Er solle nach Möglichkeit keinen 
Kontakt zu RICHTER pflegen . 

Oktober 1984 

Der IMB schätzt sin, daß sich in starker Form das Interesse des 
BND-Mitarbeiters auf RICHTER konzentrierte. Der GD-Mitarbeiter 
analysierte, daß es bei RICHTER zu gezielten Übertretungen auf 
kommerziellem Gebiet im großen Maßstab kommt, die zu Problemen 
in den Beziehungen des Handels zviischen der DDR und der BRD 
führen können. Es werden von RICHTER Geschäftsformen angewandt, 
die eindeutig Bestimmungen des Handels verletzten. 

April 1985 

Der GD-Mitarbeiter erläutert dem IMB, daß der bundesdeutsche Zoll 
mit großer Aufmerksamkeit das. Zigarottengeschäft , das von der 
Fa. DELTA betrieben wird, verfolgt. Es wird davon ausgegangen, 
daß die notwendige Summe bald beisammen ist, um Herrn RICHTER 
auch eine ordentliche Rechnung zu präsentieren bzvi. eine neue 
Vorlage für eine bundesdeutsche Zoll f ahndungssendung "schwarz- 
rot-gold" gegen zu können. 

Er führte weiter aus, daß Herr RICHTER noch einiges durchzustehen 
habe . 


313 




3 


Juli 1986 

Im Mittalpunkt stand die Panorama-Sendung des BRO-Fernsehens 
vom 22. 7. 1986 (siehe Punkt 2). 

Oer 60-Mitarbeiter argumentierte, daß die aufgeworfenen Fragen 
in der Sendung von ungewöhnlicher Bedeutung auch in der Argumen- 
tation gegen die DDR seien, da diese gesamte Problematik auch 
den Zusammenhang Bereich Kommerzielle Koordinierung - Staats- 
sicherheit - Kriminalität dokumentiert. 

Auf RICHTER wurde bei diesem Treff nicht konkret eingegangen. 

2. Veröffentlichungen in Massenmedien der BRD über die Außenhandels- 
betriebe DELTA und Kunst und Antiquitäten GmbH 

Allgemein und zusammenfassend kann eingeschätzt werden, daß in 
Massenmedien der BRD (Presse, Rundfunk, Fernsehen) zunehmend Publi- 
kationen der westdeutschen Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, 
die ausgev;ählte Geschäftsoperationen des Bereiches Kommerzielle 
Koordinierung, verbunden mit Halbwahrheiten und Lügen, beinhalten 
und dazu genutzt werden, den Bereich gegenüber seinen kommerziellen 
Partnern zu diffamieren und zu diskriminieren. 

Charakteristisch ist bei diesen publizistischen Aktivitäten, daß 
sie überv/iegend mit einer engen Beziehung des Bereiches Kommerzielle 
Koordinierung zum MfS in Zusammenhang gebracht werden. In einigen 
Fällen wird die These vertreten, daß das MfS über den Bereich 
Kommerzielle Koordinierung spezielle nachrichtendienstliche Mittel 
und Methoden einsetzt, um eigenständig bzw. anleitend an der zusätz- 
lichen Devisenerwirtschaftung beizutragen. Das Ziel dieser Publi- 
zierung besteht darin, bei den kommerziellen Partnern des Bereiches 
Kommerzielle Koordnierung den Eindruck zu vermitteln, daß die 
geschäftlichen Verbindungen des Bereiches mit einer nachrichten- 
dienstlichen Tätigkeit für das MfS gekoppelt sind. Gleichzeitig 
wird damit der Versuch unternommen, durch die Verunsicherung der 
kommerziellen Partner des Bereiches Kommerzielle Koordinierung 
die bestehenden bzw. anzustrebenden Geschäftsoperationen zu stören. 


314 




4 


In einer Panorama-Sendung des BRD-Fernsehens im Juli 1986, die 
von der Presse und den Rundfunkstationen der BRD auch umfassend 
kommentiert wurde, wurde der AHB DELTA massiv des Alkoholschmuggels 
beschuldigt. Die Fa. Forgber wurde als Vermittler der "Schmuggel- 
kontakte" diffamiert. 

Forgber, Günther wurde in dieser Sendung such als ehemaliger 
Instrukteur des MfS und heutiger Repräsentant mehrerer "Stasi"- 
Unternehmen bezeichnet. 

