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Full text of "Marianischer Atlas : das ist Wunderthätige Mariabilder, so in aller christlichen Welt mit Wunderzaichen berhuembt [sic]"

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Hunderthatige Moriabilder. 
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DEDICATION 
Andie Simmels-Kös 
nigin/ vnd Mutter 

GOTTES | 
‚MARIA, 


Von Loret. 







einbiidet die Kyrchens. 
ES, MARLE Majoris zuRom 
8 IV feyeein Vmbkraiß / wür⸗ 
dig / daß er einſchlieſſe 
das H. Hauß MaArız von Loret als 
feinen Mitlpuncten / der wirdt ſich nit 
verwundern / wann er ſihet / daß ich 
den Entwurff vñ Abbildung deß Ma⸗ 
rianiſchen Atlaß / obgemelter S.Marız 
Majori,an jego aber den: Marianiſchẽ 
Atlaß ſelbſten der Mutter Gottes von 

Loret zuſchreibe. la 
Dir derentwegen gehört zu die Ehr / 
welche die einfaͤltige Welt mic jhren 
U Güde 





















DEDICATION. 
Gedichten / weiß nit was fuͤr einem 
| Atlaß erwiſen / als ob er den zerflobnen 
| Himmel mit feinen Schulteren auff- 
| hielte / damit die Welt nit von jhme 
zerquetſcht wurde / er nemblich folle al⸗ 
| les Geſtirn in feinem rechten Lauff er⸗ 
halten haben. man lobet jhn zwar / wo 
er nit iſt / brinnet doch / wo er iſt / ohn 
allen Ru ſolcher eytlen Ehr. 








Dir / O Himmels⸗Koͤnigin/ gebuͤhrt 
diſe Ehr / für dich iſt die ſchoͤne milch⸗ 
farbe Straß als ein Himmelpruggen 
geſchlagen / dir werden von den zwoͤlff 
J Hauptgeſtirnen zwoͤlff Sternen in die 
Cron zur Zier abgeordnet / dir dienen 

die ſiben regierende Stern / ſonderlich 

die zwey Himmels⸗Augen / Sonn vnd 

Monn / in deme diſer ſich deinen Füeſ⸗ 

ſen vnderwirfft / jene dich mit Ihrem 
Schein gang foftbarlich befleider. Die 
| drey Coronen / fo Cafliopeia, Andro- 
| mada , vnd die vermeinte Jungkfraw 
j halten / gehören von rechts wegen DIE | 
RE * 









DEDBICA TION 
zu. Du nemblich biſt ein Koͤnigin def 
Himmels / und ein Sram aller Welry 
in dein Frawenzimmer gehören Aftay 

‚Africa Europar Americay dir zu Ehre 
quellen alle Brunnen / vnd rünnen alle 

Baͤch vnnd Fluß 7 weil dur bift ein 
Schoͤpffbrunnen der lebendigen Waſ⸗ 

fer / dir zu Ehren erhöchen fich alle 


Berg / vnd ernidrigen fich alle Thal / 


weil du biſt ein Lilgen deß Thals / vnd 
ein Quellbrunn der immerlaufſenden 
Waſſer. Dir endtlich werden gebogen 
alle Knie / welche ob / in / vnd vnder der 


Welt ſeynd / weil du biſt ein Koͤnigin 


deß Himmels / vñ ein Fraw der Welt. 

Zur Zeit deß H. Hieronymi ware 
die Welt Arianiſch / jch will mich mit⸗ 
tels deiner Hülff bemuͤhen / daß man 
vernemme / daß jetzt die Welt Maria⸗ 
niſch ſeye Einßmahls funde man ſiben 
tauſendt / ſo es mit dem wahren Gott 


wider Baal hielten / vnd war / wie da⸗ 


zumahl / vil. Ninive iſt vor dem getro⸗ 
al ij heten 
























 DEDICATION 
heten Bndergang erhalten worden? 
geil Hundert taufent vnmündige Kin 
der verhanden waren’ ſtunde auch vile ⸗ 
leicht Sodoma noch / wann schen Vn⸗ 
ſchuldige waͤren gefunden wordẽ Daß 
bißhero der zerſpaltene Erdboden nit 
mehr Haͤuſer vnd Staͤtt verſchlundẽ / 
daß auch Plitz vnd Donner nit mehr 
in alter Wett geſchadet / hat die Welt 
dir darumb zudancken / weil du ſo man⸗ 
ehe Pfeil vnnd Lantzen auß der ſchon 
außgeſtreckten Hand deines Sohns 


mit muͤterlichem / doch lieblichem Ge⸗ 


woalt / außgeſchlagen. Du haſt die ſchon 

durchbrennende Hoͤllflamen an man⸗ 
chem Orth gedaͤmpt mir deinen Zaͤ⸗ 
heren ja etwann auch mit Schnee / in 
dem du die Kyrch auff dem Berg Eſ⸗ 


quilino su fo groſſem Nutz der Stats 





Rom mit Schnee außgeseichnet. 
O wann in diſer deiner Kyrch / aller 
Landen wunderthaͤtige MakixBilder / 
vnd zuforderſt das von Lauret geſehen 
MEN a ° | end 








DEDICATION 


vnd verehret wurden! Ob fehon bie 
Melt dieffin der Boßheit ſteckt / kombt 
mich doch. ein Begürd anı mich zube⸗ 
mühen dem Leſer vor die Augen zue 
ſtellen daß nit nur fiben tauſendt / ſon⸗ 


der fiben vnd fibenzig / ja noch mehr 
tauſendt Menfchen ſeyen / welche dich/ 
O Jungkfraw / in deinen wunderthaͤ⸗ 
tigen Bildtnuſſen gan eyferig vereh⸗ 
ren / alſo daß von Auffgang der Sons 


nen / biß zum Nidergang lobwürdig 


ſeye dein H. Namen. 


Ich ruffe dich derowegen an / O 


maͤchtige Jungkfraw / vnd bitte / du 
woͤlleſt mir mein Hand fuͤhren / vnnd 


meiner Wenigkeit zuhilff kommen 7 


auff daß diſe mein Arbeit / ſo ich allein 
wegen deiner Ehr angefangen / jhr 
gewünſchtes Zihl vnnd 
End erraiche, 


5 


Aij An 





































An den Leſer. 
ei) en / vnnd den volgenden 
RBuücheren ſolle kein anders 
Lob von mir werden / als daß 

ich mit gutem Hertzen ſage / 
es ſeye mir vnwiſſend / ob jemahlen ey⸗ 
niges Buch ſeye in Truck verfertiget 
worden mit ſo vilfältigem viler hoch⸗ 
verſtaͤndiger Männer Rath vnd An⸗ 
trib / als difes, Damit deſſen der Leſer 
nit weiters ſich verwundere / hat er zu⸗ 
vernemmen / daß / da mir der Allmech⸗ 
tige Gszz durch die Vorbitt feiner 






Sieben Mutter den erften Gedancken 


eingeben / die wunderthaͤtige MArLE- 
Bilder zufamen zuſchreiben / hab ich 
den wenigften Gedancken nit gehabt/ 
daß durch mein wenige Perfon folcher 
der Himmels Königin fo angenehme 
Gedancken ſolle ins Werck gefegt wer⸗ 
den / zugeſchweigen der vilfaltigen An- 
fröffenifo fich in ſolchen Wercken yfle, 
gen J eraignen / vnangeſehen ich alle 





andere 





An den Kefer. 
andere Mühe / fo man pflegt hoch zu, 


ſchaͤtzen aang nit.gefebihen. Iſt doch 


je vnd allzeit mein Wunſch geweſen / 

daß diſer gute Gedancken nit vermit⸗ 
sen bleiben follte, Daher ich dann fehr 
vil Patres der Societer / fo auß acht 
"Provinzen zu Erwoͤhlung eines Ge 
nerals nacher Rom im Jahr ı650. 


zu Trient /da ich mich felbiger Zeit 


auffgehalten / durchgeraißt deßwegen 
angeredt / jhnen den Gedancken ent 
deckt / vnd ſie gebetten / alles dem künff⸗ 
tigen A. R.P. Generali vorzutragen / 
mit bitten / daß ein tauglicher darzu 
verordnet werde / welcher auß allen 
Laͤndern / durch Hülff der Obern moͤ⸗ 
chte jnnen werden / was für wunder, 
thatige MAR ıEz- Bilder verhanden. 


Nun hab ich aber von jhnen in jhrer 


Widerkunfft andere Antwort nit vber⸗ 
komen / als / es duncke ſie / ich ſelbſt ſolle 
das Werck vor mich nemmen. Seye 
nun klar / daß die Mutter Gottes ſol⸗ 
— —— if che 






































An den Lefer. 


che Arbeit von mir begehre/als welche 


ihren Willen mehr dan gnug erflärer? 
in Teme fie mir vor andern den erften 
Gedancken eingeben. Sch muß befen» 
nen / daß von fo hochgedachter Patrum 
Vorſchlag mein für fich ſelbſten groffe 
Begierd ſtarck zugenommen folche 


Marianiſche Geſchicht zuſehen / har 
gleichwol die Feder noch keinen Luſt 


bekommen / theils / wegen der haͤuffigen 
Geſchefften / theils auch / wegen der vn⸗ 


außbleiblicher nit kleinen Beſchwer⸗ 


nuſſen. Als aber gemelte Patres fo viler 


vnderſchidlichẽ Provintzen nach ernſt ⸗ 
licher Ermahnung / auch verſpraͤchũg 

müglicher weiß mit Vberſchickung der 

H.. Bilder / vnd jhrer Beſchreibungen / 


mir an die Hand zugehen / ſonderlich 


aber auch R. P. Sebaſtianus Wecker, 
dazumahl Rector deß Collegij zu Tri⸗ 


ent / mit deme ich / als meinem vorge⸗ 
ſetzten Obern / alles abgeredt / ſehr ſtarck 
darzu ermahnet / hab ich mich wider 

alle 


























Un den Lefer: 
alle einfallende Begebenheitẽ geſterckt / 
welche dañ auch alle eben ſchier in der 
Ordnung / wie ich ſie vorgeſehen / nach 
vnd nach mir begegnet. — 

Derowegen dann hab ich im Jahr 
Chriſti 165 2. an dem Feſt der Vnbe⸗ 
fleckten Empfaͤncknuß vnſer lieben 
Frawen an alle RR. PP. Provinciales 


der Societet Jesv in Europa Brieff 


geſchriben / mit begehren/daß mir einer 
verordnet wurde / welcher alles zu diſer 
Sach taugliches auß aller Gegend zu⸗ 


ſamen ſchribe / vñ mir vberſchickte. In 


wenig Wochen hab ich ſehr vil Makix⸗ 
Bilder mit jhren Beſchreibungen em⸗ 
pfangen / vnnd darauß die groſſe An⸗ 


dacht / fo die Societet Jesv gegen der 


Mutter Gottes tragt / vernommen. 
Nun aber wegen Weitlaͤuffigkeit der 
Laͤnder / vnd Maͤnge der wunderthaͤti⸗ 
gen Makie-Bilder iſt alles zuwenig 
geweſen / was durch einen / wiewol Reif 


48 hei 





figen Mann in jeder Provinz beſche⸗ 








2 Un den Lefer, 
hen. Hab deromegen an alle aller Pros 


vintzen (zwo außgenomen) RR.PP.Re- 


ctores d Societet auff obgemelte Weiß 


geſchriben Da kan ich nit auß ſprechẽ / 





was ich für ein Eyfer geſpürt / vñ wie 
vil ich wochentlich von weitgelegnen 
Orthen hero der ſchoͤnſten Bilderen 
vnd Beſchreibungen empfangen. Ich 
bekenne gut rund / daß / da es ohne diſe 
wochentliche Poſt⸗Frewd were gewe⸗ 
ſen / hette ich in meinem Vermoͤgen nit 
gehabt / ſo vilen Anſtoͤſſen / ſo ſich nach 
vnd nach ſehen laſſen / gnugſam zube⸗ 


gegnen. So ſeynd auch hierzu komen 


deß Hochwürdigen P. Generalis Gof- 


vini Nickel, neben anerbottner / vnd 
im Werck erzaigter nothwendiger 


Hülff / auch vilfaͤltige Schreiben / in 
welchen er mich zu Fortſetzung deß 


Wercks ermahnet. Deßgleichen hat 
‚auch R. P. Chriſtophorus Schorrer der 


Teuefehe Länder Allıftens mich ermah⸗ 
net vnnd bewegt / mein Maynung in 
Truck 





























An den Leſer. 


Truck zuverfertigen/ mäniglichen Luſt 
zumachen / mir offtgemelte HN. Dil 
der / wo ſie dann jmmer ſeyen / zu zu⸗ 
ſchicken Habe derowegen in aller Eyl 
ein Entwurff deß gantzen Marianiſchẽ 
Atlaß in wenig Boͤgen Papyr beſchri⸗ 
ben / nacher Rom in die Cenſur ge⸗ 
ſchickt / welche dann auch / nach deme 
jhnen die darzu verordnete PP. Revi- 
ſores alles gefallen laſſen / von dem 
Hochwürdigẽ P.Generalervol gt; habs 
alſo vnder dem lateiniſchen Titul Idea 
Atlantis Mariani im Jahr 1655. zu 
Trient trucken laſſen on alsbald mehr 
dann fechshundert in alle Provinzen 
verfchicht. In difen-fleinen Büchlein 
hab ich mäniglich mein Borhaben ent 
deckt / alle onnd iede / fo der Mutter 
Gottes mie Andacht zugethon / vmb 
Rath angeſprochen / wie ich dañ auch 
bekennen muß / daß ich von allen Or⸗ 
then her / bald auf ganz Europa Rath 
empfangen hab: dahero mich dannı nie 

vi riwen 


>. 









2 in den Befer. / 


langſamb gemefen / ond in Verferti⸗ 


gung difes Wercks nit eylfertig ver⸗ 
fahren. Altweilen aber villeicht nit als 


fen wirdt gnug geſchehen / alſo will ich 


gegen aller Welt bißhero bin etwas 





in kürtze etlicher Dingen Vrſachen 


herbey ſetzen. 


Erfttich iſt in diſer erſten und Heinen 


Edition die —5— der Laͤnder vnd 


Nationen / welche ich in der anderen 


Edition gang fleiffig / meinem Verſpre⸗ 
chen nach / halten will / nit zuerwarten⸗ 
in welcher ein jede Nation jhr aygnes 
Buch ſoll haben.So iſt auch dißmahls 


mein Gedancken nit / dem Alter nach⸗ 


zugehen / weilen ich mich nit zum Rich⸗ 
ser machen will in ſo ſchwerem Han⸗ 


del mit Verletzung der Nationen. 


— 


al 


2. In deme der Seferin diſer Vber⸗ 


ſerung auß 5 Lateiniſchen indie Teüt⸗ 
ſche Sprach / ſo ich zu Ehren der Mut⸗ 
ger Gottes ſelbſt pber mich genomen / 

ar HN Er * wirdt 








An den Lefer. 
wirdt zu Zeiten finden / daß ich er⸗ 
was außaelaflen / oder auch nit von 
Wort zu Wort verfese habe / ſoll er in 
gedenck ſeyn / daß dem Audtor aligeif 
mehr / als einem Dolmaͤtſch zugelaſſen 
ſeye. Die Wort hab ich alſo geſtellt / 
daß man wirdt mercken koͤnnen es ſeye 
mir lieber / daß ich von wii! mir Frucht 
verſtanden / als von wenigen it eytler 
Ehr gelobet werde. Alſo hat der Leſer 
die jenige Wort und Weiß zureden nie 
zuerwarten / welche bey erlich wenigen 
jetziger Zeit in ehren feynd / weil mir 
difen der Himels⸗Koͤnigin Zierde nie 
sunimbe / als weiche vorhin ſchoͤn iſt 
wie der Monn / vnd außerwoͤhlt wie 
die Sonn / vnd ob fehon jhme der Leſer 
einbildet / ich feye folcher Wort vnnd 
Weiß sufchreiben gang vnwiſſend / will 
ichs jhme ohn alle Beſchwernuß gar 


gern —— Die Nutter Gottes 


vu mang 








































An den Leſer. 

mans anuafamb auß den Bildern 
wirdt mercken koͤnnen / Derentwegen 
iſt auch nit zugedencken / daß ſie dev, 
gleichen Weiß zuſchreiben wunſche. 
Ihrem Sohn iſt bißher gefällig gewe⸗ 
fen ſich mit end bey den Einfaͤltigen 
auffinhaften/ vnd fan jhme ein jeder 
wol einbilden/ daß die Mutter feines 
andern Sinnß feye. So iſt es auch 


Gott dem Allmaͤchtigen nichts newes / 


das zuerwoͤhlẽ / was die Welt veracht / 
vmb darmit die Weißheit der Welt 
in die Schul zuführen. Die Krafft der 


Woarheit ficher nit in den Worten. 


- So werden wir auch leichtlich ver» 
flanden / wann mwir reden von denen 
Dingen / die wir lieben. Alfo förchre | 
ich nit/daß mich der Sefer nie wol wer 
de verſtehen / da ich von Marıa, die er 
liebe / rede ob fchon ich auff die jetzt 
fürsfich erfundne Weiß mein Feder 
nit gefchnireen. 
Eu Doß ich abet wider mein Ver⸗ 
J mean 








An den Lefers 
ſprechen / ſo ich in Idea Atlantis gethon / 
in ſo kleiner Form diſe Geſchichten 
verfertige / iſt die Vrſach / die Ehr der 
Mutter Gottes / vnd der Frucht / ſo ich 
vor Augen hab. Allweilen ich dann hin 
vnd widervon vnderſchidlichen Pros 
vintzen Schreiben empfange / de — 
ich vernihme / mit was Inſtaͤndigkeit 
diſe Marianiſche Geſchichtẽ erwartet 
werden / vnd ich aber dermahlens noch 
nit alle Bilder / vnnd darzu gehoͤrige 
Beſchreibungen auß Portugal / Spa⸗ 
nien / Franckreich / vñ andern Laͤndern 
habe / vnd alſo die groſſe Edition noch 
nit verfertigen mag / hab ich alles in di⸗ 
ſer kleinen Form wollen / als ein Vor⸗ 
lauffer gemelter groffer Edition, dem 
Leſer werden laſſen. Nun wirdt er in 
diſem kleinen Büchlein nach vnd nach 
finden alle vnnd jede wunderthaͤtige 


-Marız-Bilder, fo mir biß an jero zu⸗ 


handen fommen/ vñ ing fünfftig kom⸗ 
nen werden I mit ſolchem Sleißder 
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Un den Lefen 

Kupfferſtecher / daß ich verhoffe ee 
werde ein jedes von feinem Sand leicht. 
lich erkennt werden / allweilen ich den 


vberſchicktẽ Berzeichnuffen auffs fleife 


figft nachzugehen befohlen, 


Es Haben erfiche mir vorgehaften? / 


es werde dife £leine Edition der nach» 


volgenden aroflen fehr an dem Liecht 


ſtehen / vnd verhinderfich ſeyn / als wel⸗ 


che jhren Abgang nit haben werde. 


Nun in anſehen zeitlicher Rauffman, 
ſchafft on jrrdiſchen Gewerbs iſt diſes 
nit fo gar vnartig gemeint. Aber doch 


gerrame ich mir mie Hülff ver Him⸗ 


mels⸗Koͤnigin der völligen groffen E- 
dition einen folchen Zuſatz zugeben’ 


daß fich der Berleger nit wirdt zubeo 


flagen haben vnd alfo der Leſer deß⸗ 
wegen ohne Sorg feyn mag. Sonſt 


truckt wirde) mich in Augfpurg bes 
finde / und jmmer in difer angefanger 


hat der Sefer auch zumiffen / daß ich 
(vnder deſſen diſes zu Ingolſtatt ge⸗ 


—— 


sen Arbeit fortfahrg, 4; Von 








Un den Leſer. 

4. Bon dem Grund der Geſchich⸗ 
ten hat der Leſer fopil zuvernemmen? 
daß ich nichts‘ herbey bringe ohne 
snugfamen Beweiß / eintwrderg mit 
benennung der in Truck verfertigren 
Scribenten / oder mitvangiehung der 
alten Bhrfunden/ fo in den Archiven 
zu diſem ende ſeynd angeſucht worden; 
Zu zeiten muß ich mich lenden auff das 
gemeine vhralte Herkommen / welches 
ich allein alßdann thue / wann ich be⸗ 
finde / daß ſolches auch von hocher 


geiſtlicher Obrigkeit nit widerſprochen 


wirdt. Da ich dann in dergleichen 


Erzehlungen mich zu zeiten gründe 


auff die Beſchreibungen / ſo mir RR. 


PP. Provinciales, vnnd Rectores auß 


vnd ſchidlichen Provinzen zugeſchickt / 
ſolle ich nit verdacht werden / theils / 
weil gemelten Patribus wegen jhrer 
hochtragenden Aempter / ſo jhnen an⸗ 
vertrawt ſeynd / ja freylich wol ſo vil 
mag geglaubt werden / als einem No- 


tario, 





















































An den Leſer. 


j tario,befonders/meil fie nit ohne guten 


Grund mir zugeſchribẽ. Theis / weil ſie 
ordinarie nichts, als was mir Schriff⸗ 
ten oder guten Zeügen wol bewehrt 
iſt / zugeſchriben. 

5. So hat auch der Leſer in diſen 


vnd nachvolgenden Bücheren nit zu⸗ 


foͤrchten / daß ich werde einbringen die 
weltkündige Strittigkeiten von den 


HH. Bilderen / da er will wiffenwan 
man habe angefangen die HH. Bil⸗ 
der zuverehren / das hat er zufinden bey 
‚Card. Baronio.Begehrt er die Vrſach / 


warumb ſolche Ehr den HN. Bildern 


gebuͤhre / damit er möge mit Antwort 


den Newglaubigen vnerfahrnen Fi 


würffen begegnen: lefe er Rob.Cardin. _ 


Bellarminum. Willer ein langes Re 
gifter aller Marianiſchen Kyrchen. 


von diſen har gefchriben Ferreolus Lo- 


erius. Hat er endrlich ein Begierd alle 
Marianifche Bilder zuwiſſen / fo j& 
— von den Rechtglaubigen fernd 
| verfer⸗ 


= 








Anden Lefer: 
verfertigt und verchrer worden / der 
frage die HN. Engel darumb / als 
welchen alein müglich iſt / fotche in ein 
gewiſe Zahl zuverfaflen. Ich dißs 
mahls / damit ich ermeife / wie vil die 
Melt der Himmels Königin fchuldig 
fene / bediene mich in difem Werck al 
lein der jenigen Makiæ-Bilderen / wel⸗ 
che mit Wunderzeichen leüchten / vnd 


für folche offentlich gehalten werden. 


Ja auch von diſen bringe ich nichts 
herbey / als was su ſolcher Andacht 
Anfang / oder da ſie vnderweilen auß⸗ 
geloͤſcht Erwoͤckung gehoͤrig. 


6. Daß ich aber auch die Bilder 


ſelbſten hinzu ſetze / in welchen nit all⸗ 
zeit vil von Kunſt zuſehen / ſoll der Leſer 
nit für vnnutz halten. Es ſollen für ge⸗ 
wiß noch die Bilder / noch die Beſchrei⸗ 
bungen jhres Nutzes vnd Frucht ent⸗ 
rahten: in bedencken / daß / wann der 
Leſer der Bilder wirdt mit Andacht 
anſichtig werden / kan nit wol ſeyn / daß 
nit 





















































Anden Kefera | 
mit ein Gnad von Marıa mitls eines 
‚guten Gedanckẽ einfchleicherin dem er 
bedenckt / daß fie nir weniger / als der 
Sohn allen alles zuwerden geſinnet / 
alfo har fie fich nie gewaigert einiges 
Gezeügs / Geſtalt / Klaydung / oder 
Kunſtmeiſters / ſo ſchlecht vnnd vner⸗ 
fahren der jmmer geweſen / da doch der 

hochtragende Alexander nur von einem 
wolte gemahlet werden. Portugeſer / 
Spanier / Fransofen / Niderlaͤnder / 
Teuͤtſche / Welſche / bekleyden fie nach 
jhrer Landts⸗Art / den Griechen gefalt 
jhr alte Weiß / die Aegyptier vberzie⸗ 
hens auch mit Schwaͤrtze / damit das 
Bild jhrem vorgeben nach ſchoͤner 

werde. Man wirdt auß ſo vil hundert 
Bilderen / ſo ich herbey bringe / ſehr 

wenig finden / in welchen gar groſſe 
Kunſt erſcheinet/ wie dann auch die 

Matery / darauf fie geformbr ſeynd / 
allzeit fehr ſchlecht Feines auf allen 
weiß ich von Gold, Alſo erwoͤhlet 
Gar 











An den Leſer⸗ 
Gord was ſchlecht iſt vmb fein Wun⸗ 
der darmit zuwuͤrcken. Der Leſer wirdt 
ſich verwundern / vnd nach Gebrauch 
der Seraphin mit verdecktem Ange⸗ 
ſicht vnderlaſſen deß Allmaͤchtigen 
Raths weiters nachzuſinnen. | 
Auff diſe Weiß werden von mir zwar 
die Marız-Bilder gemehret werden / 
aber nit ohne Nutz. Weil ich niemand 
als dem Sefer (und zwar nur alßdann / 
warn er von fich ſelbſt reder ) glauben 
will / daß jemand einer ohne Nutz ein 
Marız-DBifd angefehe. Ob fchon aber 
ð Leſer den Schatten deß N. Petri ſol⸗ 
chen Bilderen vorzichers und ob fhon 
die Bllder su seiten einander nit gar 
ungleich ſeynd / ift doch zuwiſſen / daß 
wie in vornemmen SPerfonen alles 
hoch geachtet wirdt / alſo feye in Marıa 
nichts / welches nit aller Ehren werth 
ift. Die Geſicht⸗Geſtirn⸗ vnd Hands 
geſchawer / beobachten cin Haar / ein 
ga dag menigfg Glid deß kleinſten 
Fingers/ 


























An den Leſer. 


Fingers / was ſolte dann in einem Ma- 
RIE- Bild nie wol bedacht werden’ 
durch welches der Almächtige fo vil 
Wunder würcker. Es werden vonn 
- Mahler Bildhawer / vnd Gieß⸗Kunſt 
alle vnvernünfftige Thier verfertiget / 
will geſchweigen deren / welche jhr vn⸗ 
keüſche Lieb / ſo von techrs wegen gar 
nit in die Welt gehört / mitels ſolcher 
Künſten aller Welt offenrlich nit ohne 
Schaden vorſtellen / vnd folte vnrecht 
ſeyn / der Mutter Gottes wunderthaͤti⸗ 
ge Bildtnuſſen an Tag bringen? Sol⸗ 
che / die alſo vrtheilen / werden ihr Vr⸗ 
theil sur feiner Zeit wol empfinden, Der 
Magnetſtein gibt fein Rrafft dem ei- 
fenen Ring auff folche weiß / daß ers 
einem andern / vnd alſo fort in Form 
einer Ketten mag mittheilen. Gewiß 
iſts / daß die munderthaͤtige Krafft / ſo 
ſich in dem Makix-Bild befindet / von 
Manız herfompe / vnd iſt der Recht⸗ 
glaubigen beſtaͤndige Erfahrnuß / daß 
vnder⸗ 








An den Lefer. 


onderweilen folche Krafft auch in die 
jenige Bilder fich erfirecfe von wet. 


chen das erfte berühre worden / warum 


wolten dann nit auch die jenigen Bil⸗ 
der / fo den Originalen gan nachge⸗ 


macht / auch wider den Willen dep 


Meifters in einem glaubigen Hergen 
mehr dann andere vermögen? 
7. Die Hiftorifche Befchreibung 
mag ohne Nur vnd Luſt nit abgehen 
wegen ſo vnderſchidlichen / vnd bißher 
auſſer dero Orthen / wo ſich die Sa⸗ 


chen zugetragen / nit bald erhoͤrten Ge⸗ 
ſchichten / welche zu aller Andacht den 


Leſer anweiſen. 
jaben / befinden die groͤſte Befchwer⸗ 
win jhrer vnvernünfftigen Halſtaͤr⸗ 


igkeit ( ich rede von wenigen / dann 


er meifte theil vermeine auf Vnwiſ⸗ 
enheit / ſie thun Gott ein Wolgefallen / 
vann ſie alſo verfahren) maſſen ſie an⸗ 


eno ſo weit kommen / daß ſie alle Wun- 
— | derzei⸗ 


Welche mit den Ketzeren zuthun 































| An den Lefer. 
derzeichen durch und durch laugnen / 
etliche auß denen / ſo vor Zeiten geſche⸗ 





hen ſeynd / laſſen ſie zu / doch der geſtalt / 
als ob ſie auß jhrem Glauben geſche⸗ 


hen waͤren. die man von weitgelegnen 


Orthen erzehlet / muͤſſen erdicht ſeyn. 
Die / fo in der nahent geſchehen / will 


man gar nit hören. 


Alſo / da ich zum öfftern an under | 


fchidfichen Orthen / Ambts halber I 
ſolche Beſchwernuß erfahren, hab ich 


mich auff Mittl bedacht foldyer vn⸗ 


vernünfftiger Halſtaͤrrigkeit zubegeg⸗ 


nen / vnd auch mir Hülff Mare, wel⸗ 
che alle Ketzereyen in aller Welt vber⸗ 


windet / erfunden. Alſo bin ich dann 


geſinnet / vnderſchidliche Zeuͤgen bey⸗ 
zubringen / vnd nit zween oder drey / in 


welchen doch ſonſt ein gnugſame Prob 


geruhet / ſonder ein gantzes Volck wirdt 


mir an ſtatt eines Zeuͤgens ſeyn. Vnd 


ob das nit genug were / will ich hervor 


fielen ganze Nationen vnnd Laͤnder. 


Wann 


— 








Un den Leſer 
Wañ ſie das gemeine Volck außfehlief 
ſen / koͤnnen ſie von vns fuͤr Zeuͤgen 
haben Fuͤrſten / Koͤnig / vnd Kayſer / 
da doch fie jhres Irrthumbs keinen 
Kayſer nie gehabt. Wann fie begehr 
ven Seiftliche / koͤnnen auffgewiſen 
werden von vnderſchidlichen Orden / 
vnd wie ſie reden von allerley Farben / 
ſo vil hundert oder tauſendt ſie ſelbſt 
begehren. Im fahl ſie die Zeuͤgnuß von 
der Clexiſey begehren / wirdt es ung 
nit ermanglen jhnen vorzuſtellen mehr 
Seelen⸗Hirten / als fie in ihrem Aber⸗ 
glauben verlohrneSchaffhaben. Vnd 
da ihnen auch dig nit gefaller / wirde 
vns noch vberig ſeyn ein groffe Anzahl 
Biſchoͤff / Ertz⸗Biſchoͤff / Cardinaͤl on 
Baͤpſt. Letſtlich will ich hinzu ſetzen 
die Wort Chriſti: Gehet hin / vnd ver⸗ 
fündiget was jhr ſelbſt gehoͤrt / vnd ge⸗ 
ſehen: Die Blinden ſehen / die Lahmen 
gehen / die Außſaͤtzigen werden gereini⸗ 
get / etc RBeliher dann wider dife alle 
vnd 

















An den Ceſer — 
vnd ſich ſelbſten will weiß ſeyn / der ſey 
es / aber su feinem Schaden. 

Endtlich / mit was Krafft die Mut⸗ 
ter Gottes die Welt erhalte / wirdt di⸗ 
ſer Marianiſche Atlaß lehren / mittls 
der wunderthaͤtigen Makræ-Bilder/ 
auß welchen der Leſer ſchlieſſen wirdt 
moͤgen / daß wol deß erdichten Atlaß 
Ampt Marıa auff ſich genommen / als 
welche den rarhgirigen / vnnd ſchon 
auff uns fallenden Himmel auffhalt. 

eiters ift nichts vberig / als daß ich 
den Leſer ganz freündelich gebeten 
will haben er wollegeruhen die Mut⸗ 
ter Gottes für mich anzuruffen / daß 
forthin ich lebe / nit als ich / ſon⸗ 
der / daß in mir lebe 
MARIA. 











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Maria Bild zu Coret. N 
ESEL IET EFF ERTT 
T- | 


Wunderthaͤtiges Maria 


Bild 
| 34 Loret. 


283 = werden gedunckẽ 
ee Q se alle Wunderwerck der Ae⸗ 





dem ——— Thurn die 6 | 


fame Welt von Maurwerck auffge 
führer/ da man der Nazareranifchen 


Behauſung zu red wirdt. Maflen dan 


ſie ſchon vor ſibenzehen hundert vnd 
mehr Jahren / in Erbſchafft an den N. 
Joachim kommen; wie lang ſie zuvor 
erbawet worden / ſoll ich nit ſagen. Ge⸗ 
wiß iſts / daß nit vberwiſen kundte wer⸗ 
den / welcher vorgebe / ſie were das aͤlti⸗ 
ſte vnder allen Haͤuſeren der ganzen 
Melt. Allhie ſuchten vnd beſuchten die 

B 6 himm⸗ 


























2 Maria Bild 
himmliſchen Schaͤtz die andaͤchtigen 
Chriſten / als ob ſie von Jesv on Marıa 
auß aller Welt hierzu gezogen wurdẽ / | 
gleich wie die jrrdiſchen Magnerftein 
von den zween himmlifchen Haupt 
Sternen / feiner andern Brfach hal⸗ 
‚ber ı ale damit jhr Merz bey jhrem 
Schatz Jesv und Märra wäre, 

(a) Gabriel/ einer auß den fibeny 
fo vor dem Angeficht Gottes fieheny | 
vnd difes Hauſes Gerhab und Vor⸗ 
munder / wolte der Mahomeranifchen 
Vntrew / fo benante Schatz Kammer 
nit länger vertrawen / weil fie die from« 
men Pilger wegen jhres Glaubens mie 
dem Todt belohneren. Deramegen ſie 
von Abführung difer Kyrchen (dann 
ſchon lengſt die H. Apoſtel diſes heilige " 
Hauß in ein Kyrchen veraͤndert) ein 
Gedancken gefaſſet (b) So ware‘ 
diſer wichtige Gedancken nit fo verbor⸗ 

gen / daß jhne nit entdeckt und gefpüre 
bahen die andere himmliſche Geiſter / 
welchen 








zu Zoret. 3 
welchen vö Gore die vornembſte Theil 
dep Erdtkraiß anbefohlen feyn. Dar 
Hero dan under jhnen ein Streit/doch 
in aller Freuͤndtſchafft endrflanden. 
Einieder der vier Theilen der Welt 
verordnerer Defchüser begunte difen 
Schazz an fich zuziehen / feynd doch 
letſtlich alle wegen der Beftendigfeie 
dep Glaubens Europz gewichen. So 
iſt aber auch ein Streit vnder den En⸗ 
glen der Europifchen Sänderen endts 
flanden. Franckreich wolte vorgehen/ 
als das erſtgeborne Reich der Kirche, 
Hiſpania / als das Catholiſche hat nie 
gehofft / ſonder geglaubt / es wurden die 
Engel darinn jhr Schuldigkeit thun / 
da ſie die heilige Behauſung in Hi⸗ 
ſpanien wurden vertragen / ſonderlich / 
weilen das Reich einen wolberedten 
Advocaten hette / ſo auch der Frawen 
diſes Hauſes nit vnbekandt / ja auch 
mit Sibſchafft zugethon / den heiligen 
Jacobum / vnd zwar den Groͤſſeren / als 

A der 



























4 Maria Bild 


der jhr / da ſie noch bey Leben / ein Bild 
auffgeſetzt zu Cæſar⸗Auguſta / ſo biß 
auff diſe Zeit jhr angenem / vnd dem 
Koͤnigreich ruͤhmlich iſt. Das Roͤmi⸗ 
ſche Reich hat vorgewendet die mech⸗ 
tige Reichthumb / vnd reiche Macht 
deß groſſen Teuͤtſchlandts / vnd Fuͤrſt⸗ 
liche Ehren / ſo von Alters hero wider 
anderer Nationen Gewonheit die Bi⸗ 
ſchoͤff genieſſen / hat auch nit verſchwi⸗ 
gen die Andacht / mit der die Teuͤtſchẽ 
der Mutter Gottes kindtlich vnd hertz⸗ 
lich zugethon ſeyn. Das Welchland / 
vmb das ſich darinn das Haupt der 
Chriſtenheit befindet / hats erhalten. 
Derowegen iſt das heilige Hauß 
mittls der Engliſchen Haͤnd (dann 
alſo ware befohlen / daß ſie es ſolten auff 
den Haͤnden tragẽ / auff daß kein Stein 
verletzt wurde) von den Brund Maus 
ren Winckelrecht abgerichrer/ in einer 
Nach bey soo. teürfchen Meilen ober 


Waſſer vnnd sand in Dalmatien ge⸗ 
tragen / 








zu Coret. SEN 5 
tragen/bender Start Terſact / nit weit 
von dem Meer nidergelaſſen worden. 

Sihe da das reichiſte / vnd mit als 
len Schaͤtzen beladneſte Schiff / ſo die 
Welt jmmer geſehen / weit gluͤckſeeli⸗ 
ger als die Arch / ſo dem Suͤndtfluß 
endtrunnen / als welche mehr den vn⸗ 
vernnnfftigen Thieren / wie es ſich an⸗ 
ſehen laßt / als dem Menſchen zu nutz 
verordnet worden. Es iſt angeſtramet 
(Ad.27.) ein Schiff / damit die Men 
ſchen erhalten wurden. Es ſolte (Jonæ 
3. Rugrund gehen ein Menſch / damit 
das Schiff erhalten wurde / hie wirdt 
das Schiff erhalten / damit die Men 
ſchen nit zugrund giengen. 

So iſt auch fein Abgang deß Mai 
baums / vnd deß Segelsrallweilen dag 
Creuͤtz verhanden / nit auß dem Holtz 
der ſchedlichen Wiſſenſchafft / ſonder 
deß Lebens / vnd der Frawen Mantel / 
beſſer dann tauſendt Segl außgeſpant 
iſt. Der —— man nit / allwei⸗ 


B ij An 






































6. Maria Bid 

fen es fliegt; ja was mehr iſt / ſo iſt es 
nie durch Wind / wie andere Schiff / 
getriben worde/ maſſen es durch jenen 
Geiſt fortgebracht / welcher allzeit der 
Belt zu nun ob dem Waſſer fehwebr 
auch feinen andern Grundhaggen nie 
achabt als Marıam deß Schiffs Fraw / 
als. welche aller Hoffnung Stunde | 
haggen iſt. 

Sich vermeine / es feye das erſte 
Schiff weiches / ob es ſchon auß Stein 
gebawet / doch nit ſchwancket / nit ge⸗ 
netzt worden / nit dem Grund zugeſun⸗ 
cken iſt / ja damit niemand zweifflete / 
daß es in Warheit ein Schiff ſeye / hat 
es von dem Nazaretaniſchen Geſtatt 
abgeſtoſſen / vnnd iſt in den Port zu 
Terſact angefahren / vnd zugelendet. 
Diß iſt die Schiff⸗Armee der Kyrchẽ / 
welche / gleich wie ſie gnug hat an zwey 
Schwerteren fuͤr ein Armee zu Land / 
alſo begehrt ſie nit mehr als 2. Schiff 
fuͤr ein Armee zu Waſſer / nemblich 

das 






























zu Zoret, 


das Schiff Perri von Bethſaida / vnd 


das Schiff Marız von Nazareth / in 
diſem iſt die Mutter / in jenem ds Sohn 
gefahren. Beyde feglen in die Hoͤhe deß 
Meers / beyde führen Menſchen⸗Fi⸗ 
ſcher / diſes die heylige Engel / jenes die 
Apoſtel / ſo den heyligen Englen gleich 
ſeynd / beyde werffen das Netz auff die 
rechte Hand zu dem Fiſchzug / doch mit 
diſem Vnderſchid / daß jenes Petri / 
zwar groſſe / jedoch nur hundert vnnd 
drey vnd fuͤnfftzig / diſes aber MarıE 
vberauß groſſe / vnd vnzahlbare Fiſch 
einſchließt vñ fahet / jenes auch leben⸗ 
dige Fiſch fahet / jhnen das Leben zu⸗ 
nemmen / diſes aber den Abgeſtandenẽ 
vnd Todten nachſtrebet / jhnen das 
verlohrne Leben wider zugeben. 


Es hat diſes heilige Hauß / wiewol 


viermahl verſetzt / doch nie weit von 
dem Meer ſich niderlaſſen koͤnnen / weil 
es ein Schiff iſt; vnnd zwar allzeit an 
ds Vfer deß Adriatiſchen Meers / 

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8 Maria Bild 


vnbeobachtet das groſſe / vnd das wil⸗ 
de Meer. (c) | | 
Es ware dazumahl Graf Niclas 

Frangipani zu Terſact. Diſer / nach 
Ankunfft vnd Erkantnuß deß heiligen 
Hauſes / hat alſobald bewehrte Män- 
ner in das heilige Land abgeſandt / vmb 
zuerſehen den Grund der Mauren / 
vnd der Warheit. Vnd alſo erworben 
zu ewigen Zeiten fuͤr den erſten Gut⸗ 


thaͤter diſes heiligen Hauſes gehalten 


zuwerden / vnnd iſt eben vmb dieſelbe 


Zeit zu hoͤheren Aempteren erhebt wor⸗ | 
den/maffen er von Rudolpho Braffen 


von Habfpurg nunmehr zwölfer Kay⸗ 
fer Vatter / vnd ſchon dazumahl Rs 
miſchem Kayſer den Dalmatiſchen vñ 
Windiſchen Landen / iſt vorgeſetzt wor⸗ 
den. Rudolphus als noch Graff hette 
newlich der Jungkfrawen Sohn ein 
Pferdt verehrt / fuͤr welches jhme die 
Jungkfraw jhr Hauß / der Sohn das 
Roͤmiſche Rei) ( wis man wuͤnſchet 
und 








vnd hofft) biß ans End der Welt ge 
ſchenckt / vnd verordnet / daß forthin 
die Roͤmiſche Adler ſolten in Oeſter⸗ 
reich erzeuͤgt werden / maſſen es dann 
ſchon bey vierthalb hundert Jahren 
beſchehen / jegliches Jahr der An⸗ 
dechtigen Beherbrigung deß heiligen 
Hauſes i in Oeſterreichiſchen Landen / 


jetzt ſchon belohnet mic hundert Jahrẽ 


deß Kayſerthumbs / wie dann im ſechß⸗ 
ten Monat nach dreyjaͤhriger Behar⸗ 
rung in obgemelten Windiſchen Lan⸗ 
den bey Terſact it das heilige Hauß in 
dem Jahr Chriſti 1294.den 23. No⸗ 
vemb. oder wie glaublicher/ den 10. 
December in Welfchland gerragen 
worden in einen fehr ongehewre Wald 
der Start Recanat / ob ſchon die Sram 
dijes Walds ihren Damen von den 
anmürigen Sorberen hette / vñ Laurera 
genant mare. Da ware zufehen die Lil⸗ 
—* vnder den Doͤrneren / vnd wie der 

Eeder deß Bergs Libani ſich beſprach⸗ 
a te mit 





Su Coret. | 9 


































10 Maris Bild | 
te mit den Diſtlen deß Welſchlandts. 


Ja es ware zuſehen ein Paradeyß / in 
welchem nit ein boͤſer Engel mir einer 


nit vil beſſern Jungkfraw / ſonder ein 
gueter Engel mit d Heiligſten / nit von 
der Welt Bndergang / ſonder von der 
Erloͤſung ſich vnderredte. In beyden 
Paradeyſen iſt ein Adam / vñ ein Eva 
die vornembſten vnder allen Menſchẽ / 
Gott vnd ein Engel / ja auch der heili⸗ 
ge Geiſt / aber mit groſſem Vnderſchid. 
Es laßt fich anſchen / als ob deß vn⸗ 


menſchlichen Waldmanns (von dem 





der H. Hieronymus ſchreibt) Kinder 
vnd Kindes, Kinder in diſem Wald 
vernommen hertendaß Gott auch für 
die Menſchen feye Menſch worden! 
melche in etwas den- wilden Thieren 
gleich ſeyen. 

Es ware e / wie ich vermeine / das H 
Hauß lenger an diſem Orth verhar⸗ 
ret / vnd ſtunde villeicht noch da / wann 
J Gabriel beobachtet hette / daß 
i 








su Zoret; Ir 
bier ein vngelegneren Platz erkiſen / als 
er zu Nazareth verlaſſen hatte. Maſ⸗ 


ſen alldorten die Chriſten von den Tuͤr⸗ 


cken / hie aber von den Chriſten gang 
jaͤmmerlich ermordet wurden. Weiler 
dann ſehen muͤßte / daß die Pilgramen 
den Todt fanden / wo ſie das Leben 
geſucht / hat er zu dem dritten mahl 


das Kyrchlein in ein ſchoͤnes Feld auff 


ein kleines Buͤhelein vertragen. Aber 
gleich wie in dem Wald kein Sicher⸗ 
heit geweſen vnder den vnmenſchlichẽ 
Moͤrdern / alſo iſt auff diſem Buͤhelein 
auch ſo gar die Bruͤderliche Lieb nit 
gefunden worden / dann in deme die 


zween Brüder (als Grundtherren) 


das geopfferte Gelt vnrecht der Kyr⸗ 
chen entzogen / vnd noch vngerechter 
miteinander getheilet / hat es wenig 
gefehlet / daß nit ein Bruͤeder⸗ Mord 
were ervolget. Deßwegen dann Ga⸗ 
briel auch ab diſem Orth ein Verdruß 
empfunden / vnd das Kyrchlein zum 


vij vigr⸗ 
































13 Maria Bild 
vierdrenmahl erhebt / vnd auff die offne 
Sandeftraß nidergelaſſen / auf daß alle 
Welt difes Schanss genieflen koͤndte / 
an deme zuvor nit zwey ſich begnuͤgen 
wolten. Hier ſtehet es noch heüt⸗ 
tiges Tags an Wuͤnderwercken koͤſt⸗ 
licher / als an Steinen weilen Gozz 
fein Behauſung noch bewohnet. 

\ Eins iftivas ich ( fo vil mir bewußt) 
vor andern nit ohne Geheimnuß vor 
mercket / daß faſt eben fo weit ſeye on 
Loret nach Rom / all wo die Krippen 
Jeſu auffbehalten wirdt) als weit iſt 

von Nazareth nach Bethlehem. 
(a) Von den Beheimnuffen (on in 
difem H. Hauß gefchehen / har man 
auß der Bulla Julij I. daß die Mur 
ter Gottes darinnen ſeye empfanzen! / 
vnd erzogen/darin fey vom Erp Enge 
Gabriel gegrüßt worden / vñ habe von 
dem heiligen Geiſt empfangen / Tesvm 
dariun geſaͤugt / vnd aufferzogen. Daß 
die 











zu Eoret: ı$ 
die H. Apoſtel diſes Hauß zu der erſten 
Kyrchen geweyhet / vnd darinn die er⸗ 
ſte Meß gehalten. Die heilige Helena 
hat vmb das Jahr Chriſti 380 ein 
groſſe vnd koͤſtliche Kyrchen daruͤber 
gebawpt / wie zuleſen bey Niceph. lib.9. 
cap.8. Es har difes Heilige Hauß bes 
fucht die Heilige Paula / wie ver heilige 
Hieronymus ſchreibt. Vmb das Jahr 
Chriſti 1100. har Tancredus Hertzog 
in Normandien Königliche Vereh⸗ 
rung gethan / wie Wilhelmus Tyrius 
lib. 5. fehreibt. Jacobus de Vitriaco 
Cardinal und Patriarch zu Jeruſa⸗ 
km in Beſchreibung deß H.sandes/ / 
vermeldet / er habe mehrmahlen am 
Feſt der Berfündigung Marız in dis 
ſem heiligen Haug Meß gehaften. Im 
Jahr 1245. als der heilige Ludwig 
König in Franckreich difes heiligen 
Hauſes anfichtig worden / iſt er einen 
weiten Weeg zuvor von dem Pferde 
abgeſeſſen vn zu Jueß hinein gangen. 























27 Maria Bild | 
Auch am Seft der Verkuͤndigung nach 
vorgehender Faften in Wafler unnd 
Brodt / bekleydet mie einem haͤrinen 
Sack / darinn dem geſungnen Ampt 
der heiligen Meß beygewohnet / vnnd 
darunder communiciert / wie vermeldet 
Clitoveus hey Silvio Serraglio. 
(6) Mit dem Hauß iſt ankommen 
das geſchnitzelte Marız-Dild/ das ge⸗ 
mahlte Crucifix / beyde von S. Luca 
verfertiget. Auch etliche jrrdine Scha⸗ 
len / welche die Mutter Gottes ſolle 
gebraucht haben. Das Dach von 
Holtz ward von innen ganz blaw an⸗ 
geftrichen / vnd mir vergulten Ster⸗ 
nen verfest. Hatte dazumahl nur ein 
Thuͤr / deren Anzeigen noch Heuͤt ver⸗ 
handen / welche Julius II. erfüllen laſ⸗ 
fen mir den Steinen / fo man vonden 
zwo newen Thüren genommen. Der - 
Altarı fo jetzt in der Mitte ſteht / ware 
zuvor auff der Seiten. Das Crucifix / 
fo jent ob dem Fenſter ſechet / ware zur 
vor. 








"38 Zoret. ıg 
vor auff dem Altar gegen der alten 
Thür vber. Beſihe Turfelinum. 
it e) RP F. Francifeus Ouaref. 
mins deß Drdens deß heiligen ran 
ciſci 7. peregr:3.c.3. elucid terræ fandte, 
erzehlet weitläuffig/ wie erſt widerumb 
auff ein newes zu vnſern Zeiten 
entdeckt vnd gefunden 
worden. 


— 














. 2 
a 





16 Maria Bild 
Wunderthaͤtiges Maria 
Bild te 
S. MARIA MAIOR 
genandt | 
I su Bom. 
Mi - I Oannes Patritius einer deß Mathe 
—90 der Statt Rom vermeinte ſehr vn⸗ 
gluͤckſeelig / vnd von dem hohen Gozz 
wenig bedencket zuſeyn / vmb daß ſein 
Ehegemahel vnſruchtbar wäre / und 
iM er ohne Erben müßte von dann ſchei⸗ 
| dens und wußte doch nit’ wie wol es 
I  Sozz/ vnnd fein liebe Mutter mit 
jhme meinten. E 
Er ware in groffem Anſehen / theils 
wegen feines Adelichen / vhralten / vnd 
wolhergebrachten Geſchlechts / vnnd 
groſſen Reichthumben / theils auch wer 
gen der Rathſtell / ſo auß den hoͤchſten 
Wuͤrden eine zu Rom ware. Bey dem 
| | allem 








ji 


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Maria Maſor. 17 


allem behertzigte er offe fein Vngluͤck / 


welches / wie gefagt/allein in dem ſtun⸗ 
de / daß kein Erb verhanden waͤre / wel⸗ 
chem / was der Vatter in Ehren vber⸗ 
kommen / moͤchte hinderlaſſen werden. 
So hat es auch an dem Gebett nit 
ermanglet / deßwegen beſuchte er offt 
manche Kyrchen / vnd vberkame von 
jhme mancher armer Bettler ein rei⸗ 
ches Allmuſen / aber alles vmbſonſt. 
Nemblich der allmechtige Gozz er⸗ 
hoͤret vns Menſchen nit / wann wir 
weniger begehren / als er vns geſinnt iſt 
zugeben. Biß letſtlich die vnverbeſſer⸗ 
iche Vnfruchtbarkeit / vnd fein nun 


nehr anbrechendes Alter jhne ermah⸗ 


jet / feinen Sinn anderſtwohin zur 
venden / vnd fein Gebett zuverenderny 
velches er dann auch gethan / maſſen 


r (a) ſchon ein geraume Zeit ſich ge⸗ 


uͤhrender maſſen von ſeiner Frawen 
bgeſoͤndert / die Mutter Gottes nit 
hr vmb einen Erben erſucht / ſon⸗ 


der 
































18 Maria Bild 
der fie ſelbſten für fein Erben verord⸗ 
net / begehrre derowegen allein zu wiſ⸗ 
ſen jhren endtlichen Willen / wie mit 
ſeiner beraiten Paarſchafft jhr etwas 
gefaͤlliges möchte gericht werd. Sehr 
wol gefiele der Himmels. Königin die 
hoͤffliche / vnnd liebreiche Berehrung/ 
hat ſich auch gewuͤrdiget die anerbot⸗ 
tene Erbſchafft anzutretten / vnd jhr 
mitelſt diſer Verlaſſenſchafft ein Hauß 
in der Statt Rom zuerbawen / dann 
ob ſchon Marıa su Rom an ſchoͤnen / 
vnd jhr zugehoͤrigen Kyrchen (b) der 
Zeit / wie wir glauben / keinen Abgang 
hette / iſt doch glaublich / ſie werden zu 
Elein geweſt ſeyn / allweilen fie ein gröfe 
ſere / vnnd der Romaniſchen Andacht 
gemeße Kyrchen begehrte / vnd zwar 
mit ſolchem Eyfer / daß ſie ſich gewuͤr⸗ 
diget / den Grund⸗Riß mit vbernatuͤr⸗ 
licher Weiß ſelbſten in den Himmel 
(c) zu ziehen. Zu welchem ſie weder 
Kolen noch Kreiden brauchen er 
0 








Maris Maior. is 
(als die von der hoͤlliſchen Kolen / wie 
auch von aller jrrdiſchen Kreiden groß 
abſcheuhen tragt) ſonder den rainen 
Schnee / welcher / als er nach jhrem 
Befelch von den heyligen Englen auff 
vbernatuͤrliche weiß alſo iſt verfertiget 
worden / daß er ſich auch im Augſtmo⸗ 
nat vor der hitzigen Sonnen doͤrffte ſe⸗ 
hen laſſen / nach dem er auch in ſolchem 
Vmbkreiß in dem Lufft gelegt worden / 
welchen die erwuͤnſchte Kyrchen ha⸗ 
ben ſolte / iſt er / wie die ringe Wollen 
ohne verhinderung einiges Luffts auff 
den verordneten Platz deß Bergs Eſ⸗ 
quilini herab gefallen / vnd ſo lang ge⸗ 
blibẽ / biß die groſſe Statt Rom kundte 
Innen werden / zu was End ſolches 
Wunder were verordner worden. 
Lage deromegen der gefallne Schnee / 
den fünfften Auguſti su Morgens in 
der Form def jenigen Vmbkreiß / wel, 
chen die Kyrchen nach Willen Marız, 
und Schr der Bawkunſt haben we 
Vnd 














20 Maris Bild 

Vnd damit deflen die Römifche Bur⸗ 
gerfchaffe nie vnwiſſend were / hat fie 
ſelbſten Liberium den Pabſten / vnd Jo⸗ 
annem Patricium im Schlaff auß⸗ 
fuͤhrlich berichtet wie daß ihr Willen 
were / daß mit gemeltes Joannis ber 
raiten Gelt⸗Mittlen an dem Orth ihr 
ein Kyrch erbawt wurde / wo ſie ſelbſt 

—* Grund mit Schnee vmbzeichne 

hette. | 
Kaum ift Joannes erwacht/ wirde 
er auf dem Zulauff deß Boͤfels ver, 
ſtaͤndiget / wo der Schnee gefallen were / 
verfuͤgt ſich dann voller Frewden vn⸗ 
verſaumbt zu Ihr Heyligkeit / welche 
dann auch nach vernommenen gefall⸗ 
nen Schnee / vnd ſehr weiß außgelegtẽ 
Traum Joannis / alles vmb ſo vil lie⸗ 
ber bekraͤfftigt / weil auch jhme gleich⸗ 
fahls im Traum eben von diſer Kyr⸗ 
chen die Mutter Gottes voͤlligen Be⸗ 
richt gegeben. Iſt derowegen eylfertig 
in angeſtellter Proceſſion Ihr vr 
iR eit 








Maris Major. 2: 
keit auff den Berg Eſquilinum tom. 
men/ das mit Berwunderung zuſa⸗ 
men geloffne Volck / nach völligen 
Bericht zur Andacht und Zuverfiche 
gegen Marıa ermahner/ vnd mic felbs 


aygnen Händen den Grab⸗Zeuͤg ers 


griffen / dem erfien Stein in difem von 
Himmel verordneten Gotts⸗Hauß / 
Orth zumachen. Joannes hat mit 
Hilff ſeiner Gelt⸗mittl ſolche Anord⸗ 


nung gethan / daß in kurtzer Zeit ein 


Kyrchen geſtanden / in welcher das 
Romaniſche Volck die Mutter Gottes 
mir groͤſſerer Andacht verehrte / als 
zuvor beſchehen. Manglete auch der 
Kyrchen nichts mehr / als ein Marız- 
Bild / in welchem Marıa jhr gebuͤhren⸗ 
re Ehr möchte empfangen. 

Eines ware verhanden / ſo von Se; 
uca dem Evangeliften gefaßt / und 
von Sr. Helenag / wie glaube wirde/mie 
indern Haylthumben von Dierufas 
em nacher Rom gebracht / welches die 

| u Roma 




















st Maria Bild 
Romaniſche Päpft in der Capell San⸗ 
cta Sandtorum genant / onder andern 
Haylthumben von alters her in groß 
fen Ehren auffbehalten haben / diß hat 
Liberius in die new erbawte Kyrchen 
verordnet / vnd mit groſſer Solennitet 
getragen / warvon es biß auff heuti⸗ 
genTag ohne ſehr wichtige Vrſach nie⸗ 
mahlen iſt anderſtwohin getragen wor⸗ 
den. (d) ua, Tram 
Nie kan ich vmbgehen zuerzehlen / 
was die Mutter Gottes für Beweiß 
ihrer Barmhertzigkeit auch gegen den 
groͤſten Suͤndern in diſer Kyrchen 
gethon. Im Jahr Chriſti 643. als der 
gottloſe Kayfer Conſtantius den Pab⸗ 
ſten zu Rom wolte todt haben / als der 
fich feinem gottloſen Vorhaben jeder⸗ 
zeit widerſetzte / hat er ſolchen Mordt 
einem / ſo vor andern zu ſolcher Tath 
tauglich / anbefohlen / welcher die graue 
ſame That ins Werck zuſetzen / diſe 
Kyrchen erwoͤhlet. Allhie wolte er den 
5— paph 









Maria Maſor Ne 
Pabſt endrleiben/allwo wegen def uns 


sehlichen Volcks nir vnleicht were al⸗ 


len Befelchshaberen / die etwan auff 
jhne beftelle wären, guentfomen. Bad 
zwar vor difem Marız-Bild / in dene 
hme der Pabſt die Heilige Comunion 
reichen wurde, Alßdañ were ein Stoß 
mir einer kurtzen Wöhr zuthun / der 


nit wol fählen ſolte. Nun hette ſo grau⸗ 


ſames vnd vngehewres Vornemmen 
vol verdient von dem hohen Himmel 
herab mit Klapff vnd Donner verhin⸗ 
dert zuwerden / iſt aber vonder Mutter 
er Barmhertzigkeit andſt nit geſtrafft 
vorden / als daß der Boͤßwicht nach 
angem ſuchen die Perſon deß Pab⸗ 
ten nie erfinden/ond erſehen koͤnden / 


velches dann jhme dem Thaͤter ſelb⸗ 


ten alſo zu Hertzen gangen / daß er ſol⸗ 
hes frey herauß / ond vnbefragt Ihr 
Heyligkeit bekennt / welcher dann auch 
u Ehren feiner Erloͤſerin dem Thaͤter 


son Hertzen verzihen / jhne von feiner 


Suͤnd 

















24 Maris. Bild: 

Suͤnd abſolviert / vnnd ohne weitere 
leibliche vnd gerichtliche Straff ganz 
frey entlaſſen. | RER 
Ehen dif: iſt dasjenige Marız- 
Bild / welchem. die heylige: Engel Ehr 
haben. erzaigt / dann. da eg Pabſt Gre⸗ 
gorius der Groſſe genandt/in deme die 
faydige Sucht der Peflilens dfe. Statt: 
Rom verwuͤſtete /in den Oſter⸗Feyr⸗ 
taͤgen mit voͤlliger Proceſſion von die: 
fer: Kyrchen / vber die: Tiber in St 
Peters Kyrchen beglaitet hat / vnnd 
nunmehr auff die Tiher Pruggen kom⸗ 
men / haben auff dem Joch deß Adria⸗ 
niſchen Berglaſt oder Begraͤbnuß die 
H. Engel mit verſtaͤndtlichen Wor⸗ 
ten das Lob Marzz gefungen/dielBort: 
deß Geſangs waren diſe: O Himmels⸗ 
Koͤnigin erfrewe dich / dann Der / ſo 
du würdig biſt geweſen zutragen / iſt 
aufferſtanden / wie er vorgeſagt. Dar⸗ 
auff alsbald Pabſt Gregorius mit 
heller Stimm Geſang / weiß — 








Maris Major: 25 
fee: Bitt Gott für ons. Welche Wort 
dann hernach zu ewiger Gedaͤchtnuß 
feynd in. die Pricfterliche Tagzeiten 
einverleibe worden/ und werden träge 
dich die Defterliche Zeit hindurch ge⸗ 
ſprochen. Zudem iſt auch gefehen wor» 
den / daß der Engel / das vber die State 
Rom gezuckte Schwerdt zum Zeichẽ 
deßk gelinderten Zorns Gottes abge⸗ 
wendet vnd eingeſteckt / wie dann die 
laydige Sucht gleich dazumahl ein 
End genommen / vnd niemand mehr 
daran Todts verblichen. Deſſen zum 
Angedencken iſt dem heiligen Michael 
auff dem Güpffel gemelter Kayſerli⸗ 
chen Begraͤbnuß ein kleine Kyrchen 
Cin den Wolcken / wegen ihrer höhe 
genennt) erbawt worden / vnd ob ſchon 


das Kyrchlein hernach wegen der Voͤ⸗ 
ſtung iſt abgetragen worden; iſt doch 
zur Gedaͤchtnuß auff den hohen Maſt⸗ 


baum ein von Metall vergulter Engel 
geſcet worden. Darvon die Voͤſtung⸗ 





























26 Maria Bild 
end die Pruggen Heuͤts den Namen 
gefehöpffe / und dife die Engel, Pruge 
gen / jene die Enge Burg genennf 
wirdt.. ER 

B. P. Francifcus Borgia vor Zeiten 
Herzogin Bandienhernach der dritte 
General der Societet Jeſu / iſt der er⸗ 
ſte geweſen / welcher von Paͤbſtlicher 
NHeyligkeit die Gnad erhalten / diß 
Maria Bild abzuzaichnen / fo er dañ 
durch die vornembſte Meiſter thun 
laſſen / hernach auch verſchafft in alle 
Form vnd Groͤſſe / wie auch von aller⸗ 
hand Matery vnnd Kunſt zuformie⸗ 
ren) vnd in alte Chriſtenheit außzu⸗ 
theilen / wie es dann nun in allen Laͤn⸗ 
deren mehr / als villeicht kein anders 
Bild / bekant iſt. 2 
So erſtreckt fich auch Mar ız 
Barmhersigkeie fo weir / daß deren 
Bilder nie wenig auch von Wunder 
zeichen benannt fennd. Gewißlich das 
Marie Bildı ſo zu Ingolſtatt in det 


ConvI- 








Maris Major. 27 
Cöviderum Colloquio verehrt wirdt / 
neben dem / daß man glaubwuͤrdig 
darfuͤr halt / es habe mehrmahlẽ geredt / 
ſeynd nie wenig der Maynung / es 
koͤnde ein jeder / fo vor diem Bild 
andächtig fich der Mutter Gottes be⸗ 
ficht/leichtlich in feinem Hertzen em⸗ 
pfinden / vnd verſtehen in was Stand 
jhn der Almechtige Gozz woͤlle ſeelig 
machen. | | 
(a) Felix Aftolfi in feinem Buch 
vonden Wunderzeichen der Bildtnuſ⸗ 
fen Mariæ. (6) Iſt nit glaublich / was 
Petrus de Natalibus von diſer Kyrchẽ 
ſchreibt / nemblich / daß ſie die erſte ſeye 
geweſen / welche zu Rom der Mutter 
Gottes ſeye erbawt worden. (c) Eben 
diſer Auctor ſchreibt / der Schnee ſeye 
in ſolcher Form herab von Himmel 
ouff den Platz geſallen / daß man dar⸗ 
auß hab abnemmen koͤnden / in was 
Groͤſſe end Weite die Kyrch ſolle auff⸗ 
E iü gefuͤhrt 






































28 Maria Bıld 
geführt werden. (d) Vor Zeiten am 
dem Abende der Himmelfahrt vnſer 
lieben Frawen / iſt onfers lieben dern 
Ieſu Chriſti Bildtnuß auß gemelter 
heiligen Capellen / ſonſt genant Sancta 
Sandorum, erhebt / vnd durch etliche 
Gaſſen in groſſer Proceſſion in diſe 
Kyrchen getragen worden / von wel⸗ 
cher man auch einen guten Weeg in 
groſſer Proceſſion mit diſem gegen⸗ 
wertigen Moria⸗Biſd entgegen gan 
gen / biß letſtlich beyde Bildtnu ſſen in 
diſer Kyrchen ſeynd auff dem darzu 
beraithen Altar neben einander geſtelt 
worden / biß das Volck die gantze Nacht: 
hindurch / wie auch dẽ volgenden groſ⸗ 
fen Feyrtag jhr Andacht verricht / alß⸗ 
dann iſt wider mit hoͤchſter Solen⸗ 
nitet jenes in fein Capellen, difes auff 
feinen Altar gerragen worden’ vnd iſt 
diſe Andacht etlich hundert Jahr im 
brauch geweſen / biß ſie nit gar vor 
lengſt vom Pio V. (mis Panzirola vers 
BAM Bu meldet / 








Maria Major: 9 
meldet ) auß gewifen Brfachen ift un. 
derlaffen worden. Petrus Cluniacenfis, 
der vmb dag Jahr Chriſti tauſendt 
zweyhundert gelebt / vermeldet bey 
Panzirola, daß er der gemeinen Mah⸗ 
nung wahre Erfahrung eingenom⸗ 
men / daß die Wax⸗Koͤrtzen an dem 
Feſt vnſer lieben Frawen Himmel⸗ 
fahrt in diſer Kyrchen angezuͤndet / nit 
mehr haben abgenommen / als ob ſie 
nie weren angezuͤndet worden / ob ſchon 
ſie von der erſten Veſper gebrunnen 
hetten / biß auff die neuuͤndte Stund deß 
Tags an diſem heiligen Feſt. Zu diſer 
Zeit wirdt keines auß diſen zweyen 
Bilderen von feiner. Stell bewoͤgt / 
als im Jubel⸗Jahr / alßdann fo — 
jenes in mitten der Kyrchen 8. Joañi 
Lateranenſis, diſes aber in mitten 
Kyrchen / wo es allzeit beharret / auff 
einen darzu vorberaiten Altar geſetzt / 
vnd wirdt allda das gantze Jahr ver⸗ 
ehret. So hat auch diſe Kyrchen S. 
C 4 MaAkI 

























— ———— — ER 
Pre — — —— — 


em 
— 











30 Maria Bild | 
Marz Majoris etfiche fehr groſſe 
Privilegien und Freyheiten / fo andere 
nit haben. Dañ erftlich har der heilige 
Gregsrius der Groſſe etliche Predigen 
darinnen zu dem Volck gehalten / d de⸗ 
ren drey noch verhanden ſeynd. Die 
achte / ſo er am H. Weyhenach⸗Tag / 
die ein und zwainzigſte / ſo er am Ds 
Oſter⸗Tag / die zwo vnd zwainzigſte / ſo 
er den erſten Sontag nach Oſtern 
‚gehalten; Fuͤrs ander / ſo iſt diſer Kyr⸗ 
chen Ertz⸗Prieſter allzeit ein Cardinal. 
Zum dritten wirdt fie indem Jubıleo 
allzeit beſucht zu erlangung deß Ablaß. 
Viertens iſt ſie eine auß den ſiben vor⸗ 
nembſten Kyrchen / in der allzeit groͤſ⸗ 
ſerer Ablaß zugewinnen Zudem fuͤnff⸗ 
ren / iſt fie eine auß den drey Kyrchen / 
in welche die Paͤbſtliche Poenitentiarij 
mir groffem Gewalt Beiche hören. 
Fuͤrs ſechßte onnd letſte werden hier 
eylffmahl im Jahr die Stationes mit 
groſſer Solennitet vnd volllommnen 
A 








Maria Meier. 32 
Anlaß begangen und celebriert, Im 
vbrigen ift dife Kyrchen nach vnnd 
nach von vnderſchidlichen Päbften biß 
auff unfere Zeiten je mehr vnd mehr 
gezieret worden. Wann es dem 
Leſer geliebt / mag er leſen 
Odav. Panzıro- 
km. 

















2. Maris Bid 


RRRERRRRN 


Spanmnien. 
— 


Bild 
Don VILLA,VITIOSA. 
—* SS einer Portugeſiſchen Start 
AS, Villa-vitiofa genant / da dem 
8man weiß nit was zuerbawen / 
in die Erden gegrabẽ / hat ſich vnverſe⸗ 


Wunderthaͤtiges Maria 





hens ein gewaltiger Liecht⸗Glantz / mit 


fambt einem vnbekanten gutẽ Geruch 


alſo ſtarck ſpuͤren laſſen / daß einer auß 
den Arbeiteren gang ohnmaͤchtig zu 


Boden geſuncken / vnnd fuͤr halb todt 
nach Hauß getragen worden. Alßbald 
iſt die hohe geiſtliche Obrigkeit von 
denen / ſo zu gegen waren / verſtaͤndiget 


worden / es muͤſſe vnfehlbar an dem 
Orth etwas Heiliges vergraben ligẽ / 


\ 


welches nit wolte von vngeweychten 


Haͤnden 








— nn 


Dan 
a 





mm in 


| 











Von Vırzra-Vırıosa 3% 
‚Händen berüßre werden / deßwegen 
dann gleich cin Zulauff vonn aller 
Standes, Derfonen verurfacht wor 
den; und iſt von mänigflich der Liecht⸗ 
Glanz auß der Erden geſehen / vnd der 
liebliche Geruch geſpuͤret worden / dar⸗ 
auff wurde einer auß den Arbeiteren 
befelcht mit Andacht vnd Ehrentbie⸗ 
tigkeit auff das glimpfiicheft fortzu⸗ 
grabẽ / diſer iſt alßbald auffein bleyene / 
vnnd nie Bach. vberrannte Druhen 
kommen / in welcher gefunden worden 
sein vberauß ſchoͤnes geſchnigletes Ma- 
RIE-DBild / vngefaͤhrlich ein Spann 
lang. Gleich hat das beyweſende Bol 


ein ſtuck Gelts dargereicht ein Kyrch⸗ 


lein zuerbawen / vnd der Zulauff deß 
andaͤchtigen Volcks ſich auch gemeh⸗ 
xet / vmb daß alle Anligen deß Leibs 
end der Seelen allhier bey diſem H. 
Bild Hilff vnd Rath funden. 
Nun diſe groſſe Andacht init ans 


ie * die groſſe Wind pflegen’ hat 
E nit 













































34 Maria Bild 


nit ober Tang nachgelaſſen / vnd letſt⸗ 
lich ganz in Abgang kommen / alſo / 


daß das Kyrchlein oͤd geſtanden / fh 


weit / daß es doch die andaͤchtige Hir⸗ 


ten zu zeiten beſuchten. Deren einer 


Ferdinand mit Ramen / auß Caſtilia 
gebuͤrtig / ein andaͤchtiger Spannier / 
dem Bild ein Ehr angethan wider die 


Gewonheit der Armen / maſſen er auß 
dem DOel / welches jyme der Maß nach 
an ſtatt ſeines verdienten Lidlohns 


worden iſt / ein brinnende Ampel vor 


dem heiligen Bild erhaften. Nit lang 


hernach / als er fich auß Portugal in 


Spannien feinem Vatterland / einem 
Herrn das Dich zu huͤten / verdingt / 


hat er ſich zugleich entſchloſſen das N. 
Bild mir ſich zunemmen / erhebt dero⸗ 


wegen daſſelbige mit gebührender&hr- 
eintbietigkeit von dem Altar / legt es 


fein fauber und ficher in fein Hirten⸗ 


4. 


Sack ı vnnd macht firb auff gegen 
ESG al er in die Revier Gar 
| monstas 









Bon Vırza- Vırrosa. 38 
moneras bey feiner Dich- Weyd einen 
alten Stoc von Schwammen⸗Holtz 
alfo anßgehoͤlert / daß dem H. Bild ein 
gelegnes Orth gemacht worden. Da 
hette nun der fromme Hirt Ferdinand 
ſein Kyrchen / ja ſein Himmel. Allda 
nach vollendtem Gebett ſange er den 
gantzen Tag kniend / ſitzend / ſtehend / 
alles was er von andaͤchtigen Liedern 
wußte / vnd weilen er etwas wenigs 
die kleine Seisen wußte zubrauchen / 
hat er auch mit derſelben auffs beſte 
zugeſtimbt / vnd auch andere ſeine Ge⸗ 


ſpanen herzu gezogen. Diß hat nit alſo 


in der ſtille verbleiben moͤgen / daß nit 
die Portugeſer jhr verlohrnes MArLE- 
Bild in obacht genommen / vnd ohn 
groſſe Beſchwernuß das Bild mit 
ſambt dẽ Entfuͤhrer außkundtſchafft. 
Derohalben dañ etliche wol mundierte 
Reütter verordnet worden / welche jhn 
bald ſingend / vnd geigend bey dem H. 
Bild angetroffen / vnd ohne weiteren 
| vij Ver⸗ 




























1 ee en m 
Verzug nach dem fie jhn mir harten 

Schlägen vbelempfangen/ mit ſambt 
den H. Bild sefändlich fort gefuͤhrt/ 


auch bald das Dreheil ergehen laſſen/ 


folchen Kyrchen⸗Raub gleich deß an⸗ 
dern Tags mit dem Strang abzuſtraf⸗ 


fen, Aber es iſt deß andern Tags der 
Ferdinand widerumb in Spannien 


an dem vorigen Orth auff vbernatuͤr⸗ 
liche weiß gefunden worden. Vnd iſt 
auch das Bild nit hinden gebliben/ 
fonder eben an gemeltes voriges Orth / 
zu eben der Zeit) fich wider begeben’ 
allwo Ferdinand fein vorige Andacht 
wider geuͤbet / vnd foregefene. Welcher 


dann von den vorigen wol gewaſfnetẽ 


Reütteren / weis nit auf wellen Be⸗ 
felch / wider tft geſucht worden / vñ auch 
gefunden vor dem H. Bild ſingend vñ 
geigend / die jhyne auch widerumb mit 


gZewalt fambr dem Bild gefäncflich 


fort geführt: alß der dem Strang 
nit mehr entgehen folre / welche doch / 
8 ie | Kun ar — da 








Den V ILLA- Vrriosa. 37 


da ſie nach etlich Tagreiſen vermeintẽ 


die Start Villa- Vitioſa erraicht zu⸗ 
haben fih- bey dom Schwammens, 
Stock / wo fie das Bild weggenom⸗ 
men/widerumd befunden. Bber foiche 
Raiß / nach deine fie ſich etwas ver 
wundert / iſt fie auch cin haylſame 
Forcht ankommen / derowegen den 
frommen Serdinand loß gelaſſen / vnd 
vmb verzeihung gebetten / auch / damit 
ſie jhres Frevels bey der Himmels⸗ 
Koͤnigin nit zuentgelten hetten / haben 
fie jhr Woͤhr und Waffen mit ſambt 
gnugſamer Summa Gelts dem Ser 
dinand hinderlaſſen / ein Kyrchlein 
zuerbawen / welches er dann alßbald 
erbawet / auch nach dem er lange Jahr 
den Dienſt eines Moͤßners verſehen 
wegen deß Zulauffs deß Volcks vnnd 
groſſen Wunderwercken in Frewden 
vnd Gottsforcht gelebt / letſtlich ein 
feeliges End genommen / vnd in feiner 

Kyrchen begrabenwordin. 
— Vnder 































z8 Maris Bild | 

Binder vilen und groſſen Wunders 
wercken iſt das nie zuverſchweigen / 
daß / fo offt die von Sorduba eines Ra 
gens beduͤrfftig / alzeit diſes H. Bild 
gegen dem Abend in die Vorſtatt ge⸗ 
tragen / vnd hernach deß andern Tags 
mit voͤlliger Proceſſion in die Thom⸗ 
Kyrchen / allda es verbleibt vnder dem 
bettenden Volck / biß ver begehrte Re⸗ 
gen erhalten wirdt / welches / da es das 
erſte mahl iſt geſchehen / hat ſich das 
Bild zu Morgens nit in der Vorſtatt / 
ſonder an ſeinem Orth befunden (vil⸗ 
leicht / weil ein Gedancken geweſen / 
das Bild allzeit in der Thom⸗Kyrchẽ 
zulaſſen) hat derowegen erſtlich das 
Thom⸗Capitel / hernach der Start 
Rath vor dem Altar mit einem Ayd⸗ 


ſchwur ſich verbunden / das N. Bild 





nach dem Regen wider an ſein Orth 
zuliferen / alßdann das Bild ohne Be⸗ 
ſchwernuß in die Statt mit groſſer An⸗ 
Bam gebrachte. RE — 
| je vn 





JE 





Don VrrLa-Viriosa, 39 
je vnd allzeit / ſo offt man dag heitige 
Bild in die Statt tragt vor gemeltem 
Altar / ehe man das H. Bild erhoͤbt / 
gelaiſtet wirdt. Diſe Geſchicht hat 
mir vberſchickt R. P. Chriſtophorus 
Fernandez de Acevedo von Antiquera 


aus Spannien/ fo er genommen auß 


dem Buch / fo darvon gefehriben und 


befchriben Hat der Ehrwurdige Her 


Joannes Faez de Valenzuela 
Licientiat Theol. 
1622, 



















4 Maria Sıld | 


IV. 


Wunderbätige Maria 
— Bd 

' zu Monferat 
| SI? S ift in Catalaunien «in 

Berg / fo der abgeſchnittene 
— Berg vonalters hero ver Bu 
Sachen genennt wisde / allweilen ein 
guter Theil feiner Hohen Schroffen 
alfo glatt vnd winckelrecht zu allen 
Seiten geformbt iſt / als ob fie von der 
Kunſt / ond nit von der Natur jhr 
Form vnd Figur empfangen hetten. 
Vor Zeiten ware der Orth berümbt 
wegen Verehrung der falſchen Börrer/ / 
hernach iſt er von den Chriſten gar 
verlaſſen worden / biß Joannes Gua⸗ 
rinus ein heiliger / vñ mehr dem Him⸗ 


J mæel / als der Erden befanter Einſidler/ 

ſein Wohnung darinn geſucht vnnd 

gefunden. Deme ſetzte der — 
ER Et a 








| 





26 


— 5, 
AL HD SH LH LH TH N 











a Monſerrat. 41 
auffein newe / vñ gantz vngewohnliche 
Weiß nach. Maſſen er die Geſtalt ei⸗ 
nes bedagten Waldbruders an ſich 
genommen / den Joannem / als ein 
alten Innwohner deß Bergs beſucht 
vnd willkomb ſeyn laſſen / auch mit 
inbrünſtigen geiſtlichen Geſprechen 
einen gluͤckſeeligen Anfang der newen 
Kudtſchafft gemacht. Guarinus fügte 
Gott dem allmechtigen danck / vmb 
daß er einen ſo erfahrnen Vatter ohn 
alles Verhoffen hette angetroffen / bey 
deme er alte geiftliche Diff zuſuchen / 
vnd zufinden hette. 

Guifrapelus Graff in Catalaunien / 
vnd gemeltes Bergs Grundher / hatte 


ein Dochter / in diſe (O Abgrund der 


Brtheil Gottes!) fuhre der boͤſe Feind 
vnd peinigte fie gantz Jämmerlich. Ge⸗ 
wißlich ein ſchwerer Zuſtand / vnnd 
groffe Plag in einem adelichen Hauß. 
Nun ware fein Abgang deren / Die 
mit allerhand / auch von weiten hero 
BURN. gefuchten 




































4: Maria Bild 
geſuchten Mittlen / den boͤſen Gaſt su 
vertreiben / ſich vnderſtunden / vnnd 
vermeinten nit wenig geſchafft zuhabẽ / 
da fie den boͤſen Feind dahin getriben / 
daß er durch Belehwerungen bezwun⸗ 
gen / frey herauß geſagt: Guarinus 
allein ſeye der jenig / durch deſſen Ge⸗ 
walt er weichen müſſe. Nun wurde 
Guarinus mir groſſer Mühe gefucht/ 
letſtlich gefunden / vñ von dem Grafen 
beſucht / letſtlich auch nach erzeltem 
allem Verlauff inſtendig gebetten / den 
Allmaͤch tigen Gott fuͤr die ellende vnd 
vnſchuldige Creatur zubitten / welche 
er jhme dann diſes redendt / auch mit 
weinenden Augen vorgeſtelt. Der er⸗ 
baͤrmliche Zuſtand hat auch Quarino 
die mitleidigen Zaͤher außgetriben / 
vnd da er fich durch vilfältiger / bey 
heylige Leüten gewohnlicher entfehufe 
digung / endtlich erbitten laſſen / har er 
nach nit ſehr angem Sebett vermoͤcht / 
daß der bee jeind feinen Abtritt mit 
Ä gewiſen 
































zu Monferzät, 
gewifen Zeichen anugfamb zuverſte⸗ 
hen geben. Nach dem der Graff aber 
mit Frewden GHzz mit friner lieben 
Mutter gelobt / fich von feinem Gut⸗ 
thärer Quarino mit gebuͤhrendem 
Danıf beurlaubet und gegen Hauß 
gewendet / haben etliche auß dem Hoff 
gefind ihremgnädigen Herzen zu Ge⸗ 
mich gefuͤhrt die ſtrenge und ernftliche 
Betrohung deß böfen Feindts / vnnd 
ſeiner vnfehlbaren Widerkunfft / im 
fall die Frewlein vor dem neuͤndten 
Tag auſſer deß Waldbruders Cellen 
ſich finden wurd laſſen / dahero dann 


wegen ſo trewlicher Ermahnung der 
Graff widerumb fich zuruck mir der 
Tochter in die Cellen zu Quarino be⸗ 


geben / mit bitten / er wolle geruhen die 
Tochter / wegen obſtehender Gefahr in 
der Cellen zubeherbergen / biß mit dem 
neuͤndten Tag auch die gefaͤhrliche 
Betrohungen deß nunmehr außge⸗ 
tribnen boͤſen Feinds ge 
— anf 











44 Maria Bild. 
auff der alte geantwort / was die H. H. 

pflegẽ / ſen aygne Gefahr mit Demuth 
Pi nit verſchwigen / daß 
er noch lebe / ob ſchon er alt vnd bedagt 
were: nach deme aber der Graff zu 
mehrmahlen inſtaͤndig angehalten / 
hat Quarinus ſich vberreden laſſen / 
vnd die Fraͤwlein / ſo da / wegen jhrer 
Sicherheit / nit mehr wünſchte / bey 
ſich behalten / vnd den Grafen mit al⸗ 
len den ſeinigen nach gegebnen Segen 
von ſich gelaſſen / welcher gleichwol 
auff diſe kurtze Zeit ſich nur biß in das 
an dem Berg gelegne Dorff begeben. 
Die vom Vatter verlaßne Tochter iſt 
von Quarino nie verlaſſen worden⸗ 
welcher ſich gleich die erſte Taͤg hoch 
verwundert vber den Frucht vnd Zu⸗ 
nemmen / ſo ſie auß ſeinen geiſtlichen 
Geſpraͤchen geſchoͤpfft hatte / vnd der 
Jungkfrawen mehr Tugendt angeſe⸗ 
hen / als ſie gehabt. Nit weniger be⸗ 
* auch die Sungffeam — 9 


URL 








ſzu Monfersart,. 45 
Nutz / aber nit ohne Quarini Gefahr 
ie ſtrenge Tugendt dep. Waldbru⸗ 
ers. Aber was ligt daran / ob wir den. 
Baſiliſe ſehen / oder von. jhme geſehen 
verden / wann wir muͤſſen von ſeinem 
Bifft ſterben? Wer ſolte doch von der 
enſchuldigen Tauben ein Betrug / võ 
inem ſo geſterckten vñ alten Heiligen 
Schwachheit beargwohnen? ob ſchon 
er Alte auß Eiſen / die Jungkfraw auß 
Stein were / hat doch der boͤſe Feind 
nenſchlichem Brauch nach zwiſchen 


hnen ein Fewr erweckt / deſſen erſter 
Funcken in deß Waldbruders Hertz 


ls einen Schwammen gefallen.Wel⸗ 


ches doch endtlich Der Alte / aber ſpat 


zer merckt / daß er nemblich mit ſambt 
der Tugendt auch etwas: anders in 
er Jungkfrawen hoch: ſchaͤzte. So: 
hat auch derböfe Feind das: Fewr un» 
vermereklich / vñ fein gemach / menſch⸗ 
lichem Brauch nach / alſo gemehret / 
9 aa gute Alte mehr als Klar fein 
Vnhayl 





































46 Maris Bild’ 
Vnhayl erfahe. Depmwegen eralßball 
vmb Hilffzu feinem vermeinten Dirt 
Bruder fich verfüegt / alles trewlick 
entdeckt / vmb Rath feiner Seelen ae 
ſucht / welcher jhn geſterckt / aber keinen 
weegs zugelaſſen von der Jungkfraw 
zuweichen / ſonder die noch vbrige we 
nig Taͤg gedult zuhaben / vnd zuſtreit 
ten / bey ſo beſchaffnen Sachen ſey 
fein Gefahr zubefuͤrchten. Joanne 
nunmehr gar zu vaft geſterckt / kehr 
zu ruck in fein Cellen / vnd befinder fid 
in kurgem ſchwecher / als er ein £leine 
zuvor vermeiner. Maffener auß Rarl 
feineg jene vnfichtbaren Waldbruder 
die unfchuldige Jungkraw zu feinen 
Gefallen geswungen 1 welches danı 
foiche Berwürzung in feinem Gewi 
fen verurſacht 7 daß er fich wider um 
Rath zu feinem Mitgeſellen alßbal 
verfügt / jhme alles offenbahret / on 
Hilff begehret. Der vermeinte Einſid 
ler / als der zu ne 








su Monſerrat. 4 


beſte wolt redẽ / erzeigte groſſes Mitlei⸗ 
den mit dem armen Sünder / gebotte 
vor allem alles in der hoͤchſten Stille 
halten. Aber wie wurde das muͤglich 


ſeyn / da ein Weibs-Perſon deſſen 
Wiſſenſchafft hett? Deßwegen jhne 
ür rathſamb / ja nothwendig angeſe⸗ 
jen/ damit einem fo gefaͤhrlichen und 
angwürigẽ Handel gleich anfänglich 
in End gemacht wurde / die Jügkfraw 
u entleiben / auß beyden Vblen ſolle 


r / ja muͤſſe das weniger erwoͤhlen / 


perde auch GHzz weniger verletzt 
urch folchen Mord/ ats durch fo vil⸗ 


ittige Sünden on Vngelegenheitẽ / ſo 


uß DOffenbahrung begangenerSünd 


urden vnfehlbarlich ervolgen, Nun 


> böß. difer Rath war / fo böfe ſtatt 


at er gefunden: Quarinus lieſſe jihme 


les gefallen / was fein Waldbruder 
freuͤndtlich gerahten: geht heim / 
hneidt der vnſchuldigen Fraͤwlein 
ir einem Meſſer die Gurgel ab / vnd 


D vergrabt 






































48 Maris Bild Be 
vergrabt fie gleich. an dem Orth. Der 
Graf aber I fo. nach verfloßnen neun: 
Taͤgen Guarinum mit den feinigen bes 
ſucht / in maynung ſein nunmehr von. 
dem boͤſen Feind verſicherte Tochter 
abzuholen / gibt er mit trawrigẽ Wor⸗ 
ten fürsfichabe ſich ohne ſein Vorwiſ⸗ 
ſen auß der Cellen begeben / vnd habe 
ſich glaublich wegen eines Fehltritts 
in. Abgrund eines. Thals. verfallen / 
kundte nichts anders. vermueten / alle 
weilen ſchon etliche Taͤg auff fein vile 
fältiges ſchreyen vnd rueffen jhr Stim 
vnnd Antwort nie mehr ſeye erhoͤrt 
worden. Mit diſer Antwort muͤßte ſich 
der Graf abfertigen laſſen / vnd zug 
wider nach Manreſa. | 
Nach dem Abzug. deß Grafens / 
vnd gnugſamer Erkandtnuß deß ver⸗ 
mainten Einſidlers / har auch Guari⸗ 
nus die Augen auffgethan / vnnd fi 
gu wahrer Bueß gewendet / vnd nach 
Rom gewallet. ID 
"a ei. Mit 


+ 
— 





nr ———— 























zu Monſerrat. 49 | 
Nit lang hernach haben aller Sa- 4— 
hen vnwiſſende ſiben Catalauniſche 
HAirten⸗Bubẽ / fo ſich naͤchtlicher weil 
ey jhren Schaffen auffhielten / an ei⸗ N 
em gewifen Dreh deß Bergs vers IM 
gerckt / daß gewiſe Naͤcht ein ſchoͤne I 

ebliche Flammen von Himmel herr | 
b falle onndangemeltemDrchein. 
eraume Zeit verbleibe / auß dem daean 
ie vnſchuldige Knaben etwas himm⸗ 

ſches vnnd vbernatuͤrliches bearg⸗ 

ohner / vmb daß jhnen ſolches Ge⸗ 


cht nur allein allzeit an der Sambſtag ei 
lacht vorkaͤme. Zeigens derowegen | J 
ven Elteren an / diſe / nachdem fiieooöwr 
emelten Glantz ein⸗ oder zweymahl IR 
:fehen / folches dem Pfarherren an- || ME 


‚seigt/derdannauchniewenigr ale — 


veymahl ſelbſt eygnen Augenfchein | U 
olte einnemmen / ehe dañ er su hoher I 

iftlicher. Obrigkeie dem Biſchoffen \ 
 Manrefa ſo vngewohnliches Wun⸗ J 


r berichtete / welcher dann ſich nie 9 




















50 Maria Bild 
fang geſaumet / ſond gleich den nechſt⸗ 
volgenden Sambſtag ſich mit etlichen 
Geiſtlichen vnnd Weltlichen an ein 
bequemmes Orth begeben vmb ſolches 
Wunders auch anſichtig zuwerden / 
vnnd gleichwol hernach was zuthun 
were / mit Rath zubeſchlieſſen. Maſſen 
er dann auch ohne Verzug gethon⸗ 
vnnd gleich deß andern Tags Leüth 
verordnet / welche mit vmbhawen deß 
verwachßnen Geſtreüß Weeg mach⸗ 
ten / dahero dann auch er ſelbſten ohne 
groſſe Beſchwernuß an dẽ Orth kom⸗ 
men / allwo ein Hoͤle in: dem Felſen / 
vñ in der Hoͤle ein altes / aber vberauß 
ſchoͤnes Marız-Bild gefunden wor⸗ 
den / iſt auch von maͤniglichen ein vn⸗ 
gewohnlicher / ja ganz vnbekanter vnd 
ſehr lieblicher Geſchmack geſpurt wor: 
den. Gleich nach gebuͤhrender Vereh— 
zung deß H. Bildts har ſich auß De 
felch deß Biſchoffs das wenige Bold 
jein fo zugegen / in Proceſſions Ord 
gan, En, ‚nung 











zu Monferzat. © 
nung gefielle/ den erfundenen Schas 
vmb gröflerer Andacht willen in das 
Dorf zubegleiten welchesdann dem 
Anfehen nach das H. Bild felbfien 
begehrte / maflen es ſich ohn alle Be⸗ 
ſchwernuß erheben / vnnd fort tragen 
lieſſe. Als man aber an das Orth kom⸗ 
men / wo der noch vnbekante Mord be⸗ 
ſchehen / vnd die vnſchuldige Tochter 
begraben ruhete / iſt das ſonſt Hülgene 
Marıa- Bild durch vbernatuͤrliche 
Krafft alfo ſchwer worden’ daß es der 
Trager wider feinen Willen müßte 
auff die Erden nider ſetzẽ / da er anderſt 
wolte / daß es jhme Schwere halber 
nit auß der Hand fiele / ſo hat auch kei⸗ 
ner auß den Beyweſenden ſo ſtarck an 
Kraͤfften ſich befunden / der das heilige 
Bild weiter bringen moͤchte: auß dem 
dann der Biſchoff abgenommen / die 
Mutter Gottes wolle an diſem / vnnd 
keinem anderen Orth in diſer jhrer 


Bildtnuß verehrt werden; deßwegen 


lij er 























] 


52 Maria Bild 

er verordnet ein Capellen zuerbawen / 
welche dann in aller eyl durch Mittel 
deß vmbligenden Gehültzes iſt verfer⸗ 
tiget worden / vnnd wegen vilfaͤltiger 
vñ augenſcheinlicher Wunderzeichen 
nach und. nach ſtarck zugenommen. 
Nun hat ſich begeben / daß deß offt⸗ 
gedachten Grafens Jaͤger mittels der 
Jaghund das Gebürg durchſuchten / 
omb etwas frembdes jhrem Herren 
heimb zubringen / allwo fie weiß nit wo 
ein vierfuͤſſiges Thier eines onbefans 
ten Ramens angetroffen / welches auch 
die Hund nit doͤrfften angreiffen / bi 
letſtlich der behertzten Waydleuͤthern 
einer der Beſtien den Strick an Dei 
Half geworffen/ und nach Hauß ge 
ſchlaipfft. Meniglich wolte den Auf, 
ſpruch geben / als ob es Fein Thier / ſon 
der ein Menſch were / da nit ſehr vil 
Anzeigen das Gegenſpil dartheten 
maſſen / außgenommen die wenige pro- 
portion, kein menſchliche Geſtalt mi 
SL zuerſe⸗ 














zu Monſerrat. 53 
zuerſehen ware. Derenthalben ohne 
Widerſprechen von den Erfahrniſten 
gevrtheilt worden / es ſeye einer auß 
dem Geſchlecht der Geißmaͤnner / ſo 
man vor Zeiten Satyros, Faunos, Pilo- 
fos genennet / ond wie anderſtwo / alfo 
auch villeicht auf difem Berg ange 
bettet worden, Wurde demnach wa 
gender Frembde / beym Leben gelaſſen / 
vnd mit der Speiß / fo den Humen 
vberbliben / erhalten: der groͤſte Koſten 
ware / daß man wegen diſes wilden 
Thiers / offt Goͤſt hette wegen deß Zu⸗ 


lauffs der Fuͤrwitztgen vmb ſolches 
Wunder zuſehen. Vnd wehrete diſes 

ein geraume Zeit / daß allzeit das 
Wunderthier zur Tafel gefuͤhrt wur⸗ 


de / biß eins mahls in Gegenwarth der 
beſten Befreuͤndten deß Grafens vn⸗ 
der wehrender Beſchawung / das noch 
kaum drey Monat alte Soͤhnlein deß 
Grafens mir heller / vnnd von allen 
Beyweſenden verſtaͤndtlicher Stimm 

D ij di 


































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4... Maria Bild 


dife Wort geredr: Stehe auff / Bruder 


Joannes Guarine / dann Gozz hat 
dir deine Suͤnd verzihen. Nach wel⸗ 


chen Worten das Kind nichts mehr 
geredt / ſonder geſchwigen: es ſchwigen 
auch zugleich wegen deß Wunders 
alle Vmbſtehende / vmb daß keiner 
wußte / welcher auß jhnen der jenige 
were / den das Kind einen Suͤnder / 
einen Bruder genennet. Biß endtlich 
die vermainte Beſtien ſich auffgeregt / 


dnd mittels eines dieffen Seuͤfftkzers / 


vnnd andern Gebaͤrden / menſchlicher 


Bernunfft Anzeigen geben. 


Auhie ſolle der guͤnſtige Leſer wiſ⸗ 


ſen / daß Guarinus mit Davide ge⸗ 
fuͤndiget mie Nabuchodonoſor Bueß 


gethon / allweilen er geurtheilet recht 


uſeyn / daß wer mie Koͤnigen fündige/ 


auch mit Koͤnigen Bueß thue. Maſ⸗ 
ſen er ſchon ſiben Jahr gethon / dann 
alßbald jhme nach Abzug deß trawri⸗ 
gen Grafens die Augen auſben 






































zu Monferzset. 
ond er fein Verbrechen erfennt/ iſt er 


auff die Erden gefallen / als der vn⸗ 


wuͤrdig den Himmel anzuſehen / nach 


vollbrachter Roͤmiſcher Wallfahrt / 
in dem Wald / wie ein wildes Thier 


in ſteter Bueß herumb krochen. Alß⸗ 
bald nun Guarinus nach dem Seuͤff⸗ 
tzen / die nun ſiben Jahr vnderlaſſene 
Red gefaſſet / hat er weitlaͤuffig alles / 
was ſich vor ſiben Jahren verloffen / 
erzehlet / wie er mit deß Grafen Toch⸗ 


ter geſündiget / dieſelbe ermoͤrdet und 


in diſe Bueß ſich begeben: auch dem 
Grafen ſich gegen aller Straff als ein 


fündiger Thaͤter anerbottẽ. Der Graff 


verwundert ſich ab ſo groſſer vnd vn⸗ 
erhoͤrter Tugendt / wolte keines weegs 
ſtraffen / was Gott verzihen hette. Lieſ⸗ 
ſe jhme vor allem einen Mantel zu⸗ 
werffen / damit er auffs wenigſt wegen 
der Klaydung einem Menſchen glei⸗ 
chete. Begehrt hernach zuwiſſen / wo 


er den Leichnamb begraben / in may⸗ 


8» mung 




















<6 Maris Bild | 
nung die Gebein zuerheben / vmb am 
derwerts zur Erden zubeſtetten / wo 
jhre Vor⸗Elteren begraben legen 
Guarinus ganz willig / wiſe dem Gra⸗ 
fen den Weeg / vnnd führte jhn mit 
ſambt vilen andern in das Kyrchlein / 
wo das benambte / vnd wunderthaͤtige 
Marıa Bild in Ehren war / mir ver⸗ 
melden / allhie feye die Tochter begras 
ben. Nun erhube fich ſchon ein vber⸗ 
narürliche Frewd in deß Grafen Hertz / 
welche jhn erweckte alles guts von der 
Tochter zuhoffen / als bey welcher Be⸗ 
graͤbnuß ( wie oben vermeldet) die 
Mutter Gottes woltein Ehren gehal 
ten werden. Alldorten befahle Gua⸗ 
rinus erliche groffe Stein abzumölgen! 
den nunmehr vertoefenen Leichnamb 
zuerheben. Aber es iſt an ſtatt der vers 
fauften Gebain das ganz lebendige 
und gefiinde Menſch / wider alles ver, 
| hoffen / gefunden worden / ond iſt nit 
rd ein ſchlechte — — wor⸗ 
den / 






































zu NMonfersat. 
den / dag der Graf in deren Anſehen 
wegen der vnverſehenen Frewd nit 
entkommen:nit weniger iſt geweſen die 
Verwunderung Guarim / als welcher 
beſſer / als alle andere deß ganzen Ver⸗ 
lauffs ingedenck / wol wußte / daß alles 
ohne Betrug were / vnd er ſchon vor 
ſiben Jahren die ermoͤrdte Fraͤwlein 
begraben hette / fo möchte auch fein 


Zweifel / wegen verwexelter Perſon 


-mitlauffen/maffen ein gantz rothe Mas 
ſen an dem Orth der empfangnen 
Wunden verbliben. Sie erzehlte auff 
deß Herren Vatters befragıma / wie 
daß ſie Allzeit die Mutter Gottes hoch 
in Ehren gehabt / vnd deßwegen von 
jhr das Lebẽ / ſo ſie ohn alle jhre Schuld 
verlohren / wider vberkommen Nach 
dem aber der Herr Vatter von weitem 


anhebte von einem guten Heyrath 


zureden / hat ſie alßbald ohne ſcheuͤch 


erklaͤrt / ihr Willen ſeye an diſem Orth / 
da ſie zum andern mahl das Leben het⸗ 
vj te em⸗ 








58 Maria Bild | 

te empfangen / das ander mahl auch 

den Todt zuerwarten / vnd begehr fie- 
allhier vmb fo vil deſto mehr zuverblei⸗ 
ben / weil die Mutter Gottes nit ge⸗ 
ſtattet har / daß jhr H. Bildtnuß von 
diſem Dreh hinweck getragen wurde / 
gebühre ſich derowegen / daß auch ſie 
von gemeltem wunderthaͤtigem Bild 
die Zeit jhres Lebens nit wiche. Der 
Graf har von der Tochter Heürath⸗ 
guet alßbald ein Cloſter erbamer/ und 
haben fich alßbald erliche Fraͤwlein 
von edlem Geſchlecht under dife/ als 
erite Abtiflin der Regel dep heiligen: 
Benedictibegeben Guarinus aber/ob 
ſchon er mit ſambt deß Dorffs Moni- 
ſtroli Pfarrherꝛen dem Cloſter in geiſt⸗ 
lichen Sachen vorgeſtanden / hat doch 
ſein Wohnung weder im Wald / noch 
bey den Cloſter⸗Frawen / ſonder bey 
‚gemeltem Pfarrherrn genommen / vnd 
beyde / nach vilen Jahren jhr heyliges 
Leben vollendet. 




















Alfonſus 








Alfonfus Villegas in floreSandtorum 
p. 2. cap. 23. In diſer Kyrchen / fo 
heütiges Tags wegen vnzahlbarer 
Munderzeichen in hoͤchem Auffnem⸗ 
men äft/ hat St. Ignatius Loiola im 
1522. Jahr fein General. Beicht 
gethan / vñ nach. abaelegren weltlichen 
Klaideren / ein ganze Nacht in Pil⸗ 


gers⸗Klaideren vor diſem H. Bid 


gewachet. Petrus Ribadeneira 
invitas.Ignatı. _ 


u Monferzar: 59 





















50 Maria Bild 


(Be ee 





— 77 — 
Wunderthätiges Maria 
— Bild 


zu dem heiligen Brunnen 


zu Corduba.. 
CR SU har'der weiſe / vnnd von 
_& Corduba sebüttiät Seneca 
a geihriben von ſtarckmütiger 
— der vnalücklichen Zw 
faͤhlen / deren er doch wenig: erfahren. 
Maſſen er die Reichthumben / deren 
er ein Vberfluß hette / der geſtalt vers 
achtet / daß er fie Doch nit verwarfe / 
fonder jhnen zinen guten Herren (ſich 
ſelbfſten) nit mißgunte. Wie / warn 
jhne das Vnglück einesgemeind/auch 
von Corduba gebürtigen Mannß / von 
deme ich reden wills hette vberfallenẽ 
were wol zuzweiflen geweßt / ob Se⸗ 
neca were Seneca verbliben. 
‚Gundilalvus Garzia , ob febon er 
| neben: 















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zu dem B, Brunnen. u, 
neben fich nur zwo Perfonen nano | 
ven hette / fiele jhme doch / wegen eüſſer⸗ 

ſter Armuth / auch diſes ſchwer / in dem 
die einige Tochter nit wol bey ſinnen / 
Das Weib ohn vnderlaß kranck vnnd 
bethriſig. Der gute arbeitſame Mann 
lieſſe zwar an jhme nichts ermanglen / 
begunte mit ſeiner Handarbeith ſich 
mit den ſeinigen ehrlich zuernehren / 
hat aber nichts erklecken mögen. Was 
er die lange Wochen hindurch mit 
Woll⸗Arbeith gewunnen wurde in 
zween / oder auffs meiſte in drey Taͤgen 
ohn alle Verſchwendung verzehret. 
Die Fraw / ob ſie ſchon nichts gearbei⸗ 
tet / hat ſie doch nit wenig gethon / daß 
ſie mit Gedult die Kranckheit vbertra⸗ 
gen die Tochter war ganz ohn allen 
Nutz / auch wegen Abgang def Ders 

ſtandts zu Zeiten fchadfich. Dahers 
dann der Mann gezwungen ware vil. 
Merfonen onnd Dienft zuverererten / 
er Vatter / Mutter / ondfchier 
— 

























BR Maria Bild - 
Kindes, Magdt feyn — ver⸗ 
achte Tochter zu regieren; wann er 
aber von dem krancken Weib gebetten 
wurde / auch ihr die Notthurfft wer 
den zulaſſen / ſchickte er ich alfo fein / 
daß man nit leicht vermerken kundte / 
ober Herr od Knecht im Hauß were / 
allweilen er alle Spitaͤler vnnd Rus 
chendienſt ſoe embſig verſahe / biß jhn 
gleichwol die Noth widerumb tribe / 
die Cartaͤſchen in die Hand zunem⸗ 
men / vnd fuͤr alle ins gemein etwas 
zugewinnen. In ſolcher groſſen Truͤb⸗ 
ſal hat ſich Gundiſalvus an die Gedult 
gehalten; auch zu linderung ſeines 
Vbels keine Mittel geſucht von gotts⸗ 
loͤſterlichen Schelten on Fluchen / vil 
weniger zu deſſen Abwendung auff 
Diebſtall vñ andere vnehrliche Weeg 
gedacht geweſen. Glaub nit / daß ſo 
hohe Tugendt ſich in Annzo Seneca 
befunden. 
O —— aberwabt ig 
elig 








ſeelig feynd die Chriſten / welchen in 
widerwertigen Zufällen allseis noch 
groffes Guet bevor ſtehet / daß fic hof. 


fen und erlangen fönnen/wannfie nur 


mir gutem Hertzen gen Himmel auffe 
ſchawen. Alſo harfich Gundiſalvus / 
als der in dem vnergründtlichen Meer 
ſeiner Trübſaalen nunmehr gen Bodẽ 
ſancke / je vnd allzeit gegen dem Meer⸗ 


Stern Maxra gewendet / bevorab 


einßmahls / da er auff freyem Feld mie 


weinen’ heulen / vnnd fchreyen feine 


Sachen Hülff begehrte von der Him⸗ 
mels. Königin Mar ıa, hat er im 


Merck erfahren / dag der Himmel 


helffe / wann die Erden nit mehr helf⸗ 
fen kan / oder will. Maſſen dann die 
Himmels, Königin mir ſambt den 
H. H. Aeciſclo und Bictoria Statt 
Patronen fich fehen laſſen / vnd den 
Frommen berrübten Mann alſo ange 
redt: Gehe hin ı ſchoͤpffe auß difem 
Brunnen (den fie jhm auch mit dem 


Finger 





gu dem A. Brunnen. 63 





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435 Maria Bild 
Singer gesatgt) Waffer/taffe die Mun 


ter und die Tochter mie Glauben vnd 


Buverficht trincken fo werden fie Ge⸗ 
fundheit erlangen. Vnd verwundere 
dich nit ab der vbernatürlichen Krafft 
diſes Waſſers / welche jhren Brfprung 
nit von dem Waſſer / ſonder von mei⸗ 
ner Bildtnuß empfanget / fo in den 
Burgen diſes ſehr alten Feigenbaums 
gang verwachſen/ vnder Der Erden 


verborgen ligt / verſchaffe / daß man fie 


außgrabe / vnd mir zu Ehren in der 
Statt Corduba ein Kyrchen erbawet 
Werde. | 
Sundiſalvus / nach vergangenen 
Geſicht / ſicht bald vmb ein Befchürw 
erfüllts mit dem angedeuten Waſſer/ 
laufft ſchnell die zwo Meylen (dann 


diß iſt die Entlegenheit deß Orths) in 


die Statt / gibt nach erzehlung deß 
Geſichts / vnnd ermahnung zu dem 
Blauben vnd Zuverſicht feinen bey 


den Krancken zutrincken; und ſihet 


ſie 











zu dem 2. Brunnen, 65 
ſie augenblicklich vor feinen Augen 
‚ganz friſch vnd geſund / befilcht jhnen 
Alßbald in andechtiger Danckſagung 
doheim zuverbleiben / eylet ohne Ver⸗ 
zug zu geiſtliher Hoher Obrigkeit / vnd 
eröffner allen Verlauff. Der Biſchoff/ 
nach deine er gnugſamb verfländiger 
worden/wegen dev gehen vnd vberna⸗ 
ruͤrlichen Geſundheit der zweyẽ Kran⸗ 
cken / hat ohne Beſchwernuß auch al⸗ 
lem vbrigen Glauben geben; maſſen 


er ſich in wol geordneter Proceſſion 
‚mir groſſem Voick an das Orth bege⸗ 


ben / auch befohlen / den von Gundi⸗ 
ſalvo benenmten alten Feigenbaum 
außzugraben / allwo mit maͤniglichen 


Bawunderung mitten vnder den 


Wurzlen das Martz-Bild ganz ver⸗ 
wachſen befunden wordt. Die hültzene 
Tafel iſt ohngefehr anderhalb Schuch 


lang / das Marız-Bild der Farb nach 


etwas dunckel / aufgenommen die 
Klaydung / ſo verguldet. Die Him⸗ 
* | mels⸗ 








































ss Moaria Bild 
mels/⸗Koͤnigin vnnd Mutter Corrze 
Marıa halter jhr liebes ſtehendes 
Jeſulein auff der lincken Hand. Den 
Farben iſt ſonſt das wenigſte Alter nit 
angeſehen worden. | 
Kaum iſt das erfundene Bild um 
Der völigem Kyrchen⸗ Seleüe mit 
vollckreicher Proceſſion in die Start 
getragen worden / iſt alßbald an Tag 
kommen / was groffe Gnaden mittls 
diſer andechrigen Berehrung der alle 
mechtige &ozz wolle denen von Cor 
duba mittheilen / maſſen fehr vil deren / 
fo von dem Waſſer mie Andacht ge 
runden / odervor dem H. Bild jhr 
Noch vnd Anligen vorgebracht/jhrer 
Bitt gewährt worden. 9 
Der Koͤnig von Arzagonten ſelbſt 
hat ſein Erledigung von dem hitzigen 
Fieber / diſem new erfundenen wun⸗ 
derthaͤtigen Waſſer zugeſchribẽ. Son⸗ 
derlich aber haben bey diſem H. Bild 
Hülff geſucht vnd gefunden die Ge⸗ 
ER fangnen. 



























zu dem A. Brunnen: 67 
angnen. Die vilfältige vnnd groffe | 
Wunderjeichen / mit fambr der gan⸗ | 
sen Sefebicht has auf alten Schrift | 
en mit fleiß befchriben Ferdinandus 
jeMolina, Eines auß allen kan ich Ih 
nit onderfaffen herbey zuſetzen. (ER 
P. Thomas Sanchez der Soeietet Jeſu | | 
Priefter und weit befante Theologus, I ii 
weicher fein vnbefleckte Vnſchuld ohne 
alle toͤdtliche Sünd biß in das hoch⸗ 
betagte Alter / ja biß in das Grab ge⸗ I 
bracht) hat Bücher vondem H.5Sar J 
craͤment der Ehe geſchriben fe in 
Schulen / wie auch bey ſo wol geiſt⸗ 1111 * 
ichen als weltlichen Gerichteninhn | 
hen Anfehen vnnd Ehren gehalten IM 2 
werden. | I 

Difer Mann /ſprich ich / iſ von | 
Mutter Gottes der Societet beſchoͤrt 
worden / dann als er in ſeiner Jugend 
vmb den Orden einzutretten inſtaͤndig | IM 
anhielte / vnd alein wegen feiner ſtam̃⸗ 1 
ten Zungen abfchlägige ., | 

i | 


” “N ? r 














Maris Bild. 
befommen / hat er ſich vor diſes wun⸗ 
derthaͤtige Marız-Bild- in die Kyr⸗ 
chen begeben’ mit: Vornemmen / ſich 
auß der Kyrchen / ja von dem. Dxehr 
da er vordem H. Bild kniend bettete / 
mit zubegeben / er habe dann ſolche 
Zung erlangt / mit welcher er vnver⸗ 
hindert Ihr vnd Ihrem lieben Sohn 
in gemelter Societet möchte dienen 
ſo hat es auch langes Gebetts nit be⸗ 
doͤrfft / maſſen die Mutter Gottes jhme 
alßbald den Mangel ſeiner Zungen 
dermaſſen gebeſſert / daß er wegen ſo 
vnverhofften groſſen Wunders deſto 
lieber iſt in den Orden auffgenommen 
worden / welches dann gleich nach er⸗ 
langter Gnad der Wolredenheit be⸗ 
ſchehen. Diſe Geſchicht auß bewehr⸗ 
ten Schrifften gezogen / hab ich em⸗ 
pfangen von R.P.Alfonſo Rodri- 

quez Procuratore Prov. 

Bœticæ. 


Königreich, 


SFr 
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2 III En 
SANUÄIÄN Ann 2 DIS II 
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zu Candelarie: 


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Koͤnigreich Cile. 
Er. 


Dundertbatiges Maria 


Bild 
su Candelaria. 
C S iſt in dem newbekehrten 
RKoͤnigreich Cile ein Inſul / 
3 welche die. Landgeſeſſne Te- 
ariffe-nennen: / die. Sipannier aber: 
eiffen fie die. groffe Canari Inſul. Al⸗ 


ter. iſt alle Abgoͤtterey / mehr dann an 


nderen Orthen im ſchwung gangen / 


ie Witzigiſten auß jhnen haben das 
Jewwr / ſo hin vnd wider auß den Berg⸗ 


Scheren herfuͤr bricht / angebettet / 


en vbrigen iſt Stein / Holtz gut gnug 


uͤr ein Gott geweſen. — 


Das Steinine Marıa Vild / ſo von 
Sandelaria den Namen hat / vnd biß 
un jeto / noch mis. Wunderzeichen 

leüchtet/ 



























zo Maria Bid 

leüchtet / iſt in einer fteininen Höfe 

vonden Hayden gefunden / vnd aud 

mit weißnit wag für barbarifchen Ce 

remonien verehrt worden / che dam 

einiger Ehriſt der Orthen fich- feher 

lieſſe. Run har es ſich zugetragen / daſ 
ein Spanniſches Schiff angelendet. 
welches auß allen das erſte war / auf 

deme Die Spannier ſich auff das Be 
ſtatt begeben / das Land zubeſichtigen 
Einem auß ihnen wurde von den In— 
wohneren diſes vberauß ſchoͤne vnnd 
ſehr künſtliche Marıa Bild / als et— 
was frembdes / gewiſen. Nun war vn⸗ 
gezweifflet / daß dergleichen Bildha— 
wer⸗Kunſt bey den Barbaren / ſo ſich 
auch nit zuklayden wußten / weder zu 
ſuchen / noch su hoffen were / zu deme/ 
wie wolten vnd kunten ſie haben der 
Mutter Gottes Pildtnuß auff eyni⸗ 
gerley weiß verfertigen / da ſie doch im 
wenigſten nichts von fhr vernommen / 
vnd ob ſchon ſie hernach mittels der 
On N Vnder⸗ 



























sır Candelaria. 1 8 
ndermweifung der Patrum der So⸗ | 
erer zu dem Chriftlichen Glauben | 
retten / fo ift Doch in der gantzen 
nſul der Kunſt keiner gefunden wor, 
n/vodeflen Handein folches Werck 
werhoffen were. Nun hatte obges WE 
ichter Spannier gemünfcht / daß Mi. 
jeiftliche verhanden weren / welche ſo 
rnuͤnfftiges / vnd zu gutem nitobee 
naigtes volck / mit dem H. Tauff I 
ıff den rechten Weeg leiteten alle | 
eilen aber dazumahl deren feiner 
handen’ hat ermelterSpannier an 
ch nichts ermanglen laflen/ und hat 
e arme Leüth fo weit vnderricht / daß 

e mit gebogen Knien / und auffge- 
bnen Händen offtermahls foltendife 
Vort ( fo er jhnen in Latein fagte) 
rechen: Avz Marıa. Mehr mußte 
ihnen nit zufage/cheils wegen vner⸗ 
hrenheit der Landtſprach / cheils mer 
en gaͤher Abſeglung deß Schiffs. 
jun fan ich nit ſagen / was den Day 
ei E den 




















| 
Maria Bil 4 
den vor Derfündigungdeg Glauben 
von der Mutter Gottes zutheil fey 
worden’ allweilen in der Eifenfifche 
Hiſtori darvo nichesvermelder wird 
laſſet mich doch ab-deme nit zweifle 
die wolmainende Beſtendigkeit de 
Hayden / daß fie nit offt mir groſſe 
Wunder jhr Begehren haben erhal 
ten. Vnd ob ſchon diſes nit were / ſo 
nit fuͤr ein ſchlechte Gnad zuhalten 
daß: die Patres der Societet / als fi 
hernach kommen / wider die Gewonhe 
anderer Voͤlcker / das gantze Volck gan 
vnwiderſpennig vnd bequem zu den 
heiligen Glauben / ſonderlich aber ge 
naigt zu der Mutter Gottes befunden 
dahero dann dag. heilige Bild biß a 
heuͤt mie Wunderzeichen leüchte 
Hiſt. Cilenſ. in’ welſcher Sprach 5 
— in Druck verfertiget durch 
R. p. N: Procuratorem Ci- 
lenbs — | 






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au Arauco. 73 
VIL 


hie Maria 


Bild | 
zu Araucd. —VF 
Seich wie zu Zeiten. die Kunſt \ 
G von dem Zeüg wirdt vbertrof⸗ — 
fen / alſo bleibt zu Zeiten auch I 
er Natur etwas herfür zubringen / 1 RE 
welches einige Kunſt nie wirdt nach. 0 
ilden koͤnnen. Ich will/geliebts Gott / I 
Marız- Bilder herbey bringen! fo 
ie heylige Engel mit fleiß geſchnitzelt / 
der gefaßt haben / diſes / von dem ich 
etzt erzehlen will / hat die ſonſt harte 
ond vnartige Natur deß Steins ſelbſt 
zeformet. 

In obgemeltes Königreichs Cile 
landeren inem / ſo Tubulia genen 
virdt / vnd ein Thail iſt der Araucani⸗ | | N 
chen Gegendt / nit weit vonde Meer’ MM 
fein Berg / in welchem ein Hoͤle ge⸗ 

E ij U 








— 











led 74 Maris Bıld . 
1i 4 ſcehen wirdt / auffs zierlichſt won der 
Mi, Natur felber in folche Geſtalt außge⸗ 
hoͤlet ı wie man in der Baw- Kunfl 
pflege die halb runden Dieffe zumas 
chen’ vmb die von Hols geſchnitzlete / 
oder von Stein gehamre Sebeng groffe 
Bilder darein zuftellen : anderhalb 
Klaffter hat die Höher die Breite ifl 
als ob fie nach der guten Baw⸗Kunſt 
gemeſſen were. So ficht man auch! 
daß fich die Natur da nit vmb fonfl 
bemühet/maffen allda auch ein Marız 
Bild auß eben gemelten Stein zufe 
hen / ſo die Natur nit ohne wunderthaͤ⸗ 
tigen Zuſatz einer himmliſchen Hilff 
darein geſetzt. Man ſicht / daß die flie⸗ 
gende zierlich gebogne braune Naar] 

ſo die Stein Aderen gang adelich vow 
ſtellen / das weiſſe fröfiche vnd wol ges 
formbte Angeſicht / das rote Kleid / der 
Mantel / ſo auſſen gelb / von jnnen mit 
blaw gefuͤtert mehren dag Wunden 
So iſt auch das JEſulein zum ur 
le * * (R 











zu Arauce er 
ten geformet : in allen Farben ift die 
zebuͤhrende Höhe mit ſambt jhrem 
iecht vnd Schatten zum beffen auß⸗ 
gemacht, vnd das noch munderlicher 
ſt / ales auß einemStein. Damit nun 
d groſſer Schaz nir vor der Zeit wer 
zen Vnverſtand der Innwohner zu 
richten wurde / ift das Dreh auß Be⸗ 
felch der Natur mir fonft vntauglichen 
Geſtreüß verwachfen / biß ein India⸗ 
niſch Chriftliches Knäblein von MA- 
Ra ermöhler worden, difes Wunders 
erfter Erfinder zuſeyn / damit nemblich 
auf den Mund der onmündigen Kin⸗ 


ber.dag Lob Marız mit Preiß entdecke 


wurde / ond die Stein in die Red here 
für brechen / wo. die Menfchen ſchwi⸗ 
gen. Maflen das Kind fich mir Ber 
wunderuͤng entſetzt / vnd feiner armen 
Mutter / ſo in der naͤhe etwas gear⸗ 
beitet / mit diſen Worten zugeſchryen: 
Sihe Mutter / was fuͤr ein wolgeſtalte 
Sram bie ſtehe / ag was fie für ein 


ij ſchoͤnes 














76 Maria Bild 
ſchoͤnes Kind auff den Armen Habe 
Die Mutter nit vnwiſſend / daß in fol 
cher Einoͤde ond verwirrten Geſtreüß 
vornemme Frawen / ſonderlich zu 
Mittags⸗Zeit ſich nit auffhielten / iſt 
doch auff inſtendiges ſchreyen deß 
Kinds dem Dreh zugeeylet / vnd dag 
heilige Marız.Bild mit Verwunde⸗ 
rung beſehen / auch in wenig Zeit aller 
vmbligenden Gegendt kundt gemacht / 
biß letſtlich auch zu den Patres der So⸗ 
cietet Jeſu fo ſich in ſelben Landen 
auffhielten / das Geſchrey kommen / 
welche ſich alßbald an das Orth be⸗ 
geben / vnd nach erkundigter Sach den 
Grund einer Kyrchen außgeſteckt 
welche dann mittels der andechtigen 
newen Chriſten in kurtzem nach Ver⸗ 
mögen deß Landts erbawt worden, 
Nun har ſich auch die Himmels⸗Koͤ⸗ 
nigin gegen dem armen / aber frommen 
Weib ganz gnedig erzeigt / maſſen fie/ 
99 dem ſi he e von dem Stein deß hei⸗ 
ligen 




















zu Arapto. 77 
igen Bildts etwas herab geſchaben / 
ond mit ſteiffer Zuverſicht genoſſen / 
ſt fie der laidigẽ Sucht der Peſtilentz / 
nit der ſie behafft ware / ohne allen 
Verzug abkommen / vnnd entlediget 
worden. Gemeltes Orths Biſchoff / 


damit den Nachkoͤmblingen fo groſſer N 


Schatz etwann durch Neydder Hay 
den nit entzogen wurde / hat allenChri⸗ 
ſten ſtarck eingebunden mit offentlichẽ 
Zulauff / vnd offentlichẽ Gotts⸗Dienſt 
an diſem Orth ſo lang innzuhalten / 
biß das Land völlig zum Chriſten⸗ 
thumb ſich begebe. R.P.Procur. Socie⸗ 

cietatis Jesv in Hiſtoria regni Ci= > 


lenſis zu Rom in welſcher dee 


Sprach gedruct. 

































78 Maris Bild 
VHL | 
Wunderrhätiges Maria 
N 0 a | 
®enant DE LA LIGVA. _ 
N dem groffen vnnd reichen 
Königreich Cile / welches ohn⸗ 
gefehr vor hundert Jahren die 
‚Spannier mir gewöhrter Hand eros 
beret / vnd noch zudifer Zeit in Ruhe 
beſitzen / wurde eine außden vornem⸗ 
meren Stetten von den Seinden ber 
kriegt / nie lang hernach eroberet / und 
endtlich mie Fewr vnd Schwert gang 
boarbariſch vertilget. Da hette Priamus 
fein Start Troiam mit aller Hoffnung 
under dem Afchen vergraben gefehen. 
Schr wenigen hat die Flucht das Le⸗ 
ben erhalten / under welchen ein edler 
- Spanier Petrus de Ibacave, def from⸗ 
men Æneæ Perfon in difer brinnendẽ 
Start Troia mit ewigem Ruhm 2 
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Ds La Lıcva 79 
ich vertretten. Es ware in der Kyr⸗ 
ben ein Marız-Bild/ mehr von der 
indacht / vnd Freygebigkeit der Chri⸗ 
en / vnd von den himmliſchen Gut⸗ 
haten beruͤhmet / als von der Kunſt 
eh Bitdfchnislers. Nun weilen je 
yermann begunte ſich / vnd dag feinige 
dem Fewr / vnd dem Schwert zuent⸗ 


iehen / alſo iſt keinem in Sinn komen / 


gemeltes MAR 1=- Bild anderſtwo⸗ 
hin zufloͤhnen / vnd ob febon einer deſ⸗ 
fen ein Gedancken gefchöpfft hette / 
wurde es doch einem in eyl flüchtigen 
Mann vaft verhinderlich geweſen 
ſeyn / maffen «8 von Hols/ vnnd vor 
ein halbe Klaffter in der höhe hette. 
Deflen hatte fich doch difer Spanni⸗ 
fche Æneas onderflanden / als der «8 
jhme nit für ein fehlechte Schad rech⸗ 
nete / fich ohne feiner lieben Murter 
Bildnuß in die Flucht zugeben: tragt 
derowegen mit groffer Mühe onnd 
hoͤchſter Gefahr d a Bild.anß 
v 





der 





























































80 Maris Bild | 
der angeſteckten Start in das Tha 
fo man Leguam oder Liguam nenne 
in fein Behauſung / vnd richter darit 
nen das vornembfte Zimmer in Sort 
einer Capellen zu / hette auch ie vnd al 
zeit in allen Noͤthen fein Zuflucht 
diſem heiligen Bild. Nit gar fan 
hernach vberfiele das vmbligẽde San 
ein vnerhoͤrte Dis vnnd Düne / alf 
daß die liebe Frücht auff dem Feld 
vnd Gerten in gröffer Gefahr dep eif 
ferien Berderbens weren / vnd ſchlie 


lich auch nichts als der bittere Hun 





ger vnd Todt / onderdem Nothleiden 
den Volck zubefahren. Es ſeynd zwar 
alle Chriſtliche Sarhofifche Mittl ver 
ſucht worden / aber alſo nichts er fprofi 
ſen / dag nit allein fein Regen / ſonde 
auch kein Wolcken / von der ein Tropf⸗ 
fen were geſehen worden / biß endtlich 
‚Her: Petrus de Ibacave vnder d Prie⸗ 
ſterſchafft vnd Burgeren feines Ma- 
RIE-PHILDE zu red worden / vnd mit * 
se ae er 



































Dr Lı Lıcva. 4 


er Hoffnung den Rath geben / daffel 


ige in völliger angeſtellter Proceſſton 
mbdie Gelder herumb zutragen. Di 
er Rath har bey allen gute ſtatt ge⸗ 
unden / vnd iſt bald hernach ein an⸗ 
yechtige vnnd volckreiche Proceſſion 
efagter maſſen vmb die Felder ange⸗ 
tele worden. Dach deme der Himmel 
deß Heiligen Bilds anfichrig worden! 
an nit geſagt werden / wie geſchwind 
ſich ein Wind erhebt / vnd den Him⸗ 
mel mit allerſeits hergebrachten Ge⸗ 
wuͤlck vberzogen / darauff dann ein 
vberauß fruchtbarer Regen ervolgt; 
damit man aber verſtunde / daß diſe 
Gutthat von MArıa vmb Verehrung 
wegen jhrer Bildtnuß ſeye von Him⸗ 
mel gefloſſen / iſt die erſte Bewegung 
deß Luffts an dem Mantel deß Marız 
Bildts geſpuͤrt worden / auß deſſen 
Bewegung gleich daß gantze Volck 
die Hoffnung aller himmliſchen Hilff 


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2 70. Maria Bild 1 

geſchoͤpfft. Das Bild iſt hernach in 

die Kyrchen geſetzt / vnnd forthin in 

gröfferen Ehren gehalten woͤrden. 

Hiſt. Regni.Cilenfis von R.P. Procur, 

zu Rom in weifcher Sprach 
in Truc außgan. 




















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in Anicien. 


— 
Franckreich. 


IX. 


Wunderthaͤtiges Maria 


Bild 
zu Anicien. 

Je Geſchicht diſes wunder⸗ 
thaͤtigen Maxix-Bilds wird 
M¶ nit für glaubwuͤrdig gehal⸗ 
ten werden von den jenigen / welche 
nichts fuͤr wahr halten / vnnd glauben 
wollen / als was mit dem Augenſchein 
der allergerechtiſten zwey vnd ſibentzig 
Zeuͤgen / gerichtlich dargethan wirdt. 
Was geſchehen iſt / ehe man leſen vnd 
ſchreiben hat koͤnnen / hat ſein Lob in 
den Schrifften weder zuſuchen / noch 
zufinden / ſonder muß genug ſeyn / was 
von Alter zu Alter durch vnparteyſche 

Vnderricht iſt an ung kommen. 
Es it mit dem Juͤdiſchen Volck in 
E vij die 












































34 Maria Bild | 
Die Aegyptiſche Gefangenſchafft ge⸗ 
fuͤhrt worden Jeremias der Prophet / 
nit ohne Gluͤck der Aegyptier / da ſie 
aAnderſt die wahre Schr deß Prophe⸗ 
tens hetten wollen annemmen / vnnd 
jhre von Heltz und Stein gemachte 
Bösen verlaſſen in welchen fie ihnen: 
nach Vnderricht alter gelehrter Ge⸗ 
dichten / weiß nit was fuͤr ein Gottheit 
zuſeyn einbildeten. Allweilen dann 
Jeremias fuͤr dißmahl ſie nit auff den 
rechten Weeg bringen moͤchte / hat er 
Ihnen den Vndergang vnd endtliche 
Außtilgung jhrer Bögen und Goͤtzen⸗ 
Tempel mit ſambt allem dem / was zu 
ſolcher thorꝛechten Aberwitz jemah⸗ 
lens gedient / auß Prophetiſchem Geiſt 
an ſtatt deß Allmechtigen vorgeſagt / 
ja auch ein gewiſes vnfehlbares Zel⸗ 
"chen der Zeit benennet / zu welcher diß 
alles gemelter maſſen wurde beſchehẽ / | 
nemblichen warn ein Jungkfraw ei⸗ 
nen “ wurde PIE Auff “€ 
— Be; aber 




























zu Anicien. 
aber mit ſambt den Worten nit auch 
die Sach ſelber mit der Zeit in vergeß 
geſtellt wurde / hat er gemelten Aegy⸗ 
ptieren die Bildnuß einer Jungkfraw 
ſambt jhrem Sohn vd Holtz geſchnit⸗ 
zelt Hinderlaffen. Dips Bild tft lange 
Zeit hin und wider inonderfehidlichen 
Aegyptiſchen Goͤtzen Templen auff 
behalten worden / biß es in den be⸗ 
ruͤmbten Buͤcher⸗Saal deß weiſen 
Koͤnigs Ptolomæei / als etwas Fremb⸗ 


des / kommen iſt / alwwo es gleich wol den 


Chriſten / mit denen gleich Anfangs 
der Chriſtenheit diſe Land beſetzt wor⸗ 
den / fürjhr Kyrchen zutheil worden / 
vnnd gleichwol die recht gebuͤhrende 
Ehr empfangen / ſo lang / biß abermahl 
die Hayden deren Landen ſich be⸗ 
maͤchtiget / zu melcher Zeit es weiß nit 
wo / Sicherheit halber / iſt auffbehal⸗ 
ten worden / die Ankunfft deß heiligen 


Ludoviei Koͤnigs in Franckreich / deme 


es von Gott beſchoren war / erwar⸗ 

















ria Bild. 


tend / der es / als einen Kriege: Raub 
zu Sicherheit feiner gefährlichen 
Mai mitgebracht. Der H. Koͤnig / 
ale erim Jahr 1253. auß dem heilie 
‚gen sand widerum in dag feinige kom⸗ 
men / vnd die Start Anicien erraicht/ 
‚Hat er dem allmechtigen Öozz vnnd 
‚feiner lieben Mutter vmb wegen der 
glücklichen Widerkunfft fehuldige 
Danck⸗Feſt gehalten / vnd das heilige 
Sild / von deme wir handlen / in vnſer 
lieben Frawen Kyrchen (allda zuvor 
ein anders Marız Bild in hohe Ehren 
‚gewefen) gefest / alwwo alßbald wegen 
‚der groffen Wunderwerck / mit ſambt 
der Andacht auch die Kyrch ſelbſten 
in dem Gebaͤw zugenommen / vnd groͤſ⸗ 
fer worden / alſo daß fie an jeto wel 


‚ein Schag deß Königreichs / und der 
Königin Zuflucht mag genennt wer⸗ 
den. 

Diſe weitlãufftge/ und wie ich in 
meinem Lateiniſchen Atlas mit meh⸗ 
rerer 












gu Aniciem: -87 
rerer Prob anzaige ) wolgegründte 
Geſchicht hab ich empfangen vonn 
R. P. Antonio Savigniaco, Re- 

&tore Collegıj Turo- 
neniis. | 











Mm: Maris Bild 
x. 9 


Wunderthäniges Maria 
38 

zn Chr, 
N Es wunderthärigen Marız- 
9) Bildeszu@arnor in Franck⸗ 
I reich Herkommen fan ich nie 
erzehlen ohne Chr vnd loͤbliche Mel 
dung der Druiden. Difewaren bey 
den alten Sranzöfifchen Bölckeren in 
der jenigen Ehr und Anfehen/ wie die 
Reifen bey den Berfianeren/ maſſen 
fie nit allein dem / wiewol falfchen 
Gorts-Dienft vorgeftanden / fonder 
auch in Politiſchen Sachen den Koͤ⸗ 
nigen mit Rath alſo an die Hand gan⸗ 
gen / daß diſen nit wol erlaubt geweſen / 
von jhren Raͤthen abzuweichen. 
Zu gewiſen Zeiten im Jahr (a) ſeynd 
ſie zu Carnot (ſo jetzt ein Statt in 
Lioner — iſt in geſtallt eines 
Reichs⸗ 






























































| | has \ 
® | | 





I 








































3 Tarnöt: 65 
Reichs⸗Tags zuſamen getretten / gute 
geiſtliche on weltliche Geſatz zuſchoͤpf⸗ 
fen. Vnd iſt ſolcher Reichs⸗Tag nie 
zlücklicher abgeloffen / als da ſie be⸗ 
ſchloſſen zu Ehren der jenigen Jungk⸗ 
frawen / ſo einßmahls ohne Verletzung 
ihrer Jungkfrawſchafft gebaͤhren wur, 
de / ein Bildtnuß auffzuſetzen. Haben 
derowegen in einer darzu erküßnen 
Hoͤle einen Altar auffgericht / darauff 
die Bildtnuß geſtellet: damit man aber 
verſtehe / daß es die Bildtnuß ſeye einer 
Koͤnigin / ſitzet fie in einem Seſſel / vñ 





hat ein Cron auff dem Haupt: daß ſie 


ein Mutter ſeye / erſcheinet auß dem / 
daß ſie jhren Sohn in der Schoß hal⸗ 


tet. Die Jungkfraͤwliche Ehr iſt jihr 


gegeben worden vonn den gemelten 
Druiden (b) in Gegenwarth deß Cars 
notenfifchen Königs Priſci / der mit 
groſſer Solennitet den Titul gefchris 
ben, Virgini bParituræ. Der Jungkfra⸗ 

en / ſo gebähren wirdt. Nit weniger 
iſt 




















90 Maria Bild 
iſt dag Volck der guten Anweifung def 
Königs vnd der Druiden mit der Anı 
dacht wol begegnet / alfo daß wegen 
deß groſſen Zulauffs der umbligenden 
Voͤlckeren gemeltes Bild groſſen Nas 
men vberkommen. Es wurde verehrt 


die / ſo noch nie war / maſſen diſes bey 


























Ce) hundert vnnd mehr Jahren vor 
Chriſti Geburt ſich verloffen / ſo hat es 
auch an Wunderzeichen nit ermang⸗ 
let / die zugeſchweigen / ſo vnder dem 
Volck taͤglich beſchehen / haben die 
Geſchichtſchreiber allein vns hinder⸗ 
laſſen die / ſo mit den Koͤniglichen Per⸗ 
ſonen ſich zugetragen. Deß Koͤnigs 
von Montleriac Sohn / weiß nit mit 
was Vnglück iſt ins Waſſer gefallen / 
vnd darinnen ertruncken / aber mit Ge⸗ 
betten vnd Opferen zu diſem Bild wi⸗ 
der erweckt / vnnd lebendig worden / 
darauff dann wegen deß vnerhoͤrten 
Wunderwercks der Koͤnig ſich danck⸗ 
bar eingeſtellt / vnd Königliche Vereh⸗ 
rung 
































su Carnot. 91 


König Prifeus hielte es jhme für ein 
Bnehr / wann es jhme in Berchrung 


König folte bevor thun. J 
Hat derowegen etwas gethan / deſ⸗ 
ſen er in der vorgehendẽ Heydenſchafft 
fein Exempl / vnd in dem nachvolgen⸗ 
den Chriſtenthumb bißhero keinen 
Nachvolger gefunden. Hat nemblich 
im rechtmeſſigen / wolverfaßten vnnd 
verfertigten Teſtament bey guter Zeit 
vor ſeinem End zu einem Erben deß 


rituram, die Jungkfraw / fo einßmahls 
ohne Verletzung jhrer Jungkfraw⸗ 
ſchafft gebaͤhren wurde. Mit ſolcher 
Anordnung / daß das Reich forthin 
von gemelten Druiden als Gerhaben 
vnd Vorwunder der Jungkfraw ſolte 

in guter Gerechtigkeit verwaltet / vnd 





Welches 





rung dargebracht. Der Sandrsher: | 


diſer Jungkfraw ein. außländifcher 


ganzen Reichs eingefent: VirginemPa- 


regiert werden; biß gleichwol von difer 
Jungtfrawen etwas gehoͤrt wurde. 






























g2 Maria Bild | 
Welches danın auch bey hundert ont 
‚mehr Jahren trewlich vnd auffrechi 
beſchehen / biß St. Savinianus / vnd 
St. Potentianus von dem H. Petre 
ins Franckreich geſchickt worden / den 
Glauben zu predigen / welche / da ſie 
nach Carnot kommen / vnd obgemelt 
Ding von dem Bol: vernommen! 
haben fie auß dem Bild der vnbekan 
sen Jungkfrawen Öelegenheit genoms 
men / den Glauben zu predigen zuCar⸗ 
not / gleich wie Paulus gethan zu 
Athen / auß Gelegenheit einer Bildt⸗ 
nuß deß vnbekanten Gotts / darbey 
auch vermeldet / der Sohn zwar / fü 
zugleich auch Gazz were / ſeye mit 
groſſem Nußtz aller Menſchen freywil⸗ 
lig geſtorben / aber die Mutter ſeye 
noch bey Leben / vnnd befinde ſich zu 
— em: in: Judenland. 

Der fo lang hergebrachte gute X 
' feet gegen der Mutter hat leichtlich 
vermoͤcht zuerhalten / daß die von@ars 
und not 

















⸗ AUT \ 
i Dann 





su: Carnota 92 
sur ohne fondere Beſchwernuß alles 
laubten / wag fie von Marıa gehört! 
jaben auch alßbald Geſandten nach 
* abgefertiget / mit Befelch 
hr das Reich mit allem Recht vnnd 
Gerechtigkeiten einzuhaͤndigen / vnd 
an ſtatt der Vnderthonen mit dem 
ſchuldigen Ayd ſich zuverpflichten. Ob 
die heilige Jungkfraw vnd Himmels⸗ 
Königin Marra denen von Carnot 
abe fchrifftlich geantwortet / wie. fie 
gethan denẽ von Meſſana in Sicilien/ 
hab ich nit geleſen / daß ſie aber die 
Geſandtſchafft froͤlich habe angehoͤrt / 





das jhr in Erbſchafft vermachte Reich 


angenommen / auch allen Schutz vnd 
Schirm verjprochen/onnd letſtlichen 
su ihrer lieben Bnderthonen Troft fich 
ihr Königin onderweilen (d) geneñt / 
geben die von Carnot vor / auß vhral⸗ 
ten Herkommen vnd Tradition. So 
iſt auch eben diſe Bildtnuß heütiges 
Tags in ſehr groſſen Ehren / wegen 

der 


— 





| 
| 
| 






















































94 Maris Bild 
der groſſen vnd vilfeltigen wunder 
werfen. (e) | ar 


Be? 