In der "Berliner Horgenpost" vom 23. 7. 19R6 wird, wie in anderen 
Massenmedien der BRD auch dazu hervorgehoben, daß als Scheinkäufer 
für einen BRD-Schmugglerring die Fa. DELTA aufgetreten sei, was 
Telexe, Frachtbriefe und Rechnungen belegen. 

RICHTER selbst wurde namentlich in den Veröffentlichungen nicht 
genannt. Jedoch enthielten einige in der Panorama-Sendung gezeigte 
Dokumente dessen Unterschrift. 

Bei Publikationen über den Verkauf von Kunstgegenständen und 
Antiquitäten durch die Kunst und Antiquitäten GmbH speziell seit 
September 1986 wird ein Zusammenwirken zwischen der Leitung des 
Bereiches Kommerzielle Koordinierung und dem MfS bei der Aufspürung 
von Kunstgegenständen und Antiquitäten, die sich im Privatbesitz 
von DDR-Bürgern befinden und sich devisenträchtig in das NSW ver- 
kaufen lassen, konstruiert. 

In verleumderischer Weise wird in diesem Zusammenhang das MfS als 
"Kunsträuber" privater Kunst- und Antiquität ensamralungen sowie die 
Kunst und Antiquitäten GmbH als "Mittäter" bezeichnet. 

Als "Opfer" werden ehemalige Sammler charakterisiert, die sich 
wegen Steuerhinterziehung in der DDR verantworten mußten und zun 
Teil nach der rechtmäßigen Einziehung ihrer Sammlungen in die BRD 
übergesiedelt sind. 

Diese Art des gegnerischen Vorgehens gegen den Bereich Kommerzielle 
Koordinierung und das MfS ist ein weiteres Beispiel der Zielrichtung, 
die kommerziellen Partner des Bereiches zu verunsichern und die 
Geschäftsbeziehungen zu stören bzw. birgt die Gefahr in sich, daß 


315 




5 


strafrechtlich gegen ausgewählte bzw. leitende Kader des 
Bereiches Kommerzielle Koordinierung sowie der dem Bereich 
unterstellt 60 Außenhandelsfirmen in der BRD bzw. Berlin (West) 
vorgegangen werden könnte. 


316 






Berlin, 14. November 1987 



Kader eines den Bereich Komnerzielle Koordinierung unterstellten 
^^0 und Vorschlag zun v^/eiteren operativen Vorgehen 


Zun operativen Sachverhalt: 

Im Auftrag des Stellvertreters des Leiters des Bereiches Kommer- 
zielle Koordinierung führte der stellvertretende Generaldirektor 
der Kunst und Antiquitäten GmbH 

Richt<sr , Klaus - 

geb. am 23. 4. 1935 in Dresden 

wohnhaft: 1055 Berlin, Einsteinstraße 15d 

SED seit 1969 
verheiratet/ 2 Kinder 

MfS, Abteilung XII erfaßt für Arbeitsgruppe BKK 

in der Zeit vom 11 . bis 12 . 11 . 1987 eine Dienstreise nach 
Zürich/ Schv/eiz durch, um beim Schvieizer Bankverein eine kommer- 
zielle Aufgabenstellung zu realisieren. 

Am Abend des 11 . 11 . 1987 v/urde Rioht^f* , K.~D. von zv^ei 

niännlichen Personen angesprochen und zu einem Gespräch über 
®in Geschäft in das Hotel “Schvieizer Hof“ eingeladen- Dort stellten 
beide männliche Personen als Mitarbeiter des BND 

“Brandis, Frank“ und “Schüler, Ralf” 


317 


Vor . 




2 


Nachweis zu erbringen, daß sie beide tatsächlich Mitarbeiter 


Ilm den 

BND sind und es sich nicht, wie von vorgehalten, 

• Provokation des MfS handelt, konnte Richter durch ein 

^ mit: dem BND in München-Pullach anhand des Personaldoku- 

Teleiona^ mx«- 

ries •'Schüler, Ralf" sich dessen Zugehörigkeit zum BND 

mentes ue2> 
bestätigen lassen. 