(a) Cafar lib.2. de bello Gall! (b) 
Villeicht haben fie von der Aegyptier 
Schrerwag vernommen. (< ) Alſo lißi 
man in fiben oderacht alte Buͤcheren 
fo in dem Archiv difes Gottshauß 
verhanden / fonderlich in der alten 
Cronick in Sateinifeher Syrach zu 
Zeit deß heiligen Ludovici beichriben/ 
fo hernach von dem hochmwürdiaften 
Herin Matthes Carnotenfifchen Di 
fehoffen in die Frantzoͤſſſche Sprach 
ift vberſezt worden im Jahr 1262. 
welche Bücher alle mit hoͤchſtem Fleiß 
durchleſen hat Rovillandus difer Ge 
ſchichtſchreiber kan auch gefehen wer: 
dtz der hochgelehrte Chaflaneus in Ca 
talogo,de gloria —— 12.n.17 
(d) Alfo vermelder Guilielmus Brite 
lib. z. rerum à Philippo II. geſtarum 
(Ce) Anjetzo ficht man sin fehr wolge 
44 | ziert! 











erte Kyrchen / welche von Fulberto 


nuift bedecke mie Bley / hat neun vnd 


humherꝛen / vnd noch) weit mehr der 
ndern Prieſterſchafft / fo diſe Kyrch 
edienen. Mehr iſt zuſehen bey Bonif. 
b.2. cap. ı. in Hift. Virg. bey Miro 
on den Thumftiffteren. Bey Rudol- 
‚ho Botereio von der Statt Carnot. 


‚och geacht worden. Das Hembd der 
Mutter Gottes / fo allhie behalten und 
erehrt wirdt / hat Irene die Kayſerin 
u Conſtantinopel dem Kayſer Carols 


Nach verehrt. Carolus Calvus hats 
ach Carnot geführt; von. diſem iſt 
uleſen Genebrard. in Chronic. lib. 4. 
amb das Jahr 884. zugeſchwei⸗ 
gen viler anderer Geſchicht⸗ 
a Hu 








su Earnot. ag’ 


ʒſchoffen erbawet / vnd der Himmel ⸗ 
her Marre gu Ehren geweyhet wor⸗ 


ceiffig Capellen / zwey Und ſibentzig 


Zo iſt auch diſes Thumſtifft allzeit 


em Groſſen / er aber der Kyrchen zu 


xl. Wun 




















































96 Maris Bild 





u Zi. — 
Waunderthaͤtiges Mari⸗ 

| Bild 

zu Ardillien. 

> Ans figreich triumphiert unda 
5 denSalmurienfifchen Kegeren 
Ä die wunderthärige Bildnuß dei 
Himmels Königin Marız, vnnd hai 
diſe groſſe Andacht doch nit fo gar grofi 
fen Anfang gehabt, Im Jahr Chriſt 
2454. wie auß bewehrten gerichtlichen 
Schrifften dargechon wirdt / ift von 
gemeiner Statt für gut angefehen 
worden / daß auß dem Statt⸗Seckel 
ein Gewelb erbamer wurde/ under wel 
chem das Volck / fo zu Berehrung die 
fes heiligen Bildes herbey kame / fein 
Andacht verrichten möchte/die Vrſach 
fotches Schluß ift daher gerührer. 
Ein Bawrs⸗Mann / in deme er fer 
nen Acker anbawete / hat diſes fonft nie 
LAN groſſe / 


| 


VA ı fy 




















| 
































zu Ardillten. 97 
woffe / aber doch fehr wol gemachtes 
Befperbild gefunden / vnnd Andacht 
safber mit Srewden nach Hauß ges 
ragen / es hat fich aber deß anderen 
Tags das heilige Bild nie in dem 
Hauß / fonder auff dem Acker finden 
affen. Der Bawr / ob fchon er wußte / 
aß folches ohne allen menfchlichen 
Berrug gefebehen / doch allerley Re⸗ 
yen zuvermenden / tragt das heilige 
Bilddas ander mahlnach Hauß / vñ 
yerbirges mit allem Fleiß an einem 
icheren Dreh: wirdt aber widerumb 


deß andern Tags sumdrittenmahl von 


hme auff dem Acker gefunden, In 
deme der Bawrs⸗Mann das Wunder 
mäniglichen exzehlet / vnd es von hoher 
geiftlicher Obrigkeit gerichtlich erkun⸗ 
diget wirdt / iſt fehon wegen viler ge⸗ 
ſchehenen Wunderwercken ein grofe 
fer Zulauf deß andechtigen Volcks 
aefehen worden / neben dem / daß der 
beygelegne Quellbrunn ein vbernatur⸗ 
j Su liche 





















































98 Maris Bild 
fiche Krafft von dem heiligen Bild 
vberkommen / allweilen nit wol zufaſ⸗ 
ſen / wie ein einige Waſſer⸗Krafft / wie 
ſie jmmer genennt werden / ſo vnder⸗ 
ſchidlichen / vnnd ſo widerwertigen 
Kranckheitẽ möchte erſprießlich ſeyn 
Iſt derowegen auß gemeinem Seckel 
anfaͤncklich ein Capellen erbawet wor⸗ 
den / welche nach und nach mittls deß 
groſſen und vnauffhoͤrlichen Opffers / 
zu einer ſehr groſſen vnnd zierlichen 
Kyrchen erwachſen / vnd iſt je vnnd 
allzeit / ſo wol der Brunnen / als auch 
das heilige Bild bey ſeiner wunderthã⸗ 
tigen Krafft verbliben / wie dann auch 
bißher allzeit das heilige Bild eintwe⸗ 
ders an ſeinem Orth vnbeweglich ver⸗ 
bliben / oder da es ſich zu zeiten etwa⸗ 
hin hat vertragen laſſen / gleich deß an⸗ 
dern Tags wider an ſeinem Orth ge⸗ 
funden worden. So vil ligt daran / 
daß man die Mutter Gottes an denen 
Drthen ara die fie jhr ſelbſt zu 
ſo Kram 









su Ardillien: 99 
ſolchem Ende außerwoͤhlet hat. Diſe 
Geſchicht har mir zugeſchickt R. P. 
Antonius Savigniacus Rector zu To- 
urnon, vnd hat ſie genommen auß der 
Hiſtor / o von R.R. P. P.Oratorij JESV, 

Inftitutionis Franciæ in Truck 
verfertiget worden. 















































Maris Bıld 





XIL 


Wunderth atiges Maria 
Bild 


Genandt von den Taflen | 


zu Mompelier. 
Iſes fo wunderrhärigeMarıa 


Bild war von ſchwartzẽ Holtz 


in der Geſtalt vnnd Form / 
wie auß dem beygetruckten Kupffer 


zuſehen: damit es wegen lenge der 
Zeit nit Schaden litte / haben es die 
Vorelteren in ein Lebengroſſes ſilber⸗ 


nes Marıa- Bild eingeſchloſſen. Iſt 
aber von der Calviniſchen Wuͤterey 
mit der angezünten Kyrchen / ver⸗ 
muetlich auch zu Aſchen worden. 
Wie vnd wann diſes heilige Bild 
Anfangs zu jo groſſen Ehren kom̃en / 


befindet ſich in keinen Schrifften. 
Den Namen / daß cs iſt genennt wor⸗ 


den das Bild von den Taflen / hat das 





— WERTET WEI 
| 








andache ⸗ 


| 












| 








———— nn 





























su Mompelier: 0* 
andaͤchtige Volck geſchoͤpfft wegen vn⸗ 
zahlbarer Menge der gemahlten Taf⸗ 
ſen / auff welche ein jeder fein empfan⸗ 
gene Gutthat verzeichnet / vnnd hin 
und wider in die Kyrchen herumb ge⸗ 
henget. So vil ift bekant / daß deß H. 
Fulcrani / Ledovenſiſchen Biſchoffs / 
zwo Schweſteren / nach verlobter ewi⸗ 
ger Keüſchheit / das erſte Kyrchlein 
diſem heiligen Bild erbawet haben / 
welches hernach wegen deß groſſen Zu⸗ 
lauffs vnd Verehrungen in ein groſſe 
vnd koͤſtliche Kyrchen erwachſen. Zu 
deme iſt allhier ein ſo gewiſe Cur aller 
Kranckheiten zufinden geweßt / daß 
Cæ ſarius ſchreibt / die Leibartzten habe 
ſich beklagt de entzogen Gewins / vñ 
jhre verzweiflete Patienten nit ohne 
Vnwillen zu diſem H. Marız- Bild 
geſchickt. | 

Alhier haben fich befunden vonn 


Jacobo König in Arragoniẽ / Schan⸗ 


ckungen / als Zeichen der erworbnen 
8 





ug. Ge⸗ 






























































































.. 902 Maria Bild 

Geſundheit / ſo wehret auch dife Zuver⸗ 
ſicht gegen der glorwürdigen Him̃els⸗ 
Koͤnigin vnder ð Burgerſchafft noch 

biß auff jetzige Zeit / maſſen fie ſich alle 
Stund /da es vonnoͤthen / jhrer Hülff 
getroͤſten. Wie dann in deß Statt 
Raths Capellen gelefen wirdt in La⸗ 
teiniſcher Sprach auff Teütſch diſes 
Innhalts: 


Heilige Jungkfraw bitt dein 
Kind / 
Daß man ſein Hülff alle 
Stund find. | 
Stun aber fol ich nie vmbgehen ein 
oder den andern Form vñ Weiß hier⸗ 
bey zuſetzen / welche diſe Statt ge⸗ 
braucht die Mutter Gottes zuerbitten. 
In dem Jahr 1313. iſt wegen groſſer 
His mie Düne vnnd Abgang aller 
himmliſchen Sruchtbarfeit das vmb⸗ 
ligende Land in groſſer Forcht vnauß⸗ 


bleiblichen Hungers / vnnd allerley er 
N. ‚fe 








su Mompelier. 203 
fer Kranckheiten gerarhen. Nun ha⸗ 
ben die Herren Burgermaiſter mit 
ſambt allen Feld⸗Arbeiteren ein von 
der Cleriſey angeſtellte Proceſſion von 
der Kyrchen deß heiligen Firmini / 
biß zu diſer vnſer lieben Frawen Kyr⸗ 
chen begleittet / allda mit gebührender 
Ehrentbietigkeit vnd Andacht die alte 
Majeſtet (dann diſes ware der Titul 
deß offtgedachten Marız-Bildg ) er⸗ 
hebt / vnnd biß zu dem Fluß Ledo ge⸗ 
tragen (da ſolle ſich der Leſer ab der 
wolgemeinten alten Einfalt / vnd der 
einfaltigen Andacht nit aͤrgeren) all⸗ 
da das hültzene Marız- Bild mit 
Waſſer sum-öffteren obergoflen/ und 
widerumb mit. grofler Hoffnung eines 
gewünſchten Regens in die Kyrchen 
beglaitet / nun hat jhr folche einfaltige/ 
doch wwolgemeinte Andacht die Him⸗ 
mels Koͤnigin wol laſſen gefallen / maſ⸗ 


ſen nach wenig Stunden ein ſo frucht⸗ 


barer Regen ervolgt / daß mir ſambt 
St. Mm 
























































104 Maria Bild 

der His alle Forcht deß Hungers ver 
ſchwunden. Alſo haben die von Mom⸗ 
pelier die Murter Gottes durch dag 
Waffer erberten. Wie fie aber auch 
‘durch das Fewr ebenmeflige Genad 
von jhr erlangt / wirdt dem günfligen 
Leſer nit vnangenehm ſeyn zuverſt ehẽ. 
Am Jahr 1348. har die allgememe 
Peſtilentz / fo febier ale drey Theil der 
Welt durchgangen / die Starr Mom⸗ 
pelier bey nahe oͤd gemacht / ſeynd = 
in einem Tag bey dreyhundert wech, 
genommen worden/dahero dann daſ⸗ 
felbige Jahr / noch heüt das Sterb⸗ 
Jahr genennt wirdt. Iſt abermahl den 
Herren Burgermeiſteren ein erſprioß⸗ 
liche Weiß / die Mutter Gottes zuer⸗ 
bitten / eingefallen: ſie haben nemblich 
mir geſpunnenem War jhre Stait⸗ 
Mauren von auſſen vmbgemeſſen und 
vmbgeben / welches ſich auff zwey tau⸗ 
ſendt Elen erſtreckt / hernach an den 
hierzu beraiten Haſpel fein ordenlich 
— | auffge⸗ 


* 


| 


4 * N 
IenK: 2 J 





zu Mompelier. 105 


auffgewunden / vnnd in die Kyrchen 


zu gemeltem heiligen Bild im Namen 
der ganzen Burgerſchafft geopffert 
vnd angezünderimit fteiffer Hoffnung / 
es werde mir Abbrennung diſer lan⸗ 
gen Kertzen auch die laydige Sucht 
derzehrt werden / welches gleichwol 
die laydige Sucht nit erwarten koͤn⸗ 
den / ſonder gleich Anfangs mercklich 
abgenommen / vnd bald hernach gar 
auffgehoͤrt / ehe dann die Kertzen gantz 
abgebrunnen. 


Ich ſetze noch hinzu die dritte An⸗ 


dacht. Im Jahr 1358. den 25. Sept. iſt 
ein Schaur gefallẽ / dariñen dreypfün⸗ 
dige Stein gefunden worden / dahero 
dann die Baͤum zerriſſen / das Vich 
erſchlagen / die Haͤuſer beſchwert / vnd 
eingetruckt / etliche wol auch gantz zu 
Boden geſchlagen. In diſem Layd ha⸗ 
ben die Herren Burgermeiſter die 
Statt⸗Schlüſſel alßbald in die Kyr⸗ 
chen getragen / vnd dem heiligen Bild 
sv w 







































106 Maris Bild 
zu den Süffen geworffen. Alßbald hat 
aller Schawr ein End genommen / al⸗ 
ſo wol hat die Mutter Gottes diſe An⸗ 


dacht ihr gefallen laſſen. 








nächtliche Vigilien gehalten vondem 








Wegen deren vnd anderer fo ſel⸗ 
samen Wunderzeichen har die Start 
Mompelier mit gutheiſſen hoher geiſt⸗ 
licher Obrigkeit auch em ſonſt vnge⸗ 
wohnlichen Feſtag eingeſetzt fo man 
nennt das Se der Wunderzeichen / 
vnd iſt diß Feſt das erſte mahl im Jahr 

1189 den erſten September feyrlich 
gehalten worden auß befelch deß hoch⸗ 
wuͤrdigſten H. Biſchoffen Joannis 
Monlaurei. Da hat man jaͤhrlich die 


letſten Auguſti an biß auff den achten 
September / an welchem Tag vnſer 
lieben Frawen Geburt begangẽ wirdt / 
da auch beſondere Kyrchen⸗Gebett 
darzu verordnet worden. 

Alſo hat mich auß gutem Authen⸗ | 
A tiſchen Vrkund berichtet R. P. Bene- 
ditus 











30 Mompelier: ior 
ditus Bennefoy, fo fich in gemelter 
Start Mompelier auffgehalten/ vnd- 
obgemelte Wunderzeichen auß auff⸗ 
behaltenen guten Schrifften herauß 
gezogen. In welchen die Gott gefaͤllige 
Einfalt der Vor-Elteren gang vnnd 
gar von den Kaͤtzeren vnſerer Zeiten 


nit ſolle verdacht werden / ſonderlich 


wann ſie zu Hertzen fuͤhren wie Elias / 
Elifzus/ und andere deß alten Teſta⸗ 
ments in Verbringung ihrer, 
Wunderzeichen fich 
verhalten, 



























Saphoy⸗ 





















108 Maria Bild‘ 
BPPELFITPELTERIRE 
Saphoy · 

XIE 


Wunderthaͤtiges maria | 


Bild 

zu Myan. 

ga» 2eich wie nit ſelten ung das 
RGluͤck vnd Heyl auch von den 
>» Feinden entſpringt / alſo hat an 
diſem Orth die Andacht gegen dem 
wunderthaͤtigen Marız-Bild / jhren 
Anfang von dem laydigen Teufel ge⸗ 
wunnen / ob ſchon er diefelbe zuverur⸗ 
ſachen im wenigiſten nit iſt geſinnet 
ie | 
Kayſer Friderich der Ander/ nach 
dem er der Kyrchen Chriſti ein lange 
Zeit fehr beſchwerlich geweſen / iſt endt⸗ 
lich im Jahr 1249. in dem Concilio 
zu Lion dahin kommen / daß er gar nit 
mr —— war Es — 
jhn / 























um 


29m = 


9 


F RENT fl 


SS 





— —— 
































30 Myanı 103 
jhn / daß er als Kayfer vom Paͤbſtlichẽ | 
Stuel vbergangen / vnnd feiner Per 
ſon vngeachtet Ludovicus Koͤnig in J 
Franckreich dem Kriegß⸗Volck in das — 
Felobdte Sand Generaliſſimus vorge⸗ Bi 

fest wurde deßwegen er Biſchoͤff und 
Cardinaͤl / ſo auff das Concilium nach 
Lion reiſeten / auff allen Straſſen hat IR 
befohlen auffzufangen / vnd in die Ge⸗ | | 

) 








fencknuſſen zuwerffen / fo ift auch fein 
Abgang deren befunden worden / wel⸗ 
che vergleichen Kanferifchen Befel⸗ 








chen / nur mehr alzu mit ſcharyfter 
Execution nachkommen. Deren einer J—— 
ware Joannes Bonivardus, welcher / ob in A u 
ſchon er von dẽ Gegentheil ein Pre—ob —4 
ſtey in der Statt S. Andreæ, ſo den Ca- u | 
non.Regul. $.Auguftini aygenthumb⸗ I h 
V | v£ j | ' | "u 
heh/sur Verehrung vberfommen; hat 94 


gegen den Geiſtlichen nit abgelegt. J 

Maſſen er / alßbald er ſich gemelter u 

Probſtey bemechtiget / vñ dero Poflels 177 

— singe 
J 


er doch ſein angenomne Wildigkeit 9 4 











sio Marie Bild 
eingenommen / hardie innwohnenden 
Ordens⸗Perſonen verjagt / vnd biß in 
die Cappellen / von der ich rede / mit 
Gewalt vertriben / in welcher ſich die 
arme Vertribne der Mutter Gottes 
in jhrer euͤſſerſten Noth gantz eyferig 
befohlen. Vnd iſt glaublich / jihr Gebett 
ſeye eines auß diſen geweſen / welche 
geſchwind / vnd ohne Verzug in hohen 
Himmel von dem allmechtigen Gott 


erhoͤrt werden / maſſen alßbald der. ab 


ſolcher That vnluſtige Himmel ſich 
mit Wolcken bezogen / vnd mireiner 
graufamen Finftere dẽ achten Herbſt⸗ 


monat vmb nein Bhr zu Nachts! 








dem nachvolgenden Vndergang einen. 
Anfang gemacht. In dem die hoͤlliſche 
Geiſter einen groffen Theil deß Bergs 
Grenier genannt/von®rund auf dem 
Boden in die güfft erhebt und. darmit 
vnder graufamen wehrenden tonnern / 
blitzen / vnd ſchaur gemeltes Cloſter 
vberfallen vnno verworffen. Alſo iſt 
Bonivar⸗ 





su Myan. De 
Bonivardus mir den feinen onter dem 
erſten Nacht ⸗Eſſen gang vnverſehens 
vnnd erſchroͤcklich begraben worden. 
Kein Frommer hat ſich ſeiner bekuͤm⸗ 
mert / ſonderlich weil ſeinetwegen fo 
vil Vnſchuldige ſeynd zugrund gan⸗ 
gen. Maſſen mit ſambt dem Cloſter 
ein gantze Statt / ſechszehen Doͤrffer / 
ſechs Pfarrer / in allem ſechstauſendt 
Seelen diſer laydige Steinfall gantz 
jzaͤmmerlich bedeckt. So haben auch 
die böfen Geiſter mir diſem fich nit ber 
fridigen laſſen / ſonder maßten fich an / 
den gantzen obgemelten Berg vonn 
Grund auffzuheben / vnd hin vnd wi⸗ 
der auch andere vmbligende Orth zu⸗ 
vertilgen / wo nit jhrem Vorhaben die 
gemelte vnſer lieben Frawen Cappel⸗ 
len were im Weeg geſtanden / in wel⸗ 
cher die vertribne Geiſtliche vor dem 
wunderthaͤtigẽ Bild auff das eyferigſt 
der Mutter Gottes ſich befahlẽ. Maſ⸗ 
ſen biß daher / vnd nit weiter den hoͤlli⸗ 
ſchen 




































— —— 
— — — 


— * — — — 


= 





— 




















a2 . Maria Bild 
ſchen Beifteren mie dem graufamen 
Stein, Regen zuverfolgen erlaubt 
wordẽ. Es ſeynd verftändtliche Stim⸗ 
men in dem Lufft gehoͤrt worden / wel⸗ 
che mit zornigen heuͤlen ſich beklagten/ 
daß ſie verhindert wurden / in dem ſie 
wolten den ganzen Berg erheben / vmb 
alle vmbligende Orth darmit zuver⸗ 
werffen. Anjetzo iſt das wunderthaͤtige 
Bild mit feiner vnverſehrten Kyrchen 
an die R.R. P.P. de Obſervantia de 
N. Srancifi fommen 7 welchen ein 
Cloſter darbey erbamwer worden. Die 
Geſchicht iſt auß Befelch hoher geiſt⸗ 
licher Obrigkeit in Truck verfertiget 
worden / ſo mir von R.P. Sebaſtiano 

Bartoquin Rectore zu Cam⸗ 
bery iſt vberſchickt 


worden. 
SIEDER 


Nider⸗ 




















Y 






| 


— 


EEETTTRAUNSSS 








— 

SS = 
DR. IND N} RI 

OB Ss 


Askssnenanik —B8 —VD 










































zu Caẽëſtren. 113 
I I DO I I RR 
| Niderland. 
XV. 
Wunderthaͤtiges Maria 
Bild 


su Caẽſtren. 
ss? S wirde in dem Dorff Cat 
= firen / fo swifchen Arien vnd 
RI Gaßiet ligt / ein wunderthätis 
ges Marız-Bild verehret / ſchon fiben/ 
oder(mwie etliche vermueten) neuͤnhun⸗ 
dert Jahr. Ein Engelendiſch Schiff 


hette vnder andern in dem Donkerchi⸗ 
ſchen Meerhafen drey Jungkfrawen 


auff das Land gelifert / welche jhr Vor⸗ 
haben hetten der Heyligen Gedecht⸗ 
nuſſen in der Statt Rom zubeſuchen. 
Diſe aller Weeg vnd Straſſen gantz 
vnwiſſend / haben fich in einem Wald 
verirret / vnd ſeynd onder die graufame 
Moͤrder / als von dem Normandiſchen 
J Krieg 





























Maris Bıld 

‚Krieg vberblibne Landts⸗Knecht / ge⸗ 
rathen / vnd weil gemelte Jungkfra— 
wen nit in alles / was die Moͤrder von 
jhnen begehrt / wolten einwilligen / ſeyn 
ſie gantz greulich an der ſtatt ermorden 
vnd aller Klayder beraubt / gantz bloß 
vnd nackend verlaſſen worden. Nit 
lang ſeynd ſie alſo gelegen / da reiſete 
zu Pferde fuͤruͤber ein adelicher Rits 
ter (die alte Gemaͤhl ſtellen vor / als ob 
er ein Ritter eines Krigs⸗Ordens we⸗ 
re geweſen) Difer nach dem er ſich 

fambe den feinigen/ wegen deß vnge⸗ 
Wwohnlichen Befangs der Voͤgel nit 

- wenig verwunderet / befilcht er einen 
feiner Diener gemeltem Geſang weis 
ters nachzugehen / welcher ober ein 
kleines feinen Herren berichtet / wie er 
dreyer Weibs⸗Perſonen vnbedeckte 
Leichnam hette angetroffen / ſo in fürg 
zuvor müßten ſeyn ermoͤrdet worden? 
wie dann auß dem friſchen Blut koͤn⸗ 
De abgenommen werden. Der adeliche 
Ritter / 






su Caẽſtren. 11, 
Ritter / ob fehon er an beyden Augen 
gang blind / hat doch auß deß Dieners 
Worten mehr geſehen / als der Diener 
mit aygnen Augen / maſſen er jhme ge⸗ 
ſchwind etwas heiliges vnnd vberna⸗ 


türliches eingebildet. Laſſet ſich dero⸗ 


wegen alßbald an das Orth weiſen / 


beſtreicht mit dem noch friſchen Bluet 


ſeine Augen / vnd kombt ohne Verzug 
widerumb zu ſeinem Geſicht. Kaum 
iſt er nach Hauß kommen / ſchlegt zu 


diſer noch ein andere Frewd / in deme 


ſich die Mutter Gottes vnd Himels⸗ 


Koͤnigin MaRIAvon jhme ſehen laſ⸗ 


ſen / mit Befelch / daß er jhr an dem 
Orth / an welchem er nach geſprochnẽ 
Engliſchen Grueß ſeine Augen mit 


Jungkfraͤwlichem Bluet beſalbet / ein 


Cappellen erbawe / vnnd darein die 
Leichnam der dreyen heyligen Jungk⸗ 
frawen ganzz ehrentbietig zur Erden 
beſtette. Solche Ehr habe verdient 
der Tod / ſo ſie wegen der beſchützten 


Jungk⸗ 




























































116 Maria Bild 
Jungkfrawſchafft erlitten Ohne allen 
Verzug iſt die Cappellen mit Hülff / 
der von dem andechtigen Ritter dar⸗ 
geſchoſſenen Gelt⸗Mittlen erbawet / 
vnd darein das Marız-Bild geſtellt 
worden / welches ſchon ſo vil hundert 
Jahr mie Wunderzeichen leüchtet. 
Nun ob ſchon vnderſchidliche Kriegß⸗ 
laͤuff zum oͤffteren die Andacht deß zu⸗ 
lauffenden Volchs etwas eingeſtellt / 
hat ſich doch allzeit nach erlangten 
Friden die vorige Andacht fuͤr ſich 
ſelbſten wider erweckt / deren vilfaͤltige 
vnd vhralte Gedaͤchtnuſſen die Bild⸗ 
ſtuͤrmeriſchen Ketzereyen mit Fewr vn 
Schwerdt außgetilgt / iſt doch auß ſon⸗ 
derbahrer ſchickung Gottes vberbliben 
ein vhraltes Buech / in welchem be⸗ 
funden wirdt / daß vor Alters neben 
vilen anderen / vnnd groſſen Wunder⸗ 
zeichẽ nit vngewohnlich feye geweſen / 
daß die vngetauffte vnnd verfiorbene 
er da fi I e auff difen Altar gelegt 
wurden / 





7 





su Caẽſtren. Be, 
wurden/wider zum Seben erweckt wur. 
den / zum wenigften fo weit/daß fie deß 
H. Sacraments deß Tauffs möchten 
theilhafftig werden. Sonderlich wer, 


den difer Geſchichten neun darinnen 
außtrucklich angesogen / welche ih 


von 1494. big auff 1496. innerhalb 
zwey jahren begeben haben ; werden 
auch bewaͤhrter Zeügen Namen ganz 
außführlich darbey vermelder/ ſambt 
dem Tag dep Monats / an welchem 
fich die Sach verloffen. Eines ift febier 
vnerhoͤrt / welches ſich im 1496.ſten 
Jahr den vierdtẽ Tag Herbſtmonats 
zugetragen / in deme ein verſtorbnes 
Kind den ganzen Tag bey vnſer lieben 
Sramwen zu Stragele (fonft auch wun⸗ 
derrhätig ).ohn einiges Zeichen dep 
Lebens auffdem Altar gelegen / hernach 
auff den Altar zu Eagfiren getragen / 
end nit weniger auch da einen ganzen 
Tas ohn alles Anzeigen deß Lebens ger 
legen / letſtlich zu der Erden iſt beſtttet 
worden 









































































us Maris Bild 


— 





worden. Deß Kindes Barker / da er 
von weiß nis was für einer Reif nach. 
Hauß kommen on alles vernommen/ 
hat mir feinen eygnen Händen das 


Kind / nach dem es ſchon drey Täg in 


dem Grab gelegen/ wider außgraben / 
mit groffer Zuverficht gegen der Him⸗ 
mels- Königin Marıa auffben Altar 


gelegt. Allda wegen feines Glaubens 


alßbald gnugſame Anzeigen dep Lebẽs 
geſpürt wordẽ / maſſen in beyſeyn taug⸗ 
licher Zeügen / das Kind die Hand be⸗ 


wegt / einen Fueß an ſich gezogen / vnd 


deßwegen alßbald getaufft worden / vñ 
weilen weitere Anzeigen deß Lebens nit 
mehr vermerckt / wider in ſein voriges 
Grab gelegt worden. Diſes / vnd ande 
dergleichen wirdt in gemeltem vber⸗ 
blibnen Buch gang Gerichtlich vnd 
Authentiſch beſchriben / mit deme auch 
etliche alte Gemaͤhl zuſtimmen. R. P. 
Thomas Nenvle Rector Col.Soc.Jesv Bel- 
liol, har dife Geſchicht hexauß a 
ben / vñ mit vberſchickt 





Fr — — — 


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A | 


























— ⸗ 


Vundertha ges Maria | 


Bild 
Genant zu dem Gaͤtter 
39 Lille. 


= Se Andacht gegen der Mut⸗ 
ter Gottes iſt bey der Bur⸗ 


gerſchafft der Statt Lille je⸗ 


rzeit alſo groß geweſen / das fie an⸗ 


uͤt biß in die ſiben wunderthaͤtige 
ARIÆ-Bilder in der Statt haben / 


hen andere ebnermaſſen von Wun⸗ 


rzeichen beruͤhmbt befinden ſich fo 


hend in dem Vmbkreiß der Statt / 
ß jedes nur ein Spatziergang dar⸗ 
n gelegen. Mit diſen Marianiſchen 
yrchen / als mit Vorwercken iſt diſe 
tatt befeſtiget / welche / ob ſie ſchon 
ich mit jhrer dapferen Mannſchafft 
b mehrmahlen beſchützt / hat fie 
chim Jahr 164 1 mittls eines Gaͤt⸗ 
rs / mehr dann mit ſonſt gefährlichen 

©. Schuß⸗ 






























































20 Marie Bild 
Schußgaͤtteren den Feind abgetriben. 
Damit aber nit etwan die Ehr der er⸗ 
haltenen Statt ein anderer jhme zu⸗ 
ſchribe / haben die fromme Burger 
bald hernach im Jahr 1645. ebner⸗ 
maſſen jhre Feind durch gemeltes Gaͤt⸗ 
ter ſicher vnd ohne Gefahr fehen jhrer 
Statt Belaͤgerung auffhebem / vnnd 
abziehen. 
Es iſt nunmehr bey vierthalb hun⸗ 
dert Jahren in groſſen Ehren ein Ma- 
RIE-Dild/ welches / weil esin Sant 
Peters Kyrch jnerhalb eines Gaͤtters 
auffbehalten wirdt / ſeinen Namen 
von dem Gaͤtter vberkommen hat / vñ 
von Alters hero / je vnd allzeit das H. 
MAR 1.2-Bild von dem Gaͤtter ger 
nennet worden iſt. Zu diſem Härter 
ſeynd in gemeltem ı 64 5. Jahr die 
Burger geflohen 7 haben der Hin 
mel& Königin / ale jhrer a 
Beſchützerin die belegerte State ba 
fohlen / vnd jhr auch die vnverhoffte 


ee 
! 





Aufhebung der ſchwerẽ Belaͤgergun / 
vnnd den Abzug der Feinden zuge⸗ 
ſchriben. 

So vil der groſſen Wunderzeichen 
hat die Start von MArıA mittels di⸗ 
fes heiligen Bilds von vierthalb hun⸗ 
dert Jahren hero empfangen / daß vn⸗ 
wiſſend iſt / welches das erſte geweſen 
ſeye / von deme die anderen jhren Vr⸗ 
ſprung haben. Schon vor Zeiten ha⸗ 
ben die boͤſe Geiſter diſen Orth geſchü⸗ 
hen / maſſen deren vil lieber wollen von 
den armen Beſeſſnen außfahren / als 
an diſem Orth erſcheinen / als welche 
ſich nit vnderſtehen doͤrffen in Gegen⸗ 
warth Marız, mit einigem / fo fie 
anruffte / vbel zuverfahren. 

Taͤglich ſicht man nit wenig deren / 


die jhr Andacht allhier verrichten / doch 


alle Montag / vnnd noch mehr alle 
Sambftag iſt der Zulauff def Volcks 
noch gröffer. Man: mag: wol die State 
Lille ein Marianiſche Start nennen/ 


8 ii weilen 








‚gr Eille, | 121 














































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Bi Maria Bild 
weilen fie zu difer Zeit noch mehr dañ 
zuvor fih Mar ı 5 vndergeben / alfo 
zwar / daß auch der Ehrfame gefambte 
Statt⸗Rath jhme ſelbſten den Nas 
men vnnd Titul von dem Gaͤtter ge⸗ 
ſchoͤpfft / mit ſolcher Vberſchrifft. 
B. V. MarIz CanCeLLatVs senatVs 
popv LVsq; InsVLenslIs Conſe- 
Crabant_» | 


Dife Relarion iſt mir vberſchickt 
von R. P. Thoſſano hri- r 
doul. 








IQQQN 
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zu Meſſin. 223 





—— — — — — 


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Wunderthaͤtiges Maria 


Bild 


Je Andacht difes Orths 
> hat jhren Vrſprung vonn 


© dreyen Jungkfrawen / wel 

che / 0b fehon fie der Geburt nach 
bewriſch waren fennd fie doch in dem 
Adel der Tugendt fehr hohes Herkom⸗ 
mens geweſen / wie dann die ſeltzame / 
vnd vnerhoͤrte Geſchicht⸗Erzehlung 
wirdt außweiſen. Es giengen diſe drey 
Bawren⸗Maͤgdlein auff das Feld / das 
Vich zuhüten / vnwiſſend / zu was groſ⸗ 
ſer Ehr wegen ſchleehten Verdienſten 
fie von G9zz beruffen wurden. Vn⸗ 
periehens naheren fich Hinzu Dres 
Soldaten/ welche von der Landſtraſ⸗ 
fen nit in guter Maynung feynd. abs 
gewichen. Dife/ nach freündtlichem 
| 8 ii Grueß 


















































124 Maris Bild 
Grueß vnd etlichen Fragen den Wees 
betreffend haben auch von jhnen be, 
gehrt / was fienir haben können zuge⸗ 
ben onnd ich allhier nie melden folle, 
Die Jungkfrawen habe geantwortet, 
was Jungkfrawen follen antworten) 
fuͤrnemblich eine / die ihnẽ jhr Vnthat 
vnd Schand alſo vorgehalten / daß ſie 
jhnen nit wenig trowete / als ob Leüth 
auß dem Dorff kommen ſolten / ſie / wo 
es vonnoͤthen were / mit Sreichen abs 
zufertigen / alſo daß die Soldaten nik 
ohne Forcht gegen dem Dorff jhre Au⸗ 
gen wendeten; als ſie aber niemand 
erſehen / der jhnen zu ſchaden / vnd den 
Jungkfrawen auff jhr rueffen zu hülff 
kame / haben ſie ſich vnderſtanden mit 
gewalt von den Jungkfrawen zuerhal⸗ 
ren / was ſie zuvor mit guten Worten 
begehrt. Iſt auch den armen Kinde⸗ 
ren nit mehr worden / als daß ſie mit 
waynenden Augen die gottloſe Sol⸗ 
daten gebetten / fi ‘ follen ihnen auffs 
went 























zu Meſſin. — 
wenigiſt erlauben / vorher gegen der 
Mutter Gottes jhr Andacht zuver⸗ 
richten vnd zubetten / welches als es 
jhnen iſt vergunt worden / ſeynd ſie mit 
waynenden Augen auff jhre Knie nie 
dergefallen / vnd / weil kein anderer Al⸗ 
tar verhanden / jihre Augen gegen dem 
hohen Himmel gewendet / mit kurtzen / 
‚aber eyferigen Worten der Mutter 
Gottes jhr eüfferfte Noth vorgeſtellt / 
vnd die nothwendigſte Hilff begehrtz 
in deme wolte den Soldaten das Ge⸗ 
bett zu lang werden / vnd weil ſie deß 
Ends nit erwarten konten / wolten ſie 
mit gewalt End machen. Da kombt 
vnverſehens Hilff vonn der Mutter 
Gottes. | | 

Was erwartet jhr lieber Leſer? 
Tonner vnd Blis von Himmel? Ste 


hats nit im brauch / maſſen fie auch 


jhrem lieben Sohn ſelbſt zu Zeiten ders 
gleichen Pfeil durch jhr Vorbitt auß 


den Haͤnden nimbt. Erwartet ihr die 


S ij vnge⸗ 
























































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26 Maria Bild 
vngeheuͤren Teufel / vmb die Soldaten 



























hinweck zuführen? Eie wolten geren, 


"wann fie funten. Ermartet ihr/ daß 


ſich die Erden zerſpalte / vnd die Boͤß— 
wicht verfchlinde ? Sie haben wol ct 
was ärgers verdient. Höre der liche 
Leſer / vnnd verwundere fich ober die 


Anſchlaͤg der Barmhertzigkeit. Wer 


kundte glauben / daß den Jungkfrawen 
ſolcher maſſen ſolte wol geſchehen / daß 


doch den Soldaten darbey kein Layd 
— widerfuhre. Damit ich euch / lieber Le⸗ 


ſer nic lenger auffhalte / vnd ihr das 
groſſe Wunderwerck nie vberſehet / gebt 
acht auff die bettende Jungkfrawen / 
wie vnder jhnen fein ſanfft der grüne 
Waſen ſich verdiefft / vnnd ſie nach 
vnnd nach in die Erden verſincken: 
ſehet / jer ſeynd fie ſchon biß an die 
Guͤrtel verdeckt / jetzt ſicht man nichts 
mehr als die Koͤpff / vnd etwas wenigs 
von den Achßlen / jener jest ſeynd fie 
gar DREH) vnd (das ein — 
) 








zu Meſſin. 127 

Mhat ſich der grüne Waſen fo glatt / 
is er zuvor geweſen / widerumb zuſa⸗ 
nen geſchloſſen. Die Soldaten / in 
mſehen deß zroſſen Wunders haben / 
zach ernſtlicher Forcht / jhr Leben ge⸗ 
veffert / vnnd in den Wildtnuſſen be 
wenme Dreh gefucherumb darinnen 
Bueß zuthun / vnd fich in Einſidleriſch 
eben begeben. 

e Am Jahr Chriſti 1060. iſt ein 
Mann mit Namen Sandricus / de 
Brafen von Slanderen Mundt⸗Koch / 
fo mit der hinfallenden Sucht behaff⸗ 
ers im Schlaf ermahner / in dem 
Wald werde er Hilff finden welcher/ 
nach dem er auf jnnerlichem Antrib 
biß an das Dreh ganz vnwiſſend kom⸗ 
men / vnd auß Muͤdigkeit entſchlaffen / 
hat ſich alßbald nach vollendtem 
Schlaff ganz friſch und geſund erfun⸗ 
den / weil er aber an gemeltem Orth 
das wenigſte Anzeigen der Andacht / 
oder Verehrung einiges Heiligens nit 
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Maria Bild | ; 
erfehen I har er fich deß Orchs halber 
etwas bey dem nechſt gelegnen Dorf 
befragt / von welchen da er nun allen 
Beſchaid von denen / vonder Erden / 

a befagte weiß verſchlückten dreyen 
Jungkfrawen verftanden / har er fol 
ches der Graͤfin / ſeiner gnädigen Fra⸗ 
wen erzehlet. Adelhais die Graͤfin hat 

ſich alßbald / wiewol ein weiten Weeg / 
an das Orth begeben / vnd nach einge⸗ 
nommenem gnugſamen Bericht / be⸗ 
fohlen zugraben / vnd erſtlich die Haus 
pter / alßdann auch die Gebain aller 
dreyen Jungkfrawen in ſolcher Ge⸗ 
ſtalt befunden / wie ſie kniend / vnd mit 
auffgeregten Haͤnden ſeynd von der 
auffgeſpaltnen Erden empfangẽ wor 
den. So groſſes Wunder hat alßbald 
das zulauffende Volck bewegt / zu Eh⸗ 
ren der Mutter Gottes / als von wel⸗ 
cher diß Wunder hergerühret / ein Kyr⸗ 
chen zuwuͤnſchen / welche dann ohne 
Verzug Adelhais die Graͤfin mit ſam̃t 

cinem 








zu Meſſin. 129 
inem Cloſter erbawet im Jahr Chris 
ſti 1000. in welchem Jahr der Koch 
die Geſundheit jhme erlangt. So iſt 
auch Roberto Grafen in Flanderen / 
gemelter Graͤfin Adelhais Sohn / in 
der Erbſchafft auch die Muͤtterliche 
Andacht gegen. der Himmels⸗Koͤni⸗ 
gin worden/ maflen er zwainzig Jahr 
hernach gemelte Kyrch mit fonders 
groffen Freyheinẽ begabt. Guiltelmus 
Harriarch zu Jeruſalem / on gemelter 
Gräfin Berwanter/ hat ein Theil deß 
heiligen Creützes Chriſti diſer Kyrchen 
verehret / ſo dann der Mutter Gottes 
ſo wol gefallen / daß ſie der Graͤfin im 
Schlaff erſchinen / vnnd befohlen ge⸗ 
melten heiligen Creütz Particul mit 
einer jaͤhrlichen Proceſſion zuvereh⸗ 
ren / auch den gantzen Weeg benennt / 
vnnd mit einem ſeidenen Faden von 
dem Chor Altar alſo außgezeichnet / 


daß ſie gemelten Faden durch alle 


Ballen vnd Straſſen / wardurch die 
Bi 0 





Proceſ⸗ 






























































Bo Mais Si — 
Proceſſion folte ihren Wera nemen? 
abgewunden/ vnd ferftlich widerumb 
an gemelten Chor Altar gebunden. 
Die Graͤfin hat deren Sachen allen? 
fo wol mündtlichen’ als auch gericht⸗ 
lichen Bericht in jhrer Wahlfahrt zu 
Rom bey Alexandro II. dem Pabſt 
abgelegt / der dann auch befagte jaͤhrli⸗ 
che Proceſſion beſtettet un approbiert / 
auff den 14. September. Diſe wahr⸗ 
haffte Geſchicht, Erzehlung zu Ypren 
in Franzoͤſiſcher Sprach in Truck 
verfertiget / hat mir zugeſchickt 
BR. P. Ægidius Mee- —* 
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sa Tongren. 


Wunderthaͤtiges Maria 
Bild 
zu Tongreu. 


FR Emnach ſich Maternus gu 
dem Chriſtlichen Glauben 
bekehret / vnd nach empfan⸗ 


genem hetligen Tauff ſich fuͤr einen 
Jünger bey dem Heiligen Apoſtel Per 
tro (a) eingeſagt / Kar er immer in 
Tugendten alfo zugenommen / daß et 
von Perro würdig erachtet / und vor 
allenanderen erfüfen worden ein Apo⸗ 
fiel der Teürfchen zufeyn. Iſt derent 
wegen Maternus als mit groffer Hei⸗ 
figfeit begnader / mit Apoſtoliſchem 
Gewalt vonn dem Heiligen Perro in 
vnſere Laͤnder abgeordnet worden / 
vnd in die gewaltige Statt Tongren 
ankommen / allwo er mit ſambt dem 
Grund deß Chriſtlichen Glaubens / 
u G vij auch 

























































ge 0 Maria Bild 


Hirt den Biſchoͤ ang ab 





au den Grund der Marianifchen 
Andacht gelegt / in dem er der Mut—⸗ 


. 2er Gottes ( fo villeicht dazumal noch 


bey Leben ware) cin Kyrchen erba⸗ 


wer: deſſen ſich fo hoch nit zuverwun⸗ 
deren / allweilen diſe Ehr von den Al 


xandrineren dem heiligen Marco/ von 


den Frantzoſen dem Heiligen Savi⸗ 
niano / ja bey den Epheſineren dem 
noch lebenden Sant Joanni beſche⸗ 
hen. (6) Es ſeynd nach Ableiben deß 


heiligen Materni der Biſchoffen ſehr 


vil geſeſſen / vñ harten die Gottsfoͤrch⸗ 
tigen Tongrenſer bey nahend ſchon 
mehr als hundert Kyrchen in der Ge⸗ 


gend herumb erbawet / da die Hunnen 


in wehrender Regierung deß heiligen 
Biſchoffs Servattj das Land vber⸗ 
fallen. Servatius / als er bey zeiten 
den nunmehr ſchier vor Augen ſchwe⸗ 
ben den Vndergang der ſo alten Statt 
vorgeſehen / hat er als ein vorſichtiger 














zu Tongrem 00 13 
Tem feinen Recht / vñ Gerechtigkeit in 
die Statt Vtrecht verlegt. Die Hun⸗ 
nen / nach dem ſie das gantze vmbli⸗ 
gende Sand faſt in die hundert Jahr 
ſehr vbel verderbt / haben zu letſt / da 
man vierhundert vnd ein Jahr nach 
Chriſti Geburt zehlte / das iſt / in dem 
vier vnd ſechßgiſten Jahr nach Ablei⸗ 
ben deß heiligen Servattj die vhralte 
Statt Tengren mit. allen vmbgren⸗ 
zenden andern Staͤtten vñ Maͤrckten 


dermaſſen verwüſtet / daß wir anjezo 


billich zu Frag ziehen / wo die edle vnd 
voͤſte Statt Tongren vor Zeitten ge⸗ 
ſtanden / ob ſchon glaubwuͤrdige Per⸗ 
fonen gefunden werden (c) welche be⸗ 
theüren / daß fie die Brund, Mauren 
ber obgemelten hundert Kyrchẽ durch 
arbeitſamen Fleiß ergründen und wol 
Beobachter Haben. | 


Nun ob ſchon das Bemäur alfe 


verwuͤſtet iſt / bleiben doch biß auff heuͤ⸗ 
tigen Tag die Grundvoͤſt der alten 
Ko Andacht 
















































134 Maria Bild 





i 


Andacht gegen der Dimmels- Koͤnt⸗ 


ainvnd Mutter Gottes MARIA; all⸗ 
weilen die von Tougren ein Ma RIÆ— 


Bild haben / ſo in etwas mit dem Lau⸗ 


retaniſchen Gottshauß zuvergleichen. 


Das Bild iſt geſchnitzelt auß Holtz / 
mir Gyps vberzogen / vnd gemahlet / 
vber zween Schuch nit Hoch. Das 
Angeficht ablang/die Far 7 ſchier Koͤ⸗ 
ſtenbraun / die Augen lieblich: ſtzet in 

einem Seſſel eder Thron vnd haltet 
das Kindlein in der Schoß. 


Daß nun diſes wunderthaͤtige Ma⸗ 


RIE-Bild im Jahr Chriſti 1081. von 


den heyligen Englen ſeye nach Tongrẽ 


gebracht wordẽ / iſt keiner der Orthen / 
ſo es nit wiſſe. Wie dann auch femer 


iſt / der wiſſe ı woher es feye gebracht 


wordt. Wann ich ſagte / es were eines 
auf den alten Bilderen / fo mir den 
hundert Kyrchen vor fo vil hundert 
Jahren verfohren;ja man ich glaubte/ 
" were eben das / ſo der N. Maternus 


de 








su Tongren. 135 
der Mutter Gottes zu Ehren ſchnitz⸗ 
len laſſen / vnd in ein Kyrchen geſetzt / 
wurde ich zwar forheg glauben / und 
fagen ohne anugfamen und beweißli⸗ 
chen Grund / doch nit ohne glaubliche 
vnd wol annembliche Vrſachen. Aber 
wir woͤllen den verfloßnen vndenckba⸗ 
ren Jahren jhre Geheimnuſſen laſſen / 
vnd jetzo die gewiſe wahrhaffte vnnd 
wunderbarliche Ankunfft deß anjetzo 
verehrten Marız- Bilde ! nacher 
Tonaren erzehlen. 

Es ware vor ſechshundert Jahren 
her zu Tongren einer von gutem Adel / 
mit Namen Hector. Diſer iſt neben 
dem hohen Alter mit einer dreyjaͤhri⸗ 


gen Kranckheit behafft / auch mit der 


Blindheit vonn dem Allmechtigen 
heimgeſucht worden. Alſo nemblich 
wirdt geehret / den Gazz ehren will. 
Diſes gottſeeligen Herrens Schloß» 
Garten iſt von Marıa vor allẽ Orthen 
rn worden / und wurde allein er⸗ 

Wartet 























































326 Maris Bıld 
wartet der Tag / ſo eines groffen Wun⸗ 
ders wuͤrdig. Diſer war der ander 
Tag deß Monats Hornung / an weh 
dem Marıa jhren Sohn JEſum 
nach Jeruſalem getragen / vnnd im 
Tempel ſeinem himmliſchen Vatter 
auffgeopfert / deſſen vorgehenden Feyr⸗ 
Abend Hector der Herr mit ſeinem 
gantzen Haußgeſind auff das andaͤch⸗ 
tigſt verzehrt / vnd auff künfftiges Feſt 
ſich vorbereitet / wie der nit zweiflen 
wirdt / der / was hernach volgt / leſen 
wirdt. Es ware ohngefehr Mitnacht / 
da wurde geſehẽ im Schloß⸗Gartẽ ein 
vngewohnlicher Schein / deſſen Zeüge 
nit ſeyn möchte der erblindte Herr 
Bald nahm diſer liechte Glantz ſehr 
zu / letſtlich fo vil den Vmbkreiß deß 
Gartens betrifft / wurde er ſo hell vnd 
klar / als ob bey hellem Tag die klare 
Sonnen ſchine. Daß diſes ein himm⸗ 
liſches Liecht ſeye / bezeuͤgte die Klar⸗ 
— Straalen / vnd die jnnerliche 
Andacht/ 








zu Tongrem 137 
Andacht fo Maͤnniglich darab em» 
vfande, Auff difes Liecht ervelgre ein 
vnbekanter vberauß guter Geſchmack / 
fo ſtarck / daß er der Schoͤrpfe deß Win⸗ 
ters / vnnd der Nacht vorgeſchlagen. 
Letſtlich iſt auch ein himmliſche Muſic 
von weitem gehoͤrt worden / welche / als 
fie ſich etwas genaͤhert / iſt vermerokt 
worden / das ſich das Liecht / Geſchmock 
vnd Muſic bey einer Stund lang in 
dem Garten auffgehalten / biß alles ein 
End gehabt / vnd zergangen. Es iſt ei⸗ 
ner gefunden worden / ſo jhme getrawet 


bey anbrechendem Tag in den Garten 
zugehen / vmb etwas mehrers zuerfor⸗ 


ſchen / welcher / da er das Marız-Bild 
erſehen / vnnd mit ſolcher Maͤhre ſein 
Herrſchafft / mie ſambt allen andern 
im Schloß wonhafften / erfrewt / ſahe 
der edle Herr Hector / daß ſeinem Hauß 
Hayl widerfahren were / maſſen er 


ſtracks aller Kranckheit erlediget wor⸗ 


den / vnnd ſein Geſicht wider vber⸗ 
fommin. Ts 















































* Maria Bild 

Es iſt die Aygenſchafft der himmli⸗ 
fchen Bnaden die Demurh in dem 
Menſchen zuerwecfen: derentwegen 
dann Kerr Hector nit weniger als der 
Evangeliſche Hauptmann ſich vun 
würdig gefehäst / daß fo wunderthaͤ⸗ 
tiges Marrz-Dild bey jhme folte eine 
kehrt haben ; maſſen er alßbald deu 
Pfarrherrn beſchickt / und das Bild in 
die Pfarr⸗Kyrchen deß H. Martini 
mit gebührender Ehr zutragen ange⸗ 
wiſen. Iſt aber volgende Nacht eben 
vmb vorgemelte Stund mit gemeltem 
Liecht / Geruch und Geſang das Ma⸗ 
1x.Bild widerumb in Schloß⸗Gar⸗ 
ten verſetzt worden. Es dunckte obbe⸗ 
melten Herm Hector / das Bild ber 
gehrte ein herrlicheres Geleyd / als es 
den vorigen Tag gehabt hette. Iſt de⸗ 
rowegen auß Befelch der Herrſchafft 
dem Volck ein ordenliche / vnd nach 
Beſchaffenheit deß Orths herilicher 
— angeſagt / vnnd nach ge⸗ 
maelter 








sa Tongren. 9 
melter Kyrchen mit dem Bild verriche 


worden. Iſt aber nechſt volgende 


Nacht / eben wie vor/ mit allen vmb⸗ 
Händen deß Liechts / deß Geruchs und 
Geſangs wider an fein Orth im Bars 
ten geftelt befunden worden. Vnd 06 


ſchon es zum dritten mahl vom Pfar⸗ 


herrn in die Kyrchen mit Andacht deß 
beglaitenden Volceks iſt getragen wor⸗ 
den / hat ſich doch zum drittenmahl das 
Bild auß der Kyrchen / mit obbemel⸗ 
sem Liecht / Heruch und Geſang / eben 
wie vor / vmb Mitnacht in dẽ Schloß⸗ 
Garten begeben. Es war nun auſſer⸗ 
halb alles Zweiſels / die Mutter Got⸗ 


tes hette diſen Garten vor anderen 
Orthen für ſich erwehlet wie dann 


der Edelmañ den Grund ein Kyrchen 


zuerbawen anerbotten. Aber weilen 


diſe Sach an höhere Orth gelangen 
muͤßte / als iſt dem hochwürdigſten 
Herm Gerhard Biſchofen zu Came⸗ 


ae der gantze Verlauff vorgetragen 


worden. 































































0 Maria Bild m 
worden. Diſer / damit er in ſo ſchwerer 


Sach ſicher verfahrte / har nit wollen 


mit ſeinem Gewalt ſo groſſes Wunder 
beſtetigen / ehe dann er durch bewehrte 
Zeuͤgen den Augenſchein einnehme. 


Nach dem derowegen das H. Bild 


zum vierdten mahl in die Kyrchen ge⸗ 
tragen worden / wurden fuͤr die vier 
von geiſtlicher hoher Obrigkeit / der 
Sachen vorgeſetzte / an Tugendt vnd 
Wiſſenſchafft anſehliche Herzen ein’ 


Gezelt auffgeſpannt / darin zum fuͤnff⸗ 


tenmahl ſo groſſes Wunder zuerwar⸗ 
ten, Bader deſſen ſeynd etliche erfun⸗ 
den worden / welche ſo genawer Erfor⸗ 


ſchung nit wenig widerſprochen: da 
man Zeuͤgen begeherte / wurde deren in 


der Gemein kein Abgang ſeyn; ſeye 

bald niemand in der Gegend / der es 

nit mit Augen mehr als einmahl ge⸗ 

ſehen: was kunte man gewiſers erwar⸗ 

ten / da es auch von den Blinden were 

seiehen worden / vnd da man den Au⸗ 
| gen 











glauben de Worten’ weiche mit ſambt 
jhren Herzen alle Vnderthonen mit 
einem feiblichen Ayd wurden beſtet⸗ 
ten / im fahl ſie darzu erſucht wurden. 
Ohne Frefel koͤndte die Widerholung 
deß Wunderwercks nit begehrt wer⸗ 


den. Gozz wolle gebetten ſeyn / nit 


verſucht. | 
Entgegen andere finnden der geiſt⸗ 
lichen Obrigkeit bey / als die gantz ver⸗ 
ſtendig und rechemeflige weiß / ſolchen 
Augenſchein einnemme / denen zube⸗ 


gegnen / welche den. Beiſtlichen ohne: 


das vil erdichte Wunderwerch vor⸗ 
werffen. Vnder deſſen hat ſich beyge⸗ 


nahet die erwarte Stund / in welcher 
dann zu dem fuͤnfftenmahl alles / wie 


zuvor / ſih zugetragen: das Liecht / das 


Geſang / der Geruch wurde wider ge⸗ 


ſpuͤrt / vnd auch das Bild an ſeinem 
vorigen Orth gefunden. Nach wel⸗ 
chem dann ohne Widerſprechen alles 
von 


zu Tongren. ur 
gen nit wolte glauben gebenifolte man” 








































142 Maris Bıld 
von hoher geiſtlicher Obrigkeit gericht 
fich verhoͤrt / vnd in Briefen gebührene 
Der weiß verfaßt worden. Herr Hector 
aber ohne Verzug feinen Barten der. 
Mutter Bortes verchrre/ von dem ſei⸗ 
nigen sale Hilffder Vnderthonen ein 
Kyrch aufferbawer. Die Andacht iſt 
jederzeit gewachſen / fo wehrer biß auff 
dife Zeit die nächtliche Proceſſion den 
andern Hornung / wie dann auch das 
heilige Ampt der Meß sur ewigen Ge⸗ 
daͤchtnuß mir Vergunnen Päbfllicher 
Briefen ein Stund nach Mitnacht 
glſungen wirdt. 
6 Ds Canif us lib.5. cap. 14. 
de Deipara. ( b) Abdias Babil. in vi. 
ta S. Ioannis Apofl. (c) Ferreolms 
Lecrius fol. 46. Diſe Sefchiche if 
von vilen befchriben worden: in Sram 
zoͤſiſcher Sprach ift fie beſchriben wor» 


a — den von dem Ehrwuͤrdigen Herren 





ER Haartio deß Orths Pfarꝛher⸗ 
BR 









R. P. Philippo Servio der Societet 


Jeſu / auß welchen / vnnd anders 


obgemelte Erzehlung genommen hat 
RP. Marcus Xofcorvaix Col- 
legij Achenfis Re 
elor. x 


su Tongren. 343 
ven. In Sateinifcher Sprach vonn 






























fe A * 


14 "Marie: Bild 
Werne 


























LOunderthätiges marn 


Bild 


zu Sicheim. 
| < Icheim / ſo ein: Meil von 
x a Dieſtheim / fünff von Leven / 
Eſechs vonn Mehelen / neuͤn 






ehr 
von Antorff vnd Brüſſel ligt / hat im 
ſeiner Gegent einen hohen Bihel / ſo 


man der Sandfprach nach den ſchar⸗ 
pfen Hefel nennet. Ada ift von Als 


terrs hero: ein Aichbaum geftanden / 


vnd in dem Xichbaum: ein MARIAÆ- 


Bild / fo noch heuͤtiges Tags wegen 


groſſer Wunderzeichen: in. hohen Ehe 
ren iſt / deſſen Anfang war difer.. 
Ohngefehr vor hundert Jahren 


- Bar ein einfältiger Schaffhire in dem. 


Baum: gemelteg MAR.ı 2- Bild erſe⸗ 


hen / ond.daffelbiges weil es klein war / 


mit BEN genommen /in nz 
im 


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su. Sicheim. 145 
heim ſein Andacht zuverzichten/ auch 
die feinige darzır anzumeifen. Weil 
aber die Mutter Gottes nit wolte von 
Wenigen / ſonder von dem gantzen 
Volck in diſer jhrer Bildtnuß verehrt 
werden / alſo iſt durch vbernatuͤrliche 
Krafft der Hirt alßbald erſtarret / vnd 
an der ſtatt alſo vnbeweglich verbli⸗ 
hen / als ob er mit Stricken gebunden 
sder mir Neglen angehefftet were: 
Die Abweſenheit dep Hirtens ge 
gen Abendr har dem Mayr den Arg⸗ 
wohn: eines: unglückfeeligen Zufalls 
gemacht / begibt: ſich derowegen auff 
den Weeg / in Maynung jhme entge⸗ 
gen zugehen / findet jhn aber auff der 
Wayd bey dem Baum / wie gemel⸗ 


det / ganz vnbeweglich. Alßbald nun 


er Mayr allen Verlauff von dem Hir⸗ 
en. vernommen / hat er das O. Bild 
ven jhme genommen / vnd in fein vos: 
riges Orth in den Baum geſetzt / auch 


dann mir feinem Knecht ohne alle: 
* 2 


„ Ver⸗ 






























146 Maria Bild 
Berhindernuß fich nach Hauß vero 
füegt / vnd der Nachbawrſchafft / was 
ſich mit jhnen beyden zugetragen/ 
kundt gemacht: ſeynd auch nit wenig 
gefunden worden / welche mit jhrem 
nutz das Orth beſucht / maſſen fie von 
vnderſchidlichen Kranckheiten / ſon⸗ 
derlich aber vom Fieber erlediget wor⸗ 
den Nun iſt diſes hetlige Bild gehling 
nit mehr an ſeinem Orth gefunden 
worden / vnd iſt niemand wiſſend / von 
wem / vnnd wohin es ſeye vertragen 
worden. Ob ſchon es dann im Jahr 
Chriſti 1580. das letſte mahl in dem 
Baum iſt geſehen worden / hat doch 
deßwegen der Zulauff deß andaͤchtigen 
Volcks nit abgenommen / allweilen 
auch an den wunderlichen Geſund⸗ 
heiten kein Abgang geſpuͤrt worden. 
Sechs gantzer Jahr hat die Andacht 
deß Volcks alſo an dem Orth der ab⸗ 
weſenden Bildtnuß gewehret / vnnd 
zwar nis ohne Gefahr wegen er 
Wire er 172 





der / vnd Straß⸗Rauber / biß einer auß 
dem Rath der Mutter Gottes zu Eh⸗ 
ren ein anders geſchnißletes Maki- 
Bild in einem Kaͤſtlein an den Baum 


gehefftet. Alßbald har die Andacht deß 


zulauffenden Volcks zugenommen / 
vnd hat auch die Himmels⸗Koͤnigin 
ihre Gnaden mit Wunderwercken ge⸗ 
mehrer. Biß endlich im Jahr 1602: 
der Pfariherr Godefrid mie Namen 
ein Cappellen von "Brettern auffge⸗ 
Schlagen, und das Bid darein geſetzt. 
Da iſt dann bald auf der hültzenen 
Lappellen einfteinine Kyrchen wor 
den / dann weil die Wunderwerck von 
Tag zu Tag zugenommen / alſo hat 
auch die Freygebigkeit der Geſundge⸗ 


machten ohne Beſchwernuß fo vil 


Gelt⸗Mittel dargereicht / daß nit ober 
lang cin ſchoͤnes groſſes Sortshaufs 
and zwar auß gehamten Steinen iſt 


erbamt worden) welche dañ von hoher 
— Obrigkeit Herrn Ertz Bir 


iij ſchoffen 


zu Sicheim. 14 






























































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148 Maria Bild 


ſchoffen zu Mehelenmit gewohnlichen 


Kyrchen⸗Gebraͤuchen geweyhet wor⸗ 
den / darbey ſolcher Zulauff deß vmb⸗ 
ligenden Volcks auch von weitem ver⸗ 

merckt worden / daß auch diſes nit vn⸗ 
billich vnder die Wunderzeichen zu⸗ 


 chfen. Difes if befebehen im Jabır 
Chriſti 104. am Feſt der heiligiſten 


Dreyfaltigkeit. Die Wunderzeichen 
hat beſchriben der hochgelehrte Juſtue 
Lipfius. Den Anfang / ſo ich oben 

erzehiet / hab ich genommen | 
auß kFerreolo Locriee 
fee 





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su Camberon. 








„aan >. 97 Ge 
Wundertbätiges Maria 


Bıld 
zu Camberon, 
N 8 vhralee vnnd berühmbte 
) Stofter Camberon def Or 
dens deß heiligen Bernardiy 
givo Meil weegs vonder Start Att / 
verehret ein Marız-WBildigumwelchemy 
wegen der Wunderzeichen ſehr groſſer 
Zugang iſt von allen Niderlaͤndiſchen 
vmbligenden Orthen. 

Sm Jahr Chriſti 1322. hat ein 
gottloſer Jud mit boͤſer Maynung ſich 
tauffen Taflen / vnnd ein Chriſt wor 
‚den / maflen er dies nit Glaubens⸗ 





fonder seitlicher Wohlfahrt wegen ge⸗ 


thon. Wie er damn alßbald vnder die 


Trabanten deß Grafens von Bergen 


aufgensmmenworden; offt hat er in 
ſeines Herzens Dienſten bey gemel⸗ 
H uitj tem 




























® 


‚150 Maria Bild 
tem Stofter fürüber wanderen müſſen / 
darinnen er dann allzeit fein Derberg 
genommen / vnd ift feinem Stand 96 
mäß in der Porenev- Stuben / je vnd 
allzeit von gemelten Beiftlichen wohl 
aufgenommen vnd gehalten worden. 
Es iffin der Stuben ein Bild in der 
Maur gewefen / von roten Ziegel ger 
brenner’ in welchem auff alten / aber 
fehr andächtigen Form sufehen ware 
Marıa mit de Jeſulein / wie fie finend 
von den drey Koͤnigen die geopfferte 
Geſchaͤnck anmahme. Gegen diſem 
Marıe-Bild hat der gottloſe Jud ei⸗ 
nen ſolchen Haß vnnd Widerwillen 
gefaſſet / daß er es gleich deß erſten Au⸗ 
genblicks gern hette zu tauſendt Stu⸗ 
cken zertrümmeret / wann er nit allzeit 
wegẽ Gegenwertigkeit anderer Leüten / 
fo jederzeit auß und ein giengen / were 
verhindert worden, biß letſtlich einß ⸗ 
mahls / da er ſich gantz allein befun- 
den / er ſeinem jüdiſchen u | 

ae 


| 































* 





























> 


fatt geben har / vnd mir feiner Helle⸗ 
barten dem heiligen Bild zwen oder 
drey Stich. geben.) vnd grewlich ver 
wunder verwundet fag ich / dann alß⸗ 
bald nit anderſt / als ob ein empfindt⸗ 


licher Menſch were beſchediget wor⸗ 


den / iſt das Bluet hauffenweiß herauß 
geloffen / vnnd ein ſehr klaͤgliche vnnd 
heuͤlende Stimm gehoͤrt worden / und 
zwar ſo laut vnd hell / daß ein Bru⸗ 
der / mit Namen Joannes / ſo ſambt 
einem weltlichen Zimmermann im 
Hoff an der Arbeit war / alßbald mit 
Forcht vnd Verwunderung zugelof⸗ 
fen / welche / nach dem fie vermerckt / daß 
fo wol die klaͤgliche vnd Hülffruffende 
Stimm / als auch das friſche Bluet 
vonn dem heiligen Bild herkomme / 
auch den vor Forcht erdatterten vnd 
ſtummen Juden erſehen / hette bey na⸗ 
hend gemelter weltliche Zimmermann 
ſch vergriffen / vnnd den gottloſen 
Bildſtuͤrmer mis der Agß ermoͤrdet / 
v do 





Su: Lamberon: Ti 












152 Maria Bild 
da jhme nit Brueder Joannes den 
ſchon gefuͤhrten / vnd nit vbel gemeß⸗ 
nen Streich hette auffgefangen / v nd 
befohlen den Thaͤter alſo lebendig zu⸗ 
verwahren / biß er de gantzen Convent 
herbey bringe / welches er dann in aller 
Eyl gethan. Die Religioſen haben 
das wunderthaͤtige Bluet in ſaubere 
Kyrchen ⸗Geſchirꝛ auffgefangen / vnd 
mit ſombt dem Bild in die Sacriſtey / 
nit zu offentlichen / ſonder abſonderli⸗ 
chen Verehruug geſetzt / vnd den Ju⸗ 
den bey ordenlicher Obrigkeit verkla⸗ 
gen laſſen / von ders aber das Cloſter / 
alg reſpective Klaͤger / ein vnerwartes 
Vrtheil vnd Beſcheid heimgetragen / 
nemöoͤlich: fie ſolten mit dergleichen 
erdichten Wunderwercken vnnd fal⸗ 
ſchen Anklagen hinfuͤrders nit mehr 
vor Gericht erſcheinen / vnd gleichwol 
andere zulaͤſſige Gelt⸗Mittel erdenckẽ: 
ſeye nunmehr gar zu bekant vnnd 
probiert der ſteiffe Glauben deß Tra⸗ 
N banten. 

























zu Camberon. 193 ' U 
banten. Alſo müßten die gute Religiofi 1*8* 
die Schand zu dem Schaden haben / ll 
nit. ohne groffen Nachtheil deß wol Ns 
hergebrachten Wohns deß ‚ganzen —9 
Cloſters. [RR 
Es lage zu Heßdin nunmehr ſibein. 
gantzer Jahr zu Beth ein Gichtbrich⸗ N 
tiger bey nahe fibenzig jähriger Man 0 
mit Namen Joannes Slammandus/ 
nichts mehr als den Todt wuͤnſchend 
vnd erwartend. Diſem iſt die Mutter 
Gottes im Schlaff erſchinen / vnnd 
jhme weitlaͤuffig alles erzehlet / was jhr 
Bildtnuß vor zwey Jahren zu Cam⸗ 
beron von dem Juden erlitten hette / 
mit Befelch / er in eygner Perſon ſolle 
ſich auffmachen / gemelten Juden in 
der Statt Bergen zu offentlichem 
Kampff herauß fordern / vnd alſo jhr 
Ehr beſchuͤtzen. Der von dem Kran⸗ 
eien beruffte Pfarrhert / nach verſtan⸗ EVER 
dener Sach befilcht dem Joanni mir 
Ruhe zuſeyn / vnd folche Träum nie ! 
2 hen zube⸗ 


















154 Maris Bild 

subeobachten. Als aber die Mutter 
Gorteg die nechfl volgende Nacht al 
les mit Troworten widerhofer / vnnd 
deſſen der Pfarrherꝛ bericht worden? 
hat er fich in der Antwort fehr weite 
„fäuffig erſtreckt und mir ſcheinlichen 
Vrſachen dargethan / wie der andere 
Traum pflege fein Herfommen von 
dem erflen suhaben / gleichwol gute 
Hoffnung einerandern Antwort dem 
Kranken hinderlaffen / im fahldas 
dritte mahl gemelte Erfcheinung oder 
Traum jhme folte begegnen / erwartete 
auch ſelbſten mit verlangen das End 
deren Sachen / deren Anfang vnd Ge⸗ 
ſchichten jhme vnnd allen zu Heßdin 
vnbekandt ware. So har ſich dann die 
Himmels⸗Koͤnigin das dritte mahl 
gewuͤrdiget dem Joanni zuerſcheinen / 
vnd jhn fo wol zu der Raiß / als auch 
zu dein Kampff zuermahnen / nit ohn 
ernſtliche Trowort / es wurde jhr kein 
Genuͤgen nit geſchehen / da ſolches 

| freuͤndt⸗ 





sn damberon. zz 
freundtliches Erfuchen folte vbergan⸗ 


gen werden. Gleich hat der Dfarıherr 


nach verffandener Sach den Joan⸗ 
nem ermahnet / dem nunmchr zum 


drittẽ mahl gemeinen Befelch nach zu⸗ 
kommen. Erſtlich zwar zu Cambron 


in dem Cloſter aller Sachen ſich zuer⸗ 
kundigen / hernach / im fahl alles zuſa⸗ 


men lautete / nacher Bergen fich zu⸗ 


verfügen / und den beflagten Juden 
Landts brauch nachrgleich: wol zudem 


Kampf herauß zuforderen / vnd auf 


MaARIAM zuvertrawen. Stehet dero⸗ 
wegen Joannes mit ſeiner vñ anderer 
Verwunderung ſelbſt ohn alle Hilff 


vom Bech auff / vnd richtet ſich auff 


die Raiß / die villeicht nit vil vber die 
Hauß: Thür fich erſtrecken ſolte / oder 
auffs maiſte big zu dem Statt⸗Thor / 
dann wo ſolte zu Fueß hin wanderen 
ein armer alter vñ bethriſiger Mann? 
es were dann / daß er nach ſiben jaͤh⸗ 
rigem Geleger von newem wolte gehẽ 

vij lehr⸗ 












































176 Maria Bild 
lehrnen. SR doch fort gangen / weilen 
die Himmels⸗Koͤnigin zu allem dem⸗ 
was fie befilcht / gnugſame Kraft 
gibt / auch gen Camberon in das Clo⸗ 
ſter kommen / allwo er nach allem ein⸗ 
genommnem on außgebnem Bericht / 
ſich auch in den Leibs⸗Krefften zimb⸗ 
lich geſterckt befunden / bevorab / da er 
von dem heiligen Marız-Dild in der 
Sacrifiey allen Bericht har einge 
nommen’ vnnd fich ‚gegen der Statt 
Bergen genahet; allwo er vnverzo⸗ 
gen bey dem Grafen Audienz begehrt / 
vnd allen Verlauff in beyſein viler an» 
derer der Lengs nach erzehlet / endtlich 
von gemeltem Grafen Erlaubnuß deß 
gewohnlichen Kampffs begehrt / vnd 
erlangt. BR. 
Ohne allen Berzug wurde auff ei⸗ 
nem Plas alles gewohnlicher weiß / ſo 
‚wol für die zween Kaͤmpffer / als auch 
für das groſſe Volck fo den Yußgang 
mit Sorg erwariete / zugericht. Vnd 
HN ; Gaben 








su Camberon, 157 
haben ſich beyde Kaͤmpffer munter 
vnnd friſch auff den Platz begeben. 
Da hat der begihrige Leſer zuwiſſen / 
daß / allweilen beyde auß dem Bevel 
waren / alſo habẽ ſie ohne Pferdt / Har⸗ 
niſch / Lantzen on Seiten ⸗ Wehr jhren 
Kampff verꝛichten muͤſſen Vnd zwar 


in gewohnlichen Woͤhren waren ſie 


gleich / maſſen jeder einen geringen 


Schilt zur Hinderhurin der lincken / 


vnd einen wol geformbten Brügel in 
der rechten Hand fuͤhrte: das vberig 
alles war vngleich / ein Alter mir einem 
Jungen / ein Krancker mit einem Ge⸗ 
ſunden / ein vnerfahrner Burger mit 


einem ins Feld tauglichen Trabanten. 


Der Jud zwar hat weitlaͤuffig die an⸗ 
gethone Schmach / vnd die Vnſchuld 
feines zarter Gewiſſens vorgewendet: 
Joannes aber / der nunmehr ein wun⸗ 
derbarliche Sterck vnd Muth in jhme 
vermerckt / hat ohne vil Wort mit we⸗ 
nig Augenblicken gegen dem — 

Dr | die 































368 Marta Bıld 
die Mutter Gottes ihres Verſprechẽs 
erinnert / vnd fich ihr befehlen / deme 
auch das voran gnugſamb Hertz vnd 
Muth ſtarck gemehret das vmbſtehẽde 
Volck / welches jhr Hoffnung vnnd 
Wunſch anugſamb mit Augen vnnd 
andern Gebaͤrden zuverſtehen gab. 
Da fie zuſamen gangen / iſt nit zu⸗ 
ſagen / wie wild vnd verwegen der Jud 
dem Kampff habe einen Anfang ge⸗ 
macht / vnd Streich vber Streich zu 
allen Seiten gefuͤhret / welche nit ohne 
groſſe Sorg vnd Gefahr der Joannes 
mit dem Schilt auffzuhalten / mit dem 
Brugel außzunemmen / wie auch mit 
dem Ranck deß Leibs zumeiden ſich 
bemuͤhet. Aber gleich wie auff der 
ganzen Raiß die Leibs Kraͤfften nach 
vnd nach zugenommen Alſo iſt dem 
Joanni in dem Streit ſelbſten alſo 
das Herz vnd der Much gewachſen / 
daß bald nach ven erjien Streichen 
| ai Sud vermerckt / or ER mit ſeines 
gleichen 




























30 damberon. _ 169 
afeichen zuthun / vnd ift feiner Gefahr 
nur gar zu wol ermahnt worden / da 
er mit einem wolgeführten/ un unver *z 
meidlichen gewiſen Zorn⸗Streich von IE 
dem völligen Brügel iſt berührt wor - | 
den/ biß gleich wol bald hernach ein 
glückfeeliger Streich dem Kopff zur Hui 
gangen / der jihne zu Boden geworffen / m; 
allwo er auß Befelch de Grafens 
dem Joanni entzogen / als der nit wür⸗ 
dig were von einer ehrlichen Hand 
den Tod zuhaben. Maſſen / nach dem 
er alles freywillig bekennt: wie er nie 
ein rechter Chriſt geweſen / wieerdag _— | 
heilige Bild vermander / auch ug N. 
heraußlauffenden H. Bluets ſelbſta n n | 





fichtig were gemefen/nit weniger daß in 

er habe die heilende Stimm von dem ık 
verwundten heiligen Bild ſelbſt ge IN 0 
hoͤret: iſt das vbrige Breheilvondem 
Scharpffrichter vollzogen worden / der iu N | 


ne swifchen zween Hunden bey den 
Füeſſen an den Galgen gehenekt / auch 
vnder 











a6° Maris Bild 
under jhme ein Fewr auffgemacht / vñ 
alſo dẽ verzweifleten Boͤßwicht durch 
einen ſehr harten Weeg der Hoͤllen 
zugeſchickt. | 
Kaum hatte difer, Marianiſche 
vnd vnerhoͤrte Kampff ſein End ge⸗ 
nommen / iſt bey nahe das ganze Bold 
dem Cloſter Camberon zugeloffen vm̃ 
das wunderthaͤtige Marız-Bild zu⸗ 
verehren / welches dañ mit Erlaubnuß 
hoher geiſtlicher Obrigkeit zu offent⸗ 
licher Verehrung in die Kyrchen iſt 
getragen worden / vnd biß an vnſere 
Zeiten je vnd allzeit mit Wunderzei⸗ 
chen berühmbt iſt. 


e ——— 


Die Wunderzeichen diſes — 
Bilds hat beſchriben Robertus Hautt- 
portius, Herr zu Gramßars. Georgius 
Calvenerius SS. Theol. Doct. zu Duac 
in feinem Marianiſchen Calender: 
vnnd er Philippus Braſarius in 
dem 














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.s Maris Bild 


XXX. 


Wunderthitiges Maria 
— 


Von Hertzogbuſch. 

Ls under Farneſio dem Fuͤrſten / 

PR und Hertzogen von Alba dem 
Spannier gang Niderlandin 
oBaffenflunde vnd ein Schuel de 
Kriegs ware / hat es fich begeben, daß 
ein Spanifcher Soldat / in dem er vor 
feinem Quartier zu Emplen / nit weit 
von der Kyrchen / fehanner/ nach we⸗ 
nig Haw in die Erden / ein gemahlte 
Tafel gefunden./ fiher in derfelben dee 
Mutter Gottes vberauß fehöne Abs 
bildung / deßwegen dann andere auch 
als su einem erfundenen Schag zuge 
foffen. Der Obriſt Bobadilla ſelbſt 
begehrte das Bild zuſehen; maͤnig⸗ 
lich verwunderte ſich vber die gleich" 
ſamb friſch auffgetragene — nit 
us 


I 


yultT f 
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| 
| 








Von Bergogbufhb. _ 163 
hne fonderbahre Schickung Gottes 
ne eben zu difer Zeit / vnnd an diſem 
Irth / difer fo werche Schag gefun⸗ 
en worden/in dem den Spannifchen 
Soldaten’ wo nit von den Feinden/ 
och gemwißfich von dem Hunger und 
ngeloffnen Wafler der vnfehlbare 
dod / vnnd nichts beſſers zuerwarten 
are: vnd ware eben der Bor- Abend 
eß Feſts der Empfaͤngknuß vnſer lie⸗ 
en Frawen. Derohalben dann iſt das 
eilige Bild alßbald mit angeſtellter 
droceſſion von den Spannieren indie 
echſt gelegne Kyrch getragen / begleit⸗ 


et / mitten vnder alle Kriegs⸗ Fahnen 


hrentbietig geſtellt / vnd mit Andacht 
ngeruefft worden / ſie auß diſer eüſſer⸗ 
en Noth durch ihr Fuͤrbitt zuerloͤſen / 
eſſen ſie nit kleine Hoffnung hetten / 
mb daß ſie diſes Bild zu gelegner 
zeit und Orth erfunden hetten; mie 
Berfprechenidaß alle die fo difer Ge⸗ 
ahr entkommen wurden / jhr der Mut⸗ 

— te 





% 























[) 








164; "Maris Bild 
ter Gottes auff befondere Weiß wol 
sen dankbar ſeyn. Wie dann auch ge 
ſchehen / maſſen wenig Taͤg nach em 
pfangener Gnad / der Obriſte Boba— 
dilla die andaͤchtige Soldaten in Form 
einer Bruderſchafft zuſammen gerot⸗ 
tet / welche Soldaten der vnbefleckten 
Empfaͤngknuß Marız wolten geneñt 
werden. Vnd ſchreibt Alfonfus Vaf- 
guius, der. fich auch zur ſelben Zeit in 
Kriegs, Dienften: auffgehalten:/ daß 
von jhme und anderen. fo-wol im Ni⸗ 
derland + als: Spannien: dergleichen 
Bruderfchafften hin vnd wider feyen 
auffgericht: worden / zugeſchweigen 
anderer Berehrungen/derenin Span⸗ 
nien mehr sufehen: (=) nit ohne belie⸗ 
ben der Mutter Gottes. Band iffin 
der Warheit ein. Geſchicht gemefen? 
welche würdig iſt / daß fie von. nachvols 
gender Welt nit in vergeß geſtellt wer“ 
de. Dann als in der fchärpfiften Win⸗ 
ters⸗ Kl! vnd eüſſerſten Hungers⸗ 
Noth/ 








von Hertzogbuſch. 165 
Noth / auch die Vberſchwemmung 
er angeloffnen Waͤſſer / mit ſambt der 
imbligendẽ feindtlichen Armee nichts 
18 den grauſamen Tod vorbildete; 
var doch die Hoffnung gegen Marıa. 
ey den Soldaten ganz ffeiff und inn⸗ 
rünſtig: biß zu Nachts vordem Feſt 
er Empfängfnus der Himmels Rss 
igin ein ſtarcker und fo Falter Wind: 
ntftanden / daß alles: außgeloffnes 


Waſſer auff den Felderen außgedruͤck⸗ 


et / oder zu Eiß gefroren. Dahero dañ 
ie Feind mit jhren Schiffen ſich in 
ie Moſel begeben müſſen / damit fie 
egen onverfehener Gefrier feinen 
Schaden litten / nit ohne groffen: 
Schmerzen deß General Hollachs / ſo 
hne vnderlaß fich beklagte: der Sig. 
ere jhm auf den Händen geriffeny 

it durch Spannifche Macht / fon» 
er durch Widerſtand Gottes / der ſich 
fen Tag nur mehr als zu vil Span⸗ 
iſch erzeigt hette. Die Spannierr 
nach 
























































166 Maris Bild 


nach dem das Eiß zergangen / feynd 


gleich de andern Tags in fleinen 
Schifflein / ſo ihnen in groffer Menge 
zu hilff kommen / mir fambe dem er⸗ 
fundenen MA Rı z- Bild zu Hertzog⸗ 
bufch anfommen’ daher es ie und alb 


- seit den Dramen von Hertzogbuſch ber 


halten. Fam: Strada inHift. Belg. 


— 





——. 


(a) Die Start Seviglia in Span⸗ 





nien hat einen Teppich der Mutter 


Gottes verehrt / auff welchem mit lau⸗ 
ter Beerlein vñ Edelgeſtein diſe Wort 
geſtickt ſeynd: B. Vırco MARIA sınE 
PECCATO CONCEPTA: ſolcher ſolle / nach 
Schäsungder erfahrnen Jubilier / bey 
achtzig tauſendt Ducaten werth ſeyn / 


wie ſchreibt P. Chriſtophorus Wratiſſavu 


in Litanijs Lauretanis pag. 30. An wel⸗ 
chem Tag der Koͤnigliche Curier die 
Bullen Pauli V. deß Pabſtẽ / in dero er 
ſich der vnbeflecktẽ Empfaͤngknuß gar 
günſtig erzeigt / mitbringend su Matrit 
ankom⸗ 





kommen ja eben zu diſer Zeisida er 
nkommen / if ein Ampel/ fo nur bey 


rächtlicher weil ſonſt pflegte zubrinen - 


hne mefchliches Zuthun durch himli⸗ 


che Krafft bey hellem Tag angezündet 


vorden / alſo zwar / daß auch das Waſ⸗ 

er nach verzehrtem Oel gebrunnen; 

wie ſchreibt P. Euſebius Nierember- 
gius de miraculofis Naturis 

in Europa. pag. 


zu Hertzogbuſch. 167 




































HE Maria Bild 
& XxXOC * 
Teuͤtſchland. | 
“ a. 000008 
Wunderthaͤtiges Maria 
ER 

Zu Alten Oeting im. 
Bayerland. 
S iſt zu Alten Oetingen 
negſt bey der Statt Newen 
N Oeting ein Capellen / nit al 
kein dem ganzen Teürfehland / fonder 
"auch den angrentzenden Sanderen ber 
kant: die gemeine Sag ift von Alters 
hero / ſie feye vom den Hayden: erbawet 
worden vmb die fiben Planeten 04 
rinnen zuverehren / vnd geben deflen 
genugſame Anzeigen / theilsdie gewiſe 
Egg deß Gebaͤws / theils die ſiben auß— 
grabne Bilder Plaͤtz mit ſambt jhren 
darzu gehörigen Muſchlen / in tel 
chen a 








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— Mi. * 


77 














gewiß iſt / daß vnſere alte Teuͤtſchen 
die Planeten haben angebettet. Von 
Sonn vnd Mon meldet Julius Cæſar: 
von dem Mercurius vnd Mars Ta- 


citus Mars wurde von jhnen genennt - 


Heſus oder Ares: Mercurius aber heiſ⸗ 
feren fie Woda / Wonda oder Teuͤſa⸗ 


tes. Daß bey den Bayrırfeye angebet⸗ 


ser worden der Abgott Jupiter iſt sus 
ſehen im Leben deß heiligen Bonifacij 
tom. 8. Bibl. S.S.P.P..den fie Gad vnd 
Goda nenneten. Die Goͤttin Venus 
haiſſeten ſie Freja oder Vreija: deß Ab⸗ 
gotts Name Saturnus ward Krodo. 
Auff dem Altar iſt zuſehen ein vonn 
Holtz geſchnitzletes MARIÆ-Bild / ſo 
das JEſus Kindlein auff dem rechten 
Arm tragt / in der lincken einen Sce⸗ 


pter / das Kind haltet in ſeiner rechten 


Hand ein blawe Kugl: der Rock iſt 
rotter Farb / mit einem vergulten 
Sraͤm⸗ der — weiß / das Haupt 

ij der 





zu Alten⸗Oetingen. 169 
iſt / geſtanden feynd ; fonderlich weit 

























\ 









wo Maria Bild 
der Mutter mir einem Hertzoglichen 
Huet hin vnnd wider mit Kraͤntzen 
verſetzt. Vnd dife Geſtallt hat dem H. 
Bild die Kunſt deß Bildſchnitzlers ge⸗ 
ben / welche gleichwol ſchier nie geſe⸗ 
hen wirdt / allweil ſie manches mahl 
iin Jahr verkleydet wirdt / vnnd mit 
ſolchen Roͤcken angethon / welche mit 
Gold geſtickt / vnd mit Beerlein vnd 
Edelgeſtein reichlich vberſetzt ſeynd. 

Die vhralte vnnd wolhergebrachte 
Sag iſt ewiewot fein Schrifft ver⸗ 
handen) als habe der H. Rupertus/ 
der Bayrn Apoſtel diſen Goͤtzen Tem⸗ 


pel der Mutter Bottes geweyhet / vnd 


geſagtes Marız- Bild darein geſetzt: 
zu was Zeit diſes geſchehen ſeye / iſt 
zweifelhafftig / vmb daß die Geſchicht⸗ 
ſchreiber nit vbereinß kommen / vnnd 
etliche vorgeben / es ſey vnder dem 
Childeberto dem Erſten beſchehen / 
andere verſchieben es biß vnder Chil⸗ 
debertum den Andern / oder etwann 

Kl auch 









zu Alten Oeting. 273 
auch vnder den [Dritten / alfo daß 
von dem Kahr Chrifti 520. biß auff 
61 2.nichts gewiſes mag auff das Pa⸗ 
pyr gebracht werden / wiewol man 
auch vergwißt / daß jnnerhalb gemelter 


Jahren / vnd nit fruͤher / noch auch 
ſpaͤter der H. Bonifacius das Bayr⸗ 


land ſeye angetretten. So iſt dann vn⸗ 
müglich zuſchlteſſen / in welchem Jahr 
aigentlich die Oetingiſche Andacht 


jhren Anfang genommen ; eines auff 


vnzahlbaren Wunderzeichen iſt / daß 
die Capell mit ſambt dem heiligen Bilt 
ganz wunderbarlich iſt erhalten wor⸗ 
den. Es haben die Vngarn / dazumahl 


noch Hayden / von dem Jahr Chriſta 


900.biß auff die Regierung deß Kay⸗ 


ſers Ottonis deß Groſſen / groſſe vnnd 


vilfaͤltige Einfaͤll in das Bayrland 
gethan / mit vnderſchidlichẽ Außgaͤng 
maſſen zum oͤffteren jhrer wenig mit 
ſchlechten Ehren nach Hauß kom⸗ 
men / vnd die / ſo ſich der Flucht nit be⸗ 

J iij dienen 





































72 Maria Bild. 
dienen koͤnnen / auff dem Plazz bliben. 
Andere mahl iſt es ihnen beſſer gerah⸗ 
ten / wie dann maͤnigklichen bekant iſt 
die nambhaffte Schlacht vnnd Sig / 
fo fie erhalten wider Ludovicum Rös 
nig in Bayrn auff dem Lechfeld bey 
Augſpurg / im Jahr Chrifli 9 io, in 
der fie mittels einer argliſtigen Flucht 
die Vnſerigen in die mitte gebracht / 
vond auff das Haupt geſchlagen: her⸗ 
nach gans Bayrn / Schwaben vnnd 
Francken gantz graufamb- durchge⸗ 
ſtraifft / vnnd mit Schwert vnd Fewr 
wider die Innwohner verfahren. In 
difen Kriegstäuffen haben fie die ſehr 
groffe Start Dering mit ſambt der. 
Königlichen Reſidentz / und nechſtge⸗ 
legnen Benedietiner Cloſter in Brand 
geſteckt. In was fuͤr einem Jahr ſich 
diſes aygentlich verloffen habe / iſt vn⸗ 
wiſſend / iſt doch glaublich / es ſeye 
gleich bald nach erobertem Gig ge⸗ 


ſchehen. Aug aller Stars iſt vberbliben / 
| vnd 






zu Alten Deting, 17% 


vnd won dem Fewr vnverſehrt errettet 


worden die Kyrch mit ſambt dem H. 
Dild / Auff daß den Nachkoͤmblingen 
fo groſſe himmtifche Hilff nit entzogen 
wurde. Die vbrigen Wunderzeichen / 
vonn denen man Wiſſenſchafft hat / 
nemmen erſt einen Anfang von dem 
1489. Jahr / in welchem ein Anfang 
der Beſchreibung iſt gemacht worden. 


Dannenhero dann taͤglich mit ſambt 


der Andacht auch ver Kyrchen Schas 
zugenommen / darinnen vil und koͤſt⸗ 
liche / auch von Stätten König und 
Kayſeren geſchickte Berchrungen sus 


ſehẽ / ober die ſich ale Durchraiſende / 


was Landts ſie jmmer ſeynd / allzeit 
vnd billich verwunderen. 


ee ge ml) — —————— ru EEE 





Alto ſchreibt P. Iacobu⸗- Irſing in 


der Hiſtori vnſer lieben Frawen von 
Detingen. In diſer Capellen vnder 
einem ſchwartzen Marmel zur rechten 
Seiten deß Altars ligt begraben das 
J iiij groß⸗ 









































ce RE maria Bild 

großmuͤtige Hertz Maximiliani Chur⸗ 

Fürſtens vnnd Hertzogs in Bayrn / 

wie auch nit weit darvon das Hert 

deß befanten Hölden Tyllij / ob 
nanten Chur Sürfttichen 

Durchleücht Ge⸗ 

| neralen. 


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NAANLERR ES 














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su Cell. 373 


XXIL 


MDundertbätiges Maria 
3110 


zu Cell in Steürmarck. 


DEF Slhier iſt ver Ertz⸗ Hertzogen 
von Defterzeich und Kayſeren 

UF Schon etlich hundert Jahr eis 
nes auß den vornembſten Mariani⸗ 
ſchen Orthen / zu welchem ſie jhr Zus 
verſicht vnd Hoffnung in aller Noth 
ſchon etlich hundert Jahr haben. Ich 
will dem Leſer zum Anfang diſes Orths 
Andacht beſchreiben. 

Als gemeltes Orth noch in blinder 
Hapydenſchafft geſteckt und von Leü⸗ 
then bewohnt wurde / fo mehr vumb 
jhre Berg vnd Wälder / ats vmbdie 
Policey einer Start wüßten / hat der, 
Moichrwärdige Abbr dep Elofters®S. 
Samberti Benedictiner Drdens der 
Sechßie von Erbamung def Cloſters / 

5» mit 


—— 
N % 





SU 2 












































#76 Maria Bild 
mit Damen Otto dife verlaßne See⸗ 
len beobachtet / vnd ſich entſchloſſen / 
einen hierzu tauglichen auß dem Con⸗ 
vent allhero abzuordnen / welcher mit 
feinem Einfidterifchen fromen Wan⸗ 
del einen Anfang def. Chriftfichen 

Glaubens auch in difem Orth machte. 

Sat deßwegen von Ihr Heyligkeit / 

Pabſten Adriano dem Vierdten im 

Jahr 1157. den 21. December / an 
dem Feſt deß heiligen Apoſtels Xhome 
ein gnaͤdige Verwilligung erlangt. 
Nun hette der von ihme abgeordnete 
Geiſtliche ein Marız-SBild von Lin⸗ 
den: Holtz geſchnitzelt / eines Elenbo⸗ 
gens hoch : die Mutter Gottes haltet 
jhr liebes Kind auff dem Arm / vnnd 
das Kind raicht jhr einen Apffel. Di⸗ 
ſes Bild dann hat der fromme Mann 
mit ſich genommen. 

Damit wir aber auch etwas von der 
Gelegenheit deß Orths ſagẽ / iſt zuwiſ⸗ 
ſen / daß diſes Thal ein zwar —— 

at / 


* 





gu Cell. ur 
Hat / welche ich hin vnd wider auff vil 
Meil indie Laͤnge erſtreckt / v mbgeben 
won Bergen / ſo an vilen Orthen mit 
Waſen vñ Grüne bedeckt / jhr Frucht 


barkeit exzaiget / gleichwol der Dürren 


Vnweegen / gehen Abſchnidt / vnwan⸗ 
derſamen Felſen kein Abgang iſt / allwo 
bey nahe das gantze Jahr hin vnd wi⸗ 
der Schnee zuſehen: vnnd weilen der 
Him̃el gegẽ diſem Thal fo hart / alſo iſt 


auch die Erde nit milter / maſſen fie auf 


ſer deß Eiſens / deß in groſſer Maͤnge 
gefunden wirdt / wenig ands herbringt. 

Allhier auff einem ſchoͤnen Graß⸗ 
Bühel / vmb vnd vmb von hohen Ber⸗ 
gen vmbgebẽ / hat jhme gemelter Geiſt⸗ 
licher ein Cellen erbawet / von welcher 
das Orch ſeinen Namen geſchoͤpfft / 
vnd biß anhero behalten. Darinnen 


hat er zuvor das H. Bild auffgericht / 


einen Altar mit ſolcher Zier vnd Ge⸗ 
ſtallt / daß die Himels Koͤnigin ſelbſten 
mehrer von ihme in ſo groſſem Abgang 

J vi aller 






—— — — — 


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„_ Maria Bild 
aller Nothwendigkeiten nit begehren 
kundte. Mitler Zeit haben ihn die Site 
wohner in acht genommen / vnd ſich 
anfäncflich ab feinem Chrifllichen 
Wandel höchlich verwundert / als 
welcher jhnen ganz new vñ vnbekant / 
doch endtlich ohne ſondere Beſchwer⸗ 
nuß den Glauben ſelbſten erlehrnet / 
vnd angenommen / wie dañ ſolches nit 
gar ſchwer fallt denen (wie vnwiſſend 
ſie jmmer ſeynd) welche ſich in jhren 
Sitten nit gar weit von dem Geſatz 
der Natur gelaſſen: vnd iſt auch nit ſo 
gar vberlang auß diſer Cellẽ ein Him. 
mel worden / weil die Innwohner deß 
Landts ſich in Engel verkehret. 

Wie hoch die Mutter Gottes ſelbſt 
diſe Cellen beobachtet / iſan Tag kom⸗ 
men durch das groſſe Auffnemmen der 
Andacht. Im Jahr 1284. iſt Heinrich 
Margraff in Maͤhren alſo erkranckt/ 
daß er lange Zeit bethriſig / Feines 
Gljds ſich unerana wußte. Die 
ſchwere 















| zu Celſ. 3 
ſchwere Krankheit deß Margrafens 
iſt nit wenig gemehrt worden von dem 
laidigen Zuſtand der Morgraͤfin feiner 
Gemahlin der Fraw Graͤfin / maſſen 
fie auch ganz gichbrüchtig zu Beth ger 
legen: alfo wußte feines dem andern 
zuhelffen / feines das ander gurröften. 
So haben auch fo gar die von weirem 
ber beruffne vnnd beruͤhmbte Artzten 
dem groſſen Layd kein Mittel / vil we⸗ 
niger ein End mit allem jhrem Nach⸗ 
finnen erdencken koͤnnen. Dahero 
mann dann anfangen Hitff zubegeh⸗ 
ren von Himmel / weil eg nunmehr für 
verzweiflet gehalten wordt folche von 
dem Erdboden zuerwerben: ſeynd deß⸗ 
wegen offentliche gemeine Gebett / als 
fuͤr den Landtherrn hin vnd wider an⸗ 
geſagt / und eyferig verrichtet worden: 
Hainrich ſelbſt mir der Margraͤfin 
feiner Gemahlin har angeruefft die 
Mutter Gottes / vnd den H. Wenceß⸗ 

laum. Nit lang hernach iſt dem Mar⸗ 
J vij grafen 























Br 


ne U mb — ___ _ man 





Ba 


nito Maris Bd 


Vmbſtaͤnden befchriben / daß es wol. 


empfangene Gnad Danck zuſagen: 
nach diſem iſt der heilige widerumb 


es geſchicht / dem Schlaff ein End ae 





















grafen im Sehiafferfehinenein Mañ / 
deſſen Statur / weilen fie Höher / als 
menſchlich / bald Gedancken gemacht / 
es were einer auß den Heyligen der 
andern Welt. Diſer hat mit kurtzen 
orten beyden die völlige Befund» 
heit in derſelbigen Stund verlihen/ be⸗ 


fahle zugleich in dem Thal / von dem 


wir reden/ X welches er mit ſolchen 


— war) offtgemelte Cellen / 
vnnd den jnnwohnenden Religioſen 
zuſuchen / vnd darinnen vor dem H. 
MarıE Bild der Mutter Gottes vmb 





| 
| 
verſchwunden / vnd har die Frewd / wie 
macht. Als aber der Margraf ſich 
gantz geſund befunden / vnd ach deß⸗ 

gleichen von der Margräfin verfäne 
diger worden : hater für gewiß gehol⸗ | 
ten / der Zotſchaffter ſolcher 27 | 
| 











zu dell, Ser 
ſeye gemwefen der I. Wenceßlaus / die 
Butehäterin ſelbſt die Murter Gottes. 
Nun haben ſich ohne Verzug beyde 
mit ſambt einer groſſen Maͤnge ſeiner 
Vnderthonen auff die Raiß begeben / 
vmb der Cell ſo groſſer Gnaden zu⸗ 
erfinden, Sie ſeynd zwar einßmahls 
jr: gangen / vnd vnder ſo vilen Bergen 
ab der Straſſen nmen — ſeynd doch 
von einem Pilgram / ſo Hnenohnge⸗ 
fehr begegnet / wider auff den rechten 
Weeg gewiſen worden / deſſen Ge⸗ 
dechtnuß biß an heut in einem Mar⸗ 
melſtein eingehawen ober der Kyrch⸗ 
Thuͤr geſehen wirdt. Endtlich / nach 
deme ſie mit Muͤhe vnnd Gefahr vil 
hohe Felſen vberſtigen / ſeynd fie der fo 
lang geſuchten Cellen anſichtig wor⸗ 
den. Iſt nit wol zuſagen / mit was 
Frewden ſie dem gebenedeyten Orth 
zugeeylet: ſo iſt auch die gebuͤhrende 
Danckſagung vor dem heiligen Bild 
nit * froͤliche Zeher verrichtet / vnd 
endtlich 




































% „ Maria Bild | 
endlich von dem Mararafen befchfoß 


fen worden ein Kyrch vonn Geſtain 


zuerbawen / welche dann nit lang her⸗ 
nach iſt gluͤckſeelig vnder das Tach 
kommen mit ſolcher Auffnahm der An⸗ 
dacht / daß auf gantz Maͤren / Boͤheim / 
Deſterreich / Steuͤrmarck / vnd andern 
vmbligenden Laͤndern nach Außbrait⸗ 


tung deß Wunderzeichens ein Zulauff 


worden. 


Noch mehr hat diſes Gottshauß \ 


zugenommen im Jahr 363: da ein 


vnzahlbare Mänge der Barbariſchen 


Voͤlcker einen wilden Finfolin das 
Königreich Ingern gethon in Days 
nungden König felbften/ worsmöge 


li / in verhafft zubefommen / vnnd 
jhme das Leben zunemmen/ vnd zwar 
mit ſolcher vortheilhafften Geſchwin⸗ 


digkeit vnd Kriegs Liſt daß dem gu⸗ 
ten König nit weil gelaſſen worden / 
der Noch vnnd Gebühr nach Bord 
SM Die Bann zubringen. Gleichwol 


hat 








| 
} 
{ 


\ 








zu Tell. 185 
har Erin eylfertiger Landts⸗Auffmah⸗ 
nung zwainsig taufendt Soldaten 
aufgebracht / onnd dem Seind under 
das Beficht gangen/ aber alßbald ſich 
zuruck begeben / vmb daß er augen, 
ſcheinlich geſehen / daß er mit den ſei⸗ 


nigen im weniaften nit gnugſamb ſeye 


einem fo böfen Feind under das Ge⸗ 
ficht zugehen 7 als welcher jhm in der 
Zahl / will nit fagen in andern Kriegs⸗ 
Sachen / ſo weit vberlegen ſeye / hat 


auch ſchon ven Anſchlag gemacht bey 


nächtlicher Weit fich und alle die ſei⸗ 


nige mittls einer Tiffigen Stucht dem. 


Seind zuentziehen. In deme befilcht 
er alles. ganz eyferig der Mutter Got⸗ 
tes zu Cell / on wirdt von dem Schlaff 


vberfallen / in welchem jhme die Him⸗ 


mels⸗Koͤnigin Hertz vnnd Muth ge⸗ 


macht / ein Hauptſchlacht gerathen / 


onnd den gewiſen Sig verſprochẽen: 
vnd zu bekraͤfftigung diſes alles / jhr 
Bildtnuß / fo auff einem Altaͤrlein 


ſtunde / 



































184 Maria Bild 
ſtunde / jhme auff die Bruſt gelegt / wie 
ers dañ / nach dem er aufferwacht / mit 
Frewden gefunden, Nit weniger has 
ben fich auch die Befelchshaber vnd 
RKnecht mehr dannjemahlen hertzhafft 
befunden / gleich darauff das gemelte 
heilige Bild vorgetragen / den Feind 
angriffen / vnd in wenig Stunden ein 
völlige Haupt Schlecht «erhalten. 
Dach welcher das ganze Volck / fo ge⸗ 
meltem Treffen beygewohnet / nacher 
Cell geführt worden / vmb der Mutter 
Sottes / wegen fo groffer Gnad Danck 
zuſagen. Er ſelbſt der Koͤnig hat zu 
dem Gottshauß verehrt ein guldene 
Cron / ein koͤſtliches Gefaͤß voll der 
Heyligthumben / ſo er pflegte am Halß 


zutragen / mit ſambt obgedachtem 


| 


MarıE- Bild; Hat auch hie gelaſſen 


fein Seitenwöhr/ feine Sporen ond 
ah fein Kriegs Bindenimeldie Sa⸗ 
chen alle biß auff difen Tag auffbehal⸗ 
ten / und gezeigt werden. Damit aber 


auch 











u Cell, «85 
auch auff dem Heiligen Altar fein Gar 
dechtnuß verblibe/ Hater neben einem, 
ganz quldenen Kelch anch vil andere 
Altar Gezierde verehret / endtlich auch 
die vom Margrafen Hginrich auf 
Stein erbawte Kyrch / wegẽ deß groſ⸗ 
fen Zulauffs mir groſſem Koſten / vnd 
Koͤniglicher Freygebigkeit erweiteren 
laſſen. Diſe Geſchicht / fo auß gemel⸗ 
ter Kyrchen alten Schreiben genom⸗ 
men / iſt mir mitgetheilet worden von 
R. P. Hieronymo Germershaim. 








—— —— 


Nit leicht iſt zuglauben / was J 
Zuverſicht das Dauß Defterxeich ge⸗ 
gen Önfer lichen Sramen zu Cell je / vñ 
allzeit getragen / vnd wie groſſe vnnd 
wunderſelzame Hilff zu allen Zeiten 
inder Noch es erfahren. Dahero dat 
fein Wunder ift ı daß Kayfer Ferdi- 
nandus III Hochtöblichfter Gedecht⸗ 
nuß / wegen fchuldiger Danckſagung 
dero —— Empfengknuß zu 
Chun 







































188 Maria Bid 
Ehren mir öffentlicher / vnnd nit wel 
rhöreer Andacht / Sich vnnd die 
Seinige verbunden, Maffen Er zu 
Bienen mitte deß vornembften Pla⸗ 
tzes / ein Saul (wie er zu München 
im Bayrland geſehen) auffgericht/ 
vnd die Bildtnuß der Mutter Gottes 
darauff geſtelt. Damit aber alles / was 
Er jhm vorgenommen / ſein Wehr⸗ 
ſchafft hette hat er vor den zu diſem 
‚Ende beruffnen Sandt-Ständen vnd 
Statt⸗Rath / wie auch den vornemb⸗ 
ſten der Elerifey und Ordens⸗Perſo⸗ 
nen fein Vorhaben entdeckt: nemblich 
es ſeye jhme zu Gemuͤth kommen die 
vnbefleckte Empfengknuß vnſer lieben 
Frawen / nit allein wie bißhero in ge⸗ 
heim zuverehren / ſonder auch zuver⸗ 
ſchaffen / daß ſie von maͤnigklich / vnd 
zwar offentlich / vnd zu ewigen Zeiten 
verehret werde. Zu diſem Ende habe 
Er die Saul auffgerichtet / vnd das 
Bild der Mutter Gottes darauff 
aa | 














zu Eell. 187 
geſtelt / feye auch fein endtlicher Witz 
daß fie von hoher geiftlicher Obrigkeit 
dem alten Herkommen nach der Him⸗ 
melfönigin geweyher werde. Wurde 
demnach feinem Wunſch ein genügen 
geſchehen / wann fie einmilligten/ daß 
das ganze Defterxeich fo hohes Ges 
haimnuß / nit allein den achten Tag 
deß Chriſtmonats mir feyrlicher Ders 
ehrung / wie von Zeiten Ferdinandi 
deß Andern hochfeeligfter Gedechtnuß 
loblich Herkomben / fondern auch den 
Tag zuvor mir einer verlobten Faſten 
zubegehen auff ewige Zeiten’ / ſolten 
verbunden ſeyn / vnd alfo die Murten 

Gottes für ein Patronin erkennen. 
So iſt auch nit ſchwer gefallen die ge⸗ 
wünfchte Einwilligung deren zuerhal⸗ 
ten / welchen das gute Eyempel jhres 
allergnaͤdigiſten Fürſtens ſo vil iſt als 
der Befelch ſelbſten / wie ſie dann alß⸗ 
bald ohne den wenigſten Widerſpruch 
mie Frewden ihren Willen darein 
geben. Sie 




























gEE 0. GER, 

Iſt deromwegen den achten Tag 
Maij im Jahr 1647. Morgens vmb 
acht Bhr ihr Kayſerliche Mayeſtaͤt ir: 
Beglaitung Ferdinandi IV. daʒumahl 
Koͤnigs in Vngarn vñ Boͤheim / bald 
hernach Roͤmiſchen Koͤnigs / wie auch 


Erz Hertzogs Leopoldi gemeltes Fer⸗ 


dinandi IV. Her Bruder / vnd anjetzo / 


u 





weil ich diſes ſchreibe Königin Vn⸗ 
garıı und Boͤheim / vnnd endtlich 
Maria Anna jhr Schweſter / an: jetzo 
Koͤnigin in Spannien / in der Hoff⸗ 
Kyrchen erſchinen / in beyſeyn Paͤbſti⸗ 
ſchen / Spanniſchen / Venediſchen 
Pottſchaffteren / wie auch allerhand 
hohen vnd niderſtandts geiſtlich und 
weltlicher Perſonen / alſo daß nit ale 
lein gemelte Kyrch / ſonder bey nahe 
auch der gantze Platz ſo groſſe Maͤnge 
küm̃ erlich faſſen moͤchte. Bon dañen 
auß iſt man in wolgeordneter Proceſ⸗ 
ſion mit Ehrbarkeit / vnnd Andacht 
gangen in die Kyrchen deß Profeß⸗ 

Hauß 






































zu dell. 


Hauß der Societet Jesv, allwo R.P. 


Ioannes Gans jhr Mayeſtet Beicht⸗ 
Vatter ben dem: Lob der vnbefleckten 
Empfengknuß Marız, vnnd von 
ihrer gewiſen und augenſcheinlichen 
Hilff in allen Noͤthen / ein Predig ge⸗ 


halten / auß welcher alles Volck groſſe 
Hoffnung geſchoͤpfft. Nach der Predig 


hebte manan das Ampt der H. Meß / 
welches der hochwürdigſte Herr Philip 
Friderics Biſchoff zu Wien geſungẽ / 
onder welchem / als Ihr Mayeſtaͤt dag: 


Fridens Zeichen empfangen / haben 


ie ſich mit groſſer Andacht. und Der 
nuth zudem Gaͤtter deß Hoch⸗Altars 
gerfuͤgt / vñ alldorten kniend erwartet / 
ig an dem Altar das heiligiſte Sa, 
rament genoſſen ward: alßdann har: 
Ihr Mayeſtaͤt / nach abgelegter Sei⸗ 


en⸗Woͤhr / ſich jñerhalb deß Gaͤtters 


iß an den Staffel deß Altars begeben / 
mo. jhm gemelter Beicht⸗Vatter 
nit ſambt der NE 
vnd 


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so - Maris Bild 
und einem Evangeli Bucch begegnet 
wie auch fich der Bifchoff mit fambe 
der H. Hoftien auffder Paren gegen 
dem Kayfer gewendet : alßdann hat 
ſich Ihr Mayeſtaͤt mit heller vnd ver⸗ 
ſtaͤndtlicher Simm mit volgenden 
Worten Sich vnd die Seinigen der 
der Mutter Gottes verlobet. 
Allmechtiger Ewiger Gorr / durch 
welchen die Koͤnig regieren / in deſſen 
Hand aller Gewalt iſt / vnd alle Recht 
der Koͤnigreich. Ich Ferdinand all⸗ 
hier vor deiner Goͤttlichen Mayeſtaͤt 
demuͤtig ligend / ruffe heut an / vnnd 
nimme auff in Meinem vnnd meiner 
Nachkoͤmblichen / wie auch deß gantzen 
Landts Oeſterreichs Namen / die Vn⸗ 
befleckte Mutter deines Sohns jeder⸗ 
zeit Jungkfraw Marıa, für ein ſon⸗ 
derbahre Sram / vnnd Fuͤrſprecherin 
diſes Ertz⸗ Hertogthumbs; Vber das. 
verlob Ich / vnnd verſprich an dem 
J jhrer vnbefleckten as 








| 
| 


| 





su dell, 191 
welches falt auff den achten. Chriſt⸗ 
monats/in difen Sonden feyrlich / auch 
den Feyrabent zuvor mit Faſten zube⸗ 
gehen. Dich bitte ich / O alerhöchiter 
Kayſer deß Himmels vnd der Erden / 
der du alles / was deiner Mutter zu 
Ehren geſchicht / an vnd auffnimbſt / 
als ob es dir ſelbſten geſchehen were / 
daß du diſes Geluͤbd / welches du dich 
gewuͤrdiget haſt / mir gnedig einzugebẽ / 
dir wolleſt gefallẽ laſſen / vñ mich / mein 
Hauß / vñ mir vnderworffne Voͤlcker 
ubeſchuͤtze / die Hand deiner Mayeſtaͤt 
außſtrecken. Den achtẽ Maij im Jahr 
1647. vor dem Hoch⸗Altar in die 
Hand Philippi Friderici Zürftens und 
Biſchoffens zu Wienn. | 
Darauf hat jhr Mayeſtaͤt mit hoͤch⸗ 

ker Andacht on Demuth das H. Hoch⸗ 
vürdige Sacrament empfangẽ. Nach 
pollendeem Hoch⸗Ampt iſt man der 
auffgerichten Saulen zugangen/ wel⸗ 
nach dem fie jhr Moch- Fürfti, On. 

KSi—⸗ 






























392 - Marie Bild 
Biſchoff zu Wienn in Beyſeyn Ihr 
Kayferlichen Mayeſtaͤt nach Brauch 
der Kyrchen gemenher / iſt die Saure 
tanifche Litaney von der völligen Din 
ſic fo auß der gantzen Start Wient 
zuſamen gernefft war / gefungen wor, 
den / vnd der Gottsdienſt für dißmahl 
ſein End genommen. 

Gegen der Nacht hat jhr Andacht 
verrichten wollen Ihr Maheſtaͤt Eleo⸗ 
nora die Ranferin: nach dem dann die 
Saulen/mie auch der ganze Platz mit 
einer. groffen maͤnge der Lichteren vmb 
und vmb erfeüchter / vnd iſt die satt 
reranifche Litaney abermahlgefunger 
und von Ihr Fürfit: On. Biſchoffen 
der Segen ertheilt worden / welchen 
allen widerumb Ihr Ranferliche Ma 
yeſtaͤt wie auch die Kayſerin Ele 
nora/ Serdinand König in Boͤheim 
vnd Maria Anna, anjero Königin In 
Spannien / biß in die zweyte Stund 
in der Nacht beygewohnet· m € 


— 











zu Cell. 193 
der erſte Tag diſer angefangnen Ans 
dacht verzehrt worden; damit aber 
ſolches ein Beſtand hette / hat Ihr 
Kayſerliche Mayeſtaͤt jhr gefallen laſ⸗ 
ſen ein Stifftung zuverordnen / auff 
daß alle Sambſtag / vnnd alle Feyr⸗ 
Abendt der Feſt MaARIÆ gemelte Li⸗ 
taney su ewigen Zeiten auff dem Platz 
geſungen werde / welches nun bißhero 
mit groſſem Zulauff deß andaͤchtigen 
Volcks der Vnbeflecktẽ Empfaͤngknuß 
MARIE zu Ehren allzeit iſt verricht 
worden. Der Anfang ift gemacht wor, 
den am Abendr deß Feſts der Haimb⸗ 
füchung Marız; vñ haben Ihr Kayf 
Mayer: Eleonora mir fambe ſechs 
Druderfchafften deß Profeß⸗Hauß 
der Societet Jeſu / wie auch vnzaͤhli⸗ 
hen Volcks in eygner Perſon beyge⸗ 
vohnet. Volgende Tag durch die gan⸗ 
ze Octav iſt ſolche Andacht von an⸗ 
deren Brudſchafften der Statt 
Wieñ fortgeſetzt worden. 
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Bluet / ven MakIA die Milch / von | 


Wundertbätiges Maria 
Bild 


su Speyr. 
mi” 5 mag wol der günflige Le⸗ 
Ar fer an Wehr vnnd Warten 
I gedencfen / meilen ich ein 
Mann herbey bringe / welcher das 
ganze Römifche Reich har in den 
Harnifch gebracht : einen Manz 
der nit weniger nach ben Herz Mm 
a1 gefchaffen ware / als David nach 
dem Hertzen Gottes: einen Mann / der 
ſich zwiſchen den Wunden Jeſu und 
Marız nit wol wüßte / wohin er ſich 
wenden folle : einen Mann. den man 
ohne die Waffen deß bitteren Leydens 
Chrifti Jeſu nierecht wirdt gemahlet 
finden. Diſer Mann iſt der bil 
Bernardus / welcher von Jeſu das 





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| zu Speyr. iog 
der Tugendt die Heyligkeit hat: daß 
ſich dañ nit zuverwunderen / daß ſeine 
hinderlaſſene Schrifften mehr vonn 
dem fücllen Hoͤnig / als vonn der bir⸗ 
reren Dinten haben: vor welchen 


Wilhelmus Hertzog in Aquitanien er⸗ 


ſchrocken / der falſche Gegen⸗Pabſt 

Petrus Leonis ertattert / welchen die 

Roͤmiſche Kayſer / wie auch die Fran⸗ 
zoͤſiſche König für einen Rath / die 

Roͤmiſche recht erwoͤhlte Paͤbſt fuͤr 

einen Geſandten erkuͤſen. 


Es iſt nunmehr bey 500, Jahren/ 


daß die Tuͤrckiſche Macht dẽ Teuͤtſch⸗ 
land ſehr gefährliche Zuſtaͤnd trowete⸗ 
nit ſo vil wegen jhrer Groͤſſe vnnd 
Staͤrcke / als wegen jhrer Ainigkeit. 
Man machte in den Türdifchen Lan⸗ 


ben groſſe Vorberaittung zu Waſſer 


vnd Land / in Maynung das Welſch⸗ 

Land mit ſambt dem Chriſtenthumb 

zuvertilgen. So war bey den Tuͤrcken 
Kulij die 





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196 Maris Bild 
die Mühe nit fehr groß / maffen alles 
mit einer Siahafften Schlacht ihrem 
Borgeben nach / kunde erhalten wer 
den. Db fchon nun mit groſſem Zus 
mult folche deß Seinds Borberaitung 
vorgenommen / hat es doch fo laut nit 
koͤnden zugehen / daß darvon die Chriſt⸗ 
liche Potentaten auß jhrem Schlaff 
erwecktwurde. Allein vber ſeine Schaff 
hielte Wacht der hoͤchſte Hirt Inno- 
centius der Andersbedenefte ernſtlich / 
wie man difem böfen Feind möchte 
mit Waffen begegnen: und alser mit 
den Augen feines Gemuͤths die Euros 
peiſche Chriſtenheit vberſehen / hat er 
ſonderlich ſeine Augen gewendet auff 
die Teuͤtſchen / welche von Niemand / 
als von jhnen ſelbſten jemahlen vber⸗ 
wunden worden: da har er Männer 
geſehen / welche / 0b ſchon fie erwas 
langſambs weren im DBerfprechen/ 
weren fie doch redrlich im Halten: 
weiche alle angefangne Mühe vnnd 
Arbeit/ 








zu Speyr. 197 
Arbeit / wegen Beftendigfeit deß Sins 
nes / vnd Stercke deß Leibs beſtendig 
fortfegen: welche auch der Tuͤrck (aber 
vnder einem andern Namen) ſchon 
etlich hundert Jahr nit wenig foͤrchte⸗ 
fe: welchen letſtlich der wahre Glaub 
lieb und angelegen were. So waren 
ben zu difer Zeit su Speyr auff dem 
Reichs-Tag mit fambe dem Roͤmi⸗ 
chen König faft alle Chur⸗Fürſten / 


nd Fürſten deß Nömifchen Reichs _ 
enfamen. War nurvberig/ daß ge⸗ 


unden wurde ein Mann’ welcher in 


Namen hr Heyligkeit zu Nuß der 
zantzen Kyrchen / zu gemeiner Kriegs⸗ 


Auffmahnung im Reich die verſamb⸗ 


ete Potentaten tnoͤchte bewegen. Hat 


ein vnder allen befunden den einigen 


ernardum den er zu ſolcher Geſandt⸗ 
chafft tauglich erkente: welcher dañ / 
ach dem er mit dem Titul eines Apo⸗ 


tolifchen Geſanten von Ihr Heylig⸗ 
eit abgefertiget worden / in kurtzer Zeit 
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—34 3908 Maria Bild 
Ba zu Speyr ankommen, allwo er / ſchul⸗ 
| | diger Gewonheit nach/ von aller Cle⸗ 
rifen / mit wol angeftelter Proceſſion 
durch das vnzahlbare Volck / vondem 
Statt⸗Thor biß in die Thumb⸗Kyr⸗ 
chen beglaittet worden. Allweilen nun 
Il Bernardus gleich im Eingang der Kyr⸗ 
I chen anfichtig worden deß Lebens⸗ 
groſſen / vnnd ſehr wol auß Holtz ge⸗ 
ſchnitzleten Marız-Bilds / iſt er alß⸗ 
bald auff feine Knie nider gefallen 7 
und das Sobgefang Salve Regina mit 
heller Stimm der Murter Gottes zu 
Lob vnnd Ehren gefungen / alßdann 
auffgeffanden / drey underfchidliche 
Fueßfaͤhl ( als der Himmels⸗Koͤni⸗ 
sin) gethon / vnd auf eygner Andacht 
vnnd Eingebung deg heiligen Geiſts / 
dem zuvor fchon vollendten Sobgefang 
dife Wort hinzu gefent: O clemens‘, 
ö pia, 6 dulcis Virgo MaRrıa; in deme 
ift er fehier gar zum Bild genahet. 
Wiewol zuglauben / daß die liebe Hey⸗ 
ligen 


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zu Speyr. 
ligen Gottes nit vnbeſchwert Ant⸗ 
wort geben denen / ſo mit jhnen reden; 
iſt doch gewiß / daß ſie gemeingklich 
vonn den Menſchen nit verſtanden / 
oder gehoͤrt werden. Allhier an diſem 
Orth / vnnd zu diſer Zeit ward ſo wol 
ber Himmels⸗Koͤnigin MaR Æ, als 


Bernardo daran gelegen / daß ſie den 


Grueß jhres lieben Dieners alſo be 
antwortete / daß die Antwort vonn 
Maͤnigklich klar verſtanden wurde. 
Iſt derowegen in dem ohngewohnli⸗ 
chen / vnd zweifels ohne von Himmel 
verordneten Stillſchweigen von maͤn⸗ 
nigklichen klar vnd hell von dem Bild 
diſe Antwort / als menſchliche Stim̃ 
gehoͤrt worden: Salve Bernarde: ſey 
gegrüeßt Bernarde. 


Db fchon es Bernardo nit new 


ware hören die Stimm der Mutter 
Gottes / war es doch ‚ein fehr newes 
Ding allem Voleck / ſo in vnzahlbarer 
Maͤnge herumb —— / vonder mel 


v dm 














206 Maria Bild 


chen auſſer der ganzen Cleriſey ein 
großer Theil deß vornembften teüt⸗ 
ſchen Adels / die nahend bey Bernardo 
ſtunden / deren Auffag vnnd bewehrte 
Zeügnuß von jemand ſolte vnd kunte 
in Abred geſtelt werden. Dahero dañ 
Maͤnigklich dẽ vorgeſchoͤpfften Wohn 
son Bernardi Heyligkeit beſtettiget/ 
vnd gemehret / auch ſeiner Geſandt⸗ 
ſchafft gluͤcklichen Außgang gewün⸗ 
ſchet. So haben auch die Befchafft 
Bernardi dem gemeinen Wunſch nach 
jhren Fortgang gewunnen / maſſen jhr 
Koͤnigliche Mayeſtaͤt ſambt allen 
Ehur-Fürften und Fuͤrſten / nach vers 
ſtandnen Wunder / zu allem guten ge⸗ 
naigt / gleich in der erften Audienz von 
Bernardo ſeynd exfunden worden / wie 
dann auch Bernardus den genaigten 
Willen ſo maͤchtiger Helden mit ge⸗ 
ſchwindigkeit zu ſeiner Vollkommen⸗ 
heit zubringen ſich befliſſen / vnd zu 
dem allgemeinen vnnd ſehr — 

Zug 

























zu Speyr. ol: 
Zug wider den Türcken mit aufges 
heiltem Greütz- Zeichen ihrer Pflicht 
rinnerte | ar | 
Damit ſolche Befchiche nit wie 
ndere zu Grund gienge / vnnd in 
Bergeß geſtellt wurde / iſt auff vilfel⸗ 
ige Weiß verhüttet worden. Maſſen 
on Ihr Heyligkeit auch in Kyrchen⸗ 
Zebetten zu dem Lobgeſang Salve, 
egina obgemelte Wort deß heiligen. 
ernardi, ſeynd Hinzu geſetzt worden: 
uch in der Thumb Kyrchenan ge 
elten drey Orthen / da Bernardus mie. 
ebognen Knien die Wort geſungen / 
zol gearbeitete Stein verordnet wor⸗ 
en in welchen die Wort felbſten von 
huchſtaben auß Metall eingeſenckt / 
och heuͤt zuleſen ſeynd. Zu dem / ſo 
irde täglich das Salve vmb vier Vhr 
eſungen / darbey ſich alle Diſcipuli 
eß Gymnafij der Societet JEſu gantz 
eiſſig alle Tag einfinden. Die Cle⸗ 
ey har mit gemeine Rath die Sach 
| | | vj in 





202 Maris Bild | 
in Sateintfche Berg vberſetzt und den 
Driefterlichen Tagzeiten einverleibr. 
SohatauchBernarduszugleich feinem 
Orden groflen Nun geſchafft / maſſen 
ſchier keiner auß den beyweſenden 
Fuͤrſten geweßt / der nit dem Kayſer 
nachvolgete / vnd Bernardo in ſeinem 
Land ein Cloſter zuerbawen verſpra⸗ 
che. Wann ſo vil vermag ein einigs 
Wort MAarız gegen einem jhrer 
Diener / was gurs haben die zuhof⸗ 
fen für weiche fie ſich vnderwindet 
ein Borbist bey ihrem Sohn einzu⸗ 
Legen. | 
Diſe Hiſtory iſt mir zugeſchickt 
worden vonn R. P. Gerardo Hanfen 
Provinciali Rheni, welcher ſie genom⸗ 
men auß einem vhralten geſchribnen 
Buech / in welchem die Geſchicht 
der Biſchoffen von Speyr verfaſſet 
ſeynd. Darinnen wirdt auch vermel⸗ 
det / daß Biſchoff Sigefridus / 9— 
wel⸗ 











gu Speyr- 285 

welchen fich dife Geſchicht zugetra⸗ 

gen / im Jahr 1142. den 23. Septem- 

ber ſeye mie Tod abgangen/da noch 

Bernardus in gemelter Start 
Speyr ſich auffhiel⸗ 

te. 





Koi  zeıW. 










































Zus Maria Bild | 
r waren | 
Wunderthaͤ aͤtiges Maria 

Bild 

zu Zinfidlenim Schwei⸗ 

zzerland. 


Onn diſes Wunderthaͤtigen 
—Makiæ-Bilds Anfang fan 
a nit wol geredrwerden / ohne 
daß Meldung gefebebe etlicher Hey⸗ 
ligen / wie auch der groſſen Tugendt / 
ſo vor Zeiten den teuͤtſchen Adel nam⸗ 
hafft gemacht. 

Menradus deß Grafens von Sul⸗ 
gen Sohn / iſt im fuͤnfften Jahr feines 
Alters dem Cloſter inder Neichenaw 
vertrawt worden/ in welchen auffer 
deß Pralatens vil andere gurenalten 
Adels / vnder der Regel deß heiligen 
Benedicti geiſtlich vnd aufferbaͤwlich 
lebten. Menradus / da er nach eriebren 
zur 








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zu Finfidlen: 


zu in Tugendt vnnd Geſchicklichkeit 
zunahme: wie er dann in der Würde 
eines Lectors indem Cloſter Dperpols 


lingen ein Zeitlang gelebt bri er auß 


Begird eines einfamen ebens mie 


Erlaubnuß (wie glaublich) feiner Obe⸗ 
| Awie g | 


ven zuff einen fehr hohen Berg fich 
begeben in einen faft dicken vnd fin. 


ſteren Wald / allwo er fechs vnd zwain⸗ 


sig Jahr ein gottſeeliges Leben gefuͤh⸗ 
rer. Es hat diſem newen Elis der guͤ⸗ 
tige Borz fein Koſtfraw verſchafft / 
von welcher jhm wochentlich die noth⸗ 


wendige Nahrung geraicht worden. 


So har auch def nechſtgelegnen Fra⸗ 


wen Cloſters Aebbtiſſin dem from 


men Prieſter ein Kyrchlein erbawet / 
omb daß er ſchon wegen deß zulauf⸗ 


fenden Volcks / und def groſſen geiſt⸗ 
lichen Fruchts / ſo er mit ſeinen Re⸗ 


den 


| 288: 
sur Profeflion nochwendigen Jahren/ 
auch ein Religioß worden/ift von Tag 
su Tag geſpuͤrt worden wie er immern. 



























Hmm ı. pr 



















ee Marie Bild 
den ſchaffte / nit einen kleinen Namen 
der Heyligkeit erworben. Diß Kyrch⸗ 
lein / ob ſchon es gar eng vnnd Flein/ 
wirdt es doch wegen deß wunderthaͤ⸗ 
tigen Maka z- Bildes/ mehr als alle 
groſſe weltliche Gebaͤw in Ehren gehal⸗ 
sen. Vier Buͤcher / vnd nit mehr hette 
Menradus mit ſich in die Wuͤſte ge⸗ 
nommen / cin Meß⸗Buech / der heyli⸗ 
gen Vaͤtteren Homilien, die Reglen 
deß heiligen Benedicti, vnnd die geiſt⸗ 
reiche Buͤcher Caſſiani: lieſſe ſich auch 
mit diſen wenigen Buͤcheren begnuͤ⸗ 
gen. Iſt ſich wol zuverwunderen ab 
dem Vnderſchid der Zeiten / allweilen 
man ſich jetzund verwunderte wann 
einer mit Leſung diſer vier Buͤcher 
ſich begnuͤgen lieſſe / welcher diſe vier 
Bücher recht verſtehet. 

Im ſechs vnd zwaintzigſten Jahr 
ſeines Wald⸗Lebens / vnnd heiligen 
Wandels / iſt jhm von einem Engel 
vnder der heiligen Meß angezeigt —9*— 

| en / 





gu Einſidlen. 207 
den / die Zeit ſeiner Belohnung ſeye 
nunmehr verhanden / vnd wie er vmb 
dieſelbe anzutretten ſein Leben wurde 
durch die Grewlichkeit der wilden 
Moͤrder enden. Wie dann auch nach 
wenig Stunden jhrer zween ankom⸗ 
men / welche / weil ſie wegen groſſen 
Zulauffs bey dem heiligen Mann ver⸗ 
meinten groſſes Gelt zufinden / jhne 
gantz jaͤmmerlich zuermoͤrden geſinner 
waren; allweilen er aber auſſer Waſ⸗ 
ſer vnd Brodt jhnen nichts vorzuſe⸗ 
tzen vermocht / haben ſie im ſchnellen 
Zorn die grauſame That begangen / 
vnd den heiligen Mann mit Pruͤglen 
zu todt geſchlagen. Der nunmehr ſter⸗ 
bende Heilige Mann bathe fie ganz 
freündrlich die Kerzen auf der Kyr⸗ 
chen herbey zubringen/ auf daß er nit 
ohne geweychtes Siechr auß difer Wele 
verfchide/ welches dan auch einer auß 
jhnen gethon / vnd vermerckt / daß ſich 
die ie Kerteni in ſeinen Haͤnden vnſicht⸗ 
barli⸗ 




































208 Maris Bild 
barlicher weiß ſelbſt angggünder 7 ab 
welchem Wunder (wie. fie bernach 
gerichrlich aufgeben) wie dann auch 
ab den gedultigen Ableiben fie in groſ⸗ 
fe Forcht gerathẽ / vñ fich in die Flucht 
geben. Alſo iſt der heilige Menradus 
diſes Gottshauſes erſter Anfaͤnger 
auß difer Welt abgeſchiden. War 
nurvbrig die Straff 4 welche jener 
groffen Mordthat 'gebührere / welche 
auß Defelch Gottes die zween Napa 
pen / ſo von dem Heiligen ſeynd ernehrt 
worden / in das Werck zuſetzen ſich vn⸗ 
derſtanden: die ſeynd den Thaͤteren 
biß nacher Zürch jederzeit nachgevol⸗ 
get / vnnd gantz grauſamblich auff ſie 
dargeſchoſſen / ja auch biß auff den 
Tiſch in das Wirtshauß hinein geflo⸗ 
gen / vnnd Maͤniglichen zu gerechter 
Rach ermahnet. Da nun vermerckt 
worden / daß die deß heiligen Menradi 
Rappen weren / vnnd daß der heilige 
Mann in feinem Bluet vor dẽ — 
lein 











su Finfidlen. tes 
fein bey brünnenden Kerzen fodt lige/ 
ſeynd fie gerichtlich ergriffen worden? 
vnd haben alles freymillig vnnd weite 
läuffig befenner. Wie fie dann aud) 
vonn Pferdren biß zu der Richtſtatt 
aefchlaifft/bernach nach Zerſchmette⸗ 
rung aller Gebainen auff das Rad le⸗ 
bendig geflochten / letſtlich durch das 
langfambe Fewr jhr Breit geender: jhre 
Aſchen feynd in das flieſſende Waſſer 
geworffen worden. | 
Drey und viernig Jahr wurde kei⸗ 
ner gefunden / welcher in ſo gefaͤhrliche 
Einoͤde dem heiligen Mann wolte 
nachvolgen / vnd das Makix-Kyrch⸗ 
lein verwalten / ſeynd auch deren ſehr 
wenig geweſen / welche das wunder⸗ 
thaͤtige Marı2-Bild beſuchten / ob 
ſchon vnderweilen groſſe Wunderzei⸗ 
chen gehoͤrt vnd geſehen wurden: ſol⸗ 
chen Schrecken hetten die gottloſen 
zween Moͤrder verurſacht. 
Letſtlich nach drey vnd Ss Jah⸗ 
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0 Maria Bild 
sen hat fich zu dem heiligen Kyrchlein 
in die Einsde dep finfieren Walds 
begeben Benno / auß Königlichen 
Durgundifchem Gebluͤt / zuvor Bis 
fchoff zu Straßburg / vnnd von feinen 
Feinden feiner Augen beraube: difer 
bar biß auff das neuͤnhundert vnnd 
viersigfte Jahr Gottſeelig gelebt / vnd 
auch alſo verſchiden / wie er dann vor 
der heiligen Capellen begraben ligt. 
Solchem iſt nachgevolgt der hoch⸗ 
würdige Dechant deß Thumb⸗Stiffts 
Straßburg / abgeleibten Bennonis 
Bluetsfreünd: diſer hat zu dem Kyrch⸗ 
lein auch ein Cloſter hinzu erbawet / 
vnd den heiligen Conradum Biſchof⸗ 
fen von Coſtnitz / als ſeinen Ordinariũ 
erbetten / daß ſo berühmbte / vnd nun⸗ 
mehr nit gar newe Capellen mit ge⸗ 
wohnlichen Kyrchen⸗Ceremonien zu⸗ 
weyhen. Welches dann Conradus der 
Mutter Gottes zu Ehren verwilliget / 
vnd den heiligen Vdalricum a 
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zu Einfidben: zig 
fen zu Augſpurg / fo dazumahl fich zu 
Coſtnitz / Geſchaͤfft halber / auffhielte / 
mitgenommen. Allwo die Nacht vor 
angeſtellter Kyrch- Weyhung / als 
Conradus ſeine gewohnliche Gebett 
zuverrichten / auffgeſtanden / hat er bey 
vngewohnlichem Liecht geſehen / wie 
daß von den Heyligen Gottes die je⸗ 
nige Ceremonien in Weyhung diſer 
Capellen / verrichtet wurden / welche 
jhme zuverꝛichten den andern Tag 
Ampts halber zuſtunde. In diſer ſo 
wunderſeltzamen Geſchicht wirdt dem 
Leſer nit vnangenehm ſeyn / wann ich 
von Wort zu Wort / ſo vil es müglich / 
die Sach herbey ſetze / wie ſie von dem 
heiligen Conrado ſelbſt beſchriben 
worden in einem feiner Handbüchlein / 
fo er genennt de Secretis Secretorum, 
das iſt / von den gehaimiſten Gehaim⸗ 
nuſſen: darinn faſt diſe Wort geleſen 
werden. In dem Jahr vor der Geburt 
deß Haylands 948. da Agapitus der 

Ander 





















he - Maria Bıld 

Ander difes Namens Pabft ware / 
vnnd Rayfer Otto regierte / in dem 
drenzehenden Jahr deß Biſtumbs 
Conradi / am Feſt deß heiligen Creü⸗ 
tzes im Herbſt / iſt von vnſerem lieben 
Herren Chriſto JeEſu ſelbſten / vnnd 
ſeinen heyligen Englen geweyhet wor⸗ 
den die Capellen vnſer lieben Frawen 
zu Einſidlen auff diſe weiß. Chriſtus 
vnſer lieber Herr kame herab vonn 
Himmel / bekleydet mir einem Meß⸗ 
gewand / von braunlechter Farb / her⸗ 
nach an den Altar der heiligen Jungk⸗ 
frawen Makie vbergeſtanden / vnnd 
das Ampt der heiligen Meß gehalten / 
allwo jhm die heyligen vier Evange⸗ 
liſten die Biſchoͤffliche Inful zu ge⸗ 
wiſen Zeiten auffgeſetzt / vnd abgehebt: 

die henfige Engel mir Rauch Faͤſſerẽ 
die Kyrch mie Föftlichem Rauch an⸗ 
gefüllet / nie ohne liebliches Sauſen / 
wie der ſanffte Mayen ⸗Lufft pflegt / 


wann er vnd den bletterigen Beümen 
ſpilet. 











zu Einfidlen. 215 
ſpilet. Es ſtunde bey jhme auff einer 
Seiten der heilige Gregorius / vnnd 
hielte in feiner Hand ein Weichwadl / 
auff der andern / der heilige Petrus / fo 
da den biſchoͤfflichen Stab vorhielte / 
nit weit darvon war der heilige Augu⸗ 
ſtinus mit ſambt dem heiligen Ambro⸗ 
ſio. Die heilige Jungkfraw Marıa 
aber erſchine auff dem Altar gezieret 
mit Sonnenklaren Liecht⸗Straalen / 
der heilige Erg Engel Michael, als 
Capellmaiſter / wie auch andere heylige 
Engel / verhielten ſich in dem Geſang / 
wie es die anordnung der Roͤmiſchen 
Kyrchen erfordert in Weyhung einer 
Thumb⸗Kyrchen. Die Epiſtel hat ge⸗ 
ſungen der heilige Stephanus / der 
heilige Laurentius das Evangelium: 
das vbrige deß Geſangs iſt verrichtet 
worden von den heyligen Englen / nit 
allein mit lieblichen himliſchen Stim⸗ 
men / ſonder auch mit fuͤrtrefflichen 

Inſtrumenten. Etliche Wort mn 

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214 Maris Bild: 

fie verendert / maſſen / als fie su End 
der Præfation zu dem Sandtus forms 
men / haben fie alfogefungen: Heylig 
iſt Gott in dem Saal der glor⸗ 
würdigen Jungkfrawen MaRI: 
Heilig iſt Gott auff dem Altar 
deß Crützes: Heilig vnd vnſterb⸗ 
lich iſt der Herr Gott Sabaoth / 
erfüllet ſeynd Himmel vnd Er⸗ 
dẽ mit deiner Glory / gebenedeyet 
ſeye ver Sohn Marıa in Ewig⸗ 
keit / der da fombt in dem Namen 
deß Herren ꝛc. Nit weniger ſeynd 
auch etliche andere Wort vonn den 
heyligen Englen verendert worden / 


wie volgt: O du Lamb Gottes 


erbarme dich aller / die an dich 
glauben. O du Lamb Gottes/ 
erbarme dich der Abgeſtorbnen / 
welche in dir ruhen. O du Lamb 
Golles / gibe Friden den Lebens 

digen 














zu Einſidlen. 
digen vnd Abgeſtorbnen / welche 
dich benedeyen ꝛc. So offt aber 
vnſer lieber Her: an dem Altar ſolte 
fagen die gewohnliche Wort: Der 
Her ſey mit euch: hat er an ſtatt 
deren geſagt: Bott fen mit euch; 
deme dann die heylige Engel Seſangs⸗ 
weiß geantwortet: Welcher ſitzt 
in dem Thron der Cherubim / 
und ſihet den Abgrund der Hoͤl⸗ 
In. SC BER IR NUR 

Conradus der heilige Biſchoff iſt 
nach diſem himmliſchen Geſicht in 
dem Gebett ſehr lang verharret / mie 
Hoffnung / Gott werde jhm gefallen 
laſſen durch andere Mittel / als durch 
jihn / Maͤnigklich offenbahr zumachen / 
daß nunmehr diſe Kyrchen weitere 
Weyhung nit bedoͤrffe. Allweilen 
nunmehr die Zeit verluffe / gehen 
etliche auß der Cleriſey in das Kyrch⸗ 
lein / erinneren jhren darinn bettenden⸗ 

Er vnd 


—— 























ne ‚Maris Bild 
vnd ſchier noch. verzuckten heiligen 
Biſchoffen / daß nunmehr wegen fürge 
der noch vbrigen Zeit die hoͤchſte Noth 
ſeye die Weyhe der Kyrchen anzu⸗ 
fangen. Alßdann har Conradus allen 
Verlauff deſſen / was er zu Nachts 
geſehen / trewlich erzehlet. Sie aber? 
die das gehoͤrt / nach dem ſie den an⸗ 
dechtigen Traum verehrt vnd gepri⸗ 
fen / haben inſtaͤndig Conradum er⸗ 
mahnet / vnnd auch vermöcht / der 
Wehnyhe jhren Anfang zugeben / web 
ches er dann auch / wiewol vngern /ge⸗ 
than / hoffend / Goze werde fein Gnad 
vnverborgen ſeyn laſſen. Wie dann 
ervolgt: maſſen der Gotts⸗Dienſt 
taum angehebt worden / hat ſich ein 
Stimm von Himmel hören laſſen 
fo gang deütlich vnnd verſtaͤndtlich 
diſe Wort geſprochen: Brueder / hoͤre 
auff zuweyhen: vnd damit niemand in 
einigem Zweifel möchte verharen? 
ſeyen diſe Wort zum drittenmahl wis 
derhe⸗ 









sin Einfidlen. 217 
derholet worden. Alßdann feynd nie 
ehne Schröcken in fich gangen / die 
zuvor dep heiligen Bifchoffs Worten 
nit haben Blauben geben/ und haben 
Gozz in feinen Wunderzeichen ge⸗ 
lobet. Se vil auf dem Buech def heis 
figen Conradide Secretis.Secretorum. 
Vierzehen Jahr hernach ift Kanfer 
Otto nach Rom verrꝛaiſet / Leonem den 
Achten diß Namens / ſo von ſeinen 
Feinden verſtoſſen / widerumb mit 
Macht in ſeinen Paͤbſtlichen Thron 
zuſetzen In ſo gottſeeliger Raiß iſt der 
Kayſer begleittet worden mit einem 
nit kleinen Theil deß teütſchen Adels / 
vnder welchem neben etlichen weltli⸗ 
chen Fuͤrſten beynahe alle Biſchoͤff deß 
Teuͤtſchlandts. Außtrucklich befünde 
ich benennet Ottonem Biſchoffen zu 
Maintz / Brunonem zu Coͤln / Anno⸗ 
nem zu Wormbs / Ottonium zu Hil⸗ 
deßheim / Ottonem zu Minden / Er⸗ 
chenbaldum zu Straßburg / Vdalri. 