Richter' 


Icn weiteren Verlauf des Gespräches forderten die beiden BND-Mit- 
arbeiter Richter zur Zusammenarbeit mit dem BND auf. 
Richters Einwände, daß es sich bei dieser Zusammenarbeit uro 
Verrat an der DDR handeln würde, versuchten beide BND-Hitarbeiter 
mit der neuen Qualität der deutsch-deutschen Beziehungen nach der 
Reise Erich Honecksrs in die BRD zu zerstreuen. 

Den BND-Mitarbeitern waren wesentliche Etappen der beruflichen 
Entwicklung des Richter yn^j seine Unterstellung unter den 
Bereich Kommerzielle Koordinierung, namentlich die Genossen 
Alexander Schalck und Manfred Seidel, bekannt. 


Nach ca. 1 1/4 Stunde v/urde das Gespräch beendet und Richter 
zu einem zv/eiten Gespräch am 12. 11. 1987 in das Hotel "Zürich" 
bestellt . 

Richter folgte der Forderung der BND-Mitarbeiter und traf 
sich am 12. 11. 1987 für die Zeitdauer von ca. 45 Minuten nochmals 
mit den beiden BND-Mitarbeitern. In diesem Gespräch viurden ihm 
folgende Alternativen für sein weiteres Verhalten genannt: 

Rirhter meldet seinen Vorgesetzten nach Rückkehr in die DDR 
seinen Kontakt zum BND und verliert dabei seine privilegierte 
Stellung als Reisekader-NSW und damit seine berufliche Existenz. 


2 . Richter arbeitet entsprechend der Forderung der BND-Mit- 
arbeiter mit dem BND zusammen und erhält dafür einen monatlichen 
Betrag von 1000,-- DM plus Prämien. 





3 


2 offenbart seinen Kontakt mit dem BND dem MfS 

und arbeitet im Auftrag des MfS mit dem BND zusammen. 

In diesem Fall würde der BND sehr schnell Kenntnis über 
seine Zusammenarbeit mit dem MfS erhalten und repressive 
Maßnahmen gegen ihn durchsetzen. 

pur den Fall, daß sich Richtet' einer Zusammenarbeit mit dem 
BND zu entziehen versucht, kündigte der BND an, daß man ihn überall 
suchen und finden würde und seine kommerziellen Aufgaben zu sabo- 
tieren wüßte. 

Der BND übergab RfChtcr die offizielle Telefonnummer des BND 
in München-Pullach und beauftragte ihn, sich legendiert bei 
Aufenthalten im NSW beim BND zu melden. Zur Legendierung seiner 
telefonischen Kontaktaufnahmen wurde RiCht cr in ein einfaches 
Kodierungssystem eingewiesen. 

Auf Anfrage teilte Richtcf' den BNO-Mitarbeitern mit, daß er 
sich in der Zeit vom 18. bis 20. 11. 1987 in Begleitung seines 
Generaldirektors , des Leiters des Export- 

büros Leipzig der Kunst und Antiquitäten GmbH, 

und eines Kraftfahrers in der Stadt Ülzen zu kommerziellen Verhand- 
lungen aufhalten wird. Die BND-Mitarbeiter kündigten Rtoh'i'Cr' 

eine v/eitere Kontaktauf nähme mit der Zielstellung der Fortführung 
des Werbegespräches an. 



r Person: 


Richter , Rlaos. - Dief cr 

ist Diplomjurist und seit 1960 im Außenhandel der DDR tätig. 

Nach der Ausübung verschiedener Funktionen in den AH8 Genußmittel 
und Transportmaschinen entwickelte er sich im AHB Transinter von 
1970 bis 1979 vom Handlungsbevollmächtigten bis zum Geschäftsführe 
der Vertreterfirma Metama. Von 1979 bis 1982 war er Geschäftsführc 
des Bereiches LETEX der Vertretergesellschaft Textilvertretungen. 


319 




4 


Aoao his 1985 leitete er als Geschäftsführer die Tochter- 

Von 

llschaft DELTA in der Kunst und Antiquitäten GmbH, deren 

Q e s e 

Schwerpunktaufgabe wiederum die Versorgung des Handelsunternehmens 


LETEX war. 

1986 wurde Richter zum stellvertretenden Generaldirektor der 

Kunst und Antiquitäten GmbH berufen und im Rahmen dieser Funktion 
für Geschäfte dieses AHB mit Mineralien, Fossilien, Münzen und 
antiken Waffen verantwortlich. Darüber hinaus realisiert R'chtcr 
Finanz- und Edelmetall-Geschäftskonstruktionen im direkten Auftrag 
des Stellvertreters des Leiters des Bereiches Kommerzielle Koordi- 
plgi^yng. Genossen Manfred Seidel. 


In Ausübung seiner Funktionen realisierte R/cht&r seit 1982 
Parallelgeschäfte, Reexportgeschäfte und sogenannte "Drehgeschäfte” 
(Währungstauschoperationen) , die mehrfach Gegenstand diskriminie- 
render Veröffentlichungen in BRD-Massenmedien waren (Presse, Rund- 
funk , Fernsehen ) . 


Aus der IMB-Arbeit ist seit April 1983 bekannt, daß sich der BND 
für die o. g. Geschäfte und die Person R/Ch6sr interessiert 

und bereits zu diesem Zeitpunkt die Initiierung diskriminierender 
Veröffentlichungen in Massenmedien ankündigte. 

Richter wurde 1979 durch unsere Diensteinheit auf der Basis 
der politisch-ideologischen Überzeugung als IM geworben und v^iird 
als ehrlicher, zuverlässiger und fest mit dem MfS verbundener 
inoffizieller Mitarbeiter eingeschätzt. Seine hohe Disziplin und 
Zuverlässigkeit bewies er u. a. bei der Realisierung operativer 
Maßnahmen gegen den Verräter Mader, Adolf. Die Berichterstattung 
^63 IM über die erfolgte Kontaktierung durch den BND und seine 
Berichterstattung über die durchgeführten Werbegespräche sowie sein 
Verhalten beim Treff am 13. 11. 1987 erbrachten keine Hinweise auf 
ünehrlichkeit bzw. Dekonspiration seiner inoffiziellen Zusammenarbei 
"*ft dem MfS gegenüber dem BND. 

Das Verhalten des Richter bei den gegen ihn gerichteten Aktivi- 
täten des BND ensprach der ihm für diesen Fall gegebenen Instruktioi 
Und Verhaltenslinie. 


320 




5 


erschlag zutn v/eiteren operativen Vorgehen; 


i. 

vom 18. - 
f lußnahme 
g 0 p 1 ant , 


nimmt an der geplanten Dienstreise 
20. 11. 1987 teil. Durch legendierte 
w;ird gesichert, daß diese Dienstreise 
in der personellen Zusammensetzung 


in die BRD 
operative Ein- 
, wie ursprünglich 


Qgn. . Qoochfnrt , GO der Kunst und Antiquitäten GmbH 

(IMS ”Hans Borau" der Arbeitsgruppe BKK) 


Qgp , KfM/S-DickSf“ , SGD der Kunst und Antiquitäten GmbH 

(IMS "Peter Reicbelt" der Arbeitsgruppe BKK) 


DcRfSohc/“ ^ ^ Leiter Exportbüro Leipzig der 

“ Kunst und Antiquitäten GmbH 

(IMS "Paul Müller" der Arbeitsgruppe BKK) 


Gen. __ 1 Kraftfahrer der Kunst und Antiqui- 

täten GmbH 

(erfaßt KK , Arbeitsgruppe BKK) 


durchgeführt wird. 


Im Rahmen dieser Dienstreise v^erden in den Städten Emden, 

Ülzen und Lübec.k kommerzielle Verhandlungen mit verschiedenen 
Firmen geführt. In den Städten Emden und Ülzen ist jeweils eine 
Übernachtung geplant. 


2 . 


erhält den Auftrag, selbst keine Verbindung zum 


BND aufzunehmen. Für den Fall einer Kontaktierung durch den BND 
wird er beauftragt, unter verweis auf die anderen OOR-Mitreisenden 
und damit auf seine persönliche Sicherheit, die Durchführung 
eines Treffs mit den BND-Mitarbeit ern abzulehnen. 

Sollten durch den BND aggressive Formen der Zuführung zu einen 
Tref fgespräch in Anwendung gebracht werden (nach den ersten 
beiden Kontaktgesprächen und der Zielstellung des BND nicht 
^u erwarten) , hat die sofortige Herbeirufung seines 


321 




6 


Mitreisenden Generaldirektors bzw. der anderen mitreisenden 
I anzudrohen und gegebenenfalls zu realisieren. 

wird nochmals ausdrücklich instruiert, unter 

keinen Umständen gegenüber den BND seine inoffizielle Zusammen- 
arbeit mit dem MfS zu offenbaren. 