RE 3 um 








































218 Maris Bild 
rum zu Augſpurg / und Conradum sis 
Coſtnitz / welcher vor jhr Deyligkeit 
anß Gelegenheit fo viler anweſenden 
Potentaten / allen Verlauff trewlich 
erzehlet / vnd mis gebührenden Zeügen 
beſtettiget / was ſich im Jahr 9487 vor 
vierzehen Jahren in Weyhung der 
Capellen vnſer lieben Frawen zu 
Einfidlen verloffen: welches alles She 
Heyligkeit mit einer offentlichen Aus 
thentifche Bullen gnaͤdigklich bekraͤf⸗ 
tigen wollen / den fünfftigen Zweifele 
hafftigen Zeiten vorzukommen. Se 
iſt es auch nit bey diſem allein verbli⸗ 
ben / ſonder iſt ſo vngewohnliche Ge⸗ 
ſchicht auch etlichen anderen nach⸗ 
volgenden Paͤbſten widerumb vorge⸗ 
tragen / vnd auff ein newes beſtettet 
worden:dahero dann diſe heilige vnſer 
lieben Frawen Capellen alſo auffge⸗ 
nommen / daß jhnen die Roͤmiſche 
Kayſer den Titul vnnd Ampt deß 
Schatzmejſters vorbehalten. Nit 9 





zu Einfidlen, 219 
iſt zuglauben / was Jederzelt / vnd noch 
heuͤtigs Tags fuͤr groſſe Wunerzei⸗ 
chen auß Barmhertiigkeit der Mutter 
Gottes geſchehen. 
Diſe Relation hab ich genommen 
J R.P. Bonaventura Olgiati Minor. 
Obferv. in Italianiſcher Sprach zu 
Mayland im Jahr 1605. gedruckt/ 
da er fagtı er habs mit hoͤchſtem Fleiß 
vberſetzen laſſen auß dem alten ge⸗ 
druckten Exemplar / ſo jhme zu Ein⸗ 
ſidlen in dem Cloſter zu diſem 
Ende iſt gelihen wor ⸗ 
den. 


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20 - Maris Bild 


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obertb rigen Maria 
Bild 


genandt zu Bom / bey der 


Statt Paderborn. 
RR) B fehon die kaͤtzeriſche Wie 
tereyen / Bücher und Bil 

ther- Stuben verbergen’ vñ 
verderben Fönnen ; mögen fiedoch nie 
außtilgen die in arbeit gegründre 
Tradition, vñ glaubtwürdige Sefchiche 
Erscehlungen / fo da von dem hohen 
Himmel herab mit anfehlichen Wun⸗ 
derseichen von Zeit zu Zeit beſtettiget 
svorden. Difem genuegfamen vnd vn⸗ 
gezweifleten Grund nach / erzehle ich 
den Anfang der Wunderthaten / ſo 
Gorz zu Ehren feiner lieben Mut⸗ 
ter durch diß Marız- Bild gewuͤrckt / 
vnd noch Heüt wuͤrcket / nit weit auſ⸗ 


ſerhalb der Statt Paderborn an dem 
Orth / 

















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su Paderborn. 221 
Drih / forwieauß der Erschlung wirde 
verfianden werden / Rom genands 
wird, 

Es begabe ſich 7 daß in Bawrs⸗ 
Mann 7 ein zwar fehr guter Catholi⸗ 
fcher Chriſt / ‚aber ein vngeſchichter 
Suhrmann / auß Vnauffmerckſamb⸗ 
keit ein kleines Kind / ſo ohngefehr auff 
der Straß lage / alſo mit feinem Was 
gen vberfahren / daß es von dem Rad. 
gantz erbaͤrmlich zerknirſcht / eintwe⸗ 
ders gleich todt gebliben / oder doch 
wenig Stund mehr vberlebt. Nun 
hette das vnſchuldige kleine Kind fein 
Glückſeeligkeit / nach der. andere ſo lang 
ſtreben / erraicht / vnnd gleichſamb in 
einem Wagen gen Himmel / deme es 
ſchon gewachſen ware / gefahren. 

Deß Fuhrmanns Mordthat (alſo 
nennet der Fuhrmann ſein Verbre⸗ 
chen) müeßte wol vbergangen werden / 
maſſen kein Klaͤger / vnnd ſchließlich 
kein Richter zufinden ware / welcher 
Luiiij von 




































Bi 9 — Maria‘ Bild. 
| von einer vnacht ſamen Bnauffmerck⸗ 
ſambteit die Raach einer Mordthat 
begehrte: ſo wuͤßte auch auß dem geiſt⸗ 
lichen Recht der Beicht⸗Vatter nit / 
was er müßte in diſem Sünder ledig 
ſprechen und abſolvieren / in welchem 
er kein Sünd / was diſe Mordthat be⸗ 
traffe / finden kundte. 
VBVnd eben diſes ſchmirtzte den Fuhr⸗ 
mann / da er dañ weder bey geiſtlichen 
noch weltlichen Gericht / die Straff 
ſeines Verbrechens / zu der er ſich ſelbſt 
freywillig anerbotten / erhalten kunte: 
iſt er jhme ſelbſten zu einem Richter: 
worden / vnd ein Bueß aufferlegt / zu 
welcher / damit ſie wegen hernachkom⸗ 
menden Rew / nit vnverricht bleiben 
moͤchte / er ſich auch mit einem Ge⸗ 
lübdt vor Gott verbunden. Es ware 
ein ſehr altes / von ſchwerem Holtz ge⸗ 
ſchnitzletes Marız-Bild/fo ohngefehr 
drey Schuch hoch / welches er / weil es 
ohne alle Ehr / in weiß nit was fuͤr ei⸗ 
ner 





zu Paderborn. 223 
ner Kyrchen geſtanden / ohne groſſe 
Mühe vberkommen / diſes har er jhm 
vorgenommen / fuͤr ſein Bueß nacher 
Rom / vnd von dannen wider herauß 
zutragen / vnnd an ſein voriges Orth 
zuliferen: hat auch nit vnderlaſſen / 
an allen Orthen / auff dem fo weiten 
Weeg / wie auch in der Statt Rom. 
ſelbſten ſein begangne Mordthat klaͤg⸗ 
lich zuerzehlen / vnd mit heiſſen Zaͤhe⸗ 
ren zubewaynen / vmb den gerechten 
vnd ſtrengen Gor widerumb zuver⸗ 
ſoͤhnen. Nach dem er ſein Schuldig⸗ 
keit / gu der er ſich verbundenzu Nom. 
abgelegt / vnd nach allem Vermoͤgen 
vnd Gnüegen geſeuͤfftet und geway⸗ 
net / hat er ſein Weeg mit ſambt dem 
Marız- Bild vonn Rom heimbzu / 
nacher Paderborn / genommen. 
Nun hette er die gantze / vnnd ſo 
ſchwere Raiß / gluͤcklicher / als mans 
möchte hoffen / vollendet / ſo befinder er / 
daß jhme nis weis von der Statt Par. 
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224 Maria Bild 

derborn das Bild alfo ſchwer wurde / 
daß es jhme unmüglich were / mehr 
zuerheben / will geſchweigen / forran 
zutragen: laſſet derowegen das Bild 
ſo gut er kunte / in Eyl auff die Erden / 
ſetzet ſich auch ſelbſten darnider / vnnd 
erforſchet vnder wehrendem raſten 
ganz fleiſſiz / warvon doch diſe ſein 
vngewohnliche Schwachheit moͤchte 


herꝛͤhren / da er ſich doch wed kranck / 


noch auch ſonderlich abgemattet vnd 
müed befande. Stehet derowegen wi⸗ 
der auff / verſucht ſein Stercke vnnd 
Macht / das Bild zuerheben / biß leſſt⸗ | 
lich dem frommen Mann (fo beffer im 
Himmel gefchriben war / als er ſelbſt 
wußte) gleichwol einfiele / es moͤchte 
wol diſes Marız-Bild an diſem Orth 
ein ewige Raſt ſuchen / und begehren. 
Eylet derowegen in die nit weit mehr 
gelegne Statt Paderborn / begehrte 
nach erzehltem Verlauff der Sachen / 


Augenſchein ein unemmen von den 
jenigen / 








Sachen vorgefest. Dife/ nach dem 
fie in beyfeyn dep zulauffenden Volcks 


zu Paderborn. 225 
jenigen / welchen ſo geſtaltengeiſtlichen 





auff vnderſchidliche Mittel das heilige 


Bild von ſeinem erwoͤhlten Orth zu⸗ 


bewegen / vmb ſonſt verſucht; iſt mit 
reiffem Rath diſes fuͤr ein Wunder⸗ 
zelchen erkennt worden’ har auch an. 


der willigen Andacht deß Volcks nie 
ermanglet / welches alßbald mit dar, 
gereichtem Gelt⸗Mittl in kurtzer Zeit 


der Mutter Gottes ein Kyrchlein er⸗ 


bawet / allwo gemeltes Bild ſehr bald 


wegen der groſſen Wunderzeichen weit 


vnd breit iſt bekant worden / vnd auch 
bekant geblibẽ / biß gleichwol die Bild⸗ 


ze Iſauriſche Kegerey der 
Lutheraner / vnd Calviniſten / ein Mu⸗ 
ſter der hoͤlliſchẽ Vnſinnigkeit -gezeige 
iſt jihnen doch diſes H. Bild entzogen 


worde / maſſen ein gottſeeliger Catho⸗ 


liſcher Chriſt es mit mehren andern in 


ein Winckel der Kyrchen verborgẽ / ſo 
| vpi vber 





























214 Maris Bid 
vber fang hernach der Societet Nefız 
iſt zukommen / tn weicher der Ehr⸗ 
würdige P. Joannes Wippermann/ 
dazumahl dep Collegij Minifter eg er⸗ 
ſehen / aber theils gerbrochen / theils 
von den Wuͤrmen haͤßlich verderbt. 
Diſer / obwol er genugſame Vrſach 
hette zugedencken / diſes were eben das 
Roͤmiſche Marız-Bidı hat doch 
guter Sicherheit wegen in dem nechſt 
ben dem Collegio gelegnen Siechhauß / 
bey den frommen alten Siechen die 
Warheit er Indiget / welche das Bild - 
mit Frewden erkennet / hernach durch 
die gantze Statt von allen Altẽ / ſo ſich 
der Figur deß heiligẽ Bildes erineren 
koͤnnen / bekrefftiget / vnd fuͤr das rechte 
alte wunderthaͤtige Mar 12-Bilders 
kennt morden. Iſt deromegen dem 
Bildfchnigler daſſelb auffs müglichſt 
widerumb zuergentzen eingehendiget 
worden / welcher / nachdem er an dem 
Pofamentiauff welches das m. ae 
Ju Bir cur 





zu Paderborn⸗ 332 
ftelle ware / vermerckt / daß etwas darin 
verſchloſſen müeſſe ſeyn / hat er in Ge⸗ 
genwarth der darzu geruffnen geiſtli⸗ 
chen Zeligen das Gefaͤß eroͤffnet / allwo 
dann ganz vnverſehrt viler Heyligen 
Reliquien / mit beygelegten ſchrifftlich 
verfaßten Raͤmen aufs zierlichſt / vnd 
ordenlichſt gefunden worden. 
Demnach das H. Bild widerumb 
ergaͤntzt worden / hat es der hochwuͤr⸗ 
digſte Fit Theedorus Biſchoff wi⸗ 
derumb geweyhet / vnnd mit groſſer 
Solennitet in das alte Kyrchlein ge⸗ 
ſetzt / mit Verordnung einer jährlichen 
Proceſſion / welche Ehr daß ſie der 
Mutter Gottes angenehm geweſen / 
iſt auß diſem zuſchlieſſen / daß vnder 
wehrender Weyhung jhne / den hoch 
wuͤrdigſten Herrn / das Bild auff vber⸗ 
natürliche Weiß / ganz freuͤndtlich 
und liebreich zum oͤffteren angeſcha⸗ 
wer: welches dann Ihr Fuͤrſtlich On: 
offt in ſeinem Leben mit groſſer Frewd 
Are vij vnd 


































228 Maria "Bild 
vnd hertzlicher Andacht erzehlet. Alſo 
iſt der Mutter Gottes an diſem Orth 
widerumb ihr abgenomene Ehr / vñ de⸗ 
nen võ Paderborn die vnderweilẽ ent⸗ 
aogent Marız-Silff erſtattet worden. 
P. Matthias —— deme ich / 
was erzehlet iſt worden / empfangen / 
ſetzt hinzu ein grofles Wunderzeichen / 
fo ſich alda mir P. Athanaſio Kircher / 
aller Welt wegen außgangner Buͤ⸗ 
cheren / lieben wond werthen Manny 
begeben. Groͤſſerer Gewißheit halber 
hab ich jhme P. Athanaſio ſelbſt nacher 
Rom geſchriben vmb mehrere Erkuͤn⸗ 
digung von jhme ſelbſten einzunem⸗ 
men / welcher mir alſo geantwortet. 
Ewer Ehrwuͤrd begehrt von mir 
zuwiſſen die Weiß der vbernatuͤrlichen 
Cur / ſo die Goͤttliche Guͤte durch die 
Verdienſt vnſer lieben Frawen in mei⸗ 
ner Perſohn vor lengſt / da ich noch in 
der — Prob Jahren ware / ge⸗ 
wuͤr cket. 











zu Paderborn. 229 
wuͤrcket. Ich were wol gegen Gorr/ 
en feiner lieben Mutter fehr undanıd 
bar / wann ich mich folche Gnaden zu» 
offenbahren ſchaͤmbte / oder. die felbe 
verſchwige. Wille derohalben E. E. 
daß ich von zwen vnhailbaren Zuſtaͤn⸗ 
den (ſo man auff Latein Pſoram vnnd 
Herniam nennet) in einer Nacht 
voͤllig geſund worden / vnd vonder ſel⸗ 
ben Stund an nit allein in Leibs⸗ 
Kraͤfften / ſonder auch in dem ingenio _ 
vnd Verſtand groſſen vñ mercklichen 
Zuſatz vnnd Sterck empfunden: wel⸗ 
ches GHzz vnd feiner lieben Mutter 
su Ehren genueg feye/ dann wie / und 
auff was Weiß das MWunderzeichen 
mir befchehen ſeye / iſt es rathſamex 
daß mans nach meinem 
Todt jnnen wer» | 

de, 


EEE 7 


Regifter 









































Regiſter —J— 
Der wunderthaͤtigen Ma RA- 
Biber! fo im erften Buch be⸗ 
0. gelffen werden, 

| fr Zu Loret. Dlarıe 
ein A « Manıa Major ges 
Hr nandt zu Rom, 16 
f3. Bon Villa- Vitio- 
J. 
4. Zu Monſerrat. 40 
Par Baum. Bruñen 
u. | — 60 
Bi. [6. Zu Candelaria. 69 
7 Eh Rute 7. Zu Arauco. 73 
J | 8. De La Ligua. 78° 
| fo. Zu Anicien. 83° 
|  |r0. Zu Carnot. 88 
grand ! 11. Zu Ardillien. 96 
| 12. Bonden Taflen zu 
Mompelier. 100 
ſ13. Zu Myan. 108 

"rg 14: Zu Caeſtren. 113 

Niderland. 15. Zu dem Gaͤtter zu 
| | Ulle, —5— 19 
| 16. Zu 


an 








ER 





REINE ©; 
16. ® Meſſin. 123 
zr 117. Qu Tongren. 131 
Niderland. 7 13. Zu Sicheim. 144 
12% Zu Samberd. 149 

20. Bonn Hertzog⸗ 

; “au. 162 

far. ee .168 

122. Zu Cell 175 
Zeicfetem.) 23. zu Speyr. 194 
124. Zu Einſidlen. 204 
125. Zu Padsrborn.22e 





























APPROBATIO 
R.P. PROVINCIALIS 
SS 9 M_primos duos Libros 
33 Allanııs Mariani de Ima- 
ID gimibus MiraculojisBeatz 
Firginö,guos P Guslielmus Gump- 
penberg, Societatis noflra Sacerdos 
conſeripſit, aliguot einfdem Socie- 
zatıs Theologi,guibus id commi ſſum 
Fuerat.legerint,acinlucem«dipof- 
Je jndicaverint: Ego Servilianus 
Veihelin, Societatis IESP per Supe« 
vriorem Germaniam Prapojitus Pro- 
vintialis, factâ mihi ab Admodum 
R.P.N. Generali Gofvvino Nickel 
poteſtate, concedo, ur typismanden- 
zur, ein/g,rei ſidẽ fario,mes mann, 
conſueto ojfacz] Sigillo. Friburgi 
Helvetiorum 25. Junij anno 1657, 





SERVILIANYS 
3 VEIHELIN. 
PRIVI- 









-PRIVILEGIVM 
Imperatoris Ferdinandi 
Ill. Datum anno 1553. 
BR SERDINANDVS 11, 







en Divins, &c. Cum Vene 
Sa randa Societatis FJESV 
Pater Provincialis Superioris Ger- 
mania nobis humillime expoſue- 
rit &c. Ideo Privilegium a præ- 
memoratis Auguſtiſimis Cafari- 
bis Divis guondam Rudolpho IT: 
Matthiä, & Ferdinando II, Do 
minis Nofbris Propatruelibusrejpe= 
Five, ac Genitore Jacratiffeme re- 
rdationis, dickæ SOC1IETATI 
onceſſum, clementer confirman- 
es ac corroborantes Auctoritate⸗ 
Voflra Cæſarea, omnibus & ſingu- 
is Typographis, Calchographis, Bi- 
liopolis, Sculptoribus , atgue alijs‘ 
“ga quaa- 














































— — — 


vel alio chara: 
A h — e 
Forma , five is toto, five in parte 


— 


— — 
— 


— — 





PRIVILEGMCTVM TMpErAToRTS 
guamcungne librariam negociatio 
nem exercentibus, [erio vetamus 
atque inhibemus, ne quis libros, 
vel ari infenlptas Imagines, ai 


Jeripta ab ipſis Patribus hactenu 


edita, vel impoſterum edenda in- 
tra Sacri Romani fmperij, Regno- 
rumgue ac Provinciarum Noffra- 
rum Hareditariarum fines , ſimili, 
IS gewere, am 





recwdere, ſcalpere, vel alib recu- 
denda, feuiges "ive wittere, aut 


impreſſa, vel ferlotas adducere>, 


vendere, a2; diffrahere,clam [cu 
palàm eufit, vel prafumat, Si quis 
autem [ecus faciendo, Privileginm 
hoc noſtrum Cefareum temerario 
quodam aufu neglizere,tran/gredi, 
aut violare non fuerit veritus, is 
208 








Fersinanvı IM 
won Jolum pradiälis Libris & Ico- 
»ibns, perperam quippe recufis & 
addullis ( guos pramomimati Pa- 
tres, eorumve Mindatary , ubi- 
cunque loecorum deprehenfos, vel 
propria aucdoritate, vel magiſtra- 
tuâs illius ope & auxilio bi ven- 
dicare poterunt) de facto pri- 
vandus, ſed viginti inſuper mar- 
carum auri puri,puti,probi Ærario, 
five Fifco Imperiali, fraudis nimi- 
ram Vindici ex uno, ex altero ve- 
rö femiffe ſæpe dictis Patribus, 
eorundemve Mandatarus, oma 
[be venia ac remißienis pracisd, 
pendendarum muldctam, dare da- 
mnas ejlo. «Mandamus ergo om- 
nibus & ſingulis Noflris, ac Sacrö 
Rom: Imperj, Regnorimgue, as. . 
Ditionnm Noflrarum Hareditaria: 







































PriviLEgivM- IMPERATORIS: 
zum fubditis, cuiufcungue flaths 
gradus, ordinis, dignitatis., con. 

ditionis ac fortune exiffant,tam.. 
Ecclefiaflicis, quam [ecularibas, 
Prafertim verö ds, qui in Magie 
flraru conflituti ; vel proprio, vel 
Superiorum nomine & loco jus dia 
cunt, ac Juflitie adminiſtratio 
nem exercent , ne quenguam hob 
Privilegium Noſtrum Cafareums 
zemere & impune tranfgred; , aut 
violare patiantur: quin potins com= 
tumaces, ſi quos forte compererint, 
praferiptä penä puniri, aliifgue 
modis sdoneis coerceri curent, qua- 
zenus & ipſi eandem mulctam- 
evitare voluerint. Harum teſtimo- 
nio litterarum, manus Noſtræ Sub= 
ſcriptione, &Sigilli NoftriGafarei 
impreſſione munitarum: quas de- 

| dimus 









FERDINANDI III. 
dimus Ratisbone , Civitate Noſtra 
Imperiali, die quintä decimâ No- 
vernbris „ anno: Domini millefimo 
excentefimo quinquageſimo ter- 
io, Regnorum Nojlrorum, Romane 
lecimo oifavo , Hungarici vige- 
imo ‚#on0, Boëmici verö vigeſimo- 
ptimo. 


FERDINANDVS, 




























Bitt für vns O heilige 
ai) Gottes Gebärerin: Daß wir 
4 | "1 der Verheiſſung Chriſti theil⸗ 
Em. afftig werden. | 





Bey Georgio Haͤnlin 
In dem Jahr Ehrifi 


1057. 


























| Bunde air, 
| | ı Sn 

Aler € hriftichen % ch 
F | mit 
| — m kehicnht 
u. Yurch | 
Guibebuum & cabeg 

Der -Botelisesy 


£ Daf UI. Buch. 

















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ſchland. 


* | 

Wunderthaͤtiges Maria 

Bild 

Genandt von dem Volck 
zu Rom. 


| As Thor der Start Rom / 
| durch welches der Chriftliche 


Glauben in vnſere mirnäch- 


tige Sender herauß kommen / ifk vor 


Sahren die Slamminifche Porten ges 


nennet worden / anjetzo wirdt es das - 
Thor deß Volcks genenner:weher nun - 


difer Namen feinen Vrſprung habe / 
soil ich erzehlen. | 

Der Bluethund / und aller Wele 
Schand- Kayfer Nero / welchen ihrer 
vil für den Antichrift gehalsen / iſt 


ten / als alle frommen-wünfchten/ ver⸗ 
reckt. Seine Gebain liederlich begra⸗ 
a ben 





Maria Bild von dem Volck. ı 


eylfertiger / als die boͤſe Geiſter woi⸗ 

























aan 














= Marie Bid | 
Gen, feynd Tang under der Erden gele⸗ 
gen / auff der rechten Hand neben dem 
gemelten Thor bey der Start Maur. 
Bber lang hernach iff an difem Orth 
erwachſen ein. fehr Hoher Nußbaum / 
welcher mit ſambt der Zeit auch am 
Dicke / Hoͤhe / vnd Stercke ſehr zuge⸗ 
nommen: muͤßte auch Kayſer Nero 
jhme diſen Baum an ſtatt feines gul⸗ 
dinen Hauß ſeyn laſſen / wie es dann 
auch an der trewen Leibquardi nit er⸗ 
mangelt / ſo die vngeheuͤren / aber doch 
jhrem Herrn trewe Teufel bedienten / 
welche / damit fie auch von: den raiſi⸗ 
gen Menſchen mit Forcht beobachtet 
wurden / haben ſie allerdings die Ge⸗ 
ſtalt der Rappen an ſich genommen / 
wie dann auch andere Adler diſem 
Kayſer nit gezimbten: iſt nit zuſagen / 
mit was Anzahl vnd Wildigkeit ſie 
gemelten Nußbaum eingenom̃en / nit 
ohne groſſe Gefahr ver Auß⸗ vnd Ein⸗ 
gehenden, Es ſeynd zwar allerhand 

ei : Mittel 









| Mittelerdacht vnd gebraucht worden / 
die offentliche Landtſtraß von diſem 
Zifer ſicher zumachen: aber alles vmb⸗ 


ſonſt / keiner iſt von keinem Pfeil nie 
getroffen / keiner von keinem Netz ver⸗ 
ſtrickt / von keinem gelegten Gifft ge⸗ 
ſchwecht worden / alſo daß wol kein 


Mittel mehr zuerdencken geweſen / daß 
ſo nothwendige Start Thor ſambt der 
Landtſtraß dep beſten theils der Chri⸗ 


ſtenheit von ſo laidigem Vbel zuerle⸗ 


digen / biß endtlich die Himmels, Ko 
nigin Marıa ſich ober das Romani⸗ 
ſche Volck erbarmet / vnnd Paſcali 
dem Andern / dem Pabſten erfchineny 
vnnd allen Vrſprung deß Vbels ent⸗ 


deckt: nemblich / daß die vermainte 


Rappen Teuͤfel weren / ſo da die Ge⸗ 
bain deß Gottloſen Kayſers Neronis 


beſchuͤtzten: befahle derowegen gemel⸗ 


ten Nußbaum außzugraben / die Ge⸗ 


bain Neronis zuerheben / vnd in den 


uf Tiber zuwerffen / fo wurden alß⸗ 
u dann 


v 


von beim Volk. . 3 









































Me! 99 
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4 Maria Bild 

dann auch gemelte Rappen den Orth 
verlaſſen: ſolte gleichwol zur Danckſa⸗ 
gung vnnd Gedechtnuß jhr der Him⸗ 


mels⸗Koͤnigin an dem Dreh ein Kyr⸗ 


chen erbawen. Diſe Offenbahrung 
hat jhr Heyligkeit fuͤr rathſamb ge⸗ 


dunckt / auch dem Romaniſchen Volck 


zuoffenbahren. Iſt derowegen alßbald 
auß ſeinem Befelch ein Proceſſion an 
offtgemeltes Orth angeſtellt worden / 
allwo in Beyſeyn deß Romaniſchen 
Volcks nach erzehlter Offenbahrung 
jhr Heyligkeit ſelbſt mit aygnen Haͤn⸗ 


den ein / oder mehr Streich auff den 


Nußbaum mit einer Agſt gefuͤhrt / wel⸗ 
cher dann gleichwol nit ohne merckli⸗ 
che Muͤhe vnd Arbeit gefellt / vnd auch 
letſtlich mit ſambt den Wurtzen auß dẽ 
Boden geriſſen worden / vnder welchen 
verwachßnen Wurtzen geſagter maſ⸗ 
ſen die vermaledeyte Gebain deß gott⸗ 
loſen —— a ya —* 
den / ohne alle Kayſerliche gewohnli 
Shit 











von dem Volck. $ 
Schaͤt vnnd Reichthumb. Wenig 
haben jhnen getrawet das Aaß anzu⸗ 
rühren : maͤniglich vrtheilte / ſie het⸗ 
ten das Fewr verwuͤrckt: aber damit 
nit etwann durch eines ſo grauſamen 
Wuͤterichs Geruch die Statt Rom 
vergifft wurde / ſeynd ſie in den Fluß 
Tiber ohn alle Verweilung geworf⸗ 
fen worden vnd dem weiten Meer zu⸗ 
gerunnen / nit ohne Beglaitung der 
Rappen / als welche jhrem Herrn / den 
ketſten Dienſt laiſten wolten. | 
Die Kyrchen / fo die Mutter Son 
225 von dem Pabſten begehret / iff alß⸗ 
Bald durch die von dem Romanifchen 
Volck hergefchofnen Gelt⸗Mittel er⸗ 
bawet worden / vnd deßwegen biß an⸗ 
jero anderſt nit / als von dem Volck 
den Zunamen gewunnen. Solle nit 
in Vergeß geſtellet werden / daß an 
dem weiſſen Sontag nach Oſteren von 
Ihr Heyligkeit Paſcali dem Andern 
der erſte Stain iſt mit Frolocken der 
a iij gantzen 









































































6 Maria Bild | 
ganzen Start gelegtı unnd der Chor⸗ 
Altar eben an das Dreh geſetzt wor 
den/alwo zuvor bie vermalcdeyte Ge⸗ 
bain deß Kayfers Neronis gelegen. 
Was fuͤr einMarı z: Bild dazu⸗ 


mahl in die Kyrchen ſeye geſetzt wor⸗ 


den / iſt vnwiſſend / woher aber diſes / ſo 
anjetzo mit Wunder zeichen beruͤhmbt 
iſt / ſeye / iſt nie in Vergeſſenheit kom⸗ 
men / maſſen es deren eines iſt / welche 
der heilige Lucas ſolle gemahlet haben / 
ſchon vil hundert Jahr auffbehalten 
in der vornembſten Heyligthumb 
Cappellen / bey welcher anjetzo die H. 
Stiegen geſehen wirdt / biß endtlich im 
Jahr 1231. Gregorius der Zehende sur 
Zeit der laidigen Sucht das heilige 
Bild vonder Capellen erhebt / vnd in 
obgemelte Kyrchen mit völliger Pros 
ceſſton gerragen/in Maynung daſſelbe 
nach vollendtem Gotts Dienff wide 
rumb in fein voriges Orth zuliferem 
als aber vermerckt worden / daß vnder 
wehren⸗ 








| von dern Volck. im 
wehrẽder Proeeffion die laidigeSucht 
mercklich abgenommen / ja auch/.nach 
dem das heilige Bild auff den Altar 
geſetzt worden / gantz vnd gar mit groſ⸗ 
fon Wunder aufgehört ; har Ihr 
Meyligkeit für-rarhfamb anaefchen / 
gemeltes heilige Bid der Kyrchen 
zu ewigen Zeiten lulaſſen / als welches 
pilleicht ohne Gefahr der widerkom⸗ 
menden laidigen Peſt / nit wol konte 
von dannen anderſtwohin getragen 
werden / welches dann mit ohne den 
Willen der Himmels⸗Noͤnigin geſche⸗ 
Hen / maſſen ſie alßbald jhr Wolgefal⸗ 
len mit Wunderzeichen erklärte. 
Octavius Panrirola in ſua 
‚Roma. 





A Ba 





d J 
2920 
























8 Maris Bild 


Wunderthaͤtiges Maria 
00. Bild j 
von Edeflainder Kyrchẽ 
deß ch.Alexij zu Rom. 
Nwiſſend iſt / warumb ſich in 
der Statt Edeſſa mehr als in 
keiner andern / wunderthaͤtige 
 Carıste vnd Maxræ-Bilder zur Zeit 
der erſten Chriſtenheit befunden ha⸗ 
ben / es ſey dann der ſtarcke Glauben 
in Chriſtum / vnd veſte Zuverſicht zu 
der Vorſprecherin vnd Mutter Got⸗ 
tes Maxia, Holtz und Metall / ja auch 
den zerbrechlichen Faden zu Wuͤr⸗ 
ckung der Zeichen bezwungen habe. 
Niemand iſt vnbekandt die jenige 
Fraw / ſo den Saum deß Kleyds Chri⸗ 
ſti beruͤhret / vom zwoͤlffjaͤhrigen vnd 
vnhailbaren Blutgang geſund wor⸗ 
den: ſo ſchreiben auch bewehrte * 
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deß heiligen Alert}. 9 
alte Geſchicht. Schreiber / daß fie fich 
auch gegen Chriſto danckbar / vnd der 
Gutthat ingedenck gegen der nach⸗ 
kommenden Welt erzeigt / in deme fie 
su Edeſſa auff dem Platz Chriſti deß 
Herren lebhaffte Bildtnuß von Glo⸗ 
ckenſpeiß formen vnd auffſetzen laſſen / 


bey welcher diß Wunder gemeldt 


wirdt / daß alle und jede Bluemen o⸗ 


Graßgewaͤchs / fo bald fie indie Höhe 
auffgeſchoſſen ı daß fie den Saum deß 


Klaids gemelrer Bildenuß beruͤhrt / 


die vbernatuͤrliche Krafft den Bluet⸗ 


gang zuſtellen vberkommen haben / 
wie dann die Erfahrnuß mit ſich ge⸗ 
bracht. Julianus der gottloſe Rayfery 


Chrifti war / har diſe wunderthaͤtige 
Bildenuß bald hinweg geraumbt / vnd 
vnd die ſeine an ſtatt geſetzt / welches 
ale Fromme auffErden nit haben gut⸗ 
heiſſen koͤnnen / der Himmel ſelbſten 
ſein Mißfallen mit Zorn erklaͤret / maſ⸗ 
ev 








allweilen ex ein gefebworner Feind 
































































10 aria Bild 
ſen gemeltes Bild / nach deme es ein 
Zeitlang geſtanden / einßmahls vn⸗ 
verſehens von dem Plitz verſchmet⸗ 
tert worden. 

Nit weniger wurde in diſer Statt 
auffbehalten die Bildtnuß vnſers lie⸗ 
ben Herren Sefu Chriſfu / ſo von jhme 
ſelbſten in ein leigen Tuch abgedruckt / 
vnnd Abagaro dem Koͤnig geſchickt 
worden. 

Diſes Makræ-Bild / von deme ich 
ſchreibe / hat ſo gar auch deuͤtlich 
vnnd verſtendtlich geredt. Es ſtunde 
ſchon lang in vnſer lieben Frawen 
Kyrchen / vnd ware doch auſſer ge⸗ 
wohnlichem Brauch nit ſonders in 
Ehren / biß es jhme gleichwol ſelbſten 
mit ander dob groͤſſere Ehrentbietung 
geſchoͤpfft. Seh rede allhier von einer 
Sach / ſo ſchon vor lengſt aller Welt 
vnverborgen geweſen. Dich nimme 
ichl zum Zeuͤgen / du edler Juͤngling 
Alexi / vnnd erinnere dich der enigen 

Nacht / 








Nachtiinwelcherdu den Berueff deß 


Allmãchtigen nachzukommen / Vatter 
ond Murter / mit ſambt drey tauſendt 


Dieneren vnd Knechten / ja auch mit 
allen vaͤtterlichen Reichthumben die 
aunmehr verſprochne adeliche Braut 


verlaffen/- gang vnbekant in Armuth 
ey nächslicher Weil dahin zuwande⸗ 
en / allwo dich hinweiſen und führen: 
vurde der jeni⸗ gel welcher die / ſo ihme 
nachvolgen / nit in der Finſternuß feh⸗ 


len laßt. Was ſoll ich ſagen von der 
Raiß biß nach Edeſſa / vonder veren⸗ 


Natur ſelbſten? Da die Fuͤß offt zu⸗ 
lens vngewohnt / zutragen / die Haͤnd / 


adeliche vnd angeborne Hoͤfflichkeit 





worden. 


deß heiligen Alexij. | u | 


berten Klaydung / Perſon / vnd ſchier 
ſchwach worden den Leib fo dep Bet⸗ 
das Angeſicht / und deß ganzen Leibs 
hette ſich ſchwerlich auch vnder dem 
Bettelſack verbergen laſſen / wann ſie 
nit von der Tugendt were WbRRer of 


a vj As 






































































32 Maria Bild. 


Als nun Alexius die vberauß weit⸗ 


gelegne Statt Edeſſa erraicht / vnnd 


die ſo weit vnd lang geſuchte vnſer lie⸗ 
ben Frawen Kyrchen gefunden / de⸗ 
ren vornembſter Altar wegen deß Ma⸗ 
xix· Bild nit anderſt als ein Magnet⸗ 
Stein Alexium biß von Rom hatte 
durch vbernatuͤrliche Krafft gezogen; 
kan nit wol beſchriben werden die 
hohe Tugendt Alexij / als welche allein 
dem hohen Himmel vnd deſſen Koͤni⸗ 
gin bekant / keinen Zeuͤgen auff Erden 
hette. So iſt auch nit wol zugedenckẽ 
daß die Mutter Gottes einen fleiſſige⸗ 
ren Diener gehabt / maſſen er die Kyr⸗ 
chen deß Tags mehr bewohnet / als be⸗ 
ſucht / bey Nacht aber in dem Vorge⸗ 
welb / als ein Torwarth vnd Nacht⸗ 
wachter beſtendig fich auffgehalten 
vnd werden wol gefunden / fo in der 
Kyrchen drey oder vier Taͤg / auch er 
wann acht oder neun Täg verharters 
aber was Alexius gethan / zu deme / 
vi 









deß heiligen Alexij. 8 
Bil ich weiß, hat er vorher fein Exem⸗ 
pel gefunden / auch nach jhm (da man 
in etwas Joannem Calybiram auß⸗ 

nimbt) kein Nachvolger gehabt. Si⸗ 
benzehen gantzer Jahr hat er beſten⸗ 
dig in offner Dig ond Kelte / Wind 
vnd Regen / in diſem Vorgewelb ge⸗ 

melter Kyrchen / in hoͤchſter Armuth 
gelebt: vnd kundte nach ſo langer Zeit 
wol maͤnigklich glauben / der unbe 
fante Pilgram hette den Lauff feiner 
Tugendt vollendet / vnd were nunmehr 
faͤhig den erwarten Lohn im Himmel 
zuempfangem ſihe / da iſt von dem ho⸗ 
hen Himmel das Vrthel ergangen / 
Alexius habe kaum recht angefangen / 
als welcher noch kaum die helffte er⸗ 
raicht hette. Ob er von de boͤſen Feind / 
oder von jhme ſelbſten wider nacher 

Rom beruefft ſey worden / iſt vngewiß - 

das iſt vngezweifelt / daß er ein vnge⸗ 

wohnliches Verlangen nach ſeinem 

Vatterland / vnd auch nach den Sei⸗ 











































a vij migen « Ih — 














74 Maria Bild 


nigen getragen / einen fo eylfertigem 


vnnd wol einer Flucht gleichen Auff 
bruch / hat kein Verbrechen / ſonder die 


Tugendt verurſacht. Maſſen offtge⸗ 


meltesMarız. Bild einen auß den 


geiſtlichen Kyrchen⸗Verweſeren einß⸗ 


mahls mit ſolchen Werten angeredtz 
Führe hereinden Mann Gottes / wel 


cher deß Himmels würdig iſt dann 
fein Gebett / wie ein Rauchwerck auff⸗ 


ſteigt für dag Angeſicht Gottes / vnd 


ruhet der heliige Geiſt ober jhme. Ale⸗ 


rxius auff ſo vngewohnliche / doch ge⸗ 


wiſe Weiß ſeelig geſprochen / iſt forhin 
nit mehr fuͤr einen gemeinen Pilgram 
vnnd Landtlauffer gehalten worden/ 

ſonder als der groſſen Heyligen einer / 
ben jedermann in hohes Anſehen kom⸗ 

men: allweilen er aber ab ſolchen 

Ehren Verdruß empfunden / iſt er ge⸗ 
wichen / vnd ſich wider nacher Rom 
begeben / alwo er in ſeinem aygnen 
Hauß / vnder Vatters vnd Mutters 
| Augen / 








deß heiligen Alexij. 1, 
Augen / doch vnbekant / vnd in Bettler 
Geſtallt ſibenzehen andere Jahr ge⸗ 
lebt. Da er dann dem Exempel Chriſti 

nach vier vnd dreyſſig Jahr in eüffere 
fer Armuth vñ hoͤchſter V Verachtung 
zuge brachteiſt er an dem CharFreytag 
ſeeligkleich verſchiden / vnd durch die 
jenige Suͤmm/ die jhne vor ſibenze⸗ 
hen Jahren heilig geſprochen / auch 
jezund als ein Heyliger erklaͤret wor⸗ 
den / mit Befelch jhne zuſuchen / vnnd 
gebuͤhrender moſſen zuverehren / wie 
in dem Leben weiter zuleſen. Der Pa⸗ 
laſt Euphemiani deß Herren Vatters/ 
vnd ſchließlich deß Air als rechts. 
mäftgen Erbens / iſt in ein Kyrchen 
verkehrt / vnnd Gott zu Ehren / dem 
heiligen Alexio geweyhet worden / wie 
dann auch dag wunderthaͤti e Marrz= 
Bild vonn Edeſſa nacher Nom ger 
bracht / vnnd in diſe Kyrchen verfege. 
worden / alwo es fich noch zu difer Zeit 
befindet. Surius 17. Julij. Octav. Pan- 
citola, oc alij. III. 















































































| h 1 25 Maria Sid 
44 rn een. au man nu (“ 
J a 
N. Wundertbätiges Maria 
| Bild 


Genant von dem Baum 


| I su Ravenna. | 
I IH C S wirdt der Menſch offt von 


—— allmechtigen Gozz am 
CI gerriben, vnd verſtehet es nit / 
er nit weiß oder etwann auch su 
27, Beitennie willen will / daß Goor fein 
Wbohnung in vnß har. Wir nemmen 
allzett das Maß def Endts nach der 
IE Groͤſſe oder Kleine deß Anfangs / wol⸗ 
len nit glauben / daß auß einem kleinen 
vnd ſchlechten Anfang koͤnne ein groſ⸗ 
Bild feg und adeliches End ermachfen / ob 
iu n, ſchon wir veftiaftich glauben / daß 
Ai Himmelond Erden auß dem purlau⸗ 

geren Nichts erfchaffen ſeye. 
Es war in Burger iu — 
a⸗ 


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Von dem Baum. ı7 
Namen Cæſar Morandus,neden andn 
auch in deme fobwürdig/daß er alle die 
jeniae gehaſſet / ſo die liebe und koͤſtliche 
Zeit mit Müeſſiggang / oder etwann 
auch noch auff hayloſere Weiß ver⸗ 
ſchwenden. Fuͤr ſich harte er erwoͤh⸗ 
let die Kunſt der Mahlerey / nit vmb 
die Nahrung oder Gewinn zuſuchen / 
ſondern weil er wolhabig / vnnd bey 
guten Mittlen ware / mit einer lobli⸗ 
chen Vbung die Zeit ohne Muͤſſiggang 
zuvertreiben. Hat derowegen mit dem 
Reißbley ohne Maiſter vnd Hand⸗ 
Fuͤhrer angefangen Füeß vnd Schen⸗ 
ckel zuentwerſſen; hernach auch Hand 
vnd Arm / bald darauff vnderſtunde er 





ſich auch zuverſuchen / ob er ein oder 


mehr Geſicht kundte machen / iſt aber 
ſo vnglückſeelig abgangen / daß die 
Arbeit niemand / als dem Maiſter ges 
fallen kundte. Vnderweilen wurde er 
befucht von guter Sefelfchaffe, die fo 
wol von dem Maißer / als feine Kunſt⸗ 
Stucken 


























































3 Maria Bild 

Stucken gnuegſame Marerynamen 
ein luſtiges Geſpraͤch anzuſtellen / vm 
eines nach dem andern / keines aufge 
laſſen / auffs luſtigeſt zuloben. Er ha 
Ihnen das Lachen offt verbotten / abe 
wer kundt es halten / wann man m 
vnderſcheiden kundte / ob ex ein Arm 
oder ein Schenckel / ein Hand ode 


Fueß hette geriſſen / vil weniger ob er 


ein Pferdt oder ein Eſel were; er aber) 
vngeacht folcher Spottworten fahre 
Immer forch / vnnd vermeinte in der 
Kunft ohne Maifter alfo zugenommen 
zuhaben / daß er auch auff Sarben und 
Demfelfeine Anfchläg machte / ja ein 
Gedancken hette / fein Baw⸗Feld / ſo 
er bey fuͤnſſhundert Schritt von der 
Statt hette / mit ſeiner Kunſt vor 
maͤnigklich zuzieren / vnnd da es die 
Noth erforderte / gemelten Acker mit 
ſeiner Kunſt ſicher zumachen / vnnd 
zubeſchuͤßzen. Nimbt derohalben ein 
hültzene Tafel / vnnd hebt darauff an 

bi | | zufaſ⸗ 











Von dem Baum. 19 
ufaſſen das erſte Werck mit Farben, 
Das Stuck ſolte ſeyn ein MARIM- 
Bild mit ſambt jhrem liebe JEſulein / 
a maynung die Tafel an den Schid⸗ 
Baum deß Ackers zuhefften / in den 
Fuͤrvbergehenden die Andacht / in dem 
Acker die Fruchtbarkeit zuerwecken: 
ifes Bild ſolte allen Schaur vnnd 
Hagel / als ein Pollwerek vonn dem 
Acker abwenden / wann anderſt vonn 
MARIAder verhoffte Sohn ervolgte. 
Es haben ſeine ſonſt nit boͤſe Geſellen 
mind Freünd nit einmahl gelacht / in 
ven fie jhne ob der Arbeit gemelter 
Tafel gefehen vnd gehört / wie gewiß 
r von der allgemeinen Andacht / und 
4 Ackers Fruchtbarkeit redete: alfo 

aß einer auß jenen Spottweiß hinzu 
— es ſeye nit änweißendie © tatt 
Ravenna werde mit Wunderzeichen 
von diſem Bild crfüller werden / we⸗ 
ven der gewaltigen Kunſt fo erfahr⸗ 
wa Maiſters. Vnd iſt doch wider das 
TI. 




















































































26 Maris Bıld 
Verhoffen def Spöttlers alfo gefcht 
hen: maflen alßbald Morandus d4 
gefaßte Bild an den Baum gehefft 
har alßbald der Fuͤrvbergehenden An 
dacht die Mutter Gottes bewegt 
Gnaden außzutheilen / vnd die jeniget 
jhrer Bitt zugewaͤhren / welche fie fü 
jhrer Bildtnuß verehrt hatten / welch 
ſich auch von der Mutter Gottes ni 
wolten vberwinden laſſen / ſonder hab 
zu ſchuldiger Danckbarkeit Wachß 
Kertzen / wie auch su offentlicher Zeüg 
nuß der bewehrten oder erworbnen 
Geſundheit gemahlte Taͤfelein an den 
Baum gehefft / ja auch brinnend 
»Amplen verordnet / vnnd iſt Die Sicht 
deren von Ravenna gegen der Deut 
ter Gottes fo ſtarck und veſt gemefen 
daß fie auch von Flüſſen nit har koͤn⸗ 
nen vberſchwembt werden. Das iſt 
geſehen worden im tauſendt ſechßhun⸗ 
dert vnd ſechß vnd dreyſſigſten Jahr⸗ 
in welchem / wann diſes — J— 
ni 











Don dem Baum. 5 
it were an difem Baum gehangen/ 
vere villeicht die Start Ravenna 
uß dem Regiſter ver WelſchenStaͤtt 
ußgewiſcht worden. — | 
Es liche fich anfehen / als ob alle 
Bafler- Flüß-gesen der Statt ſich 





szürner hetten / ond folcher maflen fie _ 


berſchwemmen wolten / ale ob man 
serhin auffden Zinnen der Palaͤſten / 
nd ſchier auff den Spizen der Kyr⸗ 
ben, Thürnen fehiffen wurde / vnnd 
u nachvolgenden Zeiten ein See an⸗ 
auffen wurde / allwo fo vil Hundert 
Sahr die berühmbre Start Ravenna 
eſtanden. 


Aue diſe Waſſer⸗ Gefahr iſt vonn 
iſem Baum mit vbernatuͤrlicher 


Staͤrcke auffgehalten worden / dann 
veiter kundten ſich die angeloffne 
Baͤch nit außgieſſen. Ja daß ſich zu⸗ 
yerwunderen / haben diſe Krafft auch 
ie kleine Neſtlein gehabt / maſſen et⸗ 
iche kleine Kind die abgerißne gwen 

| in 


| 
| 
| 















































































22 Maria Bild x 
in einer Creuͤtz⸗ Foren in die Frdd 
gefteckt/ allwwo- der zum andern mah 
anlauffende Waller Guß alſo e 
ſchreckt daß er vber ſolche Creuͤn 
Zweiglein nit außgetrungen / ſonde 
durch vbernatuͤrliche Krafft zurud 
getriben worden / welches die Stat 
Ravenna noch heutiges Tags erkent 
vnd bekent / auch die Mutter Gottet 
in: obgemeltem Bild ganz denckbar 

‚lich verehree. R. P. Alexander: 

Polſelli Venerus Provin-.. 

| cialis, Er 












IV. Wun⸗ 




















I 


| 


























zu Nicopoeia. 


EV. 


Dunderthätiges Maria 
Bild 


Genandt Nicopoeia zu 


Venedig. 

As Nicopeæiſch oder ſi ghaffte / 
FI) ond von dem heiligen Luca 
gemahlte Marı 2-Bild iſt 
hon vor lengſt in der Heyligthumb 
apellen in dem Pallaſt zu Conſtan⸗ 
nopel von den Orientaliſchen Kay⸗ 
ren auffbehalten vnd verehret wor⸗ 
« Nie bald haben fich ohnedifes H. 
ARI-Bild die Kayfer wider ihre 
eind in das Feld begeben / deßwegen 
dan ſolches auch mit hohen Krieger ⸗ 
itlen begabt, | 
Kayſer Juſtinianus (a) bezeugt / 
17 er mir Anruffung MarıE bey dir 













































































24 -- Maria Bile J 
feine Sig diſem heiligem Bild zuge 
ſchriben. Juſtinus der Ander / vnn 
Tiberius in VBberwindung der Perfia 
ner haben mehr mit der Andacht ge 
gen diſem Bild’ als mit alker jhre 


Kriegs⸗Kunſt außgerichtet. (6) S 
iſt auch wol zuvermueten / daß Kayſe 


Heraclius in feinem Zug wider Cof 
socm diſes heiligen Bilds daheim ni 
werde vergeffen haben. Kanfer Joan 
nes Szemilces, alg er im freyem Felt 
mit den feinigen gegen den Bulgarer 
Funde, hat jhme difer laidige Anblid 
die Zeher auß den Augen gerriben/ vr 
ſich auff Gnad on Vngnad zuergeber 
ſchier gezwungen / in Anfehen der klei 
nen Zahl der Soldareus der Vntuͤch 
tigkeit der Waffen / der Bnnerfahrenheki 
der Obriſten / vnd der Bagelegenheit 


deß onvortheilhafftigen Platzes. Se 
war auch die Flucht ſelbſt nichts / als 


der gewife Todt / vnnd welches ander 
allen das böfeft ware / gabe wor — 






Nicopoeia genandt. 85 
em Vndergangßriſt ein eingiger Tag. 
Sihe / da falt er in allen difen vnver⸗ 
neidenlichen Zuftänden nider vor dis 
m heiligen Bild / befilcht fich vnnd 
ie feinigen der vnvberwindtlichen 
Ailff MAR ı 2, bittend / fie wolle mie 
em Trauren sufriden ſeyn / und deß 
luets nirbegehren; 08 da fie je Bluet 
solle / kundte man das wol von den 
einden / als deren vil mehr weren/ 
urch jhr Hilff ohne fonderliche Be 
hwernuß haben, Vnder difem hat 
ch zu Conſtantinopl ein adeliche 
nd tugendrhaffte Sram obgemeltes 
nligender Mutter Gottes gang jn⸗ 
ünftig befohlen / und under wehren⸗ 
m Gebett gefehen/ wie ein hochan⸗ 
hliche Marron einen vornemmen 
riegßmann mit difen Worten ans 
dere = Theodore, vnſer Joannes iſt 
Er" gehe Hinz und eyle jhm zu⸗ 
ffen. Ak 
Das — der gan⸗ 
BB 







































J 












26 Maria Bild 
sen Statt zu reden geben / in deme € 
liche diſes ein Weiber⸗Dant zufer 
ve mainten / andere / die auff das Glü 
jhr Abſehen hetten / waren doch nit m 
nig / denen ſolche Erzehlung alle Ho 
nung eines gewünſchten Außgan 
verurſacht. In dem bricht an der Ta 
in welchem die Griechen mit den Bi 
garen vmb die Cron deß Drienral 
ſchen Kayſerthumbs muͤeßten fed 


—— 


— 


— 





| II ten / vnd kam man nunmehr ſo wei 
Fa daß ſich der zweifelhafftige Sig je 
HER auff diſe / jezt auff jene Seitz naigreit 
‚El 1103 thut fich gehling herfür einer der fü 
| ı Bun neſten / und vberauß wolgewaffnete 
Ball Ritteren / ſetzt zu Pferdr gantz gewa 
5 hl tig / aber doch allein in die Fein 
Jin. mache zu beyden Seien ohne grof 
PH Muͤhe fehr vil lähre Saͤttel / vnd blu 
un: tige Koͤpff / eröffnet alfo den Wee⸗ 
! big indie Mitte deß Volcks / allda ı 
nit vber lang alle Ordnung zertrenn 


geben 


| 
! 
u 


and dem völligen Sig einen. Anfan 


— * 
— RZ 

EEE 
J > - - 








| Nicopoeia genandt. 27 
geben / welchen dann die Griechen / als 


jenen der Muth gewachſen / hertzhafft 


ortgeſetzt / vnd iſt letſtlich dem Bulga⸗ 
iſchen Koͤnig Boriſeo kaumſo vil wor⸗ 
8 aß er mir etlich wenigen entruñen / 
nd fich mit der Flucht bey dem Leben 
rhalten. Es ift von Dläniglichen ges 
laube worden / die Mutter Gottes 
abe den heiligen Theodorum dem 
Rayfer zuhilff geſchickt. Deßwegen 


ann auch der Kayſer den Sig / ſo er 


it mit ſeinen Kraͤfften erhalten / jhme 
uch nit zugeſchriben / ſonder der Him⸗ 
nels⸗Koͤnigin; vor deren Nicopœiſchẽ 


Bildenuß er ſo eyferig gebettet hatte. 
das heilige Bild har er. auff den 
riumph Wagen ganz chrentbierigs - 


nnd mir groffen Reichthumben ger 
ehren geſetzt / dem Wagen ſeinen be⸗ 
en Zug / vier der ſchoͤnſten Schüm̃el 


orgeſpannt / vnnd in die Statt Con⸗ 
antinopl er ſelbſt zu Pferdt gleich 


uff den Wagen triumphierlich eins 
> Bd begleit⸗ 





















































| aweiſet ne anch den Gig gat 








Marie Bi 


begleittet. Kayſer Joannes Comnen 


hat eben diſes heilige Bild mit ſich 


das Feld genomen / da er in —5 


wider die Scythen einen Zug getha 
vnd iſt dem Feind mit den Seinig 
alſo in die Kluppen kommen / d 


feiner auß allen nit Vrſach gehabt d 


wenigſten Gedancken von dem S 


zuhaben / maſſen die Griechen auſſe 
halb jhres Landts / weit von aller Hil 


ihr kleine Zahl nun mehr als: sur 


beobachteten / ſonderlich aber der Ka 
ſer / deme ſolches mehr dann ander 
zu Hertzen gienge. Hat derowegen v 


gemeltem heiligen Bild der Mutt 
Gottes mit naffen Augen fichrondd 
feinigen- befoßlen / vnnd ſchier mel 
vmb ein-glücffeeliges Ends als vn 


ferꝛners Leben angehalten, gleichw 
‚auch an diſem nie verzweiflet / maſſt 
er die groſſe Guͤtigkeit Marız berrad 






tet / vnd auch an jhrer Mache nit g 








dem 


| 
\ 





Nicopoeia genandt. 89 
muͤtig / aber Doch eyferig begehrt. 
tun herte in furgem dag Gebett fein 
bürckung / dann alle Forcht auß den 
riechen in die Scythen gantz wun⸗ 
rlich gefahren / vnnd die Schlachte 
n dem Kayſer gang ſighafft erhal⸗ 
1 worden / vnnd haben die wenige 
cythen / welche auß fo groſſem 
oft mirtelsder Flucht / dem Vatter⸗ 
id ſeynd wider zuthell worden / mit 
groſſem Schrecken gantz Schthien 
gefuͤllet daß ſich Die Scythier 
mmermehr vnderſtanden / das Rays 
thumb zubekriegen. So hat auch 
wſer Comnenus ſich nit begnuͤget 
dem Sig wider feine Feind / ſon⸗ 
ich auch ‘bemüher feinen lieben 
fahrer. vnnd Freünd Kayſer Sze- 
zen zuvberwinden / alſo / weilen er 
Sig der Mutter Gottes zugeſchri⸗ 
that er das heilige Bild auffeinen 

15 ſilbernen Wagen mit ſambt dem 
lichen Raub geſetzt und wie Sze- 








































































30 Maris Bild 

mifces vor jhme gethan / in die Statt 

eingeführr / er felbft aber iſt zu Fueß 

‚vordem Wagen als ein Marianijche 
Diener vorher getrettẽ. (c) Eben diſe⸗ 

har auch gethã Kayſer Emanuel Com 

nenus nach dem Sig wider die Vn 

garen’ vnd har difes Exempel bey dent 

volgenden Rayferen fo vil golten / daß 

weil fie vermerckten / daß wegen fol 

eher Chr fo groffe Sig erhalten wir, 

den / villeicht nie bald einer ware / det 

das heilige Bild in feiner Widerfunft 

nit alfo in die Start einführte. Es 

hatte nun offtgedachtes Nicopozifcht 

Marız-Bild den Kayferen in Orien 

etlich hundert Jahr fehr vil genutzet 

biß endtlich die Mutter Gottes ge 

zwungen worden / fich gegen Dec 

dent zumenden/ in bedencken / daß ihr 

vilfälcige / vnnd ſchier tägliche Ga 
den Damen der Gnad bey den DU 

chen verlohren/ onnd für ein Schul: 
digkeit gehalten ward / vñ ſchier 
| | auch 


\ 
ı 











Viicopvela genandt. 31 
ich auf den Gottloſen zufinden/ der 
h nit auff folche Hilff / als fehuldige 
ienft verlieſſe. Alexius Dueas / nach 
m er mörderifcher Weiß den Kay⸗ 
" Alexium Angelum erwürgt/ onnd 
8 Kayſerthumb wider ale Billich⸗ 
it / tyrannifcher Weyß an fich ger 
acht / hat die Griechen gezwungen: 
nn vnſern Landen Hilff zubegehren. 
in groſſe Macht hat mit ſich ge⸗ 
acht Dandolus Hertzog zu Benedigr 
ind mit andern obgemelten Tyran⸗ 
n belegert. AlexiusDucas rhere bey 
ichtlicher Werl einen Außfahll auf 
r Start Conſtantinopl / in maynung 
n Hertzosg Dandolum mit den feinen’ 
ffzuſchlagen / in diſem Außfahl hat 
offt gedachtes Makix⸗GBild wegen 
ter Gewonheit / aber ohne alle Eh⸗ 
nebierung mit ſich für die Statt 
nauß ‚genommen / aber der Hilff 
ARE im wenigſten nit genoflen’ als 
elche nit gewohnet / den Gottloſen 
b iiij wider 




































































gt Marie Bild 
wider die FGrommen Beyſtand zuthun 
Iſt deromwegen von Hertzogen Dandol⸗ 
alſo empfangen worden / daß er küm 
merlich ſambt wenigen das Statt 
Thor ereylet. Alſo iſt mit allen ander 


auch das heilige Bild den Vnſerige 


zuthail worden / die Statt ſelbſt iſt jn 
ner zween Taͤgen erobert worden / allı 
wo der gottloſe Tyrann ſein gebuͤh 
rende Straff außgeſtanden. Hoch ge 
ſchaͤtzt ware der Raub / den doch Dan- 
dolus ohne Befchwernuß anderen su 
fommen lieſſe / als der zufriden war / 
daß ſie jhme fuͤr ſeinen Thail das hei⸗ 
lige MaxRIÆ-Bild werden lieſſen (d) 
welches zu Venedig mit groſſem 
Pracht vnnd Andacht iſt eingeholet 
worden, Auff daß aber die Mutter 
Gottes nit Vrſach Herrerfich zu fünf 
tigen Zeiten anderfiwohin zuwenden / 
tft es öffentlich zwar inder Hertzogli⸗ 
chen Capellen auffbehalten worden / 
bald aber hernach allem Volck su RR 


ia 
| 











Hicopseia. genandt. 33. 
reinen / zu diſem Ende/tölllich ven 
riigren Altar in die Kyrch dep Hei 
gen Marci geſetzt worden allwo eg 
ß anheuͤt wegen 1 ei 
groſſen Ehren iſt. 





(2) Evagrimlib.s. Baron.tom. 7. 
no 737%» ©.577.(b) Baron. tom. 8. 
<) Baron. tom.io.Curopalata & alij; 
a). Ramuſius lib.3. fel.ı20.Dife ganze _ 
jefchiche har weitläuffig in Treu 
rfertiget Zluftrifimns & Reveren« 
aiſſimus Abbas. Carolus Que 
rinus zu DBenedig im 


a ta 









































Maria Bild 





MWinderthätiges Maria 
Be 
Venedig. 





Eo Iſauriens Orientaliſcher 

I, Kayferrein Schand der Chris 
ſten / als er den Krieg den hey⸗ 

ligen Bilderen angeſagt / ſeynd jhrer 
ſehr vil gefunden worden die Iteber jhr 
Bluet / als die Bilder der Heyligen 
wolten dargeben / derentwegen mit 
müglichem Fleiß ſolche verſorgt / auch 
etwann anderſtwohin verſchickt. Ei⸗ 
ner vnder allen der vornembſte Be⸗ 
ſchützer gemelter heyligen Bilder iſt 
geweſen Joannes / auch derowegen 
Dama ſcenus genant / allweilen er bey 
dem Saraceniſchen Printzen zu Da⸗ 
mafco bey Hoff wolgemöltiondin ho⸗ 


hem 
| 
























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em Anfehen ware / wegen feiner tre⸗ 


pen vnd hochfinnigen Raͤthen. Diſer 


‚at den Catholiſchen die heylige Bil⸗ 
er zubeſchützen vñ zuverbergen Hertz 


nd Muth gemacht / dieſelben auch 
nit außgangnen vnderſchidlichen 


Schrifften gegen dẽ Kayſer beſchuͤtzt / 
pelche dann auch vnderweilen dem 
kayfer in die Hand vnnd onder die 
lugen fommen. Der Zorn machte‘ 


aß er die Schriften in Stucken zer⸗ 


iſſen / mit Wunſch / etwann auch auff 


iſe Weiß / da es jhme muͤglich / mit 
em Auctor ſelbſt zuverfahren. Alſo 
bare in diem Mann nichts menſch⸗ 
ichs mehr zufinde, Er Herte nunmehr 


ey fich das Brel gefprocheniden Au⸗ 
tor, wer der jmmer were / mit ſambt 


en Schrifften ing Fewr zuwerffen⸗ 


ber wer wurde jhme diſen neñen / ver⸗ 
ahten / fangen / vnd gerichtlich ſtel⸗ 
en? Gleichwol durch Argliſtigkeit 


einer Hoffleüch hat er jhn nit vber⸗ 
b vj lang⸗ 


Joannis Damaſceni. 35 
































































36 Maris Bild 


Joannis de mit bewehrter Kuh 





lang erkundtſchafftet / alfo daR er ven 
fichert war / es waͤre Joannes. Dörffee 
doch dem Hoff⸗Brauch nach gegen 
jhme den wenigiſten vnwillen nit ſpuͤ⸗ 
ren laſſen / da er anders wolte / daß ſein 
rachgiriges Vornemmen ſollte ins 
Werck geſtellt werden. Stellet dero⸗ 
wegen ein Schreiben / als obs vom 
Joanne an jhne den Rayfer abgangen 
were / darinn fich Joannes anerbotte⸗ 
die Start Damaſeo mit ſambt dem 
Saraceniſchen Prinsen feinen Her⸗ 
ren / dem Kayſer / durch Berräteren zu⸗ 
vbergeben / da er nur mit wenig Volck 
por der Statt Damaſco ſich ſehen 
lieſſe. Alſo geſteltes Schreiben laßt er 
einen in ſolchem Handel wol geuͤbten 
Schreiber alſo verfertigen / daß nie⸗ 
mand anders gedencken koͤnte / als es 
ware Joannis aygne Hand / zu dem / 
wie glaublich / ward auch gebraucht 
Papyr su Damaſco gearbeytet / und 





* l⸗ 









| 


;; 





Joannis Dama feenf. 


verfaͤlſchet / vnd mit vber ſchribnen Ti⸗ 
tul an den Kayſer verfehloffen. Aber 
alßbald wider auffgeriſſen / vnd als ein 
Beylag dem Saraeeniſchen rin 
nach Dama ſco gelifert / mit ſambt deß 
Kayſers Brieff / darinn er ſich auff 
ein newes erbotte / den gemachten Fri⸗ 
den zuhalten / ob ſchon er alle Anwei⸗ 
fung von Joanne hette / ſich der Start 
Damafco / vnnd feiner deß Printzens 
Perſohn ohne Gefahr zubemaͤchtigen / 
wie er dann auß der Beylag gewiſer 
vernemmen wurde. 