•s wird eingeschätzt, daß durch das vorgeschlagene Vorgehen die 
jersönliche Sicherheit des IM während der Dienstreise garantiert 
jird und Bedingungen geschaffen sind, die es dem BND objektiv 
jnmöglich machen, Rtohtcr' einem weiteren Treffgespräch 

zuzuführen . 


Nach tiefgründigerer Analyse der operativen Lage und nach Konsul- 
tation mit dem Leiter der Hauptabteilung II zur Prüfung zentraler 
operativer Interessen des MfS werden weitere Maßnahmen zum opera- 
tiven Vorgehen zur Entscheidung vorgeschlagon . 


Leiter 

A- 

Meinel 

Oberst 


der 


Arbeitsgruppe 


322 






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327 






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334 










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^SyA^/ycy'? rYYj^'x ' , /AontYy7?yjf2o^7 /hA>A<-AAfO£:AAif^y ^- 
yAyAApI'^ 0(/e27r'Y'7 1^77 OlLeo, /Apfs/ctYYJYAf A* 

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Yppyc-TY A/TjAyAp'k^-^ APAPAP ^/PAo/tyA^ cA< A/AA Jf 

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335 






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6t/h^ . /^f a^as^-f fi'ör/y /;^o/^^ <f//7)or4^6cr>c<Y~ 

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l*ht. p* Ac//yz^t?f/^ Ih At^Avt- <^ot-7 300^'^ lA/ctyAc. {o/tgtAi€ty^ci/A^ 

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344 



Haupt abteilun VII Berlin, den 8.2.1985 <7?' 

Abzeilung 13/4 • r i 


1116 "Susi" 

Reg, Nr. 1 XV 2001 5? 81 


Ausgabebeleg 


Pur ständige hohe Einsatzbereitschaft wurde IMS "Susi" nnläsip- 
lich des 35 »Jahrestages mit dem Gedenksbzeichen und einer Geld- 
prämie in Höhe von 250,-j.iarlc ( zweihundert fünfzig) aiusge zeichnet. 

Zweihunde rtfün zig Mark 


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347 


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Dokument 22 a 


DER BUNDESBEAUFTRAGTE 

für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes 
der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik 



Der Bundesbeauftragte • Postfach 1 1 99 0-1086 Berlin 

“1 


Deutscher Bundestag 
12. Wahlperiode 

1. Untersuchungsausschuß 
"Kommerzielle Koordinierung” 

2 . Hd. Herrn Dr. Heymer 
Bundeshaus 


IV C 6 

Aalg 




3^ V d lL. 


W-5300 Bonn 1 


Ihr Zeichen, Ihre Nachricht vom 


J 

(Bitte bei Antwort angeben) 

Unser Zeichen, unsere Nachricht vom 

10534/93 Z-AU II. 2. 


Telefon 

(0 30) 3 92 43 00 
(0 02) 2 38 40 12 
Nbst. 


Berlin 

29.03.1993 


Betreff : Bereich Kunsthandel 

hier: IM "Christian Ries” 


Bezug: Ihr Schreiben vom 19. März 1993 


Sehr geehrter Dr. Heymer, 

bei dem im Bezugsschreiben angefragten IMS "Christian Ries” handelt es sich um 

Herrn Peter Adler 
geb. 27.05.52. 

Herr Adler war bei der Firma "Kunst- und Antiquitäten GmbH” beschäftigt. 

Mit freundlichen Grüßen 

im Auftrag 

. 

Ziehm 


1. UA 

MATERIALIE k 7 ^ 

Antwort auf Bewefs(vorbereitungs)beschluß 12-5 


348 


Dienstgeboude 
Berhn-Mitte 
G .ntostfoße 35 


Tclda« 

(0 30) 3 91 86 16 
(0 30) 3 93 24 21 






Dokument 22 b 


Hauptabteilung XVIII/7 


Berlin, 24. Juli 1986 
ma-ar 


EINSATZ - und ENTWICKLUNGSKONZEPTION 

ffir den IMS "Christian Ries", Reß»-Nr. MfS XV/4855/85 


I5er IMS wurde im September 19 85 von unserer Diensteinheit zur 
inoffiziellen Zusammenarbeit auf freiwilliger Basis gewonnen. 

Er arbeitet als Gruppenleiter Einkauf beim AHB Kunst und Anti- 
quitäten und ist somit für die Übernahme exportfähiger Waren vom 
VEB Antikhandel Pirna verantwortlich. VJeiterhin wurde er mit 
Sonderaufgaben betraut, wie Abwicklung von PKW-Importen für den 
Eigenbedarf des Betriebes und den Austauschgeschäften (PKW - 
Antiquitäten), Einrichtung des Messestandes in Leipzig u. a. 

Der IM hat seine fachlichen Aufgaben bisher zur vollsten Zufrieden- 
heit und mit hoher Einsatzbereitschaft gelöst. Er hat eine positive 
politische Grundhaltung und vertritt konsequent die Beschlüsse von 
Partei und Regierung. 

In seinem persönlichen Auftreten ist er sehr selbstbewußt und neigt 
teilweise zur Überheblichkeit, was dazu führt, daß er bei unter- 
stellten Mitarbeitern hinsichtlich seines Auftretens abgelehnt wird, 
wobei andererseits seine Hilfsbereitschaft anerkannt wird. 

Die Gewinnung des IM zur inoffiziellen Zusammenarbeit mit unserem 
Organ erfolgte besonders mit der Zielstellung der Schaffung einer 
inoffiziellen Basis zur operativen Bearbeitung der Person KAEDING 
(OPK "SILBER). Der IM hatte zu K. einen guten arbeitsmäßigen Kontakt, 
arbeitete unmittelbar mit diesem auch räumlich zusammen, und es bestand 
ein gutes persönliches Verhältnis. Die im Rahmen der operativen 
Bearbeitung erteilten Aufträge wurden vom IM gewissenhaft und mit 
hoher Einsatzbereitschaft gelöst, wobei er selbst einschätzte, daß 
er von der Richtigkeit unserer Maßnahmen zu K. nicht überzeugt war, 
da er an die Ehrlichkeit des K. keine Zweifel hatte. Der Einsatz des 
IM in die operative Bearbeitung der OPK "SILBER" hat sein Vertrauens- 
verhältnis zum. MfS gefestigt. 

In der bisherigen inoffiziellen Zusammenarbeit ergaben sich keine 
Anzeichen, die die Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit des IM in Frage 
stellen. Die Konspiration wurde bisher gewahrt. Die Treffs fanden 
in IMK und außerhalb der Dienstzeit statt. 

Der IM ist intelligent und gewandt und hat die Fähigkeit und die 
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit für unser Organ. 

Er befindet sich z. Z, im Hochschulfernstudium als Diplom-Jurist 
und hat die Perspektive des Einsatzes in einer Leit ungsf unkt ion des 
AHB und als NSW- Reisekader. 


349 





2 


Der IM zweiter Ehe verheiratet. Seine Ehefrau arbeitet 

als wissenschaftlicher Mitarbeiter im VEB Applikationszentrum 
Elektronik.' Sie ist sicherungsmäßig erfaßt. Negative Hinweise 
zu ihr ergaben sich nicht. Kinder gingen aus dieser Ehe nicht 
hervor. 

Der IM ist im Besitz eines PKW Lada 2107. Er ist begeisterter 
Autofahrer, und seine Freizeit widmet er überwiegend diesem 
Hobby . 

Auf der Grundlage seiner fachlichen Tätigkeit erfolgt der weitere 
Einsatz des IM im Rahmen der politisch-operativen Sicherung des 
AHB Kunst und Antiquitäten zur 

- operativen Absicherung des Personalbestandes seines unmittel- 
baren Arbeitsbereiches und der Erarbeitung personenbezogener 
operativer Einschätzungen zu den Mitarbeitern 

- Teilnahme an Verhandlungen mit NSW-Kontrahenten zur Erarbeitung 
operativ-bedeutsamer Informationen, insbesondere hinsichtlich 
der Einhaltung der Verhandlungsdirektiven sowie der Stellung 
und Haltung der Verhandlungskader zu den NSW-Kontrahenten 

- Aufklärung der kommerziell einreisenden Personen zum AHB Kunst 
und Antiquitäten, die auf Sicherungsvorgang für unsere Dienst- 
einheit erfaßt sind. 