Es hat wenig gefaͤhlet / daß der Sa⸗ 
rarenilihe Prinz deß Kayſers Brieff 
nach Ableſung nit von ſich geworffen / 
als der die Hoff Braͤuch wol wußte / 
hat auch die bekante Auffrichtigkeit 
deß Joannis bey dem Printzen kein 
Schaden erlitten / den Kayſer ſelbſten 
hette es feines Funds gerewet / da er 
gegenwertig in Ableſung der Briefen 
deß Printzen were anſichtig worden. 

b vi Da 































































— 


Maria BD 





Da er aber Die beyligende Briefferöp 


nee / Soannis Namen / Hand unnd 
Poͤttſchafft nach reiffem berrachten 
gentzlich erkennt / hat der Prinz an 


fangen zulieben die Berräterey 7 ob 
febon er Leonem den Derrärer haßte 
Die nun wesen eingenommenen Au⸗ 
genſcheins gnugſamb erwißner That 
erlitte nie die Verweilungen deß ger 

richtlichen Proceß / vnnd verdienter 
ſchwerer Straff / zu der auch nit wenig 
geholffen die Hoff⸗Raͤch / vorhin Jo⸗ 
anni vbel genaigt. Wirdt derowegen 


der vnſchuldige Joannes / ein kleines 


zuvor der Vornembſtẽ einer bey Hoff / 
von dem Scharpffrichter auff offent⸗ 


lichen Platz vnd Richtſtatt gefuͤhret / 


und jhine die rechte Hand abgehaͤwẽ / 


mit Vorgeben / es hette ſo grewliche 


That wol auch das Leben ſelbſten ver⸗ 


würckt. Der glückſeelige Abgang def 
falſchen Liſts har bey dem Kayſer groſ⸗ 
fe Frewd verurſacht / nach dem erden‘ 


Ver⸗ 








Joannis Damaſceni. 19 
Verlauff der Sach vernomen. Nach 
ußgeſtandenem Vrtheil iſt Joannes 
nach Hauß gelaſſen worden / die abge⸗ 
jawne Hand auff dem Play anderen 
u einem Exempel hangen bliben. Vn⸗ 
rweile hette $oanes groſſe Schmer⸗ 
en auch groſſe Schwachheit wegen 
Abgang dep Bluets / deſſen er fo vil 
ergoſſen daß es ein Gefahr ware / 
ie Seel möchte ſelbſten hernach vol. 
en / iſt doch letſtlich mit vnderſchidli⸗ 
hen Mittlen von den Artzten geſtellt 
vorden / doch ohne Stillung deß groſ⸗ 


en Schmertzens / welchen Joannes 
nit Erinnerung end Einbifoung der 


ecreützigten Hand Je ſu Chrifti nie. 
penig linderte. Die erfahrne Freünd 


aben vor, der Schmertzen wurde ein 


End nermen/ da die abgehawne Sand 
u gegen bey dem Patienten wurde 
elegt werden / wiewol es andere ge⸗ 
unckte ein Aberglauben / oder gar ein 
eufels⸗Kunſt sufeyn, Allda Ye 
en / 



























ne u — — 


























































Jo Maris Bild Mn 
- fen 7 daß die Natur nit alle würdiget 





jhrer Geheimnuſſen: vnder difen Vn⸗ 
würdigen ſeynd die erſten vnnd vor⸗ 
nembſten die jenigen / welche fuͤr ge⸗ 
wiß halten / die Natur vermoͤge nit 
mehr zuthun / als ſie vermoͤgen in jh⸗ 
rem ſchwachen Hürn begreiffen / alles 
anders ſeye nit der Natur / ſonder deß 
Teufels Werck; welchen dann die 
Natur wege jhrer abſcheuͤlichen Hof 
fahrt von ihren Gehaimnuſſen ſehr 
wenig vertrawt / wie man dann im 
Werck erfahret daß ſolche jhre Hürn 
mehr mit Dampff der Hoffahrt / als 
mit Wiſſenſchafft der natuͤrlichen 
Künſten voll haben. Ob ſchon der 
heilige Joannes diſes natuͤrlichen Ge⸗ 
haimnuß / daß auß Gegenwarth der 
Hand / ber Schmersen ſolle nachlaſ⸗ 
ſen / nit vnwiſſend / hatte er doch weder 
den Schmertzen hoch geachtet / noch 
der Hand vil nachgefragt; der groͤſte 
vnder allen Schmertzen ware / daß 
5 nit 











Marız Bildnuffen Ehr mit außgang- 
nen Schrifften möchte beſchuͤtzen: ſchi⸗ 
ket derowegen einen auß ſeinen Freün⸗ 


den zu dem Printzen / mit vermelden: 
der Thaͤter habe nun das Brel aufge» 
ſtanden / welches ja das Leben nit be⸗ 
gehret / das doch endtlich in Gefahr 
ſtunde in Abgang der Hand / welche 


den gantzen Tag ſchon jhr Ampt auff 
dem lag verricht hette / in dem fie maͤ⸗ 


niglich der ſcharpffen Gerechtigkeit 
gnugſamb erinnert. Da es gnaͤdigklich 
erlaubt wurde / wolten fie die Handy 
ſo da nit mehr ſuͤndigen kundte / vonn 
der Richtſtatt abnemmen / vnnd dem 
Krancken zu Troſt fuͤr das Geſicht 
legen: welches dañ mit Verwilligung 
deß Printzens geſchehen Da Jaannes 


ſeiner Hand anſichtig worden / vnnd 


wie zuglauben / der Schmertzen etwas 


nachgelaſſen / begunte er vor allen / daß 


meniglich abtretten / vnd er allein ſeyn 


£undte/ 


Joannis Damaſceni. gr 
nie mehr der Heiligen Jungkfrawen 
















































































42 Maria Bild 
kundte / deßwegen hat er vorgewendt / 





theils die einfallende Nacht / theils 
ſeiner groſſen Schwachheit nothwen⸗ 
diage Ruhe. Da er ſich nun allein be 
funden / verfüegt er ſich in das jenige 
Orth feines Hanſes / in welchẽ er jhme 
Schon lengſt gleich ſam̃ ein kleine Kyr⸗ 
chen zugericht / dariñ auff dẽ Altaͤrlein 
Die Bildtnuß Marız vnd Jeſu ſtun⸗ 
de / von welcher Bildtnuß er / als von 
ſeinem hoͤchſten Schatz die wenigſte 
Wiſſenſchafft niemahlen jemands 
vertrawt. Legt dann die abgehawne 
vnd ſchon ein gantzen Tag todte Hand 
auff den Altar / wirfft ſich vor dem 
Bild nider auff die Knie: erinnert die 
Himmels, Königin / als fein liche 
Fraw vnd Mutter / was er als jhr 
Dieners oder auch / da fie jhn für em 
Joannem erfennen wolte / als jhr 
Sohn / von jhrentwegen außgeſtanden 
vñ erlitten / begehrte von jhr das Muͤt⸗ 
terliche Mitleyden / vnd Haft: ſeye nit 
ruͤhmb⸗ 











Joannis Samafın, 43 
ruͤhmblich / daß von jhr diſe Hand in 
Vergeß ſolt geſtellt werden / durch wel⸗ 
che die Gedaͤchtnuß vnnd Ehr jhrer 

heyligen Bildtnuſſen iſt erhalten wor⸗ 

den. Fuͤr ſich zwar / vnnd ſein Noth⸗ 
wendigkeit begnuͤge er ſich mit ſeiner 

lincken Hand / aber jhr ſeiner liebſten 

Mutter halte er fuͤr nothwendig / vnd 
nutzlich die rechte Hand / als ohne wel⸗ 
che er nit mehr wurde Buͤcher ſchrei⸗ 
ben / mir welchen er ihr Ehr beſchuͤtzt: 
es wiſſe nemblich / vnnd koͤnne ſein 
lincke Hand nit / was die rechte vor 
diſem se jhrer Ehr gethon habe. Nach 
diſen vnnd dergleichen Worten vber⸗ 
falle jhn der Schlaft: die Mutter Got⸗ 
123 / welche alles gehoͤrt ond fehr wol 
verſtanden / würdiget fich ihren Dies 
ner vnd lieben Sohn zubeſuchen / vnd 
feinem Begehren zuwillfahren / nimbe 
die Hand von dem Altar / haltet vnd 
truckt fie mir vbernatuͤrlicher Kraffe 
alfo an den ſtumpfen Arm / daß fie 
Alpe 

































































44 Marta Bıld 
alßbald angewachfen/ und jhr verlohr⸗ 
nes Leben wider vberkommen / weſches 


alles Joanni indem Schlaff außfuͤhr⸗ 


lich vñ deuͤtlich iſt vorlommen. Nach 
dem er erwacht / vnd ſich deß gehabten 
Traumbs erinnert / wünſchte er zwar 
nit ohne Seuͤfftzen wahr zuſeyn / was 
jhme die begihrige Einbildung in 


dem Schlaff hette vorgeſtellet: aber es 


iſt / ſprach er / nur ein Traum / biß daß 
er mit ſeiner lincken Hand den ver⸗ 
wundten vnnd verbundenen Arm an⸗ 
griffe / vnnd zugleich Der angefenten 
Hand gewahr wurde / welche er vor 
allem probieren wollen / ob ſie auch 
ſchreiben kundte / befande er ſie nit als 
lein zu dem ſchreiben / ſonder auch zu 
allen andern Wercken nie weniger? 
als zuvor tauglich unnd fertig / vnnd 


ſagte GorTynd ſeiner lieben werthen 


Mutter vmb ſolche Gutthat gebuͤh⸗ 
renden Danck. ER: 
Das Sonnenklare vnnd vberauß 


große 





Di 









yoannis Samsfent: 45 
groſſe Wunderzeichen har: bey den 
Catholiſchen groffe Frewd vñ Sterck 
im Glauben verurſacht / nit weniger 
auch die andechtige Verehrung der 
heyligen Bilder vermehret. Bey den 
Saraceneren aber und Keseren/foin 
difem ganz vnderſchidliche Maynun⸗ 
gen hetten / verlacht worden / maſſen 
der mehrere Thail glaubt / das eintwe⸗ 
ders auß Betrug der Freünden einem 
andn die Hand were abgehawen wor⸗ 
ben / oder da je das Brel hette in Jo⸗ 
anne ſein Fortgang gehabt / were durch 
Verblendung oder Kunſt deß Teufels 
alles geſchehen. Der Printz / als der 
zwar vnglaubig / aber doch von der 
kezeriſchen Halſterrigkeit wenig / oder 
nichts hette / nach dem er den rothen 
Strich / als ein Zeichen der ange⸗ 
wachßnen Hand geſehen / iſt er nit in 
Abred geſtanden / ſolches ſeye durch 
vbernatuͤrliche Krafft vonn Gorr 
geſchehen / ja auch ſein Vrtheil ver⸗ 























































| | 
| h | 46 ‚Maris Bild 
alba dammet / und Joannem als vnſchul⸗ 
Be — dig erklaͤrt / vnnd ledig geſprochen 
J Das Marız- Bild iſt hernach allzeit 
— in groſſen Ehren gehalten worden: 
li befindet fich anjero zu Venedig / vnnd 
94 wirdt in der Kyrchen deß Srideng 
J | gerehrer. Julius Strozius, Orator im⸗ 
preſſ. relat. Venet. 1637. ex 
Surio, Ribadeneira & 
abiz 





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Vorder Schuel. 47 
V I. : — 


Wunderthaͤtiges Maria 
Bild 


In der Kyrchen deß A. 
Marciliani ʒu Venedig. 
I? S feynd nunmehr dreyhun⸗ 

dere vnd erlich Fahr verfloſ⸗ 

OD fen / daß in Ariminenfer Ge 
bierh ein einfaͤltiger Hirt geweſen / fo 
ſich / damit er die Zeit zu Ehren zuge / 
mit feinem Brodt⸗ Meſſer vnderſtun⸗ 
de Pfeiffen / Loͤffel / Baͤcher / vnd der⸗ 
gleichen Arbeit von Holtz zuſchnitzlen; 
nun ob fehon vo manchem fein Kunſt 
veracht / vnd verlacht wurde/haterfich 
doch deren bey ſich ſelbſt nit wenig be⸗ 
růhmet / vnd groß geſchaͤtzt. I was für 
eines Schatzes wurde entrahten haben 
die edle Statt Venedig / wann diſer / 
ſonſt einfaltige Hirt / ſich an had hi 

| 1413 













































































4 Marie Bil 
len difer Spoͤttler gekehrt hette / un 
von ſeiner Schnitzlerey abgelaſſen. 
Ja es iſt jhm erſt der Luſt kommen / 
vnd mit dem Luſt auch das Hertz / auß 
einem bequemmen / vnnd ſchon dürzen 
Stock / vober deſſen Tauglichkeit & 
fich offt vñ lang befunnen/ein-MarıE- 
Bild zuſchnitzlen / ob ſchon er weder 
mit kunſt / noch: Werck⸗Zeuͤg der 
Nothurfft nach verſehen ware / biß er 
Han endefich mit aller feiner Vnwiſſenheit 
zii) der Arbeit einen Anfang gemacht’ 
Dan mnd in dene allein die Win erzeigt / 
Ban). daß er das Haupt und Angeficht auf 
Rue die lerfl gefparer mir Hoffnung / er 
Ball werde mit der ſtetten Vbung nit we⸗ 
nig in der Kunſt zunemmen. So ifl 
das Werck innerhalb nit gar vil Ta 
‚gen alfo' verferrigee worden / daß allein 
das Haupt mit fambedem Angeficht 
noch vberig / zu dem er fich doch je 
fenger je mehr vntauglich befunden! 
ynd har vnderweilen / da er fich * 
lers 





Don der Schuel. 49 
3 vñ Befundheir halber wolgemuth 
npfunden/auch diſe Arbeit angefans 
en / aber alfo vngluͤckſeelig daß alles 
arch den hoͤlliſchen Bilder⸗Feind / 
y naͤchtlicher weil alſo verderbt wor, 
n / daß ihm deß andern Tags fein 
unft im wenigſten nit mehr har ger 
Den mögen. Einßmahls / da er alfo 
intz ſorgfaͤltig den Sachen nach⸗ 
uckte + erſicht er neben ſich zween 
uͤngling / welche alſo / ob ſie deß 
Beegs verfaͤhlt hetten / nach der Sand» 
aſſen fich befragten begehrten auch 
willen die Brfach feiner fo forgfäle 
en Gedancken vnnd Beſinnens / 
rauff er ihnen ſein Vorhaben er⸗ 
lte / wie daß er auß diſem Stock ein 
ARI-Bild zumachen ins Sinn 
tte / were auch / als wie fie ſehen / zumn 
fen gerahten / außgenommen dag 
aupt ond Angeſicht / daß ſich fogar 
ſchicken wolte / ja auch den andern 
allzelt gang anderſt / als er es den 
| e : yorigen 
































































so Maria Bild 
vorigen Tag gezeichnet hette. Die 
Süngling/ nach demfie dem Hirten 
jhr Kunſt und Wiffenfchaffe erklärt 
haben fie jhme alle Hilff anerbotten 
das Angeſicht alfo zuverfertigen/ daß 
er vnd andere möchten zufriden ſeyn 
Der Hirt / damit jhme fein grobes 
Wort herfuͤr breche / hat fie junge Bus 
ben geheiſſen / vnnd jhnen den Weeg 
gewiſen / den fie dann auch fort gan 
gen / aber gleich deß andern Tags ſich 
wider ſehen laſſen / jhme außdrucklich 

gefagt: er koͤnne vnd werde das Ange 

ſicht nie recht ſchnitzlen / folle derowe⸗ 

gen jhnen feine Eyſen vertrawen: 

darauff der Hirt im Vnwillen onnt 

Verdruß jhnen die Eyſen hingeworf 

fen / weil je der Stock mit aller feiner 
Arbeit můeſſe verderbt werden / ſo fol. 

len fie vnverſtaͤndige Buben jhrẽ Luß 
‚gleich wol daran buͤſſen / wolle es gern 
ſehen / was fle dann beſſer / als er ma 

chen werden. In deme nimbt = 
J u‘); 





| von der Schuel. 51 
ußjhnen ein Eyfen indie Hand / vnd 
bt An fo ringfertig und maifterlich 
as Angefiche mie aller feiner Zuges 
or zuſchnitzlen / daß es gar geſchwind 
nit aller zierlichkeit iſt verfertiget wor⸗ 
en. Der Baur hat offt vnnd vil die 
Weiß zu arbeiten / wie auch die Lich» 
ſchkeit deß Angefichts bedenckt / nie 
yeniger auch die Maifter angeſehen / 
eme einer auß ihnen gefaat : er folle 
viſſen / fein Arbeit onnd guete Mayr 


ung gefalle ver Himmels⸗Koͤnigin / | 


olle denn Herzen zu Rimini fagen/ 
hr Wil ſeye / daß diß Bild in ein 
Schiff ohne alle Rueder und Schiff 
eüth geſetzt werde / werde fchon ſelbſt 
n jenes Orth den Weeg finden,fo die 
Nutter Gotteg ihre erwoͤhlet hette / 


nd ſeynd darauff verſchwunden: auß 


velchem er dann auch vmb ſo vil ge⸗ 


pifer verſtanden / daß es Engel wa⸗ 
en. Nach deme dann offtgemelter 


Dirt allesi in der Statt kundt gemacht / 
ee 


* Ye; 
— 








guch 
































































Ye; dr) ters 


























52 Maria Bild 

auch den engliſchen Befelch ao 
riche / vnd auch die Kunft-Erfahen 
erkennet / folches Angeſicht nit dei 
Bauren / noch auch ayniges ander 
Künſtlers / fo zu Rimini were Were 
zuſeyn: iſt ohne Verzug auf geiſtli 
cher und weltlicher Obrigkeit Defeld 
das Bild Proceſſions⸗weiß der Stat 
zugetragen / vnd begleittet worden / ir 
Maynug eines ſolchen Schatzes di 
Statt nit zuberauben: aber als mat 
zudem Fluß kommen / in welchem alt 
in einem Meer⸗Hafen die Schifflend 
iſt / iſt das ſonſt nit gar zu ſchwaͤr 
Bild / alſo ſchwer worden / daß es di 
Traͤger haben muͤſſen niderſetzen / wel 
ches gleichwol anfaͤngklich der Muͤ 
digkeit iſt zugeſchriben worden / nad 
dem aber weder diſe / noch andere / die 
ſich darzu anerbotten / das Bild zuer 
heben / vnd weiter zubringen vermoͤgt 
iſt endtlich der Hirt befragt worden) 
—* man mit mn heiligen Bild weh 








vonder Schuel. 93 
ers fich verhalten folle; er der Baur / 
me das Borhaben der Ariminenfer 
nie gefalleniend lang under den Bokk 
ufaherum Erwartungdeß Außganraıs 
er Sachen / gab frey rund zur Ant⸗ 
port: er habs ja ſchon geſagt / dag 
Bild müfe in ein Schiff acher wer, 
en ohne Rueder vnd Schiff Leuͤth: 
arauff dann gleich eine auß Den Zil⸗ 
n herbey gebracht / vnd dag N. Bild 
hne groſſe Muͤhe darein getragen / 
uch bederſeyts zwo angezuͤndte groſſe 
Wachß-Kertzen geſetzt worden. Sihe 
a kehret ſich alßbald von ſich ſelbſten 
as Schifflein vmb / vnnd begibt ſich 
inauß in das weite Meer: alßbald 
ynd etliche Mar ız- Diener in: ein 
nders Schifflein geſprungen / vnd in 
ler Eyfı mas man am Geſtatt von 
Zrodt und Waffer gefunden darein 
worffen 7 dem fo wunderthaͤtigen 
laxRı 2-Dild auch biß an das End 
N Babel nachzuvolgen / vmb daß dag 

| jenige / 



























































“4, Maris Bild 








jenige/ was fich bißhero mir dem Bill 
verloffen/an jenem Dreh fund wurde 
an welchem das heilige Bild wurd: 
anlenden. Nach dem fich aber da 
Schifflein den geraden Weeg nad 
Venedig begeben / vnd vor der Kyr 
chen deß heiligen Marciliani ange 
lendet / ſeynd auch obgeſagte Burge 
von Rimini auß jhrem Schiff außge 
ſtigen. Es gebuͤhrte ſich vor allem / daſ 
das heilige Bild / ſo mit groſſem Wun 
der zu Rimini abgedrucket / nit ohn 
groſſes Wunder allhier anlendete. Zi 
groſſem Gluͤck befande ſich ein Blin 
der Bettelmann / den fein ſtumme 
vnd redloſer Sohn an dem Stecker 
fuͤrfuͤhrte / diſer erſahe das Schiff mi 
dem heiligen Bild fo wunderlich gu 
Inden / vnnd redet deßwegen feine 
Vatter alfbald auffdife weiß an: Ach 
lieber Vatter / fihe das vberauß ſchoͤn 
Marız-Bild. In deme ſich der blind. 
Vatter vber die geloͤßte Zung ſeine 

— ven! Sohns 





Sohns verwundert/ empfindet cr mit 
roffen Fremden / dag auch jhm die 


Augen auffgehen / vnnd deß H.Bilds 


anz frewdenreich anſichtig werden. 
Das doplete / und ontwiderfprechliche 
Wunderwerck har bald das Volck 
nie vilen / von geiftlicher vnd weltli⸗ 
ber Obrigkeit abgeordnetẽ Gawalts⸗ 
jabern herzu gezogen/ welche nach ge⸗ 
ichtlichern Proceß dem gefebehenen 
Wunderwerck / vnd verhörten Zeügen 


ber die Sachen / fo ſich zu Arimin⸗ 


ugetragen haben / gleich deß andern 


Tags ein Volckreiche vnnd zierliche 


Proceffion angeſagt / das H. wunder⸗ 
haͤtige Bild in die Hersozfiche Kyr⸗ 
ben deß heiligen⸗Marci — 
Aber niemand kundte das O. Bild 


zuß der Kyrchen bringen / welches 
doch ohue alle Beſchwernuß von dem 
Schiff in die Kyrch iſt getragen wor⸗ 


megen dann hat im Jahr 12868 
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56 Maria Bild | 
difes Bild angehebt in Ehren zuſeyn 
vnnd Wunderwerd zuthun. 
Nun zu Fortſetzung angefangne 
Andacht wurden von der Herfchaf 
su Venedig etliche abgeordner nad 
Rom vonn hr Heyligkeie Nicolae 
dem Birdten dig Namens / Ablaß zu 
begehren für die jenige / ſo diſes heilige 
Bild andechtig beſuchen vñ verehren 
wurden. Hat fie doch mir jhren vn⸗ 
gewohnlichen Wunderwercken / als 
Gedichten / biß gu dem andern mahl 
ohn allen Befchaid fort gefchtefe. Aber 
nach dem fie das drirte mahl ankom⸗ 
men / vnnd entzwifchen die Mutter 
Gottes Nicolaum deflen ernftlich er⸗ 
mahner/ ift jhnen gerichtliche Verhoͤt 
erthailt worden’ allwo fie al jhr Bor 
bringen mit genuesfamen Beweiß 
dargerhon end vberfegt. Mit weniger 
wurde von Rimini nach Rom gefore 
dert und befchriben der Hirt / als der 
zu Rimini (nach maynung der Ro⸗ 
maner) 





> 





von der Schuel. * rg) 


taner ) in hohem Ankh en der Hey⸗ 
gkeit were / welchen doch die abge / 


rdnete Romaner in der Geſengknuß 
nd Eyſen angetroffen. Alſo ſchlecht 
irdt auch die vor Augen ſchwebende 
Yeyligfeit beobacbtet / alſo vnwerth 
dalles auff der Erden / was der Dim» 
jel fo Hoch ſchaͤtzt. Der Mann iſt vor 
scriche gang vnſchuldig befunden? 
nd nacher Rom geführt worden / 
llwo nach verfiandner Sach Ahr 
Yenfigkeie groffen Widerwillen ev 
aigt / wider die fo vbel geuͤbte Gerech⸗ 
igkeit deß nun gar zu gerechten Rich⸗ 


ers: alßdann nach vorgenommener 


erichtlicher Verhoͤr vnnd gewohnli⸗ 
hem Proceß gemaͤß den geiſtlichen 
Rechten / allen guten Beſchaid den 
Venediſchen Geſandtẽervolgen laſſen. 
DieGeſchicht iſt hernach nach laut der 
Schrifften / ſo bey gemelter Kyrchen 
uffbehalten werden / zu vnderſchidli⸗ 
Se mapfeni in Druck berferuge wor⸗ 

47 cv den / 





* 




































































1 Maria :) | 
den / auff Anhalten und Befelch da 
Derwalteren / fo gemelter Kyrchen 
vorfichen / deren cin Exemplar der 
hochwürdigfte Den Hen Francifcus 
Morofini Parriarch zu Benedig mie 

durch R. P. Francifcum Ador- 

num Societatis JEsv zu⸗ 


ge ſchickt. 








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Der Mutter Gottes zu 


| Baſſan. 

—S Bildts erſten Vrſprung 

fan ich nit herbey bringen / 

wegen Abgang ſchrifftlicher 

sd mündelicher Vhrkund. Die eltiſtẽ 
gaben allein vor / daß es in dem alten 

berlaßnen Capellein / von deme wir 

jetzund reden wollen / ohne ſonderbahre 
Ehr allzeit geftanden, Wie aber diſes 
Marız- Bild zu denen Ehren / in” 
denen es anjego iſt kommen ſeye / hat 
der Leſer zuvernemmen. 
Dem H. Simon / ſo in ſeiner erſten 
Kindheit von den Juden am H. Char⸗ 
Feeytag von Chriſti wegen ganz jäme 

merlich gu Trient. ifl.aemartert wor⸗ 
den / iſt in gleicher Marter zu Baſſan 
c vi im 













































weit von ihrem Hauß geſtanden / taͤg⸗ 





so Maris Bıld 
im Venediger Gebierh / nach sche 
Jahren hernach / gevolgt der feelig 
Lorentz deflen Dearter und Schmersi 
ich vmbgehe / erzehle allein / was er der 
zehenden Tag ſeines Lebens für groſſt 
Anzaigen geben der groſſen Glory / fc 
jhme der allmechtige Gozz har ver: 
ordnet. 

Ich kan nit ſagen / was fuͤr ein Krieg 
entſtanden ſey / fo da ohne gemeltes 
Laurentij Vatter nit har koͤnnen ge 
führe werden: deß wegen er gleich den 
anderen Tag nach gehabter Hochzeit 
abgeholet worden. Hat auch gemelter 
Krieg nit mehr als neuͤn Monat ge⸗ 
wehret / iſt alſo diſer ſonſt nit alter 
Soldat / friſch vnd geſund / gantz vn⸗ 
verletzt wider nach Hauß geraißt: 
Zweifels ohne durch Gebett ſeiner 
Ehwürtin / die der O. Jungkfrawen 
Marıa ihren Mann vordifem Bild? 
fo in einem verlaßnen Capellein nit 


lich / 








so Baſſan. (23 
ich / vnnd ganz innbrünftig befohlen 
hat / wann man außnimbt die letſten 
ehen Taͤg / welche fie nach der Geburt 
Laurentij in der Kindbeth gelegen. 

Nach dem nun der Mann nach 
Hauß kommen / vnnd die Fraw zu 
Beth gefehenrallweilen er vermeinte / 
ie were kranck hat er ſie auffs freündt⸗ 
ichſt getroͤſtet/ nit weniger die Sram 
zantz vol der Fremden: ſecht da / ſprach 
ſe / liebſter Ehwirth den Erben / ſo vns 
Bozz beſcheret / zu Troſt einßmahls 
onferer alten Jahren. 

Ein Wunder ift es / wie geſchwind 
die Wolcken zuſamen lauffen / wann 
der Himmel ein Wetter anſtimmen 
will. Noch vil baͤlder war alles diſes 
zuſehen in dem Angeſicht deß Bars 
ters / da die gute Sram ſehen müßte 
an feiner Stirn Runzeliwiedie Wol⸗ 
cken / Augen / wie die Plitz Wort/ wie 
der Tonner: was iſt anders zuerwar⸗ 
ten / als der Streich ſelbſten. Was / 

ce vi. fpracht 






















































— — 
7 —— — Zn. —— * — 
= — — her = = En E : — 


62 





Maria Bild 9 
forach er / folte ich eines frembden 
Kinds Barter feyn? Vnd was fonften 
diſem vngeheuͤren Soldaten der vi 
finnigeZorn eingeben:ond hette gleich 
wol der erzürnee Mann dem Schein 
nach / vernänfftige Brfach feinen g6 
rechten Zorn vorgumenden / als wel⸗ 
chen der firenge Fürftliche Befelch 
nit mehr als ein Nacht / nach gehalt 
ner Hochzeit vergont. Vmb fo vil wer 


niger iſt er von der berrübren Sram zu 


milteren geweßt / ob ſchon es an Wol⸗ 
redenheit vnd bitten nit ermanglet. 
Nach dem er dann ſelbſten deß Ton⸗ 
nerens vnd Haglens mid / ziecht er / 
dem Layd ein End zumachen / auß den 


. Degen / den er villeicht niemahls gegen 


dem Feind entbloͤßt / fuͤhret einen grim⸗ 
migen Zorn⸗ Straich auff die Fraw / 
welche die Muͤtterliche Lieb hindan⸗ 


geſetzt / das Kind vorgeworffen / vnnd 


zugleich obgemelten heiligen Marız- 
Silds ingedenck / der Mutter Gottes 
fich befohlen. Kom⸗ 






Su Baſſan. 63 
Kommet herbey aller Welt Helden / 
ond ſehet ſelbſten zu / auff daß euch nit 
ſchwer falle zuglaubẽ / was volgt. Das 
Kind / fo kaum schen Tag ein Menſch 
ware / fanget den voͤlligen Straich 
auff mit lachendem Mund / ergreifft 
die ſchneidende Klingen mit der Hand 
ſo ſtarck / daß / ob ſchon der Vatter den 
andern Straich zuführen / wolte Die 
Woͤhr zuruck ziehen / er doch das mit _ 
allen Kraͤfften nie vermoͤchte / ſon⸗ 
derlich / da das Kind mit geloͤßter 
Zungen auffſchrie: D Vatter / was iſt 
das? Sch bin ewer Sohn / vnnd die 
Muster iſt vnſchuldig. Kaum iſt diß 
geredt worden / behielte Lorenz die 
Woͤhr allein in der Hand / allweilen ſie 
de Vatter entfallen / als welcher nun⸗ 
mehr in ſich ſelbſten empfande / daß er 
Vaͤtter ſeye / da er doch ein Zeit her 
nit vorZorn wußte / daß er cin Menſch 
were. | BB 
Nach dem die Mutter ihr tägliche 
Andachel 

















































17} Maria Bild 

Andacht / vnd fonderlich den letſter 
Rueff gegen Marıa erzehlet / haben fh 
gebuͤhrender maſſen Bozz vnd feine 
lieben Mutter Danck geſagt: hernachk 
auch das groſſe Wunder den Nach. 
bawren / vnd dann auch der ganzen 
Statt Baſſan kunde gemacht: haben 
aber nit bey mänigiichen Glaube 
gefunden’ fondern feynd mit Schant 
vnd Sport an allen Orthen abgewi. 
fen worden biß letſtlich einer oder det 
ander fich befunden / der mit Verch— 
rung difes Bilds die Mutter Gottes 
vmb vbernatuͤrliche Hilf in ſchwerer 
Kranckheit erſucht / welchen dañ bald 
andere nach und nach gevolget / alſe 
daß fich deren fehr vil durch vberna— 
tuͤrliche Hilf gefund befunden / alles 
von der vbergebenedeyten Nungffea 
wen Marıa dahin angefehen, aufl 
daß Laurentius für ein ehliches Kind 
erkennet / und obgemelte Auffag feiner 
Elteren beſtettet wurde / welches „2 
en | au 





zu Baſſan. 
uch beſchehen. Vnd gebuͤhrete ſolche 
ongewohnliche Chr dem heilige Mars 
‚yrer/ maffen er nach vier Jahren vñ 
lich Monaten von den Juden we⸗ 


ven Chriſti Namen die graufame 
Marter erlitten / vnnd jetzt als ein 


jetliger Martyrer angerueften vnnd 
herehrt wirdt. Das Bild iſt noch in 


der P.P. Serviten Kyrchen in hoͤchſten 


Ehren / vnd ſehr Wunderthaͤtig. 


Annal .P.P.Servitarum, P.ꝛ. 


cent. 4. lib. 1 








— 


N 
























Wundert Maria 
| — 
In der Kyrchen der 6 
Juſtina zu Padua. 
ET !S Conſtantinus Coproni⸗ 

7 mus eines gottloſen Vatters 

| ein verfluecheer Sohn / der fie 


ben Deyligen Bilder / fo der Catho⸗ 


liſchen Andacht dem Grewel feines 
Bildfuͤrmeriſchen Vatters entzogen? 
mir Fleiß geſucht / vnd zum theil auch 
gefunden / mit Schwert vnnd Fewr 
auß zutilgen ſich bemuͤhet / iſt ihm dag 
Reich von ſeinem ſterbendem Vatter 
Leone Iſaurico / als einem wolgerath⸗ 
nen Kind im Jahr Chriſti 741. ver⸗ 
laſſen worden vnd Har feinem Vatter 
ſehr gleichförmig nachgefchlagen f 
maſſen er all fein Kayferfiche Mache 
gegen den heyligen Bildenuffen fehen 

| laſſen / 













— — —z— 
— ⸗ San ww mn 




















Di; 





— — 7a 






































































































N 0 Date  .. 
aſſen / alweiten er den Heyligen ſelb⸗ 
ten feine Krieg anſagen kundte. Kein 
Hauf war / welches indem Bildſtuͤr⸗ 
neriſchen Krieg nit etwas erlitten: 
ein Gaſſen / in der nit Span weiß zer⸗ 
rümmerte Tafen geſehen wurden, 
Entgegen zu Hoff waren in guter An⸗ 
ah zuſehen allerley nackende abgoͤt⸗ 
tiſche Bilder. Arte 
Einßmahls wurde ein ſehr groſſe 
Maͤnge der gefundnen heyligen Bilder 
nach Hoff gebracht / nit ohne Verwun⸗ 
derung der Bildſtürmer ſelbſten / die 
ihnen nit wol einbilden kundten / daß 
fo vil der heyligen Bilder nach jhrem 
ſonſt fleiffigen Suchen weren obere 
Bliben.-Dife alle mit einem Pracht sus 
vertilgen iſt auf Befelch deß gott⸗ 
loſen Kayſers auff offentlichem Platz 
zu Conſtantinopl ein Fewr auffge⸗ 
macht worden / nit als ob die Statt 
| Eonftantinoplfonder als ob der Him⸗ | 
| mel ſelbſt in der RAR 
| ſolte 








| 




































68 Maria! Bild 

folte verbrennt werden / vnd im Rauc 
auffgehen. Ob ſchon diſes den gottle 
fen Menſchen Frewd brachte / hate 
doch bey den lieben Heyligen im Him 
mel Verdruß vnnd Widerwillen ver 
urſacht. Es befinden ſich in gemife 
Gegent deß Himmels Tonner /Blitz 
vnd allerley Fewr⸗Strommen / welch 
zwar mit gewiſem Abſehen gegen den 
verfluechten Sünderen jederzeit ge⸗ 
richtet ſtehen / pflegen aber wegen him 
liſcher Barmhertzigkeit nit loß zuge⸗ 


hen / biß die gottloſe Menſchen mir jh⸗ 


ren langwirigen vnd vilfaͤltigen Suͤn⸗ 
den / als mit angezündten vnd geſpun⸗ 
nenen Lundten ſelbſt Fewr geben. So 
bat auch die Weit villeicht nie gefaͤhr⸗ 
Ijeher mir dem Fewr geſchertzt / als diß⸗ 


mahl / maſſen ben nahe fo vil der boͤſen 


Flammen gegen Himmel fomment 
als vil vonnoͤhten ware / daß mit ſambt 
der Start Conſtantinopl / die ganze 
Welt im Rauch auffgienge. 












$ | 
su Padua. 69 
Es branne nun im völligen Fewr 
in groffe Maͤnge der Heyligen Bil⸗ 
er / vnd ſeüffzeten alle die &ozz vnd 
eine Heyligen liebten / vnd von jhnen 
eliebt wurden: ſihe / da wirdt eine auß 
zemelten Taflen durch himmliſche 
Krafft mitten auß der Flammen in 
ven Lufft ſchnell erhebt / vnd falt nach 
zemachtem hohen vnd weiten Bogen⸗ 
Sprung mitten vnder das Volck (ſo 
ich auß Forcht mit den Koͤpffen ge⸗ 
zuckt / vnd auff das beſte verſichert) 
n das Fürtuch / welches ein Catholi⸗ 
che Fraw auß Andacht in Eyl hatte 
pndergehalten. Diſe / damit fie dem 
jeifigen: Bild vnnd jhr ſelbſten nie 
iu Schaden wurde / hat den von Dim 
mel geſchickten Schatz nach Hauß 
zetragen / vñ ſambt andn Vertrawten 
mit Andacht bedacht / vnd befunden / 
yaß die viereggete hültzene Tafel gang 
bnverfehre ohn allen Schaden ber 
Farben auß fo groffem Fewr gann — 


—8 



































































* 





vo Maris Bild 
vbernatürlicher Weiß entruñen feye 
iſt deßwegen fo Tang su Conſtanti 


nopl / aber in gehaim / in Verehrun 


gehalten worden / biß der H. Vriu 
Prieſter / Cuſtos in der heyligen Apoſt 
len Kyrchen / ſambt den heyligen dt 
beren deß heyligen Matthiæ vñ Sue 
auch gemelte Taffel in die Statt Pa 


dua herauß gebracht. Vnd iſt eben di 


ſes kunſtreiche / vnd auch wunderthaͤ 
tige Makiæ. Bild / fo biß auff diſe Zeit 
in der Kyrchen der heiligen Juſtin⸗ 
Benedictiner Ordens verehrt wirdt 
Ob es aber von dem heiligen Kuna 
ſeye gemahlet worden / wie etliche vers 
mainen / kan ich deſſen mit Grund den 
Leſer nit berichten. > 


er 
Diſe Befchiche if mir von R 2. 
Alexandro Bofelli Benedifcher Pro⸗ 
vintz dazumahl Provincial —* 
worden / der alles genommen auf Por- 

tiu:de Felic.Padnan.l 9.0.9. [4124 ; 
on 0 RR 







































































— ——— 


— | 5 


2 
4 
N 


— 
—— Wi * 








































































































I 











7 









auff dem Berg Driom. 


Wunderthaͤtiges Maria 
Bet 25 — 
Auff dem Berg Orton 

bey Padua. 


EAhin iſt layder der Stausen 
| Iy viler Menfchen fommen / 
| daß fie auch dem allmechtis 


sen Gorz ſelbſten nit Glauben geben / 
er bekraͤfftige dann mit Wunder das 
jenige / ſo er zuvor befohlen / oder ver⸗ 
ſprochen: anderſt will ſchier die heutie 
‚ge Welt den redenden / wiewol ſonſt 
allmechtigen Sozz / nit hoͤren Dan | 
verſtehen. | 
Das wirdt der günſtige Leſer * 
nemmen auß der Erfindung deß wun⸗ 
derthaͤtigen Marız- Bilds / ſo anjetzo 
auff dem Berg Orton / nit weit von 
Padua im Welſchland / verehrt wirdt. 


er Jahr 1427 har die oe 




































































—D 




























y2 Maria Bild 

Peſtiſent fo das ganze Welſchlan 
durchloffen/ die Start Padua alfı 
angriffen / daß auch die ſonſt behertzt 
Männer / die Gefahr zuvermeyden 
die Start raumbten / und anderſtwt 
Sicherheit fuchten / maffen ihrer vil 
nit fo vaſt den Todt/alsdie Weiß end 
Form deßSterbens förchreren. Deren 
einer ware Petrus Faleus / ein erlebter 
Kriegs. Mann: har nach gemeinem 
Brauch auß dem Feld wenig Reich 
thumb, aber vil Vngelegenheiten de 


Leibs nach Hauß gebracht + ift jhme 


doch vor allen verdrießlich: geweſen 
ein vnhailbarer Schmertzẽ der Schen⸗ 
ckel. Diſer / damit er mit groͤſſerem ſei⸗ 
nem Nutzen die gefaͤhrliche Sucht 
meydete / hat er ſich auff den Berg 
Orton in das Wildbad begeben / biß 





er gleichwol geſund in ſein geſundes 


Vatterland die Statt Paduam kunte 
wider kehren. | 
Es ware Petrus der frommen Sol⸗ 

a SER han daten 


24 


⁊ 














auff dem Berg Örton. -73 
aten einer / lieſſe fein Tag hingehen 
aß er der Mutter: Gottes nit feine 
ewiſe Gebett ordentlich ſprache. Deß⸗ 
begen er dann auch würdig deß him⸗ 
iſchen Geſprechs geachtet worden / 
naſſen jhme die Himmels Königin 
Ind Mutter Gottes Mara erfchineny 
a er in einem Geſtreüß allein ſpatzie⸗ 
ete / vnd jhme die erwünſchte Geſund⸗ 
eit wider geben. Gehe hin / ſprach fie / 
vafche in dem Quell diſes Baͤchleins 
ie Fuͤß / ſo wirſt du aller Krauck⸗ 
eit ledig werden: hernach / da du dich 
emuͤhen wilſt / wirſt du vnder den 
Steinen in dem Waſſer mein Bildt⸗ 
uß finden / vnd wiſſe / daß diſes Orth 
gein iſt / an welchem ich begehre ge⸗ 
hret zuwerden. Zu deme / ob ſchon je⸗ 
ermann diß alles vo dir hören wirdt / 
pirdt es doch nit jedermann glauben: 
erentwegen / daß auch den Vnglau⸗ 
igen in etwas geholffen werde / ſo 
chneide vonn diſen Baͤumen zwey 


° Zgeig 



































































































„ll 
A) 


erwoͤhlet / vnd denen / fo mich andech 





7% Maris Bild 
Zweig ab / eines von ders Aichbaum 
das ander von dem Oelbaum / vnn 
gehe indie Statt / allwo die Obrigke 
ſich beyſamen befindet / welcher / nat 
dem du die erworbene Geſundheit / v 
meiner Bildtnuß Erfindung wir 
erzehlet haben / ſetze auch hinzu / wa 
ich dir von Erbawung der Kyrche 
befohlen / vnd da ſie diſem allem voͤll 
gen Glauben nit geben werden / alf 
dann vmbgürte deine Senden mirden 
Delzweig / fo wirdt es alßbald ver 
ſchweleken / wirdt aber gleich wide 
grüenen / als geſchwind du das Haup 
darmit wirft kroͤnen. Auß dem ſolle 
ſie abnemmen die Verſoͤhnung mei 
nes Sohns / vnd das — 535 
Peſtilentz. Damit ſie aber auch glau 
ben / daß ich das Orth fuͤr ein Kyrchen 





a 


tig anrueffen/ vil Gnaden zuverleyh 
‚gefinner bin / ſo nimb das Zweig von 
dem Aichbaum / winde es vmb de 

| | Haupt⸗ 








auff dem Berg Orton. 95 
Hamupt / ſo werden fie ſehen / daß es alß⸗ 
bald erdorret / da du dich aber mit ge⸗ 
meltem erdorrten Zweig wirſt vmb⸗ 
gürten / wirdt es wider erfriſcht vnnd 
grüen werden, Nach dem die Him⸗ 
mels⸗Koͤnigin diſes geredt / iſt ſie ver⸗ 
ſchwunden. | h 

Perrus mir himmlifcher Fremd 
begoſſen / erzehlet feinen Dieneren / was 
er geſehen vnd gehoͤrt / ſucht vnd findet 
hinder dem Geſtreüß den Vrſprung 
deß warmen Wild⸗Bads / wie auch in 
dem Waſſer vnder den Steinen das 
perſprochene Marız-Bild/ auff einer 
hützenen Tafel bey anderhalb Schuch 
ang gemahlet. Setzt die ſchadhaffte 
Schenekel in das Waſſer / vñ empfindt 
aßbald die verſprochne Beſſerung: 
pergwifee ſich derowegen auch der 
anderen vier Wundwercken / ſo durch 
hn geſchehen ſolten / eylet der Statt 
u / vnd halter alles ordenlich dem ge⸗ 
ſampten Statt⸗Rath vor / wie dann 

— d u ud 

















































> 





96 Maris Bild 


auch vor mäniglichen die Wunder⸗ 


werck mit den zwey Zweigen befche 
‚ben. Da war nunmehr niemand/ der 
fo bekraͤfftigter Erzehlung in Abred 
ſtunde: niemand / der nit alßbald nach 
ſeinem Vermoͤgen zu dem Gebaͤw der 


Kyrchen Hilff raichte: iſt alſo in we⸗ 


nig Zeit ein ſehr ſchoͤne Kyrchen zur 


Danckſagung der erledigten Statt 


erbawet worden / welche heütiges Tags 


die Patres Eremitæ $. Auguſt: jñen ha⸗ 


ben. Ita Reverendiſſimus D. Tr 


Thomafıni EpifcopusCivitatis-novei in 
huius EeclefieHiftor: auß der eg genom⸗ 


men / vnd mir zugeſchickt R.P.Alexan- 
der Boſelli Provincialis Venet. Prov. 


SUITE Te m 





Wie diß Bild mie Steinen bedeckt 
vnder das Waller kom̃en feye / iſt vn⸗ 
wiſſend. Etliche / wie gemelter Auctot 
ſchreibt / vermeinen / es ſeye von einem 
Bildkürmer alſo verunehret worden. 
Andere woͤlen ſagen / es ſeye von ei⸗ 

X 












auff dem Berg Orton. 77 
em frommen Mann befehchen/ und 
‚lfo wegender KriegsLänffen miteie 
er Marmelfteinen Tafel verſorget 
porden. Andere glauben/ es feye et⸗ 
san an einem Baum gehangen / 
hernach in das Waſſer gefallen 

und von den H: H. Englen 
beſchüntzt worden. 


























28 Maria Bild 


— —— 
Wunderthatiges mac 
Bid 


er dem Berg Berico zu 
VPVicenz 

hat der Statt Blrema 

nit wenig genutzet / daß in dem 
9 nit weit Darvon gelegnen 
Dorff Berga ein erlebte Fraw / mie 
Namen Vincentia wonhafft geweſen / 
maſſen diſe Fraw / wie zu muchmaſſen / 
vmb ſo vil mehr / öffter vnnd eyfriger 
fuͤr die nunmehr ſchier außgeſtorbne 
vnd Volckloſe Statt den Engliſchen 
Grueß gebettet / weil ihr gemelter 
Statt Namen in dem heiligen Tauff 
zu theil worden. Einßmahls bracht ſie 
jhrem Ehewirth / fo feinen Acker an⸗ 
bawete / die Speiß / welches im 1420 
Jahr den 13 Marxtij beſchehen / ohn⸗ 
gefaͤhr vmb die dritte Stund nach 







































































ea, 






























































AUT er 


US NN 


— — 


RER 


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| 











auff dem Berg Berieo. . 79 
Kuffgang der Sonnen / faft mitten 
uff dem Weeg lieſſe fich die Mutter 
Rotes fehen mit foichem Glantz / wel⸗ 
ben auch die junge, will geſchweigen 
oalte Augen/fchwerlich erleyden het⸗ 
en koͤnnen: iſt dann kein Wunder 
eweßt / daß Vincentia halb todt auf 
ie Erden geſuncken. Weil aber die 
Himmels. Königin nit forchtfamb/ 


onder beherat zumachen hieher kom⸗ 


nen 7 har fie ich gewürdiger der et» 
atterten Frawen vberfich zuhelffen/ 
md fie nach abgerribner Forcht alfe 


mzureden: mein Bincentia/ gehe in 


ie Statt / vnd fage maͤnigklich / daß / 


bann jhnen beliebt einßmahls das 


End der nunmehr ſechs und zwaintzig 
aͤhrigen Peſtilentz zuerleben / ſollen fie 
nit gemainer Hilff vnd Gelt⸗Mittlen 
in diſem Orth mir ein Kyrchen er 
awẽ / mit Verſicherung / die grewliche 
Peſt werde jmmerdar / ſo lang / vnd ſo 
u onauffhoͤrlich verfahren / biß ſie 

d ij diſer 























— — * — ⸗ 
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Er ni mn. 











80 © Maria Bild. ü 

difer Hiinfifchen Anweifung glauben 
vnnd ders nachfommen. Pincenria 
nunmehr gemeiner Start Advocatin/ 
bringt alßbald jhre nit vnwichtige Be⸗ 
dencken gang vnerſchrockẽ mit gebüh⸗ 
render Demurh vor = es werde nit 
bald einer in der Start gefunden 
werden / der jhralg einem Weib wur⸗ 
de glauben / vil aber 7 die fie wegen 
ihres Alters und Einfalt auch wur⸗ 
den verlachen. 

Vnd ob fchon zu folcher Botſchafft 
ein Prieſter bekanter Tugendt erküſen 
wurde / wurde mans doch auflegen! 
als ob es auff Belt vnnd Ehr angeſe⸗ 
ben were: an Kyrchen feye fein Abs 
gang / bevorab zu difer Zeit / in welcher 
wegen ſechs vnnd zwaingig jährigen 
Peſtilentz die Start alfo eroͤdet daß 
fich mehr die Kyrchen wegen Abgang 
deß Volcks / dann das Volck wegen 
Abgang der Kyrchen subeflagen: und 
da etwann wider alles Verhoffen ſie 

Vineen⸗ 






auff dem Berg Berico. % 
Ancentia das Volck zu gemeitem 
Zebaͤw beredter wurde es dach in der. 
rarmbten Statt an Gelt⸗Miittlen 
feich die erfie Wochen erwindẽ. Deß⸗ 
segen/ D Himmels, Rönigin/fprach 
je begehre von der Start was müg⸗ 
ich iſt oder wann je dife Kyrchen zu 
einer Ehr folle erbawet werden / er⸗ 
vöhle und ſchicke einen folchen Bot⸗ 
chaffter / der wegen feines Anſehens 
Zlauben finde, und die Sad zu End 
singen möge. So vil hat Bincentia 
yorgerragen/ welches doch die Mutter 
Bortes.alfo beantwortet: gehe hin / 
Vincentia / vnd was ich befohlensseige 
ber Burgerfchafft an / den Vnglau⸗ 
bigen verſprich zu einem Zeichen ein 
friſch auellendes Brünnlein zwiſchen 
difen zween Steinen / wann fi den 
Waſen abſtreiffen / vnnd etwas indie 
Tieſſe graben werden. Ja damit ſie 
wiffen / in was Geſtallt vnnd Weite 
ich die Kyrchen begehre / fine da / wie 
A v9 WM 



























































8: Maria Bild 
ich den Vmbkraiß deß Grundts auf, 
gaichne ; ziecht in dem ein auß Dliven 
Holtz / weiß nit von wen’ zufamen 96 
fügtes Creütz auf der Erden / macht 
darmit ohne alle Muͤhe / wiewol Mm 
harter Erden / einen Riß / zu deme wol 
Pickel vnd Hawen vommoͤthen weren / 


da er von menſchlicher Hand folle aufl 


diſe Weiß außgezaichnet werben. Da 
nun der Vmbkraiß vollendet / vnd an 
dem Orth / da er angefangen worden / 
geſchloſſen wor / ſteckte fie gemeltes 
Creuͤtz an das Orth / an welchem der 
Chor⸗Altar geſetzt ſolte werden. Diß / 
was ſie gehoͤrt vnd geſehen / ſolle fie der 
Burgerſchafft anzeigen / auch hinzu⸗ 
ſetzen / alle ihre Feſt / wie auch alle Som 
taͤg werden den Vicentineren / ſo die 
Kyrchen beſuchen / mehr denn andere 
Taͤg erſprießlich ſeyn. Auff diß iſt die 
Mutter Gottes nit mehr geſehen wor⸗ 


den. 


Vincentia / nach dem fie vonn der 
Erden 








auff dem Berg Berico. 838 
Erden auffgeſtanden / ſicht vor allem 
uff den von Daft geflochtnen Kraͤtze / 
b nit etwann die Speiß verfihättet/ 
der ein jrrdene Schüffel zu Trümmern 
vere aangen/mwelches wol hette koͤndẽ / 
a auch folen geſchehen wegen deß 
nverſehenen Fahlls / fo fie wegen deß 
ehen Schreckens auff die Erden ge⸗ 
han / vnd hat ſich nit wenig verwun⸗ 
ert / da fie alles gantz / bevorab da fie 
ille Speiſen noch ganz warm zuſeyn 
sefundenrfo fie dach bey einer teuͤtſchẽ 
viertel Meil anfang deß Mertzens / 
faſt in der Fruͤe getragen’ zugeſchwei⸗ 
zen deß langen Geſprechs / ſo zwiſchen 
der Mutter Gottes vnd ijhr iſt fuͤruͤber 
gangen. Nach deme ſie dann in Eyl 
jhrem Mann die Speiß eingehendiget / 
und jhme kuͤrtzlich den Innhalt deß 
Beſichts erzehlet / hat ſie ſich fuͤrder⸗ 
lich der Statt zu begeben / vnder wegs 
bey allen / fo fie angetroffen’ und auch 
in der Statt gang fleiflig jhren Befelch 
d vj —— 




































































io Maria Bild 


abgelegt / und ermahner demenadhsus 
kommen! was die Mutter Gottes von 


ihnen begehrte. Wann die Kyrch fo 
gefchwind were vom Fundamẽt auffe 
gewachſen / als behend die newe Mehre 
durch das gemaine Geſchrey weit vñ 
breit kundtbar worden iſt / hette vnfehl⸗ 
bar die Statt Vicenza nach zweyen 
Jahren vmb etlich hundert Innwoh⸗ 
ner mehr gehabt. Aber das nunmehr 
ſibentzig jährige Weiblein / ſo da ans 
hebte zureden von Gelt / vnd zukuͤnff⸗ 
tigen Sachen / gabe jhren aygnen 
Worten wenig Anſehen / maſſen ob 


ſchon fie niemand betriegen wolte / 


war doch wol zu mucthmaſſen / daß fie 
ſelbſt son jhrer aygnen Phantaſey vñ 
Einbildung betrogen were / ſonderlich 
da fie vonder geiſtlichen hohen Obrig⸗ 
keit angehöret / zu jhres gleichen alten 
Beiblein mit jhren Märlein in dag 
Epitat iff abaewifen worden. 

In dem die Vicentiner / ſo wol — 








auff dem "Berg Berice. gr 
lich als Weltlich / die Alte alfo abge⸗ 
fertiget / haben fie vermeints fie Haben 
der Weißheit gemäß gehandlet / ſo ich 
mir doch nit einbilden will / vnd kan; 
dann ſolte ſich nit die himliſche Weiß⸗ 
heit koͤnnen vnder einem ſchlechten 
Kleid auffhalten / mit dem ſich die 
menſchliche Aberwißz offt bedeckt / da 
doch diſe ſehr auffsfan en vnd hochtra⸗ 
gend / jene klein vnd klueg iſt? Solte 
dann Borzz/ fo fein Auffnemmer der 
Perſohn iſt / nit ſchicken doͤrffen / den er 
wii? Slürffeelig! vnd auß den weiſen 
Staͤtten die erſte mueß — ** — ſeyn / 
in der nie keinem alten Weib von je⸗ 
mand iſt glaubt worden / wann ſie boͤſe 
Sachen vorgeſagt haben. Warumb 
glaubt man dan eben diſer nit / die doch 
maͤnigklich nußzliche Ding herbey 
bringt? warum nimbt jhme niemand 
die Muͤhe / den verſprochnen Brun⸗ 
nen zugraben? warumb will niemand 
soon 
d ij Fuͤr⸗ 
































































25 Maris Bild 
Fuͤrwir halber den gezaichneten Vmb⸗ 
kraiß zuſehen? Alſo nemblich handlet 
man / wann die Kleinmuͤtigkeit zu den 
andern traurigen Zufaͤllen ſchlegt / nit 
anderfi als mit denen / fo in der Hoͤhe 
ſchwinglet / welche alles anders / als 
was ſie ſolten / ergreiffen. 

Es koͤnte auch die frome Vincentia 
auffweiſen die Mahlzeichen d Jungts 


fraͤwlichen Finger / fo mit einer liebli⸗ 


chen Roſen⸗Roͤthe die Mutter Gottes 
nach jhrẽ Beruͤhren auff ihren Schul⸗ 
teren hinderlaſſen / vñ villeicht ſeynd ſie 
von vilen geſehen worden. Vor allem 
ſolten die Vicentiner fuͤr ein Zeichen 
erkent haben / daß die Peſt / ſo lang man 
in diſer Handlung geweßt / mercklich 
nachgelaſſen / vnnd nach Verachtung 
diſer newen Maͤhr / gantz grauſamb 
wider zugenomen. Aber / wie ich oben 
geſagt / den Betruͤbten / ſo mit Klein⸗ 
muͤtigkeit vberfallen ſeyn / fallt ſchwer 
etwas guts zuglauben. Vnder 9 
at 





auff dem Perg Berice. 37 
sat Bincentia fein Tag vnderlaſſen 
aß fie nie gleich morgens dem Drih 
ulieffe / allwo fie ein brinnendeg 
Wach Kersl an das Creuͤtz auffge⸗ 
tecft/ / darvor den Tag mit beten 30» 
zebracht unnd kaum Abends heimb 
ommen / mit vorgeben / ſie befinde eini⸗ 
ven Verdruß nit / allweilen ſie himm⸗ 
iſche Geſang hoͤrte. 
Ein gemeine Maynung viler Men⸗ 
chen iſt / daß ſie Bozz/ond feinen lies 
ven — in Gnaden wol gewo⸗ 
ven ſeyen / wann fie ſich die. anerbottne 
immliſche / vnnd jhnen an Leib vnd 
Seel erſprießliche Gnaden anzunem⸗ 
nen endtlich laſſen bereden / als ob in 
fen die Heyligen jhr Schuldigteit 
zethon hetten. Iſt zwey ganzer Jahr 
nit einer gefunden worden / der ſich 
emüchete ein wenig indie Erden zu⸗ 
zraben den Brunnen’ als dag gewiſe 
Zeichen zufuchen oder auch den fur 
en Weeg zufpagieren / vmb den Au⸗ 
N genſchein 






































3 Maria Bild 
genfchein einzune men deß Bwbfratßr 
ſo vie Himels- Königin ſol le gemacht 
Gaben. Derohalben im Jahr 1428 
den 6 Aug: * die abſchewliche Sucht 
gantz grauſamblich die Statt ver 
mwücfer / erſchine die Mutter Gottes 
der Vincentia zum zwayten mahl / wi⸗ 
derholet alles / was fie vor zwey Jahrẽ 
geredt vnd Eefehlen/ welche alßbald 
zn die Statt geloffen / mit Vngeſtüm— 
migkeit bey dem gemeinen Volck ein 
Glauben gefunden: dahero geiſtlich 
vnnd weltliche Obrigkeit verurſacht 
worden / Leüth zuverordnen / die das 
Orth der Kyrchen beſichtigten / vnnd 
den Brunnen ſuchten / mehr die Auff— 
ruhr deß Volcks zuſtillen / als was 
man ſuchte zufinden. Als ſich aber 
offtgedachter Vmbkraiß / als ob er 
heüt graben were / befunden / auch das 
quellende Brünnlein ohne groſſe Ar⸗ 
beit entdeckt worden / wünſchte maͤ⸗ 
Sal vor zwey Sahren dem alten 

Weib 






auff dern Berg Berico. 89 
Weib glaubt zuhaben unnd wurden 
als der Burgerſchafft gemeine Todt⸗ 
ſchlaͤger alle die jenige geſchmaͤcht / fo 
da Ambts halber den Sachen hetten 
nachforfchen ſollen; aber was jeder, 
mann thut / hat niemand sehon. 
Den 25 Auguſti iſt mit groſſer 
Solennitet der erſte Stein gelegt wor⸗ 
den / vnd da man befunden / daß vmb 
ſo vil die Peſt abnemme / als vil das 
Kyrchen⸗Gebaͤw auffnahme / alſo iſt 
mit Anſtellung mehrerer Arbeiter 
darauff geſetzt / vnd den nechſten Sons 
tag ein andere Proeeſſion angeſtellt 
woerden / bey welcher ſich bey dreyze⸗ 
hentauſendt Menſchen befunden / wel⸗ 
che mit Darſchieſſung beraiter Gelt⸗ 
Mirrten / die ſonſt groſſe Kyrchen zu 
End deß dritten Monats vnder das 
Tach gebracht: ſo vil hat es die Statt 
Vicenza gekoſtet / ſich von der acht 
vnd zwainztzig jährigen Peſtilentz ab⸗ 
zukauffen. u. 
er | Auß 

















































































90 Maris Bild 
Auß den Wunderzeichen / fo nach 
vnd nach geſchehen / will ich nur zwey 
berühren. Das erſie / daß klar vnd au⸗ 
genſcheinlich geſpuͤrt worden / daß die 
laydige Sucht gaͤntzlich in diſer Eyl 
abgenommen / in welcher die Kyrchen 
hat zugenommen. Das ander / daß wie 
nie mehr geweſen / als dreyhundert 
Preſthaffte / ſo den erſten Tag auß dem 
new erfundnen Brunnen getruncken / 
alſo ſeynd nit weniger geweſen / welche 
die erwünſchte Geſundheit durch ſol⸗ 
chen Trunck erlangt haben / ob ſchon 
fie mit vnderſchidlichen Siechthumb 
behafft waren. Vermeldet doch R.P. 
Franc.BarbaranusCapuccimus in Hift. 
Eccl. Vicent. 1.1.cap.87. auß deme ich 


diſes genommen daß fich nach ers’ 


lichen Sahren difer Brunn 
verloffen / und verloh⸗ 
ren habe. 










































































— * 
⸗ 
ui 


















auf dem Jungkfraw⸗Berg. | 91 


————— 


— * 
Wunderthaͤtiges Maria 
Auff dem Jungkfraw⸗ 
Berg zu Benevent: 
A Shier iſt zuſehen die Bildtnuß 








| der Mutter Gottes mit ſambt 
dem Kindlein Jeſu auffeiner 


Mahler gefaßt / ja auch nit von einen 
Schreiner verfertiget worden / ſo da 
zunemmen sum theil weilen was 
mder beiden Angeſichteren eines an⸗ 
ern Mahlers Werck iſt / theils weilen 
jar mercklich erſcheint / vnnd nit ver⸗ 
orgen mag werden die Fueg deß vn⸗ 
ern Brets mit dem obern. Woher di⸗ 
es feine Anfang habe / will ich erzehlẽ. 
BVnnd zwar anfaͤngklich / daß die 
es Bild / was den obern Thail betrifft⸗ 
J ſeye 











ültzenen Tafel / welche nit von einem 






































92 - Maria Bıld 

feye von der Hand deß heiligen Lucz⸗ 
follg der Sefer nit zweiflen / damit er der 
vralten / vnd in rühiger Poſſeß herge⸗ 
brachten Tradition nit zuwider gehe / 
maſſen es eben das jenige / vnd kein an⸗ 
ders Bild iſt / welches die Kayſerin Eu⸗ 


doxia mit ſambt der Guͤrtel vnſer liebẽ 


Frawen / vñ Windelein deß Kindleins 
Jeſu / ſo man in jhrer Begraͤbnuß ge⸗ 
funden / zu deß Kayſers Schweſter 
Pulcheria von Jeruſalem nach Con⸗ 
ſtantinopl geſchickt worden. Dahero 
es dañ von dem Jahr Chriſti 420 biß 
auff vnſere Zeiten je vnd allezeit ge⸗ 
nennet iſt worden dag heilige Marız= 
Bild von Eonftantinopl / wegen der 
vberauß groſſen Wunderzeichen / fo 
der allmechtige Eozz wegen Borbitt 
feiner lieben Mutter durch diſes Bild 
gewuͤrcket. Ich wil deren zwey hier, 
bey ſetzen / und hoffen’ es werde nit für 
ein vberfluͤſſige Erzehlung aufgelegt 
werden. 

Das 








auf den Jungkfraw: Berg: 92 
Das erfic har fich mir Gaina zuge⸗ 
ragen einemmilden und barbarifchen 
Rönig. Difer ift mit völligen Kriegs⸗ 
Holck durch die offene Thor in die 
Start Conſtantinopl eingefallen / wei⸗ 
en aber gemelte Statt⸗ Thor (vnwiſ⸗ 
end durch weſſen Hand) vnverſehen⸗ 
ich hinder dem Feind zugeſchloſſen 
eynd worden / vnd der Burgerſchafft / 
ach deme fie ſich zu Ehren der Mut⸗ 
‚er Gottes zu diſem Bild verlobt / das 
Hertz gewachſen / iſt er bey nahe mir 
illen den ſeinigen auff den Gaſſen und 
Pläsen der Start Eonflantinopi nis - - 
yergemacht worden. 
Das ander Wunderzeichen trifft 
in/weiß nie was für barbarifche Voͤl⸗ 
fer / fo mir ſechshundert wolgerüften 
Kriegs Schiffen/ und groifem Voleck 
ber dazumahl auff ſolche vnverſehene 
Zufaͤll wenig verſehenen Statt Con⸗ 
ſtantinopl den euͤſſerſten Vndergang 
getrowet. Alßbald aber auß Rath vnd 
sung 




























































geerſchafft vermoͤcht / daß der dritte Tag 
* in 








24 Maris Bild | 
Anweiſung deß Parrtarchen dife 
Marız- Bild iſt durch die vornemb 
fie Gaſſen / end Stralfen-der Starrii 
andächtiger Proceſſton mir Anruef 
fung deß Allmechtigen Durch die Bor 
bitt feiner lieben Mutter herumb ge 
tragen worden / tft augenfcheinfid 
vermerckt worden / wiedas Bild bit 
terlich anfangre zu wainen / anzuzeigẽ 
wie ernſtlich MARIA für die Stat 
ihren lieben Sohn Bitte / wie es fid 
dann im Werck erzaigt / malen ei 
fewriger Schaur von Himmel kom 
men / alle Schiff mit allen Schiff Seh 
ten alfo in Brand geſteckt / vnnd in 
Meer verſenckt / dag nie mehr dann 
schen entrunnen. Alſo hat die Wel— 
auch ein Exempel einer Meer Soda 
ma. Dife onnd dergleichen Wunder 
werck fo die Statt auß Selegenhelt 
diſes Bilds / durch die Fuͤrbitt Marız 
von Gord erhalten / haben die But 











auff dem Jungkfraw⸗Berg. sg 
nder Wochen forthin feinen Namen 
it mehr von Marte, fonder vonn 
VaRIA genommen’ wegen der groflen 
Andacht / vnd Ehr/ fo an diſem Tag 
vorhentlich Marız in diſem Bild 
yon dem Volck widerfuhre. 
 Sfege will ich erzehlen / wie diſes 
Bild von Conſtantinopl nach Ben“ 
entkommen. Vmb das Jahr Chrifti 
230 hat das Königlein der Inſul 
Irera fein Tochter dem Balduino dem 
Indern dig Namens Kayfern in 
Rient zu heyrathen anerborten. Bal- 
luinus, weil er von Decidentalifcheht 
Rönigen und Fürften fein Herkoms 
nen hette / hette Fein Luſt zu ſolchem 
Zeyrath / bevorab wolte er nichts mit 
Lretenſeren zuſchaffen haben und be⸗ 
anckte ſich / wie gebuͤhrlich mit hoͤffli⸗ 
her Antwort / welche doch der Cre⸗ 
enſer / als obs jhme zu einer Schmach 
eraichte / ſehr vbel außgelegt / vnd das 
and gantz vnverſehens mit — 
| Buche 


































Maria Bild 
vberzogen. Dahero dann Balduinu 
gezwungen worden von dem gantze 
Griechen⸗Land groffe Contribution 
Gelter zubegehren vmb nothwendig 
Kriegß⸗Mittl zuverſchaffen / den 
Feind zubegegnen / wie er dann auc 
die vornembſte Potentatẽ deß Welſch 
Lands / als ſeine Bluets⸗Freuͤnd vm 
Hilff erſucht / vnd den Venedigeren 
wegen gelaiſter Hilff vnd Gelt⸗Mittl 
Bi feinen aygnen Sohn / als Gaiſel / wi 
auch hochheylige Heylthumben / on 
"EB HD BE Schaͤtze als Pfand einge 
Jr Ben etzt | 
en 9 Binder deme eintweders megen A 
lack führung fo viler Hochheyliger Heyl 
I, thumben auß der alten Kayfern geifl 
lichen Schatz⸗Camer / oder wegen On 
freündslichen Einnahmb der auffer 
legten Contribution⸗Gelter / iſt R 
dem Griechiſchen Bold ein folche 
Widerwillen gegen dem Kayſer ent 
ſtanden / daß Deo 











auff den JZungkfraw- Berg. 97 
ſt gesogen worden / ob nit Balduinus 
ey den Eretenferenals falfchen Sein 
en mehr Sicherheit feiner Perfon 
uſuchen / vnd zufinden hette / als bey 
en Briechen „feinen Vnderthonen / 
ber ſalſchen Freünden. 
Die Flucht / als das gewiſe Mittl 
er Sicherheit iſt erwoͤhlet worden / 
nd zwar in Italien zu den Befreuͤnd⸗ 
n Hat alſo den Kayſerlichen Schatz / 
nd alle Heylthumben / fo vil eg die 
zyl erlitte / in die verordnere Schiff 
tragen verſchafft. Catharina / Bal- 
uini nechſte Befreuͤndte / ob ſchon fie 
je vntrewe Start Conſtantinopl mit 
remden verlieſſe / kunte doch den one 
erthen Burgeren diß heilige Bild 
ine: Schmersen: nit. hinderlaffen: 
filcht derowegen in Eyletlichen tre⸗ 
en vnnd frommen Soldaten / die 
afel von dem Altar abzuheben / wel⸗ 
es / als fie wegen Abgang nothwen⸗ 
un Berdieügs, / vnnd tringender 


‚Ce 























































ss Maris Bild 
Eylfertigkeit nie haben können im 
Werck fenen! wie es begchre worden 
vnd die ganne Tafel ledig machen on! 
gewinnen/ haben fe die Tafel fo gu 
fie koͤnt / vberzwerchs abgefehnirten 
vnd den obern Thail mit ſich hinweg 
entführt / vnnd Catharinæ gebrach 
Mit diſen Reichthumben har Baldui 
nus der fluͤchtige Kayſer das Welſck 
Sand ſicher erraicht / vnd auff das dan 
außgeſtigen. | 
In deme er nun durch Apulien gi 
gen Neapl fein Raiß fortgeſent / vn 
wie Statt Avellin (fo nit weit von 
Künigßberg) erraicht / hat der Mau 
thieren eines / fo neben andernReli 
quien mis gemeltem Marte-Bild Bi 
laden ware/ von fich ſelbſt die Land 
Straß verlaſſen / und auff die Seite 
dem Berg zugeeylet: welches / nat 
deme es von den Eſeltreiberen Hei 
merckt worden / haben fie alßbalt 
die jrꝛende Beſtien / wir fie yermeit 
EISEN & bel 
































auff dem Fungkfeaws Berg. 99 
ten / wider auft die rechre Straß gewi⸗ 
fen. Diſes / als 68 zum andern vnd 
drittenmahl gefehehen/ end auch von 
Himmel ein grewlicher Schaur dar 
auf ervolgt / hat jhme der Kayfer nit 
ohne vernünfftige Vrſach eingebilder? 


als ob wider Wilen deß Himmels dag ' 


Maulthier were zum dritten mahl zu 
ruck getriben / vnd ab ſeiner Raiß ver⸗ 
hindert worden / ſonderlich da er hat 
innen worden / daß nit weit von dan⸗ 
nen ein vom heiligen Wilhelmo geſtiff⸗ 
tes / vnd in guter Regl erhaltnes Wil⸗ 
helmiter Cloſter gelegen were / ſo der 
Jungkfraw⸗Berg genennt were / all⸗ 


wohin villeicht die Beſtien vbernatuͤr⸗ 


lich er Weiß gelaittet werde. 

WVolgt derowegen Balduinus mie 
aller Hoffſtatt und raifigen Zeuͤg dem 
vorgehenden Maulthier ganz fleiſſig / 
welches den graden Weeg der Kyr⸗ 
chen zugangen: in deme man aber alſo 
in die Gegend kommen / daß man deß 
ei Gurke 












































100: Maria Bild 
Bots: Hauß anfichtig worden / haber 
fich ohne menſchliches Zuthun all 
Gloggen angefangen mit völligen 


Geleuͤth hören zulaffen / ab deme dai 


die Religioſen anfänglich erſchrockẽ 
bernach nach verffandnem Verlauf 
das wundershätige Marı=- Bild mi 

völliger angeftelter Proceflion/ fo vi 
es die Eyl erlitten / biß in Die Kyrche 
beglaitet / vñ mie Willen deß Kayſer 


vnd Sarharine auff den Hoch⸗Alta 


geſetzt. Iſt aber deß andern Tagsıaı 
einem andern Orth der Kyrchen ge 
funden worden / allwo hernach beſon 
derer Altar und Capellen mit groſſen 
Coſten erbawet worden / wie es fit 
dann noch biß auff heuͤtigen Tag mi 


hoͤchſtem Nutz def ganzen Neapolt 
taniſchen Reichs: befinder. Sehr vi 


und auch fonft nit bald erhoͤrte Wun 
derzeichen zugeſchweigen / fan ich «i 
nes nie außfaflen / welches gewiß det 
Leſer lein Verdruß a J— 
4 n 





auff dem yungkfraw- Berg. 101 
Ohne gefehr bey einer halben teuͤt⸗ 
chen Meil in dem Vmbkraiß / wann 
nan die Kyrchen vonn dem Mittl⸗ 
Puncten nimbt / kan ohne groſſen Vn⸗ 
villen deß Himmels kein Fleiſch / Ayr / 
Kaͤß / Butter / oder Milch von keinem 
enoſſen / ja auch fo gar nit in geinelte 
Hegent hinein gerragen werden; maſ⸗ 


en alßbald deren einesift an das Orth | 
ommen / vnd hinein getragen worden/ 


a wann nur ein Bawren Weib hir 
in fombe/ fo Sandts. Brauch nach 
hre Haar mir Butter beſtrichen / alß⸗ 
ald erzeigt ſich der Himmel aang 
zild / vnd entſtehet ein erſchroͤckliches 
Wetter / Wind vnd Schaur / Donner 
nnd Blitz / als ob der Berg zergehen 
lle / vnd iſt deſſen fo lang / und fo vil 
in End zuverhoffen / biß daß die gan⸗ 


nnd gefundne Wahr eintweders in 
a8 tieffe Thal / oder in das Fewr ge 
orffen wirdt. Im fahl / wie ich oben 
i e iij geſagt / 
































eGegent durchſucht / vñ die verbottne 














02 . Maris Bild 
gefast / das Maar eines Bawren⸗ 
Weibs 1 Sandıs Brauch nach mit 
Butter beſtrichẽ / muͤſſen die Haar abe 
geſchnitten / vnnd in dem Fewr ver 
zehrt werden / da man anderſt willens 
iſt den ornigen Gor — 9— 


Muſtriſſimus & Reverendiflimus D. 


Jordanus Epife. Legdunenfis in ſus 
Chronico, auß welchem gedachte Er⸗ 
zehlung genommen hat R-P. Filoma- 
rinusR.Coll.Benevent. vnd mit ſambe 
dẽ Bild zugeſchickt. Es fan gefhen 
werden . R. P. Ant Spinell 

9 ‚in Throno Deii- 

: paræ. — J 
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104 _ Marie Bid 
Gebaͤw vnvollendet verbliben: es ſtund 
gemelte Kyrch villeicht biß anjetzo vn⸗ 
bedeckt / wann nit Romualdus ſtets 
bey der Mutter Gottes jnnbruͤnſtig 
herte vmb Hilffangehalten. Run iſt 
atıch difes Gebett nit vnerhoͤrt ver⸗ 
blibẽ / maſſen fe ben nächtlicher Weil / 
einem frommen Burger gantz weiß 
bekleydet erfchinen / vnd befohlen / er 


ſolle dem Biſchoff anzeigen: «6 feyen 


nunmehr die lange / vnd zum Kyrch⸗ 
Tach gehoͤrige Baͤm angelendet / vnd 
ſtehen an dem Geſtatt. Iſt aber der 
Burger mie feinem Traum abgewi⸗ 
fen worden. Dan woher fole man dag 
Holtz erwarten Finden? vnd ob ſchon 
etwa diſes durch Einſprechung Got⸗ 
tes einer anderſtwoher geſchickt / wur⸗ 
den die Schiff Leuͤth nit ermanglen 
ſich anzumelden. Es hat jhr die Mut⸗ 
ter Gottes gefallen laſſen die andere 
Nacht widerumb zukommen / vnnd 
dem Burger zuſagen: es ſeye die ie 

—— ey: eit / 


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so Morepel. 105 
eit / vnd nit ein Traum geweſen: iſt 
ber auch dißmahl / wie zuvor / vonn 
em Biſchoff abgefertiget worden. 
ls aber die Himmels. Königin auch 
ie dritte Nacht kommen / vnnd alles 
a8 vorige befterter und befohlen / ift 
er andechtige Burger auß dem er⸗ 
en Schlaf erwacht / vnnd vor allem 
em Meer zugeloffen / welches gleich 
ey der Statt auch in ein grofle Weite 
hne Mühe mag vberfehen werden, 
Imo fich die fo groſſe Balcken nie 
ol verbergen wurden’ wann fie etwa 
ngelofientweren. Vñ hats auch gleich 
n dem Geſtatt zu nechft gefunden, _ 
Bon der gehen Frewdt iffer vorhin. 
ert worden die Baum zuzehlen / vnd 
mbzufragen / woher ſie fommen/ vnd 
ser fie zebracht / Sonder har zu dem 
ßiſchoff geeyterrihme bey Miternacht 
ie angelendere Kyrcben-Hölger mie 
jeemden-angelagt/ fo er mit feinen 
loſt aygnen Augen geſehen hette. 
ev Do 






























































106 Maria Bild 
Romualdus / auff daß er den Vnglau 
ben / den er bißhero ſchon zweymah 
erzaigt gegen der Himmels⸗Koͤnigin 
in etwas entſchuldiget 7 har weiter 
Prob nie begehrt / fonder alßbalt 
durch völliaes Kyrchen⸗Geleuͤth / bey 
Mtrernacht das Bolck berueffen / ont 
in ordenficher Proceflion dem Heftatı 
zugangen / vmb auff on anzunemmer 
die vberſchickt Kyrchen⸗Stewr / ſeynd 
auch im Floß ein vnd dreiſſig der be. 
fien Bäumen gefunden worden? ji 
foläser Dicke und Laͤnge / wie fie von 
dem Zimmermaifter felbffen für den 
Tach⸗Stuel möchten begehrt mer 
ben: welche dann alßbald auff das 
Sand dem Meer feynd entzogen wor. 
dent. | 
Daß das Volck nit ahne Schrede 
bey Miternacht mit Gloggenſchall iſt 

beruffen / vnd Proceſſton⸗Weiß auſſer 
der Statt gefuͤhrt worden / haben fuͤr 
vngut erkent die jenigen / welchen die 

| Sicher⸗ 








Jo Monopek YoY 
Sicherheit der Statt anbefohlen war / 
naſſen dergleichen Auflauff nit ohne 
zugenſcheinliche Lebens Gefahr der 
Krancken / vñ ſonderlich der Frawen / 
d groſſes Leibs ſeynd / beſchehen / als 
velche vom gehen Schroͤcken zu Zei⸗ 
en auch deß gehen Todts ſterben. Zu 
em / fo hette auch wol Die vnbewaff⸗ 
gete Burgerſchafft auſſerhalb 8 Start 
etwas feindtlichs erfahren / auch etwa 
in Abgang der Mannſchafft entzwi⸗ 
ſchen die oͤde Statt mit Fewr ange⸗ 
ſteckt / oder anderwerts Schaden ley⸗ 
den koͤnnen; alſo hette man wol den 
Morgen erwarten fonnen / oder da 
man je geforchten hette / der Floß 
möchte hinweck geſchwembt werden/ 
hette den gleichwol der Biſchoff mit 


den ſeinigen verſicheren mögen. Alſo 


redeten von der Sach die jenigen / wel⸗ 
che ſich zu dem wenigſten darauff ver⸗ 
ſtunden. Sehr vil war daran gelegen / 


* das Dolch der Proceffion beyge⸗ 


e vi wohnet/ 





























































108 Maria Bild 
wohnet / dann auff folche Weiß aller 
Zeuͤg den böfen Zungen entzogen wor“ 
den den Beiftlichen vbel nachzureden 
und eines Betrugs zubezlichtigen; m 
deme weit ein grölferer Schatz / als 
das Holz felbft gefunden ift worden) 
dann in deme man die aeflochtene 
Paſt abgehawen / vnnd die Baum 
zertrennt / iſt ein hültzene Tafel / vier 
Spann hoch / drey breit erſehen wor⸗ 
den / auff welcher ein ſehr ſchoͤnes Ma- 
Ria. Bild von guter / vnd villeich nit 
von Menſchen Hand gemahlet: etli⸗ 
che / weil es denen von St. Luca ge⸗ 
faßten Bilderen nit vngleich / ſeynd 
der Maynung geweſen / es ſeye eins 
auß denſelbigen. Die Mutter haltet 
das Kind auff dem lincken Arm; zu 
vnderſt ſeynd jhrer zween als Ordens 
Leuth deß Heiligen Baſilij gemahlet / 
mit einer hinabhangenden ſchwartzen 
fpisigen Kappen: auß welchen doch 
nit zuübergeüge eiftrale ob dig jr 









zu Monppel. 109’ 


erſt lang nach dep heiligen Lucæ Zei⸗ 
ten were verfertiget worden / theils all⸗ 
weilen nit zuglauben nothwendig / daß 
das gantze Gemaͤhl auff einmahl ſeye 


verfertiget worden / vnd alſo lang her⸗ 


nach gemelte zween Refigiofen(wang 
anderſt ſolche ſeyn) haben koͤnnen hin⸗ 
ju geſetzt ſeyn: thails weil auch an dem 
lauretaniſchen Maxtæ- Bild faſt der, 


gleichen Klaydung geſehen wirdt: fo 


icht man auch auff der rechten Seit? 
ie Abbildung einer Griechiſchen 
Fraw / welche / weil ſie kaum einer halb 
Spannen groß / iſt vermuthlich / eg 
eye eben die / welche das Bild ange⸗ 
rim̃et / nit aber ein andere H. Perſon. 
Was folte die verſamblete Burger 
chafft twegen erfundnes Schages an, 
ers anordnen / als einen Triumph: 
nd iſt eben recht nach abgebrunnene 
jacken und Windliechteren der liebe 
ag angebrochen/ und auff die liebli⸗ 
Ne Morgenroͤth die helle Sonn aufß 
* e wi gangen / 


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yis Maris Bild 
gangen / vnd das fehönfte Werter mit 
ſich gebracht / der jenigen su Ehren? 
welche ſchoͤn iſt als wie die Morgen⸗ 
roͤthe / vnd außerwoͤhlt wie die Sonn. 
So hat ſich auch das andaͤchtige 
Volck behend/ vnnd für ſich ſelbſt in 
gute Ordnungen gethailt / den Bi⸗ 
ſchoff / ſo das Heilige Bild truge / in Die 
Statt/vnnd volgendts in bie Kyrch 
zubeglaiten. Auff dem Hoch⸗Altar iſt 
es vil Monat in groſſer Verehrung 
geſtanden / mit ohne ſonderbahre But 
thaten und Wunderzeichen / mit wel 
chen es den Titul eines wunderthaͤ 
tigen Bilds vberkommen. Hernach if 
es wegen Vngeſtuͤmmigkeit der Baw 

Leüth auff die Seiten gegen ð Kyrch 
Thür ober verſetzt worden / biß aleid 
wol dag jenige Orth mit Coſten on 
Kunſt verfertiger wurde / im welchen 
es zu ewigen Zeiten fein VBerbfeibe 
haben ſolte wohin man dann’ al 
gemeltes Orth endtlich nach ale 

| N ae Kun 





\ 9a Monopel, m 
Kunſt iſt zu End kommen / das heilige 


Bild mit groſſer Andacht / in beyſeyn 


groſſes Volcks / it geſezt worden. Iſt 
aber gleich deß andern Tags widerum 
an ſeinem vorigen Orth gefunden 
worden / darauß leicht zuvernemmen 
geweſen / daß diſes Orth der Mutter 
Gottes mehr als das vorige gefällig 
feye : deßwegen feynd alßbald wide 
rumb Baw⸗Leüth und Künſtler arm 
geftelle worden / mit newen Coſten / 
vnd noch gröfferer Kunſt diſes Orth 
azuziehren. Anjetzo wirdt an dem heilige 
Bild anders nichts / als die Geſicht 
Jeſu und Marız geſehen / maſſen al⸗ 
les anders mit Gold vnd Edelgeſtein 
verſetzt / vnd verdeckt. Die Wunder⸗ 
zeichen / allweilen fie gleichſamb taͤg⸗ 
lich ſeynd / werden ſchier nit mehr mit 
Verwunderung erzehlet. Das iſt et⸗ 


was frembds / vnd fo nie gar offt gele⸗ 


ſen wirdt / daß zur Zeit der Belaͤge⸗ 
rung die Mutter Gottes in weiſſer 
Klay⸗ 
































































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yie Maria Bild 
Klaydung zwiſchen zween himmli 
ſchen Fackel⸗Trageren auff ihrem 
Kyrch⸗ Tach ſich fehen laſſen / vnd ein 
StuckKugel / fo der Kyrch zugan 
gen / zu ruck getribeniauch den Pixen 
Moaiſter / fo das Stuck geloͤßt / darmi 
nidergemacht. | 
So hat fie auch den geraubten / vm 
ſchon hinweck geführten Kyrchen— 
Schatz zum andern / ja zum dritter 
mahl gang wunderbarlich wideruml 
zuruck gebracht / wie die Rauber ſelbſ 
freywillig bekennt haben. 
Einßmahls iſt einer auß den Kyr 
chen Beampten ſo verwegen geweſen 
daß er ſich vnderſtanden die Kleino 
dien von dem heiligen Bild hinwed 
zunemmen / vnd zuentführen und Äf 
jhme fein Borhaben fo glücklich ab 
gangen / daß er alles ganz ficher in der 
Sack gebracht / hat aber Feines weegt 
die Thur / der ſonſt nie groſſen Capellẽ 
finden können / ſonder hin vnnd wide 
al 








zu Monöpel. 313 
an alle Waͤnd angefahren. Der Mes 
ner wolte jhme mir der Hand den 
Weeg weiſen / bat aber auch er mir 
fambt dem andern fo lang der offnen 
Thür verfähler/ / biß der Gotts⸗Rau⸗ 
ber ſein Schuld ertennt vnd bekennt / 
ond auch das entfrembdte Guet wide⸗ 
rum̃ an ſein gebuͤhrẽdes Orth gelifert. 
Ein Kind wurde von einem fuͤruͤ⸗ 
vergehenden Wagen gantz jaͤmmer⸗ 
ich zerquetſcht: die Mutter lieſſe das 
Kind in Todts⸗Noͤthen / vnnd eylete 
nit einem koͤſtlichen Edelgeſtein der 
Ryrch zu / wirfft das mit Andacht auff 
en Altar / vnd kehret ganz eylfertig 
bider nach Hauß / vnnd finder das 
Rind ganz friſch und gefund, Als dag 
Rind feiner fo gehen Eur wegen be, 
ragt worden:ein Jungkfraw  fprach 
s / difer gan gleich (deütter beyne⸗ 
ns auff das Marız-Bild/ fo an der 
Stollen der Bethſtatt angeheffter was 
6) ift herein kommen / welcher nach 
dem 

































































y14 Maris Bild 


dem fie mich gantz liebreich mit ihrer 
Hand auff das Wang geſchlagen 
mir befohfen/ allzeit ingedenck zuſeyn 
auff was fuͤr ein Weiß ich were von 
jhr geſund gemacht worden: ich habe 
mich alßbald friſch vnd geſund befun⸗ 
den / vnnd ſie iſt erſt hinauß gangen 
vnnd fan: noch nit weit von re 
tommen fon == 
u Ex. Narratione 7 B. —7 
HE de Madis der State Monopel Mm 








H IB i \ Welſcher Sprac ‚mit Approba- 
I 9— ion hoher: geiftlicher Ob⸗ — 
| a rigteit in Teucdven | 





































































































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in.der Inſul Tremiti. 95 


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XIII. * 

Wunderthaͤtiges Maria 

| ae... 

In der Inſul Tremiti in 

dem Adriäfifchen 
151479 | 


| Rn Se Snfulsfoin dem Adria⸗ 
2riſchen Meer ligt/ und man 

jetzo Tremiti heiſſet / hat vor 
Betten jhren Namen gehabt von dem 
König Diomedes, und Diomedea 96 
Henne worden / anjeno aber nach ver⸗ 
ohrnem Namen vnnd König iſt fie 
in Erempel der menfchlichen Vnbe⸗ 
faaͤndigkeit / vnd hat von dem forcht- 
amen Zittern ter Erdbidem jhren 
Damen getwunnen. — 
Diomedis deß Königs vor Zeiten 
zroſſer Namen hat ein End / vnd ae 
Ne Goͤtter / fo von jhme in diſer Inſui 
* ſeynd 















































































































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1600 Maria Bild 
ſeynd angeberrer worden’ haben Ort 
sehen dem wahren Gore / der anien 
darinnen verehret wirdt / der dam 
auch von den Innwohneren alfo bif 
Hero ift bedient worden / daß fie aud 
ihres haydniſchen alten Herfomen 
‚ganz vergeſſen / alfo dag man ninderf 
weniger vom König Diomedes zufa 
gen wußte / als eben hier / wo er vo 
Zeiten fich auffgehalten. 
Es hat fich su Chriſtlichen Zeiter 
ein gottsfoͤrchtiger Waldbruder hie 
rinnen auffgehalten / mit foldhen 
Waondel / daß Gorein Wolgefallen 
vnd die Innwohner groſſen Nutz dar 
von hetten. Diſer / allweilen er fo © 





‚in feinem Gebett mit Gorz vnd ſei 


nen lieben Heyligen ſich befprachr/t 
endtlich würdig gefchest worden / auch 
vom Himmel herab angeredt zuwer 
den. Iſt jhme derowegen einßmahls 
Da ertin eyßrigen Gebett ware / Di 
Dimmels-Königin erſchinen / vnn 













in der Inſul Tremitt. Ir 
hme exftlich den gehen Schrecken 
nit gang lieblichem Angefiche vnnd 
Worten hinweck genommen, hernach 
efohlen / jhr cin groſſe vnnd koͤſtliche 
Kyrchen an diſem Orth zuerbawen. 
Run ware der gottsfoͤrchtige Mann 
eſſen wol zufriden / vnnd erzaigre alle 
Willigkeit vnnd Gehorſamb / hette 
uch / da es jhr were gefaͤllig geweſen / 
auſent Kyrchen fuͤr eine gewünſcht / 
ber die Gelt⸗Mittl waren nic ver⸗ 
anden/in bedenchen der wenigen’ vi 
azumahl ober beftelleen Innwohne⸗ 
en. Als jhne nun die Mutter Bortes 
lſo forgfältig geſehen: gehe hin / ſprach 
e / vand grabe an diſem Orth(wel—⸗ 
hes fie ihme zugleich mir dem Finger 
ngedeufter ) und wende den Schatz / 
du finden wirft / auff die Arbeiter 
nd Bawleüth. Nach difem iſt die, 
immels⸗Koͤnigin verſchwunden / vñ 
at den Waldbruder ganz getroͤſt ver⸗ 
ſſſen / welcher alßbald die Grabſcha — 
je | ; e & 


— 







































































































































































































nd Marie Bild 


fel ergriffen, / vnd an dem vorbedeüte 
Orth angefangen zuſuchen / vnd n 


‚ober lang ein Grabſtein entdeckt / de 
ſen Vberſchrifft som Koͤnig Diome 


des Anzaigen gabe: den hebt er ab / v 
befindt gemeltes Koͤnigs Gebain / we 
be er gleichwol nit hette kennen Fl 
nen / daß fie eines Königs: werd 
wann deffennit Anzaigen geben het 
die Grab⸗Schrifft / vnd die beygeleg 








keit an / vnd hat fich nach gemacht 
Rechnung befunden’ daß das gefut 
dene Bold und Gele zu: einer grofli 
vnd koͤſtlichen Kyrch fich gnugſan 
erſtrecke / ſo iſt auch von denen / ſo 
wa vonn der Himmels Königin 
wunderliche Gnad erhalten alſon 
darzu gefchoffen worden / daß auch 








Inder Inſul Eremitks u⸗ 
die Ordens Perſonen deß heiligen 
Benedicti ein Cloſter iſt hinzu geſetzt 
worden / welche gemelte Kyrch ſolten 
verſorgen. Alſo nemblich volget die 
Mutter dem Sohn nach / in dem fie 
- befilcher was fie will / vnnd gibt / 

was ſie beſilcht. Joannes 
Baptiſta Alberti. 






















































































































































2e Maris Bild. 


eu. Er, = REREEREEEEN Ei - nen 
- — 


Wunderthaͤtiges Mari 
Bo 





In der Kyrchen dep 5 

Celſi zu Mayland. 
Etant if der ganzen Chr 
OF ſtenheit die edle Marter de 
es tarcfmürigen Juͤnglings v 
Blutzeügens Celſt. Seine heylia 
Reliquien bey der Start-Porsen 1 | 





- man Ludovica nenner/feynd zwar de 


Zeiten / wie zuvermueren / in Ehre 
geweſen / aber doch von der Zeit ſelb 

in ſolche Vergeß geſtellt worden / da 

wo nit der heilige Biſchoff Ambroſiu 
durch himmliſche Offenbahrung de 
verborgnen / vnd nunmehr verlohrne 
Schatzes were berichtet worden / w 
noch villeicht auch zu diſer Zeit kei 
Wiſſenſchafft darvon herren. Die ei 
ER: funden 




























































































8 
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FE 


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\\' 




















deß heiligen Eelfi. 121 
fundene heylige Reliquien hat er in ein 


anderen Thail der Statt getragen / 


allwo hernach cin koͤſtliche Kyrch dem 
heiligen zu Ehren iſt erbawet wor⸗ 


den Damit aber auch die Gedechtnuß 


deß Orths / in dem er ſo lange Jahr 
geruhet / bey den Nachkoͤmblingen 
verblibe / haben vnſere Vor⸗Elteren 
auß gebrennten Steinen ein Saul 
auffgerichtet / vnd dieſelbe mit einem 
gemahlten Marız- Bild gezieret. So 
if auch nit lang nach Erfindung der 
heyligen Gebain ein fleine Capellen 
erbawet worden / auß welcher Lan- 
dulphus Porrus Ertz⸗Biſchoff zu May⸗ 
land ein Kyrchen gemacht / mir ſambt 
sine Cloſter Benedictiner Ordens / 
weiches im Jahr 1550 an die Her 
ken Canonicos Regulares $.Salvatoris 
ommen / vonmwelchen das von Krieg 
ber ftörteQiofter mit ſambt der erloſch⸗ 
nen Andacht wider zu dem alten ges 
race worden / fonderlich mir Erbas 





f wune 












































































































































122 Maria Bild 
wung einer ſehr groſſen und anfehlk 
chen Kyrchen / auff deren Chor Al 
tar gemeltes Marız- Bild iſt sehe 
worden / mit cyfenem Gärter bewah 
ret / vnnd mie einem Vorhang be 
deckt. 

Es ſeynd ſehr vil vnd groſſe Wun 
derzeichen allhier geſchehen; aber wei 
fie denen nie vngleich ſeynd / wel 
che auch anderwerts pflegen gefe 
hen zumerden / will ich deren feine 
herbey fegen / aufgenommen eineß' 
welches: der Maylender fonft gro 
Andacht noch vmb vil gemehret. A 
im Jahr 1485 den zwansigften Ta 
Wintermonats / Kerr: Joannes Pe 
trus Porrus Ertz⸗Biſchoff — 
Meß hielte / ſeynd in Beyſeyn glau 
würdiger Zeügen ſichtbarlich zmeer 
heylige Engel erſchinen / vnnd ha 
ben den Vorgeſpanten Vorhang mi 
groſſer Ehrentbietung auffgezogen 
Wie dann niemand zweiflen lieſ 
hal fe de 






























deß is Celſi. 128 
e der ungemohnliche und unbefante 
Beruch / die vbernatürliche ſchoͤne 


Beftalr jhrer Perſonen / wie auch die 


immlifche Frewd und Süeſſigkeit / fo 
ie Anſchawende in jhren Herzen 
Hberftel. Das heilige Bild felbften 


ieffe fich anfehen / als 0b es were le⸗ 


endig worden’ alfo mit frifchen leb⸗ 
jaffeen Augen hat es die Vmbſtehende 
ngefehen/ vnd zugleich an herslis 
be Frewd verurfacher. Dahero iſt 
iß auff heutigen: Tag. difes heilige 


Bild der Stare Maylandı als wie 
in Schatz / und verurfacht wegen der 


offen Wunder groffe. Andacht. 
Die Bile der anugfamen Zeügen 
aßt an difer Sefchicht niemand zwei» 


en. / fonderlich weil alles gerichtlich 


ſt verfaßt und den Nachkoͤmblichen 
inderlaſſen worden. Felix Aſtolfus 
janon: Regul: S.Salvatoris (auf def 
n me vniverfali ich difeg ge» 
Be: f J gennen 

















































































































































































11709 








324 Maris Bil 
nommen) bezeuͤgt # er habe die‘ Dh 
derfchriffe der acht vnnd swainnig 
Zeigen geſehen / fo.alle bey gemeltet 

Sicchoͤſſlichen H Meß geweſen / vñ 





alles wie erzehlet / mit ay⸗ 7 
— on ge⸗ 



























































































































































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27 


Su Caravaggio 126 
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Bild 
zu Coravansio, 
ef diſer Statt / Maylendiſchen 
J Gebiets / hat ſich etwas zuge⸗ 
Deiragen zu Troſt der jenigen 
rawen / ſo von jhren Ehe⸗Maͤñeren 
ar zu hart gehalten werden. | 
Joannetta eines Bawren Tochter? 
) fich.gegen der Mutter Gottes von 
zugendt auff je und allzeit andachtig 
seigt/:hat ſich allein auß Befelch jh⸗ 
es Vatters einem gortlofen Bawren? 
if Dame Petrus Varalns;verheirar 
s welche fonft.die weniafte Gedan⸗ 
en von dem Eheſtand nit here. Nun 
at gemelter Heuͤrath alfo vbel auß⸗ 
ſchlagen / daß nichts als Ach vnnd 
Behe vonn dem armen verlaßnen 
Beib zuhören. Maſſen wann bey | 


Wunderthaͤtiges Maria 














































































































i26 . Maria Bild 
dem unfinnigen / und feiner felbft um 
mächtigen Mann die gottloſe Fluech 
vnd Schel- Wort ein End genomeni 
hat cr Stechen vnd Prügel ergriffen 
vnd diefelbedem arınen Weib alſo ges 
zaigt I daß fie deren Mahlzeichen vil 
Taͤg geſehen ond empfunden. Vnnt 
ware dem Weib weder frembd noch 
new täglich alſo gegruͤßt zuwerden 
auß genommen / wann etwa weger 
vntauglichkeit eines alten abgetruͤm 
merten Steckens ein frifcher iſt ge— 
braucht worden. Alſo nimbt manchei 
Mann das Heürathguet zu der Ehe 
vnd das Weib an ſtatt deß Heürath 
guets. 

Wo / vnd bey wem ſolte das arm 
Weib Rath ſuchen / ſo vonn den El 
teren verkaufft von den Vertrawtet 
verlaffenond von dem Mann nur gat 
zu hart gehalten wurde: har derome 
gen all jhr Zuflucht su der Himmels 
. Königin Marıa gefucht: zu 

| J— ie 











su Earavaggio. ML 
X e / vnd hette jhr Hoffnung / wann der 
tägliche Platzregen vber fie fiele; ſon⸗ 
derlich einßmahls / da der Mann gantz 
vnd gar vnſinnig jhr das her iche Eins 
fommen reichlich gedopfet / welches / 
damit es nit erwa auch noch weiters 
mir mercklichem Zufag gemehret wur⸗ 
de / hat ſie ſich mit der Sichel auf den 
Hauß gemacht / thails Graß zur Hauß 
Notturfft abzuſchneiden / thails auff 
freyem Feld vnverhindert jhr Ellend 
mbewaynen/wiefiedan under Weegs 
zen Himmel wol hundert mahl mie 
wälerigen Augen auffgefehen / vnnd 
ie Himmels Königin wol tauſendt 
nahl angerueffen, Bey fünff hundert 
Schritt weit von dem Hauß ſchnitte 
ie Graß biß gegen dem Abend. Da | 
ie nun vonder dem haimbgehen alfo 
ettete / vnd jhr nun mehr als zuvil 
‚on den Stecken vnnd Pruͤglen fo 
uff fie warteten / im Sinn lage / ja 
NEMEINGE nit anderſt / ale ob fie die 
Kiens — GR Baar 


* 










































































































































1:8 . Maris Bild 
ungehenren Streich ſchon empfande 
- (fo vil vermag die Sorcht eines vor 
fiehenden Vbels) fahlt fie nider auf 
ihre Knie / ruefft auffs jnnbrünſtigſte 
die Mutter Gottes vmb Hilff an / wel⸗ 
che ſich dann auch nit verweilet / maſ⸗ 
fen fierinde Joannetta hat woͤllen von 
dem Gebett auffſtehen / iſt ſichtbarlich 
erſchinen / ſie getroͤſt / vnd jhr befohlen 
allem Volck anzuzaigen / allhie werde 
forthin ein Orth der Gnaden ſeyn / wie 
dann zum Zaichen alßbald ein Drum 
nen deß Heften Wallers entfprungen 
iſt / võ welchem gleich fehr vil Krancke 
jhr Geſundheit durch Anrueffung det 
- Mutter Gottes geholer. Die Gelt 
Mitt ı fo alles Volck ı bevorab Die 
erquickte Krancken dargeſchoſſen / ha—⸗ 
ben zu Erbawung einer Kyrchen mit 
Vberfluß gekleckt. Joann. Bapt. Al- 
berti de Imag.B.V. | 


een (EEE mern 





In dem Jahr 1435 den 26 Mail 
vermeint 








1 > 2 


sa Caravaggio. 29 
dermein? man / feye diſes beſchehen 
zit ohne groffe Diuermaffung 5 theils 
veil an diſem Tag fich anfehen laßt / 
5 wolle die Mutter Gottes nit / daß 
inigẽ Menſchen von der Juftitia das 
leben genommen werde / maflen da 
inßmahls dergleichen Malcfiz- Per 
on. durch das fehwere Gewicht auff 
Welfchen Sorm der Kopff von den 
Schufteren ſolte abgehawen werden / 
hat ſolches keines weegs beſchehen 
moͤgen / ob ſchon vil Mittel erdacht 
wurden: daher dann noch biß zu vn⸗ 
‚fern Zeiten den 26 Maij alle DA 
| ie Derfonen das Bril _ 
außzuſtehen vberhebt 
— En 

































































































30 Maris Bild 





Dunderhängen ‚u | 
Bil ee 


zu Tiran in Veltlin. 


PRO ſchon die Heyligen St 
I 0) tesiwasdie Natur betrifft: 

7 fein Vnderſchid under der 
— nit machen / haben fie dog 
groffe Dbacht auff das Orth / an wei 
chem fie begehren vonn vns geehr 
zu werden. 

In Veltlin bey *iran bar der ur 
ter Gottes vor allen andern gefalk 
einer; mie Namen Marius / allweilen 
er nirallein wegen feines gott ſeeligen 
Lebens Homo Dei,ein Mann Bortet 
genent ware fonder auch im Werd 
felöften gewefen. Mit difem ware fi 
entfchloffen zureden/folte doch die Zu 
ſamenkunfft nit in feinem Hauß be 
ſchehen / re eis das gan⸗ 
SM 













































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zu Tiran. = € 
se Haußgefind bey ihr in Gnadẽ were- 
Hat deromegen dem Hauß vorgezo⸗ 
gen einen nit weit darvon gelegnen / 
vnd mit Gſtreuͤß zugeſcholßnen Gar⸗ 
ten / vnd den lieben Englen befohlen / 
gemelten Marium auff ihren Dans 
den ohn alle Forcht vnd Schaden all⸗ 
hero zutragen / daß er nit etwa ſein 
Fueß an einem Stein verletzte. Es 
ſpuͤrete Marius / daß er wurde erhoͤbt / 
getragen / vnd nidergelaſſen ohn alle 
Forcht / allweilen es geſchahe ohn alle 
Gefahr. Die Weiß der Bewegung 
gab gnugſamb zuerkennen / daß es von 
den heyligen Englen beſchahe / ob ſchon 
er deren keinen ſahe. Nach dem dero⸗ 
wegen Marius in den Garten gang 
fanfftiaflich nidergelaffen fich befun⸗ 
den / fahe er zugleich’ daß er vonn der 
Himmels/⸗Koͤnigin Marıa fo fich 
da befande / erwartet wurde. Der 
















































































Mann Gottes (dann alfo war fein 


rag fiels nider auff ſeine Knie / 
fvj verch⸗ 






















132 Maris Bild 
verchrere und befahle fich der heyll—⸗ 
giften Jungkfrawen aufs jnnbrün⸗ 
ſtigiſt; darauff fie jhren trewen Diener 
mir diſen Worten angeredt: Gehe 
hin / vnd ſage den Burgeren vñ Volck 
au Tiran / ich befelcher daß fie mir am 
difem Orth ein Kyrchen erbawen/ 
nun wirdt eg nit an dem guren Wil⸗ 
len / fonder an dem Glauben erman⸗ 
glen / werden auch deßwegen von dir 
ein Zeichen haben wöllen : darauff 
ſprich ou / fie follen für ein Zeichen der 
Warheit annemmen/ daß dein Bru—⸗ 
der Bernhard / als geſter von den At 
sen verlaſſen / und Heut febier von je⸗ 
dermann verzmweifler/ vnd für todt gea 
halten / jetz friſch / vñ von aller Kranck⸗ 
heit frey vnd geſund ſeye. Werden 
derowegen daran jhr Schuldigkeit 
thun / wann fie in anſehen diſes Zoi⸗ 
chens deinen Worten werden Glau— 
ben geben / vnd die von mir begchrft 
Kyrchen andifem Orth erbawen; im 
—* widri⸗ 





| zu Tiram 13 
vidrigen Fall ſollen ſie if n / daß die 
Sucht / fo ietzund das Vich weck⸗ 
uimbt / werde wegen ihres Vnglau⸗ 
ws vnder Die Menſchen fommen. 
Nach dem diſes Marius von der Mut⸗ 
er Gottes vernommen / hat er ſich 
Mein befunden; damit derowegen dem 
Befelch der Mutter Gottes genug 
zeſchehe / eylet er / ehe dann er in ſein 
Hauß widerkehret / in die Statt / er⸗ 
ehlet maͤniglichem alles / was er geſe⸗ 
yen und gehoͤrt / weitlaͤuffig / ermahnet 
ie zu Erbawung der Kyrchen / trowet 
hnen mit der laidigen Sucht / be⸗ 
raͤfftiger alles mit der Geſundheit 
eines Brueder Bernhardi / weichen 
x gleichwol feychero nit geſehen. Was 
te auch in allen Catholiſchen / fo difes 
sernommmen / der weniafte Widerwils 
en nit gufpüren / im Sahl das vor 
prochne Zeichen der vnverhofften 
Beſundheit ſeines Brueders ervolgt 
were. Eylen derowegen jhrer ſehr vil 

f vij auß 












































24 Maris Bild 
auß der Start mit Marionach Hauß⸗ 
vmb zuerforſchen / wie es mit dem 
Bernhardo ſtunde / welcher ein kleines 
zuvor in: den letſten Zügen gelegen, 
Siherda gienge jhnen von dem Hauß 
Bernhard alſo friſch vnnd geſund 
entgegen / daß er kaum der erlittnen 

Kranckheit vnd Schmerzen ficherfi 
nerte Haben derowegẽ pie von Zirat 
geglaubt, weil ſie es geſehen vnd da 
mit ſie jhnen vnnd den hrigen 20 
Schaden weren / haben fie der Mus 
ger Gottes die von jhr begehrte Kyr 
chen auffs fleifffeft in kurtzer Zeit er 
bawt. Bnd diß iſt der Anfang der @ 
volgten fo groffen und vilen Wune 
derseichen. Simon Cabaflo 

in Hi. huiusEc- 
cleſiæ. 


REF 


Doim⸗ 








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— ERET TEN 





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von Brene. 135 
3343 332 
Dalmatien. 
AN ER 
Wunderthaͤtiges maria 
Bild ee 
von Breno genandt bey 


Raguſa. 
RIe von Alters hero glückſee⸗ 





* moͤgliche Statt Raguſa / iſt 
nit jhrem hoͤchſten Hertzenlayd vnd 
Schrecken vonn einem greuͤlichen 


vorden / ſo auß Orientaliſchen Landen 
inkommen / in einer Hoͤlen deß Bergs 
Epidauri bey drey teuͤtſche Meil von 
er Statt ſich aufgehalten. Vnnd 
ſt diß kein eytle oder vnweiſe Forcht 
zeweſen / allweilen der erwartete Land⸗ 
‚nnd Leüthſchaden nit lang hernach 





nehr als zu vil ri Dann mie 
ware 


— 
| 
® 


lige / vnd an Gold fehr vers 


Dracken im Jahr Chriſti 789 beſucht 



























Kin 
Na 























































335 . Merie Bild 

ware es muͤglich / ſicher bey der Hoͤlen 
fuͤrwanderen / oder wen lieſſe die Be⸗ 
sten vnverletzt fuͤruͤber pafjieren? vnd 
ob ſchon diſes Gluͤck einem auß tau⸗ 
ſenten widerfohren / da der grauſame 
Drack ſchon erſoͤttiget / oder ſonſt 
nachläffig ihne nit anftele / hat doch 
die Forcht vmb Erwartung deß grau⸗ 
ſamen Verderbens den fuͤruͤbergehen⸗ 
den Wanders⸗Mann vor der Hoͤlen 
beſtettet. Zu deme fo waren alle andere 
Thier ficher / als ob jhme nur der 
Menſchen Fleiſch geluſte / welche er zu 
Zeiten nach Gebrauch etlicher an⸗ 
Deren wilden Thieren nur allein zer⸗ 
riſſe / vnd hernach vnacht ſamb / vnnd 
vnberuͤhrt ligen lieſſe. Dahero dann 
zugedencken / wie vil Volcks das unge 
heuͤre Thier zu ſeiner Ernehrung exr⸗ 
forderet / maſſen ganger vierzehẽ Jahr 
niemand gefunden worden / welchet 
den Vbel mit Erfindung gnugſamer 
Waffen ein End machen lundte a 





"von Brend. © Mr 
ob ſchon gang Dalmatien den Scha⸗ 
den empfunden / hat er doch vor allem 
die Statt Raguſa getroffen / deren 
Burger wegen Mengel aller Hilff 
ſich entſchloſſen / wider den Dracken 
zuſtreitten / wie man pflegt wider die 
leidige Sucht der Beftinemblich mie 
der Flucht das Hayl ſuchen / wie dañ 
fon der mehrere Thailder Burger⸗ 
ſchafft fich anderfiwohin subegeben 
mefchloffen. 

Sthe / da iſt im Jahr Cheift 802 
uf den Drientalifchen Sänderen ein 
Mann anfommen/welcher in Tugent 
Ye Ragufer fo vil vbertraffe / als der 
Drack andere Thier in der grauſamb⸗ 
it. Difer har ohngefähr anderhalb 
eürfche Meyl von der Start Raguſa 
ich nidergerhon/ond auß zuſamen ges 
ragne Geſtreüß innerhalb eines Tags 
in Huͤtten erbawet. Der umbligende 
Dorffer Spilan vnd Graduz Sinn 
Be vermeinten / 88 were eines vn⸗ 
wiſſen⸗ 





Be 
#4 




























































































































233 Maris Bild. 
wiſſenden Fiſchers Arbeits haben alß 
bald den andern Tag dem guten Mai 
fein Gefahr entdeckt / ihne gewahrnet 
vnd ermahnet / dem gewiſen Tod zu 
entgehen / vnd allweilen er jhnen we 
gen ſeines Einſidliſchen Wandels 
hohen Alters / vnd anſehlicher Tugeni 
aller Hilff werth und würdig fuͤrkom 
men / alſo haben ſie jhme zu ſeine 
Verſicherung jhre Behauſungẽ gan 
freuͤndtlich anerbotten. Der heilig 
Alte / nach dem er die vierzehen jaͤhrig 
Beaͤngſtigung der Raguſer vernom 
men / vnd wol auch wegen der forcht 
ſamen Erzehlung hette moͤgen er 
ſchreckt werden / hat mit lachenden 
Mund jhnen geantwortet: er fuͤrcht 
den Dracken nit; ja ſie ſolten hinge 
hen / den Herren von Raguſa in ſei 
nem Namen andeüten / im fahl ſi 
den Gebotten Gottes wolten gehor 
ſamen / ſeye er vhrbietig den Drade 
zutoͤdten / vnnd ſie von aller Gefah 

N | pn 








von Drend 338 
und Forcht zuerfedigen. Darüber datt 
die Bawren nit wenig gelacht vnd 
ihn als einen halſtaͤrrigen / oder aufs. 
weniaft einfältigen Tropffen / als ein 
ewiſe Epeiß der Beſtien / verlaſſen. 
Da ſie jhn aber deß andern Tags wi⸗ 
der alles Verhoffen noch lebendig ge⸗ 
finden / iſt er jhnen in verdacht kom⸗ 
men / als ob er ein heiliger Rann were / 
welches ſie wol den vorigen Tag het⸗ 
ten abnemmen ſollen auß allem / was 
an jhme zuſehen ware: haben jhne et⸗ 
was freuͤndtlichers / als geſtern / vuùnd 
mit Ehrentbietung jhr guthertzige 
Ermahnung widerholet. Denen aber 
der heilige Mann an ſtatt einer Ant⸗ 
wort das jenige wider zu Gemuͤth ger 
führt / was fie von jhm den vorigen 
Tag vernommen? fie auch mehr Be⸗ 
eſchs/ als Bittweiß dahin vermöcht/ 
daß fie den Herzen von Raguſa die 
erfprochne Erledigung von dem vn ⸗ 
Brenn: Dracken alfbald zuwiſſen 
machten. 




































































































40° Maeta Bild 
machten. Der Rath und Adel der reis 
chen Start Raguſa haben alfbald 
drey auß dem Rarhı mirvilenanderen 
zu dem Einfidler abgeordnet / mit Ba 
felch jene in die Statt einzuladen: 
welchen fie dann mir gebührender 
Ehrentbietigkeit abgelegt bittend / et 
wolle ſich ſelbſten der Gefahr entzie— 
hen / vnd der betruͤbten Burgerſchafft 
zu Nutz in die Statt begeben. Auf 
welches jhr Vorbringen er alfo geant⸗ 
wortet: ich bin dem Stand nach / wie 
ihr ſehet / cin Einſidler and Heiffe Hi⸗ 
larion; bin von der euͤſſerſten Einoͤden 
von Jaeſu Chriſto hieher geſchickt 
euch von den Dracken zuerledigen / 
im fahl jhr anderſt Chriſto glauben 
vnd feinen Gebotten gehor ſamen wol⸗ 
ter. Sie als wahre Chriſten waigerten 
fich nit / den Gebotten Chriſti zuge⸗ 
horſamen; was aber berraffeden Glau⸗ 
ben / ſehe er ſelbſt wol / daß ſich nichts 
veraͤnderen laſſe. Wahr iſt es / antwor⸗ 
tet 








‚von Breno. 148 
et der Alte / daß jhr Chriſten ſeyet / vñ 
abt den rechten Glauben / da jhr aber 
nir nit volgen woltet / wirdt ich euch 
son dem Dracken nit entledigen. Di 


es haben der lenge nach die Abgeord⸗ 


gete dem Statt⸗Rath zuwiſſen ge⸗ 


nacht / auch nit geſchwigen / was ee 
yongemeinerStatt begehre / wie auch / 
vas die Statt von jh me zuhoffen ha⸗ 


e. Darauff dann gleich hernach vier 
mp dem Rath mir ſambt einem Auß⸗ 


erfchaffe bey taufendr beglaitet / den 
eiligen Mann beſucht mit verſpre⸗ 
ben im Namen der ganzen Gemain⸗ 





ukommen / zu deme fie von jhme wur⸗ 
en angewiſen werden. Nach dem daũ 
er Alte ſie getroͤſt / vnd Hoffnung ei⸗ 
er Beſſerung gemacht / befilcht er / 
ian ſolle jhme auß den Spaͤnen / fo 
auß der Hütten herfür brachte / ein 








chuß ſo wol deß Adels / als der Bur⸗ 


e / allem deme auff das fleiſſigiſt nach⸗ 





4 


reün machen / welches alßbald nach 
| Möge 












































































248 Maris Bild 

Muͤglichkeit vnnd Gelegenheit def 
Orths beſchehen: diſes ſteckt der Alkı 
in die Erden / befifcht dem vmbſtehen 
den Volck es mir gebsanen Knien zu 
verehren / dar auff ſchreyet er zum drit 
tenmahl nach aller ſeiner Staͤrcke 
Barmherrigkeit / deme dañ das Bolk 
mit eyffrigem Hertzen vnnd Stimu 
nachgevolgt. Endtlich befilcht er aller 
vnd jeden ein Vatter vnſer / vnd Eng 
liſchen Grueß zuſprechen. Nach diſen 
nimbt er in ein Hand das Creütz/ i 
die ander fein Stab / vnnd begibt fid 
mit vier Schiff Knechten in ein Zil 
len / vnd fahrer gerad der Hölen zu / i 
dero der vngeheuͤre Drack geſteckt / m 
ohne Zitteren vnnd groſſe Forcht de 
Ruederer / welche jhnen foͤrchteten de 
Port zuerlangen / zu deme die nach al 
fen Kraͤfften eyleten welche doch jm 
merdar von dem Alten geſterckt / bi 
hertzter fich befunden/ fonderlich dat 
fie an dem Geſtatt har warsen laſſet 
ir vn 








| von Steend. 14 
md er allein offrgemelter Hölen den 
geraden Weeg zugeeylet / als ober ſelb⸗ 
ten lange Zeit darinnẽ wonhafft were 
eweſen. Allwo cr vor dem Loch deß ge⸗ 
aͤhrlichenEingangs mit heller Stim/ 
ie von denen in der Zillen möchte er⸗ 
jört werden / mit difen Worten den 
Dracken anfchrye : hoͤre / du vngeheuͤ⸗ 
es wildes Thier / durch Jeſum Chri⸗ 
um gebeüt ich dir / daß du ohne allen 
Schaden ſanfftmütig zu mir / als ei⸗ 
wm Diener Gottes herauß geheſt. 
Der Worten Krafft iſt ſo groß geweßt / 
aß der ſonſt gantz wuͤettende Drack 
ie anderſt / als ein ſanfftmuͤtiges 
aͤmblein herfuͤr krochen / vnd ſich zu 
eß heiligen Mannß Fuͤſſen begeben / 
er ihme dann ſein Guͤrtel alßbald 
mb den Halß geworffen / vnnd alſo 
ebunden zu dem Geſtatt gefuͤhret / da 
ol offt zubefahren geweßt / es möchte 
ie hernachſchwimmende vnnd ange⸗ 
undene Beſtien das Schifflein vmb⸗ 

z | kehren / 


















































































































77 Maris Bild 
kehren / oder fonft mir fich in Grun 
verſencken. Vnder diſem erraicheen fi 
dag gewünſchte Land / vnnd lendete 
an dem Geſtatt zu: da alßbald der all 
vnd heilige Mann den Dracken m 
feiner Guͤrtel auß dem Waſſer gezt 
gen / biß in fein vor wenig Tagen € 
hawte Wohnung. gefchlaifte / darei 
verfchloffeny alßbald an allen Egge 
Fewr angeſteckt / vnnd das vngeheuͤr 
Thier mit ſambt der Huͤtten verbren 
vond in die Aſchen gelegt. 
Demnach dann die Forcht m 
ſambt dem Rauch zergangen / hat di 
heilige Alte von einer gelegnen Hoͤl 
das vmbſtehende Volck alſo angered 
Diſer nunmehr von dem Fewr ve 
zehrte Drack iſt nit der jenigen Th 
ren eines / fo Anfangs der Welt vo 
dem allmechtigen Gorr erſchaffe 
ſeynd worden / ſondern deren hohe 
Geiſteren einer / welche wegen Ihr 
Hoffarth auß dem Hohen Dia 





von Brend,. 14 
— der Hoͤllen verfiof en wor⸗ 
en / vnd eben der jenige/ twelcher vor 

















Zeiten auff dem Berg Epidauro in 


Achaia gelegen: nit in ongleicher Ge⸗ 
fallt under dem Namen Aeſculapij 
ms Nomanifche Volck big nacher 
Kom mit, höchftem Vmbtoſten als 
in einiges Mittel der einreiffenden 
Peftiteng Hat beingen laffen: eben die 
er hoffertige Geiſt der Goͤttlichen 

khren vnd Anbettung dazumahl ge⸗ 
bohnet / hat in diſem eweren Berg 
erzehen Jahr ſich auffgehalten. Sa⸗ 
et Gorr danck / durch deffen Krafft / 
aget danck der Himmels Königin 

























































































Marız, durch deren Vorbitt ihr erlie 


et ſeyt worden: hernach har er mit 
uter Vnderweiſung / vnd ernftlicher 
rmahnung die Statt Raguſa vnd 
mbligendes Sand in ein tugenthaff⸗ 
en Wandel verendert. Damit aber 
ifer gantze Verlauff bey den Nach⸗ 
zo nit in Vergeß geſtellt "r 
u. S 4 e 





































16° Maris Bild von dem - 


de / iſt durch gemeine Hilff der Mur 


Gottes ein Kyrchen erbamer worde 


darein ein ſchon dazumahl altes v 
allzeit in Ehren gehaltnes Marz. 


Bild gefent / welches noch heütig 
Tags wegen der Wunderwerck v0 
der gangen Dalmatiſchen Gege 
ſtarck beſucht wirdt. Dife Geſchie 
iſt auß einem ſehr alten geſchribn 


Buch / ſo in der Statt Raguſa 
dem Archiv auffbehalten wirdt 


nommen / vnd mir von K. P. Joan 
Baptifta Tartaglio, deß Collegij 
Societet Jeſu zu Ancona Redo 
das Bild aber von R.P. Ægidio 
Meeſe von Loret ug 
ſchickt worden. 


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Sicilie 


















































































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| un: 















148 Maris Bild von den 
Starr allen Seesen vnnd Sci 
ſchrifftlich verfprochen. 

Dife wahre Gefchicht ift weg 
Verlauff der Zeit etwas vnachtfan 
worden / jadife Jahr Hero von eine 
oder dem andern Marız nit ff 
angenehmen Dieneren durch au 
gangne Schriften gar in Abred e 
ſtellt worden/welchen doch R.P.Paul 
Belli von Meflana gebürtig/ond au 
R.P.Melchior Inchofer ein Teütſch 
beydeder Societet Jesv Priefleren 
ſolcher Weiß mir außgangnen B 
cheren begegnet’ daß anjetzo niema 
mehr fich difer Geſchicht zumiderfp: 
chen vnderſtehet. Was die Prob 
vnnd Beweiß belanger weiſe ichd 
Leſer zu diſen zween bewehrten Sc 
benten / ich nimme für mich alleini 
Ersehlungdeß Verlauffs / auff daß 
groſſe Gnad der Mutter Gottes au 
in anderen Theilen der Welt beko 
werde. | 
Be Demm 





Sendf reiben genandt. 149 


Demnach dann vnfer lieber Herr 
end Seeligmacher von ung zu feinem 
yimmiifchen Batter abgeſchiden / vnd 
vie. heylige Apoſtel angefangen den 
wahren Glauben aller Welt zuver⸗ 
Hindigen/ ware nit wol müglich / daß 
nit etwas von Jeſu vnd Marıa gehört 
wurde che dann die heylige Apoſtel 
ſelbſt ſolche Orth der Welt bezugen. 
Ware der owegen nit gantz vnbekant 
der gewaltige Prophet / welchen der 
newe vngewohnliche Stern verkün⸗ 
det / die falſchen Goͤtter mit jhrem 
Stillſchweigen bekenten / die weiſen 
König angeberter : fo kunte auch. nie 
verborgen feyn die Mord» That vnnd 

(er Bad fo viler vnfchuldigen 
Kindlein / wie auch die Verwürrung 
on Aufruhr der Starr Jeruſalem / 
fo wol in der Geburt / alsin den Ab⸗ 
eiben fo groffen Prophetens / zu wel⸗ 
er zeit auch alle Welt gefpüree den 
allgemeinen Erdbidem / die vberna⸗ 
6 | g iij türli⸗ 





















































































Jipas 





150 Maria Bild von den - 


türliche Sonnen Sinfernuf. S 


mußte auch alte Welt zureden vom 
dem ganzen Proceß / ſo Pilatus difen 
Propheten gemacht hatte / deſſen € 
auch (wie Egeſippus vermeldet) nad 
Rom hat muͤſſen ein Abfchriffe dei 
Tiberio vberſchicken / in welcher mehr 
mahlen gemelten Prophetens Mut 
ter Marız Meldung geſchicht. Letſt 


lich / wen kundte vnbekandt feyn Vir 


go Paritura, die Jungkfraͤwliche Muc 
ter ? yon dero die Aegyptier ſchon tau 
ſendt Jahr zuvor Bericht Herten. Sf 
nit zuglauben / daß folche newe Maͤh 
der Statt Meſſana ſeye vnbekant ver 
bliben / ſonderlich da mehr dann fünff 
zehentauſendt der erſten Glaubiget 
auß Judenland in Aſiam vñ Europan 
vertriben / die Inſul Cypern / vnd vor 
dannen in guter Anzahl nach Cartha 
go in Africam fliehend / den Meerha 
fen der Statt Meſſana nie wol vmbge 
ben kundten: zugeſchweigen die Sy: 

wi 10906 


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Sendfchreiben genandt. si 
agog der Libertiner zu Jeruſalem / 
selche auß der Jugent der Sicilia⸗ 












lich iſt / daß Sicilia vnwiſſend ſeye 


alem in Angeſicht aller Welt vor⸗ 
angen / oder daß etwas in Sicilia 
e lautbar worden / ſo die vornem⸗ 
ne Start Meſſana nit hette jnnen 
sorden. 

In deme ift durch newe Zeitung zu 

eſſana einkommen / wie einer auß 
en Vornembſten mir Namen Pau⸗ 
18 in der Start Rhegium were an⸗ 
ommen / welcher alleg/wag zuvor von 






oͤrt worden’ mir Worten und Were. 
fen gang wunderlich beſtaͤtte. Es 
are der heilige Paulus fchon hoch⸗ 
eruͤhmbt / vnd in groſſem Anſehen 
A der groſſen Waſſer⸗Gefahr / 
g in auß 











iſchen Nation geſtunde / wie P. Petrus 
ibadeneira im Leben deß heiligen 
Stephani vermeldet / alſo daß vnglau⸗ 


eweſen deren Sachen / die zu Jeru⸗ 


em newen Glaͤuuben Guts were ger. 




































































IE Maris Bild von dem 
auf weicher daß Romanifche Scht 
von jhme iſt erfediger worden / fondei 
lich aber wegen der Bekehrung Publ 
deß Fuͤrſtens der Inſul Malta / on 
deren in gemelter Inſul gewürckte 
Wunderzeichen / fonderlich aber wı 
gen def gewaltigen Predigen’ fo eri 
8 Start Rhegium mit groffem Srud 
gethon. Dahero dann in denen von 
Meffana groſſe Begird entſtanden de 
Mann zuſehen / vnnd von jhme / 10 
die Perſon Chriſti / von der fie fo v 
gehöre hetten / berraffer völligen Di 
richt einzunemmen: haben jhn der: 
wegen nach laut der alten onnd w 
probiersen Tradition durch Geſand 
auf Calabrien ehrentbierig zu jhne 
geladen’ vnd mir groffer Kuffmerd 
fambfeit feine Predigen angehoͤrt / d 
ren er nit mehr als zwo gethon / ma 
fen er ſich nur zween Taͤg auffgeha 
ten: die erſte von dem bitteren Leyde 


vnnd Sterben vnſers lieben H = 
| ef 



















Jeſu Chriſti: die ander vonn der 
Jungkfrawſchafft unnd groffen Tu⸗ 
Jendt feiner Heiligen Mutter Marız, 
jo mit ſolchem Frucht abgangen / daß 
ale Meflanenfer/feinen außgenomen/ 
ohne weiteres MWiderfireben vnnd 
Zweiflen / fich der erfanten Warheit 
pndergeben / vnnd den wahren Glau⸗ 
ben angenommen:fohaben fie auch in⸗ 


was Land doch gemelte Jungkfraw / 


von Alters hero fo vil gehört und ge⸗ 
leſen ı fich hette aufgehalten: alßbald 


nommen daß fienoch bey Leben / und 
in der Statt. Jeruſalem wonhafft / 
ſeynd fie mir groffen Fremden erfül⸗ 
‚fee worden / vnd haben im Namen der 
gantzen Starr Meſſana Gefandten 
verordnet / ſo nach Serufalem geſchifft / 





vnnd Mutter Gottes / von deren fie 


fie aber von dem Heiligen Paulo ver⸗ 





Sendſchreiben genand 13 


fiendig begehret zuwiſſen / wo / vnnd in 


vnnd offtgemelte Mutter Gottes 
Marta, nach erwifener fehufldige 
* g dv Fe 















































134 Maria Bild von dem 
Ehrentbietigkeit jhrer Statt Meflana 


gebietende Fraw erklaͤret / auch alle 


willige Vnderthaͤnigkeit vnd Gehen 


ſamb verſprochen / vnnd angelobet 


Welches dann der heiligen Jungk— 


frawen dermaſſen wol gefallen / daß fü 
jhr nit zuwider ſeyn laſſen / gemeltem 


Rath vnnd Burgeren von Meflane 


ſchrifftlich Antwort zugeben / vnnd 
jhnen jhr Schutz vnd Hilff zuverſpre. 


chen. Vnd weil ich meiner Maynung 


nach der erſte bin / ſo die Wort gemel 
tes Schreibens in Teütſch vberſetze / 
will ich mich befleiſſen / diſes nach 
muͤglichem Fleiß zuthun / lautet — 
wegen alſo. 

MARIA die Jungkfraw⸗ 
Joachims Tochter / demuͤetigſte 
Gottes JESV CHRISTI de 
Gecreützigten Mutter / auß dei 
Zunfft Juda / von dẽ Geſchlecht 
er wanſchet allen vonn 

Meſſa⸗ 





Sendfäreiben genandt. 155. 


| 
Neſſana Hayl / vnnd Gottes 
deß Allmechtigen Vatters 
Seegen. 

Betant iſt durch offentliche Ike 
und / daß jhr alle von Meſſana in groſ⸗ 
m Glauben Abgeſante und Segaren - 
Es geſchickt. Vnſern Sohn / Bor 

ngebornen / BGHzTz und Men⸗ 
nr ennet jhr/ wie auch / daß er 
ach feiner Aufferfichung gen Him⸗ 
nel gefahren / indem jhr mirrels der 
Dredigen deß Apoftels Pauli den 
Weeg der Warheit erkeñt Habt. Deß⸗ 
vegen Wir euch / und die Start ſelb⸗ 
Ben ſegnen / deren Wir jm̃erwehrende 
Beſchützerin ſeyn wollen. Im zwey 
ua viertzgiſten Jahr Vnſers Sohns/ 
ben aylfften Junij / in der fuͤnfften | 
Feria, Zu Jeruſalem. 


„Marıa die Jangtframir. wie 
















oben 
ou bifes Schreiben vnder ⸗ 
Bee 8 vj — | 


N aa EEE 
} 























































































16 Maris Bild von dem 


So iſt auch fo willfähriger und 4. 


naigter Willen gegen der Mutter Got 
tes nit ohne Sohn verbitben / mafleı 
von derzeit an die von Meflana jeiv: 
allzeit aller Drehen wol beftelle fich be 
funden / in deme die Statt in vilfelei 
gen verzweiffleren Zuſtaͤnden fich der 
maſſen gehalten daß gleich wiefie vi 
fen anderen Europoeiſchen Mttei 
in dem Adel vorgeher / alſo mit fo ho 
hen Privilegien onnd Sreyheiten er 
höher / feiner nachgehe. 

Die Eapellen (welche von obanae 
zognem Sendfchreiben von Alter: 
hero jhren Dramen hat / ond genenn 
wirdt die Capellen deß Sendſchrei 
bens / iſt Marız der Himmels Koͤni 
gin ſchon vonn den erſten Zeiten der 
Chriſtenheit geweyhetworden / welche 
ob ſchon ſie wegẽ Bedencken deß Ehr 
würdigen Alters / ſo auch in den Stat, 
nen gebührender Chr werch ift / hoch 


iſt geſchaͤtzt wordẽ / iſt dorh auß andern 


wichti⸗ 





wichtigen Brfachen im tauſent ſechß⸗ 
hundert vnnd neuͤn vnd zweingiſten 


das iſt / den aylfften Junij der Anfang 
eines anſehlichẽ Bawwercks gemacht 
worden. Das Bild iſt vnder allen an⸗ 
Dein diſes Tituls das aͤltiſte / vnnd in 





groſſer Andacht: werden auch Leüth 


gefunden / die glauben wollen / als ob 
es von dem heiligen Luca were gefaßt 
worden / mit einer Griechiſchen Vber⸗ 
ſchrifft / welche zu Teuͤtſch ſo vil lautet 
als: Ein eylfertige Erhoͤrerin. 


die Thomb⸗Kyrchen / als die erſte auß 


allen iſt der Himmelfarth Marız er⸗ 
bawet vnnd geweyhet / welches Ge⸗ 
haimnuß die vonn Meſſana heuͤtiges 
Tags auff ſolche Weiß verehren / daß 
billich der Himmel mit ſambt der Er 


den bekennen mueß r daß die Statt 


Meſſana dep von der Murter Gottes 
an fie abgeordneten Schreiben inge⸗ 
denck / vnd der Danckbarkeit vnvergeſ⸗ 





Sendſchreiben genandt. wir 


Jahr / am Feſt deß Sendſchreibens / 


MN 9° vo ſen 































































15% Maria Bild vonden 
ſen geleben: in dene jährlich fo groſſes 
vnnd von weitem gulauffendes Bold 
geſehen wirdt / daß es ſich anſehen laßt / 
als ob mehr Staͤtt in einer begriffen 
weren. Es gibt Vrſach zu ſolchem 
Zulauff die Andacht gegen der Mut⸗ 
ger Gottes / wie auch ein tugenthaffter 
Fuͤrwitz zuſehen den Spitz Thurn fo 
durch Mittel hochſinniger Bawkunſt 
mit Eyſenwerck alſo eingericht / daß zu 
allen Seiten nit wenig der vmbgehen⸗ 
den Raͤder zuſehen ſeynd / deren jedes 
vier Knaben alſo haltet / daß / ob ſchon 
Das Rad je vnd allzeit an ſeiner Schei⸗ 
ben vmbgehet / vnd der vier Knaben 
ein jeder jer oben / jetz vnden fich befin 
det / wirdt er fich doch allgeit mit dem 
Haupt auffrechr in diſer beftendk: 
gen und fehr gleichen Bewegung &bı 
halten. Vnnd iſt die Kunſt vmb fo vi 
deſto groͤſſer / daß der Knaben Feine 
an den andern anſtoßt / welches bad 
offe mit Gefahr und Schaden a 
| ee et 





Sendfhreibengenand: wu 


hen müeßte / im fahldie Bewegung 
ver fo vilfeltigen Räder jhr gemeffene 
Zeit nit hielten. Mittẽ in diſem durch» 
ichtigen Spitz-Thurn iſt das Grab 









heylige Apoſtel mit außerleßnẽ Stim⸗ 
nen jhr Lobgeſang ſingen / welche / wañ 
ie zu obgemelten Knaben gerechnet 








Thurn ihren Sig haben / ſo ſeynd auch, 
die Knaben alle in Geſtallt der Engel 
zuffs koͤſtlichiſtes befleider: vñ werden 













nembſten Adel erkiſen. Die Hoͤhe deß 
gantzen Spitz- Thurns hat vier vnnd 
fünfftzig der Welſchen Spannen / ſo 
etwas kleiners ſeynd / als der Werck⸗ 










ombt / ſo neuͤn ſolcher Spannen hoch 





leüth ſich verbergen / und mir groſſer 


onſer lieben Frawen / vmb welches die 


Kunſt / vnd leichtem Gewalt den gan⸗ 
"ee | Bi 


\ 


werden / befinden ſich hundert vnnd 
ünfftzig Perfonen / fo in diſem Spitz⸗ 


allzeit zu groffen Ehren auf dem vor« 


ſchuch / darunder noch das Fueßgeſtell 


rin welchem zweyhundert Werck⸗ 




















































































,o Maris Bild von dern 
gen Spitz Thurn bewegen. Auffdem 
foisigen Bipffel def ganzen Werde 


ſtehet dem Anſehen nach ganz frey im 


Lufft einer auß den vornembſten Ka 
ben in Geſtallt eines Jeſuleins bekley⸗ 
det: diſer ſtreckt ſein rechten Arm auf 
vnd ſtehet jhm auff flacher Hand ein 
anders Knaͤblein ganß weiß befleidet 
die Rainigfeit der Mutter Gotret 
porbildend: als ob fie fich in die Hoͤh 
ſchwingte / vnnd von der Hand def 
Jeſuleins ein Behilff empfienge / rühr 


auch die Hand kaum mit einer Zehet 
deß Fuͤßleins an: alſo manierlich ff 


alle Kunſt mit ſambt dem enfent 
Werck verborgen / darvon diſe zwer 
Knaͤblein verſichert ſeynd. Wirdt alſ 
das fo kuͤnſtliche und koͤſtliche Werc 
durch lange Weeg der Statt gefuͤhrt 
vnnd mit tugenthafftem Fuͤrwitz vot 
maͤniglichen geſehẽ / weicher doch balı 
in die hoͤchſte Andacht auch bey ſtei 
nenen Hertzen ſich mueß verenderen 

maſſet 






Saendſchreiben genandt. 181 
maſſen da zu gewiſen Zeiten vnd Or⸗ 
then etwas geruhet wirdt / vnder deme 
das im Lufft ſchwebende Knaͤblein in 
Perſon der Mutter Gottes mit etli⸗ 
chen alten / vn maͤniglichen bewußten 
Reimen / ganz lieblich jhr Hilff vnd 
Schu der Statt Meſſana verfpricht/ 
vnd ſie mit außgeſtreckter Hand ſeg⸗ 
net; wirdt ſchwerlich einer geſehen / 
dem nit vnder hertzlichen Seuͤfftzen 
die troͤſtliche Zaͤher heuͤffig auß den 
Augen ſchieſſen / in deme maͤniglich zu 
Gedaͤchtnuß gefuͤhrt wirdt / der vor 
Zeiten verſprochne / vnd mit aygner 
Hand vnderſchribne Schutz vnnd 
Schirm / zu deſſen Erinnerung vnnd 
hertzliches Angedencken gemelte koͤſt⸗ 
liche Vorbildung vorgeſtellt wirdt. 

Vor Zeiten iſt an diſem Tag vonn 
allen vnd jeden Burgeren zu Meſſana 
ein gantz freywillige Gelt⸗Stewr ge⸗ 
opffert worden / vnd die ienigen zwar / 
ſo ohne Arbeit auß lauffenden Zinſen 
| — lebten / 



































































Ihr Nahrung gewunnen haben den 


a 0 Maria Bild 
Tebren/ haben den Zinß eines Tagsz 
andere aber / fo mit täglicher Arbeit 





Gewinn eines Werchtags gang fror 
lich) vnd vngezwungen dargefchoflen. 
So iſt auch diſe andaͤchtige dreygebig⸗ 
keit nit alſo in Abgang gerathen/ daß 







nit noch ‚bey ſehr vilen folcher alter 


Freygebigkeit ein gute a u 
und Gebrauch verbleibet. \ 

Diß alles hab ich ‚genomi nal 
R. P. Melchiore Inchoffer, Tehefeher 
Nation in Epiftolä defensä, gedrin 
gu Meffana : wie auch aufR. P. Paul 
Belli-gebornen Meflanenfer in Gloria 
Meflanenfium: vnud auß R.P. Pla- 
cido Samperio auch von Meſſana ga 
—— in Iconologia Mariana d 





Start Meſſana. Seynd alle N 
drey auß der Societet 


JE sv. 


POCTER 


xIX. 


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wi v is ı 
| 9 
J “ h 4 * 









































NIS 

























© 





| von der Stiegen genandt. 18: 
/ ee Pr 
Wurbenbingen Marxia 
Bild 
Benandt von der Stiegẽ 
30 Meſſana. 
NE Ss Kayſer Fridericus der At 
| der diß Namens in Sicilien 
N regieret ( wiewol andere dife 
Befehich aͤlter zuſeyn vermeinen) har 
tin reichbeladenes Schiff inde Meer⸗ 
Hafen zu Meſſana angelendet. In 
iſem ware ein Marız- Bild / fo die 
Schiffleüth auß der Kyrchen / weiß 
niewas für einer Statt in Syria ent⸗ 
übrer, As nun hergebrachte Han⸗ 
reis Wahren auß⸗ vnnd andere/ zue 
Widerfuhr/eingeladen/in Erwartung 
zutes Winds ein Zeitlang im Meer 
































Hafen verharret unnd man nungue 


Se sehen / vnnd abfeglen wolte / hat 
J in 


Be 













164... Maria Bild 
eines weegs ſich das Schiff bewegen 
vnd fortbringen laſſen / ob ſchon erſt 
lich ein gute Anzahl der kleinẽ Schiff— 
lein / hernach auch etliche Galeen anı 
geſpannt wurden / biß endtlich einen 
auß jhnen die Entführung deß fremb, 
den heiligen Bilds zu Sinn fomen 
welches dann in aller Eyl der hohet 
geiftlichen Obrigkeit 7 wie auch Sh 
Mayeſtaͤt dem Kayſer iſt angesaig 
worden. So bald nun mit angeftellte 
Proeeſſion das Heilige Bild auß dei 
Schiff erhebe/ vnd ober die zu difen 
Ende gefcblagne Bruggen auff da 
Gſtatt gebracht worden! har fich daı 
Schiff von fish ſelbſt fort gebracht 
als ob nie die weniafle Vngelegenhei 
die Abfahre verhindere Kette. Gleich 
wol ift entgegen das heilige Bild/ ft 
bald es auff das Sand gebracht / fi 
ſchwer worden / daß es gang nit zube 
wegen / vnnd weiter fortzubringen ge 
weſen: darüber dann wider Rath ge 
Ä halten 





von der Ötlegen genandt. 165 
Balten/ond nichts bequeimmers befun⸗ 
den worden / ale daß man fich mie 
diſem heiligen Marıe- Bild verhal⸗ 
ten folle / wie vor Zeiten mir der Arch 
deß Bundts befchehen:man follenert 
fich ein baar Ochſen anfpannen / vnd 
gleichwol erwarten / wohin der all 
mechtig Gozz das heilige Bild ver 
ordner habe: Kaum feynd fie jhrem 
Rath nachkommen / vnnd haben. die 
Ochſen angeſetzt / iſt das heilige Bild 
ohn alle Beſchwerd / ohne Zuthun 
einiges Fuhr⸗Knechts / durch vnge⸗ 
wohnliche Weeg zu der Kyrchen dex 
Cloſter⸗Frawen deß heiligen Benedi⸗ 

eti / auſſerhalb der Statt gebracht 
worden / vnd / da die Dchfen vonfich 
ſelbſt fill geftanden / ale ob fie jhr 
Schuldigkeit gerhon herren ;. iſt dann 
alßbald das heilige Bild von gefambr 
ter Elerifey / vnnd hoher geiftlichee 
DObrigkeit in Beyſeyn vnzahlbaren 
Br mie grofler Andacht in. die 
Kyrch 







































































6 “Maria Bild 

Kyrch getragen / und gemelten Elfe 
fler-Gramen verehrt werden: daheı 
das Cloſter feinen alten Titul vonk 
dern Thalinden Titul von der Stik 
gen verwendet / vmb wegen daß der 
Murter Gottes von dem Mahler if 
ein Laiter indie Hand geben worden 
gweifels ohne Ihren Tiruf damit an 
zuzaigen / da fie genent wirdt Scala_ 
Cali. Die groffe Andacht deren von 
Meſſana gegen difem heiligen Bil 
har fehr sugenommen wegen gedem 
pter / vnnd mie Gewalt vndertruckter 
laydigen Sucht der Peſtilentz: in dem 
vnder wehrender Proceſſion / vnnd 
vmbtragung offtgemelten H. Bildts 
alle Sucht alſo abgenommen / als ob 
fie niemahlen die Statt Meſſana hette 
begriffen. Dahero dann / damit fo groſ⸗ 
ſe Hilff nit ſo weit entlegen were / ein 
ſchoͤne groſſe Kyrchen in der Statt 
erbawet / vnd das heilige Bild darein 
geſetzt worden / allwo die Statt mehr⸗ 
—mahls 









von der Stiegen genandt, 167 
mahls in groffen Noͤthen gewiſe Hilff 
zefuchtsond gefunden. Vnnd ift eben 
zas heilige Bildı welches auch vonn 
Hayden mit Nutz iſt verehre/ und mie 
Befchenck begabt worden. Sehr vil 
Sig wider jhre Feind hat die Stare 
Meſſana durch Anrueffung bey diſem 
Marız-Bild erhalten / ſonderlich aber 
ſt allzeit jhr einige Zuverſicht daher 
jewefen / wann etwa ein Erdbidem 
er State ein Vnfahl getrowet / maſ⸗ 
en alßbald die erwuͤnſchte Ruhe er⸗ 
volgt/da es mir gewohnlicher Ehrent⸗ 
ietung ift in der Start herumb ge 
ragen worden. | i 












Diſes alles befchreiben weitlaͤuffig 
RP, e Melchior Inchoffer in Epiflola 

BP. Vindicata. R. P. Placidus Sam- 

perius in Tconologia Mariana Mef£ 
fanenfi, bayde der Socke 

—* tu Jen. 





xx; 




















































E - . Meria Bild 


s } en 





— 
—* 


hr "ri 


deß Jahrs getehlt sumerden/ an 
chem mie ſambt der Statt Jeruſalet 


fehier alleg erobertes Land widerum 
.: 4 








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— — 





















































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IS 77 4 
nf? 