In der weiteren Zusammenarbeit mit dem. IM kommt es darauf an, ihn 
im Rahmen der Trefftätigkeit weiter zu schulen und zu qualifizieren, 
um ihn in die Lage zu versetzen, Charaktereigenschaften und Ver- 
haltensweisen von Personen, die von operativem Interesse sind, zu 
erkennen, einzuordnen und in der Berichterstattung wiederzugeben. 

Hinsichtlich der Überprüfung des IM ist besonders der Frage der 
Ehrlichkeit des IM weitere Aufmerksamkeit zu schenken. Dies bezieht 
sich insbesondere auf sein Verhältnis zu den NSW-Kontrahenten; die 
Hinweise, daß der IM evtl, von dem NSW-Kontrahenten MANNS Zuwen- 
dungen in Form von Bekleidung und Nahrungs- und Genußmitteln erhält, 
konnten bisher nicht bestätigt werden, sind jedoch in der weiteren 
Zusammenarbeit zu beachten und zu überprüfen. Als Oberprüfungs- 
m.aßnahme ist eine konspirative Wohnungsdurchsuchung durchzuführen. 


Die Ehrlichkeit des IM in der Berichterstattung gegenüber dem MfS 
ist durch Vergleichsarbeit der Berichterstattung anderer IM vorzu- 
nehmen . 




Machost 

Hauptmann 


350 




Dokument 23 


Bundesnachrichtendienst J , 

cp-wa.,., Bundeskanzlorai 


23. Dezemb er 1992 ^ 

• I i/»Hi infli» z iii. > • “iß 


1 Jr46i'suchung£?vur 


Herrn 




Bng. 2 a DEL 1992 

Anlagen w^i.-ienaw 


v*sa.-!enaw 


9atmMri«t 


Friedrich Vogel, MdB 

Vorsitzender des 1. Untersuch nng.<an!«rh u^«ffs 
des 12. Deutschen Bundestages 

5300 Bonn 

Uber den 

Chef des Bundeskanzleramtes 
z.Hd. Herrn Ministerialdirektor 
Prof. Dr. Dr. Rudolf Dolzer 


He't ^ .1 


Besehen tmo wenergeieitet 

DEH CHEF DES itUNOESKAULEIMUTES 2^. yf ~^j 

61 - 151 07 - zu Scha 2 (VS) 
Bonn, den 4. Januar 1993 
.In ](^ti/fcung 


(Prof. Dolfer) 


5300 Bonn 

Betr.: Überlassung von gewünschten Informationen 
Sehr seehncr Herr Vorsitzender! 



Anläßlich unseres Gesprächs am 02. November 1992 über Akten des Bundes- 
nachrichtendienstes zum Untersuchungsgegenstand baten Sie um Informatio- 
nen zu Quellen 

des Bundesnachrichtendienstes im Bereich "Kommerzielle Koordiniening 
(KoKo)". 


Der Bundesnachrichiendienst hatte sechs nachrichtendienstliche Verbindungen 
im Bereich KoKo. die dem Bundesnachrichtendienst berichtet haben. Diese 
waren wie folgt plaziert: 

Ein Außenhandelskaufmann (Sektionsleiter) bei Fa. ASIMEX 
Ein Gruppenleiter Komor-Chemie bei Fa. INTRAC 
Ein sieUvertetender Generaldirektor bei FA. BERAG 
Ein Direktor bei Fa. INTERCOOP AHG 


inlALIE A <2/ ^ 

CiUf Beweis(vorbereitungs)beschluß 12 - ^ 







- 2 - 


Ein Generaldirektor der Fa. ASIMEX 

Ein Generaldirektor der Kunst- und Antiquitäten GmbH. 

Ich hoffe. Ihnen mit diesen Informationen gedient zu haben. 


Mit freundlichen Grüßen 

(Porzner) 


Druck: Bonner Universitäts-Buchdruckerei, 5300 Bonn 

Alleinvertrieb: Verlag Dr. Hans Heger, Postfach 20 13 63, Herderstraße 56, 5300 Bonn 2, Telefon 02 28/36 35 51, Telefax 02 28/36 12 75 

ISSN 0722-8333