1, 





















































gi Drepano. 169 
im die Saracenerı vnnd nie mehr in 


inferen der Chriſten Gewalt formen. 
Es hatte der Großmaͤchtige König 
Borfrid fchon gute Anftale gemacht / 
De Weeg in das heilige Sand von al 
m Orthen der Chriſtenheit rain und 
icher zumachen / vmb alle Voͤlcker 
ur Bewohnung / oder auffs wenigfl 
u Befuchung der heiligen Statt ein⸗ 
ttaden. Hugo de Paganis, vnd Gran- 
redus de S.Adelmanno, edfe Ritters⸗ 
eüth / haben ſich mit einem Geluͤbd 
erbunden / alle Straſſen biß in das 
Welchſchland zu Verſicherung der 


ilgramen rain zuhalten und haben 
diſem Ende ein alte verlaßne Kurch 


Form einer Voͤſtung zugericht. 
dun allweilen ſolcher andaͤchtige vnd 


olgemainte Fund dem allmechtigen 


orr wol gefallen / hat er auch den 
Renfchen nie mißfalien ſollen / maſ⸗ 
n ſich in wenig Zeit der Ritter ſehr 
lauſamen geſellet / gemelte Maynung 
h fort⸗ 







































17@ Maris Bild 

fortzufegen omb aller Raifenden S 
cherheit von den flraiffenden unglaı 
bigen Bölderen zuverfchaffen; bi 
endelich auch vonn Ihr Heyljgke 
dem Pabſten gemelte ritterliche G 


ſellſchafft zu der Ehr eines Krieg 


Ordens iſt erhoͤhet / vnd Religio Ten 


plariorum, der Orden der Tempe 


herren von obgefagter Kyrchen 


nennnet worden. Als aber/wie vorg 


ſagt / das heilige Sand wider onderd 
Gewalt der Hayden kommen hab 
‚auch dife Tempelherren ihren Poſt 


mehr behaupren fönnen. Deren 


gen anderſtwohin ſich gubegeben / h 
ben ſie vnder andern auch ein.Marı 
Bild als ihren Schagin das Sc 
mitgerragerin einer von Hola gema 
ten Truhen wol verforge. Nach de 
num das Schiff dem Welſchland 
abgeſeglet + hat fich bald ein Stur 
wind mie ſambt einem graufam 
Meer⸗Wetter erhebt / in welchẽ glei 
| R 








| $u Drepano. ‘378 

wol das Schiff wegen innhabenden 
Schatzes ganz vnverſehrt feine Lauff 
fortgeſetzt unnd in den Meer⸗Hafen 
der Inſul Sampadofas fo inder Bars 
barey gelegen / glücklich eingelauffen. 
Es haben ſich die Innwohner diſer 
Inſul noch biß an heut mit groſſem 
Mus zuerfrewen / das diſes wunder⸗ 
thaͤttge Mar ı Æ-VBild ein Zeitlang 

bey jhnen verharꝛet / maſſen fie alß⸗ 

bald der Mutter Gottes ale Ehr an⸗ 
gethan / vnnd entlich auch ein Kyrch 
und das Bild darein geſetzt / 





elche Kyrch biß zu diſer Zeit der 
Kyrchen zu Drepano in Siecilien 
ndergeben verbleibt / in Bedencken 
lle die jenige / ſo ſich auff diſes gefaͤhr⸗ 






1 gewiſer Zeit den Stock eroffner/ 
u; | ij vnd 


































172 Marie Bid 
end was er darinnen gefunden nad 
Drepano in Sicilten zu diſem wun 


derthaͤtigen Bild livert / deren enrdtfi 
‚chen Willenrder andachtigen Schiff 


leüthen nachzukommen / die jhr Opfe 
allhier zwar abgelegt / aber dorthi 


vermaint haben, Nun iſt zuerzehler 
wie diſes wunderthaͤtige Bild von 


diſer Inſul Lampadoſa nacher Dr; 
pano in Sicilien kommen. 
Demnach dan das Meer⸗Wetter ei 
End genommen / vnd die Ritter m 
ſambt den Schiffleüthen ein Zeitlan 
erquickt / haben fie widerum mit jhrei 
‚wunderthärigen Bild abgefegler/on 
dem Welſchland zugefahren / ſeyn 
‚aber alſo in den Meer hin vnd wid 
getriben worde/ daß ihnen vnmuͤglie 
‚ware dem gefaßten Borhaben nad 
sufommen: müßten derowegen wid 
ihren Willen bey der Inſul Sicilie 
zukehren / vnnd in dem Meer Mafı 
der Statt Drepano einfahren 


v4 DS 


—* Um v “ 





E zu Orepano. ar 
Re anderſt wegen Einlauff deß Wap 
ſers nit wolten zugrund gehen. Allwei⸗ 





and ſtunde / haben fie ſich nach Er⸗ 
zaͤnzung deß Schiffs alßbald wide⸗ 
umb ins weite Meer begeben; ſeynd 
ber Durch einen widerwertigen Wind 
on dem hohen Meer wider in den vos 








ſt bißhero mehr nit von diſer Sach 














en: als ſie aber bey dem ſchaͤnſten 
Wetter / vnnd befien Wind ſich dag 


Ad allzeit widerumb zuruck getriben 





utter Gottes das Orth hette außer⸗ 
ren / haben fie das heilige Bild nie 
3 ein Geſchenck / ſonder als ein bins. 
legte Sach der geiſtlich, vnd welt⸗ 
ee. chen 





















en jhnẽ aber al jyr Siñ noch Weihe 


igen Hafen gerriben worden. Nun 
eurtheilt worden 7.018 es ſeye diſes 
hne gefaͤhr / wie es offt pflegt zuge che⸗ 
nder mahl in die Hoͤhe deß Meers/ 
zum dritten mahl hinauß lieſſen⸗ 


funden / vnnd gleichwol die Ritter 
& nit erkennen wolten / daß jhr die 

























































i74 Maria Bild 


Tichen Obrigkeit biß auff weirern Be⸗ 
fchaid eingeantworrer. Iſt alfo nach 


der Ritter Abfahre ein Zeitlang in 


einem weltlichen Hauß / welches man 
. dag Munition-oder Zeüghauß nennet/ 


behaften worden. Nun alßbald fich die 
Ritter nach ihrer Anküfft im Welſch⸗ 
fand entſchloſſen / der Statt Piſa fol 
chen Schatz zuvergunnen / haben ſie 
nach Drepano Befelch abgehen Taf 
ſen / das heilige Bild auffs ehiſt nacher 
Piſa zuliferen / allwo ein gebührendeg 
Orth mit hoͤchſtem Verlangen der 
sangen Burgerſchafft eines fo groſſen 
Schaxtzes wartere.Es haben fich zwar⸗ 
denen folches anbefohlen war. / der 
Sach trewlich und mehrmahlen on 
derſtanden / haben aber wegen Vnwil⸗ 
len deß Himmels die Sach nit koͤn— 
nen ins Werck feren/ vnd das heilige 
Bild forebringen maflen/ da es auf 


den Wagen geladen/von Ochſen foltt 
dem Meer zu geführt werden / feymt 


’ * 


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ve von 
\ N 
. al u 





) 


„> gu Orepano. 25 
ie vnvernuͤnfftige Thier / als ob fie 


as Meer fcheüheren der Kyrch deß 


yeiligen Leonardi zugeloffen/allwo biß 
in heut die Gedechtnuß folcher Ge⸗ 


chicht zufehen. Nun daß difesnach 


Sefallen der Mutter Gottes befches 


en. / haben die jenigen vor andern ers 
ahren/ welche in Fürfuͤhrung deß N. 
Bilds fich der Mutter Gottes befoh⸗ 





Dreh / als dife Kyrch difem heiligen 








er Carmeliter Kyrch alſo il geſtan⸗ 


en / daß ſie mit keiner Macht moͤch⸗ 


n weiters gebracht werden. Vnnd 
eilen das Heilige Bird fich ohne fon- 
re Mühe vnnd Widerftand in die 
yrch har tragen laffen’hat niemand 
ehr daran zweiflen koͤnnen / diſes / 
ind kein anders Orth ſeye von der 
immels/Koͤnigin für dife jhr Bild⸗ 
. b ii u 











n / mit Erhaltung erlicher wunderlte 
ber Gnaden; weilen aber einanders 


Bild beſcheret war / ſeynd die Ochſen 
seiters fort gangen / vnd endtlich vor 


# 









































ie Maria Bild 
nuß vor andern erfifen worden. Alhie 
ſtehet es noch in groſſen Ehren weget 
der vilfaͤltigen Wunderzeichen / ſo das 
gantze Jahr hindurch — — 





Tag deß Augſtmonats das iſt / dat 
Feſt der Storwürdigften Dimelfahr 
vor allen Tägen beobachretiwelcherti 
Feine Jahr niemahls ohne gefchehen 


Wunderzeichen bißhero abgeloffen- 


"Dife  Sefchicht zu Palermoim I⸗ 
1634. mit Guthaiſſen geiftlicher ho 3 
Obrigkeit gedrůckt / hat mir sugefchid 






R. P. Hieronymus de Dagano Rei 
Collegij Drepanitani, welcher in in 


Brieff mir auch zuwiſſen gemacht 
daß auf dem obgemelten Hauß 





deme das heilige Bild ein Zeitlangil 
beherberget worden / der Sociele 
Jesv ein Kyrch ſeye erbawet wor 
den / in welcher ein Gedaͤchtnuß dei 
edlen Berlauffs zufehen. 
Boͤhaim 














3 
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er Bart. | 72 
— 244442 
Boͤhaim. 
Wunderthaͤtiges Maria 
Bild 


En immer geluſtet ein ſig⸗ 

8 haffte Flucht zuſehen / der 
ſehe an das wunderthaͤtige 
—E zu Wart: diſes iſt ſchon 
uͤnffthalb hundert Jahr in groſſer 
Berefrung on iſt nit wiſſend / wie lang 
uvor / vnd von was für einem Bilde 
chninler es ſeye verfertiget worden. 
Vmb das Jahr Chriſti 1200 hat 
die Mutter Gottes ſelbſten einem 
Bottsfoͤrchtigen und dazumahl bet⸗ 
kenden Süngling das Bild vbergee 
ben / mit vermelden / es wurde wune 
derthaͤtig werden da mans wurde-in 
Ay halten. Einsr vom Adels als er 
9 duch 






























178 Maria Bild 


dureh Anrueffung Marız bey difen 


Bild feinen wurgabgebrochne&Schen 
ckel ohn alles Zurhun einiges Mund 
Arstens gehaylet befunden / har eil 
Capellen von Holz erbawet / und ball 
hernach ein Kyrchen auß Stein / wel 
che biß an heut die Bohemiſche Kyrd 
aenennt wirdt. Es ligt diſe Kyrch at 
einem hohen Berg / bey deme zu vn 
derſt cin Dorff iſt / dem Ciſtercienſe 
Cloſter von Kemnat zugehoͤrig / ge 


wiß an einem ſolchen Orth / welche 


von der Natur ſelbſten zur Landtshue 
verordnet worden: dann weilen eg at 
Boͤheim / Schlefien Mähren / vnnt 
Laußwitz grentzet / mag es wol dere 
Laͤnder Mittl⸗Punct genennt werden 
Die Voͤſte / fo vonder Himmels⸗Koͤ 
nigin gemeltem heiligen Dreh erchailı 
worden / har fich nur mehr als su vll 
im Jahr Chriſti 13 41° fehen Taffemı 
da nemlich fünffhundert tauſent Tarı 
taren ſich an diſen vmbligenden er 

RN. then 








J zu Wart. 179: 
—* nidergeſetzt / auch ein geraumne 


zeit auffgehalten / gleich wol vber 


Wart hinauß nit weiter gangen. 


Etwas mehrers / als gemelte Macho⸗ 
netaner haben vermoͤcht die jenigen / 
velche von Huſſio mit ſambt der Lehr 















inch den Namen vberkommen: diſe 
aben im Jahr 1425 die Kyrchen 


rſtlich außgeplündert / hernach mie 


elegt. So iſt doch diſes alles nit alſo 
n Eyl beſchehen / daß nit die Him̃els⸗ 
Rönigin lang zuvor auff dem Berg 
hres vilen erfchinen / die zukünfftige 


ie Mutter Gottes fehen laſſen / har 
hre heylige Fueßſtapffen biß auff das 
Jahr Chriſti 1000 ſcheinbarlich be⸗ 
alten: weilen fie aber von der groſſen 


da worden ſeynd fie letſtlich den 


Dr nn * * 


Fewr angeſteckt / vnnd in die Aſchen 


Wbel / ja außtrucklich die Geburt eines 
5 gortlofen vnd ſchaͤdlichen Kegers 
orgeſagt. Der Stain / auff deme ſich 


vo 


{ 


Mänge der Pilgeren fo lange Jahr 










































180 Maria Bild 
‚andern Stainen gleich worden / ont 
haben ſich alſo gang verlohren.Damlı 


aber die Sach nit in Vergeß gefickt 
wurde / hat Carolus Erg, Hertzog zu 
Oeſterreich Ferdinand deß Anderr 
Her: Bruder Bifchoff zu Preplam 
im Sahr 1617 ein zierliche Capeller 
erbawet / in welcher eben an dem Orth 
gemelter Fueßſtapffen der Hoch, Altar 
ſtehet. Nun zu diſer Capellẽ fombrmar 
durch drey vnderſchidlichen Straf 
ſen / ſo auch jhre beſondere Naͤmen 
haben / maſſen einer der Warrer-odet 
Teuͤtſche Weeg / der ander der Boͤhe 
miſche / der dritte der Polacken Weeg 
genennt wirdt / welche nit ſelten den 
Berg hinauff auff den Knien gehen 
Ich hab vermeldet / daß vor zwey⸗ 
hundert vnd mehr Jahren die Kyrch 
von den Bildſtürmiſchen Huſſiten 
feye in Aſchen gelegt worden ; folk 
aber der forgfeltige Leſer willen! ” 
A 








ua 18 
das wunderthaͤtige Marız-Bild zwar. 
der Brunſt nit entgangen / doch gang 

vonverletzt vnder den Flammen verblis 
ben. Ich bitte / der Sefer wolle hhme 
das Merz faſſen / vnnd bey fo groſſer 
Flammen der brünnenden Kyrchen / 
die groſſe Lieb eines Marianiſchen 
Dieners beſchawen / ſo da alles anders 
Fewr weit vberſcheinet. Sein Namẽ / 


weil er im Himmel geſchriben iſt / hat 


nit neth / daß er den hinderlaßnen 
Schrifften einverleibt ſeye. Er ware 
gemeltes Ciſtercienſer Cloſters Profeß 
und Prieſter / welchen weder das Clo⸗ 


Fer / noch die Kyrch / ja die augen⸗ 
ſcheinliche Gefahr ſeines aygnen Le⸗ 


bens bekuͤmmert / in deme er alle feine 
Gedancken auff das heilige MARIÆ- 
Bild geſetzt / daſſelbe / wo es muͤglich / 
zuerretten. Das heilige Bild / ſprach er / 
iſt von Holtz / vnd in hoͤchſter Gefahr: 


‚nun kan vnd ſolle die Mutter Gottes / 


wie auch die Nachkoͤmblichen nit ver⸗ 





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18:2 Maris Bild 
laſſen werden / welche fo viler Gnaden? 
wegen Abgang diſes Schatzes werden 
gerahten muͤſſen. Solle dann keiner 
hie zugegen ſeyn / welcher ſein Leben 
fuͤr ſo vil Freuͤnd / ja fuͤr die Mutter 
ſelbſt darſetze ? Ich / ich ſelbſt will hin⸗ 
gehen / vnd das heilige Bild auß den 
Flammen erretten / es gehe mir gleiche 
wol wie Gore will. Stirbe ich / ſo 
ſeynd verhanden der gantzen verbren⸗ 
ten Kyrchen / als heylige Aſchen / mit 
denen die meine vermiſcht vnd veray⸗ 
niget moͤgen werdẽ: was kan ich gluͤck⸗ 
ſeeligers wuͤnſchen? zu dem ſo hab ich 
da gleich vor mir ſichtbarlich mein 
Fegfewr / das mich gantz rain gen Him⸗ 
mel ſchicke. Was fuͤrchte ich diſes 
Fewr / welches ich bald ( warn es dem 
Allmechtigen fo beliebt ) von Himmel 
herab verlachen will. Als er diß geredt / 
ſetzt er durch Schwert und Fewr / ja 
önrch hin und wider herab ſchieſſende 
Brands vber Gluet vnnd Aſchen zu 
nn Kae dem 








= 3a Mare 183 
dem Altar / veiffer das heilige Bird: 
mit der jenigen Gebühr / fe die Zeit er⸗ 
laubt / auß dem Caſten / vnd tragts mit 





ſich eben den Weeg / ſo er zuvor kom⸗ 


en die eylfertige Flammen / ſo 
entzwiſchen nur mehr als zuvil zuge⸗ 
nommen / vnd den Weeg verlegt har. 
Es iſt zuvermueten / es haben die hoͤlli⸗ 
ſchen Geiſter zugeſchürt / auffdas der 
Schatz deß Koͤnigreichs Boͤhaim zu 
nichten wurde. Hr i 










ſeits gethon / was er vermoͤcht / iſt doch. 


weil er von dem verbrenten Tachſtuel 
pberfallen / oder ſonſt von dem Rauch 
rſteckt worden. Ich zweifle nit / es has 
sen ihr etliche deß Marianiſchen Die⸗ 
jers Tugendt als einen Frevel vngut 
ſeheiſſen / allweilen er wider die trewe 


eben Nach deme aber endtlich vn⸗ 





men: aber dem ſo beherzten Vorhaben 


Es hat der gute Religioß ſeiner | 


nit mehr zuruck kommen / eintweders / 


Ermahnung ſich in den gewiſen Tone 


der 
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4 Maris Bild 


der dem abkuͤhlten Aſchen mie fleiß ge⸗ 


ſucht worden / wo die Kyrch ſeye ge⸗ 
ſtanden / iſt jhrer etlichen auch ein Be⸗ 
gird kommen / dem heiligen MARLE= 
Bild nachzuſehen: alles / ſprach einer/ 
ligt alſo auff dem Hauffen / daß auch 
der Bawmaiſter ſelbſt ohne Muͤhe 
die Grund⸗Mauren nit finden wurde/ 
wann das Geſtain von der Hitz deß 
Fewrs fchier zu Kalch zergangen / iſt 


kein Zweifel / es ſeye auß Holtz Aſchen 


worden. Es iſt gleichwol Gazz im 
Himmel’ welcher zu Zeiten auch dem 
Fewr feinen Gewalt jnnhalt: fo befin⸗ 
den ſich auch hin vnnd wider etliche 
Marız-Bilder / welche in Fewrs⸗ 
Moth vnverſehrt verbleiben : Wit 
wann auch wir alfo vonn dem hohen 
GHzzweren begabt worden, das vil 
Leiche vnſer wegen das heilige Bild 
noch sufinden ? In deme fie alfo mit 
einander woͤrtlen / vnnd förchten/ das 
Bild / ſo ſie ſuchten / zuſinden: ſihe da⸗ 

ſprich 


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ſoncht einer / lieber Freünd / gib achır 
‚hie ligt das heilige Bild vor vnſeren 
Füeſſen. Sie heben das unverfehrte 
‚heilige Bild mit Andacht auffı vnnd 
mit ſambt dem Bild den gantzen auch 
vnverſehrten Arm obgemeltes Reli⸗ 
gioſen. Da haben ſich billich zuerfre⸗ 
wen alle die, fo su Dienſt der Mutter 








daß ſolche Hand zur Zeit der Beloh⸗ 






‚den. Es iſt vermerckt worden / daß ger 
melter Religios nit mehr weit gehabt 


gefallen / ihren Diener auch diſe wenig 
Schritt zubehuͤten / die jhn mit ſo groſ⸗ 


Weess bewahret hatte. 
Nun hat diſes heilige Bild vonn 








Gottes jhr Hand gebrauchen / allwei⸗ 
len ſie fo wunderlich zuverſtehen gibt / 


nung nit werde in Vergeß geſtellt wer⸗ 


‚den Flammen zuentrünnen / vnd were | 
ja der Himmels. Königin nic ſchwer 


ſem Wunder den maiſien Thail deß 


bifer Huſſitiſchen Zeit hero fehr offt 
Er geflehnet Ben — den 
ild ⸗ 




































385 Maris Bild 
Bildffürmeren entzogen wurden) und 
iſt doch mitten under jhnen allzeit / we⸗ 


gen der groſſen Wunderzeichen vonn 


den Catholiſchen in hohen Ehren ge⸗ 
halten worden. Der Auctor erzehlet 
tauſendt dreyhundert vor geiſtlicher 
hoher Obrigkeit rechtmeſſiger Weiß 
probierte vnd approbierte Wunder⸗ 
werck / ſo jnnerhalb diſer verloffnen 
fünfftzig Jahren ſich zugetragen / mit 
vermelden / daß allhier ſonderlich dreyẽ 
Vnfaͤhlen gewiſe Hilff gefunden wer⸗ 
de. Erſtlich fuͤr die / ſo mit allerley 
Grimmen behafftet. Fuͤrs ander / die 
Vnſinnigen vnd Thoren / deren dreſ⸗ 
ſig in gemelter Zeit zu jhrer Vernunfft 
wider kommen. Letſtlich die jenige / fo 
die boͤſe Kranckheit deß Hinfallens 
haben / vnnd deren ſeynd mehr dann 
Hundert inner der fuͤnftzig Jahren mit 
Frewden erlediget worden / die alle von 
dem Auctore mit Namen genent wer⸗ 
den. Noch groͤſſers Wunder iſt an 
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daß die Warter niemahlen von dem 
wahren Ölauben feynd abgefallen/ ob 
ſchon auß jhrem Dorff in allen Vmb⸗ 
fraiß einiges Orth nie mag erſehen 
werden / welches fich bey dem alten ale 
lein feeligmachenden®laub? allzeit er⸗ 
halt? hette. Diſe ſchon mehr als zwey⸗ 
hundert jaͤhrige Beſtaͤndigkeit in dem 
Glauben vnd andacht hat verdient / 
daß im Jahr Chriſti 1598 (ob ſchon 
das heilige Bild wegen der Bildſtür⸗ 
mer anderſtwohin gefichner war) als 
ſich ein Stuck von dem Berg geſchelt / 
vnnd die fuͤruͤberflieſſende Neiß alſo 
verſtopfft daß das Waſſer nunmehr 
das ganze Dorff vberlauffen ſolte / das 
Waſſer doch ſeiner Natur vergeſſen / 
und den Warteren / als MaRrRıE- 
Dieneren/verfchoneriwelche alle jhre 
pnfchufdige Kinder dem nunmehr 
febon angeloffenen Strom entgegen - 
gefielle: dife müßten mir ihrem Ge⸗ 

fehray zu der Himmels, Königinrals 
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ob fchon er dje Flache def Landts nit 


198 eh Maris Bild 
ein Waſſer⸗Damm / das Dorff / vnnd 


Ihre Elteren erretten / wie dann auch 


geſchehen / maſſen der völlige Strom 





wenig vberhoͤhet / ſo lang nit ohn 


Wunder ſich nngehaltẽ /biß er gleiche 


wol anderſtwo auß Befeich Mar 
einen Außgang gefunden. 3 


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Hi I eh Y. Wartenfis.a = - 











XXI Wun⸗ 


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Su Culm. Wo 








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Wunderthätiges Maria 
Bıld | 
zu Culm. 


S N Ye Kyrchen der Mutter 
Gottes zu Culm in Bohaim / 
ligt ſchier im Mittel der zwo 


Staͤtt / Eger vnd Falckenaw. Die 


ſehr alte Schrifften / ſo bey der Kyr⸗ 
chen behalten werden / vermelden / wie 


daſelbſten fuͤrgewandert / vnnd vnder 





‚gang matt vnd erhitzt ſich nidergelegt / 


deme habe er ſich beym Namen hoͤ⸗ 
ren nennen / vnnd alſo aufferwacht / 
weilen er aber niemand erſehen / ſeye 











| alfo zugetragen / ſeye er —9 


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dag ein Steifchhacker von Falckenaw 


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einer Haſelſtauden neben dem Weeg 


ond letſtlich auch entſchlaffen. In 


‚er wider entfchlaffen: als aber diſes zu 
dem andern /ja auch drittenmal ſich 




























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190 Märis Bild 


und da er mit fleiß har vmbgeſehen 
habe er in der Hafelftauden / darum 
der er gefchlaffen, das ſchoͤne MArLE 
Bild erfehen. Der fromme Man— 
(wie die alte glaubwürdigeSchrifftet 
vermelden) volleiner ungewohnfiche 
Frewd / nimbt das Bild mir fich nad 
Hauß. Aber gleich deß andern Tags 
alser das Bild im Hauß gemanglet 
hat er nie vil gezweiflet / das Bilt 
möchte mider an das vorige Orth ſeyn 
getragen worden: hats auch alſo be— 
funden. Dahero der gottſeelige Mann 


bald abgenommen / der Mutter Got 


tes gefalle difes Dreh vor andnemacht 
deromegen auß Holtz ein kleines Tach, 
fein darüber /die Bngelegenheiten deß 
Wetters abzuwenden. Mir dene ware 
aber die Himmels⸗Koͤnigin nit be 


gnuͤgt: ware auch leichtlich zugeden⸗ 


cken / fie begehre nit ein Tach / fonder 
ein Kyrchen. Iſt aber der Menſchen 
Geitz ſo groß / daß ſie nit apa 
; en / 









+ 


zu Culm. 198 


len was die Heyligen von ihnen ber 


gehren / damit ſie deß Coſtens vberhebt 
ſeyn moͤgen. Müeßte derowegen die 
Himmels/⸗Koͤnigin auff ein andern 
warten / deme fie jhren Wunſch vnnd 
Begehren moͤchte erklaͤren / diß ware 


ein junger Schaͤffler Geſell / ſs auß der 


Wanderſchafft haimb zu / nacher Fal⸗ 
kenaw gienge: diſer / als er bey gemel⸗ 
sem Bild fuͤruͤber gangen / har er ders 


maſſen indem Wald geirret / daß / ob 


ſchon er ein geraume Zeit allerley 
Weeg angetretten / er ſich doch vber 
ein kleines allzeit wider bey diſem Bild 
befunden: biß er endtlich gang mare 
vnnd müed vor dem Bild auff ſeine 








* rechten Weeg zutreffen. 


Mercke allhie der Leſer / daß diß nie 
die wenigſte Klag Gottes vnd ſeiner 


lieben Heyligen iſt / die ſie wider vns 


baben⸗ do fie mir vns nie beſſer koͤñen 
iu 


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Knie nider gefallen’ und mit wainen» 
den Augen angefangenzuberten/ vmb | 
























39 Maris Bild 





gu Red kommen; als wann wir ſchlaf 


‚fen: faum iſt er entſchlaffen / fo har dir 


Mutter Gottes jhne angerede/ anni 


angezaigt / daß er ab dem Weeg / ont 


jr gangen / ſeye ein Straff geweſen 
der ſchon vor lengſt begangnen Suͤnd 


ſo er noch vngebeichtet mit ſich herum̃ 
trage: darauff ijhn ermahnt / ſolche zu 


beichten / und dem Pfarrherrn anzu— 


zaigen / fie begehre an diſem Dreh ein 


Capellein: vnnd du / ſprach ſie / kanſt 
auch etwas von dem Deinigen herzu⸗ 


ſchieſſen / allweilen dein Vatter vnnd 
Mutter ſchon vor lengſt mir Todt ab⸗ 


gangen / vnd du / als ihr einiger Erb / 


ein zimbliche Verlaſſenſchafft wirſt 


finden. Nach dem die vngewohnliche 
Frewd den Jungen von dem Schlaff 
erweckt / hat ſie zugleich auch verur⸗ 


ſacht / daß er mit einem Geluͤbd ſich 


verbunden / alßbald ſich mit dem heili⸗ 
gen Sacrament der Bueß zu rainigen / 


wie auch von dem ſeinigen zu Erba⸗ 


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sedulm:  - 139 
wung der Kyrchen zuſteuͤren. Wie er 
dann gleich den Pfarıherien auß der 
‚Start Königsberg, fo jhme auß goͤtt· 

licher Schickung auff dem Weeg ber 
kommen gebeichter/ vnnd angezaigt / 
wie die Mutter Gottes ein Kyrchlein 
begehrte. Der Pfarrherꝛ har alßbald 
mit Hilff etlicher Gottsfoͤrchtigen ein 
kleines von Holtz zuſamen gefuͤgtes 
Capellein auffgerichtet / welches alß⸗ 
bald in den Fuͤruͤbergehenden groſſe 
Andacht erwecket. — 
Es hatte aber diſes new erbawte 
Botts⸗Hauß den Abgang einer fehe 
zroſſen Gluͤckſeeligkeit / weilen es fehe 
‚fe Nachbawren gehabt / nemblich 
jreuliche Moͤrder / weiche nit weit von 
er Kyrchen jhr Auffenthaltung in 
ſewiſen Berg⸗Hoͤlen hetten. Diſe 
baren in der Weiß zurauben von 
ndern Mörderen nie wenig vnder⸗ 
chiden / maſſen fich die Juͤngeren auß 
hnen fo nach) etwas vonn guter Ge⸗ 


Be 0. 






























4 Maris Bild 
ſtalt hatten / nie allein in die Dörfer) 
fonder auch in die Stärt begeben in 
anfehlicher Klaydung die offne Taͤnt 
befucht/ darbey fich für dife und jem 
außgeben / und ein oder mehr Junge 
frawen beredt / das befte an Gelt ont 
Gelts werth in der ſtill mit ſich zunem 
men / vnd ſich ſambt jhnen nach Hanf 
 juverfügen: nach geſchehener Sad 
werde nie vil Befchwernuß bey det 
Elteren fern / wegen einer rechter 
Ehe: alfo iſt nit eine auch auß det 
edlen Frewlein entfuͤhret worden / de 
anderſt geſagt ſolle werden die feykt 
entfuͤhret worden / fo willig nachge 
volgt ſeynd. In kurtzer Zeit iſt en 
nit kleine Anzahl der Jungkfrawen 
vnd noch mehr deß Gelts vnnd Klei 
nodien in denen vmbligenden Staͤtt 
entkommen / bevorab in der Stat 
Eger / welche fo unbefanten und on 
gewohnlichen Zufall abzuwenden et 
Proceſſton angeſtellt / dero — 
von, i 





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sa Colm 195 
lich mit bloſſen Fuͤſſen beygewohnet. 
Auff ein Zeit reiſete ein Edelmann 
von Falkenaw haimb zu in ſein Dorff 
Gazgrün / von deme er fein Namen 
vnd Stammen hatte. Diſer / ſeinem 


Brauch nach / vnderlieſſe nit die Mut⸗ 


ter Gottes: in dem Kyrchlein zugruſ⸗ 


ſen: da er nach Hauß kommen / erin⸗ 


nert er ſich / daß das Bretſpil / ſo er 
Gebetts halber von ſich gelegt / in dem 
Kyrchlein verbliben ſeye: deſſen er 
nit wenig Verdruß empfunden / maſ⸗ 
















S 


fen es fehr Eöftlich ander Matery / vnd 


fehr tmaifterlich von der Kunſt gear⸗ 


beitet ware. Eswar nunmehr Macher 
deßwegen ware feiner onder allen 
Dieneren zufinden / welcher fich gegen 
ſeinem Herrẽ nie entſchuldigte / ſo weit 


zu ruck zulauffen / biß endtlich eine auß 


den Maͤgden / nit ohne Geſpoͤtt / den 
ſonſt ſo behertzten Dieneren / den Ab⸗ 


gang der mannlichen Kuͤnheit verwi⸗ 




















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iy6 Marie Bild 


nuß der Herꝛſchafft ganz allein zu dem 


Kyrchlein ſich zubegeben / allwo ſie 
dem Anzaigen nach / fo jhr der Herr 


zu Hauß angedeüttet / das Brettſpil 
ohne Muͤhe gefunden / vnd die Mutter 


Gottes mit einem andaͤchtigen Ge⸗ 


bett gegrüßt. In deme vernimbt fie 


das Befpräch und Herzunahung etli⸗ 
eher Perfonen: begibt fich deromegen 


: Sicherheit halber in einen finfteren 


Winckel deß Kyrchleins / da fie alles / 
ohne daß ſie geſehen wurde / hoͤren vnd 


ſehen moͤchte. Alßbald fihet ſie / fo vil 


die vor dem Altar brinnende Ampel 
zaigte / einen Mann / ſo ein Jungkfraw 
mit Ernſt ermahnte / ſich ohne Verzug 
zu dem Tod zubereitẽ. Sie / die Junge 
fraw / nahme diſe Red / als von ihrem 
Sieben / mit deme fie in fürg wurde 


vermaͤhlet werden, nit in argem aufls 


alsfie aberden Ernf geſpüret / hat fie 
die wenige Zeit jhr su Nun gemacht? 


end mir großer Rew vnnd Land der 


Mutter 





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| sa Culm 197. 
Mutter Gottes vor dem Altar jhren 


Abſchid außdifem Sehen befohlen:bald 


reißt fiedifer gortlofe Mann von dem 


Altar / ziecht fie waynend vñ fehrenend 
auß der Kyrchen / allda er ſie / wenig 
Schritt darvon / mit einem Meſſer 


erwürgt. Diß alles hat die verborgene 


Magd / fovildas Schnee⸗Liecht ev 
laubet / gefehen. Damit der $efer nie 
etwan vermaine / ſie ſeye / wiewol muͤg⸗ 


lich geweſen / auß Forcht geſtorben / f 


zuwiſſen / daß fie dif alles vngeachtet / 


welchen die Jungkfraw mie ſich in die 


Der Mörder mir der Begrebnuß der 





u. So danngleich hernach von dem 
Mörder auf Abgang deß Rantzens 





IM ten 













































auff den Ranzen ein Aug geworffen / 


Kyrchen getragen / vnd in dem hinauß 
gehen / hinder ſich gelaſſen. Diſen / weil 


rmoͤrdten Jungkfrawen ſich bemuͤ 


het / nimbt fie beherge mic jhr / vnnd 
ylet fo vil ihr muͤglich / dem Dorff 


ermerckt / wie auch auß den Fueßtru· 








198 Maria Bild 
ten in dem Schnee geſpuͤrt worden: 
derowegen / ſo gut er vermoͤcht / bey na⸗ 
he biß zu dem Hauß / wie es deß Tags 
auß dem Schnee zuvernemmen ge⸗ 
weßt / nachgeeyleee. 
Nach dem die Magd jhr Herfchaffe 
deſſen / was ſie geſehen / allem Verlauff 
nach berichtet / vnd mit Auffweiſung 
vnnd Eroͤffnung deß mitgebrachten 
Rantzens bekraͤfftiget / iſt nit zuſagen / 
was fuͤr ein Zorn das gantze Haußge⸗ 
ſind wider die Moͤrder gefaßt. Als 
aber der Herr auff Mittel gedacht / vñ 
jhme deren eines zu Gemuͤth komen / 
hat er vor allem / allen vnd jeden / ſo 
der Sach Wiſſenſchafft hetten / ernſt⸗ 
lich verbotten / das wenigſte jemand 
darvon auſſer Hauſes / kundt zuma⸗ 
chen. Vber wenig Taͤg laßt er einen 
Tantz außruffen / ſo bey jhme nach 
Landts Brauch ſolte gehalten werden: 
befilcht der Magdt / ſich mit deme / was 
ſie gebracht / zierlich zubekleyden / vnd 


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zu Culm. i99 
da fie erwan einer begehrte weck zu⸗ 
führen ohne langes Widerfprechen 
nachzuvolgen / und jhme dein Herrn 
die Rettung ihres Lebens haimb ſtel⸗ 
len. Vnd iſt eben der jenige / deine fie 
gemelte Sachen entfrembdt / dar ge⸗ 
weſen (mie es ſich hernach befunden) 
welcher ſo wol gezierte Jungkfraw 
bmb die Ehe anredete / vnd mit bewoͤg⸗ 
lichen Worten zu der Flucht beredete / 
ſo dann die Magd / als vornemmer 
eüth Kind / darfür fie ſich außgeben / 
chwerlich dem Anſehen nach / doch 
ndtlich zugeſagt / und mit jhme (der 
Kyrchen zu) durch hilff der Nacht / 
ugeylet / allwo ſie wußte / daß jhr Herr 
hit wolgewaffneter Mannſchafft ic. 
er erwartete. Raum haben fie das: | 
Dreh erzaiche / wirde ihr der Magde ı)) 
on dem Mörder das End jhreg Le⸗ 
eng vnd der Todt / darzu fie fich jene 
eraiten ſolle / angeſagt. Weiter wolte 
er Herr / ſo diſes gehöre und geſehen / 
—J ae: die 














200 Maris Bild 


die Sach nit foren laſſen: bricht alß⸗ 
Bald mir fechs oder ſiben Männer auß 
dem Geſtreüß herfür / vnd führer den 


BVbelthaͤter gefaͤncklich nach Hauß / 


allwo er in der peynlichen Frag mehr 
Forcht verurſacht / als fie in dẽ Wald 
erfahren hatten; maſſen er rund herauß 
ſagte / keiner auf jhnen were bey Leben 
bliben / da ſeine Geſpanen / deren er ein 
groſſe Anzahl nennte / weren zugegen 
geweſen. Deßwegen mit der gantzen 
gewaffneten Bawrſchafft gemeltes 
Dorffs / deß anderen Tags ein Auß⸗ 
fahll beſchehẽ / ſo da mehr einer Jagder 
als einem Krieg gleichte. Der wilden 


Maͤnner ſeynd ſechs vnd zwaintzig ge⸗ 


fangen worden / ſo jhren gebuͤhrenden 
Lohn durch den Scharpffrichter bald 
hernach empfangen. Von jhnen ſeynd 
zwo Gruben angezaigt worden / in der 
einen wurden ſehr vil der ermoͤrdten 
entfuͤhrten Jungkfrawen gefunden I 
in der andern / da ſie wonhafft — 
Me ey 








feinem Herren wider geben / das 
vbrige ift in das Gebaͤw einer fehönen 
Kyrchen verwendet worden, In wel⸗ 
chem das Wunderwerck vermerckt 


bey Tag auffgefuͤhrt / ſo lang vnnd ſo 
vil volgende Nacht zu hauffen gefal⸗ 
len / biß ſie den von jhnen erwoͤhlten 
Plan verlaſſen / und an dem Orth die 
Fundament gelegt / wo ſich bißhero 
das wunderthaͤtige Bild auffgehalten: 





alßdann hat ale Baw⸗Arbeit jhren 
gluͤcklichen Fortgang gewunnen. So 
hat ſich auch das Heilige Marız-Bild 
nie folcher maffen anderſtwohin vera 
tragen laſſen daß eg dep andern Tags 


nit onfehlbar wider an feinem Orchz 


das iſt / ob der Kyrch⸗Thuͤr fich befun⸗ 
den: dahero man muetinaſſet / es feye 
allda die Haſelſtauden geſtanden; deß⸗ 


Mr. 8 wegen 































zu Culm. der 
ſeynd die Kleyder / Gelt / vnnd Gelts 
werth auffbehalten worden. Alles / 
was man gewuͤßt / wem es gehoͤrig / iſt 


wurde / daß alles / was die Werckleuͤth 








20% Maria Bild 


wegen iſt ein Gewoͤlb der Kirchen 
angebawet worden/ das heifige Bild 
vor Vngelegenheit dep Wetters zur 
beſchirmen / durch welches fo vil der 
armfeeligen Menſchen vor großen 
Vblen befehjirmer werden. | 
N B was Zeit ſich diſes zugetra⸗ 
go genifan man mit Gewißheit nit 
© finden: die ietzige auß Stein ers 
bawte Kyrchen weiſet auff Ge ſchenck / 
ſo der Mutter Gotttes im Jahr 1383 
geopffert. Pabſis Sixti deß Vierdten 
im 1477 Jahr verlihene Ablaß ſeynd 
maͤniglich bekandt. Seynd auch allda 
noch andere zwey MaRIA- Bilder / 
von denen glaubwürdig geſagt wirdt / 
fie Haben gewaynet / von dene ich doch 
mehr nit fagen will / allweilen ich def 
fen feinen bewehrten Grund finde. 
Die Bawrfebafft von Culm ift je vnd 
allzeit / ſo wol durch die Huſſitiſche / 
als Lutheriſche Ketzerey auff dem wah⸗ 

ren 












su Culm. Se 
ren Blanben bliben. Die Gloggen / ſo 
fechs Elen im Vmbkraiß hat / wolten 
ſie der ketzeriſchen Rauberey entzie⸗ 
hen / vnd anderſtwohin floͤhnen; aber 
kundtens nit von dannen bringen / ob 
ſchon ſie der Ochſen ſo vil angeſpant / 
daß wol ein mehrerer Laſt moͤchte ge⸗ 
führet werden. Habens derowegen 
vergraben / allda ſie vnverrahten ver⸗ 
bliben / biß der wahre Glaub in Boͤ⸗ 








haim widerumb iſt eingeführt worden / 


alßdann haben ſie die außgegrabne 
Gloggen widerumb an jhr voriges 
Orth in den Thurn gehengt: war⸗ 
bey die Arbeiter nit ohne Wunder 
vermerckt / daß in Haͤngung diſer 
Bloggen alles mit ringer Muͤhe wi⸗ 
der ale Gewonheit iſt geſchehen: fo 
fie dann werth geachtet / daß es 
ſchrifftlich verfaßt werde / vnd den 
‚nachvolgenden Zeiten bekant verbleis. 
be. R. P. Joannes Tanner hat die als 
te glaubwürdige Schrifften mit fleiß 
i vj durch⸗ 


* 
















BA Maria Bild 
durchſucht / und mir / wie obgemelde / 
gann fleiſſig in ſummariſcher as | 
= sufommen faffen ı mit 
— deß — 
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su Cjzeſtochovlen; er - 


IIFEREL LE 
j Polen. , 


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Wundertbätiges Maria 


Sid 
30 Eseflschovien, 


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2Polen ſolle nit allein / wie 


Andreas Goldonowscki Ordin. F. F. 
Erem. S. Pauli in feiner Hiſtori vor 


gibt / der Heilige Lueas auff ein Cypreſ⸗ 
ſine Tafel / ſo der Mutter Gottes im 


Leben zugehoͤrig / gemahlt haben / ſon⸗ 


dern ſolle auch eben das jenige heilige 


Bild ſeyn / welches su Conſtantinopl 
fe vnd allzeit in. groſſen Ehren gewe⸗ 
ſen / vnd Odigitria, auff teuͤtſch / die 


Weegweiſerin genennt worden. 


NMun wie / vnd wann diſes Bild 
von ——— nach Conſtantinopl 
i R ſeye 















As wunderthaͤtige Marız-_ 
y Bild zu Czeſtochovien inn 








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208 Marie Bild + 
fene gebracht worden! waißt man ay⸗ 
gentlich nit / maſſen etliche vermainen / 
es habe es die heilige Helena dahin 


geſchickt / andere ſeynd der Maynung / 
es ſey zu Jeruſalem verbliben biß zu 


Ankunfft der Kayſerin Eudoxiæ / wel⸗ 
che es habe der Kayſerin Pulcheriæ 
verehret / vnd nach Eonflantinopl ge⸗ 
ſchickt / oder etwa vorhero gen Antio⸗ 
chiam gebracht / vnd von dannen erſt 
nach Conſtantinopl. Vnder den alten 
Seribenten ſtehet der Mißverſtand 
allein in diſem / daß Theodorus Lector 
lib. x. ſchreibt / es ſeye von Antiochia: 
Niceph. Calliſt. aber lib. 15. cap. 14. 
vermaint / es fee vonn Serufalem 
ſtracks nach Conſtantinopl gebracht 
worden. Daß diſem heiligen Bild ein 
gewaltige Kyrch ſeye von Pulcheria 


der Kayſerin erbawet worden / bezeügt 


außtrucklich der Griechiſche Scribent 
Gregoras lib.g. Iſt nit wol zubeſchrei⸗ 
ben / was fuͤr Wunderzeichen "oz 

| % mels⸗ 








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Bildtnuß gewuͤrckt. 
Daß ſie zweyen Blinden erſchinen 
ſeye / vnd ſie zu diſer Kyrch gewiſen / 


bezeügt Vincentius Belvac. bey P. Ca- 
niſio J. 5. c. 24. vnd deßwegen ſeye es 
genennt worden Odigitria, das iſt / die 
Weegweiſerin: ſetzt hinzu / daß mans 
alle Afftermontag Proceſſion weiß in 
der Statt habe herumb getragen / ja 
daß zur Zeit der Saraceniſchen Be⸗ 


legerung ein Burger gerahten habe / 


mann ſolle diſes heilige Bild herfuͤr 


ſtellen / vnd ſolle maͤnigklich die Mut⸗ 
er Gottes mie diſen Worten bitten. 


Heilige Gottes Gebaͤrerin / wel⸗ 


zu Czizeſtochovien. ot 
mels-Rönigin mittels / diſer jhrer 


che du ons fo offt erlediget haſt / 


erledige vns jetzt von den Fein⸗ 
den deines Sohns / vnd verſencke 
fie ins Meer. Vnd ſeye nach vollen⸗ 
tem Gebett von Vngeſtümmigkeit deß 


Meers die ganze Armee. verſencke 


BAUEN: En Dir 








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11 




















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208 Maris Bild 
Nit weniger Wunders hat / was 
obgemelter Gregoras bey P.Canıliol.5. 
c. 22. ſchreibt / daß / als Andronicus 
nach eroberter Statt im hoͤchſten 
Zorn dem Pallaft zugeeylet / vmb ſei⸗ 
nen Anherin Andronicum mit aygner 
Hand zuenrleibeniteiner andern Vr⸗ 
fach wegen den Zorn fallen laſſen / vnd 
jhme wider verfohner worden / als weil 
er ihn vor diſem heiligen Bild kniend 
vnd bettend angetroffen. 4 
Gewiß iſt / wie Durandus 1.4.ration. 
c.a. auf dem H. Anſelmo vermeldet / 
daß zu Conſtantinopl ein MaRIÆ- 
Bild geweſen / deſſen Vorhang alle 
Sambſtag ohn menſchliche Hand 
auffgezogen / onnd nach Veſper Zeit 
widerumb herab gelaſſen ſehe worden: 
welches dann Vrſach geben / den 
Sambſtag der Mutter Gottes gang 
aygen zumachen; daß es aber eben die 
ſes Bild / von deme wir handlen / ſeye 
geweſen / vermuetet gemelter Polniſche 


es 


Auctor. . 































we seflodpovien: ‚269 


Aucror. So ift dann ganz vngezwei⸗ 


felt / daß die Bildenuß der Mutter 
Gottes / ſo man Odigirriam genennet / 
je vnd allzeit zu Conſtantinopl fuͤr ein 
wunderthaͤtiges Bild gehalten wordẽ. 


Nun iſt zuerzehlen / wie es vonn 
Sonftantinopl in Polen komen. Bere 


melder derowegen offtgedachter Aus 
ctor / daß es dem Kayfer Carl dem 
Stoffen feye zuthail worden / auß Ber 


ehrung deß Kayſers zuConſtantinopl. 


Auff der Raiß nach Hauß habe Ca⸗ 
rolus der Hertzog in Reiſſen / ſo je vñ 


allzeit jihme Carolo dem Kayſer rem 
beygeſtanden / das heilige Bild fuͤr ſen 


gehabte Muͤhe / vnd gelaiſte Trew be⸗ 
gehrt / vnd auch erhalten. Habs her⸗ 


nach in die voͤſte Burg Veltz geſetzt: 
Den vorderen Thail mir Gold / den hin, 
deren mit Silber gezieret / mit fambe 
einem föftlichen Edelgeflein / und dee 
Griechiſchen Priefterfchafft anbefoh⸗ 


len: vnder welcher es dann mehr als 
ji fünf 














se -» Marta Bild 


fünffhundert Jahr verbiiben. Vnder 
deme habendie Scythen das Herzogs 
thumb Reiflen / dazumahl fehon mit 
Molen verainiger/ mir groffem Volck 
vberjogen / vnd Bels belegert / allwo 


Vladiſſaus Herzog von Opolien gele⸗ 
‚sen. Nun hat eg ſich zugetragen / daß/ 


als der Hersog vor dem heiligen Bild 
bertererein Pfeil durch das offene Fen⸗ 
ſter ohngefährin das heilige Wild feye 
gefchoffen worden/ vud den Halß ger 
troffen. Darauf der Herzog diſe Wort 
gefprochen: Heylige Mutter / wa⸗ 
rumb recheſt dis diſe Vnbild nit⸗ 


Auff welche wort ſich der Himmel 


mit Wolcken bedeckt / darinn die Scy⸗ 
then andere Kriegs⸗Leüth / dann fie 
waren’ mit Sorcht erfehen / vnnd die 
Flucht geben’ in welcher fie gleichwol 
Vladifllaus thails nidgemacht / thails 
gefangen eingebracht. Nun gebührete 
es ſich nit / ſo wunderthatiges — 

ig 








zu Cieſtochovlen. EUR 


Bild weiters alfo verſchloſſen zuhal⸗ 
ten / deßwegen es der Hertzog in die 
Reüſſiſche Hauptſtatt Opelẽ im Jahr 
Chriſti 13 82 mir groſſem Pracht ein» 


zufuͤhren befcbloffen. Als man aber 
uff den Claren⸗Berg fommen / hat... 


kch das heilige Bild gang vnbeweg⸗ 
ich erzaigt / iſt auch ober das bey nächte 

icher Weil der Hertzog auff vberna⸗ 
urlich Weiß verſtaͤndiget worden / 
s habe die Himmels. Königin diſes 
Orth erwoͤhlet / wie er dann auch deme 


ſich zuwiderſenen nit begehrt. Iſt de 
rowegen in kurtzem ein Kyrchen mie 
angebawtem Cloſter durch Fleiß vñ 
Sorg deß Hertzogs geſtanden / vnnd 


den Eremiten deß heiligen Pauli / ſo 
man auß Vngern geruefft / eingeant⸗ 
vortet worden. Vnd iſt nit allein von 


ombligenden / ſondern auch von weit 


gelegnen Landen der Zulauff ſo groß 


worden daß der Ryrchen-Schas all⸗ 
it mehr vnnd mehr zugenommens 


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Pr} Marie Bild 

biß endrlich im Jahr 1430 die Huſſi⸗ 
sen das gantze Reüſiſche Land außge⸗ 
plündert / vnd letſtlich auch ale Reiche 
thumb auß diſer Kyrch / ſo gar mit 
dem heiligen Bild ſelbſt entfuͤhrt. Als 
fie aber nit gar ein teuͤtſche Meyl 
Weegs fort geruckti hat Feines wee gs 
der Wagen fönnen fort gebracht wer» 
den; damit fie derowegen nit hinden 
bliben / haben fie das Heilige Bild Hin 
auf geworff en / in welchem Fall es zu 
drey Stuck serfprungen/nitohne Ge⸗ 
laͤchter der Huſſiten / deren einer ein 


oder zwey mahl mit bloſſer Woͤhr das 


Angeſicht getroffen: als er aber auch 
den dritten Straich führen wolte / iſt 
ex erblindet vnd erſtarret; darauß dan 
die andere wol hetten lehrnen ſollen / 
ſich von ſolchen Thaten zuenthalten / 
welches doch nit geſchehen / biß eben 
diſe Straff noch einen andern / ſo die 
Woͤhr entbloͤßt / auch getroffen: dar⸗ 





auff ſie / die zween ellende Wenſchen 
von 


Su Czeſtochovien. 213 


von jhren Geſpanen auff den Wagen 


geworffen / und mit Forcht die Flucht 


geben / ſeynd gleichwol in wenig Taͤgẽ 


bayde ellendigklich geſtorben / vnd vn⸗ 


begraben verbilben. Die vbrigen hin 
vnd wider vnder Weegs an der Peſt 
von den jhrigen verlaſſen worden / alſo 


daß auß dem gantzen Faͤhnlein / ſo bey 


der That geweſen / gar wenig nach 


Hauß kommen: einer auß jhnen / vn 


hohem Geſchlecht / iſt zuruck kommen / 
alles erzehlet / vnd ſich bekehret. 
Das heilige Bild / ſo hailoſer weiß 
jertelümmere / iſt von den Religiofen 
gefunden / und bey den newentſprun⸗ 
genen Brunnen gefäubers / wider in 
die Kyrch gebracht worden. An das 
Dreh aber der graufamen Thar iſt 
erfilich ein Creütz / hernach ein fleinine 
Saul mit beygefehrißner Sefchiche 
gelegt worden; bald hernach har der 
Ehrwürdigſte Hm Bernardus Ma- 


Bnwıki — vnd Biſchoff zu 


Erasau 






























214 Maria Bild : 


Craeaw ein Sapellen erbawt / welch 


endtlich in ein. groffe Kyrch erwachfen 
Der Brunnen / ſo inder Kyrch fiehet, 
verleicht vilen die Geſundheit. Das 
heilige Bild har der Koͤnig Vladiſſau 
ergensen laffen / nit ohne ſonderbahr 
Kunft: haben gleichwol die Mahlzei 
chen der Wunden nie können aufge 
föfcht werden. Alfo fehamer fich aud 
fo gar die Mutter Gottes jhrer Wun 
den nit / fo wol als jhr Sohn. Dat 
nunmehreraangte heilige Bild ift vor 
der Statt Cracaw big auffden Ela 
ven Berg mit groſſem Pracht einge 


bracht worden / allwo es noch hei 


mie Wunderzeichen leichter / vnn 
beſchützet fich trefflich wol mic ſamb 
dem Elofter wider alle Schwediſch 
Feindſeeligkeit maflen zu End del 
1655 Jahrs in der Belägerung / fl 
schen Woche gewehret / ſchier taͤglich 
tags diß Cloſter mit Sturm / doch ohn 
An J—— 

en 











— 





\ 3 


| gzu Czeſtochovlen. gar 215 
dem Feſt aber def heiligen Joannis 
deß Evangeliften ſehr vil / und ſehr 


vornemme Officier darvor firen bit⸗ 


ben / die vbrigen mit hinderlaſſung jh⸗ 
res Plunders ſich in die Flucht bege⸗ 
ben. Die vngewohnliche himmliſche 
Geſicht haben verurſacht / daß ſie mit 


groſſer Forcht flichend hauffenweiß 


mir Heülen geſchryen: O Makia, O 
MARIA. Wie mir gantz glaubwür⸗ 
dig vonn mehreren / ſonderlich aber 
von R.P. Vrbano Vbaldini zugeſchri⸗ 
ben worden’ von dem ich auch gemel⸗ 
tes Andree Goldonowscki in Druck 
außgangene Hiſtory empfangen / in 
welcher fehr vil und groffe Wun⸗ 
derwerck ganz glanbwir ⸗· 
dig zuleſen. 
















216 Maria Bild 





OS Hutter Gottes danckbar zu⸗ 
fennswegen der groſſen vnd vilfeltigen 
Gutthaten / ſo ſie von jhr mittels eines 
| wunderthaͤtigen MARIE- Bild8 em⸗ 

pfangen / wie fie fü ſich dann auch ſambt 


angraͤngenden Orthen gang dandde 
barlich einſtellen. Vnnd damit wider 


diſer Wunderzeichen gewiſe Warheit 
nichts kundte vorgewendet werden / 


ſeynd ſie von geiſtlicher hoher Obrig⸗ 
feit Herm Andrea Opolinski Poßna⸗ 
nienfifehen Bifchoffen im Jahr Chri⸗ 


fi 1.610 gerichtlich verhoͤrt / mie 

gnugſamen und vnwiderſprechlichen 
Zeuͤsnuſſen belegt / mit — | 

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ao Orths fehr vil Vrſach der 





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320, 200.30 2° 5 A 
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zu Borckh. ar 


arrichrlichen Schriften gut gehaiffen 
worden. 


.. Den Anfang fo groſſer Andache 


gegen diſem heiligen Bild / ob ſchon es 
alles fleiſſig beſchriben / hat vns miß⸗ 
gunt das ketzeriſche Vnweſen / ſo vnder 
andern auch diſen Orth berennet. 


Deſſen allein iſt gewiſe Nachricht ver⸗ 


handen dag der Ehrwuͤrdige Here 
Selir Duranius diß OrthsPfarꝛ:herr⸗ 
ſchon vor lengſt diſem heiligen Bild 
zu Ehren auß geſambleten Gelt⸗Mitt⸗ 
len ein Kyrch erbawet / vnnd ohne 


Meldung ſeines Namens diſe Wort 
an den Chor⸗Altar geſchriben. Era 


frewe Dich O Jungkfraw MA- 
RIA, dann dia haft allein alle 
Ketzereyẽ in aller Welt vertilget. 


Sonſten iſt diſe Kyrchen mit vnge⸗ 


wohnlichen him̃liſchen Straalen be⸗ 


glantzet geſehen wordẽ / auch bey diſem 


wunderchaͤtigen Marze-Bild jhrer et⸗ 
ei 8 liche 































28 Maria Bd 


he von Höfen Geiferen erledigen ja 
auch mehr Dann einer von dem Tode 


durch Fuͤrbitt Marzz erweckt wordẽ / 


wie vermelder der Auctor / ſs mir Sur 
haiſſen hoher geifticher Dbrigeeirdifer 


vnnd mehr andere Wunderwerck im 


Jahr Chriſtt 1641 in Truck verfertiget / 
auß welchen R-P. Vrbanus Vbaldini 
diß wenigs herauf gezogen / und mie 
vberſchickt· Deß Buechs Titul iſt 
ræſidium oᷣc Fama Regni Polöniz, 
Sßplendor ‚majoris Poldniæ 
Mcet. 








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Su Cjera. 29 


EL II EEILEESLS 
Littav. | f 
XV 


Wunderthaͤtiges Maria 
Bild 


zu Czera. 
Vff diſer Tafel iſt von Moſco⸗ 
vitiſcher guter Hand gemah⸗ 
let ein Marız-Bild/ fo jhren 
kieben Sohn Jesvm vor fich halter. 


Die Andacht in Littav gegen difem 
heiligen Bild hat ihren Anfang auf. 


diſe Weiß gewinnen. Als im Jahr 


6132 die Littauiſche Armee under 


Sigiſmundo dem dritten König in 
Poln / weir und brait alle Moſcoviti⸗ 


ſche Länder verhoͤrget haben fie auch. 
die gewaltige Start Novogrod mit 


Sturm erobert, 
Da nun erlich Hundert Jahr vor 
div Scythen ganz Reüſſen zerſtoͤret / 


kij md 

































220. Maris Bild 

vnd auch eben dife Starr Novogrod 
belegerten / vnnd mänigflich in der 

Statt verzweiflet / hat der Biſchoff 

diſes heilige Bild / von deme ich rede / 
allweilen es dazumahl ſchon wegen 
Wunderzeichen in Fhren war / durch 


den Diaconum auff die Statt-Maur 


zubringen befohlen. Als aber der abs 
geordnete Diaconus das heilige Bild 
von feinem Orth zubewegen nit ver⸗ 
möcht / iſt der Biſchoff ſelbſt mir ans 
geftelter Proceſſion der Kyrchen zu⸗ 
gangen / vnd das heilige Bild ohn alle 
Beſchwernuß vonn ſeinem Orth er⸗ 
hebt / vnnd auff die Statt⸗Maur ge⸗ 
gragen’ auch den Feinden gezaigt / nit 
ohne groſſen Nun der Start; dann ſo 
bald die Scyrhen difes Heiligen Bilds 
anfichtig words, ift ihnen das Geſicht 
vergangen / vnd haben fich nie anderſt / 
als arme ſtockblinde Leüth zuruck bes 


geben. Iſt alſo von den Moſcoviteren / 


die ſolches vermerckt / gewaltig darein 
| .... gefeatt 








zu Eser& 221 
geſetzt / vnd ein nambhaffte Schlacht 
erobert worden. Den Sig / wie billich/ 
habẽ ſie der Mutter Gottes zugeſchri⸗ 
ben / vnd freywillig bekennt / durch jhr 
Hilf vnnd Vorbit erlangt zuhaben⸗ 
Damit auch deſſen Gedaͤchtnuß zu 
allen Zeiten verblibe / iſt von geiſtlicher 
hoher Obrigkeit ein Danck⸗Feſt und 
Feyrtag eingefent / / vnnd auff den 27. 
Wintermonats gelegt worden/ wie es 
in ihrem Kyrchen-Ealender un Price 
fierlichen Tagzeiten zuſehen. IJ 

Nun diſes heilige vnd wunderthͤ 
tige Marız-Bild iſt vil hundert Jahr 4 
bey den Moſcoviteren in der Statt \ 
Novogrod in fehr groffen Ehre schale 
gen worden / vñ iſt nit waiß ich mit was 
für Gelegenheit auf der Kyrchen in 
dẽel Pollaſt deß Broß-Fürften getragẽ / 
ja in feinen Audienz⸗Thron auffs zier⸗ 
lichſt geſetzt worden. Alßbald aberim 
Jahr 1611 von Sigiſmundo III. König 
in Polen die Statt Novogrod / wie ob⸗ 

| kiij gemel⸗ 

























222 Maria Bild 
gemeldet / bekriegt / vnd eingenommen 
worden / iſt geſagtes H.Bild einem ge⸗ 
meinen Litaviſchen Knecht im Raub 
zu theil wordẽ / welcher es ſeinem Her⸗ 
ren Leoni Sapieha dazumahl Groß⸗ 
Cantzlern / hernach auch deß ganzen 
Landts Kriegs General verehret. Leo 
Sapicha, der ſich auff ſolche Sachen 
ſehr wol verflunde / vnnd wußte den 
Werth der Gaab zuſchaͤtzen / hat dem 
Soldaten ein gantzes Dorff mit allen 
Vnderthonen vnd Gerechtigkeiten zur 
Danckſagung werden laſſen / vnd alſo 
zu Ehren der Mutter Gottes auß ei⸗ 
nem armen Landts⸗Knecht auff ein⸗ 
mahl einen reichen Mann gemacht. 
So vil iſt daran gelegen / daß einer ge⸗ 
funden werde/ darauff ein jede Saab 
die ſchuldige Danckbarteit / und auff 
ein jede Wahr den rechten Werih 
zulegen wiſſe. 
So iſt bernadh su Koran dag N, 
Bild ander den Föftlichen Sachen in 
der 














ler se 


Der Schatz Kammer gan ficher vnd 
feiffigraber ohne weiters Nachgeden⸗ 
‚den auffschaleen worden. Entzwi⸗ 
ſchen als Herr Seo nach verloffnen 
- etlichen Jahren mit Zodt abgangen/ 
vnd Caſimirus (deffen Tugendt ich 
in ſeiner Jugendt mehr Jahr nit ohne 
Verwunderung Beobachter) und jetzo 
nach feinem gottſeeligẽ Ableiben ohne 
alle Schmaichlerey anziche)a ler Die 


terlicher NAempter Erb worden war _ 


jhme wegen Mänge dar eichthumb 
gan ontwiffend der groſſe Schatz deß 
HVilds / ſo lang / biß einem anf feine 
vom Adel die Mutter Gottes naͤcht⸗ 


licher Weil erſchinen / vnnd jhne auß 


obgemelter S chattammer herouß ge⸗ 
hend mit diſen Worten angeredt: Wie 


lang wirdt mich ewer Sen in diſem 


Kercker auffhalten? warumb livert 


man mich nit wider an mein Orth? 

Als deß andern Tags der Edelmann 

—— Herrn diſen vngewohnlichen 
iiij Traum | 


























— — (1 — 


2:4 Maria Bild 


Traum mir Verwunderung ersehlet/ 
ift alßbald in der Schan- Kammer ger - 
fucht / vnnd diſes H. Bild gefunden 
worden / welches mehr als zuvil den 
vorigen Traum erklaͤret. Iſt derowe⸗ 
gen alßbald in die Kyrchen zu Zorinci 
geſetzt / vnnd nit lang hernach in ſein 
aygne Statt Czera den Moſcowiti⸗ 
ſchen / aber mit vns verainiaten Or⸗⸗ 
dens⸗Perſonen deß H. Baſilij / in die 
Kyrch der allerheiligiſten Dreyfal⸗ 
tigkeit geſchenckt worden / weilen die 
Himmels⸗Koͤnigin begehrt / widerum 
an ihr Orth gelivert zuwerden Kaum 
iſt das H. Bild an das Orth komen / 
haben alßbald die augenſcheinliche 
Wunderzeichen die Andacht in dem 
sufauffenden Volck erweckt / und ohne 
vnderlaß fortgeſetzt. Ja das wol zu⸗ 
mercken: als gemeltes Bild im Jahr 
1654 wesen Mofcovirifchen Kriegs/ 
anderfimohin geflehnet wurderhar es 
immerzu vnder Weegs / vnnd nit mit 
wenigen 
| 





zu Czera. 2:5 


wenisen Wunderzaichen ſich auch: 


ben andern nambhafft gemacht. Wie 
gons trewlich mich ſchrifftlich / vnnd 
auch hernach mündtlich berichtet hat 
R. P. Albertus Koialowiz Rector Col- 
legij Vilnenſis, als er nach Rom ver⸗ 
raiſet. Sonſten iſi das H. Bild nit als 
ler Zugehoͤr nit groͤſſer als ein Quart⸗ 
Blat eines Bogens Papir. Damit 
aber fein Zweifel ſeye / daß diſes eben 
das jenige wunderthaͤtige Bild auß 


Mofcav/von deme ich obgeſagt / vnnd 
kein anders ſeye / muß man ſchlieſſen 


auß zwoͤlff gantz guldinen Taͤfelein / ſo 


vmb das N. Bild herumb hangen / 


auff welchen swölff onderfchidliche 
Wunderzeichen / die auch Elein darbey 


gemahlẽ ſeyn / in Ruteniſcher Sprach 
beſchriben werden / vnnd ſeynd eben 


diſe / welche in den Moſcoviſchen Prie⸗ 

ſterlichen Tag⸗Zeiten an dem einge⸗ 

ſetzten Geft- vnnd Feyrtag / wie ge⸗ 
meldet / muͤſſen gelefen werden. 


Re eier 



































IR; RKegiſter 

"Der wunderthaͤtigen Marın- | 

Ih) 0 SBirder/ fo im Andern Buch 
| besriffen werden. 


fı. Bonn dem Bold’ ger 
nandt zu Rom. Blatı 
Deß heiligen Alexij zu 
J Soil > 8 

3. Von dem Baum zu 
Ravenna. 16 

4. Vonn Nicopoeia zu 
Venedig. 23 
Ba, s. Bon dem Sriden zu 
Venedig: 34 
6. Bon der Schuel zu 
Venedig. 47 
Zu Baſſaw. 59 
Zu Padua in b Kyr⸗ 
| 


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> BETEN eo $ 


chen 5 H. Juſtina 66 
9. Auff dem Berg Pr 4 
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10. Auff dem Berg & u 
rico. 8°” 


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Regiffer: 
11, Auff de Sunsfam 

Berg. 
12. —— dem Stop * 
nopel. 103 


Re, 13. der Inſul * 
| miti. 


14 In sRirchen 26. | 


Celſi zu Mayläd, 12a 

15. Zu Caravaggio. 125 
16. Zu Tiran. 130 
17. an Breno zu Ra⸗ 
135 

dem Send⸗ 


Dalmatiẽ. 


| 
K- 
[ 
Jſchreiben zu — 
— Vonn der Stiegen 


Sitten, 


nädt su Meflana. 163 


20. AUDI, 168 
Boͤhaim. 


of | 
Polen: * Zu Bordh,. 216 
dittay. 125,20 Kim 21 3: 


22. Zu Culm. 189 





21. Zu W Alf» 177 


23. Zu Sufohonfänas R! 












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"Bote , Gchäretin: Daß wir 
| der Verheiſſung Chriſti theil⸗ 
en hafftig werden. 





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4 
2 
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—— zu — | 

in der Academiſchen 
| Truckerey. 
Bey Georgio Haͤnlin 
dem Jahr Chrit 

| a 5 5 7 | ; 








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